Reisepass RATGEBER: Beantragen, Kosten, Gültigkeit

In diesem Artikel haben wir für Sie alle Informationen zusammengetragen, die Sie zum deutschen Reisepass benötigen.

Wofür braucht man einen Reisepass?

Reisepass Deutschland
Reisepass Deutschland

In Deutschland ist es ausreichend, wenn sich die Bürger mittels eines Personalausweises legitimieren können. Wer allerdings ins Ausland reisen möchte, der muss in zahlreichen Ländern ein anderes Dokument vorweisen können, nämlich einen Reisepass. Es handelt sich dabei um einen amtlichen Ausweis, der hierzulande an Bürger mit deutscher Staatsangehörigkeit vergeben wird. Gleichzeitig beinhaltet der Reisepass das Recht, dass der Inhaber sich über die Landesgrenzen hinweg bewegen darf und in dem Zusammenhang legitimieren kann.

Grundsätzlich bleibt jeder Reisepass im Eigentum des ausstellenden Staates, denn er dient lediglich der Identifizierung der jeweiligen Person. Vom Prinzip her wird der Reisepass also immer dann benötigt, falls der Inhaber die Landesgrenzen verlässt und sich in einen Staat begibt, in dem die Identifizierung durch den in Deutschland üblichen Personalausweis nicht ausreicht.

Reisepass beantragen

Reisepassnummer
Reisepassnummer Deutschland

Wer einen Reisepass benötigt oder ihn aus sonstigen Gründen gerne haben möchte, der hat jederzeit die Möglichkeit, das Dokument zu beantragen. Dazu ist es notwendig, die jeweilige Passbehörde der Gemeinde- bzw. Stadtverwaltung persönlich aufzusuchen. Auf schriftliche oder gar telefonische Anforderung hin wird der Reisepass hingegen nicht ausgestellt. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass der Mitarbeiter der Verwaltung überprüfen muss, ob die Person tatsächlich diejenige ist, auf die der Reisepass ausgestellt werden soll.

Ab Beantragung dauert es in der Regel zwischen drei und sechs Wochen, bis der Reisepass angefertigt wird. Normalerweise erhält der Bürger dann eine Mitteilung der Gemeinde- bzw. Stadtverwaltung, dass er den Reisepass persönlich abholen kann.

Reisepass Gültigkeit

Reisepass Gültigkeit: Wie lange der Reisepass gültig ist, richtet sich danach, ob die Antragstellung vor oder nach Vollendung des 24. Lebensjahres stattfindet:

  • Bei Beantragung vor dem 24. Lebensjahr hat der Reisepass eine Gültigkeitsdauer von sechs Jahren.
  • Bei Beantragung nach dem 24. Lebensjahr hat der Reisepass eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren.

Kosten

Den Reisepass gibt es in verschiedenen Varianten, die sich auch bezüglich der anfallenden Kosten voneinander unterscheiden.

Der klassische Reisepass hat 32 Seiten und kostet – bei Beantragung bis zum 24. Lebensjahr – 37,50 Euro.Wer das 24. Lebensjahr bereits vollendet hat, zahlt für den klassischen Reisepass eine Gebühr von insgesamt 59,50 Euro.

Neben dem klassischen Reisepass gibt es alternativ auch noch einen speziellen Pass für Vielreisende, der über 48 Seiten verfügt. Dieser Reisepass hat deutlich mehr Platz für Ein- und Ausreisestempel, was insbesondere für Bürger von Vorteil ist, die häufig ins Ausland reisen. Der Reisepass mit mehr Seiten für Vielreisende kostet entweder 59,50 (bis 24 Jahre) oder 81 Euro (ab Vollendung des 24. Lebensjahres).

Ferner gibt es noch einen sogenannten Expresspass, der meistens dann ausgestellt wird, wenn das Dokument sehr kurzfristig benötigt wird. Je nachdem, ob dieser Express-Reisepass vor oder nach Vollendung des 24. Lebensjahres beantragt wird und 32 bzw. 48 Seiten hat, fallen Kosten zwischen 69,50 und 113 Euro an. Ein vorläufiger Reisepass, der für einen Zeitraum von zwölf Monaten gültig ist, kostet 26 Euro.

Reisepass für Vielreisende mit 48 Seiten

Neben dem klassischen Reisepass gibt es darüber hinaus einen sogenannten Reisepass für Vielreisende. Das Besondere an diesem Dokument besteht ausschließlich darin, dass der Pass nicht über 32, sondern über 48 Seiten verfügt. Die zusätzlichen 16 Seiten beinhalten Freiraum für viele Ein- und Ausreisestempel. Darüber hinaus können die Seiten für bestimmte Sichtvermerke genutzt werden. Interessant ist der Reisepass für Vielreisende ausschließlich für Personen, die überdurchschnittlich oft im Ausland unterwegs sind.

Vorläufiger (grüner) Reisepass

Grüner Reisepass, Vorläufiger Reisepass
Grüner Reisepass / Vorläufiger Reisepass

Der klassische Reisepass ist in Deutschland rot und auf diese Weise deutlich zu erkennen.

Darüber hinaus gibt es einen sogenannten vorläufigen Reisepass, der auch als „Grüner Reisepass“ bezeichnet wird. Der große Vorteil dieses Dokumentes besteht darin, dass es innerhalb weniger Stunden angefertigt wird. Der vorläufige Reisepass hat eine Gültigkeitsdauer von zwölf Monaten und kostet einmalig 26 Euro.

Vorläufigen Reisepass beantragen

Wer beispielsweise kurz vor Antritt einer Flugreise bemerkt, dass der aktuelle Reisepass abgelaufen ist, der kann einen solchen vorläufigen Reisepass beantragen. Dazu muss sich der Betroffene am besten an die Bundespolizei am Flughafen wenden, wobei Personalausweis oder Führerschein als Identitätsnachweise vorzulegen sind. Darüber hinaus muss in aller Regel begründet werden, warum ein vorläufiger Reisepass ausgestellt werden soll. Dazu ist es meistens ausreichend, beispielsweise die Flugbuchung zu belegen.

Grundsätzlich ist es also ausschließlich dann möglich, einen vorläufigen Reisepass zu beantragen, wenn die Zeit zur Anforderung eines klassischen Reisepasses nicht mehr ausreichend ist. Zu beachten ist, dass ein biometrisches Passfoto beim vorläufigen Reisepass vorliegen muss.

Express Reisepass

Wer den Reisepass nicht ganz so schnell benötigt, weil vielleicht noch einige Tage bis zum Antritt der Auslandsreise vergehen, der hat die Möglichkeit, einen sogenannten Expresspass anstatt eines vorläufigen Reisepasses zu beantragen.

Dieser spezielle Reisepass wird innerhalb von drei bis vier Werktagen ausgestellt. Bevor ein solcher Express-Reisepass beantragt wird, sollte man sich allerdings erkundigen, ob dieser auch im Zielland akzeptiert wird. Es ist nämlich nicht in allen Staaten so, dass der Expresspass eine Form der Legitimation ist, die von dem betroffenen Staat als ausreichend angesehen wird. Wer beispielsweise in die Vereinigten Staaten reist, der muss definitiv über einen „normalen“ Reisepass verfügen.

Elektronischer Reisepass (ePass)

ePass, elektronischer Reisepass
ePass, elektronischer Reisepass

Die neueste Form des Reisepasses ist der sogenannte elektronische Reisepass, der auch kurz als ePass bezeichnet wird. Diesen Reisepass gibt es in Deutschland seit dem 1. November 2005. Grundsätzlich entspricht das Passbuch dem des gewöhnlichen Reisepasses, wobei allerdings im Deckel ein kontaktloser Chip eingearbeitet ist. Auf diesem Chip sind verschiedene persönliche Daten gespeichert und auch das Gesichtsbild ist hier integriert. Darüber hinaus beinhaltet der RAF-Chip seit dem 1. November 2007 die Speicherung von zwei Fingerabdrücken.

Die Einführung des ePasses wurde in erster Linie deshalb durchgeführt, um die Überprüfung der Identität von Reisenden erheblich zu verbessern. Darüber hinaus soll es insbesondere Terroristen deutlich schwerer fallen, sich mit gefälschten Reisedokumenten zu legitimieren.

Ein wesentlicher Vorteil des elektronischen Reisepasses besteht darin, dass das digital gespeicherte Bild von der Qualität her deutlich besser als das im gewöhnlichen Reisepass aufgedruckte Foto ist. Daher ist es wesentlich einfacher, relativ sicher festzustellen, ob Bild und Fingerabdrücke auch tatsächlich zu der Person gehören, die im Reisepass genannt ist. Den elektronischen Reisepass gibt es ebenfalls in zwei Varianten, nämlich mit 32 oder 48 Seiten. Die wesentlichen Angaben, die dieser ePass enthält, sind:

  • Vor- und Nachname des Inhabers
  • eventuell abweichender Geburtsname
  • Geburtsdatum
  • Geschlecht
  • Größe
  • Augenfarbe
  • Wohnort
  • eventueller Doktorgrad
  • Staatsangehörigkeit

Biometrische Daten

Biometrische Daten im deutschen Reisepass: Fingerabdrücke
Biometrische Daten im deutschen Reisepass: Fingerabdrücke. Quelle: Bundesdruckerei

Der relativ neue elektronische Reisepass zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass er zwei biometrische Merkmale enthält. Die Biometrik soll dazu beitragen, dass der Eigentümer des Passes eindeutig identifiziert werden kann.

Bei den zwei Merkmalen handelt es sich zum einen um ein Gesichtsbild des Inhabers sowie zum anderen um zwei Fingerabdruckbilder. Einen großen Vorteil sehen Experten bei den biometrischen Merkmalen insbesondere darin, dass diese im Gegensatz zu Passwörtern oder sonstigen Identifizierungsvarianten definitiv personenbezogen sind. Während jede andere Person eine Geheimzahl missbräuchlich verwenden kann, ist dies weder bei einem Gesichtsbild noch bei einem Fingerabdruck möglich. Ein relativ neues biometrisches Merkmal, welches vor allen Dingen in den Vereinigten Staaten mittlerweile häufig zum Einsatz kommt, ist die Erkennung der Iris. Das Verfahren selbst gibt es bereits seit Mitte der 80er Jahre, allerdings kommt es noch nicht allzu häufig beim Reisepass zum Einsatz.

Kinderreisepass

Nicht nur volljährige Personen können in Deutschland einen Reisepass beantragen, sondern darüber hinaus gibt es für kleinere Bürger bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres einen sogenannten Kinderreisepass.

Die Gültigkeit reicht jeweils über sechs Jahre bzw. bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres.

Kosten: Der normale Kinderreisepass kostet 13 Euro, während für einen vorläufigen Kinderreisepass 26 Euro berechnet werden.

Zu beachten ist, dass das Kind als Inhaber des Reisepasses ab dem 10. Lebensjahr selbst unterschreiben muss. Zuvor haben die Eltern die Möglichkeit, bei Beantragung des Passes zu unterschreiben.

Es gibt einige Voraussetzungen, die das Kind erfüllen muss, auf welches der Reisepass ausgestellt werden soll. Dazu gehören vor allen Dingen:

  • Kind besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit
  • persönliche Vorstellung erforderlich
  • Antrag wird vom gesetzlichen Vertreter gestellt

Kinderreisepass beantragen

Neben den Voraussetzungen gibt es einige erforderliche Unterlagen, die zur Beantragung des Kinderreisepasses eingereicht werden müssen, wie zum Beispiel:

  • Identitätsnachweis der antragsberechtigten Personen
  • aktuelles Lichtbild
  • Geburtsurkunde
  • eventuelle Einverständniserklärung, falls nicht beide gesetzlichen Vertreter anwesend sind

Reisepass verloren oder gestohlen: Was tun?

In manchen Fällen passiert es, dass der Reisepass verloren oder gestohlen wurde. Falls dies in Deutschland geschehen ist, sollte der Betroffene dies zunächst der Behörde mitteilen. Im zweiten Schritt ist es dann notwendig, einen neuen Reisepass zu beantragen.

Reisepass im Ausland verloren

Etwas anders stellt sich die Situation dar, falls der Reisepass während eines Auslandsaufenthaltes verloren oder gestohlen wurde. In diesem Fall sollte der Inhaber zunächst einmal Ruhe bewahren, denn es gibt auch für dieses Problem eine Lösung.

Findet sich der Pass nicht wieder, sollte zunächst die am Ort ansässige Polizei informiert werden. Sehr hilfreich kann es sein, wenn eine Kopie des Reisepasses oder des Personalausweises vorhanden ist, die zumindest einen guten Anhaltspunkt zur Legitimation bietet. In einem weiteren Schritt ist es dann notwendig, sich mit dem „Deutschen Konsulat“ in Verbindung zu setzen, denn dort kann ein vorläufiger Reisepass ausgestellt wegen. Dieser kann letztendlich genutzt werden, um die Rückreise nach Deutschland durchzuführen.

Reisepass Foto Kriterien / Vorgaben

Wer einen neuen Reisepass beantragen möchte, der muss dazu ein Foto vorlegen, welches zahlreiche Kriterien und Vorgaben erfüllen muss. Die Anforderungen beziehen sich auf die folgenden Eigenschaften:

  • Schärfe und Kontrast
  • Ausleuchtung
  • Hintergrund
  • Fotoqualität
  • Kopfpositionen und Gesichtsausdruck
  • Augen und Blickrichtung
  • Größe, Format und Ausrichtung
  • Besonderheiten bei Brillenträgern
  • Besonderheiten bei Kopfbedeckung
  • Besonderheiten bei Kindern bzw. Säuglingen und Kleinkindern

Bezüglich der Schärfe und des Kontrastes ist zu beachten, dass das vorgelegte Foto in allen Bereichen scharf, klar und kontrastreich sein muss. Darüber hinaus muss gewährleistet sein, dass das abgebildete Gesicht gleichmäßig ausgeleuchtet ist. Dabei darf es weder zur Reflexionen noch zu Schatten im Gesicht kommen.

Was den Hintergrund betrifft, so muss dieser einfarbig hell sein, am besten stellt man sich dazu vor eine graue oder weiße Wand. Bei der Fotoqualität ist darauf zu achten, dass hochwertiges Papier verwendet wird und die Druckauflösung mindestens 600 dpi hat. Ferner ist es wichtig, dass das Bild farbneutral ist und die Hauttöne auf natürliche Weise wiedergegeben werden.

Bezüglich der Kopfposition ist zu beachten, dass diese weder einen geneigten noch gedrehten Kopf beinhalten darf. Die Abbildung im Halbprofil ist demnach nicht zulässig. Was den Gesichtsausdruck angeht, so muss dieser neutral sein, es darf also nicht gelacht werden. Darüber hinaus muss der Mund geschlossen sein. Die Augen müssen auf dem Foto direkt in die Kamera gerichtet sein.

Auch bezüglich des Formates und der Größe gibt es genaue Vorschriften, wie ein biometrisches Passfoto aussehen muss. So muss das Format 45 × 35 Millimeter betragen, wobei zwischen 70 bis 80 Prozent der Höhe des Fotos mit dem Gesicht ausgefüllt sein müssen. Brillenträger müssen ferner darauf achten, dass die Augen deutlich zu erkennen sind, sodass Reflexionen auf den Gläsern der Brille zu vermeiden sind. Zudem ist zu beachten, dass eine Kopfbedeckung auf dem Bild nicht erlaubt ist.