Russland Reisen, Reiseführer, Urlaub, Tourismus


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HauptstadtMoskau
SprachenRussisch (Amtssprache)
StaatsformFöderale Republik
Fläche17.075.400 km²
mit Krim: 17.102.344 km²
Einwohner143,6 Millionen (~8 Einwohner pro km²)
WährungRubel (RUB)
Telefon-Vorwahl+7
ZeitzoneUTC+3 bis UTC+12
NationalflaggeRussland Flagge

Russland Flagge

Auch in unserer heutigen Zeit herrschen noch immer viele Vorurteile gegenüber der Russischen Föderation. Der flächenmäßig größte Staat der Erde wird von vielen Ausländern noch immer als einer Art Entwicklungsland angesehen, welches sich noch weit von den großen Industriestaaten dieser Welt entfernt befindet. Zwar ist es durchaus richtig, dass in einigen Regionen des Landes – insbesondere nordöstlich des Urals – das Leben vieler Russen sehr einfach ist, ohne Zugriff auf moderne Technik oder andere aktuelle Errungenschaften, im europäischen Teil des Landes sieht das jedoch ganz anders aus.

Städte wie Moskau und St. Petersburg sind moderne Weltmetropolen, die anderen Städten wie London oder Berlin in nichts nachstehen. Auch von dem Schmuddelimage, welches vielen Städten nachgesagt wird, sollte man sich verabschieden. Nicht überall wird das Stadtbild von grässlichen Betonbauten geprägt. Ganz im Gegenteil. Bei vielen Kosmopoliten gilt St. Petersburg als eine der schönsten Städte der Welt.

Wer nach Russland reist, kann letztendlich beides haben. Aufblühende Metropolen und ungestörte Ursprünglichkeit. Was aber alle Russen vereint ist ihre Gastfreundschaft und die Liebe zu ihrem Land. Dabei hat es Mütterchen Russland ihren Kindern nicht immer einfach gemacht. Erst mit der Wahl Putins zum Präsidenten im Jahr 2000 kam der wirtschaftliche Aufschwung, was auch noch heute ein Grund ist, warum trotz vieler umstrittener Entscheidungen noch immer ein großer Teil der Bevölkerung hinter dem starken Mann im Kreml steht.

Russland Karte

Karte: Russlands Republiken

Mit knapp 144 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 17.075.400 km² (ohne die Krim) ist Russland der flächenmäßig größte Staat der Erde. Während dem russischen Selbstverständnis nach das eigene Land eine Großmacht ist, welche sich zu Europa bekennt, liegt der weitaus größere Teil geographisch gesehen in Asien. Das Uralgebirge stellt die Grenze zwischen den beiden Kontinenten dar.

Städte und Sehenswürdigkeiten

Aufgrund seiner enormen geographischen Ausmaße hat Russland unzählige Sehenswürdigkeiten und Attraktionen zu bieten, die bei einer Rundreise wahrgenommen werden sollten.

Moskau

Moskau Sehenswürdigkeiten: Basilius Kathedrale

Die Basilius Kathedrale in Moskau.

Die Weltmetropole und Hauptstadt der Russischen Föderation, welche sich im europäischen Teil des Landes befindet, ist seit dem Beginn des neuen Jahrtausends zu einem wahren Touristenmagneten avanciert. Mit rund 11,5 Millionen Einwohnern ist Moskau nicht nur die größte Stadt in Europa, sondern zugleich auch das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes.

Von Theatern über Museen, Luxusboutiquen und Edelrestaurants bis hin zu weltbekannten Sehenswürdigkeiten; in Moskau kommt jeder Besucher auf seine Kosten. Abseits der üblichen Attraktionen zieht vor allem das exzessive Nachtleben der Hauptstadt in den vergangenen Jahren auch ein zunehmend jüngeres Publikum an.
Aber auch Moskau ist mehr als nur die Summe seiner Teile. Wer länger bleibt und über den Tellerrand hinausblickt hat durchaus die Möglichkeit den einzigartigen Charme der Stadt kennen- und lieben zu lernen.

Moskau Sehenswürdigkeiten

Natürlich gibt es in Moskau einige Sehenswürdigkeiten, die sich kein Tourist entgehen lassen darf. Seit 1990 gehören der Rote Platz und der Kreml zum UESCO Weltkulturerbe und zählen somit zu den wichtigsten Attraktionen der Hauptstadt. Der historische Mittelpunkt der Metropole ist nicht nur aufgrund seiner Historie einer der meistbesuchten Plätze Moskaus, sondern vor allem aufgrund seiner eindrucksvollen Architektur. Insbesondere die Zwiebeltürme der Basilius-Kathedrale schaffen es in nahezu jedes Fotoalbum. Nicht fehlen darf natürlich auch ein Besuch des Bolschoi-Theaters oder der Christ-Erlöser-Kathedrale.

Wer alles mitnehmen möchte was die Stadt zu bieten hat, der sollte sich mehrere Tage Zeit nehmen, um die zahlreichen Attraktionen und die verschiedenen Stadtteile Moskaus genauer zu erkunden.

Sankt Petersburg

Sankt Petersburg Sehenswürdigkeiten: Schloss Peterhof

Schloss Peterhof in Sankt Petersburg

Trotz ihrer deutlich geringeren Einwohnerzahl steht die zweitgrößte Stadt im Land Moskau in nicht viel nach. Die ausgezeichnete touristische Infrastruktur ermöglicht es Reisenden die zahlreichen Sehenswürdigkeiten mit Leichtigkeit erkunden zu können. Zudem ist die Stadt stets bemüht ihrer Rolle als Touristenmagnet nachzukommen.

Angebote wie die St. Petersburg City Card, welche es Urlaubern ermöglicht freien oder zumindest vergünstigten Eintritt in Museen und anderen Attraktionen zu erhalten, stellen sicher, dass sich Reisende stets umsorgt fühlen. Zudem gibt es das ganze Jahr hindurch Festivals und Events, die den Tourismus in der Stadt noch weiter ankurbeln sollen. Nötig hätte dies die 5-Millionen Stadt allerdings kaum, war sie doch vom 18. bis ins 20. Jahrhundert die Hauptstadt der Russischen Kaiserreiches und damit eines der wichtigsten Kulturzentren in Europa, welches auch heute noch eine schier endlose Anzahl an aufregenden Sehenswürdigkeiten zu bieten hat.

Insbesondere die historische Innenstadt zählt mit ihren Palästen, Prunkbauten und Schlössern zu den wichtigsten Attraktionen in ganz Russland. Dies hat 1990 auch die UNESCO erkannt und somit das historische Zentrum der Metropole auf die Leiste der zu schützenden Weltkulturgüter gesetzt. Heute gilt Sankt Petersburg als eine der schönsten Städte Russland.

Wie Moskaus Kreml oder Roter Platz hat auch St. Petersburg, insbesondere in touristischer Hinsicht, einige ganz besondere Höhepunkte zu bieten. Neben der Eremitage, eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt, sind es vor allem die Auferstehungskirche – manchmal auch Bluterlöser-Kirche, Erlöserkirche oder Blutkirche – sowie das Schloss Peterhof, die Peter-und-Paul-Festung oder die Isaakskathedrale, welche Reisende auf keinen Fall verpassen sollten. Darüber hinaus gibt es noch dutzende weitere Attraktionen, die erwähnenswert wären, deren Auflistung allerdings den Rahmen sprengen würde. Wer nicht weiß wo er beginnen soll, dem sei ans Herz gelegt einmal den Newski-Prospekt entlang zu flanieren. Die etwa 4,5 Kilometer lange Straße im Herzen der Altstadt beherbergt zahlreiche Sehenswürdigkeiten und ist bereits für sich genommen eine absolute Attraktion.

In Sankt Petersburg kommen fühlen sich aber nicht nur Urlauber wohl, die sich nach Kunst und Kultur sehen. Auch Shoppingbegeisterte, Feinschmecker und vor allem Nachtschwärmer kommen in der Metropole voll auf ihre Kosten.

Aufgrund der hervorragend ausgebauten Verkehrswege zwischen Moskau und St. Petersburg, sollte jeder Besucher der Hauptstadt in Erwägung ziehen, ob er nicht einige Tage in die Kulturhochburg im Nordwesten Russlands reisen möchte. Lohnenswert ist ein Aufenthalt in St. Petersburg auf jedem Fall.

Nischni Nowgorod

Nischni Nowgorod

Nischni Nowgorod

Lange Zeit war Ausländern der Zugang zu dieser Perle an der Einmündung der Oka in die Wolga untersagt. Doch all das änderte sich mit dem Ende der Sowjetunion. Heute ist die ehemals geschlossene Stadt, die bis 1990 noch Gorki hieß (benannt nach dem bekannten Schriftsteller), eine der beliebtesten Touristendestinationen im Westen Russlands. Mit knapp 1,3 Millionen Einwohnern ist Nischni Nowgorod momentan die fünftgrößte Stadt in Russland. Aufgrund ihrer bewegten Historie und der exquisiten Lage an Oka und Wolga hat die Stadt Touristen in vielerlei Hinsicht etwas zu bieten.

In der zentralen Fußgängerzone der Stadt, der Bolschaja Pokrowskaja Uliza, reihen sich Geschäfte, Restaurants und Cafes in idyllischer Lage aneinander. Die meisten Urlauber verbringen bereits hier einige Stunden ihrer Zeit, gibt es doch rund um das Zentrum allerhand interessantes und kurioses zu entdecken.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört der Nischni Nowgoroder Kreml, der als das historische Zentrum der Stadt gilt. Das Wahrzeichen dieses Komplexes ist der Iwanowskaja-Turm, der bereit im Jahr 1501 erbaut wurde.

Rund um die Altstadt findet man darüber hinaus eine schier endlose Zahl an architektonischen Attraktionen aus den vergangenen Jahrhunderten wie die Mariä-Geburt-Katherdrale, die Mariä-Entschlafens-Kirche oder die Kirche des Sergius von Radonesch. Ebenfalls bemerkenswert sind das Staatsbankgebäude und das Jugendzentrum des St. Petersburger Architekten Wladimir Alexandrowitsch Pokrowski. Heute gilt Nischni Nowgorod bei vielen Touristen als das Zentrum russischer Architektur.

Eine besondere Stellung in der Stadt genießt zudem das Kunstmuseum, das über 12.000 Exponate der bekanntesten russischen Künstlern beherbergt sowie einige namhafte Werke westlicher Künstler. Tatsächlich hat sich die Stadt im Laufe der Jahre zu einem beliebten Anlaufpunkt für internationale Kunstausstellungen entwickelt, was sich zunehmend auch im Stadtbild widerspiegelt.

Wer nach einem Tag voller Kunst und Kultur ein wenig die Seele baumeln lassen möchte kann dies in der Nischni Nowgoroder Schweiz tun, einem Park, der sich südlich der Altstadt befindet. Alternativ bietet es sich an, am hohen Wolgaufer die Einmündung der Oka in die Wolga zu bestaunen. Der dortige Aussichtspunkt Strelka ist seit Jahren ein wahrer Touristenmagnet.

Aufgrund des hervorragenden Anschlusses an die Wasserwege des Landes ist Nischni Nowgorod mittlerweile auch zu einer der beliebtesten Anlegestellen für Flusskreuzfahrten avanciert. Darüber hinaus liegt die Stadt auf der legendären Route der Transsibirischen Eisenbahn und ist über die Fernstraße M7 direkt mit der russischen Hauptstadt verbunden. Zudem verfügt die Stadt über einen internationalen Flughafen, der über Umsteigeverbindungen von verschiedenen deutschen Städten aus angeflogen wird. Direktverbindungen zwischen Nischni Nowgorod und Moskau sowie zwischen Nischni Nowgorod und St. Petersburg werden ebenfalls angeboten.

Wladiwostok

Wladiwostok

Wladiwostok (Bild © RIA Novosti. Wladimir Kobsar)

Die Endstation der Transsibirischen Eisenbahn ist wohl mit Abstand Russlands wichtigste Hafenstadt am Pazifik. Direkt am Japanischen Meer gelegen trennen die russische Großstadt und das japanische Festland nur rund 800 Kilometer (Entfernung Moskau-Wladiwostok: 6430 km Luftlinie).

Übersetzt bedeutet Wladiwostok „beherrsche den Osten“, in der Realität trifft dies allerdings ebenso wenig auf die wirtschaftliche wie auch auf die militärische Dominanz zu. Vielmehr sieht man auf den Straßen der Stadt Unmengen an japanischen Autofabrikaten und in vielen Geschäften und Restaurants findet man Spuren der asiatischen Nachbarn.

Und dennoch: Wladiwostok ist ein Stück Europa mitten in Asien. Vom historischen Hauptbahnhof aus ist es kein weiter Weg bis zum Hafen der Stadt, wo es allerlei zu entdecken gibt, wie zum Beispiel das S-56 U-Boot-Museum. Weiter im Osten der Wladiwostoks befindet sich eine enorme Schrägseilbrücke, welche die Stadt mit der vorgelagerten Insel Russki verbindet. Mit einer Gesamtlänge von 3,1 Kilometer und einer Stützweite von 1104 m zwischen den beiden Pfeilern ist sie die längste Brücke ihrer Art und zeitgleich eine beliebte Touristenattraktion. Zu Zeiten der Sowjetunion befand sich auf der knapp 100 km² großen Insel eine Militärbasis. Heute ist ein Teil der Insel bewaldet und zentral gelegen findet man den Campus der Eastern Federal University. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind die ehemalige Festung, der Tokrevskaya Koshka Leuchtturm, die botanischen Gärten oder auch die Svetlanskaya Straße.

Für Urlauber, die sich nicht bereits in einer benachbarten Region aufhalten gehört ein Besuch der Stadt nicht zwangsläufig zum absoluten Pflichtprogramm einer Russlandreise. Interessant sind allerdings die Anbindungen an Südkorea oder Japan. Abgesehen vom gängigen Transport mit dem Flugzeug können Reisende entspannt mit der Fähre von Wladiwostok über die südkoreanische Stadt Donghae bis ins japanische Sakaiminato gelangen. Die zweitägige Reise kostet rund 400 Euro.

Nowosibirsk

Alexander-Newski-Kathedrale, Nowosibirsk

Alexander-Newski-Kathedrale in Nowosibirsk

Mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern ist Nowosibirsk die drittgrößte Stadt der Russischen Föderation. Die Metropole liegt östlich des Urals im Süden des westsibirischen Tieflands. Gegründet wurde Nowosibirsk erst im Jahr 1893 im Zuge des Ausbaus der Transsibirischen Eisenbahn. Trotz ihres recht jungen Alters kann die Stadt mit einer Reihe von Sehenswürdigkeiten beeindrucken. Neben zahlreichen Geschäften und etlichen Restaurants verfügt die Stadt über eine ausgeprägte Kunstszene.

Architektonisch bemerkenswert sind eine Reihe von Bauten, die sich dem Sozialistischen Klassizismus zuweisen lassen. Insbesondere das Opernhaus und das Lenin-Haus gehören zu den bekannteren Attraktionen dieser Ära. Ein wahrer Touristenmagnet ist aber vor allem die Alexander-Newski-Kathedrale, die noch aus der Gründerzeit der Stadt stammt. Optisch besticht der rote Backsteinbau insbesondere durch seine zwei vergoldeten Kuppeln, die in der Mittagssonne stets hell erstrahlen. Abseits dieser Attraktionen verfügt die Stadt über einen weitläufigen Zoo, der insbesondere bei Familien sehr beliebt ist.

Etwas außerhalb der Stadt liegt der internationale Flughafen. Es gibt einen Binnenhafen und zudem befindet sich Nowosibirsk auf der Route der Transsibirischen Eisenbahn. Ferner gibt es hier ein Metrosystem, das Einheimische wie auch Touristen in beinahe jedes wichtige Viertel der Stadt transportiert.

Irkutsk

Kloster des Heiligen Wladimir Irkutsk

Kloster des Heiligen Wladimir in Irkutsk

Die Hauptstadt des gleichnamigen Oblast liegt in Sibirien am Angara, dem einzigen Abfluss des rund 70 Kilometer entfernten Baikalsees. Mit knapp 600.000 Einwohnern ist die Universitätsstadt im Laufe der Jahre aufgrund ihrer verschiedenen Sehenswürdigkeiten und aufgrund der Nähe zum ältesten und tiefsten Süßwassersee der Welt zu einem beliebten Ziel für nationale und internationale Touristen geworden. Zudem liegt die Stadt auf der Route der Transsibirischen Eisenbahn.

Außer diversen architektonischen Attraktionen verfügt die Stadt über ein aktive Kunst- und Kulturszene. Neben mehreren Schauspielhäusern und Theatern erfreut sich insbesondere die Philharmonie mit ihrem eigenen Sinfonieorchester einer besonderen Beliebtheit.
Eine der bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten der Stadt ist neben dem Znamensky Kloster sicherlich das Kloster des Heiligen Wladimir oder aber die Kirche der Gottesmutter von Kasan.

Zudem verfügt die Stadt über unzählige Cafes und Restaurants sowie verschiedene Einkaufszentren rund um das Zentrum Irkutsks.

Baikalsee

Baikalsee

Baikalsee

Für viele Touristen ein ausschlaggebender Grund für eine Reise nach Irkutsk ist allerdings eher die unmittelbare Nähe zum Baikalsee. Rund 70 Kilometer von der Stadt entfernt liegt direkt am Ufer des enormen Süßwassersees der kleine Ort Listwjanka, der in erster Linie dem Tourismus dient. Neben zahlreichen Restaurants gibt es hier auch einige Hotels. Viele Urlauber setzen sich für zwei oder drei Tage aus Irkutsk ab, um in Listwjanka zur Ruhe zu kommen und die Region um den Baikalsee genauer zu erkunden. Zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes gehört vor allem der Tschersky-Felsen. Außerdem verkehren zwischen Listwjanka und der ehemaligen Goldgräbersiedlung Bolschije Koty regelmäßig Fähren.

Krim

Seit dem völkerrechtlich umstrittenen Referendum im Frühjahr 2014 gehört die Krim zur Russischen Föderation (russische Sichtweise). Aufgrund der Lage am Schwarzen Meer ist die Halbinsel eine beliebte Touristenregion. Orte wie Jalta oder Aluschta ziehen jedes Jahr viele Urlauber auf die Krim. Die Hauptstadt der Halbinsel ist mit knapp 350.000 Einwohnern Simferopol. Die größte Stadt mit rund 385.000 Einwohnern ist allerdings Sewastopol, welche auch zugleich den Hauptstützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte beherbergt.

Insbesondere das milde Schwarzmerklima gehörte in der Vergangenheit zu den ausschlaggebenden Gründen für einen Besuch der Halbinseln. Darüber hinaus gibt es aber auch in den meisten Städten der Region verschiedene Attraktionen und Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Die Marmor-Höhle in der Nähe von Aluschta etwa wurde erst 1979 entdeckt und zählt zu den wohl schönsten Tropfsteinhöhlen weltweit. Ebenfalls eine Reise wert ist der Khanpalast von Bachtschyssaraj, dessen Ursprünge bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen oder aber die ehemals befestigte Höhlensiedlung Mangup, die in Teilen sogar bereits im 5. Jahrhundert entstanden ist.

Sotschi

Sotschi

Sotschi (Bild © RIA Novosti. Michail Mockruschin)

Die Stadt Sotschi liegt mit ihren rund 350.000 direkt am Schwarzen Meer. Internationale Aufmerksamkeit hat sie vor allem im Frühjahr 2014 als Austragungsort der Olympischen Winterspiele erlangt, für einheimische Touristen war die Stadt aber schon lange ein beliebter Bade- und Kurort. Die hohen Besucherzahlen hat Sotschi vor allem seiner Lage und dem milden, subtropischen Klima zu verdanken. In den heißen Sommermonaten können die Temperaturen auf bis zu 28°C ansteigen und selbst im Winter sinken diese selten auf unter 0 Grad. Tatsächlich liegt die Stadt auf dem gleichen Breitenkreis wie Nizza und genießt in Russland einen ähnlichen Status.

Vom Strand der Stadt aus lassen sich die schneebedeckten Gipfel des Kaukasus bestaunen und die Stadt selbst lockt mit zahlreichen Parks, Heilquellen, Cafes, Restaurants sowie weiteren architektonischen Sehenswürdigkeiten. Zu den wichtigsten Bauten gehören die Kathedrale des Erzengels Michael, das Winter- und das Sommertheater sowie die russisch-orthodoxe Kirche des Heiligen Wladimir.

Nordöstlich der Stadt befindet sich zudem das Kaukasus-Naturreservat, welches im Südwesten an den Sotschier-Nationalpark grenzt, welcher jährlich von rund 80.000 Menschen besucht wird.

Im Vorfeld der Winterspiele 2014 wurde die touristische Infrastruktur Sotschis erheblich ausgebaut. Dies gilt sowohl für dir Verbindung zwischen der Stadt und dem internationalen Flughafen, als auch für den innerstädtischen Nahverkehr. Darüber hinaus lässt sich Sotschi mit dem Zug über eine Direktverbindung von Moskau oder St. Petersburg aus erreichen.

Kaliningrad

Kaliningrad Russland

Kaliningrad

Bis 1946 trug die Stadt noch den Namen Königsberg. Seit 1991 ist Kaliningrad eine russische Exklave zwischen Polen, Litauen sowie der Ostsee und zugleich auch die Hauptstadt der gleichnamigen Oblast.

Die Stadt verfügt über eine Vielzahl an Museen, wie das Immanuel-Kant-Museum, das Dommuseum oder auch das Museum für Geschichte und Kunst, welches Teile der Prussia-Sammlung enthält. Darüber hinaus stärken die Kaliningrader Philharmonie und das Kaliningrader Dramentheater die kulturelle Szene der Stadt.

Im Zentrum findet man heute verschiedene Parks sowie einige außergewöhnliche Bauten, wie das Königstor oder das Friedrichsburger Tor, die das Stadtbild prägen. Bei Touristen sehr beliebt ist zudem der Königsberger Tiergarten, in dem mehr als 2200 Tiere leben sowie der botanische Garten der Stadt.

Es sind allerdings nicht unbedingt die Sehenswürdigkeiten, welche Urlauber nach Kaliningrad locken. Noch immer besuchen viele deutsche Touristen das ehemalige Königsberg auf den Spuren ihrer eigenen Vergangenheit bzw. auf den Spuren ihrer Ahnen.

Geschichte

Herrschaft der Mongolen

Die Geschichte des heutigen Russland geht zurück bis zur Gründung der Kiewer Rus im 8.Jahrhundert. Durch die zunehmende Erstarkung der Mongolen sowie das ungünstige Erbprinzip in vielen Fürsten- und Königshäusern begann das Reich allerdings gegen Mitte des 12. Jahrhunderts zunehmend zu zerfallen, was wiederum die bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts anhaltende Mongolenherrschaft begünstigte. Erst unter Iwan dem Großen konnte die Mongolen zurückgedrängt werden. Noch heute gilt dieser als Begründer eines zentralisierten russischen Staates, nachdem er mehrere russische Republiken einte. Auch maßgebliche Reformen der Gesetzgebung sowie die Erbauung eines Großteil des Kreml gehen zurück auf den damaligen Herrscher.

Russlands Aufstieg zur Großmacht

Iwan der Grosse

Iwan der Grosse

Das 16. und 17. Jahrhundert waren geprägt durch kriegerische Auseinandersetzung mit Polen und Litauen. 1547 ließ sich der Neffe Iwans des Großen zum ersten Zaren des Zarentum Russlands krönen. Mit der Eroberung Sibiriens gelang es ihm das Reich noch weiter auszudehnen.

Der wahrhaftige Aufstieg Russlands zur Großmacht erfolgte allerdings erst unter Peter dem Großen, der das Zarentum gen Westen öffnete und die Wissenschaft sowie die Kultur förderte. 1703 gründete er die Stadt St. Petersburg, die ab 1712 zur Hauptstadt des Reiches werden sollte.

Entscheidend für die Zukunft des Zarentums war jedoch der Sieg im über 20 Jahre andauernden Großen Nordischem Krieg von 1700 bis 1721, was dem Reich unter anderem die Vormachtstellung im Ostseeraum bescherte und ihm somit die Bedeutung einer nordischen Großmacht in Europa sicherte. Um den Veränderungen ihm Reich genüge zu tun, änderte Peter der Große den Titel des Zarentum in „Russisches Kaiserreich“ und erhob den Zar zum Kaiser.

Eine der schillerndsten Episoden des Landes folgte unter Katharina der Großen, welche die Expansionspolitik weiter vorantrieb und auch innenpolitisch sowie im privaten Bereich für allerlei Gesprächsstoff sorgte.

1812 drangen schließlich die Franzosen unter Napoleon bis nach Russland vor und eroberten Moskau. Die Stadt konnte allerdings nicht lange gehalten werden. Die Truppen Alexanders I. drängten die französischen Streitkräfte weit zurück und besiegelten damit den Untergang Napoleons. Russland hatte jetzt endgültig den Status einer Weltmacht.

Niederlagen, Reformen und Revolution

Die Vormachtstellung des Russischen Kaiserreiches hielt allerdings nicht sehr lange vor. Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts begannen soziale Spannungen das Land von innen heraus zu schwächen. Die Niederlage im Krimkrieg gegen das zerfallende Osmanische Reich und seine Unterstützter beendete die starke Rolle Russlands in Europa. Zugleich zeigte die Niederlage die deutlichen Rückstände des Landes in Sachen Technik. Gegenüber vielen anderen Staaten war der Grad der Industrialisierung in Russland sehr gering.

Aus dieser Erkenntnis gingen in den Folgejahren eine Reihe wichtiger Reformen hervor, welche zwar die wirtschaftliche Entwicklung des Landes beschleunigten aber auch einen Großteil der Bevölkerung nur unzureichend mit einbezog. Nach Jahren der Unzufriedenheit und immer wieder auflodernder innerer Konflikte sowie der Niederlage im russisch-japanischen Krieg entlud sich der Unmut des Volkes in der Russischen Revolution von 1905. Zunächst angeschobene Reformen wurden aber kurze Zeit später von Nikolaus II. wieder entkräftet.

Die Situation Russlands während des Ersten Weltkrieges führte schließlich zur Abdankung des Kaisers. Die eingesetzte Regierung wurde jedoch nur wenige Monate später während der Oktoberrevolution erneut abgelöst. Aus dem folgenden Bürgerkrieg gingen die Kommunisten schließlich als Sieger hervor.

Im Laufe des folgenden polnisch-russischen Krieges verlor Russland Teile Weißrusslands und der Ukraine. Zuvor hatten die baltischen Staaten sowie Finnland bereits ihre Unabhängigkeit von Russland erreicht.

Sowjetunion

Am 30. Dezember 1922 wurde schließlich die Sowjetunion gegründet. Nach ihrem Sieg im Zweiten Weltkrieg begannen die Spannung zwischen der Sowjetunion und den USA zunehmend das weltpolitische Geschehen dominieren. Erst mit dem Fall der Mauer und dem anschließenden Niedergang der Sowjetunion am 31. Dezember 1991 fand der kalte Krieg sein Ende.

Russische Föderation

Die aus der Sowjetunion hervorgegangene Russische Föderation unter Boris Jelzin wand sich jetzt hilfesuchend an den Westen. Während der 1990er Jahre wurde die russische Wirtschaft privatisiert, was aufgrund der zunehmenden Inflation allerdings nur wenigen einflussreichen Eliten einen Vorteil verschaffte, während der Rest der Bevölkerung zunehmend verarmte.

Wladimir Putin

Wladimir Putin

Anfang der 2000er lag das Land in jeder Hinsicht am Boden. Erst Wladimir Putin brachte den Wandel mit sich. Er erreichte einen wirtschaftlichen Aufschwung vor allem durch die Nutzung der russischen Öl- und Gasvorkommen und schaffte es so die Wirtschaft weitestgehend zu stabilisieren. Zudem ging er massiv gegen kritische Oligarchen vor und beschränkte die Freiheitsrechte der Bürger. Zunehmend verlagerte er viele Bereiche wieder in die Hand des Staates. Trotz vieler Beschränkungen standen die noch immer durch die katastrophalen 1990er Jahre verunsicherten Bürger hinter ihm. Das System Putin hat bis heute Bestand.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise in die Russische Föderation grundsätzlich ein Visum. Anträge können allerdings ausschließlich nach Vereinbarung gestellt werden. Termine können Sie unter berlin.kdmid.ru vereinbaren. Darüber hinaus ist es notwendig vor dem Wahrnehmen des Termins den elektronischen Visasantrag unter visa.kdmid.ru auszufüllen, was jedoch lediglich den ersten Schritt eines wahren Marathons markiert.

Darüber hinaus benötigen Sie den original Reisepass, der mindestens 6 Monate über das Ende der Reise hinaus gültig sein und noch über wenigstens zwei leere Seiten verfügen soll. Der zuvor im Internet ausgefüllte elektronische Visasantrag muss vollständig ausgefüllt abgegeben und mit einem 3,5*4,5 cm großem Passfoto versehen werden.

Reisende benötigen weiterhin einen Krankenversicherungsnachweis von einem in Russland anerkannten deutschen Versicherungsnehmer und müssen zudem nachweisen, dass sie gewillt sind nach Deutschland zurückzukehren. Dies geschieht in der Regel durch den Nachweis eines regelmäßigen Einkommens, die Registrierung der eigenen Firma oder durch den Nachweis von Wohneigentum oder ähnlichem.

Leider gibt es noch eine weitere bürokratische Hürde zu meistern, die insbesondere für Individualreisende ein Problem darstellt. Touristen benötigen für die Einreise nach Russland grundsätzlich eine Reisebestätigung und eine Voucher des russischen Reiseveranstalters, der folgende Angaben enthalten muss:

  • Nummer der Reisebestätigung
  • Art des beantragten Visums (einmalig o. zweimalig innerhalb eines Monats)
  • Name und Vorname des Betroffenen sowie das Geburtsdatum und das Geschlecht
  • Passnummer des Betroffenen
  • Staatsangehörigkeit
  • Ein- und Ausreisedaten
  • Zweck der Reise
  • Reiseziel und Aufenthaltsort und die Adresse des Reiseveranstalters sowie dessen Referenznummer gemäß der Liste der touristischen Organisationen, welche Reisen nach Russland veranstalten dürfen

Anschließend muss die Reisebestätigung von einem bevollmächtigten Mitarbeiter unterschrieben und mit einem Stempel versiegelt werden.

Wer plant mit dem eigenen PKW auf den freigegebenen Strecken oder mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Russland zu reisen, benötigt ebenfalls eine solche Bestätigung. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass wirkliches Individualreisen eigentlich unmöglich ist, da die gesamte Route im Vorfeld mit dem entsprechenden Reisebüro abgeklärt und bestätigt werden muss.

Neben einem Visum für die einmalige Einreise mit einer maximalen Aufenthaltsdauer von 90 Tagen gibt es zudem das Visum für die zweimalige Einreise (ebenfalls 90 Tage) sowie eine Visum für mehrere Einreisen mit einer Gültigkeit von fünf Jahren. Der Aufenthalt ist allerdings auch hier auf 90 Tage in einem Zeitraum von 180 Tagen begrenzt.

Privatvisum

Grundsätzlich besteht aber dennoch die Möglichkeit diese Einreisebestimmungen zu umgehen, indem man eine private Einladung vorlegt. Man spricht in diesem Fall von einem Privatvisum. Da aber nicht jeder Urlauber auch Kontakte in der Russischen Föderation hat, gibt es mittlerweile einige Anbieter, die sich auf das Ausstellen solcher Einladungen spezialisiert haben.

Geschäftsvisum

Geschäftsreisende benötigen neben den oben genannten Unterlagen (abseits der Bestätigung durch den Reiseveranstalter) eine vom russischen Außenministerium oder den Behörden ausgestellte förmliche Einladung bzw. eine Entscheidung des russischen Außenministers oder aber ein schriftliches Ersuchen der gastgebenden juristischen Person, des gastgebenden juristischen Unternehmens oder der gastgebenden Organisation.

Ebenfalls möglich ist die Einreise aufgrund eines Ersuchens von zentralstaatlichen oder örtlichen Behörden der Russischen Föderation, eines Ersuchens des Organisationskomitees von Handels- oder Industrieausstellungen oder auch aufgrund eines schriftlichen Ersuchens von Konferenzen oder Symposien, die in Russland abgehalten werden.

Dauer und Kosten der Bearbeitung

Die Bearbeitungsdauer beträgt in der Regel 10 Tage, kann jedoch in Einzelfällen zwischen 3 und 30 Tagen schwanken. Die Kosten für einen solchen Antrag belaufen sich auf 35 Euro. Sollte der Betroffene seine Unterlagen erst wenige Tage vor der Abreise einreichen verdoppelt sich der Preis auf 70 Euro.

Interessierte können sich an die Konsularvertretungen der Russischen Föderation in Berlin, Bonn, Frankfurt am Main, Hamburg, Leipzig oder München wenden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit ein Visum über das Visazentrum der Visa Handling GmbH in Berlin zu beantragen. Diese Methode ist offiziell von der Russischen Botschaft anerkannt.

Wetter und Klima

Aufgrund seiner enormen Ausdehnung wird das Klima in der Russischen Föderation durch verschiedene Klimazonen bestimmt. Von den Subtropen bis hin zum polaren Klima ist hier alles vertreten.

Der größte Teil des Landes ist allerdings durch das Kontinentalklima geprägt, welches sich durch heiße Sommer und sehr kalte Winter auszeichnet. Dieses tritt vor allem in der gemäßigten Zone auf, wobei sich die Temperaturunterschiede zwischen den verschiedenen Jahreszeiten im Osten des Landes weitaus stärker bemerkbar machen. Im südlichen Teil der asiatischen Hälfte des Landes findet man zudem ein Monsunklima. Während im gesamten Osten des Landes die Temperaturen in den Winter- und oft auch Frühlingsmonaten auf unter null Grad sinken, sind in Westsibirien Temperaturen bis minus 30 Grad keine Seltenheit. In einigen Teilen Ostsibiriens können die Temperaturen sogar auf bis zu minus 50 Grad abfallen.

Obwohl die Temperaturen im Osten stärker sinken als im westlichen Teil des Landes, verlaufen die Klimazonen weitgehend parallel zu den Breitenkreisen, so dass eine Abfolge von Norden nach Süden entsteht.

Das angenehmste Klima findet man an der Küste zum Schwarzen Meer. Sotschi etwa – der Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014 – liegt auf dem gleichen Breitengrad wie Nizza und lässt sich den Subtropen zurechnen.. Lange, heiße Sommer sowie ein warmer Herbst und milde Winter sind typisch für diese Region. Durch die Kämme des Kaukasus ist insbesondere die Ostküste des Schwarzen Meeres gut geschützt, was diese zu einer beliebten Touristendestination macht. Im Zeitraum zwischen Anfang Mai und Ende September schwanken die Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad, mit Höchstwerten im Juli und August. Zwischen Ende November und Anfang Mai herrschen in der Regel ebenfalls Plusgrade. In milden Wintern manchmal sogar um die 10 Grad. Zu dieser Jahreszeit fallen allerdings auch die meisten Niederschläge, welche im November, Dezember und Januar meist zwischen 180 und 210 mm liegen. In der Olympiastadt Sotschi liegt der Jahresmittelwert bei etwa 16°C (zum Vergleich: der Mittelwert für Berlin-Tempelhof liegt bei 14,1°C).

Moskau Klima

Ein wenig anders sieht es in der nördlich gelegenen Hauptstadt des Landes aus. Moskau liegt in der gemäßigten Zone bei einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 5,4°C. Während in den Sommermonaten zwischen Ende Mai und Ende August noch Höchsttemperaturen bis zu 25°C erreicht werden können, sinken die Temperaturen zwischen November und März in den Negativbereich ab. Die meisten Niederschläge fallen zwischen Juni und August mit Höchstwerten von rund 95 mm im Juli.

Sankt Petersburg Klima

Noch weiter im Norden liegt Sankt Petersburg auf demselben Breitengrad wie Oslo oder Stockholm. Ähnlich wie in Moskau sind die wärmsten Monate der Juni, Juli und August. Die Höchsttemperaturen liegen hier bei maximal 22°C im Juli. Während die Sommer etwas kühler sind, verlaufen die Winter meist etwas milder als in der Hauptstadt.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für die Russland ist abhängig von der bereisten Region und der beabsichtigten Tätigkeit. Großstädte wie Moskau oder St. Petersburg sollte am besten in den Sommermonaten bereist werden. Die milden Temperaturen sind für europäische Besucher gut verträglich. Zwar findet man in diesen Monaten auch die häufigsten Niederschläge, diese sind allerdings auch nicht höher als etwa in Hamburg.

Wer zum Skiurlaub in den Kaukasus möchte, sollte dies zwischen Dezember und Anfang März tun. Die Temperaturen eigenen sich für den Wintersport, sind aber zugleich noch so mild, dass das Skifahren nicht zur Qual wird.

Einen Badeurlaub an der Schwarzmeerküste plant man am besten zwischen Ende Mai und September. Die Temperaturen sind dann angenehm warm und die Niederschläge sind geringen als in den Wintermonaten.

Währung und Geld

Russland Geld: Rubel Banknote.

Russisches Geld: Ein 1000 Rubel Geldschein.

Die nationale Währung in der Russland ist der russische Rubel. Besonders in den Großstädten und bekannten Touristendestinationen wird darüber hinaus aber auch der US-Dollar und in jüngster Zeit auch der Euro vielerorts akzeptiert. Häufig liegen die Preise in USD oder Euro aber merklich über den in Rubel ausgeschriebenen Preisen.

Bargeldeinfuhr

Von Vorteil ist es daher Bargeld in kleiner Stückelung einzuführen – Devisen müssen erst ab einer Höhe von 10.000 USD deklariert werden – und dieses im Laufe der Reise einzutauschen. US-Dollar oder Euro sollten in gut erhaltenen Scheinen eingeführt werden, damit der Umtausch in den Wechselstuben des Landes möglichst Reibungslos verläuft. Ein Wechsel im Vorfeld der Reise lohnt sich in der Regel nicht, da die Wechselkurse vor Ort meist günstiger ausfallen.

Geld wechseln

Aufgrund zahlreicher Betrugsfälle wurden den Wechselstuben mittlerweile schärfere Regeln auferlegt. Dennoch sollten Sie nach dem Erhalt des Geldes den Betrag und die Scheine kontrollieren. Bargeld, welches bereits vor der Währungsreform 1998 herausgegeben wurde – der sogenannte alte Rubel – sollte nicht angenommen werden. Münzen können übrigens nicht umgetauscht und ebenso wenig zurückgetauscht werden.

Neben den Wechselstuben kann Bargeld natürlich auch in zugelassenen Banken umgetauscht werden. Viele Banken sowie manche Hotels tauschen zudem Reisechecks ein, verlangen dafür aber häufig eine hohe Gebühr. Darüber hinaus wird ein derartiger Service meist nur in den Großstädten des Landes angeboten.

Kreditkarten, EC-Karte

Wer sich mit zu viel Bargeld bei der Einreise unsicher fühlt, kann mittlerweile immer öfter auch auf die Kreditkarte zurückgreifen. In den Großstädten akzeptieren heute viel Hotels sowie größere Geschäfte und bekannte Restaurants Anbieter wie Visa, American Express oder die MasterCard.

Auch die Zahlung mit der EC-Karte ist in manchen Einrichtungen mittlerweile eine Option. Allerdings lässt sich mit dem eckigen Stück Plastik nicht nur unmittelbar vor Ort bezahlen, vielmehr kann in den Großstädten mit ihrer Hilfe auch Bargeld direkt in der Bank oder am Automaten abgehoben werden. In der Vergangenheit ist es jedoch häufiger zu Betrugsfällen durch manipulierte Automaten gekommen.

Während in Moskau oder Sankt Petersburg einige Hotels und Geschäfte auch Euro oder US-Dollar akzeptieren, ist man in den ländlichen Regionen des Landes unbedingt auf Rubel angewiesen. Da es hier häufig keine Geldautomaten oder Banken gibt, empfiehlt es sich im Vorfeld in einer der größeren Städte einen entsprechenden Betrag abzuheben oder umzutauschen und diesen gewissenhaft zu verstauen.

Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten in Russland können erheblich schwanken. Grundsätzlich liegt das Preisniveau aber nur geringfügig unter dem deutschen Preisniveau. So kostet ein schlichtes Doppelzimmer in Moskau etwa zwischen 40 und 50 Euro pro Nacht.

Die Preise für Lebensmittel sind in den vergangenen Jahren angestiegen. Grundnahrungsmittel wie Brot oder Nudeln sind in Russland nicht nennenswert billiger als in der Bundesrepublik. Dennoch ist es möglich in Russland verhältnismäßig günstig Essen zu gehen. Ein Hauptgericht mit Vorspeise erhält man vielerorts bereits ab umgerechnet 6 Euro und auch die Getränke sind häufig etwas günstiger als in Deutschland. Ein kleiner Saft kostet meist nicht mehr als 1,30 Euro wohingegen die großen internationalen Softdrinks etwa so teuer sind als in Europa. Ähnlich verhält es sich mit Alkohol. Während man ein russisches Bier (500 ml) in einem Restaurant bereits für rund 1,50 Euro bestellen kann, kostet ein importiertes Bier manchmal fast doppelt so viel.

Unterkunft

Moskau Hotel Metropol, Russland

Das Hotel Metropol in Moskau

Unterkünfte müssen in der Regel bereits im Vorfeld der Reise gebucht werden, da dies durch die Einreisebestimmungen der Russischen Föderation verfügt wird. Neben dem Weg über die Reiseagentur können Hotels oder Unterkünfte aber auch über einen der gängigen Internetanbieter gebucht werden. Die Auswahl, insbesondere in den Metropolregion des Landes, kann sich durchaus sehen lassen und hat in jeder Preisklasse etwas zu bieten.

Wer besonders sparsam reisen möchte, der kann sich zum Beispiel in einem Schlafsaal einmieten. Betten gibt es hier bereits ab rund 5 Euro. Manche dieser Unterkünfte sind durchaus sauber und verfügen sogar über kostenloses W-Lan. Andere hingegen bieten eher das genaue Gegenteil, ein wenig Recherche im Vorfeld der Reise ist also angebracht.

Einzelzimmer inklusive Fernseher, Klimaanlage und kostenlosem W-Lan findet man abhängig von der Lage schon für unter 40 Euro pro Nacht. Wen es allerdings ins Zentrum von Moskau oder Sankt Petersburg zieht, der sollte mit Kosten von 60 Euro aufwärts rechnen.

Wie fast überall sind auch in Russland weder dem Preis noch dem Komfort Grenzen nach oben gesetzt. Die Kosten können hier allerdings erheblich schwanken. Während mancherorts ein Einzelzimmer in einem 4-Sterne-Hotel bereits für 100 Euro die Nach zu haben ist, kann ein Luxushotel in Moskau oder Sankt Petersburg auch 500 bis 600 Euro kosten.

Wer sauber und zu verhältnismäßig günstigen Preisen übernachten möchte, kann sich auch eine der Jugendherbergen des Dachverbands Hostelling International ansehen. Die Häuser sind in der Regel gut organisiert, sauber und sicher. Weiterhin verfügen sie über eine gute Ausstattung und sind ein hervorragender Anlaufpunkt um interessante Kontakte zu knüpfen. In St. Petersburg und Moskau führt Hostelling International gleich mehrere Jugendherbergen.

Spätestens 7 Tage nach der Ankunft muss sich der Gast registrieren lassen, da dies allerdings in der Regel durch das Hotel geschieht, müssen Reisende hier nicht selbständig aktiv werden. Dennoch sollte man nach der Ankunft im Hotel das Thema zur Sprache bringen.
Urlauber, die auf Einladung in der Russischen Föderation unterwegs sind, müssen die Anmeldung (auf dem Postamt) indes eigenständig durchführen. Da dies nicht immer ganz einfach ist, haben sich mittlerweile eine Reihe von Agenturen etabliert, die Reisenden hierbei hilfreich zur Seite stehen.

Trotz der teils frostigen Temperaturen ist auch in Russland Camping ein Thema mit dem sich Reisende beschäftigen können. Neben einer Reihe von Campingplätzen ist es im Land grundsätzlich auch möglich frei zu Campen. Allerdings benötigt man für ein solches Vorhaben eine Einladung, die über verschiedene Reiseagenturen verkauft werden.

Anreise

Sobald die Einreisebestimmungen geklärt sind, ist es jedem Besucher selbständig überlassen, wie er nach Russland kommt. Am bequemsten ist sicherlich die Flugroute von einem der deutschen Flughäfen nach Moskau oder Sankt Petersburg, aber auch die Fahrt mit dem Bus oder dem eigenen PKW kommt in Frage.

Moskau Flüge

Moskau Flughafen Airport Domodedovo

Flughafen Moskau Domodedovo

Am unkompliziertesten ist sicherlich die Anreise mit dem Flugzeug. Abhängig vom Ziel der Reise gibt es regelmäßige Verbindungen von den meisten großen deutschen Flughäfen aus. Für viele Reisende an erster Stelle steht die Hauptstadt Moskau. Die drei internationalen Flughäfen

  • Moskau-Domodedowo,
  • Moskau-Scheremetjewo
  • und Moskua-Wnukowo

werden von unzähligen deutschen Städten aus angeflogen. Neben München, Frankfurt, Berlin, Köln oder Düsseldorf lässt sich die russische Hauptstadt unter anderem auch von Hamburg, Hannover, Karlsruhe oder Stuttgart via Direktflug erreichen. Die Dauer und der Preis variieren abhängig vom Ausgangspunkt und dem Zeitraum sowie dem Anbieter.

Der Flug von Berlin nach Moskau dauert zwischen 2 ½ und 3 Std. und kostet in der Regel zwischen 150 und 250 Euro. Airberlin gehört hier sicherlich zu den günstigsten Anbietern. Darüber hinaus bieten aber auch Lufthansa, Aeroflot oder Transaero Airlines Nonstop-Flüge nach Moskau an.

Moskau Flughafen Transfer

Moskau-Domodedowo Transfer

Vom Flughafen Moskau-Domodedowo aus, welcher etwa 35 Kilometer vom Zentrum entfernt liegt, lässt sich die Innenstadt schnell und komfortabel mit dem Aeroexpress erreichen, der Neuankömmlinge direkt bis zum Pawelezer Bahnhof bringt, der wiederum direkt an die Metro angeschlossen ist. Die Fahrtzeit beträgt knapp 40 Minuten.

Die Fahrt mit dem normalen Zug, welcher die Gäste ebenfalls in das Zentrum Moskaus bringt, dauert etwa 80 Minuten kostet aber nur rund 90 Rubel.

Weiterhin fahren Busse und Sammeltaxis bis zur Metrostation Domodedowskaya, von wo aus man problemlos ins Zentrum weiterreisen kann. Wer sich hingegen für einen Mietwagen entscheidet, kann über den ausgebauten Nebenzweig der Fernstraße M4 die Innenstadt erreichen.

Was Reisende stets meiden sollten sind die Taxistände rund um den Flughafen. Im Laufe der Jahre hat sich hier eine wahre „Taximafia“ etabliert, welche unerfahrene Reisende um ihr Geld erleichtert und Preise nimmt, die gerne mal 30 bis 40 Euro über dem eigentlichen Fahrpreis liegen.

Moskau-Scheremetjewo Transfer

Vom Flughafen Moskau-Scheremetjewo aus fährt ein Aeroexpress zur Belorusskaya Metrostation, von wo aus Reisende in die Innenstadt weiterfahren können.

Günstiger geht es mit den grünen Sammletaxis oder Linienbusse, die direkt vom Flughafen zur Metrostation Reschnoj Voksal fahren.

Moskau-Wnukowo Transfer

Reisenden, die über den Flughafen Wnukowo einreisen, können mit dem Airport-Express bis zur Kievskaya Metrostation fahren oder aber mit dem Linienbus oder Sammeltaxi die Metrostation Yugo Zapadnaya erreichen. Auch hier sollten die normalen Taxistände gemieden werden.

St. Petersburg Flüge

Viele Urlauber beginnen ihre Reise nicht in Moskau, sondern in St. Petersburg. Auch auf dieser Strecke ist die Anzahl der Flugverbindungen alles andere als gering. Von allen größeren deutschen Flughäfen gibt es Direktverbindungen in die russische Metropole. Die Dauer beträgt ungefähr 2:15 Std. und Flüge sind bereits ab 170 Euro zu haben.

St. Petersburg Pulkovo Transfer

Der internationale Flughafen Pulkowo liegt etwa 15 Kilometer südlich des Zentrums der Stadt und gilt neben Moskau-Domodedowo und Moskau-Scheremetjewo als einer der größten Flughäfen des Landes. Reisende können von hier aus mit einem Expressbus sowie mit den Linienbussen oder mit dem Sammeltaxi zentrale Metrostationen innerhalb der Stadt erreichen.Wie gehabt sollten Sie die normalen Taxis in jedem Fall meiden.

Alternativ besteht die Möglichkeit unmittelbar am Flughafen einen Wagen zu mieten. Über die Pulkowoer Chaussee ist der Flughafen mit dem Zentrum St. Petersburgs verbunden. Weiterhin besteht die Möglichkeit über den angeschlossenen Autobahnring das Zentrum zu umfahren, um schneller in den Norden der Stadt reisen zu können.

Weitere internationale Airports

Natürlich gibt es neben den internationalen Flughäfen in Moskau und Sankt Petersburg noch etliche weitere im ganzen Land, die sich allerdings oftmals nur über Umsteigeverbindungen erreichen lassen. Die olympische Stadt Sotschi am Schwarzen Meer kann zum Beispiel über Moskau oder auch Istanbul angeflogen werden. Wer hingegen ganz weit in den Osten des Landes vordringen möchte, der kann zum Beispiel über Moskau nach Wladiwostok ans Japanischen Meer reisen. Ein wenig zentraler liegt die Großstadt Nowosibirsk, die ebenfalls über einen internationalen Flughafen verfügt.

Busreisen

Wer es bevorzugt am Boden zu bleiben, der hat unter anderem die Möglichkeit mit einem der verschiedenen Busunternehmen in die Russische Föderation zu zu reisen. Einen Vorteil bringt die Reise mit dem Bus allerdings nicht.

Eurolines

Der bekannteste Anbieter ist sicherlich Eurolines. Die Fahrtdauer von Berlin nach Moskau beträgt rund 1 1/2 Tage und kostet 130 Euro. Somit ist diese Reisevariante nicht nur wesentlich zeitaufwendiger, sondern auch kaum billiger. Zwar sind die Busse recht komfortabel und für die Verköstigung der Passagiere ist gesorgt, dennoch bietet sich der Bus eigentlich nur für Reisende an, die entweder Wert auf den landschaftlichen Aspekt legen oder aber Angst vorm Fliegen haben.

Sofern die Verbindung über Weißrussland führt benötigen Reisende ein Transitvisum, das im Vorfeld der Reise bei der zuständigen weißrussischen Auslandsvertretung zu beantragen ist.

Zugreisen

Alternativ zur Reise mit dem Flugzeug oder dem Bus können Urlauber zudem mit dem Zug nach Russland gelangen. Verbindungen bestehen zum Beispiel zwischen Berlin und Moskau oder auch Frankfurt Oder und Moskau. Abhängig vom Ausgangspunkt beträgt die Fahrtdauer zwischen 26 und 27 Stunden.

Zunächst reist man mit der Deutschen Bahn von Berlin nach Warschau (Dauer: etwa 5 ½ Std., Kosten: rund 65 Euro). Ab einem Preis von 170 Euro geht es dann direkt weiter nach Moskau. Die Fahrtdauer beträgt zusätzlich ungefähr 21,5 Std.

Darüber hinaus gibt es noch eine Direktverbindung zwischen Berlin und Moskau, die keinen Umstieg vorsieht. Russian Railways bietet für einen Preis ab 245 Euro diese Verbindung zwischen den zwei Hauptstädten an. Die Dauer der Fahrt beträgt etwa 24 Stunden.

Transsibirische Eisenbahn

Für viele Touristen ein besonderes Highlight ist die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn (Transsib). Die eigentlich Strecke führt über 9288 Kilometer von Moskau nach Wladiwostok, heute gibt es allerdings auch Verbindungen von Deutschland nach Russland, die dem Erlebnis mit der Transsibirischen Eisenbahn keinesfalls nachsteht. Seit 2011 besteht eine Direktverbindung zwischen Paris und Moskau mit Zustiegsmöglichkeiten in Mannheim, Frankfurt am Main, Hannover und Berlin.

Die Fahrt dauert 38 Std. und führt über Polen und Weißrussland. Ein Ticket für die gesamte Strecke kostet knapp 350 Euro in der zweiten Klassen. Wer sich besonderen Luxus gönnen möchte, der kann sich jedoch auch für knapp 1100 Euro ein Luxusabteil mit eigenem Bad für die Reise anmieten.

Da die meisten Zugverbindungen über Weißrussland laufen, müssen Touristen in jedem Fall daran denken, sich im Vorfeld um ein Transitvisum zu bemühen. Dafür muss zunächst ein Visum bei der zuständigen weißrussischen Auslandsvertretung beantragt werden. Unter anderem muss ein Nachweis erbracht werden, dass die Finanzierung des Aufenthalts gesichert ist. Die Grenze liegt bei 20 Euro pro Aufenthaltstag. Der Nachweis kann in Form von ausreichend Bargeld in der Nationalwährung erfolgen.

Bei der Einreise nach Weißrussland muss zudem eine Migrationskarte ausgefüllt werden, die bis zur Ausreise stets mitgeführt werden muss. Wer sich für einen längeren Aufenthalt entscheidet bevor er nach Russland weiterreist, ist dazu verpflichtet sich innerhalb von fünf Werktagen bei der Innenbehörde des Landes zu melden. In der Regel wird dies allerdings durch das Hotel geregelt. Die Kosten für ein Transitvisum belaufen sich auf 30 Euro für die Ein- und Ausreise.

Anreise mit dem PKW

Wer mit dem eigenen PKW nach Russland einreisen möchte sollte im Vorfeld einiges beachten. Zunächst einmal gilt es die Reiseroute zu planen. Wer über Polen und Weißrussland fährt, benötigt in jedem Fall ein Transitvisum für Weißrussland. Die Straßen in beiden Staaten sind nicht immer optimal und auch die Verkehrsregeln werden häufig eher als freundliche Hinweise wahrgenommen.

Alternativ besteht die Möglichkeit von Rostock aus mit der Fähre in die estländische Hauptstadt Tallinn oder auch direkt nach St. Petersburg einzureisen. Auf diese Weise kann man einigen Unannehmlichkeiten entgehen.

Bis 2009 wurde die internationale Grüne Versicherungskarte in der Russischen Föderation nicht anerkannt. Das hat sich mittlerweile zum Glück geändert. Seither besteht für Touristen nicht mehr die Notwendigkeit eine zusätzliche Kfz-Versicherung abzuschließen. Beachten sollten Reisende jedoch, dass auf der Versicherungskarte die Länderbezeichnung Russland bzw. RUS vermerkt sein muss. Da die Deckungssummen der russischen Haftpflichtversicherungen recht gering sind, ist (bei einem unverschuldeten Unfall) oftmals allerdings nicht mit einer vollständigen Schadensersatzleistung des Unfallgegners zu rechnen.

Deutsche Reisende können mit einem internationalen (empfohlen) oder auch russischen Führerschein auf dem Hoheitsgebiet der Russischen Föderation fahren.

Bei der Einreise kann es an einigen Grenzübergängen zu mehrstündigen Wartezeiten kommen.

Fortbewegung im Land

Die Verkehrsinfrastruktur in Russland ist regional höchst unterschiedlich. Während der Westen des Landes größtenteils angenehm zu bereisen ist, gilt der asiatische Teil des Landes als ziemlich unzugänglich. Für Touristen empfiehlt sich insbesondere die Reise mit dem Flugzeug oder der Bahn. Von Busreisen oder der Fahrt mit dem PKW wird indes eher abgeraten.

Flüge innerhalb Russlands

Russland verfügt über eine ganze Reihe an Flughäfen, die für den inländischen Flugverkehr genutzt werden. Aufgrund der enormen Ausdehnung des Landes kann es daher in manchen Fällen durchaus sinnvoll sein, sich auf eine Reise mit dem Flugzeug zu verlassen.

Während das Straßen- und Schienennetz im Westen des Landes gut ausgebaut ist, so dass sich eine Flugreise kaum lohnt, lassen sich längere Strecken vom europäischen Teil in den asiatischen Teil der Russischen Föderation schnell und bequem mit dem Flugzeug zurücklegen.

Mit der russischen Airline Aeroflot oder Ural Airlines können Reisende in knapp 1 1/2 Stunden von Moskau nach Nischni Nowgorod fliegen. Von Moskau bis nach Wladiwostok dauert der Flug knapp 8 ½ Stunden. Die Kosten können je nach Anbieter und dem Zeitraum der Buchung erheblich schwanken.

Zug fahren

Bahnreisen in Russland sind ein ganz besonderes Ereignis. Die vielfältige Natur und die Schönheit des Landes abseits der großen Metropolen lassen sich auf diese Art und Weise am besten erfassen. Dabei hat die Fahrt mit der Bahn, insbesondere auf weniger befahrenen Strecken, durchaus etwas nostalgisches an sich und bietet zudem eine Möglichkeit ein wenig in das russische Leben einzutauchen.

Während in den touristische unerschlossenen Regionen die Fahrt nicht immer komfortabel verläuft, bieten die Hauptrouten, insbesondere in den gehobenen Wagenklassen, mittlerweile ein sehr angenehmes Reisegefühl, auch wenn dieses weit weniger authentisch ist als eine Fahrt in die günstigeren Abteilen.

Ähnlich dem Fernstraßennetz verlaufen die Schienen hauptsächlich im Westen des Landes sowie im Südosten. Im östlichen Norden hingegen gibt es keinen Bahnverkehr.

Zugtickets kaufen

Fahrkarten können auf verschiedene Art und Weise erstanden werden. Urlauber können über spezielle Anbieter Bahnkarten ergattern oder aber die Tickets direkt online buchen. Problematisch an dieser Vorgehensweise ist allerdings, dass es nicht möglich ist den Fahrschein direkt auszudrucken. Stattdessen druckt man sich eine Art Gutschein (Voucher) aus, der an den entsprechenden Bahnhöfen vor der Bahnreise in ein Ticket umgetauscht wird.

Wer es gerne spontaner mag, der kann aber auch unmittelbar vor Ort ein Ticket an einem Schalter direkt im Bahnhof kaufen. In der Regel ist dies die günstigste Variante, wenn auch nicht immer die sicherste, was vor allem daran liegt, dass die Tickets bei begehrteren Strecken häufig schon Tage im Vorfeld ausverkauft sein können, und das, obwohl man sie in den meisten Fällen erst zwei Wochen vor der Reise buchen kann. Darüber hinaus verfügt das Personal nicht unbedingt über Fremdsprachenkenntnisse und wer seinen Reisepass nicht vorzeigen kann, dem wird häufig erst gar kein Ticket verkauft.

Verpflegung in der Bahn

Hat man schließlich eine Fahrkarte erstanden, kann die Bahnreise endlich losgehen. Bei überregionalen Fahrten wird jeder Wagon von einem Schaffner begleitet, der die Reisenden – gegen einen geringen Preis – mit kleinen Snacks und Getränken versorgt. An vielen Stationen sieht man zudem Händler, die ihre Waren unmittelbar am Bahnsteig anbieten. In der Vergangenheit hat die Regierung sich bemüht den Handel an den Schienen ein wenig einzuschränken, was allerdings lediglich zur Folge hatte, dass die Verkäufer teilweise auf andere Stellen auf dem Bahnhofsgelände ausweichen mussten.

Sapsan

Sapsan Train, Zug

Der Sapsan Zug.

Mittlerweile unternimmt die russische Bahn ernsthafte Bemühungen den Bahnverkehr an das europäische Niveau anzugleichen. Seit 2009 ist auf der Strecke zwischen Moskau und St. Petersburg der Sapsan im Einsatz, das Pendant zum deutschen ICE. Ein Jahr später wurde dann auch die Srecke Moskau – Nischni Nowgorod eingeweiht. Die 442 Kilometer legt der Spasan in knapp 4 Std. zurück.

In Zukunft sollen das Schienensystem für den Schnellzug erheblich ausgebaut werden. Zwar liegen die Preise für den Spasan deutlich über denen der gängigen regionalen Eisenbahn, allerdings steigt mit den Kosten auch der Komfort. Bequeme Sitze und ausreichend Beinfreiheit gehören natürlich zur Standardausstattung.

Transsibirische Eisenbahn innerhalb Russlands

Für viele Touristen ein absolutes Muss ist jedoch die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn. Die eigentlich Route führt von der russischen Hauptstadt bis nach Wladiwostok am Japanischen Meer.

Auf der 9288 km langen Strecke hält der Zug an über 400 Haltestellen und es gibt zwei Zugpaare, welche Touristen bis nach Peking befördern. Die genaue Route muss allerdings bereits im Vorfeld festgelegt werden, da das gebuchte Ticket ausschließlich für den gebuchten Zug am entsprechenden Abfahrtstag gültig ist. Buchen sollten Sie die Reise über einen spezialisierten Anbieter, der Ihnen bei der Planung unter die Arme greifen kann. Abhängig von der Planung der Reise sind Tagesausflüge sowie die Übernachtung in einem Hotel möglich.

Problematisch bei einer Reise mit der Bahn ist indes, dass der Nordosten des Landes nicht befahren wird. Wen es in diese Region zieht, der ist auf die Reise mit dem Bus oder dem eigenen PKW angewiesen.

Bus fahren

Wohl die günstigste Möglichkeit Russland zu bereisen bietet die Fahrt mit einem der überregionalen Linienbusse. Diese verbinden nicht nur zahlreiche Städte des Landes miteinander, sondern werden auch dort eingesetzt wird, wo die Bahn oder der Flugverkehr nicht hinkommt.

Von Touristen werden diese Fernbuslinien bisher allerdings kaum wahrgenommen. Das hat seine Gründe. Ein Großteil der Reisebusse ist veraltet und bietet kaum Komfort. Beinfreiheit oder bequeme Sitze sind häufig ein Fremdwort und auch mit der Verkehrstüchtigkeit vieler Busse ist es nicht weit her. Diese Probleme haben umso mehr bestand, desto weiter man sich von Moskau Richtung Osten entfernt. Im europäischen Teil, insbesondere zwischen der Hauptstadt und St. Petersburg kann man allerdings auch moderne Exemplare finden. Mittlerweile sind die meisten Unternehmen bemüht ihren Fuhrpark zu modernisieren. Vor allem in den ländlichen Regionen dürfte das aber noch viele Jahre dauern.

Reisende, die den Nordosten des Landes erkunden möchten, kommen an der Fahrt mit den Überlandbussen kaum vorbei. Dabei empfiehlt es sich im Winter grundsätzlich mit warmer Kleidung zu reisen, da es immer wieder vorkommen kann, dass die Heizung in den älteren Modellen nur unzureichend funktioniert oder gleich ganz ausfällt.

In vielen Städten gibt es zentrale Busbahnhöfe, an denen man ebenfalls die Ticketschalter findet. Wer zwischendurch einsteigen möchte, der löst sein Ticket für gewöhnlich vorne beim Fahrer. Vorm allem in den ländlichen Regionen halten sich die Busfahrer häufig nicht an die vorgegebenen Fahrpläne (sofern überhaupt welche existieren). Insbesondere die Haltestellen gelten hier als Auslegungssache, so dass die Busse oftmals unplanmäßig halten.

PKW, Auto fahren

Wer sich trotz Alternativen letzten Endes dazu entscheidet mit dem eigenen Kfz zu reisen, sollte im Vorfeld einige Dinge berücksichtigen. Zunächst einmal müssen Selbstfahrer über einen internationalen oder einen russischen Führerschein verfügen, um überhaupt im Land legal mit dem Auto fahren zu dürfen.

Von besonderer Bedeutung ist aber vor allem der Zustand vieler Straßen. Das Autobahnnetz befindet sich noch immer im Aufbau und liegt größtenteils im europäischen Teils des Landes, insbesondere in der Umgebung von Moskau und St. Petersburg. Teile der Autobahnen rund um Moskau sind mautpflichtig. Darüber hinaus gibt es noch ein föderales Fernstraßennetz, welches von Moskau aus vor allem den Westen des Landes bedient. Richtung Osten führen nur wenige Straßen, die zudem vorwiegend im Süden Russlands verlaufen.

Wer ausschließlich im westlichen Teil des Landes unterwegs ist und sich vorwiegend zwischen Moskau und St. Petersburg aufhält, für den kann die Fahrt mit dem Auto eine Alternative zum Reisen mit der Bahn oder dem Flugzeug sein, je weiter man in den (Nord-)Osten des Landes vordringt, umso problematischer werden die Straßenverhältnisse. Viele Wege sind nicht oder unzureichend befestigt und würden in Deutschland eher als Schotterweg oder Waldweg wahrgenommen werden. Problematisch ist aber auch die Versorgung mit Tankstellen oder Werkstätten. Häufig findet man im asiatischen Teil des Landes kein bleifreies Benzin, so dass jede Gelegenheit zum Volltanken genutzt werden sollte. Diesel hingegen ist in der Regel weit verbreitet. Wer unterwegs einen Unfall hat, muss manchmal ewig warten bis Hilfe eintrifft. Dies gilt insbesondere für den nordöstlichen Teil des Landes.

Aber selbst wer vorwiegend im Westen in der Nähe Moskaus oder St. Petersburgs unterwegs ist, muss mit Problemen rechnen. Zwar findet man an den meisten Tankstellen neben Diesel auch bleifreies Benzin und die Versorgung mit Werkstätten ist wesentlich höher als östlich des Urals, dennoch ist auch hier das eigenständige Fahren keineswegs risikofrei. Das liegt zum einem an der Fahrweise der Einheimischen, die Verkehrsregeln häufig eher als freundliche Hinweise auffassen und zum anderen an der Problematik ausländische Ersatzteile zu beschaffen. Wer ein russisches Fabrikat fährt, muss sich allerdings keine Sorgen machen. Ersatzteile können hier in kürzester Zeit geliefert werden. Bei ausländischen Modellen sieht das ganze schon ein wenig anders aus. Insbesondere bei selteneren Modellen kann die Beschaffung der Ersatzteile sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und durchaus auch eine Woche oder länger dauern.

Weiterhin kann es vorkommen, dass bei einem unverschuldeten Unfall die Versicherung des Unfallgegners nur einen Teil der Kosten übernimmt, da die Deckungskosten der russischen Versicherungen geringer sind. Grundsätzlich benötigen ausländische Autofahrer die Grüne Versicherungskarte, auf der unbedingt das Landeskürzel RUS vermerkt sein muss. Wer nicht über diese Karte verfügt, ist gezwungen bei der Einreise eine Versicherung an einem der Grenzübergänge anzuschließen.

Für PKW herrscht innerorts ein Tempolimit von 60 km/h, außerorts von 90 km/h und selbst auf den Autobahnen darf die Geschwindigkeit nicht über 110 km/h. Wer seinen Führerschein weniger als zwei Jahre besitzt, darf zudem höchstens 70 km/h fahren.

Auf Autobahnen und außerorts muss tagsüber grundsätzlich mit Abblendlicht gefahren werden. Außerdem gilt im ganzen Land eine Null-Promillegrenze. Bei einem Unfall muss immer die Polizei alarmiert werden. Darüber hinaus verfügt der ADAC über einen Auslandsnotruf, der rund um die Uhr unter +49 89 22 22 22 erreichbar ist.
Weiterhin gibt es in der Hauptstadt Moskau zwei ADAC-Partnerclubs. Das ist zum einen die Russian Automobile Society (RAS), die sich unter + 7 495 629 07 07 erreichen lässt und zum anderen die Autoclub Assistance RUS (ACAR), Tel.: + 7 495 925 50 00.

Taxi und Marschrutka

Eine Möglichkeit sich im russischen Nahverkehr fortzubewegen bietet die Fahrt mit dem Taxi. Vor allem an größeren Hotels sowie an den größeren Metrostationen warten in der Regel immer eine Vielzahl von Fahrern, die gerne bereit sind Sie durch die Stadt zu chauffieren. Sofern Sie sich nicht auskennen und auch kein russisch sprechen, kann es allerdings durchaus vorkommen, dass der Weg zum Theater oder ins Kino schnell mal zu einer kleiner Stadtrundfahrt wird.

Marschrutka

Marschrutka

Eine Alternative zu den gängigen Taxis bieten die Marschrutkas, eine Art Sammeltaxi, welches man ebenfalls an den meisten belebten Orten findet. In der Regel fassen die Gefährte zwischen 13 und 18 Personen. Häufig schließen sich hier Gruppen zusammen, um den Preis zu drücken. Bezahlt wird individuell beim Fahrer.

Metro

Einige Großstädte in Russland wie Moskau, St. Petersburg, Nischni Nowgorod oder Nowosibirsk verfügen über ein U-Bahnsystem. Meist ist die Metro der einfachste Weg, um das gewünschte Ziel schnell und bequem zu erreichen. Die Fahrpläne werden eingehalten und in der Regel gibt es verschiedene Tickets, die bei einem längeren Aufenthalt durchaus empfehlenswert sind.

Handy, Smartphone, Internet

Wer in Russland mit seinem eigenen Handy telefonieren möchte, hat u.a. die Möglichkeit, die Roaming bzw. Daten-Roaming Angebote seines deutschen Herstellers in Anspruch zu nehmen. Da die Kosten allerdings recht erheblich sein können, sollten Sie im Vorfeld mit ihrem Anbieter über die Tarife sprechen.

Russland Prepaid Sim

Die günstigere Variante ist sicherlich, nach der Ankunft in der Russischen Föderation, das eigene Handy oder Smartphone mit einer hiesigen Sim-Karte auszustatten. Mobilfunkanbieter wie Mobile TeleSystems, Beeline oder MegaFon bieten verschiedene Prepaid-Karten an, die oftmals auch ein passables Datenvolumen aufweisen. Passende Karten gibt es eigentlich überall. Im Supermarkt oder am Kiosk findet man meist ebenso eine Karte wie in den speziellen Fachgeschäften der Anbieter. In der Regel ist es auch möglich unmittelbar nach der Einreise am Flughafen eine Prepaid-Karte zu erstehen. Viele Anbieter haben hier ihre eigenen kleinen Schalter und die Angestellten sprechen neben Russisch häufig auch Englisch. Wichtig ist natürlich, dass ihr Handy bzw. Smartphone nicht mit einem Sim-Lock geschützt ist.

Handynummern, Vorwahlen, Kosten

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten russischer Mobilfunknummern. Lokale Nummern erhält man in der Regel nur über Postpaidverträge, welche grundsätzlich weniger weit verbreitet sind. Für Touristen interessant sind hingegen die föderalen Nummern, die wie in Deutschland auch über eine eigene Vorwahl verfügen und deren Nummer nicht direkt an die Stadt gebunden ist. Es gibt jedoch auch bei den föderalen Nummern, welche man über einen Prepaid-Tarif erhält, einige Einschränkungen, die Reisende unbedingt beachten sollten. So gelten die Tarife ausschließlich für die Stadt, in welcher die Sim-Karte gekauft bzw. aktiviert wurde. Telefonate in andere Städte sind teurer als Gespräche im innerstädtischen Bereich.

Insbesondere müssen Urlauber jedoch beachten, dass die Sim-Karte außerhalb der Stadt, in welcher sie gekauft wurde, ebenso zusätzliche Kosten verursacht. Wer etwa in St. Petersburg mit einer in Moskau gekauften Karte telefonieren möchte, der muss mit deutlich höheren Gebühren rechnen, da die Karte dann auf Netze anderer Anbieter zugreift. Um einer solchen Kostenfalle zu entgehen, sollten Sie stets dort eine Sim-Karte kaufen, wo Sie sich die meiste Zeit aufhalten. Bei Rundreisen kann es insbesondere für Vieltelefonierer sinnvoll sein, mehrere Karten zu erstehen. Beim Kauf einer Sim-Karte sollten Sie zudem immer ihren Reisepass sowie ein gültiges Visum vorzeigen können.

Festnetz Telefone

In Russland gibt es noch immer vielerorts öffentliche Telefone, auch Taxofon genannt. Hier zahlt man entweder mit speziellen Chips oder aber Telefonkarten, die in Postämtern oder Metrostationen sowie an den meisten Kiosken verkauft werden. Allerdings ist hier ein wenig Achtsamkeit gefordert, da nicht alle Telefone auch alle auf dem Markt erhältlichen Karten unterstützen. Einige Telefonzellen an Flughäfen oder in den Hotels akzeptieren mittlerweile Kreditkarten.

Immer wieder wird darüber berichtet, dass Ortsgespräche vom Festnetz aus in Russland kostenlos sind. Zwar trifft dies zu, gilt aber nur für Privat- oder Firmenanschlüsse. Wer von einem Hotel aus telefoniert, der muss die Kosten selber tragen.
Für Telefonate ins Ausland wendet man sich am besten ans Fernsprechamt. Hier sind internationale Gespräche zwischen 22 und 8 Uhr sowie am Wochenende günstiger.

Internet

Wer auf sein Telefon verzichten möchte, nicht aber auf die Möglichkeit im Internet zu surfen, hat insbesondere in den russischen Großstädten verschiedene Optionen diesem Wunsch nachzukommen, auch ohne sich eine einheimische Sim-Karte zu kaufen. Viele Hotels verfügen mittlerweile über kostenloses W-LAN auf den Zimmern oder zumindest in der Lobby. Darüber hinaus gibt es vor allem in St. Petersburg und Moskau sowie in mehreren anderen Großstädten verschiedene kostenlose Wifi-Hotspots (z.B. an den großen Metrostationen). Auch Internetcafes sind in Russland heute weit verbreitet. Selbst in kleinere Städten und Orten findet man in der Regel immer irgendwo den einen oder anderen Anbieter.

Aufgrund der enormen Ausdehnung des Landes kann es vorkommen, dass insbesondere in den ländlichen Regionen im asiatischen Teil des Landes mit Einschränkungen zu rechnen ist.

Post

Reisende, die sich auf die traditionelle Art und Weise der Kommunikation verlassen möchten, können jederzeit die russische Post zurückgreifen. Die Filialen haben üblicherweise von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Allerdings können die Öffnungszeiten durchaus variieren. Ein Brief oder eine Karte von Moskau nach Deutschland benötigt ungefähr 14 Tage. Wer sich weiter im Osten des Landes aufhält muss mit einer entsprechend längeren Lieferzeit rechnen.

Briefmarken können Urlauber entweder direkt bei der Post oder manchmal auch in den Hotels kaufen. Für normale Briefe und Postkarten wird der blaue Briefkasten verwendet. Die gelben Briefkästen sind ausschließlich für Postsendungen erster Klasse innerhalb Russlands zu nutzen.

Die Preise für Karten und Briefsendungen ins Ausland sind sehr moderat. Ein Brief bis 20 Gramm, der per Flugpost ins Ausland gehen soll, kostet knapp 60 Cent.

Da die russische Post nicht unbedingt für ihre Zuverlässigkeit berühmt ist, sollten Sie wichtige Unterlagen oder Gegenstände mit einem höheren Wert vorzugsweise mit einem internationalen Paketdienst verschicken.

Essen & Trinken

Russisches Essen, Russische Küche, Borschtsch

Ein typisches Essen in Russland: Borschtsch

Die russische Küche in ihrer heutigen Form kann auf eine lange und belebte Geschichte zurückblicken. Von verschiedenen kulinarischen Einflüssen geformt, sind bis heute noch Spuren des Orients und der westeuropäischen Cuisine zu erkennen.

Besonders der Einfluss der französischen Küche, welche vor allem im 17. und 18. Jahrhundert in den Speisesälen des Zarenreiches präsent war, ist bis heute in einigen Gerichten zu finden. Unter der späteren Sowjetherrschaft wurden dann zusätzlich regionale Gerichte und Zutaten aus den umliegenden Staaten in den eigenen Speiseplan involviert.

Typische Spezialitäten

Russische Küche, typische Spezialitäten in Russland

Russische Küche

Einige der russischen Speisen sind heute weltweit verbreitet. Zu den beliebtesten Gerichten zählen zum Beispiel Kaviar, Borschtsch, Piroggen oder Boeuf Stroganoff. Einer besonderen Beliebtheit erfreuen sich im Land vor allem die abwechslungsreichen Vorspeisen und die zahlreichen Suppenvariationen. Neben Kaviar, Lachs und Hering findet man insbesondere Salate sowie verschiedene Fleischgerichte wie Würstchen, Fleischbällchen oder sogar Pasteten auf den Vorspeisetellern.

Danach folgt oftmals eine Suppe, die kaum irgendwo anders auf der Welt so vielfältig zubereitet wird wie in Russland. Soljanka, Borschtsch oder die wohlschmeckende Kohlsuppe Schtschi findet man beinahe auf jedem Speiseplan. Als Beilage werden in der Regel Roggenbrot oder Pelmeni – kleine, gefüllte Teigtaschen – gereicht.

Die dann folgenden Hauptgerichte sind in der Regel sehr fleischlastig. Neben Innereien wird häufig Kochfleisch oder Geschnetzeltes gereicht. Für Verwirrung sorgt bei vielen Urlauber zunächst das Kotleta, was aufgrund des ähnlichen Wortlauts von vielen Reisende für eine Variante des auch in Deutschland beliebten Koteletts gehalten wird, tatsächlich aber eher einem Hacksteak gleicht.

In vielen Regionen des Landes findet man darüber hinaus aber auch allerlei Fischgerichte wie Forelle, Zander oder Karpfen. Als Beilage gibt es häufig russische Blini oder eben wieder Pelmini. Auch Kascha, ein Brei aus Buchweizen, Butter und Wasser verfeinert mit saurer Sahne, oder Graubrot werden zu den Hauptgerichten angeboten.

Um das ganze abzurunden, wird als Nachtisch in der Regel Tee gereicht, der mit Zucker oder Honig gesüßt wird. Gelegentlich wir das Heißgetränk mit einer Marmelade (Warenje) verfeinert, die im Tee aufgelöst oder aber parallel genossen wird.

Wodka, Sekt & Bier

Wodka

Wodka Gorbatschow

Nicht fehlen darf natürlich der beliebte Wodka, was Übersetzt soviel wie Wässerchen bedeutet. Besonders zur Vorspeise wird der Schnaps, der teilweise aus Kartoffeln oder auch klassisch aus Roggen hergestellt wird, getrunken. Ebenso findet man ihn aber auch beim gemütlichen Zusammensein in den Abendstunden oder einfach immer dann, wenn es was zu Feiern gibt.

Bei besonderen Anlässen darf zudem die ein oder anderen Flasche Sekt nicht fehlen.

Natürlich findet man in jeder Kneipe auch Bier, allerdings mangelt es dem bekömmlichen Gerstensaft in Russland – zumindest im Vergleich mit Deutschland – ein wenig an Popularität.

Lebensmittel Preise

Lebensmittel in den russischen Großstädten sind nicht nennenswert billiger als in Deutschland. Fleisch und Gemüse, aber auch andere Grundnahrungsmittel wie Brot oder Nudeln kosten zwar etwas weniger, ein Billigreiseland ist Russlands allerdings keineswegs. Dennoch können Reisende in den meisten Städten verhältnismäßig günstig Essen gehen. Ein vollwertiges Gericht bekommt man in der Regel ab 6 Euro, teilweise sogar mit Vorspeise. Getränke sind ebenfalls etwas günstiger als in der Bundesrepublik, ausgenommen hiervon sind jedoch ausländisches Bier und ausländische Spirituosen.

Auf dem Land leben die Menschen hingegen häufig noch autark. Obst und Gemüse werden selbst angebaut und die frische Milch kommt von der Kuh. Wer es sich leisten kann, schlachtet seine Tiere für Fleisch. In den ländlichen Gegenden der Russischen Föderation sind Lebensmittel häufig noch immer Gegenstand von Tauschgeschäften unter Nachbarn.

Verhaltensregeln

Denkt man an Russland, würden einem nicht unbedingt in erster Linie strickte gesellschaftliche Verhaltensregeln und Umgangsformen durch den Kopf schießen. Anders als in Ländern wie Japan oder Indien vermitteln Reiseberichte oder Reportagen häufig den Eindruck, man könne sich in der Russischen Föderation eigentlich alles erlauben ohne in irgendwelche Fettnäpfchen zu treten oder gar Grenzen zu Überschreiten. Nun mag der Verhaltenskodex in Russland vielleicht weniger rigide sein als im Land des Lächelns, dennoch sollte man auch als Gast stets einige grundsätzliche Regeln befolgen.

Einladungen und Geschenke

Gastfreundschaft wird in Russland groß geschrieben. Viele Einheimische verwöhnen ihren Besuch geradezu. Im Gegenzug wird allerdings erwartet, dass Sie dieses Verhalten wertschätzen. Dazu gehört unter anderem auch ein Gastgeschenk. Gerne gesehen werden Mitbringsel aus dem eigenen Land. Wichtig ist, dass diese nicht zu billig sind. Geiz ist in Russland nicht gerne gesehen.

Ebenfalls gern gesehen ist das Schenken von Blumen. Diese sollten jedoch nur in ungerader Zahl mitgebracht werden. Eine gerade Anzahl Blumen schenkt man ausschließlich zu Begräbnissen. Vermeiden Sie zudem schwarze, gelbe und weiße Blumen.

Bei einer Verabredung sollten sich ein Mann zudem immer wie ein Gentlemen verhalten. Das bedeutet vor allem, dass Sie ohne zu zögern die Rechnung übernehmen und nichts tun was als „Geiz“ ausgelegt werden könnte. Das gilt auch beim Trinkgeld. Kellner und Taxifahrer sollten wie in Deutschland auch mit einem Obolus von 10% bedacht werden. Dies ist umso wichtiger, falls Sie sich in der Gesellschaft von Geschäftspartnern oder einer interessierten Frau befinden.

Begrüßung, Anrede und Gespräche

Zur Begrüßung reicht man sich auch in Russland die Hände. Allerdings wird hier immer die rechte Hand benutzt. Erwidert man einen Handschlag mit seiner Linken, gilt dies als Beleidigung. Darüber hinaus reicht man sich die Hände erst wenn man die Türschwelle übertreten hat.

Angesprochen werden ältere und übergeordnete Personen mit dem Vornamen und dem Vatersnamen. Frauen sollten Sie bei der Begrüßung übrigens nur dann die Hand reichen, wenn diese es zuerst tut.

Zur Eröffnung eines Gesprächs ist es durchaus üblich etwas Persönliches in das Gespräch einzubinden, um die Beziehung zu fördern. Anschließend drehen sich die Gespräche häufig um Themen wie Technik, Wissenschaft oder Politik. Insbesondere beim letzteren Punkt ist allerdings Vorsicht geboten, da es hier schnell zu Unstimmigkeiten kommen kann. Am besten versuchen Sie brisante Themen zu meiden. Zudem sollten Sie sich niemals schlecht über die Zarenfamilie oder die Kirche äußern. Wer in anderen Themenbereichen mit Wissen glänzen kann, wird von seinem Gegenüber dafür respektiert.

Auch was die Körpersprache betrifft unterscheiden sich die Russen ein wenig von den Deutschen. Insbesondere zwischen Geschäftspartnern ist es üblich sich dreimal abwechselnd auf die Wange zu küssen. Eine Ablehnung dieser Geste wird als beleidigend aufgefasst. Zudem kann es durchaus im Gespräch vorkommen, dass Ihr Gegenüber Sie am Arm berührt oder Ihnen auf die Schulter klopft.

Geschäftsessen

Bei Geschäftstreffen sollten Sie sich immer entsprechend kleiden. Ein dunkler Anzug mit Hemd und Krawatte geht immer. Teure Statussymbole wie Uhren oder die Kleidung namhafter Designer machen Eindruck und dürfen nicht fehlen. Sofern Sie mit weiblicher Begleitung eintreffen, sollte ihre Partnerin sehr feminin gekleidet sein und ein stilsicheres Make-up tragen.

Zu jedem Geschäftsessen gehört auch das Trinken von Alkohol. Falls Sie nicht sonderlich trinkfest sind, können sie auf Spirituosen verzichten. Dies gilt allerdings nicht bei vorgebrachten Toasts. Wer hier nicht trinkt ist unhöflich und macht sich keine Freunde.

Wenn es während eines Geschäftsessens bzw. Verhandlungen mal zu Gefühlsausbrüchen kommt, sollten Sie dem mit Ruhe, Ausdauer und Argumenten begegnen. Diese Art der Verhandlungsführung gehört in Russland zum Alltag. Nur weil die Gespräche teils mit sehr harten Bandagen geführt werden heißt das keinesfalls, dass ihr Gegenüber Ihnen im privaten Bereich nicht durchaus starke Sympathien entgegenbringt.

Falls Sie während eines Essens mal das WC aufsuchen müssen, versuchen Sie es entsprechend zu umschreiben. Keinesfalls sollten Sie deutlich sagen, dass Sie auf die Toilette müssen. Das Bad ist übrigens auch der richtige Ort, um sich die Nase putzen. Dies gilt nämlich grundsätzlich als verpöhnt.

Sprache und Verständigung

Russisches Alphabet, Kyrillisch, Aussprache, Schreibschrift

Russisches Alphabet mit Aussprache, Schreibschrift und deutscher Transkription. (Quelle: Gymnasium Eisenstadt)

Die offizielle Amtssprache im Land ist Russisch.

Darüber hinaus gibt es allerdings eine ganze Reihe verschiedener Volkssprachen, die in den Teilrepubliken Russlands noch heute gesprochen werden und mancherorts ebenfalls als zweite regionale Amtssprache fungieren. Zwar wird die Verwendung und das Erlernen der Sprachen von den Regierungen der unterschiedlichen Republiken gefördert, um das Aussterben der betroffenen Volksgruppen zu verhindern, die Zahl der Russen, die eine indigene Muttersprache beherrschen nimmt jedoch beständig ab.

Englisch

Außerhalb der Großstädte spricht noch immer ein Großteil der Bevölkerung ausschließlich Russisch, während die jüngere Generation zunehmend auch die englische Sprache beherrscht. Da diese jedoch nicht in allen Teilen des Landes uneingeschränkt gelehrt wird, gibt es auch hier – meist in den ländlichen Regionen – Ausnahmen.

In den westlichen Großstädten des Landes verfügen das Hotelpersonal sowie Angestellte auf den Ämtern und häufig auch anderes Servicepersonal (Verkäufer in den größeren Kaufhäusern, Servierer in bekannten Restaurants, Bahnangestellte etc.) oftmals über einen passablen englischen Wortschatz. Mit Taxifahrern kommt zwar meist kein ausführliches Gespräch zustande, aber auch diese verstehen die wichtigsten Grundvokabeln. In Supermärkten, kleineren Geschäften und in den normalen einheimischen Restaurants sollte man beim Personal jedoch keine Fremdsprachenkenntnisse erwarten.

In der Regel liegen in den kleineren Lokalen zudem die Speisekarten ausschließlich in russischer Sprache aus. Auch die sonstige Beschilderung in der Stadt ist vorwiegend in kyrillischen Schriftzeichen. Dies gilt auch für den Straßenverkehr. Lediglich wichtige Touristendestinationen und zum Glück auch die Metrostationen sind in lateinischen Buchstaben ausgeschildert.

Auf dem Land spricht kaum jemand Englisch. Das gilt nicht nur für die normale Bevölkerung, auch Polizeibeamte oder sonstige Angestellte verstehen in der Regel häufig nur Russisch.

Es empfiehlt sich bei Reisen in den touristisch unerschlossenen Regionen immer ein Wörterbuch dabei zu haben, welches auch die wichtigsten Phrasen beinhaltet. Wichtig ist, dass der Sprachführer sowohl lateinische wie auch kyrillische Schrift umfasst, so dass Sie sich mit Ihrem Gegenüber notfalls über das Buch verständigen können. Auf keinen Fall sollten Sie unvorbereitet durch ländliche Regionen fahren. Verständigungsprobleme können hier schnell zu ernsthafteren Problemen werden.

Sei es für den Fall, dass Sie Hilfe benötigen oder auch dann, wenn Sie sich mit den Behörden auseinandersetzen; es empfiehlt sich immer schon im Vorfeld eine Vorstellung zu haben, wie man sich am besten verständlich macht. Wichtig ist, dass Sie sich nicht auf ihr Handy bzw. das mobile Internet verlassen. Insbesondere in den abgelegenen Regionen ist die Netzabdeckung häufig noch unzureichend.

Nachtleben, Nightlife, Party

Lange Zeit galten die russischen Großstädte als partyfreie Zone. Abseits einiger Untergrundclubs, die nur szeneintern für Aufsehen sorgten, lagen Städte wie Moskau oder Sankt Petersburg beim internationalen Verband feierfreudiger Globetrotter kaum im Fokus. Seit dem Beginn des neuen Jahrtausends begann sich diese Wahrnehmung allerdings zu wandeln. Immer mehr Clubs und Lokale schossen aus dem Boden. Das neue Selbstvertrauen der Russen und die durchgestandene Wirtschaftskrise Ende der 1990er Jahre resultierten in einem neuen Verlangen der jüngeren Generation die Probleme der Vergangenheit hinter sich zu lassen und den Aufschwung zu endgültig genießen. Heute zählt insbesondere Moskau zu den angesagtesten Partystädten Europas.

Moskau Nightlife

Moskau Nightlife, Nachtleben, Frauen

Nightlife im Moskauer Club Premier Lounge

Für die meisten Neuankömmlinge ist das Nachtleben in der russischen Hauptstadt sicherlich überwältigend. Es gibt unzählige Clubs und Lokale, die bis in die Morgenstunden geöffnet haben. Der Alkohol fließt in Strömen und wer einmal ins Moskauer Nightlife abgetaucht ist, wird schnell feststellen, dass viele Partys hier geradezu etwas dekadentes an sich haben. Häufig wird Champagner oder sehr teurer Wodka getrunken und auch Drogen sind immer wieder im Spiel. Die Männer sind gut eingekleidet und protzen mit allerlei Statussymbolen, währen der weibliche Teil des Publikums meist mehr als nur ein wenig aufreizend gekleidet ist. In vielen Diskotheken gehören halbnackte Gogo-Tänzerinnen zum alltäglichen Erscheinungsbild. Oftmals sind diese allerdings kaum von den normalen Besucherinnen zu unterscheiden.

Mit Frauen flirten

Geflirtet wird in Moskau offensiv und schnell. In der Regel obliegt es dem Mann den ersten Schritt zu machen. Natürlich gehört dazu auch, die Ausgewählte in jeder Hinsicht zufrieden zu stellen. Geiz ist grundsätzlich fehl am Platz. Wer es sich nicht leisten kann, sollte es zudem vermeiden in die teuersten Clubs der Stadt zu gehen. Die meisten Russinnen sind sich darüber im klaren, dass ausländische Besucher nicht soviel Geld in den Clubs lassen wie es die einheimischen Männer oft tun. Nach dem Partner für Leben wird in den Clubs und Diskotheken der Hauptstadt allerdings eh nicht gesucht.

Aber natürlich geht es auch eine Spur entspannter. Zu behaupten, dass jeder Club in Moskau eine Showbühne ausufernder Frivolitäten wäre, ist schlichtweg falsch. Auch in der Hauptstadt gibt es nette Kneipen oder Diskotheken, in denen es eine ein wenig ruhiger zugeht und die Atmosphäre entspannter und weniger aufgeladen ist.

Angesagte Adressen sind unter anderem die Premier Lounge, das Icon, die Soho Rooms, das Arma 17 oder auch das Propaganda. Mittlerweile etwas weniger populär ist der Pacha Club Moscow, allerdings findet man hier noch immer zahlreiche Touristen. Daher gilt der Club bei vielen als ein guter Einstieg ins Moskauer Nachtleben.

St. Petersburg Nightlife

Was das Nachtleben betrifft, braucht St. Petersburg den Vergleich mit Moskau nicht zu scheuen. Zwar ist hier alles ein wenig überschaubarer und nicht ganz so abgehoben wie in der Hauptstadt des Landes, aber auch in St. Petersburg kann man nach Lust und Laune die Nacht zum Tag machen.

Einer der ältesten und beliebtesten Clubs der Stadt ist das Griboedov, welches in einem alten Luftschutzbunker untergekommen ist. Obwohl die Diskothek einen außergewöhnlichen Stellenwert und Bekanntheitsgrad besitzt, gilt sie auch heute noch als das Zentrum der St. Petersburger Undergroundkultur. Recht populär sind darüber hinaus das Par.spb, das Metro oder auch der Achtung Baby Club. Da die gesamte Szene recht schnelllebig ist, haben viele Clubs eine relativ kurze Lebensdauer. Die Fluktuation ist demnach recht hoch. Manche Clubs sind für wenige Monate extrem angesagt und müssen dennoch kurze Zeit später die Türen schließen, da sich der Fokus der Nachtschwärmer auf eine andere Location konzentriert.

Dresscode

Die besten Abende verbringt man sicherlich, sofern man Kontakt mit ortskundigen Einheimischen hat. Aber egal mit wem man unterwegs ist, zum russischen Nachtleben gehört auch immer ein gewisser Blick auf das Äußere. Wer also sicher gehen möchte auch in die etwas gehobenen Läden Einlass zu erhalten, sollte sich auch dementsprechende kleiden. Vor allem die Hauptstadt Moskau gilt hier als besonders hartes Pflaster. Einige Kosmopoliten sind sogar der Meinung, die russische Hauptstadt sei die Heimat der härtesten Türsteher der Welt. In den meisten Städten unterscheiden sich die Kosten nicht nennenswert von den Kosten in Deutschland. Ausnahmen bilden hier Moskau und St. Petersburg. Hier verlaufen die meisten Abende eher ein wenig kostenintensiver.

Neben den beiden Weltmetropolen findet man natürlich auch in jeder weiteren Großstadt immer einige Clubs und Kneipen. Etwa in Nischni Nowgorod, in Nowosibirsk oder auch im weit östlich gelegenen Wladiwostok existiert eine aktive Partyszene. In kleineren Städten und ländlichen Regionen hingegen darf man nicht mit einem großen Angebot rechnen. Häufig gibt es hier nur die ein oder andere Kneipe. Clubs oder Diskotheken existieren in der Regel nicht. Dies gilt insbesondere für den Nordosten des Landes.

Reise- und Sicherheitshinweise

Eine Reise nach Russland ist durchaus nicht frei von Risiken. Insbesondere wer sich mit dem Gedanken einer Rundreise trägt, sollte zunächst einige Informationen berücksichtigen, die das Auswärtige Amt veröffentlicht hat.

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Seit dem „Beitritt“ der Krim zur Russischen Föderation wird von Reisen auf die Halbinsel dringendst abgeraten. Auch ein Durchqueren der östlichen Landesteile der Ukraine bei der Anreise mit dem PKW ist aus Sicherheitsgründen zu vermeiden.

Auf russischen Territorium wird darüber hinaus von Reisen in den Nordkaukasus, in die Regionen um Inguschetien, Tschetschenien, Dagestan, Nordossetien und Kabardino-Balkarien aufgrund von Anschlägen und bewaffneten Auseinandersetzungen sowie Entführungsfällen abgeraten. Hilfe von der Deutschen Botschaft ist bei Vorfällen in diesen Regionen nur sehr eingeschränkt möglich.

Besondere Vorsicht walten lassen müssen Urlauber, die über die georgisch-russische Grenze in den Konfliktgebieten Abchasien und Südossetien einreisen möchten. Die Überquerung der Grenze wird von den georgischen Behörden als illegaler Grenzübertritt gewertet und entsprechend geahndet.

Überall in Russland gibt es eine Vielzahl von Gemeinden oder Gebieten, die ausschließlich mit einer entsprechenden Erlaubnis der zuständigen Behörden betreten werden dürfen. Vor allem im Nordkaukasus und in vielen Grenzregionen sollte Reisende dies berücksichtigen und sich im Vorfeld ausreichend informieren. Eine Berechtigung für den Aufenthalt wird im Regelfall durch die zuständige Grenzdienstverwaltung oder die Kreisverwaltung ausgestellt.

Terrorismusgefahr

Neben dem Kaukasus haben die Terroranschläge der jüngsten Zeit gezeigt, dass auch in anderen Regionen der Russischen Föderation einer Gefährdung durchaus gegeben ist. Ende 2013 forderten Terroranschläge in Wolgograd mehrere Todesopfer. 2011 gab es am Moskauer Flughafen Domodedowo einen Anschlag, der ebenfalls Menschenleben kostete und im März 2010 ereigneten sich in der Moskauer Metro zwei Explosionen bei denen mehrere Dutzend Menschen getötet wurden.

Grundsätzlich ist also ein gewisses Maß an Vorsicht angebracht. Große Menschenmassen oder politische Kundgebung, die weite öffentliche Aufmerksamkeit erregen sollten lieber gemieden werden. Auch bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel gilt es wachsam zu bleiben.

Kriminalität

Kriminalität und Verbrechen können in Russland auch für Touristen zu einem Problem werden. Die Mafia hat in Russland einen sehr großen Einfluss. Touristen und Urlauber dürften hiervon allerdings nur wenig bis gar nichts mitbekommen. Aufpassen sollten Sie allerdings in normalen Alltagssituationen. Im Gedränge achten Sie besser auf ihre Wertsachen und in der Dunkelheit sollten Sie nicht unbedingt alleine durch unbelebte Nachbarschaften laufen.

Vorsicht ist auch geboten, wenn sie sich im russischen Nachtleben bewegen. Insbesondere sollten Sie sich in angespannten Situationen zurücknehmen und sich nicht auf Streit mit Einheimischen einlassen.

In kritische Situationen können auch gleichgeschlechtliche Paare geraten. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Übergriffen auf Homosexuelle. Zwar sind homosexuelle Handlungen in Russland nicht strafbar, werden aber gesellschaftlich tabuisiert und es gibt kaum Akzeptanz in der Gesellschaft gegenüber Homosexualität. Leider scheint dir Furcht vor gleichgeschlechtlicher Liebe in Russland immer häufiger in Gewalt umzuschlagen, insbesondere wenn diese öffentlich präsentiert wird.

Naturkatastrophen

Obwohl eine Reise nach Russland nicht mit einem erhöhten Risiko von Naturkatastrophen verbunden ist, kommt es in bestimmten Regionen des Landes immer wieder zu Vorfällen, die zum Teil auch Todesopfer zur Folge haben.

Insbesondere im westlichen Teil der Föderation kommt es in den Sommermonaten gehäuft zu unkontrollierten Waldbränden, die sich rasant ausbreiten können. 2012 waren darüber hinaus auch Gebiete in Sibirien betroffen. In der Regel stehen die verheerenden Brände in direktem Zusammenhang mit den Hitzewellen, welche Russland vor allem in den Sommermonaten, immer wieder schwer zu schaffen machen.

Weiterhin ist das Land in einigen Regionen durchaus Erdbeben gefährdet. Insbesondere rund um die russisch-ukrainische Grenze kann es zu kleineren Erdstößen kommen. Weitaus problematischer ist die Lage hingegen im Osten des Landes. Hier kam es rund um das Ochotskische Meer immer wieder zu starken Beben kommen, welche die russische Ostküste erschüttern. Im Notfall gilt es, Schutz unter stabilen Möbelstücken zu suchen oder – sofern man sich bereits im Freien aufhält – einen freien Platz aufzusuchen, möglichst weit entfernt von hohen Gebäuden oder Stromleitungen.

Ein weiteres Problem vor allem im Süden des Landes sind teils erhebliche Überschwemmungen. Bei einem Hochwasser in der russischen Schwarzmeerregion Krasnodar verloren im Juli 2012 mehr als 170 Menschen ihr Leben.

Für den Fall, dass Sie sich im Anschluss an eine Naturkatastrophe nicht unmittelbar bei Ihrer Familie melden können, wenden Sie sich bitte an eine der deutschen Auslandsvertretungen in Russland.

Besondere Zollvorschriften

Touristen, die mit Ihrem eigenen PKW nach Russland einreisen möchten, sollten unbedingt auf den Gültigkeitszeitraum der Zolleinfuhrbeschränkung für das Fahrzeug achten. Sofern dieser überschritten wird, ist es notwendig vor Ablauf der Gültigkeit eine Verlängerung bei den zuständigen örtlichen Zollbehörden einzuholen. Wer nicht über eine gültige Genehmigung verfügt, dem wird es untersagt sein Fahrzeug auszuführen. Darüber hinaus kann das Fahren ohne gültige Genehmigung mit empfindlichen Geldstrafen geahndet werden.

Devisen können bis zu einer Höhe von 10.000 US Dollar eingeführt werden, ohne dass diese bei der Einfuhr deklariert werden müssen. Der gleiche Betrag darf zudem wieder ausgeführt werden. Bei Beträgen, welche diesen Wert überschreiten, ist zusätzlich zur Deklaration entweder die vorherige Einfuhr des Betrags mittels versiegelter Zolldeklaration oder der Überweisungsbescheinigung einer Bank nachzuweisen. Die Einfuhr nicht deklarierter Devisen ab einem Wert von über 10.000 USD wird mit Strafe geahndet und kann eine monatelange U-Haft nach sich ziehen.

Artikel für den privaten Gebrauch dürfen in realistischer Höhe eingeführt werden. Reisende ab 18 Jahren dürfen darüber hinaus 1000 Zigaretten oder 1 Kg Tabak einführen sowie bis zu 2 Litern Wein und Spirituosen bis zu 1,5 Liter. Die Einfuhr von Tieren, Obst, Gemüse, Drogen, Waffen, Narkotika sowie pornografischen Artikeln ist untersagt.

Vorsicht ist auch bei der Ausreise geboten. Während Kleidung etc. in realistischen Mengen für den Eigenbedarf ausgeführt werden dürfen, ist es strengstens Untersagt kulturell bedeutende Gegenstände, insbesondere aus der Zeit vor 1945, auszuführen. Schmuck hingegen darf ausgeführt werden, allerdings nur maximal 30 Gramm Gold bzw. Platin oder 100 Gramm Silber sowie insgesamt fünf Schmuckstücke.

Besondere strafrechtliche Bestimmungen

Seit dem 30. Juni 2013 hat in Russland das Gesetz gegen die „Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen“ bestand. Wer als Ausländer an Demonstrationen teilnimmt, Informationen an die Medien weitergibt oder Homosexuelle unterstützt kann mit einer Geldstrafe von bis zu 100.000 Rubel belegt werden. Darüber hinaus können bis zu 15 Tagen Gefängnis und die Ausweisung aus der Russischen Föderation die Folge sein.

Ein Gesetz nachdem die „Propaganda für Homosexualität“ mit einer Geldstrafe geahndet werden kann hat in den Regionen St. Petersburg, Kostroma, Archangelsk, Rjasan Magadan, Nowosibirsk, Krasnodar, Samara, Baschkortostan und Kaliningrad bestand.

Antiquitäten und Kunstgegenstände aus der Zeit vor 1945 dürfen in keinem Fall ausgeführt werden. Dies gilt insbesondere für Ikonen. Ausnahmen bestehen ausschließlich, sofern eine Bescheinigung des Kulturministeriums vorliegt. Gleiches gilt für Gegenstände die vom Zoll als Kulturgut verstanden werden. Hierzu zählen zum Beispiel sowjetische Medaillen oder auch Geldscheine sowie weitere Artikel, die man zum Teil auf Flohmärkten findet. Wer sich unsicher ist, inwiefern ein gekaufter Gegenstand in diese Kategorie fällt, sollte bereits vor der Ausreise mit russischen Zoll in Verbindung treten. Wer entgegen der Einschränkungen oben genannte Artikel ausführt, muss mit einer erheblichen Geldstrafe bis hin zu einer langjährigen Haftstrafe rechnen.

Wie üblich ist auch in Russland die Ein- und Ausfuhr von Drogen strengstens verboten. Zuwiderhandlungen können mit einer langen Haftstrafe geahndet werden. Dies gilt auch für weiche Drogen wie zum Beispiel Marihuana.

Vom Fotografieren technischer und militärischer Einrichtungen sollte grundsätzlich abgesehen werden, da dies in bestimmten Fällen mit einer erheblichen Strafe geahndet werden kann. Besondere Vorsicht ist geboten, da nicht alle Fotografierverbote auch auf Schildern angezeigt werden. Im Zweifelsfall ist es demnach ratsam, die Kamera ungenutzt zu lassen.

Im Grenzgebiet zu Polen (Kaliningrad) ist die grüne Grenze nicht ausreichend mit Grenzsteinen markiert. Wer bei einer Wanderung die russische Grenze von Polen aus überschreitet muss mit einer Festnahme und einer Haftstrafe rechnen.

Gesundheit

Das Auswärtige Amt empfiehlt Impfungen gemäß dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Instituts gegen Tetanus, Diphtherie sowie gegen Hepatitis A. Bei längeren Aufenthalten in der Russischen Föderation kann zudem eine Impfung gegen Hepatitis B, Tollwut und FSME sinnvoll sein.

Wie in vielen anderen Staaten auch kann es im ganzen Land aufgrund von verunreinigten Trinkwasser oder Gewässern zu Durchfallerkrankungen kommen. Wer jedoch bereit ist einige simple Grundregeln zu beachten, kann das Risiko von Cholera etc. drastisch minimieren.

In der Umgebung von Moskau ist es in der Vergangenheit immer wieder zu menschlichen Tollwutfällen durch Tierbisse gekommen. Darüber hinaus besteht in weiten Bereichen Russlands das Risiko sich mit Frühsommermeningoenzephalitis (kurz: FSME) anzustecken, welche durch Zecken übertragen werden kann. In beiden Fällen empfiehlt sich ein prophylaktische Impfung im Vorfeld der Reise.

In der Umgebung der Stadt Tschelabinsk ist es unter Umständen im Jahr 2007 in der Atomanlage Majak zu Unfällen mit Freisetzung von Radioaktivität gekommen. Vor dem Verzehr lokaler Lebensmittel wird ausdrücklich abgeraten.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung entspricht in weiten Teilen Russlands keinesfalls den europäischen Standards. Lediglich in Großstädten wie Moskau, St. Petersburg oder Nowosibirsk gibt es einige Privatkliniken, die sich auf europäischem Niveau bewegen. Die meisten staatlichen Krankenhäuser hingegen verfügen häufig nicht über die notwendige Technik und ebenfalls oftmals nicht über auf westlichem Niveau ausgebildete Ärzte. Darüber hinaus wird insbesondere aus ländlichen Regionen immer wieder von Hygienemängeln berichtet.

Grundsätzlich scheinen die staatlichen Kliniken in den Großstädten der Russischen Föderation zuverlässiger zu arbeiten, als Kliniken außerhalb der großen Ballungsgebiete. Für viele Reisende ein großes Problem ist der eklatante Mangel an Ärzten mit ausreichenden Fremdsprachenkenntnissen. Dies kann vor allem in den touristische unerschlossenen Gebieten des Landes zu Schwierigkeiten führen. Auf der Internetseite der Deutschen Botschaft Moskau finden Sie eine Liste der deutschsprachigen Ärzte, die in der Hauptstadt tätig sind.

Während Notfallbehandlungen in den staatlichen Kliniken dem Gesetz nach grundsätzlich kostenlos sind, können in den privat geführten Krankenhäusern teils horrende Kosten entstehen, die um ein vielfaches höher sind als in Deutschland. Darüber hinaus kann es vorkommen, dass der Patient selbst in Notfällen zur Vorkasse gebeten wird. Sinnvoll ist es daher über ausreichend Bargeld zu verfügen bzw. die Möglichkeit zu haben schnell an Bargeld zu gelangen. Berichten zu Folge sollen für größere Operationen zum Teil Summen von bis zu 4000 Euro im Vorfeld verlangt worden sein. Da jeder Tourist vor der Einreise in die Russische Föderation eine Krankenversicherung abgeschlossen haben muss, sollte man sich im Krankheitsfall so schnell wie möglich mit dieser in Verbindung setzen. Weiterhin ist in bestimmten Fällen der Abschluss einer Flugrettungsversicherung sinnvoll. Schwerere Eingriffe, die aufgeschoben werden können, sollten vorzugsweise in Deutschland bzw. Mitteleuropa durchgeführt werden.

Personen, die auf spezielle Medikamente angewiesen sind, sollten diese aus Deutschland einführen. Um Probleme bei der Einreise zu vermeiden, kann es darüber hinaus sinnvoll sein, eine vom Arzt unterschriebene Erklärung vorweisen zu können. Obwohl die Apotheken in den russischen Großstädten in der Regel gut ausgerüstet sind, empfiehlt es sich dennoch eine Hausapotheke im Reisegepäck zu haben. Probleme mit gefälschten Medikamenten sind selten, kommen aber vor.