Pakistan Reisen, Reiseführer, Tourismus


HauptstadtIslamabad
SprachenUrdu (Amtssprache), Englisch, Belutschi, Paschtunisch, Panjabi, Saraiki, Sindhi (Regionale Sprachen)
StaatsformIslamische Republik
Fläche880.254 km²
Einwohner173 Millionen (~190,6 Einwohner pro km²)
WährungPakistanische Rupie (PKR)
Telefon-Vorwahl+92
ZeitzoneUTC+5
NationalflaggePakistan Flagge

Pakistan Flagge

Denkt man an einen Urlaub in Südasien, ist Pakistan wohl kaum das erste Reiseziel, welches einem in den Sinn kommt. Vielmehr kreisen die Gedanken um die exotische Weite Indiens, die atemberaubenden Bergpanoramen Nepals oder das unbekannte und abenteuerliche Sri Lanka; alles Länder, die in den großen Reiseführern der Welt bereits ihren Platz gefunden haben. Pakistan hingegen scheint touristisch eher uninteressant, ja sogar gefährlich. Die mediale Berichterstattung über terroristische Aktivitäten und gewalttätige Separationsbemühungen unterschiedlicher Gruppierungen haben nicht unbedingt dazu beigetragen, das Vertrauen in den pakistanischen Tourismus zu stärken.

Tatsächlich ist es bei einer Reise nach Pakistan durchaus angebracht, sich im Vorfeld ausreichend über kritische Regionen und die hiesigen Verhaltensregeln zu informieren. Wer sich dann jedoch auf das Land einlässt, der wird schnell merken, dass Pakistan weit mehr zu bieten hat, als es zunächst den Anschein macht. Da das Land bis 1947 ein Teil Britisch-Indiens war, findet man hier nicht nur klassische historische Sehenswürdigkeiten, auch die koloniale Vergangenheit spiegelt sich noch immer in manchen Städten Pakistans wieder. Von landschaftlicher Erhabenheit ist insbesondere der Norden des Landes, allerdings sollten hier unbedingt die bestehenden Sicherheitshinweise beachtet werden.

Pakistan Karte

Pakistan Karte

Pakistan grenzt an Afghanistan, Iran, China und Indien und ist mit einer Fläche von rund 880.000 km² mehr als doppelt so groß wie Deutschland ohne dabei wesentlich dünner besiedelt zu sein. Die Hauptstadt des Landes ist mit rund 3,4 Millionen Einwohnern das nördlich gelegene Islamabad. Die größte Metropole hingegen ist Karatschi, eine Hafenstadt an der Südküste des Landes.

Städte und Sehenswürdigkeiten

Islamabad

Islamabad Pakistan

Islamabad

Die Hauptstadt Pakistans hat rund 800.000 ( ca. 3.400.000 in der Metropolregion) Einwohner und liegt im Norden des Landes am Rande des Pothohar-Plateaus. Allgemein gilt die Stadt als freundlich, modern und weltoffen und ist bei ausländischen Besuchern grundsätzlich sehr beliebt. Obwohl Islamabad lediglich die neuntgrößte Stadt im Land ist, hat hier die Regierung Pakistans ihren Sitz, was von vielen Einheimischen als einer der Gründe für die Sauberkeit und Moderne der Stadt angesehen wird.

Islamabad Sehenswürdigkeiten

Faisal Moschee

Faisal Moschee

Aus touristischer Hinsicht hat Islamabad einige Attraktionen und Sehenswürdigkeiten zu bieten, die sich kein Besucher entgehen lassen sollte. Neben einer Reihe von Parks und Grünanlagen sowie verschiedenen Museen und atmosphärischen Märkten, ist die Stadt insbesondere bekannt für die Faisal-Moschee im Nordwesten der Metropole. Das Gotteshaus gilt aufgrund seiner außergewöhnlichen Architektur als eines der Wahrzeichen Islamabads und ist darüber hinaus die größte Moschee in Südasien und die viertgrößte in der ganzen Welt. Weitere Highlights sind das Pakistan-Monument sowie der Islamabad-Zoo und die abseits gelegenen Margalla Hills bzw. das dort gelegene Naherholungsgebiet Pir Sohawa. Im Margalla Hills Nationalpark liegt außerdem der Rawal Lake, der jedes Jahr unzählige Besucher in seinen Bann zieht.

Rund 30 Kilometer nördlich der Stadt befindet sich die historische Stätte Taxila, die zu den bedeutendsten archäologischen Ausgrabungsorten Pakistans zählt und seit 1980 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Lahore

Lahore Pakistan Moschee

Lahore

Die Stadt im Nordosten des Landes liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zu Indien entfernt und ist mit ihrem rund 7 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt in ganz Pakistan. Ihrer Größe entsprechend gibt es in Lahore einige Sehenswürdigkeiten, die Besucher gesehen haben sollte. Zu den populärsten Attraktionen zählen die Badshahi-Moschee, das Lahore Central Museum und das Minar-e-Pakistan, ein rund 60 Meter hohes Minarett, das als Wahrzeichen Pakistans gilt und im idyllischen Iqbal Park liegt. Als besonders beeindruckend gilt auch das Fort Lahore, welches sich im nordwestlichen Teil der Altstadt befindet und seit 1981 zum UNESCO Weltkulturerbes zählt.

Ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe gehören die Shalimar-Gärten, die wegen ihrer romantischen Stimmung häufig von jungen Paaren aufgesucht werden.

Wenige Kilometer nördlich der Stadt liegt das Mausoleum des Mongulherrschers Nuruddin Shah Jahangir Padshah Ghazi. Die gesamte Anlage zählt samt Park und Moschee zu den Hauptattraktionen Lahores. Abseits der bekannteren Sehenswürdigkeiten verfügt die 7-Millionen Stadt über zahlreiche Freizeitangebote und Einkaufsmöglichkeiten sowie einige bedeutende Museen und verschiedene kulturelle Einrichtungen.

Peschawar

Fort Bala Hissar Peschawar

Fort Bala Hissar

Die Stadt liegt mit ihren rund drei Millionen Einwohnern hoch im Nordwesten des Landes, ganz in der Nähe der afghanisch-pakistanischen Grenze. Neben verschiedenen Parks und Museen sowie zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten hat die Stadt auch eine Reihe besonderer historischer Attraktionen zu bieten. Mitten in der Stadt steht der Cunningham Clock Tower, der 1900 zu Ehren der Diamanten-Hochzeit von Queen Victoria erbaut wurde.

Wer hingegen auf der Suche nach weltlichen Gütern ist, besucht den Qissa Khawani Bazar, einen der größten Märkte in ganz Peshawar. Hat man gefunden was man sucht, geht es weiter zum Peshawar Museum. Dieses 1907, in Gedenken an Königin Victoria, erbaute Gebäude weiß sowohl durch seine Architektur, als auch durch seine besonderen Exponate zu beeindrucken.

Der touristische Höhepunkte der Stadt ist jedoch das Fort Bala Hissar. Das imposante Bauwerk liegt leicht erhöht über der Stadt und erlaubt einen Blick über das gesamte Tal. Der äußere Wall der Befestigungsanlage umschließt etwa 61.000 Quadratmeter bei einer Höhe von 27 Metern. Besucher können das Bollwerk bisher jedoch nur von außen bewundern, da es seit 1949 ein Stützpunkt der Armee ist. In jüngster Zeit hat die Regierung allerdings Maßnahmen ergriffen, um das Gebäude auch für Reisende zugänglich zu machen, um somit den Tourismus in der Stadt anzukurbeln.

Hyderabad

Hyderabad Pakistan

Hyderabad

Die Stadt Hyderabad im Bundesstaat Sindh (nicht zu verwechseln mit der indischden Stadt Hyderabad) wurde erst im 18. Jahrhundert gegründet. Dennoch gehört sie mit ihren rund 1,5 Millionen Einwohnern zu den größeren Städte im Land und hat auch für Touristen einiges zu bieten.

Hyderabad liegt unmittelbar am Fluss Indus und wurde zu Zeiten, als Pakistan noch kein eigener Staat war, auch das Paris Indiens genannt. Zu den historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen das Fort Pacco Qillo, die Gräber von Talpur Mirs sowie die Ausgrabungsstätte Agham Kot, welche sich rund 30 km südöstlich der Stadt befindet. Bei Besuchern, die sich für die Historie der Region interessieren ebenfalls sehr beliebt sind das Sindh Museum und das Institute of Sindhology. Wer hingegen etwas von der heutigen Kultur miterleben möchte, dem sei ein Besuch des Shahi Bazar angeraten, einem der größten Märkte in ganz Asien, der sich über eine Länge von 4,5 km erstreckt.

Darüber hinaus bietet sich die Stadt als idealer Ausgangspunkt für einen Ausflug zum Ranikot Fort an, eines der größten Forts weltweit. Über die geschichtlichen Ursprünge der Festungsanlage sind sich Historiker bisher uneins. Aber auch ohne die genauen Hintergründe zu kennen, zählt das Fort zu den beeindruckendsten Bauten in ganz Pakistan. Die gesamte Anlage hat einen Umfang von knapp 29 km und ist in weiten Teilen für Touristen zugänglich. Andere Bereiche des Forts werden momentan noch erforscht und restauriert. Seit 1993 zählt die Ranikot-Festung zum UNESCO Weltkulturerbe. Das imposante Bauwerk liegt knapp 80 km nordwestlich von Hyderabad und lässt sich von dort aus mit dem Bus erreichen.

Karatschi

Karatschi

Karatschi (© Bruno Morandi )

Mit über 13 Millionen Einwohnern ist Karatschi die größte Stadt in Pakistan. Die Metropole liegt unmittelbar am Arabischen Meer und gilt als Wirtschafts-, Handels- und Produktionszentrum, Verkehrsknoten sowie Kulturzentrum der gesamten Region.

In der Stadt findet man einige interessante Museen, von denen das Pakistan Nationalmuseum sicherlich das bekannteste ist. Das Museum verfügt mittlerweile über 11 Galerien, die sich der Geschichte Pakistans sowie der Anthropologie, der Archäologie und der islamischen Kunst widmen. Das Gebäude liegt im Zentrum der Stadt und der Eintritt ist kostenlos.
Neben dem Nationalmuseum erfreuen sich auch das pakistanische Luftwaffenmuseum und das Marinemuseum einer gewissen Beliebtheit. Beide Einrichtungen bieten kostenlose Führungen an.

Wer hingegen ein wenig die Seele baumeln lassen will, der kann dies in einem der zahlreichen Parks der Stadt tun. Direkt am Nationalmuseum befindet sich der Burns Garden und östlich des Zentrums können Touristen durch den Hill Park flanieren. Am beliebtesten ist allerdings der Zoo der Stadt, welcher nach dem Zoo in Lahore als zweitältester Tierpark des Landes gilt. Auf einer Fläche von etwa 130.000 Quadratmetern können Besucher seit dem Jahr 2012 sogar weiße Löwen bewundern. Allerdings wurden in der Vergangenheit immer wieder die Lebensumstände der Tiere kritisiert.

Abseits der Parks und Gärten hat die Stadt unzählige interessante Bauwerke zu bieten. Einer der touristischen Höhepunkte ist sicherlich das Mazar-e-Quaid, ein Mausoleum und somit die letzte Gedenkstätte für den Gründer Pakistans und seine Schwester. Fertiggestellt wurde das imposante Grabmal in den 1960er Jahren. Seitdem ist es ein beliebter Anlaufpunkt für Touristen, was zum einen an seiner historischen Bedeutung liegt und zum anderen an der speziellen Architektur des Gebäudes.
Beinahe ebenso populär ist die Masjid-e-Tooba Moschee. Auch für Nichtmuslime ist der Anblick der riesigen Kuppel und des dazugehörigen Geländes ein ganz besonderes Erlebnis.

Natürlich hat auch die Kolonialzeit ihre Spuren in der Stadt hinterlassen. Besonders populär sind die St. Patrick’s Cathedral, das St. Joseph’s Convent und die St. Anthony’s Church. Als Highlight dieser Epoche gilt allerdings die Frere Hall, die zu Ehren des britischen Diplomaten Sir Henry Bartle Edward Frere erbaut wurde und die von einer großen Grünfläche, bekannt als Bagh-e-Jinnah, umgeben ist.

Wer sich nach all den historischen Sehenswürdigkeiten nach ein wenig Entspannung sehnt, der hat die Möglichkeit den Strand von Karatschi im Stadtteil Clifton aufzusuchen. Neben zahlreichen Unterhaltungsmöglichkeiten findet man am Clifton Beach Restaurants, ein riesiges Einkaufszentrum (Dolmem Mall Clifton) und einen Freizeitpark. Vor allem an den Wochenenden sind die Strände rund um die Stadt gut besucht und immer ein beliebtes Ausflugsziel.

Karimabad

Baltit Fort Karimabad

Baltit Fort Karimabad

Die Kleinstadt Karimabad liegt im Norden Pakistans, auf einer Höhe von knapp 2500 Meter. Obwohl der Ort nur rund 7000 Einwohner hat, ist er doch über die Grenzen der Nordregion hinaus bekannt.

Dies hat vor allem einen Grund: Das Fort Baltit. Die Festung liegt auf dem höchsten Punkt der Stadt und erlaubt einen fantastischen Ausblick auf die umliegende Landschaft, insbesondere ins Hunza Tal. Die ersten Momente lassen den Eindruck zu, man sei mitten in die Kulisse eines epischen Fantasyfilms geplatzt. Die Ursprünge der Anlage gehen zurück bis ins 700 Jahrhundert, allerdings wurde diese in den Jahrhunderten ihrer Existenz immer wieder umgebaut und erweitert. Zuletzt wurde die Befestigung in den 1990ern restauriert und im September 1996 wiedereröffnet. Heute beherbergt die Anlage ein Museum und ist für Besucher zugänglich.

Weiter über der Stadt findet man zudem das historische Altit Fort. Auch diese Befestigungsanlage wurde restauriert und für den Touristenverkehr zugänglich gemacht. Seit 2007 haben Besucher die Möglichkeit, das atemberaubende Panorama der Berge von den Wachtürmen des Altit Fort zu bewundern.
Einen Besuch der Stadt sollte man allerdings nur in den wärmeren Sommermonaten in Betracht ziehen.

Mohenjo-Daro

Mohenjo-Daro

Mohenjo-Daro

40 Kilometer südlich der Stadt Larkana liegt die historische Siedlung Mohenjo-Doro unmittelbar am Fluss Indus. Die Ursprünge des Ortes gehen zurück bis ins Jahr 2600 v. Chr., wiederentdeckt wurde Mohenjo-Daro allerdings erst in den 1920 Jahren. Die historische Siedlung gilt als das Zentrum der Induszivilisation und gehört seit 1980 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Die Ruinen der Stadt locken in den vergangenen Jahren zunehmend Touristen an und können von Lakarna aus mit dem Bus erreicht werden. Weiterhin gibt es in der Nähe einen Flughafen, welcher von der staatlichen Fluglinie Pakistan International Airlines angeflogen wird.

Concordiaplatz

Concordiaplatz Pakistan

Concordiaplatz Pakistan

Das Herz des Karakorums ist wohl einer der eindrucksvollsten Aussichtspunkte in ganz Südasien. Mit einem Durchmesser von rund 3 Kilometern dient er vielen Bergsteigern als letzte Zwischenstation vor den ersten Basislagern der verschiedenen 8000er in Pakistan.

Mittlerweile werden häufig Trekkingtouren zu dem rund 4600 m hohen Concordia-Platz angeboten, da sich Reisenden hier ein atemberaubendes 360°-Panorama auf die umliegenden Gipfel eröffnet.

Geschichte

Pakistan Landschaft

Pakistan Landschaft

Noch zu Beginn des 17. Jahrhunderts herrschten die Monguln in der Region des heutigen Pakistan. Die rigide Herrschaft des Mongulführers brachte allerdings religiöse und politische Unruhen mit sich, die sich schon bald über das ganze Land erstreckten. Das Auseinanderbrechen des Reiches begann mit dem Einmarsch Afghanistans im Nordwesten des Landes, während das übrige Gebiet des heutigen Indiens von britischen, portugiesischen und französischen Truppen besetzt wurde, welche wiederum verschiedene Konfliktparteien bei dem Kampf um die Vormachtstellung auf dem Indischen Subkontinent unterstützten. Nach Jahren andauernde Konflikte konnte sich Großbritannien schließlich gegenüber Portugal und Frankreich durchsetzen, woraufhin das Empire seinen Einfluss auf die gesamte Region massiv ausbauen konnte.

Britische Kolonialisierung

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts schafften es die Briten, abseits des heutigen Bundesstaates Goa, weite Teile des Landes zu erobern, bis schließlich beinahe ganz Indien unter britischer Kontrolle stand.

Ausgeübt wurde die Herrschaft zunächst durch die britische Ostindienkompanie, welche einige tiefgreifende Änderungen in der indischen Gesellschaft anstrebte. Wie zu erwarten war, trafen die Bemühungen nicht auf das Einverständnis des Volkes, woraufhin vor allem die bäuerliche Bevölkerung und die indischen Söldner mit Gewalt auf die erzwungenen Veränderungen reagierten.

Die aufkommenden, gewalttätigen Proteste stellte für die Führung des Landes allerdings keine ernstzunehmende Bedrohung dar, so dass die Aufstände bereits einige Monate später niedergeschlagen werden konnten. 1858 wurde das Land schließlich zu einer britischen Kronkolonie. Nachdem anschließend Königin Viktoria im Jahr 1877 zur Kaiserin des Landes ernannt wurde, setzte diese einen Vizekönig ein, der von nun an die Geschicke Britisch-Indiens leiten sollte. Die Gegenbewegung der Bevölkerung blieb jedoch nicht lange aus. Hindus und Muslime begannen sich zunehmend zu organisieren und von der britischen Krone verstärkt Rechte einzufordern, was erneute Unruhen mit sich brachte, aus denen die indische Bevölkerung jedoch gestärkt hervorging, da die britische Regierung die Rufe nach mehr Mitspracherecht und einer eigenen Verfassung nun nicht mehr überhören konnte.

Entstehung des Staates Pakistan

Dennoch beruhigte sich die Lage kaum. Auch die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts wurden durch Unruhen geprägt. Erst die Ankündigung, dass sich Großbritannien aus Indien zurückziehen würde und aus Britisch-Indien zwei Staaten hervorgehen würden – einer davon ein muslimischer Staat – brachte dem Land ein wenig Ruhe. Im August 1947 wurde schließlich neben einem unabhängigen Indien auch der Staat Pakistan ausgerufen. Der eigentliche Teilungsprozess Indiens verlief allerdings äußerst blutig. Während viele Muslime Richtung Pakistan auswanderten, gab es auf der anderen Seite einen Strom von mindestens sieben Millionen Hindus und Sikh, die das Staatsgebiet Pakistans verlassen wollten. Aufgrund von Unruhen und Gewalttaten sowie den Umständen der Flucht, wird vermutet, dass während dieser Phase mehrere hunderttausend Menschen starben.

Der neue Staat Pakistan bestand zunächst aus zwei Teilen. Nordwestlich von Indien lag Westpakistan, während rund 1500 Kilometer entfernt Ostpakistan lag – das heutige Bangladesch. Die folgenden Jahre wurden bestimmt durch innenpolitische Unruhen und Konflikte. Zwischen 1947 und 1949 sowie im Jahr 1965 gab es kriegerische Auseinandersetzungen mit Indien, die sich zum Teil um den Status der Region Kaschmir drehten.

Zu Spannungen kam es auch zwischen den beiden Landesteilen in Ost und West. Zwar bemühte man sich auf der weltpolitischen Bühne stets den Zusammenhalt der beiden Teile zu proklamieren, tatsächlich fehlte es aber an einer gemeinsamen nationalen Identität. Die kulturellen Unterschiede waren aber nur ein Teil des Problems. Das Zentrum der wirtschaftlichen und politischen Macht lag ganz klar im westlichen Teil des Landes. Probleme in Ostpakistan wurden von der Regierung häufig ignoriert oder gar nicht erst wahrgenommen. Die sich aufbauende Spannung zwischen den beiden Landesteilen entlud sich schließlich im Jahr 1971 im Bangladesch-Krieg. Um die Separationsbemühungen des Ostens zu unterdrücken, versuchte sich Westpakistan mit Waffengewalt gegenüber Ostpakistan durchzusetzen.

Das Eingreifens Indiens verhinderte allerdings einen militärischen Sieg des Westens, so dass Ostpakistan im Dezember 1971 schließlich seine völkerrechtliche Unabhängigkeit erklärte und von nun an als eigenständiger Staat Bangladesch existierte, welcher drei Jahre später auch von Pakistan anerkannt wurde.

Unter dem neuen Präsidenten Pakistans gab es während der 1970er Jahre erste Schritte hin zu einer Demokratisierung, welche jedoch zunächst gestoppt wurde, nachdem die Bildung einer demokratischen Regierung im Jahr 1977 scheiterte. Bis 1988 herrschte der General Mohammed Zia ul-Haq über das Land. Während der Militärdiktatur führte der General die Scharia als Rechtsgrundlage ein und trieb damit die Islamisierung weiter voran. Während dieser Zeit belastete zudem der Sowjetisch-Afghanische Krieg die wirtschaftliche und politische Lage Pakistans.

1988 fanden erstmals seit 1977 wieder freie Wahlen im Land statt. Die erste Demokratie hielt jedoch nur 11 Jahre. Nach einem Konflikt mit Indien im Jahr 1999 setzte der General Pervez Musharraf die Regierung ab und leitete eine neue Militärdiktatur ein. Erst im Februar 2008 fanden wieder Parlamentsahlen statt, die jedoch von einem Attentat auf eine Oppositionsführerin überschattet wurden. Durch das Ergebnis der Wahl geriet der Präsident und ehemalige General Musharraf unter enormen Druck, so dass er am 18. August 2008 seinen Rücktritt erklärte. Die folgenden Parlamentswahlen im Mai 2013 konnte die Muslimliga deutlich für sich entscheiden.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Pakistan ein Visum. Ohne diese Einreiseerlaubnis wird der Zugang am Flughafen oder über die Landesgrenze verweigert. Das Visum kann bei der der entsprechenden Auslandsvertretung beantragt werden.

Pakistan Visum beantragen

Interessierte aus Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen wenden sich bitte an das pakistanische Generalkonsulat in Frankfurt unter der Adresse:

Eschenbach Straße 28
60598 Frankfurt am Main
Tel.: 049 69 69867850
Fax.: 049 69 698678517
E-Mail: parepfrankfurt@pakmissionfrankfurt.de

Reisende aus allen anderen deutschen Bundesländern können sich an die Botschaft der Islamischen Republik Pakistan in Berlin wenden:

Schaper Str. 29
10719 Berlin
Tel.: 049 30 212440
Fax.: 049 30 21244210
E-Mail: pakemb.berlin@t-online.de

Um ein Visum beantragen zu können benötigt die pakistanische Vertretung einige Unterlagen:

  • Der Reisepass und eine Kopie des Reisepasses müssen eingeschickt werden,
  • ebenso wie 2 Passbilder (farbig),
  • ein ausgefülltes und unterschriebenes Visaformular, welches auf der Seite der Botschaft oder des Generalkonsulats heruntergeladen werden kann sowie
  • die Geburtsurkunde und eine Kopie des Reisepasses für Kinder unter 18 Jahren.
  • Besonders wichtig sind zudem die Bestätigung einer Hotelreservierung und die Vorlage eines Rückflugtickets. Ohne diese beiden Nachweise wird grundsätzlich kein Visum vergeben.

Touristen, die planen über den Landweg einzureisen, sollten neben den genannten Unterlagen zusätzlich detaillierte Aufzeichnungen der Reiseroute beilegen, da diese speziellen Fälle manchmal von den pakistanischen Behörden bestätigt werden müssen. Die Bearbeitung kann daher bis zu 4 Monate in Anspruch nehmen.

Besondere Regelungen gelten für Geschäftsleute oder Urlauber, die privat eingeladen wurden. Anstelle der Hotelreservierung müssen diese ein Einladungsschreiben der Firma bzw. eine Einladung der zu besuchenden Familie/ Bekannten beilegen.

Ein einfaches Visum zur einmaligen Einreis kostet 36 Euro. Ein Geschäftsvisum, welches auch die mehrfache Einreise genehmigt, ist für einen Preis von 80 Euro erhältlich.
Neben dem Visum benötigen Sie zur Einreise ihren original Reisepass.

Wetter und Klima

Das Wetter im Land wird überwiegend durch ein subtropisches Kontinentalklima bestimmt, mit erheblichen regionalen und jahreszeitlichen Schwankungen. Aufgrund der starken geographischen Unterschiede kommt es in den höheren Lagen im Norden das Landes zu erheblichen Temperaturstürzen in den Wintermonaten und sehr hohen Niederschlagsmengen in den Sommermonaten.

Islamabad Klima

In der Hauptstadt Islamabad, welche im Norden des Landes auf einer Höhe von 1031 m liegt, können sich die Temperaturen zwischen Ende Oktober und Anfang März dem Nullpunkt nähern, während die Höchsttemperaturen zwischen Mai und September jenseits der 30°C-Grenze liegen können. Die Monate Juli und August sind gekennzeichnet durch erhebliche Niederschläge von bis zu 300 mm, während in den übrigen Monaten die Mengen nicht über 100 mm steigen. Am trockensten ist es im Oktober und November. In den Gebirgsregionen weiter nördlich an der Grenze zu China sind die Sommer allerdings recht trocken und die Temperaturen können im Winter auf unter 0°C sinken. Die Luftfeuchtigkeit ist das ganze Jahr über recht moderat und liegt in der Regel zwischen 50 und 70%.

In den Gebirgsregionen im Westen/Südwesten Pakistans, an der Landesgrenze zum Iran und zu Afghanistan, liegt die Provinzhauptstadt Quetta auf einer Höhe von knapp 1680 m. Anders als im Norden in der Region rund um die Hauptstadt des Landes fallen hier während der Sommermonate kaum Niederschläge, speziell von Mai bis November. Die Luftfeuchtigkeit in der ganzen Region liegt meist zwischen 40 und 60% und auch die Temperaturen sinken in den bergigen Regionen im Südwesten stärker ab als im Norden. Zwischen November und Februar sind Temperaturen im Minusbereich kein Seltenheit. Die Sommer sind hier allerdings ähnlich warm wie im Norden.

Im Tiefland Pakistans, das sich von Süden nach Norden entlang der indischen Grenze erstreckt, liegt die Millionenstadt Faisalabad. Faislabad liegt auf einer Höhe von knapp 180 m rund 300 Kilometer südlich von Islamabad. Im Gegensatz zu den Bergregionen im Westen und Norden des Landes liegen die Temperaturen im Tiefland auch in den Wintermonaten in der Regel über 5°C. Im Sommer hingegen können die Temperaturen im Juni auf über 40°C klettern. Im Juli und August fallen die stärksten Niederschläge, mit rund 100 mm im Monat. Den Rest des Jahres hingegen ist es sehr trocken.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für Pakistan ist abhängig von der bereisten Region des Landes. In den Gebirgsregionen im Norden an der Grenze zu China und im Westen an der Grenze zu Afghanistan und Iran bietet sich eine Reise in der Regel von März bis Anfang Oktober an. Der Monsun hat hier kaum Einfluss und es fallen auch währende der Sommermonate kaum Niederschläge, allerdings kann es zwischen Juni und August trotz der Höhenlage auch hier unangenehm warm werden.

Ähnliches gilt für die nördliche Region rund um die Hauptstadt Islamabad. Aufgrund der starken Regenfälle sollte man die Monate Juli und August jedoch meiden und auch der Juni ist als Reisemonat aufgrund der hohen Temperaturen eher ungünstig.

Im Tiefland Pakistans bietet sich ein Urlaub von Ende September bis Anfang April an. Geringe Niederschläge und angenehme Temperaturen, die auch in den Wintermonaten in der Regel nicht auf unter 5°C absinken sowie eine moderate Luftfeuchtigkeit bieten ein ideales Klima um diese Region Pakistans zu bereisen.

Geld und Währung

Pakistan Geld, Rupie Banknote Geldschein

Pakistanisches Geld: 20 Rupien Schein

Die Landeswährung ist die Pakistanische Rupie. Bargeld kann unbeschränkt in das Land eingeführt werden.

Geld wechseln, Euro in pakistanische Rupien tauschen

In den meisten Wechselstuben und Banken können alle größeren Währungen umgetauscht werden. Am beliebtesten sind US Dollar oder der Britische Pfund, aber auch der Euro kann meist landesweit gewechselt werden.
In allen größeren Städten findet man Banken und private Wechselstuben. Darüber hinaus kann auch unmittelbar nach der Einreise an den meisten internationalen Flughäfen Geld gewechselt werden. Abseits der touristisch erschlossenen Regionen, insbesondere in den ländlichen Gebieten, kann es allerdings problematisch sein eine Bank oder Wechselstube zu finden.

Häufig wird die Vorlage des Reisepasses verlangt. Nach dem Erhalt des Geldes sollten Urlauber den Betrag prüfen sowie auf beschädigte Scheine achten und diese gegebenenfalls reklamieren, da es vorkommt, dass derartige Banknoten in Geschäften und Restaurants nicht akzeptiert werden. Gleiches gilt übrigens auch für die Währung, die Sie eintauschen. Beschädigte Euro- oder Dollarnoten sind in der Regel vom Umtausch ausgeschlossen. Fragen Sie nach der Abwicklung nach einem Beleg für den Umtausch. Diesen werden Sie brauchen, sofern Sie vorm Verlassen des Landes Ihre restlichen Pakistanischen Rupien zurückzutauschen möchten. Reisende sollten jedoch berücksichtigen, dass nicht jede Bank oder Wechselstube diesen Service anbietet.

Im Idealfall tauschen Urlauber unmittelbar nach der Einreise Geld für einige Tage ein, danach lohnt es sich in den meisten Fällen die Kurse bei den einzelnen Wechselstuben und Banken zu vergleichen. Reisende sollten vermeiden, das gesamte Bargeld bei sich zu tragen. Überlegen Sie sich, was Sie für den Tag benötigen und verstauen Sie den Restbetrag sicher im Hotel.

Der Umtausch von Reisechecks ist im Land eher wenig verbreitet. Am häufigsten akzeptiert werden Checks, die auf US Dollar ausgeschrieben sind. Um diese einzutauschen benötigt man in der Regel den originalen Beleg. Die besten Chancen auf Erfolg hat man bei Filialen der Citibank, die man in den Großstädten des Landes findet.

Geldautomaten

Neben dem Umtausch von Bargeld oder Reisechecks haben Urlauber weiterhin die Möglichkeit einen Geldautomaten / ATM zu nutzen. Vor allem in den größeren Städten findet man die Automaten, an denen man mit meistens mit der Visa oder Mastercard und manchmal auch mit Meastro oder Cirrus Geld abheben kann. Obwohl mittlerweile auch in kleineren Städten Automaten installiert werden, sollte man sich nicht zu sehr auf die ATMs verlassen. Gerade hier kommt es vor, dass die Automaten keine ausländischen Karten akzeptieren oder außer Betrieb sind. In den touristisch unerschlossenen Regionen finden sich in der Regel keine Automaten.

Kreditkarten

Ähnliches gilt für die Nutzung von Kreditkarten. Während in den größeren Städten einige der teureren Hotels, Restaurants und Geschäfte Visa oder Mastercard akzeptieren, kann man in vielen der entlegeneren Regionen ausschließlich mit Bargeld zahlen. Für Flugreisen im Inland ist die Mitnahme einer Kreditkarte allerdings von Vorteil, da viele einheimische Fluggesellschaften das eckige Stück Plastik als Zahlungsmittel akzeptieren.

Preise

Ein Urlaub in Pakistan ist in der Regel recht günstig. Höchster Kostenfaktor ist für gewöhnlich die Unterkunft. Die Preise für ein Zimmer sind starken regionalen Schwankungen ausgesetzt, wobei sich festhalten lässt, dass die Kosten in den Großstädten in der Regel höher sind. Aufgrund des schwächelnden Tourismus im Land locken einige der teureren Hotels mit moderaten Rabatten. Ein sauberes Zimmer mit eigenen Sanitäranlagen findet man meist für rund 15 Euro. Wer hingegen keine Ansprüche an Komfort oder Privatsphäre erhebt, kann bereits ab drei Euro einen Platz zum schlafen finden.

Die Nutzung der Verkehrsmittel verursacht ebenfalls nur geringen Kosten. Touristen können zudem einen 25 %-Rabatt erhalten, ausgenommen ist hier jedoch der inländische Flugverkehr.

Ebenfalls günstig ist die Verpflegung im Land. Obwohl hygienische nicht immer ganz unbedenklich, kann man an den Straßenständen und Garküchen bereits für einen Euro eine Mahlzeit erstehen. Die kleineren einheimischen Lokale sind oft nur geringfügig teurer. In den größeren Städten gibt es natürlich auch einige Mittelklasse- und High-End-Restaurants, deren Preise dementsprechend deutlich darüber liegen.

Der Wechselkurs beträgt zurzeit:
1 € = 143,25 Pakistanische Rupie (PKR)
5 € = 716,23 PKR (Stand: Januar 2014)

Unterkunft

Pakistan Hotels

Pakistan Hotels: Das Marriott in Islamabad.

Obwohl der internationale Tourismus sicherlich nicht zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Pakistan gehört, gibt es im Land dennoch eine Reihe von Hotels, Jugendherbergen oder Pensionen, in denen Reisende zum Teil recht günstig unterkommen können.

Die günstigsten Hotels findet man für gewöhnlich rund um die großen Verkehrsknoten. Preise von unter fünf Euro sind hier keine Seltenheit, allerdings fehlen dann in der Regel eigene Sanitär- und Klimaanlagen und auch die Hygiene lässt meist zu wünschen übrig.

Unterkünfte der Mittelklasse findet man zwischen 15 und 45 Euro. Ein höherer Preis garantiert nicht, dass das Zimmer auch wirklich in Ordnung ist. Lassen Sie sich im Vorfeld Ihren Raum zeigen. Nicht nur bewahrt Sie das vor bösen Überraschungen, es eröffnet Ihnen darüber hinaus die Möglichkeit den Preis zu verhandeln.

Die großen Luxus- und Sternehotels wie das Mariott oder das Serena kosten in der Regel 80 Euro oder mehr pro Nacht. Sollten Sie direkt vor Ort ein Hotel buchen, fragen Sie nach Rabatten. Aufgrund des stagnierenden Tourismus kommen insbesondere einige der größeren Hotels ihren Gästen im Preis entgegen.

Abseits bestimmter Ferien und Feiertage ist es durchaus möglich erst vor Ort eine Unterkunft zu buchen. Darüber hinaus gibt Ihnen diese Vorgehensweise die Möglichkeit den Preis zu verhandeln. Während ein solches Vorgehen in anderen asiatischen Regionen eher unüblich ist, stehen die pakistanischen Hotels spontanen Preisverhandlungen recht offen gegenüber.

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, der kann problemlos im Vorfeld über einen der gängigen Internetanbieter ein Zimmer buchen. In der Regel werden hier alle Preisklassen berücksichtigt, und auch viele kleinere Städte sind mit Unterkünften auf den gängigen Portalen vertreten.
Reisende, die Interesse an einem Aufenthalt in einer Jugendherberge haben, können sich mit der Pakistan Youth Hostel Association in Verbindung zu setzen.
Unterkünfte in den touristisch unerschlossenen Regionen findet man in der Regel nicht auf den großen Reiseportalen, die Verwendung einer Suchmaschine Ihres Vertrauens kann hier jedoch meistens schnell weiterhelfen.

Anreise

Von Deutschland aus besteht die Möglichkeit mit verschiedenen Fluglinien nach Pakistan einzureisen. Zudem können Touristen das Land auch aus den umliegenden Nachbarstaaten mit dem Flugzeug oder der Bahn erreichen.

Flüge

Islamabad Airport

Benazir Bhutto International Airport

Momentan bestehen von Deutschland aus keine Direktverbindungen nach Pakistan. Es gibt jedoch eine Reihe von Unternehmen, die mit einem oder zwei Zwischenstopps von verschiedenen deutschen Flughäfen aus die Hauptstadt Islamabad, Lahore oder Peshawar anfliegen. Unter anderem bieten Lufthansa, Emirates, British Airways oder Pakistan International Airlines diese Routen an. Aus dem pakistanischen Umland wird darüber hinaus häufig der Jinnah International Airport in Karatschi im Süden des Landes angeflogen.

Der Benazir Bhutto International Airport liegt rund 8 Kilometer südwestlich von Islamabad und ist über den Islamabad Highway mit der Hauptstadt verbunden. Reisende können von hier aus mit dem Taxi, einem Mietwagen oder dem Shuttlebus das Zentrum der Stadt erreichen. Weiterhin besteht hier die Möglichkeit Geld zu wechseln bzw. abzuheben.

Anreise mit dem Zug

Reisende aus Indien haben die Möglichkeit mit der Bahn nach Pakistan einzureisen. Auf einer Strecke von rund 50 Kilometer verbindet der Samjhauta Express die indischen Hauptstadt Neu-Dehli bzw. Amritsar und die zweitgrößte pakistanische Stadt Lahore. Zwischen dem indischen Attari und der pakistanischen Grenzstadt Wagah müssen Reisende den Zug wechseln. An dieser Stelle geht die Verantwortung von Indian Railways auf die staatliche Bahngesellschaft Pakistan Railways über. Die Strecke wird zwei mal wöchentlich, in der Regel Montags und Donnerstags, befahren.
Eine weitere Möglichkeit die Grenze zwischen Indien und Pakistan zu überqueren bietet der wöchentlich fahrende Thar Express, welcher das indische Bhagat Ki Kothi mit dem pakistanische Karatschi verbindet.

Vom Iran aus können Reisende die Grenze zu Pakistan mit Zug überqueren. Alle vierzehn Tage verkehrt hier eine Bahn zwischen dem iranischen Zahedan und dem pakistanischen Quetta, welche die Grenze bei Mirjaveh/ Taftan überquert. Die Fahrt dauert inklusive aller Formalitäten rund 24 Stunden.

Zwischen Afghanistan und Pakistan bestand lange Zeit keine Zugverbindung. Das Schienennetz von pakistanischer Seite endete in der Stadt Chaman und in der Grenzstadt Torkham. Mittlerweile gibt es allerdings Übereinkünfte zwischen den beiden Staaten eine Zugverbindung zu schaffen. Seit 2012 existiert nun eine Verbindung zwischen der afghanischen Grenzstadt Spin Boldak und der pakistanischen Grenzstadt Chaman.

Anreise mit dem Bus

Von der afghanischen Hauptstadt Kabul aus fahren Busse in die Grenzstadt Torkham. Von hier aus müssen Urlauber allerdings mit einem Taxi in das pakistanische Peshawar weiterreisen, da es Touristen offiziell untersagt ist in dieser Region öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Außerdem wird Reisenden eine bewaffnete Wache zur Seite gestellt, welche diese bis nach Peshawar begleitet. Die Region wird von autonomen Stämmen beherrscht, wodurch eine Einreise auf diesem Weg gefährlich werden kann. Die Begleitung durch eine Wache ist daher keine Option, sondern wird vorgeschrieben.

Ähnlich wie mit dem Zug, kann man die Grenze zwischen Indien und Pakistan auch mit dem Bus zwischen der indischen Grenzstadt Attari und der Grenzstadt Wagah überqueren. Busse verkehren regelmäßig von Neu-Delhi aus bis ins pakistanische Lahore.

Zwar gibt es seit einigen Jahren Gespräche zwischen Pakistan und China über den Ausbau einer Zugverbindung zwischen den beiden Ländern, momentan ist der Bus jedoch die einzige Variante, um die Grenze zwischen den beiden Ländern zu überqueren. Mit dem Bus kann man den Karakoram Highway über den 4730 m hohen Khunjerab Pass befahren, der für Touristen vom 1. Mai bis zum 15. November geöffnet ist. Vom chinesischen Kaxgar aus können Reisende so ins pakistanische Gilgit gelangen. Die Route wird regelmäßig befahren und nimmt rund 14 Stunden in Anspruch. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit von Kaxgar mit dem Bus zum pakistanischen Zollposten Afiyatabad/ New Sost zu gelangen. Auf dieser Route können ebenfalls Minibusse angemietet werden.

Vom Grenzposten bei Mirjaveh/ Taftan fahren täglich Busse von der iranischen Seite ins pakistanischen Quetta.

Fortbewegung im Land

Pakistan Karte

Pakistan Karte mit Straßen und Bahnstrecken

Die Verkehrsinfrastruktur in Pakistan lässt sich kaum mit der Infrastruktur europäischer Staaten vergleichen. Dennoch können Urlauber mit Hilfe von Bahn, Bus, einem Mietwagen oder aber dem Flugzeug die meisten Winkel des Landes erkunden. Hierbei geht es aufgrund der Verkehrssicherheit, aber auch wegen verschiedener terroristischen Aktivitäten, nicht immer ganz ungefährlich zu. Ausführliche Informationen finden Sie unter dem Punkt „Reise- und Sicherheitshinweise“.

Bahn fahren

Der Schienenverkehr im Land unterliegt dem staatlichen Unternehmen Pakistan Railways und bietet eine günstige Möglichkeit um sich verhältnismäßig schnell im Land fortzubewegen. Auf langen Strecken wird zwischen den schnelleren Expresszügen und den normalen Passagierzügen unterschieden. Beide haben jedoch eine ähnliche Ausstattung. Das pakistanische Schienennetz verbindet den Großteil der Städte miteinander.

Langstreckenzüge verfügen in der ersten Klasse meistens über einen Schlafwagen. Eine Reservierung sollte wenigsten 14 Tage im Voraus gebucht werden. Auch verfügen diese Wagons in der Regel über ein Klimaanlage. Für lange Reisen bieten diese die beste Möglichkeit, da die Schlafabteile tagsüber klimatisiert sind und in den kalten Abend- und Nachtstunden beheizt werden. Zudem gehören die klimatisierten Schlafwagons zu den komfortabelsten Abteilen, die Pakistan Railways zu bieten hat.

Fahrkarten kaufen, Fahrpläne

Plätze der zweiten Klasse können direkt vor Ort erworben werden, allerdings sind die Wagons häufig sehr überfüllt, so dass in diesen Fällen auch eine Platzreservierung meist nicht weiterhilft. Abhängig von der Fahrtdauer ist die erste Klasse meist die bessere Wahl.

Trotz bestehender Fahrpläne kommt es gerade bei Langstreckenzügen häufig zu Verspätungen. Auf der offiziellen Internetseite von Pakistan Railways (www.pakrail.com) können Reisende ihren Trip planen und sich umfassend über Abfahrtzeiten, Klassen und Preise informieren. Tickets können an den entsprechenden Schaltern an den Bahnhöfen erstanden werden.

Bus fahren

Busse spielen in Pakistan nicht nur im innerstädtischen Verkehr eine wichtige Rolle, sondern werden ebenfalls zur Überwindung von Langstrecken eingesetzt. Routen gibt es zwischen beinahe allen größeren Städten und auch kleinere Ort lassen sich in der Regel mit dem Bus erreichen. Es gibt eine Vielzahl von privaten Busunternehmen.

Für längere Strecke sollte man auf den Daewoo Express, New Khan Road Runners oder den Niazi Express zurückgreifen. Diese modernen Reisebusse sind meist komfortabler, oft klimatisiert und bieten mehr Beinfreiheit. Darüber hinaus fahren die neueren Busse meist nach Fahrplan, während die zahlreichen Minibusse meist erst dann abfahren, sobald sie genug Passagiere haben. Zwar sind die kleineren Busse häufig schneller als die großen, trägen Reisebusse, allerdings bieten diese weder den selben Komfort, noch sind sie verkehrssicher (nach westlichen Standards).

Die Stationen für Daewoo-Busse befinden sich meist ein wenig abseits von dem sonstigen Cluster an Haltestellen und lassen sich in der Regel einfach erreichen. Zudem sind die Vehikel meist sicherer und und bequemer als die Busse der Konkurrenz und bei längeren Strecken werden Snacks und Getränke angeboten. Eine Fahrt von Rawalpindi nach Peshawar kostet weniger als 2 Euro. Andere Busunternehmen sind meist noch preiswerter.

Bustickets kaufen

Tickets für die Minibusse können direkt vor Ort gekauft werden. Dies gilt zwar auch für viele Reisebusse, wer einen sicheren Platz möchte, der sollte diesen allerdings im Voraus buchen. Die Fahrkarten kann man im Vorfeld an den entsprechenden Terminals kaufen. Weiterführende Information finden Sie auf den Websites der verschiedenen Anbieter. Sowohl die Seite des Daewoo Pakistan Express Bus Service, als auch die Internetpräsenz des Niazi Express sind beide in Englisch verfügbar.

Auto und PKW

Wer in Pakistan gerne selber Hand ans Steuer legen möchte, benötigt neben dem nationalen Führerschein noch einen internationalen Führerschein. Sofern Sie planen ihr eigenes Auto einzuführen, sollten Sie sich im Vorfeld über bestimmte Grenz- und Zollformalitäten erkundigen. Außerdem muss nach dem Überqueren der Grenze eine pakistanische Haftpflichtversicherung für das Auto abgeschlossen werden.

Mietwagen

Alternativ ist es möglich in den größeren Städten oder den internationalen Flughäfen ein Auto zu leihen. Hierbei sollte stets ganz genau auf die Vertragsklauseln geachtet werden, damit es nicht zu bösen Überraschungen kommt. Häufig wird ein großer Betrag an Bargeld oder sogar die Kreditkarte als Pfand verlangt. Außerdem wird in der Regel die Vorlage des Reisepasses und des internationalen Führerscheins erwartet.

Grundsätzlich ist vom eigenständigen Fahren abzuraten. Das liegt zum einem am recht chaotischen Linksverkehr, insbesondere in den Ballungszentren, und zum anderen an dem mangelhaften Zustand vieler Überlandstraßen. Darüber hinaus tritt in einigen Regionen immer wieder Bandenkriminalität auf und terroristische Akte sind in einigen Landesteilen nicht auszuschließen.

Die bessere Alternative wäre das Mieten eines Wagens inklusive Fahrer. Diese kennen sich in der Regel hervorragend in der Region aus, kennen kritische Stellen und wissen wann, wie und wo sie fahren können ohne ein Risiko einzugehen. Die Kosten für einen PKW mit Fahrer sind nicht viel höher als für einen Mietwagen.

Flugzeug

Pakistan International Airlines

Pakistan International Airlines

Pakistan verfügt über mehr als ein Dutzend internationaler Flughäfen sowie eine Reihe weiterer kleinerer Flugfelder, die für den Passagiertransport bestimmt sind. Die bedeutendste Fluggesellschaft im Land ist Pakistan International Airlines. Das Unternehmen fliegt alle wichtigen Destinationen im Land an und gilt als wichtigster einheimischer Anbieter. Tickets können entweder direkt beim Unternehmen erworben werden (Pakistan International Airlines hat in jeder Stadt mit einem Passagierflughafen auch eine Geschäftsstelle) oder über die hiesigen Reiseagenturen. Grundsätzlich ist es bei den meisten Anbietern ebenfalls möglich ein Ticket über die Website zu buchen. Wer allerdings unmittelbar vor Ort bucht, kann häufig von Rabatten profitieren.

Neben Pakistan International Airlines gehören Air Blue und Shahhen Air International zu den größeren Anbietern im Land.

Taxi und Rikscha

Die Fahrt mit einem Taxi oder einer Rikscha bietet sich nur im städtischen Umfeld an. Beide Optionen sind verhältnismäßig günstig, wobei Touristen grundsätzlich mehr zahlen als Einheimische. Dies merkt man in der Regel daran, dass das Taxameter immer kaputt zu sein scheint. Im Idealfall handeln Sie vor der Fahrt einen Festpreis aus, damit es später keine unerwarteten Überraschungen gibt.

Eine Fahrt mit der Rikscha ist für gewöhnlich billiger als die Fahrt mit dem Taxi, bei längeren Strecken allerdings auch wesentlich weniger komfortabel. Insbesondere die Abgase, die man in einer Rikscha fast unmittelbar aus der Quelle einatmet, sind bei Fahrten die länger als fünf bis zehn Minuten dauern recht unangenehm.

Handy, Smartphone, Internet

Festnetztelefonie und Breitbandanschlüsse sind in Pakistan weit weniger verbreitet als in den europäischen Staaten. Der Großteil der Bevölkerung greift mittlerweile auf Mobiltelefone zurück. Wer als Tourist gerne die Roaminggebühren sparen möchte, der sollte ebenfalls auf eine einheimische Sim-Karte zurückgreifen.

Telenor Prepaid Sim Card

Telenor PakistanDer Markt ist zur Zeit hart umkämpft, so dass Reisende eine große Auswahl an Anbietern haben. In den vergangenen Jahren hat sich Telenor, zumindest unter Urlaubern, als Favorit etabliert, was wohl auch an der weit verbreiteten Verfügbarkeit dieser Prepaid-Sim-Karte liegt. Käufer sollten aber darauf achten, dass nicht jede Sim-Karte in jeder Region funktionstüchtig ist. Einige Mobilfunkunternehmen geben auch falsche Informationen an, so dass es vorkommt, dass eine in Islamabad erstandene Prepaid-Karte in Karatschi nicht zu gebrauchen ist. Insbesondere bei Rundreisen und Ausflügen in ländliche oder bergige Gebiete sollten Sie auf dieses Phänomen achten. Telenor gilt allerdings als zuverlässig und bietet mittlerweile auch mobiles Internet an.

W-LAN, Hotspots

Die meisten teureren Hotels offerieren kostenloses W-LAN. Spätestens ab drei Sternen gehört die kabellose Internetverbindung zum Standardrepertoire eines jeden guten Hauses. In den Jugendherbergen und Gästehäusern sowie in den meisten anderen günstigen Unterkünften darf man allerdings nicht mit einer W-LAN-Verbindung auf den Zimmern rechnen. Darüber hinaus verbreiten sich in den Städten Pakistans zusehends Internetcafes, die zu sehr fairen Preisen besucht werden können. In den ländlichen Regionen ist es allerdings oft problematisch einen geeigneten Ort zum „Surfen“ zu finden.

Ebenfalls weit verbreitet sind im ganzen Land die sogenannten „Public Call Offices“, die man eigentlich in jeder Stadt Pakistans findet. Hier können in der Regel sowohl nationale wie auch internationale Anrufe getätigt werden. Die Kosten richten sich für gewöhnlich nach der Dauer des Gesprächs, wobei es auch einige Call Offices gibt, in denen eine Telefonkarte genutzt werden kann.

Essen

Pakistan Essen

Pakistanisches Essen

Die Cuisine Pakistans wird durch unterschiedliche Regionalküchen bestimmt. Grundsätzlich laufen hier Einflüssen aus dem Norden Indiens, aber auch aus Mittel- und Vorderasien zusammen. Im Westen und Südwesten des Landes wird häufig sehr scharf gewürzt, wohingegen das kulinarische Klima im Norden des Landes durch eine gewisse Milde bestimmt wird. Beliebte Gewürze in den südlichen Regionen sind unter anderem Chili, Knoblauch, Pfeffer, Ingwer, Zimt sowie Safran und Kurkuma oder Koriander.

Currys sind weit verbreitet im Land. Als Beilage werden in erster Linie Hülsenfrüchte gereicht. Linsen und Erbsen findet man zu den meisten Mahlzeiten aber auch eingelegtes Gemüse oder Obst haben ihren Platz in der pakistanischen Küche. Aufgrund der Staatsreligion wird im Land eigentlich kein Schweinefleisch zubereitet, der Konsum von Lamm, Huhn und Rind ist in Pakistan hingegen weit verbreitet. Weit verbreitet sind Kebabs, die jedoch nach Region in Geschmack und Zubereitung erheblich variieren können.

In den Provinzen im Osten und Südosten findet man zudem erhebliche Einflüsse der indischen Küche. Gerichte wie Tandoori-Hühnchen sind hier keine Seltenheit.
Neben Fleisch und Hülsenfrüchten findet man in Pakistan verschieden Brotsorten wie Chapati oder das auch in Indien populäre Naan-Brot.

Weiterhin sind Süßspeisen wie Halva oder Gulab Jamun sowie Lassi, ein süßer Trinkjoghurt, der sich mittlerweile auch in Deutschland einer zunehmenden Beliebtheit erfreut, weit verbreitet. Zu den Mahlzeiten wird traditionell Tee getrunken. Der Genuss von Alkohol ist Muslimen im Land aufgrund der Staatsreligion untersagt.

Preise in Restaurants und an Straßenständen

Touristen können in Pakistan grundsätzlich sehr günstig essen. An Straßenständen bekommt man bereits für weniger als zwei Euro eine umfangreiche Mahlzeit. Auch die kleineren Restaurants sind in der Regel sehr günstig. Westliches Essen findet man in erster Linie in den Großstädten, hauptsächlich in Hotelketten wie etwa dem Mariott. Die Preise sind hier entsprechend höher und können ebenfalls auf westlichem Niveau liegen. Grundsätzlich lässt sich das Preisniveau des Landes aber eher mit dem Bangladeschs oder Indiens vergleichen, obwohl die Preise in den letzten Jahren angestiegen sind.

Verhaltensregeln

Rund 96% der pakistanischen Bevölkerung gehören dem Islam an, der auch zugleich als Staatsreligion anerkannt ist und entsprechende Auswirkungen auf das alltägliche Leben im Land hat. Grundsätzlich sollte immer auf die örtlichen Sitten und Gebräuche geachtet und das Verhalten dementsprechend angepasst werden. Dazu zählt unter anderem auch das Tragen langer Kleidung. Shorts und knappe bzw. schulterfrei Oberteile sind im Land nicht gern gesehen. Dies gilt auch für Badegewässer. Tangas tragen oder oben-ohne-baden sind ein absolutes No-go. Urlaubern wird dringend angeraten diese Regeln zu beherzigen. So wurden zum Beispiel Radfahrer, die in sportlicher kurzer Kleidung in abgelegeneren Regionen unterwegs waren wiederholt mit Steinen beworfen und bedroht. Besonders wichtig ist eine angepasste Kleidung für den Besuch von Moscheen und Tempeln. Hier müssen zudem vorm Betreten die Schuhe ausgezogen werden. Nicht alle Gotteshäuser im Land sind auch für Frauen zugänglich.

Gegessen wird im Pakistan meist mit den Händen, während man sich im Schneidersitz gegenüber den anderen Gästen platziert. Das die Füße des Menschen als unrein gelten, dürfen die Fußsohlen nicht auf einen der anderen Gäste zeigen. Die Schuhe müssen natürlich vor dem Betreten einer Wohnung oder eines Hauses ausgezogen werden.

Grundsätzlich sollte man es im Pakistan niemals am nötigen Respekt gegenüber seinem Gastgeberland mangeln lassen. Besonders ältere Menschen sind mit entsprechender Höflichkeit zu behandeln. Auffälliges und lautstarkes Verhalten sind wie überall auf der Welt verpönt. Vor allem Kritik sollte nicht lautstark kundgetan werden. Blasphemische Äußerungen haben in der Regel die Todesstrafe zu Folge.
Militärische Einrichtungen sowie Mitglieder der Streitkräfte oder der Polizei zu Fotografieren sollte unterlassen werden. Verboten ist darüber hinaus der Genuss von Alkohol in der Öffentlichkeit, ebenso wie homosexuelle Handlungen. Die Zurschaustellung von körperlicher Zuneigung gilt im Lang gemeinhin als verpönt.

Wer sich an die lokalen Verhaltensregeln hält kann auch als nichtgläubiger Tourist die Gastfreundschaft des Landes kennenlernen.

Sprache und Verständigung

Die offizielle Amtssprache im Land ist Urdu. Darüber hinaus werden in Pakistan zahlreiche Regionalsprachen wie Punjabi, Sindhi, Pashtu, Seraiki oder Baluchioder gesprochen. Punjabi gilt als die am meisten gesprochene Sprache im Land, allerdings ohne einen Einfluss auf das Schriftbild zu haben. Öffentliche Gebäude sowie Verkehrszeichen sind in der Regel in der offiziellen Amtssprache Urdu beschriftet, was für Selbstfahrer, insbesondere in den touristisch unerschlossenen Regionen, schnell zum Hindernis werden kann.

Englisch

Neben Urdu dient auch Englisch als Amtssprache. Eingesetzt wird es jedoch in erster Linie in Regierungskreisen und als Geschäftssprache. Obwohl Englisch auch in der Schule gelehrt wird, ist es unter der Bevölkerung wenig verbreitet, was unter anderem auch an der extrem hohen Analphabetenrate von rund 50% liegt. Taxifahrer und Servicepersonal sprechen meist keine Fremdsprachen (Ausnahmen findet man am Flughafen und in den teuren Hotels sowie einigen öffentlichen Einrichtungen). Die Mitnahme eines Sprachführers und einer Stadtkarte sowie das Lernen einiger alltäglicher Floskeln kann daher durchaus sinnvoll sein.

Nachtleben, Nightlife

Ein Nachtleben wie man es aus Deutschland kennt ist in Pakistan nicht existent. Eine beliebte Abendunterhaltung ist in den größeren Städten der Kino- oder Restaurantbesuch. Darüber hinaus kann man auch an einigen Straßenständen bis in die späten Abendstunden speisen. Grundsätzlich sind Nachtmärkte in beliebter Treffpunkt.

Dass es im Land keine richtige Partyszene gibt liegt vor allem am Alkoholverbot aufgrund der Staatsreligion. Muslimen ist der Genuss von Bier, Wein oder Wodka etc. strengstens untersagt. Als nichtmuslimischer Tourist hingegen hat man jedoch die Möglichkeit an einigen wenigen Orten einen Drink zu genießen.

Hotelbars

Die beste Aussicht auf Erfolg hat man in den großen, internationalen 4- oder 5-Sterne Hotels. Diese verfügen in der Regel über eine Ausschanklizenz und sind daher befugt alkoholische Getränke an nichtmuslimische Touristen zu verkaufen. Gelegentlich kann es vorkommen, dass Spirituosen nur an Gäste des Hauses verkauft werden, in den meisten Fällen können Sie aber auch in den Hotelbars trinken, wenn Sie dort kein Zimmer haben.

Islamabad Nightlife

In Islamabad haben Urlauber die Möglichkeit in den Abendstunden das Mariott, das Serena oder das Best Western aufsuchen und in Lahore können Reisende im Holiday Inn, im Avari oder im Pearl Continental ihren Durst stillen. Natürlich gibt es auch in Karatschi und anderen Großstädten Hotels die Alkohol ausschenken. Darüber hinaus gibt es in einigen Städten spezielle Shops, in denen Alkohol an Ausländer verkauft werden darf.

Offiziell benötigen Reisende für den Kauf von Spirituosen immer eine Erlaubnis des „Office of Exicise and Taxation“ in Islamabad. Im Alltag hingegen interessieren sich insbesondere die Hotelbars nur selten für die eingeholte Genehmigung ihrer Gäste. Ein wenig angezogen werden die Kontrollen jedoch während des Ramadan.

Wer vorhat in Pakistan eine feuchfröhliche Nacht zu verbringen, sollte darauf achten, dass er auch genug Bargeld eingesteckt, denn Alkohol ist im Land alles andere als billig. Ein importiertes Heineken etwa kann schon mal 4 oder 5 Euro kosten. Wein und hochprozentige Spirituosen sind entsprechend teurer. Das Trinken in der Öffentlichkeit ist übrigens strengstens untersagt.

Reise-und Sicherheitshinweise

Das Auswärtige Amt hat im Fall von Pakistan einige Informationen veröffentlicht, mit denen sich Urlauber vor einer Reise in das Land beschäftigen sollten.

Terrorismusgefahr

Pakistan Terrorismus

Bombenanschlag in Peshawar 2009. (AFP)

In ganz Pakistan besteht eine Gefahr durch terroristische Aktivitäten. Sprengstoffanschläge und Selbstmordattentate sind insbesondere in den Krisenregionen Khyber-Pakhtunkhwa sowie in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan, in den FATAs (Federally Administered Tribal Areas) und in Belutschistan keine Seltenheit. Es kann allerdings auch im Rest des Landes zu politisch-religiös motivierten Terroranschlägen kommen. Das Auswärtige Amt empfiehlt unmittelbar vor und auch während der Reise sich stets über die aktuelle Sicherheitslage zu informieren.

Menschenansammlungen, Demonstrationen, bekannte Treffpunkte westlicher Ausländer und Einrichtungen mit internationalem Publikumsverkehr sollten gemieden werden. So gab es schon Anschläge auf internationale Hotelketten oder internationale Bürogebäude. Darüber hinaus wird ausländischen Touristen geraten, sich freitags und an hohen moslemischen Feiertagen von religiösen Stätten, Prozessionen und Feierlichkeiten fernhalten. Darüber hinaus werden auch die Streitkräfte sowie die Polizei Opfer von Anschlägen. Häufig liegen auch politische Veranstaltungen im Visier sowie religiöse Stätten der schiitischen Bevölkerung. Aufgrund der realen Gefahr sind die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärft wurden, wodurch auch Touristen betroffen sein können.

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Das Auswärtige Amt warnt ausdrücklich vor Reisen nach Khyber-Pakhtunkhwa, insbesondere in das Swat-Tal, sowie in die Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan, die sogenannten FATAs (Federally Administered Tribal Areas). Seit 2009 führen pakistanische Streitkräfte groß angelegte Operationen gegen militante Gruppen in den Federally Administered Tribal Areas durch, wodurch es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den militanten Stammesgruppen und dem Militär kommt. Weite Teile dieser Region sind für ausländische Touristen gesperrt. Zudem ist es in Belutschistan sowie Khyber-Pakhtunkhwa, insbesondere in der Provinzhauptstadt Peshawar, in den vergangenen Jahren immer wieder zu Entführungen und sogar Tötungen von westlichen Touristen gekommen.

Im pakistanischen Sonderterritorium Gilgit-Baltistan (bis 2009 Nordgebiete genannt) kommt es immer wieder zu gewaltsamen Konflikten zwischen Schiiten und Sunniten, durch die auch Ausländer gefährdet werden können. Im April 2012 wurde in der Stadt Gilgit eine Ausgangssperre verhängt und das Mobilfunknetz abgeschaltet. Mittlerweile hat sich die Lage wieder normalisiert. Es wird dazu geraten diese Region auf dem Luftweg anzureisen und von Reisen auf dem Überlandweg abzusehen.

Probleme gibt es auch in Karatschi, der größten Stadt Pakistans im Süden des Landes. Immer wieder kommt es zu religiös motivierten Auseinandersetzungen und Anschlägen. Nach der Tötung Osama Bin Ladens wurde eine Marinebasis in der Stadt angegriffen und es gab mehrere Terrorakte. Auch in Lahore und Islamabad kann es zu Anschlägen kommen.

Die Grenzgebiete zu Afghanistan und Iran sind nur mit einer vorher einzuholenden Genehmigung zugänglich.

Kriminalität

Die Kriminalität im Land ist in den vergangen Jahren angestiegen. Diebstahl, Raubüberfälle, Gewaltverbrechen bis hin zu Vergewaltigungen kommen im Land vor. Insbesondere in Karatschi sollten abgelegene Stadtbezirke gemieden werden. Reisende sollten daher niemals überflüssiges Bargeld oder Schmuck bei sich tragen und in keinem Fall in irgendeiner Art und Weise ihr Vermögen zu Schau stellen. Bei Überlandreisen zu abgelegen Destinationen empfiehlt es sich zudem die Begleitung durch eine ortskundigen Reiseführer.

Vergewaltigungen sind in Pakistan leider keine Seltenheit. Ausländische Touristen sind in der Regel aber nicht betroffen.

Naturkatastrophen

Wie auch Indien liegt das Land in einer Erdbebenzone. Sollten Sie sich in einem Gebäude befinden, ist es ratsam unter einem massiven Möbelstück Schutz zu suchen. Sofern Sie sich während eines Bebens im Freien aufhalten, suchen Sie einen Platz abseits von Gebäude und Stromleitungen.

Im Norden des Landes muss während der Monaten Juli und August mit erheblichen Niederschlägen gerechnet werden, die zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen können.

Die Küstenregion im Süden des Landes wird vereinzelt von Wirbelstürmen getroffen.

Für den Fall das die Kommunikation ins Ausland unterbrochen ist, sollten sich Reisende so schnell wie möglich an die Deutsche Botschaft in Islamabad oder an ein deutsches Konsulat wenden.

Besondere Zollvorschriften

Reisende über 18 Jahren dürfen 225 Gramm Tabak bzw. 200 Zigaretten oder 50 Zigarren für den Eigenbedarf einführen. Die Einfuhr von Alkohol ist ebenso verboten wie die Mitnahme von Waffen und Munition. Auch pornografisches Material und Schriften, die sich gegen den Islam richten sowie Drogen, Aufputschmittel und Schweinefleisch dürfen nicht eingeführt werden. Fremdwährungen müssen vor der Einreise deklariert werden.

Drogen

In gar keinem Fall dürfen Drogen nach Pakistan eingeführt werden. Einfuhr, Handel und auch der Besitz nur geringer Mengen illegaler Substanzen kann mit der Todesstrafe geahndet werden. Gleiches gilt für den Transport von Gegenständen für Dritte ohne eigene Kenntnis des Inhalts.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Da Pakistan ein islamisches Land ist gilt im Strafrecht zum Teil auch die Scharia. Blasphemie, Ehebruch und Drogendelikte können die Todesstrafe zur Folge haben. Militärische Anlagen und sicherheitsrelevante Bereiche dürfen nicht fotografiert werden, da sonst schnell der Verdacht der Spionage entsteht.

Homosexuelle Handlungen sind in Pakistan strafbar und können mit 2 bis 10 Jahren Gefängnis und in manchen Fällen mit lebenslanger Haft geahndet werden.

Der öffentliche Genuss von Alkohol ist ebenso untersagt wie Glücksspiel.

Sicherheitshinweise Bergsteigen

Auf einer Höhe von 8611 m liegt einer der bedeutendsten 8000er Gipfel der Erde. Der K2 gilt bei Spezialisten als technisch anspruchsvoller als der Mt. Everest und ist für jeden Bergsteiger eine wahre Herausforderung. Ebenfalls in Pakistan liegt der Nanga Parbat, der seit der Expedition im Jahr 1934 als Schicksalsberg der Deutschen gilt, eine Erfahrung die auch Reinhold Messner in den 1970er Jahren am eigenen Leib erfahren musste, nachdem sein Bruder beim Abstieg tödlich verunglückte.

Im Juni 2013 wurden im Basislager zum Nanga Parbat zehn Bergsteiger und ein Reiseführer erschossen. Nur wenige Tage später bekannte sich eine Gruppe pakistanischer Extremisten zu dem Anschlag als Racheakt für die Tötung eines Taliban-Führers. Als Reaktion hat die pakistanische Regierung Expeditionen zum Nanga Parbat zunächst verboten. Die Terrorgruppe hatte angekündigt aus Protest gegen amerikanische Drohnen weiterhin Attacken auf ausländische Besucher fortzuführen. Das Auswärtige Amt hat für die Region eine Teilreisewarnung herausgegeben.

Höhenkrankheit

Immer wieder eine unterschätzte Gefahr stellt die Höhenkrankheit dar, die durch einen zu schnellen Aufstieg ausgelöst wird, ohne eine ausreichende Akklimatisation. Ab einer Höhe von 2500 m können Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Appetitverlust, Übelkeit sowie Benommenheit und Schwindelgefühl und in kritischen Fällen auch Sehstörungen, Erbrechen und Atemnot auftreten. Sofern Symptome auftreten wird dazu geraten, den Aufstieg unmittelbar abzubrechen. Besonders gefährlich wird es, sobald sich ein Höhenhirnödem oder ein Höhenlungenödem entwickelt, was einen tödlichen Verlauf nehmen kann.

Frauen und jüngere Menschen sowie Personen die unter Migräne, Herz- oder Lungeprblemen leiden, sind am ehesten betroffen. Die körperliche Fitness hingegen beeinflusst den Verlauf der Krankheit nicht.

Um der Krankheit vorzubeugen ist es wichtig, dem Körper einige Tage für die Akklimatisation Zeit zu lassen, so dass vermehrt rote Blutkörperchen entstehen können. Reisende, die sich über eine Höhe von 4500 m begeben, sollten zunächst mehrere Tage zwischen 2000 und 3000 m verbringen. Alternativ können zur Prophylaxe auch Medikamente eingenommen werden, dies sollten Sie jedoch im Vorfeld grundsätzlich mit einem spezialisierten Arzt absprechen und sich ausführlich über die Risiken der Höhenkrankheit informieren lassen.

Die Höhenkrankheit ist jedoch nicht die einzige Gefahr in den Gebirgen des Nordens. Immer wieder verursachen Erdbeben oder anhaltende Regenfälle heftige Lawinen und Erdrutsche. Die Evakuierungen aus einer solchen Notlage wird in Pakistan durch das Militär vorgenommen. Da es hier zu einem erhöhten bürokratischen Aufwand kommt, kann das zeitliche Verzögerungen zur Folgen haben kann, die über Leben und Tod entscheiden können. Die Frage der Kostenübernahme sollte, sofern möglich, im Vorfeld geklärt werden. Meist muss der Verunglückte zunächst eigenständig für die Kosten seiner Rettung aufkommen.

Gesundheit

Bei einer direkten Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften. Allerdings empfiehlt das Auswärtige Amt die Standardimpfungen gemäß dem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes.

Neben Tetanus, Diphtherie, Mumps, Masern, Röteln, Keuchhusten sowie Influenza, Pneumokokken und Polio, können auch Impfungen gegen Hepatitis A/ B, Typhus, Meningokokken-Meningistis ACWY Tollwut sowie japanische Enzephalitis sinnvoll sein.

Malaria

Pakistan Malaria Map

Pakistan Malaria Karte

Wie im gesamten asiatischen Raum besteht auch in Pakistan eine gesundheitliche Gefährdung durch Malaria. Übertragen wird die Krankheit durch eine nachtaktive Mücke. Besonders gefährlich für Europäer ist die Malaria Tropica, die in Pakistan gehäuft auftritt (etwa zwei Drittel aller Fälle) und unbehandelt zum Tod führen kann. Erste Symptome treten oft erst Wochen nach dem eigentlichen Stich auf und werden häufig mit einer gängigen Grippe verwechselt. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost sind einige der gängigen Symptome. Bei einer zeitnahen Diagnose lässt sich aber auch die Malaria Troipca zuverlässig behandeln.

Da es keine Impfung gegen Malaria gibt, fehlt ein absolut sicherer Schutz gegen die Krankheit. Das Risiko lässt sich jedoch minimieren, indem man einige Grundregeln befolgt. Tagsüber empfiehlt sich das Tragen langer, heller Kleidung und gegen Insekten imprägnierte Kleidung. Aller freien Körperstellen sollten zudem mehrmals täglich mit einem geeigneten Mückenschutz eingerieben werden. Dies gilt insbesondere für die Abendstunden. In der Nacht ist es wichtig unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen. Unter bestimmten Umständen kann auch eine Chemoprophylaxe unter der Zuhilfenahme von Medikamenten sinnvoll sein, was allerdings nicht grundsätzlich empfohlen wird. Entsprechende Medikamente sind auf dem deutschen Markt erhältlich und sollten von Deutschland aus eingeführt werden, da in Pakistan die Gefahr besteht an gefälschte Medikamente zu geraten. Einnahmebedingungen sowie Risiken und Nebenwirkungen sollten vor der Abreise in jedem Fall mit einem kundigen Mediziner besprochen werden. Sobald Symptome auftreten sollten sie direkt einen Arzt aufsuchen und auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hinweisen.

Ein besonders hohes Risiko besteht während und nach der Regenzeit in der Indus-Tiefebene und in der Provinz Sindh im Süden des Landes. Nach Norden hin nimmt das Risiko zwar ab, allerdings besteht im ganzen Land ein mittleres Übertragungsrisiko unabhängig von der Jahreszeit. Ausgenommen hiervon sind Höhenlagen über 2000 m.

Japanische Enzephalitis

Die Japanische Enzephalitis kann ähnlich wie Malaria ebenfalls durch eine nachtaktive Mücke übertragen werden. Wasservögel und Schweine sind häufig mit dem Virus infiziert ohne dabei Symptome zu zeigen. Die Entzündung des Gehirns kann bei Menschen häufig tödlich enden oder schwere Schäden hinterlassen. Da es wirksamen Medikamente gibt, sollten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie zur Vermeidung von Malaria befolgt werden oder eine vorbeugende Impfung in Betracht gezogen werden Glücklicherweise tritt die Krankheit wesentlich seltener auf, so dass lediglich im Indusdelta und der Provinz Sindh im Südosten des Landes ein geringes Übertragungsrisiko besteht.

Dengue-Fieber

Ähnlich wie Malaria wird auch Dengue-Fieber durch eine Mücke übertragen, die jedoch tagaktiv ist. Die Symptome ähneln denen einer Grippe. Häufig kommt es darüber hinaus auch zu Hautausschlag. Auch bei Dengue-Fieber können die Symptome manchmal erst ein bis zwei Wochen nach dem eigentlichen Stich auftreten. Es gibt keine vorbeugende Impfung und auch keine wirksamen Medikamente gegen die Krankheit. Den einzigen Schutz bietet ein ausführliche Prophylaxe, wie sie weiter oben für Malaria beschrieben steht.

Das Fieber kann landesweit auftreten mit einer Häufung an den Küsten und in den großen Zentren des Landes. Die Fälle häufen sich während und nach der Regenzeit und auch Großstädte wie Islamabad und Lahore sind häufig von Dengue-Fieber betroffen. Wie bei Malaria schwindet das Risiko erst ab einer Höhe von 2000 Meter.

Chikungunya-Fieber

Ebenfalls von einer tagaktiven Mücke wird das Chikungunya-Fieber übertragen. Das Virus macht sich durch wie Dengue und Malaria durch grippeähnliche Symptome bemerkbar und lässt sich mit Medikamenten nicht zuverlässig behandeln. Da es keine Vorsorgeimpfung gibt, sollten die gleichen Regeln eingehalten werden, die auch für Malaria und Denguefieber gelten. Chikungunya tritt gehäuft während und nach der Regenzeit in der Küstenregion um Karatschi auf.

Leishmaniasis

Leishmaniasis kann durch die Sandmücke von Tier zu Mensch oder von Mensch zu Mensch übertragen werden. Bei der viszerale Leishmaniasis, die als besonders gefährlich eingestuft wird, erfolgt eine Infektion über Blutkontakt. Das problematische an dieser Variante der Krankheit ist der Befall des Knochenmarks und der Organe. Da es gegen die Krankheit keine wirksame Impfung gibt kann diese, sofern sie unbehandelt bleibt, tödlich enden. Besonders verbreitet ist in Pakistan außerdem die Haut-Leishmanoise. Sofern auch nach der Reise nicht heilende Hautgeschwüre auftreten, sollten Sie unmittelbar einen Arzt aufsuchen.

Wie auch Malaria und Dengue-Fieber kann die Krankheit durch den Stich einer Mücke übertragen werden, daher wird dringend angeraten, die oben erwähnten Sicherheitsmaßnahmen zur Vermeidung von Malaria strikt zu befolgen. Leishmaniasis (auch: Kala-Azar) kann in Pakistan das ganze Jahr über auftreten und ist vor allem in ländlichen Gegenden verbreitet.

Durchfallerkrankungen und Cholera

Auch in Pakistan treten gehäuft Durchfallerkrankungen bis hin zu Cholera auf. Oberflächengewässer sind gelegentlich mit Fäkalkeimen oder chemischen Schadstoffen kontaminiert. Während Durchfallerkrankungen in Pakistan, meist aufgrund hygienischer Umstände, das ganze Jahr hindurch auftreten, breitet sich Cholera insbesondere nach Überschwemmungen aus. Auch ein Risiko für Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Amöben, Lamblien und Wurmerkrankungen, Hepatitis A und E besteht landesweit. Durch das Befolgen einiger einfacher Grundregeln lässt sich ein Erkrankungsrisiko allerdings drastisch minimieren:

  • Auch in Großstädten sollten Reisende niemals unbehandeltes Leitungswasser trinken. Greifen Sie immer auf original verpackte Flaschen oder Dosen zurück, dies gilt auch für die Zahnreinigung sowie für das Waschen von Obst und Gemüse.
  • In jedem Fall sollten Sie auf den Verzehr von rohem Fleisch verzichten. Sofern Sie eigenständig kochen, sollten die Nahrungsmittel immer bei entsprechender Hitze abgekocht oder zumindest selber geschält werden. Darüber hinaus ist es unbedingt notwendig Fliegen von Nahrungsmitteln fernzuhalten.
  • Besonders wichtig ist das Einhalten von Hygienemaßnahmen. Regelmäßiges Waschen der Hände sowie die Verwendung von Desinfektionsmittel nach dem Toilettengang und die Benutzung von Einmalhadtüchern können helfen derartigen Erkrankungen vorzubeugen.

Polio

 

Noch immer sind in Pakistan Polioviren eine reale Gefahr. Eine Übertragung erfolgt in der Regel über durch Fäkalien verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Neben den oben erwähnten Vorsichtsmaßnahmen empfiehlt das Auswärtige Amt ein vorsorgende Impfung.

Tollwut

Auch Tollwut ist in Pakistan eine ernstzunehmende Gefahr. Im ganzen Land besteht ein gewisses Risiko durch eine Bissverletzung durch streunende Hunde oder auch Affen mit den Viren infiziert zu werden. Da die Krankheit durch Viren im Speichel infizierter Tiere (oder auch Menschen) übertragen wird, reicht in vielen Fällen auch schon das Ablecken von kleinsten Wunden durch ein Tier.

Reisende sollten sich daher stets von freilaufenden Tieren fernhalten, dies schließt auch das Füttern von Affen mit ein. Da in Pakistan eine zuverlässige und zeitnahe Behandlung außerhalb der Großstädte häufig nicht möglich ist, sollten Urlauber, die ein Interesse an den ländlichen Regionen oder Trekkingtouren haben, eine Tollwutimpfung im Vorfeld der Reise in Betracht ziehen. Nach einem Biss muss die unverzügliche Auffrischung der Impfung erfolgen.

Tuberkulose

In Pakistan treten gehäuft Fälle von Tuberkulose auf. Die Krankheit kann von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion wie Husten oder Niesen oder aber über sexuellen Kontakt übertragen werden und endet unbehandelt in der Regel tödlich. Symptome können auch noch mehrere Wochen nach der Infektion auftreten. In einem solchen Fall ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.

Influenza

In den Wintermonaten und im Norden des Landes tritt in Pakistan die saisonale Influenza auf, darunter auch die sogenannte Schweinegrippe (A/H1N1). Hygienemaßnahmen, wie sie weiter oben erwähnt wurden, und eine vorbeugende Impfung helfen das Risiko zu minimieren.
2008 wurden zuletzt Fälle von Vogelgrippe beim Menschen bekannt. Obwohl das Risiko als gering eingestuft wird, rät das Auswärtige Amt den Kontakt mit Vögeln und Geflügel zu vermeiden, Stichwort: Geflügelmarkt.

Medizinische Versorgung

In weiten Teilen des Landes ist eine ausreichende medizinische Versorgung kaum gewährleistet. Technisch, medizinisch , hygienisch und organisatorisch entspricht die Versorgung nicht den gängigen europäischen Standards. Ein weiteres Problem sind mangelnde Fremdsprachenkenntnisse der behandelnden Ärzte, wodurch es zu erheblichen Kommunikationsproblemen kommen kann.

Deutlich stabiler ist die Lage in den großen Kliniken in Islamabad und Karatschi. Bei ernsthaften Erkrankungen muss demnach eine Verlegung in eine dieser Kliniken vorgenommen werden. Die Behandlungskosten liegen hier allerdings deutlich über denen auf dem Land. Zudem gehört es zum gängigen Ablauf, dass der Patient im Vorfeld der Behandlung eine erhebliche Summe anzahlt.

Es ist für Urlauber grundsätzlich ratsam über einen weltweit gültigen Krankenversicherungsschutz sowie eine zuverlässige Reiserückholversicherung zu verfügen. Im Vorfeld sollten Sie mit einem geeigneten Arzt auch über die wichtigsten Medikamente einer Reiseapotheke sprechen und diese den Umständen entsprechend lagern. Dies ist in vielerlei Hinsicht besonders wichtig, da auch in Pakistan gefälschte Arzneimittel auf dem Markt gelangen. Eine Adressenliste von Ärzten und Krankenhäusern erhalten Sie bei der Deutschen Botschaft in Islamabad oder beim Generalkonsulat in Karatschi.

Deutsche Vertretungen in Pakistan

Bei außerordentlichen Problemen können sich deutsche Staatsangehörige an die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Islamabad oder an das Generalkonsulate in Karatschi wenden.

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Islamabad Ramna5, Diplomatic Enclave, Islamabad
Tel.: 092 512279430
Fax: 092 512779436
E-Mail: info@islamabad.diplo.de
Website: http://www.islamabad.diplo.de

Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland
Karatschi 92-A/7, Block 5, Clifton, Karatschi
Tel.: 092 2135873782
Fax: 092 2135874009
E-Mail: info@Karatschi.diplo.de
Website: http://www.Karatschi.diplo.de