Tauchen auf den Philippinen: Tauchurlaub Preise, Reisezeit, Gebiete

Außer Eistauchen ist alles möglich: Tausende Inseln, Hunderttausende Tauchspots

Mehr als 7.000 Inseln zählen zur Republik der Philippinen im westlichen Pazifik in Südostasien, der fünftgrößte Inselstaat der Welt besitzt eine Küstenlänge von über 36.000 Kilometern. Es fällt somit schon auf den ersten Blick nicht allzu schwer, sich vorzustellen, wie viele traumhafte tropische Tauchareale sich an und zwischen diesen zahlreichen Eilanden befinden.

Schwerer dürfte jedoch die Entscheidung fallen, welches Tauchgebiet genau es denn genau bei einer Tauchreise auf die Philippinen sein soll, hier herrscht wortwörtlich die nicht ganz einfache, aber letztlich doch angenehme Qual der Wahl. Die im Folgenden aufgelisteten Tauchplätze erheben somit keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, sondern „tauchen“ hier letztlich und lediglich aufgrund ihrer häufigen lobenden Nennung in einschlägigen Reiseberichten und Tauchführern auf.

Das Apo-Riff: Seltene Seekühe elegant an Steilwänden entlang gleiten sehen

Seekuh

Seekuh

Gut 34 km² misst das zweitgrößte Korallenriff der Philipinen zwischen der Insel Mindoro und dem Palawan-Archipel im Zentrum der Mindorostraße, weltweit unter Tauchern berühmt geworden ist es wegen seiner außerordentlich hohen Vielfalt bei Hart- und Weichkorallen, die Anfang der 1980er Jahre noch bei knapp 200 unterschiedlichen Arten lag.

Der dortige Fischreichtum ist mit fast 400 Arten für die Philippinen ebenfalls nahezu einzigartig, außer Haien, Rochen, Mantas und Walhaien kann man bei Tauchgängen entlang der schön bewachsenen Steilwände auch diverse Schildkröten sowie Delfine und mit ein wenig Glück gar die sehr seltenen Dugongs (Gabelschwanzseekühe) bewundern.

Etwas Vorsicht ist bei den teils starken Strömungen geboten, das seit 1996 als Apo Reef Marine Nationalpark staatlich geschützte Areal steht auf der Vorschlagliste der Phillipinen zur Aufnahme in die Liste des Weltnaturerbes der UNESCO.

Das Tubbataha-Riff: Teils riskante Strömungen, dafür aber fantastische Sichtweiten

Tubbataha-Riff

Tubbataha-Riff

Knapp 100.000 Hektar groß und seit 1993 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes sind die beiden Tubbataha-Atolle in der zentralen Sulusee in der Provinz Palawan, imposante Unterwasserlandschaft und ausgeprägter Artenreichtum haben die Region in den letzten Jahren zu einem populären Spot für Sporttaucher aus aller Welt gemacht.

Etwas schwer zu erreichen und wegen der in der Regel recht rauen See nur zwischen Mitte März und Mitte Juni ratsamer Weise zu besuchen, 300 Korallenarten und fast 400 Fischspezies ziehen Unterwasserenthusiasten magisch an.

Nicht zu unterschätzen sind die dort gelegentlich plötzlich auftauchenden vertikalen und horizontalen Strömungen, Sichtweiten von bis zu 45 Metern lassen aber viele Taucher dieses potenzielle Risiko auf sich nehmen. Tauchausflüge in den Tubbataha National Marine Park sind von Puerto Princesa in ca. 11 bis 15 Stunden Fahrtzeit möglich, die Schiffe sind in der Saison jedoch häufig ausgebucht. Individualreisende zahlen ca. 75 Euro Eintritt in den Park.

Die Mindanaosee/Boholsee: Seeschlangen und Walhaie im Wald der schwarzen Korallen

Walhai

Walhai

Zwischen der zentralen Inselgruppe Visayas und der weiter südlich gelegenen Insel Mindanao befindet sich die Mindanao- bzw. Boholsee, über 130 km² Korallenriffe sowie große Vorkommen von Clownfischen, Delfinen, Barrakudas, Walhaien und Pottwalen machen das Gebiet zu einem empfehlenswerten Tauchziel. Ebenfalls in großer Anzahl kann man dort Nacktschnecken, Schlangenaale, Drachenköpfe und Seeschlangen zu Gesicht bekommen.

Am bekanntesten sind die Inseln Balicasag, Camiguin, Panglao und Selinog, auch die Tauchplätze an der Anda-Halbinsel gelten als absolute Hotspots. Charakteristisch für die Region sind vor allem die vielen Steilwände mit ihren dunklen Höhlen, markanten Überhängen und tiefen Spalten, Tauchbasen, Tauchspots und touristische Infrastruktur finden Tauchtouristen speziell am Alona Beach auf der Halbinsel Panglao, auf der westlichen Seite von Cabilao sowie im berühmten Wald der schwarzen Korallen („Black Coral Forest“) vor Balicasag.

Die Insel Apo vor Negros: Eines der weltweit 100 schönsten Tauchgebiete

Die mit gut 13.000 km² Fläche größte der Visayas-Inseln genießt unter Tauchern ebenfalls schon seit Jahrzehnten einen guten Ruf, nahezu unwirklich schöne Tauchgebiete sind etwa das über 300 km² große Meeresschutzgebiet Sagay Marine Reserve sowie die lediglich 72 Hektar große Insel Apo vor der Südostküste von Negros.

Rund um Apo gibt es über 650 wissenschaftlich dokumentierte Fisch- und mehr als 400 Korallenarten, im Jahr 2008 wurde die kleine Insel vom renommierten „Sport Diver Magazine“ zu einem der 100 schönsten Tauchgebiete der Welt gekürt.

Calamian-Inseln und Subic Bay: Ausflüge zu Resten vergangener Seeschlachten

Von den insgesamt 128 Inseln in der Provinz Palawan im Westen der Philippinen besitzen vor allem Busuanga, Coron und Culion eine fantastische Reputation als wunderschöne Tauchziele.

Besonders die Coron-Bucht mit ihren zehn japanischen Schiffswracks aus dem Zweiten Weltkrieg wird fast täglich von Tauchern aufgesucht. Coron als Teil der von lokalen Stämmen halbautonom verwalteten Coron Island Protected Area ist auch für den Kayangan-See im Inselinneren bekannt, in dem ebenfalls bestens getaucht werden kann.

Auch die Subic-Bucht auf der Insel Luzón ca. 100 Kilometer nordwestlich von Manila wird von Tauchern geschätzt. Spanische Schiffswracks aus der Kolonialzeit sowie japanische und US-amerikanische und aus dem Zweiten Weltkrieg haben die Gegend zu einem Paradies für Wracktaucher gemacht.

Preise und Reisezeit: Mit Planung sicher tauchen und das Budget schonen

Bezüglich der ungefähr zu erwartenden Reisekosten für einen Tauchurlaub auf den Philippinen muss einschränkend angemerkt werden, dass diese stark abhängig von der jeweils gewählten Region sind.

Eher isolierte und schwierig wie langwierig zu erreichende Gegenden wie das weiter oben erwähnte Tubbataha-Riff sind dementsprechend teurer als die zahlreichen bekannten und mit Unterkünften und Tauchbasen gut ausgestatteten Gebiete zum Beispiel in der Provinz Palawan. Dort zahlt man Preise um die 150 € für ein Wochenpaket mit insgesamt 8 Tauchgängen, pro Dive werden sonst etwa 25 € fällig, auf Coron werden pro Tauchtag mit drei Tauchgängen um die 60 € verlangt.

Schnupperkurse mit 1 bis 2 Tauchgängen sind generell auf den Philippinen für ca. 50 € erhältlich, Tiefseetauchen über 4 bis 5 Tage ist für 250 bis 300 € zu haben. Ähnlich differenziert müssen auch Ratschläge für die beste Reisezeit für einen Tauchurlaub auf den Philippinen ausfallen, manche geschützte Gegenden zwischen den Inseln eignen sich das ganze Jahr über für Tauchgänge, die eher wilde Sulusee hingegen nur zwischen März und Juni. Als Faustregel gilt, dass speziell im Norden und Osten vor allem zwischen Juli und September die Gefahr von Taifunen besteht, im Westen und Süden ist es mit Ausnahme der zum Meer hin offenen Tauchgebiete etwas ruhiger.