Irak

Der Erste Golfkrieg. Der Zweite Golfkrieg. Der Irakkrieg. IS. Denkt man an die jüngste Geschichte des Landes im Nahen Osten findet man wohl kaum eine Assoziation, die nicht mit Krieg oder gewalttätigen Auseinandersetzungen in Zusammenhang steht.

Nur allzu schnell vergisst man bei diesen menschlichen Tragödien die reiche Historie und den wertvollen kulturellen Schatz, den dieses zerrüttete Land zu bieten hat. Den Bemühungen der irakischen Regierung diesen Reichtum auch ausländischen Besuchern zugänglich zu machen, scheint allerdings durch die Krisen im In- und Ausland immer wieder ein Riegel vorgeschoben zu werden. Es bleibt zu hoffen, dass der Irak eines Tages zur Ruhe kommt und möglichst viele Menschen von der Schönheit und dem kulturellen Erbe dieses Landes profitieren können.

Der Irak befindet sich in Vorderasien und grenzt an den Iran, Kuwait, Saudi-Arabien, Syrien, Jordanien und die Türkei. Mit einer Fläche von rund 434.000 km² ist der Irak größer als die Bundesrepublik Deutschland, beherbergt mit knapp 29 Millionen Menschen aber nur etwas mehr als ein Drittel der Bevölkerung.

Städte und Sehenswürdigkeiten

Obgleich das Land in den vergangenen Jahrzehnten stark unter den kriegerischen Zuständen gelitten hat, findet man im Irak noch immer Sehenswürdigkeiten und Attraktionen von historischem und allgemeinem Interesse.

Bagdad

Bagdad
Sadam Hussein Triumphbogen in Bagdad

Bagdad ist nicht nur die größte Stadt im Irak, sondern auch eine der größten Städte im Nahen Osten. Mit knapp 5,5 Millionen Einwohnern in der Stadt und etwa 11,8 Millionen Menschen innerhalb der Metropole leben in der Region rund 40% der irakischen Bevölkerung. Die Hauptstadt des Irak gilt als das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes und bietet zahlreiche Attraktionen und Sehenswürdigkeiten von historischem Interesse sowie diverse Unterhaltungsmöglichkeiten. Daneben verfügt die Stadt über den wichtigsten internationalen Flughafen und gilt zudem als der bedeutendste Verkehrsknoten im Land.

Bagdad liegt im Zentrum des Landes und wird durch den Fluss Tigris in zwei Hälften geteilt. Im Kern der Stadt befindet sich die „Internationale Zone“ (früher: Grüne Zone), in welcher sich unter anderem das Parlament sowie die US-Botschaft befinden. Dieses etwa 10 km² große Areal wird strengsten bewacht. Anschläge konnten aber auch hier bisher nicht vollständig verhindert werden.

Zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten der Neuzeit gehört sicherlich das al-Schahid-Monument, das 1983 zur Erinnerung an die im ersten Golfkrieg gefallenen irakischen Soldaten errichtet wurde. Das Denkmal befindet sich östlich des Tigris auf einer Plattform von 190 Metern Durchmesser, die sich in einem künstlich angelegtem See befindet. In der Mitte der Plattform befindet sich eine 40 Meter hohe, türkisfarbene Kuppel, die in zwei Hälften gespalten und leicht voneinander versetzt positioniert wurde. Im Zentrum der beiden Kuppelhälften befindet sich eine ewige Flamme, welche die Erinnerung an die Toten bewahren soll. In unmittelbarer Nähe zum Monument, welches in einen Park eingebunden ist, befinden sich ein Museum, eine Bücherei und eine Cafeteria.

Darüber hinaus gibt es in der Stadt eine Vielzahl von Gotteshäusern. Die bekannteste sunnitische Moschee der Stadt ist die Abu-Hanifa Moschee, die sich in der Nähe des Grabes von Abu Hanifa befindet und während der osmanischen Besatzung errichtet wurde. Eines der wichtigsten schiitischen Heiligtümer des Landes ist die Al-Chadimijja Moschee, welche die Gräber des siebenten und neunten Imams der Zwölferschia beherbergt und im Jahr 1515 fertiggestellt wurde.

Das wohl interessanteste Gebäude der Hauptstadt ist jedoch die Al-Rahman Moschee. Dieser Prunkbau sollte ursprünglich einmal eine der größten Moscheen im gesamten Irak werden. Der Bau begann im Jahr 1998 unter Saddam Hussein, wurde allerdings nach dem Sturz des Diktators eingestellt, so dass die Moschee bis heute unvollständig ist. Das enorme Hauptgebäude ist von acht Kuppelbauten umgeben, in denen wiederum acht kleinere Türme eingelassen wurden. Insbesondere aus der Ferne wirkt der unvollendete Bau geradezu surrealistisch, was nicht zuletzt auch an der schieren Größe des Projekts liegt.

In der ganzen Stadt findet man verschiedene Parkanlagen sowie den bekanntesten Zoo des Landes, welcher sich über eine Fläche von 81 Hektar erstreckt. Ebenfalls bemerkenswert ist das Irakische Nationalmuseum. Es beherbergt Fundstücke aus der Kultur Mesopotamiens und wurde bereits 1926 von der Britin Gertrude Bell gegründet. In 28 Galerien werden hier mehr als eine halbe Million Einzelstücke ausgestellt.

In der Hauptstadt der Landes steht mit dem Fernsehturm von Bagdad auch das höchste Gebäude des Irak. Mit einer Höhe von 205 m gilt er als eines der Wahrzeichen der Stadt und ist schon von Weitem sichtbar. Erbaut wurde er noch zur Regierungszeit von Saddam Hussein, zwischen 1992 und 1994.

Sammara

Etwa 130 Kilometer nördlich von Bagdad befindet sich die archäologische Stadt Samarra. Einst die Hauptstadt des abbasidischen Kalifats wurde die historische Stätte im Jahr 2007 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Von besonderer Bedeutung ist heute die Moschee von Sammara. Erbaut wurde sie zwischen 848 und 851 auf Geheiß des Kalifen al-Mutawakkil. Optisch beeindruckend ist vor allem das 52 Meter hohe, kegelförmige Minarett, welches über eine spiralförmige Rampe, welche außen am Gebäude entlang führt, bestiegen werden kann. Die Basis des Minaretts ist 33 Meter breit. 2005 wurde bei einem Bombenangriff die Spitze des Turmes beschädigt.

Die historische Stätte Sammara erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 41,5 Kilometer und ist an einigen Stellen bis zu 8 Kilometer breit. Bisher wurde allerdings nur rund 20% des Gebietes ausgegraben. Wie Bagdad auch wird Sammara vom Tigris in zwei Hälften geteilt. In der heutigen Stadt Sammara leben rund 160.000 Menschen. Neben ihren bedeutenden historischen Bauten dient sie vor allem als Pilgerstätte für Schiiten aus dem ganzen Land.

Hatra

Einst war Hatra die Hauptstadt eines mesopotamischen Kleinfürstentums. Die berühmten Ruinen liegen etwa 110 Kilometer südwestlich der Stadt Mossul und stammen aus dem 1 Jahrhundert n. Chr.. Sie gelten als eine der aussagekräftigsten Fundorte der Partherreichs und zählen seit 1985 zum UNESCO Weltkulturerbe. Im Zentrum der Stadt befand sich der Tempelbereich inmitten einer 300 Hektar umfassenden, kreisförmig angelegten Anlage, die vollständig von einem Wall umgeben war, von welchem die Stadt auch ihren Namen hat. Hatra bedeutet soviel wie „Umwallung“ oder auch „Niederlassung“.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Stadt mehrfach belagert, konnte sich allerdings immer wieder gegen ihre Angreifer durchsetzen, bevor Hatra im Jahr 240/241 endgültig von dem Sassanidenkönig Aradschir I. eingenommen wurde.
Zum ersten mal untersucht wurde dass Gebiet in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Systematische Forschungen wurden allerdings erst zwischen 1906 und 1911von den Archäologen der Deutschen Orient-Gesellschaft durchgeführt. Erneute Ausgrabungen fanden ab 1951 durch die irakische Altertumsverwaltung statt. Große Teile der Stadt wurden seitdem freigelegt. Im Jahr 2006 wurden schließlich mit Hilfe von Luftaufnahmen enorme Festungsanlagen östlich der Stadt entdeckt. Viele der Tempel sind noch heute gut erhalten und vermitteln einen ausgezeichneten Eindruck der schon damals beachtlichen Baukunst. Internationale Bekanntheit erlangte Hatra in den frühen 1970er Jahren, nachdem es als Kulisse für die Anfangsszene des Kultfilms „Der Exorzist“ diente.

Basra

Die Stadt Basra liegt im Süden des Landes an den Ufern des Schatt al-Arab, etwa 60 Kilometer entfernt von dessen Mündung in den Persischen Golf. Mit rund 2,2 Millionen Einwohnern ist sie nicht nur die zweitgrößte Stadt des Landes, sondern auch die größte und bedeutendste Hafenstadt im gesamten Irak. Die Stadt ist zudem ein wichtiges Wirtschaftszentrum mit einer enormen Erdölindustrie. Mit Höchsttemperaturen von über 40°C im Sommer und teils annähernd 20°C im Winter gilt Basra als eine der heißesten Städte der Welt.

Während und nach dem Dritten Golfkrieg (Irakkrieg) wurde Basra immer wieder Schauplatz von Kämpfen und bewaffneten Auseinandersetzungen, vor allem zwischen Anhängern des Schiiten-Führers Muqtada as-Sadr und die irakischen Regierungstruppen. So wurden seit 2003 zahlreiche Bauten und Wahrzeichen des Stadt zerstört. Dennoch findet man auch heute noch immer verschiedene Attraktionen und Sehenswürdigkeiten in Basra. Es gibt noch immer eine Reihe bedeutender Moscheen in der Stadt sowie diverse andere historische Sehenswürdigkeiten. Vor allem im alten Teil Basras kann man noch traditionelle Architektur bewundern. Darüber hinaus findet man in der Stadt verschiedene Freizeitanlagen. Es gibt Parks und verschiedene Basare. Einer besonderen Beliebtheit erfreuen sich das „Basra Land“, einer der größten Vergnügungsparks im Land, sowie „Basra Sports City“, ein enormes Sportstadion, welches erst 2013 seine Türen geöffnet hat.
Mitten in den Wassern des Schatt al-Arab befindet sich zudem „Sinbad Island“. Hier entsteht eine Touristendestination mit zahlreichen Einkaufszentren, Hotels und Unterhaltungsmöglichkeiten.
Darüber hinaus existieren entlang der Küste des Flusses zahlreiche Palmenwälder.

Assur

Die historische Stadt Assur liegt im Norden des Irak, an den Ufern des Tigris. Die Ursprünge Assurs gehen zurück bis ins dritte Jahrtausende v. Chr.. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen politischen und kulturellen Zentrum, das jedoch immer wieder von Erschütterungen heimgesucht wurde, bis es schließlich im Jahr 614 v. Chr. durch die Armee des medischen Königs Kyaxares II. zerstört wurde. Eine erneute Besiedlung fand im ersten Jahrhundert v. Chr. statt. Allerdings wurde auch diese neue Stadt im 3 Jahrhundert n. Chr. zerstört. Erst im 12. und 13. Jahrhundert finden sich wieder Spuren einer Besiedlung, die sich jedoch, ebenso wie ihre Vorgänger, nicht über die Zeit retten konnte.
Anfang des 20. Jahrhunderts kam es zu ersten Grabungen in Assur durch die Deutsche Orient-Gesellschaft, bei denen unter anderem die Bibliothek Tiglat-pileser I. freigelegt wurde. Ab 1979 wurde die Erforschung der Stadt bis ins Jahr 2002 durch die irakische Antikenverwaltung weitergeführt. Während dieser Zeit fanden ebenfalls einige deutsche Ausgrabungen auf dem Gebiet statt. Im Jahr 2003 wurde Assur von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet und zugleich auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt.

Heute findet man in der historischen Stätte verschiedene Ruinen, vor allem Gewölbe und einige erhaltene Torbögen sowie weitere Zeugnisse der Besiedlung. Im Norden der historischen Stätte befindet sich der Tempel- und Palastbezirk, während der Süden der Stadt sowie die Neustadt bisher nicht genauer erforscht wurden.

Sulaimaniyya

Die Stadt Sulaimaniyya liegt im Nordosten des Landes in der Autonomen Region Kurdistan. Mit rund 1,6 Millionen Einwohnern zählt Sulaimaniyya zu den fünf größten Städten des Irak und gilt als wichtiges Kultur- und Bildungszentrum.
Da die Stadt erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts gegründet wurde, findet man hier kaum historische Sehenswürdigkeiten. Dennoch spielt der Tourismus eine gewissen Rolle in Sulaimaniyya. In den vergangenen Jahren wurden viele Gelder in Großprojekte gesteckt, die unter anderem auch dem Tourismus zu Gute kommen sollen. Eines der bekanntesten Vorhaben sind sicherlich die Qaiwan-Towers. Diese Zwillingstürme werden durch ein riesiges Einkaufszentrum miteinander verbunden. Während einer der Türme Büroräume beinhaltet, wird der andere Turm ein 5-Sterne-Hotel mit über 200 Zimmern beherbergen. Die Kosten des Projekts belaufen sich insgesamt auf eine Milliarde US-Dollar. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Großprojekte, die Sulaimaniyya als Stadt attraktiver machen sollen. Es entstehen neue Luxusviertel, neue Wirtschaftsflächen und auch neue Orte, die den Freizeitwert der Stadt steigern sollen. Dazu gehören zum Beispiel neue Sporthallen, Schwimmbäder, Hotels, Parkanlagen, Einkaufszentren oder auch Restaurants.

Schon jetzt hat die Stadt mit ihrem angenehmen Klima und ihren verschiedenen Cafes und Restaurants einen besonders einladenden Flair. Einrichtungen wie das Stadtmuseum, das Ethnographische Museum oder das rote Sicherheitsquartiermuseum befriedigen die kulturellen Gelüste der Besucher ebenso wie die verschiedenen Theater, Kinos und Konzertsäle. Zum Flanieren bietet sich einer der traditionellen Basare der Stadt an oder eine der idyllischen Parkanlagen, die man in Sulaimaniyya findet und die allerlei Unterhaltung bieten. Hier sind vor allem der „Park der Freiheit“ sowie der „Sarchnar-Park“, ein großes Vergnügungs- und Freizeitgelände am Rande der Stadt, zu nennen. Einen besonderen Unterhaltungswert bietet der Vergnügungspark „Chavi Tourist City“ im Nordosten der Stadt. Neben verschiedenen Achterbahnen und Fahrgeschäften findet man hier eine Seilbahn auf die umliegenden Berge sowie ein 4D-Kino und weitere attraktive Unterhaltungsmöglichkeiten.

Westlich der Stadt befindet sich ein internationaler Flughafen, der zur Zeit vor allem Ziele im Nahen Osten bedient. Der öffentliche Nahverkehr der Stadt wird insbesondere durch Taxis und Busse bedient.

Erbil

In der Hauptstadt der „Autonomen Region Kurdistan“ im Norden des Irak leben rund 1,5 Millionen Menschen. Sie gilt als wichtigstes Wirtschafts- und Handelszentrum der Region und ist aufgrund der stabileren Sicherheitslage im Laufe der Jahre zu einem Rückzugsort für viele internationale Vertretungen geworden. Dazu gehören neben Deutschland, USA, Großbritannien und Frankreich auch China, Russland und Südkorea. Die Stadt verfügt zudem über den wichtigsten internationalen Flughafen in Kurdistan, der mehrere Ziele in Europa und dem Nahen Osten bedient. Die gesamte Infrastruktur der Stadt wird derzeit überholt und auch wirtschaftlich gewinnt Erbil immer mehr an Bedeutung. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Großprojekte bewilligt, die den Wert der Stadt steigern sollen. Ein Entwicklungs- und Flächennutzungsplan, der bis auf das Jahr 2034 ausgelegt ist, soll die Stadt in die Moderne führen. Unter anderem soll das ehemalige Stadtzentrum abgerissen und idyllischen Parkanlagen Platz machen. Im Süden und südöstlich der Stadt soll die Industrie gefördert werden. Darüber hinaus wird es neue Einkaufszentren, Hotels und zahlreiche Erholungsflächen geben. Eines der größten Vorhaben ist der sogenannte „Grüne Gürtel“, eine natürliche Grünanlage, die mit einem Umfang von 80 km rund um die Stadt angelegt werden soll.

Schon jetzt gibt es einige Anlage, die sich einer großen Beliebtheit erfreuen. Hierzu gehören insbesondere der „Sami Abdu-Rahman Park“ sowie der „Shainda Park“. Erstere ist die größte Grünanlage der Stadt und wird mit Vorliebe von den Einheimischen zum Familienpicknick oder zum Entspannen genutzt. Der Sami Abdu-Rahman Park ist der ideale Ort, um dem Trubel der Stadt für einige Zeit zu entkommen.

Die wichtigste Sehenswürdigkeit Erbils ist allerdings die Zitadelle, die inmitten der Altstadt auf einem zwischen 25 m und 32 m hohen Siedlungshügel liegt. Die Fläche der Zitadelle beträgt rund 100.000 m². Im Norden, Osten und Süden führen Rampen zum äußeren Ring. Die Geschichte der Befestigung geht zurück bis ins 5. Jahrtausend v. Chr. Im 20. Jahrhundert fanden bedeutende Veränderungen statt. Viele wohlhabende Einwohner zog es in moderne Häuser außerhalb der Zitadelle. 2007 wurden 840 Familien umgesiedelt, um die Zitadelle restaurieren zu können. Einer einzigen Familie wurde es gestattet in der Zitadelle zu bleiben, um die anhaltende 8000 jährige Besiedlung der Anlage nicht zu unterbrechen. Innerhalb der Zitadelle befanden sich ursprünglich mehrere Moscheen sowie eine Synagoge, zwei Tekkes und ein Hammam. Heute findet man hier nur noch eine Moschee und das restaurierte Dampfbad. Aufgeteilt ist das Gelände in drei Stadtviertel. Während der Restaurierungsarbeiten an der Zitadelle entdeckten Forscher 2009 eine neuassyrische Grabkammer am Fuße des Hügels. 2014 nahm die UNESCO die Zitadelle von Erbil als Weltkulturerbe in ihre Liste auf.

Die Festung von Banaman liegt etwa 25 Kilometer von Erbil entfernt. Ursprünglich eine militärische Festung, die im 17. Jahrhundert erbaut wurde, musste das Gebäude im Jahr 2005 durch die Regierung saniert werden.

Rund 100 Kilometer nördlich von Erbil liegt die Shanidar Höhle auf einer Höhe von 745 m an einem Nebenfluss des Tirgis in den Ausläufern des Zagrosgebirges. Die Geschichte der Höhle reicht bis zu 60.000 Jahre zurück und sie gehört zu den wichtigsten archäologischen Stätten des Landes. Der Grund hierfür sind die Entdeckung mehrerer Neandertaler innerhalb des Höhlensystems. Der Eingang der Höhle ist 25 Meter breit und knapp 8 Meter hoch.

Nadschaf

Nadschaf liegt rund 160 Kilometer südlich der Hauptstadt Bagdad und gilt als eine der sieben heilige Städte des Islams. Gegründet wurde Nadschaf im 8. Jahrhundert von dem Kalifen Harun ar-Rashid. Überlieferten Angaben zufolge soll sich hier das Grab des Ali ibn Abi Talib, einem Vetter Mohammeds, befinden. Die dortige Imam-Ali-Moschee gilt als eines der wichtigsten islamischen Heiligtümer im Irak und ist ein ständiger Anlaufpunkt für gläubige Pilger aus dem ganzen Land. Erbaut wurde sie vermutlich im Jahr 977 von Adud ad-Daula, einem Herrscher der Buyiden. Nur wenige Jahrzehnte später fiel sie jedoch einem Feuer zum Opfer, wurde allerdings im Jahr 1086 von dem berühmten Seldschukenherrscher Malik Schah I. erneut aufgebaut. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gotteshaus mehrfach umgebaut und erweitert. Die mit goldenen Ziegeln verkleidete Moschee wird zu beiden Seiten von erhabenen Minaretten flankiert und beherbergt neben dem Schrein des Ali ibn Abi Talib zahlreiche wertvolle Dokumente sowie Schätze aus Gold und Juwelen von immensem Wert. Nach dem Einmarsch der US-Truppen im Jahr 2003 wurde die Moschee wiederholt das Opfer verschiedener Anschläge. In unmittelbarer Nähe zum Gotteshaus befindet sich zudem der Wadi-us-Salaam Friedhof. Der 10 Quadratkilometer großen Friedhof mit Minaretten und Kuppeln soll im Laufe der Jahrhunderte mehr als zwei Millionen Schiiten als letzte Ruhestätte gedient haben und gilt als der größte Friedhof der Welt.

Kerbela

Die Stadt Kerbela befindet sich rund 80 Kilometer südlich von Bagdad und gilt als eine der heiligen Stätten der Schiiten. Historisch ist sie vor allem aufgrund der Schlacht von Kerbela im Jahr 680 von Bedeutung. Hier befindet sich die Grabstätte des als Märtyrer verehrten dritten Imam al-Husain. Der Imam-Husain-Schrein gilt als einer der wichtigsten Orte des schiitischen Islams und steht unmittelbar neben dem Grab des Husain ibn Ali, dem zweiten Enkel des Propheten Mohammeds, der in der Schlacht von Kerbela sein Leben ließ. Das Mausoleum des Husain ibn Ali wird von einer goldenen Kuppel mit einer Höhe von 27 m verziert. Im Erdgeschoss ist die Grabstätte von 12 Fenstern umgeben. Insgesamt hat das Mausoleum einen Grundriss von 59 m Breite und 75 m Länge mit zehn Eingängen und etwa 65 Räumen. Schon von weitem sind die beiden goldenen Minaretten zu erkennen, die sich neben der Kuppel erheben. Der gesamte Schrein ist von einer Mauer mit regelmäßigen Eingängen umgeben. Jedes Jahr besuchen Millionen von Gläubigen diesen heiligen Ort.

Ur

Die historische Stadt Ur ist heute eine bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte. Die Anfänge der Stadt reichen zurück bis ins vierte Jahrtausend v. Chr.. Ausgrabungen fanden im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts statt. Einst lag die Stadt am Meer und war ein wichtiger Hafen.

Der Bezirk des Mondgottes Nanna befindet sich im Norden der Stadt. Hier steht auch das wichtigste Gebäude der Stadt, die Zikkurat des Mondgottes Nanna. Dabei handelt es sich um einen frühantiken Stufentempel mit einer Basislänge von 62,5 mal 43 Metern und einer Höhe von 25 Metern. Die Mauern der Anlage sind bis zu 2,5 Meter dick und die Ecken des Tempels zeigen in die vier Himmelsrichtungen. Erbaut wurde die Zikkurat wohl gegen 2200 v. Chr.. Mitte des 19. Jahrhunderts fanden Ausgrabungen durch eine britische Expedition statt, bei welcher der obere Teil der Zikkurat abgetragen wurde. Später nutzten Anwohner die Ziegel der Anlage als Baumaterial. 1922 führte der bekannte britische Archäologe Leonard Woolley in Ur Ausgrabungen durch, wobei er sich unter anderem auch um die Rekonstruktion der Zikkurat des Mondgottes bemühte. Das Aussehen des oberen Teils der Anlage, so wie man sie heute vorfindet, ist allerdings rein spekulativ.

Darüber hinaus entdeckte Leonard Woolley nicht weit entfernt die Königsgräber von Ur, die auf 2500 bis 2600 v. Chr. datiert werden. Dieses Gräberfeld, welches ein Teil eines etwa 2000 Gräber umfassenden Friedhofes war, beherbergt die Gebeine der Könige der ersten Dynastie von Ur. Während viele Gräber bereits geplündert wurden, fand Wolley das Grab der Königin Puabi noch ungeöffnet vor. Bestattet wurde die Herrscherin mit 23 reich geschmückten Dienerinnen. Die Grabbeigaben enthielten Arbeiten aus Gold, Lapislazuli, Achat und Karneol. Darüber hinaus entdeckte Woolley das Grab des Königs Mesilim, der einen papierdünnen Goldhelm und einen goldenen Dolch mit einem Knauf aus einem Lapislazuli trug. Bekanntestes Stück der Ausgrabung ist allerdings ein goldener Stierkopf, der mit einem blauen Lapislazuli geschmückt wurde und einst den Kopf einer Harfe zierte.

Babylon

Babylon ist eine der bedeutendsten Städte des Altertums und war einst die Hauptstadt des babylonischen Reiches. Etwa 90 Kilometer südlich von Bagdad findet man heute die Ruinen der sagenumwobenen Metropole, die sowohl im 17. Jahrhundert v. Chr. als auch zwischen etwa 612 v. Chr. und 320 v. Chr. als größte Stadt der Welt galt.
Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Ruinen der Stadt unter anderem von dem deutschen Architekten und Forscher Robert Koldewey teilweise freigelegt.

Die Geschichte der Stadt reicht zurück bis ins dritte Jahrtausend v. Chr.. Damals noch eine unbedeutende Kleinstadt, sollte Babylon zu einer der wichtigsten Städte des Altertums und der Antike heranwachsen. Ihre Blütezeit erlebte die Metropole zwischen etwa 1800 v. Chr. und 100 n. Chr.. Im vierten Jahrhundert vor Christus wurde die Stadt von Alexander dem Großen erobert, der diese später zum Sitz seines Reiches machen sollte. Wann Babylon tatsächlich seinen Niedergang erlebte und an Bedeutung verlor wird heute heftig diskutiert.

Die Ausgrabungen ergaben, dass die Stadt einen Umfang von etwa 18 Kilometern aufwies. Errichtet wurde Babylon auf den beiden Seiten des Euphrat. Umgeben wurde sie von einer inneren Doppelmauer und einem äußeren Ring. Der Norden Babylons wurde durch eine Festung zusätzlich geschützt. Das Zentrum der Stadt befand sich im Inneren der Doppelmauer und konnte durch das Ischtar-Tor betreten werden, welches man heute im Berliner Pergamonmuseum besichtigen kann. Nach dem Irakkrieg wurde von US-Truppen eine Stützpunkt rund um Babylon errichtet, um die antike Stadt zu schützen.
Bekannt ist Babylon aber vor allem für die „Hängenden Gärten von Semiramis“, eines der sieben Weltwunder der Antike. Hierbei soll es sich nach Berichten griechischer Autoren um eine imposante Gartenanlage mit mehreren Terrassen gehandelt haben. Die genaue Lokalisierung der Gärten gibt allerdings bis heute Rätsel auf. Häufig wird eine im Nordosten des Südpalastes ausgegrabene Anlage als Fundstelle der hängenden Gärten angegeben.

Mossul

Die Stadt Mossul liegt im Norden des Irak an den Ufern des Tigris rund 350 Kilometer nördlich von Bagdad. Ursprünglich beherbergte die Stadt knapp 3 Millionen Einwohner. Bereits ab dem 8. Jahrhundert war Mossul ein bedeutendes Wirtschaftszentrum, das jedoch im 13. Jahrhundert von den Mongolen zerstört wurde. Im Laufe der Jahrhunderte erholte sich die Stadt und wuchs zu neuer Größe heran. Im Dezember 2006 riefen sunnitische Extremisten der Terrororganisation „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ in Mossul das Islamische Emirat Irak aus. Terrorakte und gewalttätige Übergriffe gegenüber Andersgläubigen und Kritikern haben seitdem zugenommen. Im Juni 2014 brachte der IS schließlich die Stadt unter seine Kontrolle. Viele der ursprünglichen Sehenswürdigkeiten der Stadt wurden seitdem von den Extremisten zerstört. Dazu gehören nicht nur wertvolle historische Gegenstände aus dem Museum Mossuls, sondern auch religiöse Gebäude und Attraktionen wie das Grab des Jonas.

Darüber hinaus wurden die Ruinen von Nimrud, die etwa 30 Kilometer südöstlich von Mossul liegen, im März 2015 systematisch zerstört. Die irakische Regierung bemüht sich derweil um eine Rückeroberung der Stadt.
Rund 40 Kilometer nördlich von Mossul befindet sich die Mossul-Talsperre, welche als wichtiger strategischer Punkt gesehen wird, da die Kontrolle über die Anlage die Kontrolle über die Strom- und Wasserversorgung umliegender Gebiete ermöglicht. Im August 2014 konnten kurdische Milizen mit Hilfe der US-Luftwaffe den Staudamm zurückerobern

Kirkuk

Die Stadt Kirkuk befindet sich etwa 150 Kilometer südöstlich von Mossul. Mit rund einer Million Einwohnern gehört sie zu den fünf größten Städten im Irak. Die Geschichte Kirkuks geht zurück bis ins zweite Jahrtausend v. Chr..
Neben verschiedenen Moscheen findet man im Zentrum Kirkuks die Zitadelle, welche den ältesten Teil der Stadt darstellt. Die Zitadelle steht auf einem 40 Meter hohem Siedlungshügel und wurde vermutlich auf Befehl von König Assur-nasi-apli II. im 9. Jahrhundert erbaut. Der Bau gilt als einer der möglichen Orte, an denen sich das Grab des Propheten Daniel befindet. In der Nähe der Stadt befindet sich eins der größten Ölfelder der Irak. Neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung ist das Ölfeld insbesondere für sein ewiges Feuer bekannt. Es können geysirartige Feuersäulen in den Himmel schießen, die durch den Austritt von Erdgas auf natürliche Weise entstehen. Viele Gläubige sind der Meinung, es würde sich bei dem ewigen Feuer um die gleiche Flamme handeln, in welche, (laut dem Propheten Daniel) der König Nebukadnezar II. drei Hebräer werfen ließ, die sich weigerten, einen goldenen Götzen anzubeten.

Geschichte

Die Geschichte des Gebietes, auf welchem sich heute der Irak befindet, reicht zurück bis ins 4. Jahrtausend v. Chr.. Für die Expansion des Islams in dieser Region war neben der Schlacht von Jarmuk insbesondere die Schlacht von al-Qadisiya im Jahr 636 ausschlaggebend. Durch den Sieg über die Perser konnten die Araber Mesopotamien besetzen, was als eine Voraussetzung für ihren späteren Sieg in der Schlacht bei Nehawend galt, welche das Ende des persischen Sassanidenreiches besiegelte. Der heutige Irak wurde zu jener Zeit ein wichtiges kulturelles Zentrum des Islams. 762 wurde schließlich Bagdad als Hauptstadt des Abbasidenkalifats gegründet. Mit dem Aufstieg der Stadt folgte auch die Blütezeit des Islams, die sich insbesondere durch ihre wissenschaftlichen Errungenschaften und einmaligen Künste auszeichnete. Schließlich wurde die Stadt jedoch zu Beginn des 15. Jahrhunderts durch den Eroberer und Herrscher Timur Lenk zerstört. Über 100 Jahre später fiel das Gebiet des heutigen Irak unter die Herrschaft der Osmanen, wo es lange Zeit eher ein Nebenschauplatz blieb. Vor allem diente es als Verbindung zum Persischen Golf und als Barriere gegen über Persien (dem heutigen Iran). Wirtschaftlich hatte das Land für die Osmanen hingegen keinen großen Stellenwert. Positive Veränderungen folgten erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Unter Midhad Pascha, dem Gouverneur Bagdads, entstanden Krankenhäuser, Zeitungen und erste Manufakturen. Seine Regierungszeit dauerte allerdings nur vier Jahre an, so dass der große Wandel ausblieb. Die Bedeutung des Landes änderte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Aufgrund der geostrategischen Position an den Schnittrouten zwischen Europa, Britisch-Indien, Zentralasien, dem Kaukasus und Südarabien erweckte das Land neues Interesse bei den vorherrschenden Weltmächten. Einen Tag nach der Kriegserklärung an das Osmanische Reich marschierten am 6. November 1914 britische Truppen mit der Unterstützung arabischer Rebellen in das Land ein und besetzten schließlich die Stadt Bagdad. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Großprovinzen Bagdad, Mossul und Basra zum heutigen Irak zusammengeschlossen. Das Mandat, welches zunächst den Namen „Britisches Mandat Mesopotamien“ innehatte, übertrug der Völkerbund der britischen Regierung. Nach Aufständen von Seiten der Araber, die sich von Großbritannien um ihre Kriegsgewinne bzw. Versprechungen gebracht sahen, setzte die britische Krone schließlich im Jahr 1921 Faisal I., den Sohn des Scherifen Hussein von Mekka, als König ein. Nach dem formalen Ende des britischen Völkerbundmandates erlangte das Königreich Irak seine Unabhängigkeit und wurde am 3. Oktober 1932 selbst ein Mitglied des Völkerbundes. Trotz der offiziellen Unabhängigkeit kam Großbritannien weiterhin ein wichtige politische, wirtschaftliche und militärische Rolle zu. Die irakische Regierung ihrerseits erhob territoriale Ansprüche auf Kuwait, welches damals noch unter der Verwaltung des Vereinigten Königreiches stand. In den kommenden Jahren hatte der Irak vor allem mit Problemen im Inneren zu kämpfen. Es gab keinen einheitlichen Kurs und der starke Stand der verschiedenen Provinzen verhinderte die Entstehung einer einheitlichen nationalen Identität. Die politische Unzufriedenheit der Bevölkerung fand ihren Ausdruck in blutigen Aufständen und mehreren Putschversuchen.

Während des Zweiten Weltkrieges unterstütze der Irak offiziell die britische Krone, eine Entscheidung, die in weiten Teile der Bevölkerung und beim Militär auf Unmut und Unverständnis stieß. Bei einem Putsch durch das Militär wurde in Folge dessen im Jahr 1941 pro-britische Premierminister Nuri as-Said abgesetzt wurde und durch Rashid Ali al-Gaylani ersetzt. Es kam zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen dem Irak und Großbritannien, aus welcher die Briten siegreich hervorgingen und erneut Nuri as-Said einsetzten.

1945 gründete das Königreich Irak mit anderen arabischen Ländern die Arabische Liga. Kurze Zeit später trat das Land den Vereinten Nationen bei. Wie auch Syrien, Jordanien und Ägypten stellte sich der Irak militärisch gegen die Gründung des Staates Israel, behielt aber dennoch in den Folgejahren weiterhin eine pro-westliche Gesinnung. 1958 gründeten der Irak und Jordanien die Arabische Föderation als Antwort auf die pro-sowjetische Vereinigte Arabische Republik, die sich aus Syrien und Ägypten ergeben hatte. Nur wenige Monate später putschte die irakische Armee erneut. Die Regierung unter Nuri as-Said sowie König Faisal II. wurde gestürzt und von einem wütenden Mob mitten auf den Straßen der Hauptstadt Bagdad getötet. Am 15. Juli 1958 wurde die Föderation mit Jordanien aufgelöst und die Republik Irak ausgerufen. Die Monarchie wurde abgeschafft. Außenpolitisch näherte man sich nun zunehmend der Sowjetunion an. Erste demokratische Prozesse nach dem Ausruf der Republik hatten nur kurze Zeit Bestand. Innenpolitisch gab es erneut gewaltsame Auseinandersetzungen, die vor allem mit der Stellung der Kurden im Land resultierten.

Im Juli 1979 gelangte Saddam Hussein an die Macht, dessen Herrschaftszeit durch Menschenrechtsverletzungen und Kriege gekennzeichnet wurde. Das Land erlebte in den Jahren einen wirtschaftlichen Zusammenbruch sowie die Vernichtung eines Großteils der Infrastruktur. Die Zerstörung der Trink- und Abwasserversorgung sowie der Krankenhäuser und der Pharmaindustrie hatte eine erhebliche Zunahme der Sterblichkeitsrate zur Folge.

Am 20. März 2003 begann schließlich der Irakkrieg, der auf der falschen Annahme basierte, der Irak hätte Zugang zu Massenvernichtungswaffen. Am 13. Dezember 2003 wurde Saddam Hussein von US-Besatzungstruppen festgenommen. Nach einer Anklage wurde der ehemalige Diktator im Jahr 2006 in der Stadt al-Kazimiyya erhängt. Im August 2010 verließen die letzten US-Truppen den Irak. Der Abzug der letzten Ausbilder und Militärberater erfolgte im Dezember 2011. Im Jahr 2014 wurden Teile des Irak, u.a. die Stadt Mossul, vom IS besetzt.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für eine Reise in den Irak ein Visum. Die Visumspflicht besteht für das gesamte Staatsgebiet und schließt auch die „Autonome Region Kurdistan“ im Norden des Landes mit ein.
Die Einreisebestimmungen für die Autonome Region im Norden sehen allerdings eine Ausnahmeregelung vor. Sofern die betroffene Person ohne Umwege in die Autonome Region Kurdistan einreist und diese nicht verlässt, genehmigen die kurdischen Behörden einen visafreien Aufenthalt von bis zu 15 Tagen. Eine Verlängerung der Aufenthaltsdauer kann vor Ort beantragt werden. Bei Verstößen gegen das Aufenthaltsrecht muss mit einer Geldstrafe oder einer zeitweiligen Ausreiseverweigerung gerechnet werden. Bei einer Weiterreise in die übrige Republik Irak ist weiterhin ein Visum vorzuweisen, welches vor dem Antritt der Reise bei der entsprechenden Auslandsvertretung beantragt werden muss. Deutsche Staatsangehörige wenden sich in diesem Fall an die Botschaft der Republik Irak in der Pacelliallee 19-21 in 14195 Berlin.

Um ein Visum zu beantragen, müssen Interessenten telefonisch oder per Fax einen Termin mit der Botschaft vereinbaren. In jedem Fall wird ein Antragsformular benötigt, das auf der Internetpräsenz der irakischen Botschaft heruntergeladen werden kann. Das Dokument muss mit Druckbuchstaben ausgefüllt und mit dem Datum und der eigenen Unterschrift versehen werden. Darüber hinaus werden drei Passbilder benötigt. Der Betroffene muss weiterhin einen Nachweise über seine wirtschaftliche Situation erbringen. Es müssen entsprechender Unterlagen vorgelegt werden, die beweisen, dass ausreichende finanzielle Mittel für den beabsichtigten Aufenthalt zur Verfügung stehen. Ebenfalls benötigt wird eine Gesundheitsbescheinigung (Negativer HIV-Test, Impfnachweis für Hepatitis A und B) sowie eine Einladung des Gastgebers bzw. der Firma, sofern der Antragsteller keine familiäre Bindung in den Irak hat. Voraussetzung für die Erteilung des Visums ist zudem ein Reisepass, der noch weitere sechs Monate gültig ist. Antragsteller ohne die deutsche Staatsangehörigkeit benötigen eine Farbkopie der Aufenthaltsgenehmigung.

Es gibt derzeit vier verschiedene Visa-Arten. Ein Touristenvisum für Gruppen genehmigt einen Aufenthalt von 15 Tagen. Ein normales Besuchervisum berechtigt den Betroffenen sich bis zu 90 Tagen im Irak aufzuhalten. Weiterhin gibt es ein spezielles Pressevisum, welches nur einmalig für einen Aufenthalt von maximal einem Monat ausgestellt wird, sowie ein Diplomatenvisum. Laut Angaben der irakischen Botschaft belaufen sich die Kosten für ein Touristenvisum für Gruppen auf 30 US-Dollar und das Besuchervisum für die einfache Einreise auf 40 US-Dollar. Aufgrund der aktuellen Lage werden Visa zu rein touristischen Zwecken derzeit nicht erteilt (Stand: März 2015)

Nach Beantragung des Visums wird die Anfrage an das irakische Innenministerium weitergeleitet, welches über die Annahme oder die Ablehnung des Antrages entscheidet. Die Bearbeitungsdauer kann variieren, so dass ein Visum unbedingt mehrere Wochen im Vorfeld der Reise beantragt werden sollte.

Kinder benötigen seit Juni 2012 ein eigenes Reisedokument. Einträge im Reisepass der Eltern sind nicht länger gültig.
Irakische Staatsangehörige, die ohne die deutsche Staatsangehörigkeit in Deutschland leben, benötigen für die Einreise kein Visum.

Wetter und Klima

Grundsätzlich herrscht im Irak ein subtropisches Kontinentalklima mit langen, heißen und trockenen Sommern sowie milden bis kalten Wintern. Im Jahresverlauf kommt es zudem zu starken Temperaturschwankungen. Ausreichende Niederschläge fallen lediglich im Norden des Landes. Das Klima ist hier grundsätzlich feuchter und gemäßigter in Bezug auf die jahreszeitlichen Schwankungen. Im Winter kann es in den höheren Gebirgslagen zu Frost und Schneefällen kommen. Das Volumen der Niederschläge steigt mit der Höhenlage.

Im Zentrum und im Süden des Irak ist es warm und trocken. Im Sommer werden Durchschnittstemperaturen von bis zu 34 Grad erreicht. In den Wüstenregionen des Landes können die Temperaturen im Hochsommer sogar auf über 50°C ansteigen. Verantwortlich für das heiße Klima im Süden des Landes ist der subtropische Hochdruckgürtel. Niederschläge fallen hier kaum und sind vor allem im Sommer eine absolute Seltenheit. Die Luftfeuchtigkeit ist grundsätzlich sehr gering. In den Küstenregionen im äußersten Süden kann es stellenweise aber auch recht schwül werden. Ganzjährige Winde führen in Teilen des Landes dazu, dass Städte wie Bagdad oder Basra an mehreren Tagen im Jahr von Sandstürmen heimgesucht werden.

Die Hauptstadt Bagdad liegt etwa in der Landesmitte und erstreckt sich am Mittellauf des Tigris. In der Stadt herrscht das für den Irak typische trockene, subtropische Klima vor. Während die Temperaturen zwischen Juni und September auf über 40°C ansteigen können, liegen sie selbst in den Wintermonaten nur selten unter 5°C. Gelegentlich werden sogar im Januar Höchstwerte von knapp 16 Grad erreicht. Niederschläge fallen in Bagdad nur zwischen November und April. In diesen Monaten ist die Luftfeuchtigkeit mit Spitzenwerten von rund 70% etwa drei mal so hoch wie in den extrem trockenen Sommermonaten.

Das Wetter in der Großstadt Basra, die am Fluss Schatt al-Arab etwa 100 Kilometer nördlich des Persischen Golfes liegt, ähnelt dem Wetter der Hauptstadt. In den Sommermonaten werden ebenfalls Temperaturen von über 40°C erreicht und die Spitzenwerte in den Wintermonaten erreichen sogar knapp 19°C im Januar. Wie in Bagdad auch fallen in Basra im Sommer keine Niederschläge, dennoch ist die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit in der Stadt im Süden während dieser Zeit höher.
Ein anderes Bild ergibt sich im Norden des Landes in der Stadt Mossul. Während die Sommer ebenfalls sehr heiß sind, kühlt es sich im Winter stärker ab. Vor allem aber fallen in der Stadt rund drei mal so viele Niederschläge wie in Bagdad.

Gründe für die klimatischen Unterschieden im Land findet man auch landschaftlichen Diversität des Irak. Im Nordosten des Landes liegt eine rund 3000m hohe Bergkette. Von Norden nach Süden durchziehen der Euphrat und der Tigris den Irak und an ihrem Zusammenfluss gibt es ein fruchtbares Sumpfland, während der Westen des Landes durch die Syrische Wüste dominiert wird.

Währung und Geld

Die Landeswährung des Irak ist der Neue Irakische Dinar, der am 15. Oktober 2003 eingeführt wurde. Die irakische Währung wird in Deutschland von keiner Bank ausgehändigt und kann nur im Land selber durch Umtausch erworben werden. Bei einer Reise in den Irak empfiehlt es sich, ausreichend Bargeld, vorzugsweise in US-Dollar, einzuführen. Speziell in der Autonomen Republik Kurdistan ist auch der Wechsel von Euro kein Problem, in anderen Regionen des Lands kann es aber insbesondere bei größeren Beträgen beim Wechsel von Euro in IQD zu Problemen kommen.

Eine Ausnahme bildet hier die „Internationale Zone“ (ehemals „Grüne Zone“) in der Hauptstadt Bagdad. Hier können sowohl USD wie auch Euro in den großen Hotels problemlos umgetauscht werden. Darüber hinaus ist es in diesem Bereich der Stadt auch in vielen Hotels möglich die Kosten für den Aufenthalt mit der Kreditkarte zu begleichen. In anderen Regionen des Landes werden Kreditkarten (Master, Visa oder American Express), wenn überhaupt, nur von Hotels der oberen Kategorie akzeptiert. Die Nutzung eine Kreditkarte im Alltag ist in der Regel nicht möglich. Das Abheben von Bargeld mit der Kreditkarte oder der EC-Karte ist ebenfalls kaum möglich.

Der Wechsel von ausländischer in einheimische Währung kann in jeder größeren Stadt vollzogen werden. Die sicherste Variante ist der Umtausche in den offiziell autorisierten Wechselstuben sowie in den staatlichen Einrichtungen der internationalen Flughäfen oder bei internationalen Wechselbüros. Darüber hinaus bieten einige Hotels der Oberklasse ebenfalls einen Wechselservice an, dies aber in der Regel zu schlechteren Konditionen als die offiziellen Wechselstuben. In jedem Fall sollten Reisende davon absehen ihr Geld bei Straßenhändlern einzutauschen, sofern sie nicht über ausreichend Sprachkenntnisse verfügen. Ein Wechsel bei einem nichtautorisierten Händler sollte nur tagsüber in Begleitung eines vertrauenswürdigen Einheimischen erfolgen, sofern keine Möglichkeit besteht den offiziellen Weg zu nutzen.

Die Lebenshaltungskosten im Irak sind recht moderat, wenn auch höher als in anderen Ländern Vorderasiens. Das Preisniveau hat aufgrund heftiger inflationärer Schwankungen Mitte der 2000er Jahre zum Teil erheblich zugenommen. Reisende spüren diesen Zuwachs insbesondere bei den Kosten für die Unterkünfte, die sich seit dem offizielle Ende des Irakkriegs im Mai 2003 mancherorts vervielfacht haben. So unterscheiden sich die Kosten für ein Hotelzimmer nicht nennenswert von den durchschnittlichen europäischen Preisen. Gleiches gilt auch für Tätigkeiten im Bereich Kultur und Erholung sowie für Restaurantbesuche. Die Lebensmittelpreise und die Kosten für den persönlichen Transport sind ebenso wie die Preise für Kleidung als eher gering einzustufen. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen.
Im nationalen Vergleich kann das Preisniveau erheblich schwanken. Die höchsten Kosten fallen in der „Internationalen Zone“ in Bagdad an. In ländlichen Regionen hingegen sind die Preise in der Regel geringer.

Unterkünfte

Es gibt im ganzen Irak eine Vielzahl von Unterkünften. Nur wenige von ihnen sind allerdings für Touristen geeignet. Aufgrund der noch immer desolaten politischen Lage und der anhaltenden Terrorgefahr kommen für Reisende eigentlich nur die größeren Hotels des Landes in Frage. Beliebt sind insbesondere die Vier- oder Fünfsternehotels des Landes. Die Kosten können in diesen Unterkünften zwischen 100 und 300 Euro pro Nacht schwanken. Darüber hinaus gibt es auch einige Mittelklasse-Hotels, die allerdings nur bedingt zu empfehlen sind. Die Anzahl der Sterne sagt allerdings nicht immer etwas über den Komfort aus. Zwar sind Fünfsternehotels komfortabler als Dreisternehotels, die Klassifizierung durch Sterne ist im Irak jedoch nicht international einheitlich genormt.

Wer in die Hauptstadt reist, der sollte sich nach Möglichkeit eine Unterkunft in der „Internationalen Zone“ suchen. Besonders beliebt ist hier vor allem das Hotel Al-Rashid, in welchem ein Großteil der internationalen Besucher logiert. Allerdings ist bereits der Zugang zur „Internationalen Zone“ begrenzt. Zivilpersonen ohne eine Akkreditierung bzw. ohne ein offizielle Einladung einer dort akkreditierten Organisation werden nicht eingelassen, es sei denn, es liegt eine Einladung der irakischen Regierung vor. Ist der Zugang zur gesicherten Zone gestattet, können Reisende u.a. auch in den einfachen Unterkünften der dort ansässiger Sicherheitsfirmen absteigen. Sehr beliebt bei Reisenden, die keinen Zugang zur „Internationalen Zone“ haben, ist das Hotel Palestine am Firdos Platz. Viele Geschäftsreisende nutzen zudem das Baghdad Airport Hotel, welches sich direkt am internationalen Flughafen von Bagdad befindet. Ansonsten ist das Logieren in privaten Hotels im übrigen Stadtbereich aufgrund der Sicherheitslage nicht zu empfehlen. Sogar die streng bewachte „Internationale Zone“ ist nicht vollends sicher, wie verschiedene Terroranschläge in den vergangenen Jahren gezeigt haben.
Viele Reisende zieht es in die Autonome Region Kurdistan. Hier gibt es zahlreiche Vier- und Fünfsternehotels und es existieren in der Regel weit weniger Sicherheitsbedenken als im übrigen Irak. Viele internationale Organisationen haben sich bereits nach Kurdistan zurückgezogen.

Unabhängig vom Aufenthaltsort sollte ein Zimmer immer im Vorfeld der Reise gebucht werden. Insbesondere Touristen erhalten ohne eine nachgewiesene Unterkunft kein Visum.
Beim Einchecken in ein Hotel wird von den Gästen ein Kopie des Reisepasses sowie eine Kopie der Visumsunterlagen gefordert. Alle Dokumente müssen gut lesbar sein. Grundsätzlich ist es ratsam mehrere Kopien mit sich zu führen.
Tatsächlich gibt es in einigen Städten des Landes auch Hostels und sogar Campingplätze. Von beiden wird allerdings abgeraten.

Obwohl es eigentlich eine iranische Tradition ist, wird auch im Irak Nouruz, das Neujahrs- und Frühlingsfest, zelebriert. Die Feierlichkeiten finden jährlich am 20. oder 21. März statt. Ausländische Reisende müssen zu dieser Zeit mit einem erheblichen Andrang auf bestimmte Unterkünfte sowie mit höheren Kosten für die Zimmer rechnen.

Anreise

Die Reise nach Irak lässt sich über den Luftweg oder den Landweg bewältigen. Etliche Konflikte in der gesamten Region sowie der Vormarsch des IS sind allerdings Gründe, die dafür sprechen, den Landweg zu meiden und sich zur eigenen Sicherheit primär auf den Flugverkehr zu verlassen.

Anreise mit dem Flugzeug

Der sicherste und schnellste Weg ist die Anreise mit dem Flugzeug. Non-Stop-Flüge von Deutschland aus gibt es derzeit nur aus Frankfurt. Iraqi Airways bietet schnelle und günstige Verbindungen zwischen Frankfurt und Bagdad sowie zwischen Frankfurt und Erbil an. Der Flug dauert etwa 5 Stunden und ein Ticket kostet rund 550 US-Dollar. Reisende, die sich gegen Iraqi Airways entscheiden, müssen mit wenigstens einer Zwischenlandung und zum Teil erheblichen Wartezeiten an den Verbindungsflughäfen rechnen. Von Frankfurt am Main aus fliegen Middle East Airlines, Etihad, Royal Jordanian oder auch Turkish Airlines die Hauptstadt des Irak an. Abhängig von den Wartezeiten während der Zwischenstopps (meist Beirut, Abu Dhabi, Amman oder Istanbul) kann der Flug zwischen 10 und 24 Stunden dauern. Die Preise variieren ebenso wie die Flugdauer. Wer zum richtigen Zeitpunkt bucht, der kann ein Ticket (Hin- und Rückflug) schon für 600 Euro finden. In ungünstigeren Fällen muss man allerdings mit Preisen von bis zu 1000 Euro für den Hin- und Rückflug rechnen.

Der internationale Flughafen von Bagdad befindet sich etwa 16 Kilometer westlich der Innenstadt und ist der größte Flughafen des Landes. Verbunden ist das Gelände mit der Innenstadt über die Airport Road. Die heftig gesicherte Straße endet in der „Internationalen Zone“. Reisende können vom Flughafen aus mit dem Bus oder dem Taxi ihr weiteres Ziel erreichen. Trotz grundsätzlicher Sicherheitsbedenken rund um die Hauptstadt gilt der Flughafen als einer der sichersten Orte in Bagdad. Sowohl das Gelände wie auch der Zubringer werden von mehreren hundert Sicherheitsleuten überwacht. Gegen Ende 2014 wurden zudem die Renovierungsarbeiten an der Airport Road beendet, so dass der Weg in die Stadt mittlerweile in unter 30 Minuten zurückgelegt werden kann.

Der zweitgrößte internationale Flughafen des Landes befindet sich nordwestlich der Stadt Basra. Verbindungen werden hier ebenfalls durch die bereits oben genannten Fluggesellschaften angeboten. Preise und Flugdauer sind allerdings höher.

Viele Reisende zieht es in die Autonome Region Kurdistan. Der internationale Flughafen Erbil liegt im Nordwesten der Stadt Erbil und wird durch die kurdischen Regionalregierung im Nordirak verwaltet. Der Flughafen dient der irakischen Fluggesellschaft Zagrosjet als Drehkreuz und wird von verschiedenen deutschen Flughäfen aus angeflogen. Non-Stop-Verbindungen gibt es hier ebenfalls durch Iraqi Airways. Der Flug dauert sechs Stunden und ein Ticket kostet rund 550 US-Dollar. Darüber hinaus fliegt die deutsche Lufthansa von München aus täglich über Wien in die Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan. Der Flug dauert zwischen 7 und 8 Stunden und kostet in der einfachsten Klasse rund 1000 Euro (Hin- und Rückflug). Günstigere Verbindungen gibt es mit Ethihad, Middle East Airlines oder Royal Jordanian. Die Kosten für den Hin- und Rückflug liegen bei diesen Anbietern zwischen 600 und 800 Euro. Passagiere müssen hier allerdings mit einer wesentlich längeren Reisezeit rechnen, die in einigen Fällen sogar 24 Stunden (oder mehr) betragen kann. Schuld sind die teils erheblichen Wartezeiten an den Verbindungsflughäfen. Einer der günstigsten und schnellsten Anbieter ist sicherlich die deutsche Fluggesellschaft Germania, die mit einem Zwischenstopp regelmäßig die Stadt Erbil anfliegt.

Direkt am Flughafen findet man ein Reihe von Geschäften und Dienstleistern. Das Wechselbüro hat durchgehend geöffnet, so dass auch Passagiere der späteren Flüge noch am Flughafen ihr Bargeld eintauschen können. Außerhalb des Terminals können Reisende den Shuttle-Bus nutzen, der Passagiere alle 15 Minuten kostenlos zum öffentlichen Parkbereich, des Flughafens bringt. Um direkt in die Innenstadt zu gelangen, müssen Reisende derzeit noch auf die Flughafen-Taxis zurückgreifen, welche man ebenfalls vor dem Terminal findet. Der standardisierte Fahrpreis beträgt 15 USD. Busverbindungen in das Zentrum Erbils existieren derzeit nicht. Auch Autovermietungen gibt es direkt am Flughafen nicht, allerdings stellen einige Anbietern ihre Fahrzeuge dort zur Verfügung.

Der Internationale Flughafen Sulaimaniyya (ebenfalls in der Autonomen Region Kurdistan) befindet sich etwa 15 Kilometer außerhalb der Stadt Sulaimaniyya und kann ebenfalls von deutschen Flughäfen aus angesteuert werden. In der Praxis werden die angebotenen Verbindungen allerdings seltener genutzt, das sie nicht nur teurer sind, sondern in der Regel auch wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Anreise mit dem Zug

Tatsächlich bestand für Reisende eine Zeit lang grundsätzlich die Möglichkeit mit dem Zug über die Türkei und Syrien in den Irak zu gelangen. Die Bagdadbahn ist eine zwischen 1903 und 1940 erbaute Eisenbahnstrecke, die vom türkischen Konya bis in die irakische Hauptstadt führt. Einschließlich sämtlicher Nebenstrecken hat sie eine Länge von 3205 Km. Die Bahnhöfe entlang der Strecke befinden sich weitgehend im Originalzustand und der überwiegende Teil der Strecke gilt als befahrbar.
Im Februar 2010 wurde die Verbindung zwischen der türkischen Stadt Gaziantep und der irakischen Stadt Mossul erneut in Betrieb genommen, nur um bereits zwei Monate später wieder auf Eis gelegt zu werden. Ob die Verbindung wieder aufgenommen wird, lässt sich zum momentanen Zeitpunkt nicht absehen. Angesichts der kritischen und desolaten Sicherheitslage in Teilen des Irak, u.a. aufgrund der Ausbreitung des IS, ist davon allerdings nicht auszugehen.

Bus, Auto und PKW

Die Überlandreise in den Irak lässt sich nicht ohne Weiteres bewerkstelligen, was insbesondere mit der allgemeinen Sicherheitssituation zusammenhängt. Das Land in Vorderasien teilt sich seine Grenze im Norden mit der Türkei, im Nordwesten mit Syrien, im Westen mit Jordanien, im Süden mit Saudi-Arabien sowie im Osten mit dem Iran.
Der wichtigste Grenzübergang zwischen dem Irak und Saudi-Arabien liegt nahe der Stadt Arar. Von hier aus führt eine Straße weiter in die irakische Stadt An Nukhayb, die etwa 200 Kilometer von der Grenze entfernt liegt. Der Grenzübergang wurde in den vergangenen Jahren und Monaten immer wieder zum Schauplatz von Anschlägen und Gewalt. Zuletzt im Januar 2015, als beim einem Selbstmordattentat drei Wachleute ums Leben kamen. Die Überquerung der Grenze ist für ausländische Reisende in keinem Fall zu empfehlen.

Die Grenze zwischen dem Irak und Saudi-Arabien ist auf einer Strecke von 190 Kilometern äußerst streng bewacht und wird durch eine massive Grenzbarriere, bestehend aus mehrere Schichten Elektrozaum mit einer Höhe von 3 Metern und einer Breite von 4,5 Metern sowie einer vorgesetzten Mauer aus Eisenplatten, die sich sogar über eine Distanz von 217 Kilometer erstreckt, geschützt. Die Grenzkontrollen sind ebenso strikt wie die übrigen Sicherheitsvorkehrungen. Schon kleinste Ungenauigkeiten können dazu führen, dass die Ein- oder Ausreise verweigert wird. Dies gilt insbesondere für Reisende, die nicht über die irakische oder saudi-arabische Staatsangehörigkeit verfügen. Auch hier ist eine Grenzüberquerung auf dem Landweg nicht zu empfehlen.

Zwischen Jordanien und dem Irak existiert lediglich ein Grenzübergang, der für den Reiseverkehr zugelassen ist. Dieser verbindet die jordanische Stadt Ruwaished mit dem irakischen Ort Trebil. Ursprünglich verkehrten Busse zwischen der jordanischen Hauptstadt Amman und Bagdad. Die Fahrtdauer war vor allem abhängig von der Wartezeit am Grenzübergang und konnte zwischen 10 und 15 Stunden betragen. Der Verkehr wurde allerdings aufgrund der desolaten Sicherheitslage eingestellt. Zuletzt hatte der IS im Sommer 2014 versucht den Grenzposten bei Trebil zu besetzen.

Die mit Abstand vernünftigste Methode den Irak auf dem Überlandweg zu erreichen führt über die Türkei in die Autonome Region Kurdistan. Im direkten Vergleich mit den übrigen Nachbarstaaten ist die Grenzüberquerung zwischen diesen beiden Ländern weitaus sicherer, wenn auch immer noch mit einem gewissen Risiko behaftet. Die meisten Reisenden gelangen über das türkische Diyarbakir und die irakische Stadt Zaxo in Kurdistan nach Erbil.

Mit rund 1,5 Millionen Einwohnern ist Diyarbakir nach Gaziantep die zweitgrößte Stadt Südostanatoliens und verfügt über eine gut ausgebaute Infrastruktur. Busse fahren von hier aus über die türkisch-irakische Grenze bis nach Erbil. Die Fahrt kostet in der Regel zwischen 40 und 50 Euro und dauert bis zu 10 Stunden. Alternativ besteht die Möglichkeit mit dem Bus bis zur Grenze nach Silopi zu fahren und anschließend mit dem Sammeltaxi weiter nach Zaxo zu reisen.

Alternativ kann die gesamte Strecke zwischen Diyarbakir und Zaxo mit dem Taxi zurückgelegt werden. Die muss allerdings im Vorfeld verhandelt und geklärt werden. In einem solchen Fall übernimmt der Fahrer auch die Grenzformalitäten auf türkischer Seite. Die Kosten können sich für den gesamten Trip allerdings auf 100 Euro und mehr belaufen. Reisende benötigen in jedem Fall eine Kopie ihres Reisepasses, welche beim Verlassen des Landes vom türkischen Grenzposten einbehalten wird. Auf irakischer Seite müssen erneut einige Formalitäten durchgeführt werden. Dazu gehört auch das Durchsuchen des Fahrzeuges und der einreisenden Personen. Der Taxistand befindet sich ein wenig außerhalb der Stadt, so dass Reisende unter Umständen ein neues Taxi in Anspruch nehmen müssen, um in das Zentrum zu gelangen.

Touristen, die mit einem ausländischen PKW in die Autonome Region Kurdistan einreisen, müssen damit rechnen, dass ihr Reisepass durch die Zollbehörden am betroffenen Grenzübergang einbehalten wird. Reisende erhalten eine Bescheinigung für ihren Pass, der erst bei der Ausreise wieder ausgehändigt wird. Die Bescheinigung berechtigt Sie in keinem Fall für Aufenthalte in anderen Teilen des Irak. Hierfür wird weiterhin ein eigenständiges Visum benötigt. In die Autonome Region Kurdistan dürfen Reisende zunächst ohne ein Visum einreisen, sofern sie die Aufenthaltsdauer von 15 Tagen nicht überschreiten. Bei der Einreise mit dem eigenen PKW wird empfohlen, ein Carnet des Passage für die vorübergehend zollfreie Einfuhr des Fahrzeuges im Vorfeld der Reise beim ADAC zu beantragen. Darüber hinaus muss der PKW-Halter den Nachweis über eine ausreichende KFZ-Versicherung erbringen oder aber eine solche bei Einreise abschließen.

Fortbewegung im Land

Die Infrastruktur im Irak hat sich seit dem Ende des Krieges erholt und wurde im Laufe der Jahre weiter ausgebaut. Das Straßennetz verbindet alle Städte des Landes. Längere Strecken können zudem problemlos mit dem Flugzeug zurückgelegt werden. Für kürzere Distanzen empfiehlt sich der Gebrauch von Überlandbussen oder Sammeltaxis. Das Schienennetz im Land hingegen ist veraltet und größtenteils marode. Die meisten Strecken werden heute nicht mehr befahren. Ausgenommen hiervon ist die Verbindung zwischen der Hauptstadt Bagdad und der Hafenstadt Basra im Süden des Landes. Problematisch in weiten Teilen des Landes ist weiterhin die Sicherheitslage.

Flugzeug

Es gibt im Irak eine große Anzahl von Flughäfen, die für den zivilen Luftverkehr genutzt werden. Neben den sechs internationalen Flughäfen in Nadschaf, Bagdad, Basra, Erbil, Mossul und Sulaimaniyya gibt es noch eine Reihe kleinere Flughäfen, die von privaten Fluggesellschaften angeflogen werden. Von besonderer Bedeutung für den inländischen Flugverkehr ist die staatliche Fluggesellschaft Iraqi Airways, die ihren Sitz in Bagdad hat. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen begonnen seine Flotte zu modernisieren und das Streckennetz auszubauen.
Die Preise für ein Ticket sind sehr erschwinglich. Darüber hinaus ist das Fliegen wohl nicht nur sicherste Möglichkeit sich fortzubewegen, sondern auch die schnellste. Ein Flug von Bagdad nach Basra kostet rund 65 USD (abhängig vom Zeitraum des Fluges und der Buchung) und dauert in der Regel nur 60 Minuten. Um die gleiche Strecke mit dem Auto oder dem Bus zurückzulegen, müsste wenigsten ein halber Tag eingeplant und eine höheres Sicherheitsrisiko eingegangen werden. Für weitere Distanzen ist das Flugzeug daher immer die vernünftigste Wahl. Flugtickets können bereits im Vorfeld der Reise über die Internetseite von Iraqi Airway gebucht werden.

Bahn

Einst konnten Reisende weite Teile des Iraks mit der Bahn erkunden. Heute verkehrt der Zug nur noch zwischen der Hauptstadt Bagdad und der Hafenstadt Basra im Süden des Landes. Zwar gibt es im Land ein Schienennetz, das eine Strecke von über 2000 Kilometer abdeckt, aufgrund des desaströsen Zustands der Trassen sowie der zunehmenden Gefahr durch den IS, wird aber nur ein kleiner Teil des Streckennetzes auch verwendet. Bevor es zu den dramatischen Übergriffen durch den IS kam, gab es bereits Pläne, den irakischen Bahnverkehr zu modernisieren und auszubauen. Momentan werden diese Vorhaben allerdings nicht weiter verfolgt. Lediglich die Verbindung zwischen Bagdad und Basra konnte in jüngster Zeit von den Modernisierungsabsichten profitieren. Seit 2014 verkehrt an einigen Tage der Woche ein neuer Zug „made in China“. Die komfortable erste Klasse garantiert ausreichend Beinfreiheit und besticht das Auge mit nagelneuen Flachbildschirmen. Da die Strecke während der Nacht befahren wird, gibt es ein zudem ein Schlafabteil. Im Speisewagen gibt es Getränke und kleine Gerichte wie gebratenes Hühnchen oder Pommes.

An den übrigen Wochentagen wird die Strecke noch immer von einem etwa 30 Jahre alten Zug französischer Herkunft befahren. Dieser bietet zwar weniger Komfort, besticht aber Dank der Holzdielen und Holzvertäfelung sowie den grünen Samtsitzen durch seinen ganz eigenen Charme.

Beide Züge benötigen für die Strecke etwa 12 Stunden, obwohl das neuere Modell durchaus für höheren Geschwindigkeiten geschaffen wurde. Leider lässt der Zustand der Gleise dies momentan nicht zu. Bedient wird die Verbindung zwischen Bagdad und Basra einmal am Tag mit Zwischenstopps in Hilla, Diwaniyya, Samawa und Nasiriya.

Bus, Taxi und Auto

Da sich das Schienennetz im Land noch immer in einem maroden Zustand befindet, greifen die meisten Reisenden neben dem Flugzeug auf den Bus oder das Sammeltaxi zurück. Das irakische Straßennetz umfasst mehr als 45.000 Kilometer von denen rund 38.000 Kilometer asphaltiert sind. Ein Großteil der Verkehrswege ist allerdings nur zweispurig befahrbar. Ausnahmen findet man lediglich in den Ballungszentren sowie bei einige Teilabschnitten von Überlandstraßen und bei den Autobahnen im kurdischen Norden des Landes. Auch die Hauptverkehrsstraße von Jordanien über Bagdad nach Basra ist mehrspurig.

In den Städten gibt es keinen staatlichen Nahverkehr. Private Buslinien und Sammeltaxis übernehmen den Personentransport. Im ganzen Land gibt es Knotenpunkte für den Fernverkehr. Zentraler Verkehrsknoten ist hier insbesondere Bagdad. Private Überlandbusse verbinden die Hauptstadt mit allen anderen wichtigen Städten des Landes. Weitere Knotenpunkte findet man in Erbil, Basra, Dohuk, Kirkuk und Suleimaniya. Für Touristen von besonderer Bedeutung sind die Verbindungen zwischen Bagdad und Erbil sowie zwischen Bagdad und Basra.
Die meisten Iraker bevorzugen sowohl für den Fern- wie auch für den Nahverkehr allerdings noch immer das Sammeltaxi. Frauen sitzen in diesem Fall immer hinter den Männern. Für Ausländer empfiehlt sich das Sammeltaxi allerdings nur bedingt und auch nur für kurze Strecken. Gleiches gilt für die Fahrt mit dem Bus. Längere Strecken sollten immer mit dem Flugzeug zurückgelegt werden. Wer aus bestimmten Gründen längere Strecken über Land zurücklegen muss, der kann dies nur mit einem Sicherheitskonvoi tun. Selbstfahren ist im Irak aufgrund der Sicherheitslage eigentlich nicht möglich. Internationale Autovermietungen gibt es nicht. Ein wenig anders gestaltet sich die Situation in der Autonomen Region Kurdistan. Mittlerweile gibt es hier mehrere gut ausgebaute Autobahnen, auf denen Busse und Pkws verkehren. In der Hauptstadt Erbil hat das internationale Unternehmen Europcar drei Zweigstellen. Mietwagen können direkt zum Flughafen bestellt und dort abgeholt werden. Aufgrund des Vormarsches des IS ist aber auch in der Autonomen Region Kurdistan das Reisen mit dem Auto oder dem Bus nicht zu empfehlen.

Fähre und Schiff

Binnenschifffahrt existiert zwar im Land, spielt aber eine untergeordnete Rolle. Auf 1015 Km Flüssen und Kanälen können Fähren und Boote verkehren. Für den Passagierverkehr wird die Schifffahrt im Irak allerdings nicht genutzt.

Smartphone, Handy, Internet

Festnetzanschlüsse sind im Irak kaum verbreitet. Stattdessen greifen die meisten Einheimischen auf das Mobiltelefon zurück. Für ausländische Reisende empfiehlt es sich, eine der irakischen Sim-Karten zu nutzen, um den enormen Roaming-Gebühren zu entgehen. Diese bekommt man in vielen Geschäften. Die Kosten für eine Karte können variieren, liegen aber für gewöhnlich zwischen 5 und 10 USD. Es halten sich hartnäckig Gerüchte, nach denen die Qualität der Sprachübertragungen unmittelbar mit der Nummer zusammenhängt.

In der Autonomen Region Kurdistan ist das Mobilfunknetz stabiler als im übrigen Land. Der wichtigste Anbieter ist hier das kurdische Unternehmen Korek, das seinen Hauptsitz in Erbil hat. Prepaid-Sim-Karte findet man sowohl in den Korek-Geschäften, bei lizenzierten Händlern oder am Kiosk. Ausländische Reisende benötigen neben der Kopie ihres Reisepasses ebenfalls einen Nachweis des Aufenthaltsortes. Zunächst muss die Karte durch einen Angestellten freigeschaltet werden. Dieser Vorgang kostet 1000 IQD (rund 80 Cent). Im Anschluss erhält man eine entsprechende Handynummer sowie ein Guthaben von ebenfalls 1000 IQD. Die Karte kann anschließend unmittelbar genutzt werden.
Ebenfalls erwähnenswert ist der Anbieter Asiacell. Eine Prepaid-Sim-Karte kostet 3000 IQD und kommt mit einem Guthaben von 1200 IQD. Ist das Guthaben aufgebraucht, können verschiedene Karten gekauft werden, um es erneut aufzuladen. Eine Karte für 5000 IQD hat eine Gültigkeit von 45 Tagen, Karten mit 10.000 IQD sind für 100 Tage gültig und eine Guthabenkarte für 25.000 IQD ist für 360 Tage gültig.

Einer der wichtigsten Anbieter im Irak ist Zain Iraq. Das Mobilfunkunternehmen unterhält eine Palette von verschiedenen Prepaidangeboten und hat im Januar 2015 den ersten 3G-Service in Betrieb genommen. Prepaid-Kunden können gegen einen Aufpreise verschiedene Internetoptionen hinzubuchen. So ist es zum Beispiel möglich, für einen Preis von 25.000 IQD (etwa 18,50 Euro) 1 GB Datenvolumen in einem Zeitraum von 30 Tagen zu nutzen. Für einen Preis von 35.000 IQD werden 3 GB Datenvolumen zur Verfügung gestellt und für 50.000 IQD erhalten Kunden eine Volumen von 5 GB. Um den Service in Anspruch zu nehmen, muss nach Aktivierung der Karte lediglich ein Code via SMS an eine bestimmte Nummer geschickt werden. Der Betroffene muss natürlich im Vorfeld über das entsprechende Guthaben auf seiner Karte verfügen. Genauere Informationen zu den verschiedenen Paketen und den Aktivierungscodes finden Interessierte auf der Internetseite des Anbieters.

Reisende, die sich bereits im Vorfeld um eine Sim-Karte bemühen, können auch auf eine internationale Karte von Telestial zurückgreifen. Die Explorer SIM Card kostet 29 USD und verfügt über ein Guthaben von 20 USD. Die genauen Raten für Telefonate und die Nutzung des mobilen Internets können Sie auf der Internetpräsenz des Anbieters nachlesen.
In allen größeren Städten des Landes findet man Internetcafes. Die Verbindung ist allerdings nicht stabil. Oftmals reicht es nur zum Lesen und beantworten von E-Mails. Allerdings werden die technischen Voraussetzungen, insbesondere im Norden und in den Ballungszentren, immer besser. In Erbil etwa verfügen einige der Luxushotels auch über drahtlosen Anschlüsse, die von Reisenden genutzt werden können.

Essen

Die irakische Küche ist verschiedenen kulturellen wie auch geographischen Einflüssen unterworfen. Viele Gerichte findet man ebenfalls in den Nachbarstaaten des Landes und es gibt erhebliche regionale Unterschiede zwischen den nördlichen und südlichen Regionen.

Den Grundstein der irakischen Küche legten ursprünglich die Nomaden mit ihren Ziegen- und Schafherden. Erzeugnisse dieser Tiere sind im Land noch immer weit verbreitet. Aufgrund ihres Glaubens ist Muslimen der Verzehr von Schweinefleisch nicht gestattet. Im feuchten Norden werden zudem Weizen und Steinobst angebaut, während im trockenen Süden vorwiegend Reis und verschiedene Obstsorten als Zutaten verwendet werden. Im ganzen Land machen sich die Einflüsse der Nachbarstaaten bemerkbar. Die Küche Nordiraks unterscheidet sich nicht nennenswert von der syrischen Küche, die wiederum von arabischen und türkischen und zum Teil persischen Einflüssen geprägt wurde. Im Süden des Landes hat sich hingegen eine etwas eigenständigere Kochkultur entwickelt, die in ihren Gerichten häufig Fisch, Reis und Datteln kombiniert. Daneben finden Zutaten wie Auberginen, Okraschoten, Zwiebeln, Tomaten, Zucchini sowie Kartoffeln und Spinat Anwendung. Abgeschmeckt werden viele Gerichte mit Kardamom, Koriander, Knoblauch, Minze, Thymian, Oregano oder Bockshornklee.

Zwar mag die irakische Küche nicht allzu viele Alleinstellungsmerkmale haben, zumindest aber ist sie durchaus abwechslungsreich. Neben variationsreichen Vorspeisen findet man verschiedene Brote und Gebäcke, Suppen und Eintöpfe, Sandwiches, Dips, Milcherzeugnisse sowie etliche Fleisch- und Fischgerichte, die auf durchaus unterschiedliche Weise zubereitet werden.

Wie auch in anderen Ländern Vorderasiens findet man im Irak die sogenannten Mezze. Kleine Appetitanreger, die sowohl süß wie auch würzig sein können und als Vorspeise, zum Tee oder als Dessert gereicht werden. Besonders beliebt sind Dolma. Dabei handelt es sich um Weinblätter, die meist mit Reis, Lammhack, Zwiebeln, Nüssen und Gewürzen gefüllt sind. Weit verbreitet im Land sind zudem Kibbeh. Hierbei handelt es sich um Klöße, die aus Bulgur (oder Reise), Hackfleisch und Zwiebeln zubereitet werden. Ebenfalls beliebt sind Kebab (oft auch Tikka) – verschiedene Variationen gegrillten Fleisches – oder Falafel – frittierte Bällchen aus pürierten Kichererbsen und Gewürzen.

Als ein wichtiges Nationalgericht gilt Masgouf. Verbreitet ist dieses Fischgericht vor allem rund um die Hauptstadt Bagdad und entlang des Tigris. In einigen Restaurants können Besucher den lebendigen Karpfen aus einem Aquariuam auswählen, welcher dann speziell für sie zubereitet wird. Der entschuppte Fisch wird schließlich mittig geöffnet und mit einer Marinade aus Olivenöl, Salz, Tamariden und Kurkuma bestrichen, bevor er über dem Feuer gegrillt oder im Tonofen geröstet wird. Abhängig von der Größe des Fisches kann die Zubereitung bis zu drei Stunden in Anspruch nehmen. In der Zwischenzeit werden für gewöhnlich Mezze und Getränke serviert. Nachdem der Fisch zubereitet ist, wird er anschließend mit Zitronen, Zwiebeln und eingelegtem Gemüse serviert.

Zum Essen wird in der Regel Tee getrunken. Manchmal wird auch auf Wasser oder Kaffe zurückgegriffen. Darüber hinaus werde aber auch häufig Fruchsäfte und Softdrinks zu den Mahlzeiten gereicht.

Als Nationalgetränk gilt Arak, ein ungesüßter Anisschnaps, der in weiten Teiles des Nahen Ostens verbreitet ist. Getrunken wird die Spirituose meist mit Wasser und Eis. Häufig wird sie zudem mit etwa Minze ganiert. Bis zum Sturz des Regimes von Saddam Hussein wurde vor allem in Bagdad in vielen Läden Alkohol verkauft. Seit dem amerikanischen Einmarsch werden jedoch die islamischen Gesetze im Land strenger ausgelegt. In den vergangenen Jahren haben Fundamentalisten immer wieder Spirituosengeschäfte überfallen und die Besitzer zur Schließung gezwungen. Im Jahr 2013 heben bei einem solchen Attentat zwölf Menschen ihr Leben verloren.

Vor allem in den Großstädten gibt es etliche Möglichkeiten die kulnarische Seite des Irak kennenzulernen. Die Auswahl reicht von Straßenständen über kleine, einheimische Lokale bis hin zu internationalen Restaurants in den großen Luxushotels des Landes. Die Preise schwanken entsprechend. Eine reichhaltige Mahlzeit in einem irakischen Lokal erhält man oftmals bereits für wenige Euro. Die Preise in der “Internationalen Zone” in Bagdad sind in der Regel höher als im übrigen Land.

Verhaltensregeln

Auch im Irak wird der öffentliche Alltag zunehmend durch den Islam geprägt. Eine entsprechende Rücksichtnahme auf die einheimischen Sitten und Bräuche ist unbedingt zu empfehlen. Wie auch in anderen Ländern Vorderasiens kann insbesondere die falsche Kleidung schnell die Gemüter erhitzen. Vor allem Frauen sollten sich niemals zu offenherzig zeigen. Ein tiefer Ausschnitt oder ein zu kurzer Rock ist ebenso tabu wie zu eng anliegende Kleidung, die den Körper übermäßig betont. Um Aufmerksamkeit zu vermeiden sollten die Ellenbogen sowie die Knie bedeckt sein. Auch ein Kopftuch sollte in der Öffentlichkeit, insbesondere beim Beusch historischer und religiöser Stätte, getragen werden. Kleidungsvorschriften bestehen jedoch nicht nur für Frauen, sondern auch für männliche Reisende. Kurze Hosen und sowie Kurzarmhemden gelten als lächerlich. Gleiches gilt für das Tragen von Badelatschen oder Flip-Flops. Wer sich derart kleidet verliert den Respekt der einheimischen Männern. Im Arbeitsalltag könnte die falsche Kleidung demnach zu allerlei Problemen führen. Vor einigen Jahren konnte in den Großstädten ein kurzfristiger Trend beobachtet werden, nach welchem sich junge Männer wie Grunge-Musiker kleideten. Diese Missachtung der verbreiteten Kleidungsvorschriften war für einige Menschen Grund genug Jagd auf diese Jugendlichen und Männer zu machen, sie zu bedrohen und zusammenzuschlagen. Kurze Zeit später war von diesem Aufflammen optischer Individualität kein Zeichen mehr zu finden. Die angesprochenen Vorfällen belegen, dass die Wahl der falschen Kleidung nicht nur zu Unannehmlichkeiten führen, sondern sogar gefährlich werden kann.

Einladungen zum Essen sollten nie ausgeschlagen werden, da eine solche Vorgehensweise als äußerst unhöflich und beleidigend gilt. Wer in die Wohnung oder das Haus eines Mitarbeiters eingeladen wird, sollte in jedem Fall ein Gastgeschenk mitbringen. Auf keinen Fall sollte aber ein Mitbringsel gewählt werden, welches gegen die Regeln des Islams verstößt. Dazu gehören zum Beispiel alkoholischen Geschenke oder Waren aus Schweinsleder. Die Geschenke werden stets mit der rechten Hand überreicht und auch zur Begrüßung wird ausschließelich die rechte verwendet, da die linke Hand als unrein gilt. Dies muss insbesondere beim Essen berücksichtigt werden, für den Fall, dass kein Besteck zur Verfügung steht.

In einem Restaurant werden etwa 10% bis 15% Trinkgeld erwartet. Auch Hotelangestellte und Fremdenführer erwarten ein kleinen Obolus, wohingegen Taxifahrer in der Regel nicht mit einem Trinkgeld versehen werden.

Wer fremde Personen fotografiert, der sollte zunächst um Erlaubnis bitten. Vor allem sollten sie niemals ungefragt irakische Frauen auf der Straße ablichten. Dies kann schnell zu unangenehmen und evtl. sogar gefährlichen Situationen führen. Auch beim Besuch von religiösen Stätte sollte die Kamera unbenutzt bleiben.

Die öffentliche zur Schaustellung von Zuneigung sollte grundsätzlich gemdieden werden. Dies gilt besonders für gleichgeschlechtliche Paare. Zwar ist Homosexualität im Irak laut dem Strafrecht nicht ausdrücklich verboten, es kann allerdings dennoch zu Verurteilungen aufgrund des Schariarechts kommen. Es sind zudem Situationen bekannt geworden, in denen Milizen vermeintlich homosexuelle Männer getötet haben. Homosexuelle sind im Irak einer ständigen Gefahr ausgesetzt.

Während des Ramadan ist das alltägliche Leben im Land erheblich eingeschränkt. Für Muslime gilt während dieser Zeit ein striktes Fastenverbot von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Ausländische Reisende sollten dies respektieren und auf den Verzehr von Lebensmitteln in der Öffentlichkeit, während der Tagesstunden, verzichten. Zudem sollte nicht an öffentlichen Orten geraucht und getrunken werden. Dies gilt vor allem für alkoholhaltige Getränke. Einschränkungen betreffen zu dieser Zeit alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Dies gilt auch für Geschäfte sowie Ämter.

Sprache

Die Amtssprachen im Irak sind Arabisch und Kurdisch im Norden des Landes. Arabsich wird von bis zu 80% der Bevölkerung gesprochen, während der Anteil von kurdischsprachigen Irkaern zwischen 15% und 20% liegt. Auch Syrisch-Aramäisch und einige Sprachen anerkannter Minderheiten werden in bestimmten Regionen als offizielle Amstsprachen anerkannt. Darüber hinaus sind im Land noch zahlreiche andere Sprachen und Idiome verbreitet.

Reisende können sich nur in den Großstädten mit Hilfe der englischen Sprache verständigen. In den ländlichen Regionen ist dies in der Regel nicht möglich. Verkehrsschilder auf den wichtigen Straßen sind im Irak meist in arabischer und englischer Schrift.

Zwar wird im Geschäftsleben Englisch verstanden, im Alltag kann es jedoch bei der Verständigung zu Problemen kommen. Ausgenommen hiervon ist die “Internationale Zone” in Bagdad. Hier ist die englische Sprache auch beim Servicepersonal weiter verbreitet als im übrigen Irak. Grundsätzlich wird es aber immer gern gesehen, wenn auch ausländische Gäste einige arabische Floskeln und Sätze beherrschen. Dies kann schnell das Eis brechen und auch bei der grundsätzlichen Verständigung hilfreich sein.

Nachtleben

Lange Zeit war an ein Nachtleben im Irak nicht zu denken. Einen ersten Schritt tat die irakische Regierung im Februar 2015, als sie die nächtliche Aufgangssperre für Bagdad aufhob. Das dies tatsächlich dazu führen könnte, dass sich innerhalb der nächsten Jahre in der Hauptstadt des Landes ein aktives Nachtleben etabliert lässt sich angesichts der desolaten Sicherheitslage allerdings bezweifeln.

Ausländische Reisende können ihre Abendstunden in den Bars der großen Hotels in der “Internationalen Zone” verbringen. In der Regel wird hier Alkohol ausgeschenkt und die Theken sind bis in die späten Abendstunden besetzt. Zwar ist Alkohol nicht grundsätzlich im Irak verboten, Betreiber von Spirituosengeschäften wurden in der Vergangenheit allerdings immer wieder bedroht und sind zum Teil Anschlägen zum Opfer gefallen. Ausländische Reisende sollten sich von diesen Läden unbedingt fernhalten.

Reise- und Sicherheitshinweise

Im Vorfeld einer Reise in den Irak sollten sich Betroffene unbedingt mit der aktuellen Sicherheitslage sowie mit den sonstigen Risiken eines Aufenthalts auseinandersetzen. Das Auswärtige Amt hat zu diesem Zweck eine Reihe von Informationen veröffentlicht, welche die aktuelle Situation beleuchten und wichtige Warnhinweise liefern.
In jedem Fall sollten sich deutsche Reisende unabhängig von der Dauer ihres Aufenthaltes in die Krisenvorsorgeliste (Deutschenliste) des Auswärtigen Amtes eintragen. Diese „elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland“ kann ausschließlich online vorgenommen werden. Zudem empfiehlt das Auswärtige Amt bei Reisen in den Irak im Vorfeld Kontakt mit der Deutschen Botschaft Bagdad oder dem Deutschen Generalkonsulat Erbil aufzunehmen.

Aktuelle Sicherheitshinweise

Das Auswärtige Amt ruft zur sofortigen Ausreise aus folgenden Landesteilen des Irak aus:
Provinz Ninewa (Provinzhauptstadt Mossul)
Provinz Anbar (Provinzhauptstadt Ramadi)
Provinz Salah Al-Din (Provinzhauptstadt Tikrit)
Provinz Diyala (Provinzhauptstadt Baquba)
Provinz Ta’mim (Provinzhauptstadt Kirkuk)
Eine vorübergehende Ausreise wird zudem aus dem Großraum Bagdad und dem Norden der Provinz Babel empfohlen.
Das Auswärtige Amt warnt ausdrücklich vor Reisen in den Irak. Diese Warnung gilt mit Einschränkungen auch für die Autonome Region Kurdistan. Betroffen sind insbesondere die Provinzen Dohuk, Erbil und Sulaimaniyya. Zuletzt wurden im November 2014 bei einem Anschlag im Stadtzentrum von Erbil mehrere Menschen getötet. Die Zahl der Anschläge hat im gesamten Irak im Jahr 2014 zugenommen. Die Autonome Region Kurdistan wurde bisher zwar selten Ziel von Anschlägen, aber auch hier ist ein steigender Trend zu beobachten.

In anderen Regionen des Irak hat der IS Teile mehrerer Provinzen unter seine Kontrolle gebracht. Die betrifft insbesondere die Provinzen Ninewa sowie weite Teile der Provinz Salah Al-Din und der Provinz Diyala. Besonders gefährdet ist der Großraum Mossul. Ebenfalls zu Kämpfen kommt es in der Provinz Anbar und in der Provinz Ta’mim.
Auch in der Hauptstadt Bagdad ist die Sicherheitslage kritisch. Anschläge insbesondere auf irakische Sicherheitsinstitutionen und deren Angehörige, auf Ministerien, Hotels, öffentliche Plätze und religiöse Einrichtungen können nicht ausgeschlossen werden. Auch in der streng gesicherten „Internationalen Zone“ sowie auf dem Gelände des internationalen Flughafens von Bagdad können Anschläge nicht ausgeschlossen werden.

Grundsätzlich sollten Aufenthalte in jeder Region des Irak erst nach sorgfältiger Prüfung der aktuellen örtlichen Sicherheitslage und mit den dann jeweils notwendigen Sicherheitsmaßnahmen in Betracht gezogen werden. Ein professionelles Sicherheitskonzept ist stets die Grundlage für die Reise in eine gefährdete Region. Dazu gehören zum Beispiel die Verwendung von gepanzerten Fahrzeugen sowie die Beratung und Begleitung durch geschultes Sicherheitspersonal und die Voraufklärung und Planung der Fahrtrouten.

Kriminalität

Seit dem Ende des Irakkrieges ist die Kriminalität in Teilen des Landes angestiegen. Diebstahl und Raub kommen vor allem in größeren Städten vor. Darüber hinaus kommt es im ganzen Land immer wieder zu Terroranschlägen, denen auch Ausländer zum Opfern fallen. Unmittelbar nach dem Ende des Regimes unter Saddam Hussein hat auch die Zahl an Entführungen zugenommen. Seitdem gerieten bereits mehrere hundert Ausländer sowie tausende Iraker in die Fänge von Geiselnehmern. Dabei haben die Entführungen nicht zwangsläufig einen politischen Hintergrund. Häufig geht es hierbei ausschließlich um finanzielle Aspekte. Teilweise werden ganze Menschenansammlungen entführt. So sind im November 2007 etwa 150 Menschen im Bildungsministerium gekidnappt wurden. Auch ganze Busse oder andere Gruppen wurden im Laufe der Jahre verschleppt. Viele von ihnen wurden später hingerichtet.

Naturkatastrophen

Im Irak kommt es immer wieder zu Naturkatastrophen. Besonders häufig finden Hochwasser und Überschwemmungskatastrophen statt. In einigen Regionen des Landes kann es auch immer wieder zu Sand- oder Staubstürmen kommen.

Erdbeben kommen im Irak zwar vor, sind jedoch meist von geringer Stärke. Der Irak befindet sich auf der Arabischen Erdplatte, welche sich in nordöstlicher Richtung bewegt und entlang der iranischen Grenze auf die Eurasische Platte trifft. Die dort ausgelösten Erdbeben sind vor allem im Iran spürbar und haben im Irak keinen starken Einfluss. Sollte dennoch einmal die Erde beben, sind die gängigen Sicherheitsregeln zu beachten. Wer sich im Inneren eines Gebäudes aufhält, der sollte Schutz unter stabilen Möbeln suchen und sich von den Fenstern fernhalten. Im Freien ist es vor allem wichtig die Nähe zu hohen Gebäuden und Stromleitungen zu meiden.

Besondere Zollvorschriften

Die Zollvorschriften für den Irak unterliegen häufigen Schwankungen. Aktuelle Informationen sollten daher vor Beginn der Reise bei der Botschaft oder dem Generalkonsulat eingeholt werden. Grundsätzlich darf die Landeswährung in geringer Menge eingeführt, aber nicht ausgeführt werden. Die Einfuhr von Fremdwährung muss deklariert werden. Die Einfuhr von israelischen Schekel ist nicht gestattet. Darüber hinaus gibt es diverse verbotenen Importartikel wie bestimmte Elektrogeräte, insbesondere GPS-Geräte, sowie Vorrichtungen, die zur Spionage geeignet sind oder westliche Modezeitschriften sowie pornografisches Material. Weiterhin dürfen keine Pflanzen, Früchte, Frisch- und Trockenfleisch oder Milchprodukte in das Land eingeführt werden.

Besondere Vorsicht müssen Reisende bei der Ausfuhr von antiken Gegenständen walten lassen. Die illegale Ein- und Ausfuhr solcher Kulturgüter kann mit drakonischen Strafen geahndet werden. Neben dem Handel mit irakischen Kulturgütern dürfen auch andere Gegenständen von archäologischer, historischer, kultureller, besonderer wissenschaftlicher und religiöser Bedeutung nicht ein- oder ausgeführt werden. Dazu gehören zum Beispiel Gegenstände, die älter als 100 Jahre sind und aus Ausgrabungen oder anderen archäologischen Funden stammen, unabhängige davon, ob diese zu Lande oder unter Wasser gefunden wurden.

Besondere strafrechtliche Bestimmungen

Im Irak werden teils drakonische Strafen verhängt. Nach dem Sturz von Saddam Hussein wurde die Todesstrafe zunächst abgeschafft, nur um kaum ein Jahr später wieder eingeführt werden. Amnesty International kritisiert, dass viele Todesurteile durch unfaire Prozesse zustande kommen, die auf durch Folter erzwungenen Geständnissen basieren.
Insbesondere der Verkauf von Drogen kann sowohl mit Geldstrafen bis zu 10 Millionen Irakischen Dinar sowie mindestens zwei Jahren Gefängnis bestraft werden und im schlimmsten Fall zur Todesstrafe führen, falls dem Betroffenen ein aktiver Drogenhandel nachgewiesen wird.

Obwohl Homosexualität nicht ausführlich unter Strafe steht, kommt es immer wieder zu Fällen, in denen homosexuelle Handlungen durch einen Richter verurteilt und mit Strafe geahndet werden. Schlimmer ist allerdings, dass es im ganzen Land Radikale gibt, die regelrecht Jagd auf Homosexuelle machen und auch vor Mord nicht zurückschrecken.

Gängige Verbrechen werden im Irak in der Regel mit teils mehrjährigen Gefängnisstrafen geahndet. Dabei ist das Gefängnissystem im Irak weitaus brutaler als in Deutschland. Die deutsche Auslandsvertretung hat in einem solchen Fall kaum die Möglichkeit Einfluss zu nehmen.

Gesundheit

Es bestehen keine Impfvorschriften für Reisen in den Irak. Das Auswärtige Amt empfiehlt dennoch die Standardimpfungen gemäß dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Instituts für Erwachsene und Kinder durchzuführen.
Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) sowie gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern und Röteln sowie Pneumokokken und Influenza sind zu empfehlen.
Bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition sollten sich Reisende darüber hinaus gegen Tollwut sowie Hepatitis A und B impfen lassen.

Die WHO empfiehlt bei einem Aufenthalt von 4 Wochen oder mehr, sich im Vorfeld der Ausreise aus dem Irak gegen Kinderlähmung impfen zu lassen. Die Impfung kann mit dem Injektionsimpfstoff (IPV) oder mit einem oralen Impfstoff (OPV) durchgeführt werden und sollte als separate Impfung gut erkennbar in das vorgesehene Impfzertifikat eingetragen werden.

Malaria wird durch den Stich der nachtaktive Anopheles-Mücke übertragen. Der Parasit Plamodium vivax ist ein Krankheitserreger der Malaria tertiana. Diese Form der Erkrankung ist weit weniger gefährlich als die tückische Malaria tropica und endet nur in seltenen Fällen tödlich. Ein Übertragungsrisiko besteht in den nördlichen Grenzgebieten zur Türkei und zu Syrien sowie in den südlichen Landesteilen. In diesen Gebieten besteht ein geringes bis mittleres Risiko an Malaria zu erkranken. Durch das Befolgen einiger Grundregeln, wie das Tragen langer, heller Kleidung, das Schlafen unter einem Moskitonetz oder die Verwendung von Mückenschutzmittlen, lässt sich das Risiko der Erkrankung durch einen Mückenstich drastisch reduzieren.

Diese Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz vor Mückenstichen sind zudem wichtige Vorkehrungen, um sich gegen weitere durch Mücken übertragene Krankheiten zu schützen. Dazu zählt zum Beispiel die Leishmaniose, die im ganzen Land auftreten kann. Hierbei handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die verschiedene Formen haben und im schlimmsten Fall tödlich enden kann.

Cholera ist eine schwerwiegende bakterielle Infektionskrankheit, die hauptsächlich den Dünndarm befällt. Bleibt sie unbehandelt kann die Krankheit tödlich enden. Cholera tritt im Irak endemisch auf. Im Jahr 2012 kam es zu einem Ausbruch im Norden des Landes, von dem mehrere tausend Menschen betroffen waren.

Als eine der häufigsten Ursachen für eine Infektion gilt der Verzehr von infizierter Nahrung oder verunreinigtem Trinkwasser. Typische Symptome sind heftiger Durchfall und starkes Erbrechen. Das Risiko lässt sich allerdings durch das Befolgen einiger einfacher Grundregeln erheblich minimieren. So sollte kein Wasser direkt aus der Leitung getrunken oder rohes Fleisch verzehrt werden. Darüber hinaus hilft das Befolgen dieser Regeln auch weitere Darmerkrankungen zu vermeiden.

Schistosomiasis ist eine Wurmkrankheit, welche in Binnengewässern durch Pärchenegel übertragen wird. Die Larven dringen durch die Haut des Menschen ein und wandern durch die Lymphsysteme und die Blutbahn in die Leber, von wo aus sie sich in andere Organe verbreiten. Die Infektion kann nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Sie tritt im Irak in vielen Regionen auf. Kontakt mit offenen Süßwassergewässern sollte daher vermieden werden.

Tollwut ist ein tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren im Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen wird. Es besteht ein landesweites Risiko durch den Biss eines solchen Tieres an Tollwut zu erkranken. Einer vorsorglichen Tollwutimpfung kommt bei einer Reise in den Irak eine besondere Bedeutung zu, da es in der Regel nicht möglich ist, sich nach einem Biss angemessen behandeln zu lassen. Auch die dringend notwendige Auffrischung, welche nach einem Biss so schnell wie möglich verabreicht werden muss, kann in den meisten Kliniken nicht vorgenommen werden. Reisende sollten sich daher in jedem Fall von streunenden Tieren fernhalten.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Irak entspricht nicht den gängigen europäischen Standards und ist in weiten Teilen des Landes unzureichend. Mängel bestehen sowohl in technischer wie auch in personeller Hinsicht.
Der diplomatischen Vertretung steht in Bagdad das private Diplomatic Support Hospital zur Verfügung. Als bestes privates einheimisches Krankenhaus empfiehlt das Auswärtige Amt das St. Raphael Krankenhaus in Bagdad.

Die medizinische Versorgung in der Autonomen Region Kurdistan ist hochwertiger als im übrigen Irak. Allerdings werden auch hier keine westeuropäischen Standards erreicht. In Erbil gibt es eine Reihe von Krankenhäusern, die für eine Erstversorgung in Frage kommen. Bei ernsthaften Erkrankungen sollte auf jeden Fall eine Verlegung in ein europäisches Krankenhaus in Betracht gezogen werden, soweit der Gesundheitszustand dies erlaubt. Eine Auslandskrankenversicherung mit entsprechender Rückholoption ist daher unverzichtbar.

Ebenso bedeutend ist die Mitnahme einer geeigneten Reiseapotheke. Dies betrifft vor allem Medikamente, die dauerhaft verabreicht werden müssen. Die ausreichende Versorgung mit allen notwendigen Medikamenten kann im Irak nicht gewährleistet werden (auch nicht in der Autonomen Region Kurdistan).