Syrien Reiseführer und Informationen

HauptstadtDamaskus
SprachenArabisch
StaatsformRepublik
Fäche185.180 km²
Einwohner21 Millionen, viele ins Ausland geflohen
WährungSyrische Lira (SYP)
Telefon-Vorwahl+963
ZeitzoneUTC+2
UTC+3 (Sommerzeit)
NationalflaggeSyrien Flagge

Syrien Flagge

Unter dem Eindruck des anhaltenden Bürgerkrieges und der grundsätzlich desolaten politischen Lage in weiten Teilen des Nahen Ostens ist Syrien ein Staat, der in den vergangenen Jahren vor allem durch Schreckensmeldungen in der internationale Presse auf sich aufmerksam machen konnte. Dabei wurde in den Köpfen vieler Menschen ein Bild von Syrien geprägt, welches sich vor allem durch Gewalt und Gräueltaten definiert.

Allzu oft wird dabei vergessen, dass es sich bei Syrien um ein Land mit einer extensiven Historie und einem reichen kulturellen Erbe handelt. Im Laufe mehrerer Jahrtausende hat sich das Land den verschiedensten Einflüssen gestellt und ist stets an seiner bewegten Geschichte gewachsen. Noch heute findet man im Land historische Attraktionen und Sehenswürdigkeiten, die weltweit einzigartig sind und jedem Reisenden schlichtweg den Atem rauben.

Mit einer Größe von rund 185.000 km² ist der Staat in Vorderasien etwa halb so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Im Westen grenzt Syrien an das Mittelmeer und den Libanon, während es sich im Norden eine Grenze mit der Türkei teilt. Der Irak befindet sich östlich von Syrien und im Süden grenzt das Land an Jordanien und Israel.

Städte und Sehenswürdigkeiten

Die reiche Historie des Landes ist in Syrien noch immer allgegenwärtig. Im ganzen Land findet man einzigartige Bauwerke und Sehenswürdigkeiten, die vom Einfluss vieler großer Kulturen auf den Staate im Nahen Osten zeugen.

Aleppo

Aleppo früher vor dem Krieg

Aleppo vor dem Krieg

Die Stadt Aleppo liegt im Norden Syriens zwischen dem Mittelmeer und dem Euphrat. Mit rund 1,8 Millionen Einwohnern ist sie noch vor Damaskus die größte Stadt im Land und ein wichtiges Wirtschafts- und Kulturzentrum. 2006 erhielt Aleppo den Titel „Kulturhauptstadt des Islam“.

In jüngster Zeit hat Aleppo allerdings hauptsächlich aufgrund schwerer Kämpfe im Verlauf des syrischen Bürgerkrieges von sich reden gemacht. Neben dem Verlust vieler Menschenleben fielen den Kämpfen auch Teile der Altstadt zum Opfer, die bereits 1986 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Viele traditionelle Wohnquartiere sowie Teile des alten Basars und ein Minarett der 700 Jahre alten Mahmandar-Moschee wurden schwer beschädigt.

Ebenfalls in der Altstadt befindet sich die Umayyaden-Moschee, die auch nicht von den Folgen des Krieges verschont blieb. Sie liegt am nördlichen Rand des überdachten Altstadt-Basars und lies sich bis 2013 leicht an dem etwa 45 Meter hohen Minarett erkennen, welches während der Kampfhandlungen einem massiven Panzerbeschuss zum Opfer fiel. Die beiden Reinigungsbrunnen im Innenhof sowie ein Minbar (die Kanzlei einer Moschee) aus dem 15. Jahrhundert und ein Schrein, der angeblich die Gebeine des Propheten Zacharias enthalten soll, stehen aber noch heute.

Eine der wichtigsten Touristenattraktionen der Stadt ist die Zitadelle von Aleppo. Diese steht inmitten der Altstadt auf einem zum Teil künstlich errichteten Tell (einem Siedlungshügel) und gilt als eine der ältesten und größten Festungen in ganz Syrien. Die Zitadelle gehört ebenfalls seit 1986 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Fläche der Zitadelle beträgt 285 * 160 Meter. Der Eingangsbereich lässt sich über eine steinerne Brücke erreichen, die zu einem gewaltigen Torbau führt. Im Inneren der Zitadelle findet man unter anderem einem Palast sowie ein Hammam, zwei Moscheen, ein Amphitheater – welches allerdings erst 1980 erbaut wurde – und mehrere Brunnen.

Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind Heilig-Kreuz-Kirche sowie die Sankt-Elias-Kathedrale, die sich im Christenviertel Jdeydeh befindet. Im Zentrum der nördlichen Innenstadt können Reisende zudem einen Blick in das Nationalmuseum von Aleppo werfen, das sich in erster Linie mit der Archäologie Syriens befasst.

Amrit

Amrit Syria, Syrien

Amrit

Etwa acht Kilometer südlich der Stadt Tartus liegen die Ruinen der antiken Stadt Amrit. Auf einer Fläche von etwa 7,5 km² findet man heute die Überreste zahlreicher Gebäude, die von der einstiegen Bedeutung Amrits zeugen.

Erste Siedlungsspuren gehen zurück bis ins dritte Jahrtausend v. Chr.. Gegründet wurde die Stadt allerdings erst um etwa 1600 v. Chr. von den Amurritern. Während der Zeit Alexanders des großen erhielt die Stadt den griechischen Namen Marathos. Wann genau sie zerstört wurde ist heute ungeklärt, lässt sich aber wahrscheinlich auf das Jahrhundert vor der christlichen Zeitenwende eingrenzen. Ab 1860 fanden vor Ort regelmäßig Ausgrabungen statt, die zahlreiche bedeutende Fundstücke zu Tage trugen, die heute zum Teil im Louvre ausgestellt werden.

Auf einer Fläche von 2200 m² findet man die Ruinen des Haupttempels von Amrit, in dessen Mitte noch heute auf einem 5,50 Meter hohen Sockel mit einer Seitenlänge von etwa 5 Metern ein nach Norden offener Naiskos, eine Art Mini-Tempel, steht. Erbaut wurde das Gotteshaus wohl in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts v.Chr.. Etwa 200 Meter nordöstlich des Tempels liegen die Ruinen eines Stadions, in welchem vermutlich sakrale Wettkämpfe stattfanden.

Noch weitaus interessanter sind allerdings die Garbtürme der Nekropole von Amrit, die schon von weitem zu sehen sind und eine Höhe von bis zu 7,50 Meter erreichen. Die eigentlichen Grabkammern sind öffentlich zugänglich und können im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Bosra

Bosra Theater

Bosra

Die kleine Stadt Bosra liegt im Süden Syriens unweit der Grenze zu Jordanien. Interessant ist die Stadt vor allem aufgrund ihrer reichen Historie, der sie es zu verdanken hat, dass ihre Altstadt seit 1980 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Von besonderer Bedeutung ist das gut erhaltenen römische Theater der Stadt, welches im dritten Jahrhundert nach Christus errichtet wurde und bis zu 15.000 Zuschauern einen Platz bot. Später wurde das Theater unter den arabischen Herrschern zu einer Zitadelle ausgebaut, was auch den guten Zustand des Bauwerks erklärt. In unmittelbarer Nähe zum Theater befinden sich Überreste mehrere Thermen sowie eine imposante Säulenstraße und eine antike Kathedrale.

Im Nordosten der Stadt findet man die Mabrak an-Naba-Moschee sowie die die Fatima-Moschee. Ebenfalls beeindruckend ist die Abu al-Feda-Moschee mit ihrer strahlenden Kuppel und ihren zwei erhabenen Minaretten.

Im Osten Bosras liegen die Ruinen eines Palastes, dessen Grundmauern vermutlich aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. stammen. Nicht weit entfernt befindet sich eine mächtige Zisterne in unmittelbarer Nähe der Yaqut-Moschee. Ebenfalls erwähnenswert ist zudem die al-Omari-Moschee, die zwischen 717 und 721 errichtet wurde und somit eines der ältesten Gotteshäuser des Islams in Syrien darstellt.

Außerhalb der Stadt findet man zwei römische Bogenbrücken, die nordöstlich der Stadt den Wadi Zeidi überqueren. Beide Brücken weisen drei Rundbögen auf und bestehen vorwiegend aus dem örtlichen Basalt.

Sofern man sich bereits in der Region rund um Bosra aufhält, ist eine Besuch der Stadt ein absolutes Muss. Kaum an einem anderen Ort in Syrien findet man derart viele und bemerkenswerte historische Sehenswürdigkeiten wie in der kleinen Stadt im Süden des Landes.

Damaskus

Damaskus

Damaskus

Die Hauptstadt Syriens liegt im Südwesten des Landes, nur wenige Kilometer entfernt von der Grenze zum Libanon. Mit rund 1,7 Millionen Einwohnern ist Damaskus nach Aleppo die zweitgrößte Stadt im Land und gilt als das kulturelle und religiöse Zentrum Syriens.

Die Geschichte der Metropole reicht zurück bis ins 2. Jahrtausend v. Chr.. Im Laufe vieler Jahrhunderte hat sich Damaskus zu einer prachtvollen Stadt entwickelt, die auch heute noch ihren ganz besonderen Flair entfaltet. Etliche Sehenswürdigkeiten und wichtige historische Attraktionen sind Zeugen einer Stadt, die einst zu den wichtigsten Zentren des Orients gehörte.

Umayyaden-Moschee

Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zählt sicherlich die Umayyaden-Moschee, nahe dem Zentrum der Stadt. Sie gilt als eine der ältesten Moscheen der Welt und wurde ursprünglich in vorislamischer Zeit als eine Johannes dem Täufer geweihte Kathedrale errichtet, die wiederum aus einem römischen Tempel entstand. Optisch erinnert die Moschee stark an eine christliche Kirche im Basilika-Stil. Das Gebäude misst 157*97 Meter und ist von drei Minaretten in verschiedenen Baustilen umgeben. Das „Jesusminarett“ im Osten gilt bei einigen Muslimen als der Ort, an dem Jesus am Tag des jüngsten Gerichts erscheinen wird, um Satan zu bekämpfen.

In der Mitte der Anlage befindet sich ein Innenhof mit drei kleinen Nebengebäuden. Seitlich liegt die 140 Meter lange Gebetshalle mit der über 45 Meter hohen Al-Nissr-Kuppel. Hier befindet sich unter anderem ein Schrein, in welchem sich das Haupt von Johannes dem Täufer befinden soll. Neben der Gebetshalle existieren noch vier weitere Hallen. Ebenfalls in einem Schrein, wird hier angeblich der Kopf des Enkels Mohammeds aufbewahrt. Insbesondere in den Arkadengängen ist die Moschee darüber hinaus mit kunstvollen Mosaiken verziert.

Mausoleum des Sultans Saladin

Nordwestlich der Moschee liegt das Mausoleum des Sultans Saladin. Erbaut wurde die Grabstätte im Jahr 1196, drei Jahre nach dem Tod des Ayyubiden-Herrschers. Während das Äußere des Gebäudes recht schlicht gehalten wurde, findet man im Inneren eine Mixtur verschiedener Architekturstile. Darüber hinaus beherbergt das Mausoleum zwei Särge. Ein hölzerner, reichlich geschmückter Sarkophag enthält angeblich die sterblichen Überreste Saladins (was allerdings häufig bestritten wird), während ein zweiter Sarg aus Marmor leer steht. Dieser war ein Geschenk des deutschen Kaisers Wilhelm II., der während seiner Orientreise im Jahr 1898 auch die Restaurierung des Grabes initiierte.

Azim-Palast

Ebenfalls nicht weit von der Umayyaden-Moschee entfernt befindet sich der Azim-Palast, der Sitz des Steuereintreibers des Sultans. Erbaut wurde der Palast im Jahr 1750 durch den osmanischen Gouverneur As’ad Pascha al-Azm in der traditionellen Hausbauweise von Damaskus. Beeindruckend ist auch der Chan As’ad Pascha, eine ummauerte orientalische Herberge mit bemerkenswerten Säulen und Decken.

Zitadelle von Damaskus

Besonders interessant für viele Reisende ist aber die Zitadelle von Damaskus. Die Ruinen dieser alten ayyubidischen Festung bieten einen imposanten Anblick und vermitteln dem Besucher einen guten Eindruck der früheren Baukultur. Die Ursprünge der Anlage reichen zurück bis ins 11. Jahrhundert.

All diese Gebäude befinden sich in der Altstadt von Damaskus, welche in ihrer Gesamtheit seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Neben den zahlreichen historischen Bauten findet man hier auch einen Großteil der Basare. Insbesondere der Suq al-Hamidiya ist ein beliebtes Ziel bei Einheimischen wie auch bei Touristen. Die größte Markthalle des Basars ist über 500 Meter lang und führt bis zur Umayyaden-Moschee. Neben Kleidung und Accessoires gibt es hier vor allem Cafes und Eisdielen.

In der ganzen Stadt verteilt findet man verschiedene Parks, die zum Flanieren einladen. Darüber hinaus ist aber auch das ein oder andere Museum ist einen Besuch Wert, allen voran das Nationalmuseum, welches Funde aus der Frühgeschichte, der griechisch-römischen Antike und aus dem islamischen Mittelalter zeigt.

Weiterhin ist Damaskus ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in den kleinen Wallfahrtsort Sednaya, der etwa 30 Kilometer nördlich der Stadt liegt und durch seine zahlreichen Klöster und Kirchen beeindruckt. Noch ein wenig weiter nordöstlich, knapp 60 Kilometer von Damaskus entfernt, befindet sich mitten im Qalamun-Gebirge die kleine Ortschaft Maalula. Hier entstand eine der ersten christlichen Gemeinde der Welt und noch heute ist Maalula einer der wenigen Orte, in denen noch Aramäisch gesprochen wird. Neben einem griechisch-orthodoxen Kloster befindet sich in dem Ort eine Kirche, bei der es sich Überlieferungen zu Folge um die älteste Kirche der Welt handeln soll.

Hama

Hama Syria, Syrien

Wasserräder von Hama, die Norias.

Die Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernments liegt direkt an den Ufern des Orontes, etwa 210 Kilometer nördlich von Damaskus. Mit etwa 600.000 Einwohnern gilt sie nach Alepplo, Damaskus und Homs als die viertgrößte Stadt im Land und gehört zu den ältesten Städten Syriens. Erste Archäologische Pfunde gehen zurück bis ins 6. Jahrtausend vor Christus.

Die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt sind die Wasserräder von Hama. Die sogenannten Norias, welche nur noch zu besonderen Anlässen den Betrieb aufnehmen, geben ein signifikantes Geräusch ab, dass in der ganzen Umgebung zu hören ist. Die riesigen Holzräder liegen direkt am Orontes, dessen Wasser sie seit hunderten von Jahren schöpfen. Die Ursprünge der Wasserräder gehen zurück bis in die frühe Zeit des Byzantinischen Reiches. Ganz ohne menschliche Körperkraft wurde das Wasser des Flusses über eine Höhe von bis zu 30 Meter emporgehoben, um über Leitungen und Aquädukte den trockenen Boden zu bewässern oder auch Häuser zu versorgen. Die gewaltigen Räder sind in jedem Fall ein Anblick, den sich kein Reisender entgehen lassen sollte. Natürlich findet man ganz in der Nähe dieser historischen Sehenswürdigkeit auch kleine Cafes und Restaurants, die einen schönen Ausblick auf den Fluss und die Wasserräder erlauben.

Ebenfalls am Orontes befindet sich der Stadtpalast Qsar al-Azm, der zu den ältesten Gouverneurspalästen aus osmanischer Zeit zählt. Erbaut wurde Qsar al-Azm im Jahr 1742 durch As’ad Pasha al-Azm. In der Mitte des Gebäudes befindet sich ein Innenhof, den ein Brunnen sowie mehrere Bäume schmücken. Am Ende des Innenhofes befindet sich ein sogenannter Iwan, eine von drei Seiten geschlossene Halle, in welcher den Bewohnern und ihren Gästen Sitzmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es in der zweiten Etage des Palastes einen weiteren Innenhof, der vor allem genutzt wurde, um die kühle Abendbrise genießen zu können. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Museum, das sich mit der Historie Syriens beschäftigt.

Etwa 400 Meter nördlich des Stadtpalasts liegt ein archäologischer Park, wo früher einmal die Zitadelle von Hama stand. Nicht weit entfernt finden Besucher zudem die al-Nuri-Moschee, deren Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen.

Homs

Homs vor dem Krieg

Eine Demonstration in Homs vor dem Krieg

Homs ist die Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernments und liegt im Westen des Landes unweit der Grenze zum Libanon. Mit etwa 800.000 Einwohnern ist sie nach Aleppo und Damaskus die drittgrößte Stadt im Land und auch hier gibt es viel zu sehen. Darüber hinaus gilt die Stadt als idealer Ausgangspunkt für Ausflüge und Unternehmungen in der Region.

Im Stadtteil Khaldiya befindet sich die Chalid ibn al-Walid-Moschee. Die Gründung des Gotteshauses geht zurück bis ins 7. Jahrhundert. Das eigentliche Mausoleum des Chalid ibn al-Walid wurde um eine kleine Moschee ergänzt, die im Laufe der Jahrhunderte ausgebaut wurde und in ihrer heutigen Form seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts Bestand hat. Während des Bürgerkrieges wurden allerdings Teile des Interieurs zerstört. Dazu gehören unter anderem auch das Tor zur eigentlichen Grabkammer. Die Moschee wurde im Stil klassischer osmanischer Architektur errichtet. Der mächtige Kuppelbau wird seitlich von zwei weißen Minaretten überragt, deren schmale Gänge in schwarzen und weißem Stein dekoriert sind. Eingebettet ist die Moschee in einen kleinen Park, der von zahlreichen Wegen durchzogen wird.

Etwa 500 Meter südlich der Moschee befindet sich die Quwatli Street, die zentrale Hauptstraße der Stadt, an deren südlichen Ende sich die al-Nuri-Moschee befindet.

Die Zitadelle von Homs liegt auf einem sogenannten Tell, einer Erhebung, die durch wiederholte Besiedlung entstand und deren Ursprünge bis in die frühe Bronzezeit zurückgehen.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die St.-Marien-Kirche des Heiligen Gürtels. Diese syrisch-orthodoxe Kirche wurde über einer Untergrundkirche errichtet, deren Entstehung etwa auf das Jahr 50 nach Christus datiert wird. Der Name der Kirche geht zurück auf eine Reliquie, einen Gürtel, von dem angenommen wird, aber habe einmal Maria, der Mutter Jesu, gehört. Eigentlich dient die Kirche dem syrische-orthodoxen Erzbischof, allerdings wurde sie während des Bürgerkrieges teils schwer beschädigt.

Abseits seiner historischen Bauten ist Homs in ganz Syrien für seine Cuisine bekannt. Diese unterscheidet sich auf den ersten Blick zwar nur wenig von der landestypischen Küche, offenbart bei genauerem Hinsehen aber ihre Feinheiten. Beliebt sind insbesondere Batarsh, eine Art Püree, welches mit Joghurt und Knoblauch zubereitet wird, sowie die vielen verschiedenen Sorten gegrillte Kibbe, kleine Hackfleischbällchen, oder auch die sogenannten Batata mahshi, gefüllte Kartoffeln.

Wer nach einer ausführlichen Mahlzeit anschließend ein wenig mehr über die Stadt erfahren möchte, der kann dies im Volkskunde Museum im Zentrum von Homs tun.

Darüber hinaus finden in der Stadt jedes Jahr verschiedene Festivals statt, die Besucher aus ganz Syrien anlocken.

Krak des Chevalier

Krak des Chevalier

Krak des Chevalier

Etwa 50 Kilometer westlich der Stadt Homs befindet sich der Krak des Chevalier. Diese Höhenburg befindet sich auf einem Ausläufer des Alawitengebirges und erlaubt Besuchern somit einen eindrucksvollen Ausblick auf das Tal zwischen dem Alawitengebirge und dem Libanongebirge. Die Burg liegt an einer der wichtigsten Handelsrouten zwischen dem Meer und dem Landesinneren und hatte darüber hinaus stets auch eine militärische Bedeutung.

Die Geschichte der enormen Festung reicht zurück bis ins Jahr 1031, als der Emir von Homs zunächst die Burg Hisn al-Akrad auf dem Berg errichten ließ. Nach zwei starken Erdbeben im 12. Jahrhundert und einem erneuten Beben zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde die Burg umfassend ausgebaut. Während dieser Zeit diente der Krak des Chevalier den Kreuzrittern als Festung.

Die enorme Anlage ist umgeben von hohen Mauern und Festungstürmen, hinter denen sich die eigentliche Burg erhebt, deren Außenmauer ebenfalls mit beeindruckenden Türmen versehen ist. Im Inneren der Anlage befindet sich ein Innenhof, der unter anderem eine Kapelle sowie die „Hall of Knights“ beherbergt. Darüber hinaus gehört die Burg zu den wenigen Bauwerken, in welchen heute noch die Kunst aus der Zeit der Kreuzritter in Form von filigranen Fresken zu finden ist.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schwärmte Lawrence von Arabien von der Krak des Chevalier als eine der am besten erhaltenen und bewundernswertesten Burgen der Welt. Leider wurde während des Bürgerkrieges einer der Türme schwer beschädigt. Seit 2006 gehört die Burg zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Latakia

Latakia Syrien

Strand von Latakia

Latakia liegt an der syrischen Mittelmeerküste und ist die Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernments Latakia. Mit etwa 400.000 Einwohnern ist sie die fünftgrößte Stadt im Land und zugleich die größte Hafenstadt Syriens. Latakia liegt etwa 50 Kilometer südlich der türkischen Grenze und etwa 180 Kilometer südwestlich von Aleppo. Bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. gab es an dieser Stelle eine kleine Siedlung mit dem Namen Ramatha. Die Stadt Latakia wurde allerdings erst um etwa 300 v. Chr. von Seleukos I. gegründet.

Heute sind die Stadt sowie die umliegenden Strände ein beliebter Ausflugsort für Touristen aus dem In- und Ausland. Einer besonderen Beliebtheit erfreut sich der Cote d’Azur-Strand (manchmal auch Blauer Strand), der sich rund 8 Kilometer nördlich der Stadt befindet. Der feine Sandstrand lockt vor allem in den Sommermonaten viele syrische Touristen nach Latakia. In unmittelbarer Nähe zum Strand findet man eine Reihe privater Ferienhäuser und Campingplätze sowie zwei größere Luxushotels, die sich dem internationalen Tourismus verschrieben haben.

Ebenfalls bei Touristen beliebt ist der Hafen der Stadt sowie die Al-Moghrabi-Moschee oder die römische Kirche der Stadt.

Von historischem Interesse sind aber vor allem die Ruinenstadt Ugarit und die historische Stätte Ras Ibn Hani. Erstere befindet sich etwa 11 Kilometer nördlich von Latakia und wurde im Jahr 1928 zufällig wiederentdeckt. Einst war die Stadt ein blühendes Handels- und Kulturzentrum, bevor sie zu großen Teilen zwischen 1194 und 1186 v. Chr. zerstört wurde. Die Ausgrabungen durch französische Archäologen ab 1930 förderten zahlreiche bedeutsame Funde zu Tage. Noch immer können Besucher heute die Ruinen des beachtlichen Palastes besuchen, der einst eine Fläche von rund 10.000 m² bedeckte.

Rund 5 Kilometer südwestlich der Ruinenstadt, in unmittelbarer Nähe zum Cote d’Azur-Strand, liegt die historische Stätte Ras Ibn Hani, die unter anderem die Zweitresidenz der Königsfamilie von Ugarit beherbergt. Erbaut wurde Ras Ibn Hani wahrscheinlich zwischen dem 13. und 12. Jahrhundert v. Chr.. Die Wiederentdeckung und Freilegung der Stadt folgte allerdings erst im Jahr 1975. Noch immer können hier die Ruinen des Palastes sowie die Ruinen verschiedener Wohnhäuser und einige Gräber besichtigt werden. Ras Ibn Hani gehört zusammen mit dem Ort Ugarit und dem dazugehörenden Hafen Minet el-Beida (heute ebenfalls eine historische Stätte), welcher sich zwei Kilometer westlich von Ugarit befindet, zu den drei zentralen Orten des ehemaligen Königreiches.

Reisende, die ein wenig mehr über die Geschichte von Ugarit und Ras Ibn Hani erfahren möchten, können das Nationalmuseum von Latika in der Nähe des Hafens besuchen.

Darüber hinaus gibt es in Latakia mehrere Einkaufsmöglichkeiten, Kinos und ein Theater. Einmal jährlich findet zudem zwischen dem 2. und 12. August das Al-Mahaba-Festival statt, welches seinen Besuchern kulturelle Veranstaltungen sowie sportliche Wettkämpfe und Konzerte bietet.

Qal’at Salah ed-Din

Qal'at Salah ed-Din

Qal’at Salah ed-Din

Etwa 30 Kilometer östlich der Stadt Latakia liegt die Saladinsburg Qal’at Salah ed-Din, direkt am Westhang des Dschebel Anasariye, einem parallel zur Mittelmeerküste verlaufendem Bergmassiv. Umgeben ist die Festung von einem massiven Kiefernwald.

Das genaue Datum der Erbauung der Saladinsburg ist nicht bekannt, es ist allerdings belegt, dass der byzantinischer Kaiser Johannes I. die Stadt im Jahr 975 den Hamadaniden entriss und diese bald danach zu einer effektiven Festungsanlage ausbaute.

Die rechteckige Kernburg in der Mitte der Anlage ist von mehreren Mauern umgeben, aus denen wiederum kleine Rundtürme herausragen. Der Eingang zur Festung befindet sich auf der Südseite des Gebäudes. Rechts daneben ist ein großer Rundturm in die Mauer eingelassen, der von den Kreuzrittern errichtet wurde. Neben dem Burgfried mit seinen 5 Meter dicken Mauern befindet sich eine Zisterne, in welcher Trinkwasser gespeichert wurde. Eine weitere Zisterne befindet sich im Inneren der Anlage. Hier findet man auch des Teehaus der Kreuzfahrer. Später wurde der Anlage noch eine Moschee hinzugefügt.
Ebenso wie der Krak des Chevalier gehört die Saladinsburg seit 2006 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Anlage ist grundsätzlich für Touristen und Reisende geöffnet.

Palmyra

Palmyra

Palmyra

Palmyra ist wohl eine der beeindruckendsten historischen Stätten in ganz Syrien. Diese antike Oasenstadt befand sich einst an einer wichtigen Karawanenstraße zwischen Damaskus und dem Euphrat. Mitten in der Wüste gelegen, besaß Palmyra die einzige Wasserstelle im Umkreis vieler Kilometer. Die Geschichte der Oasenstadt reicht zurück bis in zweite Jahrtausend vor Christus. Ihre Blüte erlebte Palmyra allerdings erst im letzten Jahrhundert vor der christlichen Zeitenwende.

Die Einflüsse der zahlreichen Kulturen, die das Stadtbild Palmyras beeinflussten, sind auch heute noch in den Ruinen der Stadt zu erkennen. Seit 1980 ist die gesamte archäologische Stätte ein Teil des Weltkulturerbes der UNESCO.

Auf dem beachtlichen Gelände findet man eine schier endlose Zahl an beeindruckenden Ruinen, von denen sich einige noch immer in einem passablen Zustand befinden. Eines der wichtigsten religiösen Bauwerke ist der Baal-Tempel, der im ersten Jahrhundert n. Chr. erbaut wurde.

Mitten durch Palmyra verläuft eine etwa 1 Kilometer lange Prachtstraße, die an ihren zwei Abbiegungen zum einen mit einem Tetrapylon und zum anderen mit dem großen Hadrianstor geschmückt ist. Südwestlich des großen Hadrianbogens findet man den Tempel des Nebo, einer mesopotamischen Gottheit, die in Palmyra mit Apollo gleichgesetzt wurde. Auf der anderen Seite der Prachstraße lagen einst mehrere Thermen, von denen heute allerdings nur noch ein Wasserbecken zu erkennen ist. Nördlich der Thermen liegt ein weiterer Tempel, der dem Gott Baal Schamin geweiht war.

Nicht allzu weit entfernt stößt man auf ein Theater, welches aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. stammt und sich noch immer in einem beeindruckenden Zustand befindet.

Außerhalb der Ruinenstadt liegt zudem eine Nekropole mit zahlreichen unterirdischen Grabanlagen und diversen Grabtürmen.

Das eigentliche Highlight Palmyras ist allerdings die Qal’at Ibn Ma’n, eine im 13.Jahrhundert von Muslimen erbaute Festung, die sich etwa zwei Kilometer vor der Ruinenstätte auf einem Bergrücken befindet. Nicht nur der Anblick der Höhenburg selbst ist äußerst beeindruckend, sondern vor allem das Panorama, welches sich einem eröffnet, sobald man seinen Blick von der Festung über die grandiose Ruinenstadt schweifen lässt, ist ein wahrer Augenöffner.

Geschichte

Alexander der Große

Alexander der Große

Das Gebiet des heutigen Syriens wurde in den Jahren 332 und 331 v. Chr. von Alexander dem Großen erobert. Von 301 v. Chr. bis 64 v. Chr. gehörte die Region zum Seleukidenreich, das sich nach dem Tod Alexanders gebildet hatte. Im Jahr 63 v. Chr. richtete der Feldherr Gnaeus Pompeius hier die Provinz Syria ein, welche bis zur Eroberung durch die arabischen Umayyaden in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts ein Teil des Römischen Reiches war.

Zwar gehörte Syira bereits unter römischer Herrschaft zu den reichsten Provinzen des Imperiums, nach der Eroberung durch die Araber erlangte das Land allerdings eine zentrale Bedeutung in der gesamten Region. Der damalige Statthalter und Umayyaden-Kailf Mu’awiya baute hier die erste arabische Flotte auf und verlegte das Kalifat im Jahr 661 von Medina nach Damaskus.

750 wurden die Umayyaden schließlich von den Abbasiden gestürzt, welche die Hauptstadt des Kalifats in die irakische Stadt Kufa verlegten.Die neu gegründete Stadt Bagdad wurde schließlich zum Zentrum des Reiches.

Im Laufe der Jahrhunderte zerfiel Syrien in mehrere kleine Fürstentümer, so dass nun die Kreuzfahrer während des Ersten Kreuzzuges zwischen 1098 und 1099 bei der Eroberung der Küstengebiete leichtes Spiel hatten. Die muslimischen Herrscher ließen sich auf eine Koexistenz mit den Kreuzfahrern ein, da diese über die wichtigen Handelszentren entlang der Küste herrschten.

Bald begannen die Muslime allerdings sich gegen die Kreuzfahrer zur Wehr zu setzen und eroberten 1144 die Grafschaft Edessa, was den Zweiten Kreuzzug auslöste, der jedoch vor Damaskus zum Erliegen kam. Die Kreuzfahrer wurden zurückgeschlagen und das muslimischen Syrien mit dem Nordirak vereint. Später konnte der führende General Sirkuh bis nach Ägypten vordringen und das Land am Nil besetzen. Sein Nachfolger Saladin stürzte die Fatimiden, die zu dieser Zeit über Syrien herrschten, und machte das Land zu einem Teil des Ayyubidenreiches.

Im Jahr 1260 eroberten schließlich die Mongolen das Land, welche sich allerdings später den Mamluken geschlagen geben mussten. Deren Herrschaft endete wiederum im Jahr 1516. Syrien wurde zu einem Teil des Osmanischen Reiches.

Erst 1823 übernahm Muhammad Ali Pascha, auf seinem Weg nach Anatolien, die Herrschaft in Syrien. Der mächtige Wali der osmanischen Provinz Ägyten war mittlerweile vielen europäischen Mächten ein Dorn im Auge. Eine geschickte Intervention sorgte dafür, dass am 10. Oktober 1840 erneut die Osmanen die Herrschaft über die Region übernahmen. Eine anschließend gegründete arabische Opposition wurde sofort unterdrückt. Die Spannung zwischen Arabern und Türken wuchs. Im Ersten Weltkrieg kämpften die Araber schließlich auf der Seite der Entente gegen die Türken, getrieben von Versprechungen der Briten, die niemals eingehalten werden sollten. Anstatt den Arabern die eroberten Regionen zu bewilligen, planten Großbritannien und Frankreich die Gebiete unter sich aufzuteilen. Syrien fiel schließlich an Frankreich. Nach diversen Unstimmigkeiten und Auseinandersetzungen mit den Nachbarländern sowie mit der britischen Krone, verließen am 15. April 1946 die letzten französischen Truppen das Land und Syrien erlangte endlich seine Unabhängigkeit. Bereits im Vorjahr wurde Syrien zum Gründungsmitglied der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga.

Die ersten Jahre der Republik waren gekennzeichnet durch politische Krisen und Auseinandersetzungen im Inland sowie im Ausland. Im Sechs-Tage-Krieg verlor Syrien die Golanhöhen an Israel. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung wuchs zusehends. Aus den folgenden internen Machtkämpfen ging schließlich Hafiz al-Assad als Sieger hervor. Während des Jom-Kippur-Krieges im Jahr 1973 konnte Syrien Teile der Golanhöhen zurückerobern. Innenpolitisch bemühte sich Assad seinen Kurs zu stabilisieren, indem er die islamische Opposition unterdrückte, was letzten Endes zum „Massaker von Hama“ im Jahr 1982 führte. Bis zu 30.000 Menschen verloren bei dieser Militäraktion ihr Leben. Eine gezielte Verhaftungswelle im Anschluss sorgte schließlich für den Zerfall der Opposition und stärkte die Macht Assads.

Assad und der Bürgerkrieg

Assad

Bashar al-Assad

Nach dem Tod des syrischen Präsidenten wurde schließlich im Jahr 2000 sein zweitjüngster Sohn Bashar al-Assad zum nächsten Präsidenten gewählt, nachdem eine Verfassungsänderung bezüglich des Mindestalters des Präsidenten (von 40 Jahre auf 34 Jahre) in Kraft getreten war. Der anfänglich liberale Kurs des neuen Präsidenten bestätigte sich im Laufe der Zeit nicht. Demonstrationen der Opposition wurden weiterhin mit brutaler Gewalt niedergeschlagen. Teilnehmer wurde oftmals inhaftiert und hingerichtet. Unter den Opfern soll es auch viele Kinder gegeben haben. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung wuchs und die Proteste gegen das Regime nahmen immer weiter zu, bis die Situation schließlich im Jahr 2011 eskalierte und in einem Bürgerkrieg mündete, der bis heute anhält. Nach Angabe der Vereinten Nationen verloren zwischen März 2011 und April 2014 191.396 ihr Leben in dem Konflikt. Die syrische Regierung wird unter anderem von Russland und China unterstützt, während die Kräfte der Opposition unter anderem von den USA und der Türkei Unterstützung erfahren. Beiden Seiten werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, wobei vor allem die Regierung aufgrund ihrer skrupelloser Methoden in der internationalen Kritik steht.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Syrien grundsätzlich ein Visum. Dieses muss im Vorfeld der Reise bei der syrischen Botschaft in Berlin beantragt werden. Das Visum kann persönlich oder aber auf dem Postweg beantragt werden. In jedem Fall muss der gültige Reisepass entweder mitgebracht oder mitgeschickt werden sowie eine Kopie der ersten Seite, der Aufenthaltsgenehmigungsseite und der Gültigkeitsseite. Darüber hinaus werden zwei ausgefüllte Anträge benötigt, die jeweils mit einem Passfoto versehen werden müssen. Die Anträge können auf der Internetseite der syrischen Botschaft heruntergeladen werden.

Zur Zeit werden zwei verschiedene Arten des Visums angeboten. Das Visum zur einmaligen Einreise kostet 26 Euro und ist für 3 Monate gültig, während sich der Preis für ein Visum zur mehrmaligen Einreise mit einer Gültigkeit von 6 Monaten auf 45 Euro beläuft. Die Entrichtung der Gebühren kann nur per Banküberweisung oder durch direkte Bareinzahlung auf das Konto der Botschaft erfolgen. Die entsprechenden Kontodaten sind ebenfalls auf der Internetseite der Botschaft hinterlegt. Die Kopie des Einzahlungs- bzw. Überweisungsbelegs muss dem Antrag hinzugefügt werden. Die syrische Botschaft weist explizit daraufhin, dass die Gebühr in keinem Fall – auch nicht bei einer Ablehnung des Visums – rückerstattet wird.

Der komplette Antrag sollte mindestens 3 Wochen im Vorfeld der Reise bei der syrischen Botschaft eingereicht werden, um eine ausreichende Bearbeitungszeit zu garantieren. Um den Vorgang zu beschleunigen empfiehlt die Botschaft die Bareinzahlung der Gebühren. Allerdings darf das Visum nicht zu lange im Voraus beantragt werden, da die Gültigkeit des Visums mit dem Datum der Ausstellung beginnt.

Visa werden ausschließlich an Personen erteilt, die einen mindesten 6 Monate gültigen Pass besitzen oder aber über eine mindestens 6 Monate gültige Aufenthaltsgenehmigung für die Bundesrepublik Deutschland verfügen. Deutsche, die sich dauerhaft im Ausland aufhalten, müssen das Visum bei der zuständigen syrischen Botschaft in ihrem Gastland beantragen.

Wer in seinem Reisepass einen israelischen Einreisestempel hat oder Einreisestempel der Grenzübergänge Taba, Wadi-Araba, Jordantal (Wadi Al ordon) Rafah und Sharam Al-Sheikh, dem wird die Einreise untersagt, unabhängig davon, ob er ein Visum hat oder nicht. Darüber hinaus kann es zu Problemen und Verzögerungen kommen, falls als Geburtsort Israel oder die besetzten Gebiete angegeben sind.

Eine gesonderte Regelung gilt für Journalisten. Diese müssen neben dem Antrag drei Passbilder, zwei Kopien des Reisepasses sowie einen kurzen Lebenslauf beifügen. Weiterhin ist ein Schreiben von Nöten, in welchem der Betroffene seine Reise nach Syrien ausführlich erläutert, sowie ein Schreiben und eine detaillierte Vorstellung des Auftraggebers. Im Gegensatz zum regulären Visum, welches bei der Visaabteilung der Botschaft einzureichen ist, muss ein Journalistenviusm bei der Presseabteilung der Botschaft eingereicht werden.

Männliche deutsche Staatsangehörige, die nach dem syrischen Recht ebenfalls die syrische Staatsangehörigkeit besitzen, können, sofern sie keinen Militärdienst geleistet haben, lediglich für drei Monate nach Syrien einreisen. Wird dieser Zeitraum überschritten, wird der Betroffene eingezogen. Eine behördliche Genehmigung für einen solchen Aufenthalt muss ebenfalls bei der syrischen Botschaft in Berlin beantragt werden.

Die Einreisebestimmungen sehen grundsätzlich vor, dass die betroffene Person an der Grenze neben einem Visum auch einen Reisepass oder vorläufigen Reisepass vorzeigen muss, der noch mindesten weitere sechs Monate gültig ist.

Kindereinträge im Reisepass eines Elternteils sind nicht gültig. Jedes Kind benötigt ein eigenes Reisedokument.

Wetter und Klima

Das Klima in Syrien unterscheidet sich je nach betroffener Region. Im Osten des Landes herrscht ein trockenes kontinentales Wüstenklima vor, während der Westen an der Küste durch ein mildes Mittelmeerklima gekennzeichnet ist.

Die Sommer im Westen sind warm und trocken, während der Winter, zwischen November und April, meist mild und feucht verläuft. Die Luftfeuchtigkeit kann hier im Januar bis auf 70% ansteigen. Die durchschnittlichen Höchsttemperaturen liegen im Sommer an der Küste um die 30°C und bei etwa 10°C im Winter.

In der Gebirgsregion, welche das Land östlich der Küste durchläuft ist es feuchter und kälter. Im Winter kann es hier zu Schneefällen kommen. Die erhöhten Niederschläge lassen sich mit den großen Wolkenmassen erklären, die vom Mittelmeer gen Osten über das Land hinwegziehen und sich hier abregnen. Dementsprechend ist es im Landesinneren erheblich trockener und noch heißer als in den Küstengebieten. Die Temperatur steigt bis auf 40°C an, während es in der Wüste sogar bis zu 45°C heiß werden kann. Hier fallen kaum noch Niederschläge. Etwas besser ist die Lage im nördlichen Bergland an der Grenze zur Türkei. In den Wintermonaten können hier immerhin bis zu 400 mm Regen fallen.

Damaskus Klima

Die Hauptstadt Damaskus liegt im Südwesten des Landes auf einer Höhe von 690 m, nicht weit entfernt von der Grenze zum Libanon. In den Sommermonaten zwischen Juni und September können die Temperaturen auf bis zu 32°C ansteigen. Im Winter können sich die Temperaturen im Dezember, Januar und Februar dem Nullpunkt annähern, liegen im Durchschnitt jedoch bei etwa 5°C. Niederschläge fallen zwischen Oktober und Mai, insbesondere von Ende November bis Ende März. Die Luftfeuchtigkeit erreicht in den Wintermonaten Höchstwerte von knapp 70%, während sie in den Sommermonaten bei etwa 50% liegt.

Beste Reisezeit

Wie üblich ist die beste Reisezeit abhängig von der Region. Die Gebirge des Landes sollten im Winter gemieden werden, die Wüste hingegen im Sommer. Der Frühling und der Herbst kommen sowohl im Westen wie auch im Osten des Landes als Reisezeit in Frage. Dies gilt insbesondere für die Monate Mai und Juni sowie September und Oktober. Die Temperaturen sind während dieser Zeit auch für Westeuropäer angenehm. Die Luftfeuchtigkeit ist recht gering und Niederschläge fallen kaum.

Währung und Geld

Syrisched Geld: Syrien Pfund, Lira Geldschein

Syrische Pfund Banknote

Die nationale Währung ist die Syrische Lira bzw. das Syrische Pfund. Sie ist unterteilt in 100 Piaster. In der Regel kann im ganzen Land ausschließlich mit dem Syrischen Pfund bezahlt werden. Währungen der Nachbarländer oder auch der US-Dollar werden momentan nur eingeschränkt akzeptiert.

Es ist keineswegs ratsam bereits vor der Abreise Euro in Syrische Pfund zu tauschen, da die Aus- und Einfuhr der syrischen Landeswährung verboten ist.

Darüber hinaus ist das Syrische Pfund nicht konvertibel – die Währung kann also nicht unbegrenzt in andere Währungen umgetauscht werden und umgekehrt – so dass die Wechselkurse im Ausland deutlich ungünstiger sind als in Syrien selbst.

Geld wechseln

Bis zu 5000 USD (bzw. der entsprechende Gegenwert in einer anderen Währung) dürfen zollfrei und undeklariert nach Syrien eingeführt werden. Schließlich kann das eingeführte Bargeld unmittelbar am Flughafen in Syrische Pfund umgetauscht werden. Wer auf dem Überlandweg nach Syrien kommt, sollte bald eine größere Stadt aufsuchen. Für gewöhnlich findet man hier Banken und Wechselstuben, bei denen der Umtausch von Bargeld vorgenommen werden kann. Zur Mitnahme empfiehlt sich der US-Dollar, da dieser bevorzugt eingetauscht wird. Der Umtausch von Euro ist allerdings ebenfalls vielerorts möglich. Der Rücktausch von Syrischen Pfund in Euro oder USD ist in der Regel nicht möglich. Dennoch sollten Reisende immer den Tauschbeleg aufbewahren, da dieser evtl. bei der Ausreise vorgelegt werden muss.

Zahlung und Bargeld abheben mit Kreditkarte

Ursprünglich bestand in Syrien in größeren Städten wie Damaskus oder Aleppo die Möglichkeit in bestimmten Einrichtungen wie Hotels, bekannten Einkaufszentren, Reisebüros und auch manchen Restaurants mit der Kreditkarte (vorwiegend American Express und MasterCard) zu zahlen. Ebenso konnte an Geldautomaten mit der Kreditkarte Bargeld abgehoben werden. Seit den Sanktionen der USA und der Europäischen Union ist die Nutzung der Karten allerdings nicht mehr möglich. Gleiches gilt auch für die Zahlung bzw. das Geldabheben mit der EC- bzw. Maestro Card. Waren und Dienstleistungen müssen derzeit immer mit Bargeld bezahlt werden.

Die Mitnahme von Reisechecks ist nicht zu empfehlen, da diese kaum irgendwo umgetauscht werden können.

Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten in Syrien sind in der Regel recht gering, können aber aufgrund der aktuellen Krisensituation durchaus erheblich schwanken bzw. über dem gängigen Niveau liegen. Vor allem durch die Flucht vieler Syrer von Aleppo in die Hauptstadt Damaskus sind hier die Lebenshaltungskosten teils dramatisch angestiegen. Dies gilt insbesondere für Lebensmittel. In Friedenszeiten sind die Preise im Land recht moderat und liegen spürbar unter dem deutschen Preisniveau. Ein gutes Hotelzimmer bekommt man für rund 30 Euro und Gerichte in einem Imbiss oder kleineren Lokal kosten oft nicht mehr als drei oder vier Euro. Ebenfalls sehr günstig sind die Preise für die öffentlichen Verkehrsmittel.

Aufgrund des Bürgerkrieges, der dem Land seit 2011 erheblich zusetzt, muss man in Syrien mit erheblichen Einschränkungen im Alltag rechnen. Sollte sich die Lage in Syrien in den kommenden Jahren wieder stabilisieren, wird sicherlich der Einsatz von Kreditkarten früher oder später wieder möglich sein. Zudem werden sich die Lebenshaltungskosten im Land stabilisieren. Solange dies allerdings nicht der Fall ist, sollten sich Reisende immer unmittelbar im Vorfeld der Reise über die momentan Situation informieren.

Unterkunft

Four Seasons Hotel Damascus Syrien

Das Four Seasons Hotel in Damaskus

Seit dem Beginn des Bürgerkrieges im Jahr 2011 ist der Tourismus in Syrien zum Erliegen gekommen. Hotels lassen sich mit sehr wenigen Ausnahmen kaum noch über das Internet buchen. Ausgenommen hiervon sind die großen Hotelresorts und Luxushotels, wie etwa das „Four Season“ in Damaskus oder das „Hotel Safir“ in Homs.

Aufgrund des Ausnahmezustands in Aleppo haben hier viele Unterkünfte ihre Tore geschlossen und auch in anderen Regionen des Landes sind einige Hotels und Hostels nicht mehr zugänglich. Ursprünglich gab es im ganzen Land kleine Pensionen, Gästehäuser und Jugendherbergen sowie zahlreiche Hotels bis hin zu Luxusunterkünften. Viele dieser Einrichtungen mussten jedoch in den letzten Jahren ihren Service einstellen.

Wer momentan eine Unterkunft in Syrien sucht, der muss entweder auf eines der größeren, internationalen Hotels zurückgreifen, von denen noch immer einige eine Buchung über die eigene Homepage ermöglichen, oder aber sich an eine spezielle Reiseagentur wenden. Unterkünfte auf westlichen Niveau findet man beinahe ausschließlich in den Großstädten Syriens. Im Hinterland gibt es meist nur Gästehäuser oder private Pensionen. In kleineren Orten ist es manchmal auch möglich bei Privatpersonen unterzukommen. Ohne Kenntnisse der arabischen Sprache ist es allerdings kaum möglich eine solche Gelegenheit zu nutzen.

Die Preise für eine Unterkunft schwanken für gewöhnlich mit der Art der Behausung und dem Reisedatum. In privaten Unterkünften zahlt man selten mehr als 10 Euro pro Nacht, während die komfortablen Luxushotels Kosten in Höhe von wenigsten 150 Euro verursachen. Zudem steigen die Preise an Feiertagen und während der Ferien. Kleinere Hotels und private Unterkünfte entsprechen nicht unbedingt dem europäischen Niveau und weisen oft hygienische Mängel auf. Wer bei einer Reise nach Syrien Komfort erwartet, der wird an der Reservierung in einem der größeren (und damit meist teureren) Hotels nicht vorbeikommen. Diese bieten meisten auch kostenfreies W-Lan an, welches jedoch häufig nur eingeschränkt funktioniert.
Vor dem Krieg gab es vor allem entlang der Mittelmeerküste sowie rund um Aleppo und Damaskus zahlreiche Campingplätze, die auch von internationalen Touristen genutzt wurden. Die Preise waren ursprünglich sehr günstig und lagen vor dem Krieg für einen Stellplatz mit Strom und Dusche bei etwa 3 Euro pro Tag. Vor der Nutzung eines Campingplatzes sollte man sich aber immer über die aktuelle Sicherheitslage in der betroffenen Region informieren.

Anreise

Die Anreise nach Syrien lässt sich auf dem Überlandweg oder auf dem Luftweg bewältigen. Wer auf dem Landweg einreist muss allerdings mit erheblichen Strapazen und Behinderungen rechnen. Insbesondere ist es wichtig, sich im Vorfeld zu informieren, ob die Grenzen zum Zeitpunkt der Reise für Ausländer geöffnet sind und ob der weitere Verlauf von der Grenze zur nächstgrößeren Stadt problemlos möglich ist.

Grundsätzlich ist die Reise auf dem Überlandweg immer mit Risiken verbunden, die jedem Touristen vor dem Reiseantritt bewusst sein müssen. Es ist daher in jedem Fall empfehlenswert den Flugverkehr in Anspruch zu nehmen und nur dann über Land zu reisen, sofern keine andere Möglichkeit besteht.

Syrien Flug

Damaskus Airport, FLughafen

Damaskus Airport

Momentan existieren keine Direktverbindungen zwischen deutschen Flughäfen und dem internationalen Flughafen in Damaskus. Bis 2012 flog die staatliche Fluggesellschaft Syrian Arab Airlines verschiedene Destinationen in Europa ohne Zwischenstopp an. Dazu gehörten unter anderem auch Berlin und Frankfurt am Main. Aufgrund des anhaltenden Bürgerkrieges verhängte die Europäische Union allerdings ein Flug- und Landeverbot gegen die Airline. Bereits der Erwerb der Tickets gilt als Straftat, es sei denn diese werden zum Zweck der Evakuierung aus Syrien gekauft. Die nicht zur EU gehörige Schweiz verhängte im August 2012 ebenfalls ein Flug- und Landeverbot gegen Syrian Arab Airlines.

Wer momentan mit dem Flugzeug nach Syrien reisen möchte, der kommt an einer Umsteigeverbindung nicht vorbei. Egypt Air zum Beispiel fliegt von Frankfurt über Kairo nach Damaskus. Der gesamte Flug dauert rund 10 Stunden, da Passagieren in Kairo einen Aufenthalt von über 4 Stunden haben. Darüber hinaus gibt es Verbindungen mit Turkish Airlines und Iran Air von München über Istanbul und Teheran in die Syrische Hauptstadt oder mit Ethipoien Airlines über Adis Abeba und Kairo. Bei den meisten Verbindungen müssen Reisende mit sehr langen Aufenthalten auf den einzelnen Umsteigeflughäfen rechnen, so dass die gesamte Reisedauer schon mal 24 Stunden oder mehr in Anspruch nehmen kann. Die Preise variieren ebenfalls erheblich und können zwischen 800 Euro und 1400 Euro schwanken. Zudem müssen Reisende damit rechnen, dass der Flughafen in Damaskus aufgrund von Kampfhandlungen relativ kurzfristig geschlossen wird.

Der internationale Flughafen liegt etwa 14 Kilometer vom Zentrum entfernt und ist über eine Fernstraße direkt mit der Stadt verbunden. Zwischen dem Flughafen verkehren private Taxis sowie ein privates Busunternehmen. Seit dem die Kampfhandlungen begonnen haben ist nicht nur der Flughafen hin und wieder geschlossen, sondern auch die Straße, welche den Flughafen mit der Stadt verbindet.

Auf dem Gelände des Flughafens befinden sich Banken, bei denen man unmittelbar nach der Passkontrolle Geld umtauschen kann. Außerhalb des Terminals warten Busse und Taxis auf die Reisenden. Die Fahrt mit dem Taxi ist deutlich teurer als mit dem Bus. Zudem müssen Neuankömmlinge mit höheren Kosten rechnen, sofern sie in der Nacht eintreffen. Busse fahren dann für gewöhnlich nicht mehr, so dass sich die Taxipreise gerne mal verdoppeln. Mittlerweile läuft auch in Syrien die Berechnung für die zurückgelegte Strecke offiziell über ein Taxameter. In der Realität muss der Preis allerdings häufig noch vor der Abfahrt mit dem Fahrer verhandelt werden.

Neben dem Flughafen in Damaskus gibt es noch zwei weitere internationale Flughäfen in Aleppo und Latakia, die allerdings nur selten von Maschinen aus Europa angeflogen werden. Zudem ist der Flughafen in Aleppo seit Anfang 2013 aufgrund der Kämpfe in und um die Stadt geschlossen.

PKW und Bus

Syrien teilt sich Grenzen mit dem Libanon, der Türkei, Jordanien sowie dem Irak und Israel. Die Golanhöhen zwischen Israel und Syrien sind allerdings ein umstrittenes Gebiet, das unbedingt gemieden werden sollte. Zudem wird die Einreise ohnehin verweigert, falls der Betroffene einen Einreisestempel des Staates Israel in seinem Pass hat. Wer vor der Einreise nach Syrien kein Visum in Deutschland eingeholt hat, der kann entweder in Ankara, Istanbul oder Kairo ein solches beantragen.

Die Grenze zwischen Syrien und dem Irak liegt südlich von Abu Kamal weit im Osten Syriens. Ursprünglich gab es hier einen Grenzverkehr, der vielleicht in Zukunft wieder aufgenommen wird. Seit Juni 2014 ist die Grenze allerdings gesperrt, nachdem Kämpfer des IS den Übergang erobert hatten. Die Annäherung an den Grenzübergang ist hochgradig gefährlich.

Die Grenze nach Jordanien kann an zwei Punkten überquert werden. Die Grenzübergänge Nasib/Jabir und Deraa/Ramtha liegen lediglich drei Kilometer voneinander entfernt. In Friedenszeiten verkehren Servicetaxis und Busse zwischen der jordanischen Hauptstadt Amman und der syrischen Hauptstadt Damaskus, welche den oben genannten Grenzposten Nasib/Jabir überqueren. Die Grenzformalitäten werden durch den Anbieter erheblich erleichtert, so dass sich Reisende um kaum etwas kümmern müssen. Eines der populärsten Unternehmen ist JETT (Jordanien Express Tourist Transport). Die Verbindung zwischen Amman und Damaskus wird zwei mal täglich angeboten und kostet etwa 10 Euro bei einer Fahrtdauer von rund 7 Stunden. Die Tickets sollten im Vorfeld am internationalen Busbahnhof in Amman bestellt und abgeholt werden. Ganz in der Nähe befindet sich zudem der Busbahnhof Abdali, von wo aus Servicetaxis nach Damaskus fahren. Der Preis liegt ein wenig höher als bei der Reise mit dem Fernbus, dafür beträgt jedoch die Reisezeit weniger als die Hälfte, da die Anzahl der Passagiere deren Grenzformalitäten erledigt werden müssen deutlich geringer ist.

Wer auf privatem Weg die Grenze überquert, tut dies in Deraa/Ramtha. Das kann entweder mit dem eigenen PKW geschehen oder aber mit Kleinbussen, die von Deraa aus über die Grenze nach Ramtha fahren. In der Regel verkehren dann von hier aus Busse, welche die Grenzstadt mit der Hauptstadt Damaskus verbinden.

Wer Syrien Richtung Jordanien verlassen möchte, kann dies auf der gleichen Strecke tun. Ein Sitzplatz für den Bus von Damaskus nach Amman sollte immer einige Tage im voraus gebucht werden, da die Nachfrage meist recht hoch ist und die Busse schnell überfüllt sein können.

Aufgrund der angespannten Situation in Syrien, kam es in der vergangenen Jahren immer wieder zu Sperrungen der Grenzpunkte. Es ist daher unbedingt notwendig im Vorfeld der Grenzüberquerung aktuelle Informationen zur Sicherheitslage an der Grenze einzuholen.

Die Grenze zum Libanon kann am Übergang zwischen Masnaa (Libanon) und Yabous (Syrien) überquert werden. In der Regel verkehren Überlandbusse zwischen Beirut und der syrischen Hauptstadt Damaskus. Weiterhin besteht die Möglichkeit mit dem Bus oder Servicetaxi von Beirut über Tripoli nach Aleppo oder Latakia zu reisen. Die Verbindung nach Aleppo wird aufgrund der desolaten Sicherheitslage jedoch häufig unterbrochen.

Auch für die Grenze zwischen dem Libanon und Syrien müssen unbedingt im Vorfeld immer die aktuellsten Informationen zur derzeitigen Lage eingeholt werden, um einen sicheren Grenzübertritt zu gewähren.

Zwischen Syrien und der Türkei gibt es gleich mehrere Grenzübergänge, die von Reisenden genutzt werden können. Als wichtigster Übergang gilt Bab al-Hawa. Dieser liegt nur wenige Kilometer vom Dorf Bab al-Hawa entfernt und befindet sich in der Nähe der syrischen Ortschaft Dana. Busse, die diesen Übergang benutzen verbinden die türkische Stadt Antakya mit den syrischen Städte Aleppo, Damaskus und Latakia. Verbindungen gibt es regelmäßig. Die Tickets sollten einige Tage im Vorfeld der Reise beim entsprechenden Anbieter in Antakya gebucht werden.

Darüber hinuas besteht die Möglichkeit mit dem Minibus von Antakya über die Grenze in der Nähe der kleinen Stadt Kessab nach Latakia weiterzureisen.

Einen weiteren Grenzübergang findet man im Nordosten Syriens in der Stadt Qamischli, welche direkt mit der türkischen Stadt Nusaybin verbunden ist. Die Grenze ist für den Straßenverkehr geöffnet und wird häufig von Reisenden genutzt, welche mit ihrem privaten PKW unterwegs sind.

Auch bei den Grenzen zwischen Syrien und der Türkei gilt, dass es grundsätzlich erforderlich ist sich im Vorfeld der Reise über die aktuelle Sicherheitslage zu informieren, da die Grenzposten durchaus aufgrund von Kampfhandlungen oder Anschlägen geschlossen werden können.

Alle geöffneten Grenzübergänge nach Syrien können auch mit dem Auto überquert werden. Wichtig ist, dass – nach Angaben der syrischen Botschaft in Berlin – für die Einreise mit dem PKW eine Internationale Zulassung, ein Internationaler Führerschein und ein „Carnet de Passage“ erforderlich sind. Das Carnet de Passage wird benötigt, um das Fahrzeug vorübergehen zollfrei einführen zu können. Ausgestellt wird das Dokument in Deutschland durch den ADAC.
Wer mit einem Leihwagen unterwegs ist, benötigt zudem eine Vollmacht des Fahrzeughalters. Fahrzeuge, die mit Diesel laufen, dürfen zunächst nur eine Woche in Syrien bleiben. Allerdings kann diese Frist um eine weitere Woche verlängert werden. Genauere Informationen erhalten Sie bei der syrischen Botschaft in Berlin.

Bahn

Es gibt Zugverbindungen zwischen Syrien und der Türkei sowie zwischen Syrien und Jordanien und zwischen und Syrien und dem Iran.

Ursprünglich fuhren wöchentlich Züge von Teheran oder Istanbul weiter nach Damaskus oder Aleppo. Seit dem Dezember 2011 werden diese Strecken allerdings aufgrund des Bürgerkrieges nicht mehr regelmäßig befahren. Auch die Fahrt mit der Bagdadbahn, welche die Türkei mit Syrien über die Grenzstadt Qamischli/Nusaybin verbindet, ist momentan nicht möglich. Ob und wann die Verbindungen wieder aufgenommen werden, lässt sich zur Zeit nicht abschätzen.

Eine weitere Zugverbindung zwischen Amman in Jordanien und der syrischen Hauptstadt Damaskus mit der Hedschasbahn wurde bereits im Jahr 2006 eingestellt. Es gibt allerdings seit einigen Jahren Pläne die beiden Städte Amman und Damaskus erneut auf dem Schienenweg zu verbinden. Bisher ist ein tatsächliches Übereinkommen, aufgrund politischer Unstimmigkeiten zwischen den beiden Ländern, allerdings immer gescheitert.

Schiff

Ursprünglich bestand eine Fährverbindung zwischen Zypern (Limassol) und Syrien (Latakia) sowie zwischen der Türkei (Bodrum) und Syrien (Latakia). Beide Strecken werden zur Zeit nicht befahren. Auch hier lässt sich nicht absehen wann und ob der Schiffsverkehr wieder aufgenommen wird.

Fortbewegung im Land

Die Fortbewegungsmöglichkeiten im Land sind ebenso vielfältig wie die Menschen und die Landschaft Syriens. Wer größere Strecken zurücklegen möchte, der sollte dies mit dem Flugzeug tun. Für kürzere Distanzen, wie etwa den Besuch einer Nachbarstadt oder für Ausflüge in die unmittelbare Umgebung des Ferienortes, stehen jederzeit Busse und Taxis zur Verfügung. Darüber hinaus haben Besucher natürlich auch vielerorts die Möglichkeit einen Wagen zu mieten. Die Straßen des Landes sind in einem verhältnismäßig gutem Zustand und rund um die Städte in der Regel asphaltiert.

In den letzten Jahren gab es zudem verstärkte Bemühungen den Bahnverkehr weiter zu modernisieren und die zum Teil veralteten Triebwagen zu erneuern. Der Beginn des Bürgerkrieges im Jahr 2011 hat diesem Vorhaben allerdings zunächst einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Flugzeug

Syrian Arab Airlines ist die einzige Gesellschaft, die Flüge innerhalb Syriens anbieten darf. Als Drehkreuze dienen der Fluglinie Damaskus und Aleppo. Angeflogen werden neben diesen beiden Städten auch Latakia, Qamischli und Deir ez-Zor. Die Tickets waren ursprünglich verhältnismäßig günstig, unterlagen jedoch in den vergangenen Jahren immer wieder Schwankungen.

Seit dem 23. Juli 2012 ist es Syrian Arab Airlines nicht nur verboten in den Luftraum der EU einzufliegen, sondern bereits der bloße Erwerb von Tickets der syrischen Fluglinie gilt als Straftat. Es sei den diese werden zum Zwecke der Evakuierung verwendet. Dies gilt auch für die Schweiz. Ausländische Touristen aus der Europäischen Union (und der Schweiz) haben daher im Moment keine Möglichkeit den inländischen Flugverkehr zu nutzen.

Eisenbahn

Der Bahnverkehr in Syrien wird sowohl durch die eigenen Staatsbahn betrieben, wie auch durch die Hedschasbahn, die ursprünglich einmal von Damaskus über Amman bis nach Medina reichte und durch die Staaten Syrien, Jordanien und Saudi-Arabien verlief.

Die eigentliche Hauptstrecke der Hedschasbahn erstreckte sich über 1322 Kilometer mit einer maximalen Ausdehnung – aufgrund der Nebenstrecken – von 1585 Kilometer. Weite Teile der Strecke werden bereits seit vielen Jahren nicht befahren. Einen unregelmäßigen Gelegenheitsverkehr gab es vor dem Bürgerkrieg allerdings noch von Damaskus nach Dar’a und weiter nach Bosra. Der geregelte, fahrplanmäßige Verkehr hingegen wurde schon Ende 2006 eingestellt.

Die Normalspurbahn im Land wird durch die staatseigene CFS (Chemins de fer Syriens) betrieben. Der Personenverkehr ist allerdings in den vergangenen Jahren durch den Ausbau des Straßennetzes zurückgegangen. Die angebotenen Verbindungen wurden immer weniger. Besonders häufig nachgefragt wurde die Verbindung von Damaskus nach Aleppo sowie zwischen Aleppo und Latakia. Auf der zweiten Strecke verkehrten regelmäßig Expresszüge mit wenigen Zwischenstopps.

Weitere Verbindungen gab es zum Beispiel zwischen Aleppo über Deir ez-Zor und weiter nach Qamishli oder von Damaskus über Homs nach Hama oder Tartus.

Die Preise für ein Ticket waren ursprünglich recht moderat und der Komfort der Züge trotz ihres Alters annehmbar. Seit dem Juli 2012 liegt der Bahnverkehr im Land jedoch aufgrund des Bürgerkrieges still. Wann und ob der Verkehr in vollem Umfang wieder aufgenommen wird, lässt sich nur schwer sagen. Da die Infrastruktur allerdings grundsätzlich gegeben ist, bleibt zu hoffen, dass die Züge in Zukunft wieder das Land durchqueren.

Bus fahren

Dank des gut ausgebauten Straßennetzes in Syrien, lassen sich viele Städte des Landes mit dem Fernbus erreichen. Es gibt eine Reihe von Unternehmen, die sich in Preis und Qualität oftmals nur wenig unterscheiden. Die meisten Anbieter sind sehr günstig und ein Großteil der Busse ist klimatisiert und bietet ausreichend Beinfreiheit. Sie fahren regelmäßig und – zumindest offiziell – nach Fahrplan, welcher allerdings nicht immer eingehalten wird. Zwischenstopps gibt es nicht. Tickets können direkt vor Ort gekauft werden. Dafür benötigen Reisende unbedingt ihren Reisepass, der grundsätzlich beim Kauf eines Tickets vorgezeigt werden muss. Alternativ können die Karten auch im Vorfeld beim Anbieter am Bahnhof oder bei einer hiesigen Reiseagentur gebucht werden.

Minibusse (manchmal auch Servicetaxis) verkehren sowohl innerhalb von Städten und Ortschaften wie auch zwischen den Städten und Orten. Verbindungen mit diesen Kleinbussen, die für gewöhnlich zehn bis zwölf (manchmal auch zwanzig) Passagieren Platz bieten, existieren zum Beispiel zwischen Hama und Homs, Tartus und Latakia oder auch zwischen Homs und Latakia. Da die Minibusse über keinen festen Fahrplan verfügen, sondern dann abfahren, sobald der Bus ausreichend gefüllt ist, kann es insbesondere auf weniger populären Strecken passieren, dass Reisende eine länger Zeit auf die Abfahrt warten müssen. Wer es eilig hat, der kann allerdings auch einen kompletten Kleinbus mieten. In einem solchen Falls muss dann für alle Sitzplätze gezahlt werden. Erstaunlicherweise kann dies manchmal trotzdem günstiger sein als die Fahrt in einem regulären Taxi.
Die Reise mit einem Minibus dauert grundsätzlich länger als die Fahrt mit dem Fernbus. Dies liegt vor allem daran, dass Passagiere jederzeit ein- und aussteigen können, während die Überlandbusse für gewöhnlich keine Zwischenstopps einlegen. Das Ziel der Minibusse steht in arabisch auf dem Dach des Fahrzeugs.

Während die Preise unschlagbar günstig sind, ist der Komfort praktisch nicht vorhanden. Es ist grundsätzlich sehr eng in den Bussen, die Luft ist schlecht und es kommt sogar vor, dass dort während der Fahrt geraucht wird. Derartige Unannehmlichkeiten entfallen natürlich, sofern man den ganzen Bus mietet.

Darüber hinaus entsprechen die Fahrzeuge nicht unbedingt europäischen Sicherheitsstandards und auch die Fahrer sind nicht gerade für ihre risikofreie Fahrweise bekannt.

Im Überlandverkehr sollte man daher eher auf die Fernbusse zurückgreifen, während für kurze Distanzen innerhalb von Städten oder Orten auch die Fahrt mit dem Minibus in Frage kommt.

Auto fahren

Das Straßennetz in Syrien ist passabel ausgebaut und insbesondere zwischen den größeren Städten in einem guten Zustand. Zwischen Damaskus, Homs, Hama, Latakia sowie Tartus, Dara und Aleppo verläuft eine mehrspurige Autobahn und auch im Hinterland sind viele Straßen asphaltiert. Leider ist Beschilderung vielerorts nur auf arabisch, was schnell zu Problemen führen kann.

In Syrien herrscht Rechtsverkehr. Die Verkehrsregeln werden zwar von den meisten Einheimischen eingehalten, dennoch geht es auf den syrischen Straßen chaotischer zu als in Deutschland. Auf Autobahnen herrscht eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 120 km/h, während die Geschwindigkeit innerhalb von Ortschaften auf 60 km/h beschränkt ist. Auf Landstraßen darf nicht schneller als 80 km/h gefahren werden.

Mietwagen

Wer sich im Land ein PKW leihen möchte, der muss mindesten 21 Jahre alt sein und seit wenigstens einem Jahr über einen Führerschein verfügen. Häufig zahlen Fahrer unter 25 Jahren eine zusätzliche Gebühr. Autovermietungen gibt es unter anderem direkt am internationalen Flughafen von Damaskus. Es gibt eine Reihe von europäischen Anbietern, die den einheimischen Unternehmen vorzuziehen sind, was insbesondere an den Versicherungsklauseln liegt. Einer der bekanntesten Anbieter vor Ort ist Europcar. Der Tagessatz beläuft sich in der Regel auf mindestens 50 Euro. Verschiedene Anbieter verlangen eine Kaution (meist 100 USD) sowie die Vorlage des Reisepasses. Darüber hinaus muss der Wagen bei einigen Vermietungen für mindestens drei Tage geliehen werden. 
Der Benzinpreis ist durchaus günstiger als in Deutschland, unterliegt allerdings immer wieder Schwankungen. Das Netz an Tankstellen ist groß. Selbstfahrer sollten aber darauf achten, dass nicht überall bleifreies Benzin angeboten wird. Für die Nutzung der Autobahnen müssen Mautgebühren bezahlt werden.

Taxi

In allen größeren Städten und Ortschaften verkehren Taxis. Diese erkennt man leicht an ihrer charakteristischen gelben Farbe. Da kaum ein Taxifahrer Fremdsprachen beherrscht, ist es von Vorteil zumindest die gewünschte Destination auf Arabisch mitteilen zu können oder aber einen Zettel bei sich zu tragen auf welchem das Ziel in arabischer Schrift geschrieben steht.

Alle offiziellen Taxis verfügen über Taxameter. Als Reisender sollte man immer darauf achten, dass dieses zu Fahrtbeginn auch eingeschaltet wird. Viele Fahrer bevorzugen es allerdings den Preis im Vorfeld zu verhandeln, da sie davon ausgehen, dass Touristen grundsätzlich über ausreichend Geld verfügen. Um überteuerten Preisen zu entgehen, kann es hilfreich sein sich an der Rezeption im Hotel einen ungefähren Überblick über die Preise zu verschaffen.

Essen

Syrien Essen, Küche

Syrisches Essen

Die syrische Küche wurde im Laufe der Jahrhunderte durch die Einflüsse zahlreicher Länder geformt. Neben der arabischen und türkischen Küche enthält sie zudem Merkmale der jüdischen und auch der französischen Küche. Zu den Hauptzutaten gehören neben Weizen und Kichererbsen auch verschiedene Gemüsesorten wie Tomaten, Zwiebeln oder Oliven. Gewürzt wird mit Kardamom, Minze, Petersilie, Kreuzkümmel sowie Knoblauch, Zimt und Safran.

Für die Zubereitung fast aller Gerichte wird darüber hinaus Olivenöl verwendet. Auch Fleisch findet in der syrischen Küche Verwendung. Insbesondere Huhn und Lamm erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Der Verzehr von Schweinefleisch ist gläubigen Muslimen untersagt, was dementsprechend zur Folge hat, dass im privaten Rahmen oder auch in Restaurants kaum Schweinefleisch serviert wird. In den Küstenregionen Syriens greifen die Einheimischen auch öfters auf Fisch oder Meeresfrüchte zurück.

Mezze

Wie in anderen Ländern des Nahen Ostens auch, beginnt man eine Mahlzeit auch in Syrien mit den sogenannten Mezze. Dies sind verschiedenste Appetithäppchen, die als Vorspeise gereicht werden und den meisten Mitteleuropäern bereits sehr reichhaltig erscheint. Zu den beliebtesten Vorspeisen gehören Hummus (ein Kichererbsenbrei, der mit Olivenöl oder Sesamöl zubereitet wird) sowie Tabule (ein Salat aus Petersilie, Tomaten und Bulgur) Kibbe (kleine Hackfleischbällchen mit Bulgur) oder auch mit Reis und Fleisch gefüllte Weinblätter. Bereits zum Frühstück gibt es mancherorts Ful, ein dicker Bohnenbrei, der gelegentlich ebenfalls als Vorspeise gereicht wird.

Zu den Hauptgerichten wird meist Fleisch oder Fisch gegessen. Fleisch wird in den meisten Fällen gegrillt serviert, häufig an einem Fleischspieß. Vor allem der Verzehr von Lamm und Huhn ist im Land weit verbreitet. Als Beilage wird häufig Reis oder Pita, ein spezielles Fladenbrot, gereicht.

In der Wüstenregion des Landes findet man ein Gericht mit dem Namen Mansaf. Diese Mahlzeit aus Reis, Nüssen, Trockenfrüchten, Joghurt, Milch und Hammelfleisch wird auf einem enormen Teller serviert und gilt als klassisches Beduinengericht.

Im Anschluss an die Hauptmahlzeit wird in der Regel frisches Obst oder sehr süßes mit Honig verfeinertes Gebäck gereicht. Gelegentlich wird auch Eis angeboten.

Zu jeder Tageszeit wird in Syrien Tee getrunken. Dieser wird eigentlich überall serviert und ist stets sehr stark gesüßt. Gelegentlich wird Gästen auch Kaffee gereicht. Vergleichbar etwa mit Espresso, wird der Kaffee in Syrien in kleinen Tassen angeboten und ist sehr stark. Eine besondere Variante sieht vor den Kaffee mit Kardamom zu würzen, was einen außergewöhnlichen und aufregenden Geschmack zur Folge hat.

Abseits von Tee und Kaffee kann man in vielen Restaurants oder an den Straßenständen Fruchtsäfte und Shakes probieren, die frisch aus den gewünschten Früchten und zur sehr günstigen Preisen zubereitet werden. Vielerorts gibt es zudem reguläre Softdrinks internationaler Marken.

Als eine Art Nationalgetränk gilt Arak, ein klarer ungesüßter Anisschnaps, der zu den verschiedensten Anlässen gereicht und auch in vielen Nachbarländern getrunken wird. Ähnlich wie türkischer Raki oder griechischer Ouzo wird Arak mit Wasser verdünnt und gelegentlich mit zusätzlichen Eiswürfeln serviert. Reisende sollten allerdings darauf achten, dass der Anisschnaps nicht mit Leitungswasser versetzt, da dieses oftmals verunreinigt ist.

Restaurants

Wer in Syrien ein Restaurant aufsucht, der wird schnell feststellen, dass ein Besuch hier ein wenig anders abläuft als in Deutschland. Gäste bestellen ihre Gerichte nicht separat voneinander, sondern ordern gemeinsam ein Anzahl an Mezze und Hauptspeisen, die untereinander geteilt werden. Gegessen wird auch in manchen Restaurants mit den Fingern. Wichtig ist dabei, die rechte Hand zu verwenden, da die linke als unrein gilt. Das als Beilage gereichte Fladenbrot wird dabei häufig als eine Art Ersatzbesteck genutzt.

Vollwertige Mahlzeiten erhält man in den einheimischen Restaurants schon für wenige Euro. Noch günstiger sind die Straßenstände. Allerdings sollte man hier Vorsicht walten lassen, da es durchaus vorkommen kann, dass das verwendete Fleisch schon längere Zeit der Sonne ausgesetzt war, bevor es gegrillt wurde. Die natürliche Folge sind in den meisten Fällen Durchfallerkrankungen oder sonstige Magen-/Darmprobleme.

In Damaskus und Aleppo gibt es auch eine Reihe internationaler Restaurants. Die Preise liegen hier allerdings deutlich über denen der kleineren einheimischen Lokale.

Smartphone, Handy, Internet

Roaming ist in Syrien eine Möglichkeit, allerdings sind die Kosten hierfür in der Regel exorbitant. Die weitaus günstigere Variante ist der Erwerb einer einheimischen Sim-Karte. Die wichtigsten Anbieter im Land sind MTN Syria und Syriatel Mobile Telecom. Letzterer bietet verschiedene Prepaid-Tarife an, die auf die verschiedenen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. Es gibt zum Beispiel eine „Classic Card“, die zum Telefonieren und zum Schreiben von Nachrichten geeignet ist oder aber die „SURF Prepaid Card“, mit der sich das mobile Internet auf dem Smartphone nutzen lässt. Detaillierte Informationen zu allen Angeboten finden Interessierte auf der englischsprachigen Internetseite des Unternehmens.

Die Sim-Karten sind in vielen Shops in den meisten Städten des Landes erhältlich und kosten – abhängig von der Wahl der Karte und dem Anbieter – bis zu (umgerechnet) 10 Euro. In einigen Fällen muss die Karte nach dem Kauf zunächst mit einem Guthaben aufgeladen werden.

Die Netzabdeckung ist in weiten Teilen das Landes sehr gut, so dass man selbst in den abgelegenen Regionen oft noch Empfang hat.

In allen Großstädten Syriens findet man Internetcafes. Die Kosten sind verhältnismäßig gering und oftmals bieten die Geschäfte auch sehr günstige Telefonkarten an, die zum Telefonieren ins Ausland verwendet werden können.

Darüber hinaus gibt es in einigen Hotels einen Internetzugang. Je nach Preisklasse steht Besuchern auch kostenloses W-Lan auf den Zimmern zur Verfügung.

Es kann vorkommen, dass die Nutzung des Internet nur eingeschränkt möglich ist. Seit dem Beginn der Kampfhandlungen im syrischen Bürgerkrieg wurde der Assad-Regierung mehrfach vorgeworfen, dass Land vom Internet abgekoppelt zu haben.

Verhaltensregeln

Der Islam bestimmt in Syrien den öffentlichen Alltag und hat erheblichen Einfluss auf das Leben der meisten Syrer. Dies ist eine Tatsache, der grundsätzlich mit Respekt und Toleranz begegnet werden sollte, auch wenn man bestimmte Ansichten und Meinungen nicht teilt.

Kleidung

Ein wichtiger Faktor ist die Kleidung. Diese sollte immer so gewählt werden, dass sie nicht mit der syrischen Kultur und den islamischen Grundsätzen kollidiert. Für Frauen bedeutet das vor allem, dass die getragene Kleidung nicht zu knapp sein sein darf . Ellenbogen und Knie sollten immer bedeckt sein und ein auffälliger Ausschnitt ist ebenso unangebracht wie ein Minirock oder Hotpants. Am Mittelmeer oder an anderen Gewässern sollten Frauen auf Tangas sowie oben-ohne-baden verzichten.

Auch Männer sollten lange Kleidung tragen. Dies gilt insbesondere für den Besuch von historischen Sehenswürdigkeiten und Gotteshäusern. Ein Strandoutfit a la Mallorca ist hier nicht angebracht. Wer mit seiner Kleidung zu viele Blicke auf sich zieht, der kann schnell in unangenehme Situationen geraten, da eine zu offenherzige Kleidung auch als Provokation verstanden werden kann. Männer die zu leger gekleidet sind verspielen zudem jeglichen Respekt, der ihnen von anderen Männern entgegengebracht wird.

Tischmanieren

Weiterhin sollten die syrischen Tischmanieren berücksichtigt werden. Falls kein Besteck gereicht wird, gilt es die rechte Hand zu benutzen, um das Essen zum Mund zu führen. Die linke Hand gilt als unrein und sollte daher niemals das aufgetragene Essen berühren. Ebenso wenig verwendet man die linke Hand um Geschenke oder andere Gegenstände zu überreichen. In vielen Restaurants wird allerdings auch Besteck zur Mahlzeit gereicht. Sofern man Essen geht ist es wichtig dem Kellner ein Trinkgeld von rund 10% zukommen zu lassen. Alles andere gilt als geizig und ist daher äußerst verpönt.

Wer privat eingeladen wird sollte immer ein kleines Gastgeschenk mitbringen. Während sich Männer mit einem Handschlag begrüßen, erfolgt die Begrüßung der syrischen Frau erst wenn der Gastgeber diese vorstellt. Andernfalls reicht ein freundliches Nicken in die Richtung. Die ungeplante Kontaktaufnahme zwischen einem Ausländer und einer syrischen Frau (oder umgekehrt), zum Beispiel durch längeren Blickkontakt, gilt als ungehörig. Frauen sollten sich zudem nicht wundern, falls sie in ländlichen Regionen von den einheimischen Männern ignoriert werden. Falls sie mit einem männlichen Partner reisen, wird dieser immer zuerst angesprochen.

Fehler vermeiden

Darüber hinaus gibt es noch einige andere Punkte, die Reisende berücksichtigen sollten, um dem unrühmlichen Tritt ins Fettnäpfchen zu entgehen. Es gilt in Syrien als äußerst unhöflich mit dem Finger in der Öffentlichkeit auf andere Leute zu zeigen. Ebenfalls sollten Sie niemals Gläubige beim Gebet stören. Dies beinhaltet auch, dass Sie sich ihnen nicht körperlich annähern, da dies auch als Störung empfunden werden kann. Falls Sie die Gelegenheit haben eine Moschee zu besichtigen (häufig nur mit Einladung) achten Sie auf Ihre Kleidung und lassen Sie in jedem Fall die Finger von der Kamera. Auf keinen Fall sollten Sie Besucher der Moschee fotografieren, die sich gerade im Gebet befinden. Grundsätzlich gilt auch in Syrien, dass man Personen fragt bevor man sie auf der Straße ablichtet. In der Regel wird diese Frage bejaht und häufig ist ein Foto eine gute Gelegenheit, um mit der hiesigen Bevölkerung ins Gespräch zu kommen.

Das Trinken von Alkohol ist in der Öffentlichkeit untersagt. Zudem sollten Sie es während des Ramadan vermeiden tagsüber auf offener Straße zu essen, zu trinken oder zu rauchen. Da Muslime während des Fastenmonats erst in den Abendstunden Nahrung zu sich nehmen dürfen, wäre ein solches Verhalten äußerst rüde und wenig sensibel.

Ebenso sollten Sie von der öffentlichen Zurschaustellung von Zärtlichkeiten absehen. Dies gilt insbesondere für homosexuelle Handlungen, da diese in Syrien mit einer langjährigen Gefängnisstrafe geahndet werden können.

Bei Gesprächen sollten Sie heikle Themen eher meiden. Insbesondere Kritik an der Religion oder am Propheten sind absolut fehl am Platz.

Sprache und Verständigung

Die Amtssprache in Syrien ist Hocharabisch. Hierbei handelt es sich um Sprache, die zwar von vielen Syrern beherrscht, jedoch selten gesprochen wird. Wesentlich verbreiteter ist ein regionaler Dialekt der arabischen Sprache, die syrisch-arabische Umgangssprache. Darüber hinaus werden eine Reihe von Sprachen der regionalen Minderheiten gesprochen wie zum Beispiel Syrisch, Westarmenisch, Turkomanisch sowie verschiedene kurdische Dialekte.

Aufgrund der Geschichte des Landes hatte lange Zeit die französische Sprache einen besonderen Stellenwert in Syrien, vor allem im Bildungswesen und in der Verwaltung. Mittlerweile lernen allerdings kaum noch Schüler Französisch. Vielmehr liegt der Fremdsprachenfokus heute auch in Syrien auf der englischen Sprache, die mittlerweile in einem Großteil des Schulen unterrichtet wird.

Es verwundert daher kaum, dass es insbesondere junge Menschen sind, die Englisch sprechen. Insbesondere in den Großstädten trifft man immer wieder auf Einheimische mit guten Fremdsprachenkenntnissen.

In den größeren Hotels gibt es an der Rezeption eigentlich immer wenigstens einen Mitarbeiter, der Englisch spricht und versteht. Taxifahrer hingegen verstehen in der Regel keine Fremdsprachen, kennen aber manchmal die wichtigsten Begriffe, so dass eine rudimentäre Verständigung möglich ist. Gehobene Restaurants haben ebenfalls manchmal englischsprachiges Personal. In kleineren einheimischen Lokalen sollte man davon allerdings nicht unbedingt ausgehen. Zu Problemen kann es hier vor allem kommen, da die Speisekarten oftmals nur in arabischer Schrift geschrieben stehen.

Immer und überall gern gesehen ist es, wenn Ausländer einige Floskeln, wie etwa die Begrüßung oder Verabschiedung, beherrschen. Dies bricht schnell das Eis und kann zur Folge haben, dass auch in Problemfällen trotz der Sprachbarriere gemeinsam nach einer Lösung gesucht wird.

Nachtleben

Das Nachtleben in Syrien beschränkt sich vor allem auf die Großstädte wie Damaskus und Aleppo. Hier gibt es einige Bars und Diskotheken, in denen Alkohol ausgeschenkt und gefeiert wird. Häufig ist es auch in den großen Hotels möglich einen feuchtfröhlichen Abend zu verbringen.

Ansonsten besteht die Möglichkeit die Abendstunden in einem Restaurant zu verbringen oder über den Basar zu flanieren. Gelegentlich sieht man auch ganze Familien, die bis zu später Stunde in den Parkanlagen verweilen und dort gemeinsam essen bzw. picknicken.

Reisende sollten unbedingt im Hinterkopf behalten, dass er Genuss von Alkohol in der Öffentlichkeit untersagt ist. Sturzbetrunken durch die Straßen zu torkeln ist daher ebenfalls keine gute Idee.

Grundsätzlich lässt sich das Nachtleben in Syrien nicht mit dem Nachtleben in Deutschland vergleichen. Insbesondere außerhalb der Großstädte gibt es eigentlich keine Möglichkeit die Nacht zum Tag zu machen. Aufgrund des muslimischen Glaubens wird darüber hinaus nur in wenigen Lokalen Alkohol ausgeschenkt.

Seit dem Beginn des Bürgerkriegs ist auch das Nachtleben in Damaskus und Aleppo erheblich eingeschränkt.

Reise- und Sicherheitshinweise

Das Auswärtige Amt hat eine Reihe Informationen veröffentlicht, mit denen sich Urlauber unbedingt vor ihrem Reiseantritt vertraut machen sollten. Syrien gilt momentan als eines der gefährlichsten Länder in Vorderasien. Eine Reise in das Land im Nahen Osten sollte also unbedingt bis ins kleinste Detail im Voraus geplant und nur dann auch angetreten werden, sofern keine Alternative besteht.

Das Auswärtige Amt warnt ausdrücklich vor dem Besuch des Landes. Deutsche, die sich noch im Land aufhalten werden aufgerufen Syrien umgehend zu verlassen. Zwar ist der Kauf von Tickets für die syrische Airline Syrian Arab Air seit dem Inkrafttreten der Sanktionen 2012 verboten, sofern die Tickets jedoch aus Gründen der Evakuierung gekauft werden, ist der Erwerb legal.

Wer sich entgegen der Warnungen für eine Reise nach Syrien entscheidet, der sollte sich in jedem Fall in Krisenvorsorgeliste bzw. Deutschenliste des Auswärtigen Amts eintragen.

Die aktuellsten Sicherheitshinweise und Reisewarnungen können jederzeit auf der Internetseite des Auswärtigen Amts eingesehen werden.

Krieg und Terrorismus

Der 2011 entflammte Bürgerkrieg hat mittlerweile auf das gesamte Land übergegriffen. Sicherheit kann derzeit in keinem Teil Syriens garantiert werden. Ausländer, die sich illegal im Land aufhalten, können mit fünf bis zehn Jahren Gefängnis bestraft werden.

Darüber hinaus besteht seit 2012 eine erhöhte Terrorgefahr. Dies gilt vor allem für öffentliche Gebäude und Einrichtungen. Weiterhin ist auch die Anzahl der Entführungen gestiegen sowie das allgemeine Gewaltrisiko.

Der IS ist mittlerweile auch in Syrien aktiv. Seit dem September 2014 wird die Stadt Kobane (auch Ain al-Arab) schwer umkämpft. Zudem kontrolliert der IS die Provinzhauptstadt ar-Raqqa und ist ebenso in Aleppo und Deir ez-Zor aktiv.
Es finden Flüchtlingsbewegungen in die angrenzenden Länder statt. Dies gilt vor allem für die Türkei, Jordanien und den Libanon. Darüber hinaus kann es zu Spannungen in den überwiegend von Kurden bewohnten nordöstlichen Provinzen kommen sowie an der syrisch-irakischen Grenze. Es sollte daher immer auch die Sicherheitslage in den angrenzenden Staaten berücksichtigt werden. Dies gilt besonders für den Irak sowie für Teile des Libanons.

Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass die deutsche Botschaft in Damaskus geschlossen ist und kein konsularische Hilfe leisten kann.

Naturkatastrophen

Eigentlich zählt Syrien nicht zu den Ländern, die einer übermäßigen Gefahr durch Naturkatastrophen ausgesetzt sind. In den Wintermonaten kann es zwar zu Überschwemmungen kommen und gelegentlich finden kleine Erdrutsche statt, vor größeren Katastrophen blieb das Land in den vergangenen Jahren jedoch weitestgehend verschont.

Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass es in Syrien zu Erdbeben kommt, da das Land sich am nördlichen Abschnitt der Toten-Meer-Verwerfung befindet. Die Verwerfung ist der nördliche Ast eines Systems von Grabenbrüchen (Schwächezonen in der Erdkruste mit absinkenden Gesteinsparteien), die vom Ostafrikanischen Grabenbruch ausgehen. Besonders betroffen sind der Südwesten des Landes an der Grenze zum Libanon sowie die Gegend nördlich der Stadt Aleppo. Das letzte große Erdbeben aus dieser Region wurde allerdings im Jahr 1822 gemeldet. Angaben zu Folge sollen dabei rund 20.000 Menschen ums Leben gekommen sein.

Für den Fall, dass Sie Zeuge eines Erdbebens werden ist es wichtig, unter einem stabilen Möbelstück Schutz zu suchen, um fallenden Gegenständen und Objekten zu entgehen. Wer sich im Freien aufhält sollte nach Möglichkeit einen Platz abseits von hohen Gebäuden und Stromleitungen aufsuchen. Falls es nicht möglich ist nach dem Beben mit Familienangehörigen in der Heimat Kontakt aufzunehmen, sollten Sie sich an die zuständige Botschaft wenden.

Besondere Zollvorschriften

Wer Bargeld im Gegenwert von mehr als 5000 USD einführen möchte, muss dies bei der Einreise deklarieren. Tut man dies nicht, kann die Ausreise untersagt werden, sofern der Betroffene mehr als 5000 USD mit sich führt. Die Aus- und Einfuhr der syrischen Landeswährung (Syrische Lira o. Syrisches Pfund) ist verboten.

Die Einfuhr von elektronischen Geräten unterliegt speziellen Regelungen. Es kann vorkommen, dass Laptops bei der Einreise durchsucht werden. Zudem sollten Reisende auf die Mitnahme von GPS-Geräten verzichten.

Ebenfalls gesondert geregelt ist die Ausfuhr von Antiquitäten. Diese dürfen eigentlich nur mit einer speziellen Genehmigung ausgeführt werden. Der leichtfertige Kauf von Andenken an einer der historischen Stätten kann somit unter Umständen zu erheblichen Problemen führen, auch wenn es sich hierbei oft um Fälschungen handelt.

Weiterführende Zollinformation erhalten Sie bei der syrischen Botschaft in Berlin.

Besondere strafrechtliche Bestimmungen

Grundsätzlich ist es in Syrien verboten militärische Einrichtungen zu fotografieren. Dabei muss der Begriff „militärisch“ sehr weit ausgelegt werden. Gemeint sein können auch Privathäuser hochrangiger Personen, Rundfunkeinrichtungen, Brücken und Flughäfen sowie sonstige staatliche Gebäude. Zuwiderhandlungen können als versuchte Spionage ausgelegt werden.

Ebenfalls strengstens untersagt ist das Betreten von Sperrbezirken, die in Syrien leider nicht immer eindeutig gekennzeichnet sind. Bereits das Fotografieren solcher gesperrten Umgebungen kann mit einer Strafe geahndet werden.

Gleichgeschlechtliche Handlungen sind in Syrien per Gesetz verboten und können ebenfalls mit harten Gefängnisstrafen geahndet werden.

Gesundheit

Es bestehen keine Impfvorschriften, sofern man direkt aus Deutschland anreist. Allerdings ist eine Gelbfieberimpfung Pflicht, falls man sich zuvor in einem Infektionsgebiet aufgehalten hat.

Darüber hinaus empfiehlt das Auswärtige Amt die Standardimpfungen gemäß dem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes.
Von besonderer Bedeutung sind Impfungen gegen Poliomyelitis, Hepatitis A sowie gegen Masern/Mumps/Röteln. Bei einem Aufenthalt, der die Dauer von vier Wochen überschreitet, sollte zudem eine Impfung gegen Hepatitis B sowie – abhängig vom Reisestil – gegen Typhus und Tollwut in Betracht gezogen werden.

Weiterhin hat die WHO Syrien aufgefordert sicherzustellen, dass alle Reisenden, die sich länger als vier Wochen im Land aufgehalten haben, beim Verlassen des Landes über ein gültiges, internationales Impfzertifikat mit einer dokumentierten Kinderlähmungsimpfung (Poliomyelitis) verfügen. Gemäß der WHO darf die Impfung nicht älter als ein Jahr sein und muss spätestens 4 Wochen vor der Ausreise erfolgt sein. Bei einer kurzfristigen Ausreise muss eine aktuell durchgeführte Impfung mit einem Injektionsimpfstoff oder einem oralen Impfstoff nachgewiesen werden.

Die Impfung muss unbedingt in das vorgesehen Feld im internationalen Impfzertifikat eingetragen werden, so dass es für das Flughafenpersonals leicht erkennbar ist.

In den nördlichen Grenzgebieten zur Türkei und zum Irak ist der Krankheitserreger Plasmodium vivax weit verbreitet. Durch den Stich der nachtaktiven Anopheles Mücke kann dieser Erreger die Malaria tertia auslösen. Diese Form der Malaria verläuft meist wesentlich milder als die hochgefährliche Malaria tropica, kann aber in seltenen Fällen dennoch zum Tod führen. Oftmals treten die Symptome erst mehrere Wochen nach dem eigentlich Stich in Erscheinung.

Bisher gibt es gegen Malaria keine wirksame Impfung. Zur Prophylaxe können unter Umständen Tabletten eingenommen werden. Diese Praxis wird allerdings von den meisten Ärzten abgelehnt und nur sehr eingeschränkt empfohlen. Wichtiger für die Vermeidung einer Erkrankung ist der vorsorgliche Schutz vor Mückenstichen. Allgemeine Schutzmaßnahmen wie die Verwendung langer, heller Kleidung sowie die Nutzung von Moskitonetzen und Repellentien können das Risiko einer Erkrankung deutlich minimieren. Insgesamt wird das Infektionsrisiko in Syrien als gering angesehen.

Die zur Vermeidung von Malaria angegebenen Schutzmaßnahmen können ebenfalls als Vorsorge für andere durch Mücken übertragene Krankheiten angesehen werden. Insbesondere das Risiko einer Erkrankung an der tückischen Leishmaniose – eine von Fliegen übertragene, parasitäre Krankheit – lässt sich so minimieren. Diese schwere Wurmerkrankung macht sich oftmals erst mehrere Wochen nach dem eigentlichen Stich bemerkbar und kann unter anderem zu drastischen Hautveränderungen und Geschwüren führen. Leishmaniose tritt am ehesten in den ländlichen Regionen außerhalb der Großstädte auf.

Wie in vielen anderen Ländern Vorderasiens auch, treten in Syrien vermehrt Durchfall- und Darmerkrankungen auf. Ein Infektionsrisiko besteht für Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen sowie für Amöben und Lamblien. Darüber hinaus tritt in Syrien noch immer Kinderlähmung auf. Eine Impfung vor Reiseantritt wird daher dringend empfohlen.
Die meisten dieser Krankheiten werden durch verunreinigtes Leitungswasser oder verunreinigte Nahrungsmittel verursacht. Das Risiko einer Erkrankung lässt sich allerdings durch die Einhaltung einiger simpler Grundregeln drastisch reduzieren.

Bilharziose (auch Schistosomiasis) ist eine Wurmerkrankung, die in warmen Binnengewässern auftritt. Reisende sollten daher unbedingt den Kontakt mit offenen Süßwassergewässern meiden, da die Krankheitserreger über die Haut in die Lymph- und Blutgefäße gelangen. Von wo aus sie weiter in die Leber wandern und sich anschließend in den Organen und dem Gehirn auszubreiten. Die ersten Symptome sind ein starker Juckreiz rund um die Eintrittstelle sowie ein unangenehmer Hautausschlag. Behandelt wird Bilharziose mit dem Anthelminthikum Praziquantel.

Tollwut kann in Syrien Landesweit auftreten. Reisenden wird geraten sich von streunenden Tieren fernzuhalten. Die Viren befinden sich im Speichel der Tiere und geraten durch einen Biss in den Blutkreislauf des Menschen. Theoretisch ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich.

Wer sich außerhalb der großen Städte des Landes aufhält oder das Land bereist, der sollte sich im Vorfeld gegen Tollwut impfen lassen. Nach einem Biss muss die Impfung unbedingt aufgefrischt werden. Dies ist in der Regel (wenn überhaupt) nur in Damaskus möglich.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Land ist eingeschränkt. Lediglich in Damaskus ist das Versorgungsniveau befriedigend. In Großstädten wie Aleppo oder Homs kann eine erste Versorgung vorgenommen werden. In den ländlichen Regionen hingegen kann auf Notfälle meist nur unzureichend reagiert werden.

Jeder Reisende sollte unbedingt über eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholoption verfügen. Darüber hinaus ist die Mitnahme einer umfassenden Reiseapotheke ein absolutes Muss, da die Versorgung mit Medikamenten aufgrund der derzeitigen Lag ebenfalls eingeschränkt sein kann.

Vor dem Reiseantritt sollte man sich zudem durch einen erfahrenen Reise- oder Tropenmediziner beraten lassen.