Osttimor (Timor Leste) Reisen, Reiseführer, Reisetipps


HauptstadtDili
SprachenTetum und Portugiesisch (Amtssprache)
Staatsformparlamentarische Republik
Fläche14.954,44 km²
Einwohner1,12 Millionen (~71,5 Einwohner pro km²)
WährungUS-Dollar
Telefon-Vorwahl+670
ZeitzoneUTC+9
NationalflaggeOsttimor Flagge

Osttimor Flagge

Das kleine Land im Osten der Insel Timor teilt sich eine Landesgrenze mit Indonesien und ist der jüngste Staat im südostasiatischen Raum. Nach Jahrzehnten von Auseinandersetzungen, Kriegen und Gewalt erlangte Osttimor (offizieller Name: Timor-Leste) erst im Jahr 2002 seine Unabhängigkeit. Bisher touristisch weitgehend unerschlossen, bietet sich das Land eher als Zwischenstopp während einer Asienreise an. Die schwache Infrastruktur und die immer wieder auflodernden Konflikte halten zudem viele Reisende von einem Besuch des Inselstaates ab.

Aufgrund der geringen Größe des Landes, ist es ratsam sich in einem Hotel in der Hauptstadt Dili einzumieten. Touristisch interessante Regionen können von hier aus mit dem Fernbus erreicht werden. Tatsächlich gibt es im Land einige Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Urlauber, welche die dünner besiedelten Regionen bereisen möchten, sollten sich aber entsprechend auf derartige Unternehmungen vorbereiten. Massentourismus wie in Indonesien oder auf den Philippinen findet man in auf Osttimor nicht.

Das Land erstreckt sich auf einer Fläche von knapp 15.000 km² und ist damit kleiner als Schleswig-Holstein. Von den rund 1,1 Millionen Einwohnern leben knapp ein Fünftel in der Hauptstadt Dili, die sowohl das touristische, wie auch das wirtschaftliche Zentrum des Landes darstellt.

Städte und Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Städte, Provinzen, Regionen und Sehenswürdigkeiten in Osttimor:

Dili

Dili

Der Präsidentenpalast in Dili

Die Haupstadt Timor-Lestes ist zugleich das touristische Zentrum des Landes. Die Stadt verfügt über eine Reihe passabler Hotels und eine funktionierende Infrastruktur. Ausflüge in andere Regionen des Landes lassen sich von hier aus durchführen. Zugleich ist Dili die einzige Stadt in Osttimor, in der ein Nachtleben existiert.

Baucau

Die Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts ist die zweitgrößte Stadt im Land und lockt primär mit einem schönen Strand und seinen kleinen Märkten.

Gleno

In einer Höhe von über 800 Meter begeistert die Hauptstadt des Distrikt Ermera vor allem mit ihrer Ursprünglichkeit.

Jaco Island

Jaco Island

Jaco Island

Die kleine Insel vor der Ostküste Osttimors ist Teil des Nino Konis Santana Nationalparks und begeistert mit seinem Strand und den seichten Gewässern, welche zum Schnorcheln und Tauchen einladen. Während die Insel in der Vergangenheit als heilig angesehen wurde, ist sie mittlerweile ein beliebter Ort bei Touristen. Übernachtungen auf Jaco sind jedoch auch heute noch untersagt.

Marobo

Die Stadt liegt auf einer Höhe von knapp 1000 Meter über N.N. und ist insbesondere für ihre heißen Quellen bekannt.

Maubara

Der kleine Ort ist vor allem für das aus der Kolonialzeit stammende Fort Maubara bekannt. In der Nähe findet man zudem ausufernde Mangrovenwälder und Gelegenheiten zum Schnorcheln und Tauchen.

Maubisse

Maubisse East Timor

Maubisse

Der auf 1526 m über N.N. gelegene Ort lädt zu Wanderungen in der Region ein. Touristen können hier in der Herberge übernachten, welche noch aus der Kolonialzeit stammt. Darüber hinaus ist Maubisse bekannt für seinen aromatischen Kaffee, welcher sich gut als Mitbringsel oder Geschenk eignet.

Tasitolu

Bei Tasitolu handelt es sich um einen Außenbezirk der Hauptstadt Dili, welcher ca. 8 km vom Zentrum entfernt liegt. Besondere Aufmerksamkeit erregen die drei großen Salzseen, welche sich bei Touristen einer zunehmenden Beliebtheit erfreuen.

Tutuala

Tutuala Timor Leste

Tutuala

Ein kleines Dorf an der Ostspitze Timor- Lestes, das durch seine wunderschönen Strände und seine Ursprünglichkeit verzaubert. In der Nähe gelegen, findet man weiterhin den Nino Konis Santana Nationalpark. Zudem ist der Ort ein geeigneter Ausgangspunkt für einen Besuch der Insel Jaco.

Vila de Liquica

Villa de Liquicia ist die Hauptstadt des Distrikts Liquicia und liegt etwa 30 km westlich von Dili. Urlauber können hier Kolonialbauten besichtigen oder entlang der Küste flanieren.

Geschichte

Osttimor: Lage auf der Weltkarte

Osttimor: Lage auf der Weltkarte (Anklicken zum vergrößern).

Bereits im 16. Jahrhundert beanspruchte Portugal den östlichen Teil der Insel Timor, während niederländische Truppen den westlichen Teil der Insel kontrollierten. Die kolonialen Ansprüche der beiden Länder führten zu jahrelang anhaltenden Konflikten, nicht nur zwischen den beiden europäischen Mächten, sondern auch von Seiten der Bevölkerung gegenüber den europäischen Besatzern. Erst zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, genauer 1916, wurden die endgültigen Grenzen zwischen den beiden Kolonialstaaten festgelegt. Während des Zweiten Weltkriegs besetzten japanische Truppen die gesamte Insel. Obwohl Portugal als neutral galt, wurde auf Timor ein Stellvertreterkrieg geführt, der später als die Schlacht um Timor bekannt wurde. Nach der Kapitulation Japans, bemühte sich Portugal die Stellung als Kolonialmacht zu halten. 1951 erhielt Osttimor den Status einer portugiesischen Überseeprovinz.

Bürgerkrieg, Unabhängigkeit und Annektierung durch Indonesien

In den 1970er Jahren änderten sich die politischen Verhältnisse in Portugal und somit auch die Stellung des Landes hinsichtlich ihrer Kolonien. Bevor Osttimor jedoch in die Unabhängigkeit entlassen wurde, entbrannte ein heftiger Bürgerkrieg zwischen den beiden rivalisierenden Parteien im Land, aus welchen die FRETILIN Partei als Sieger hervorgingen und im November 1975 die Unabhängigkeit des kleinen Staates ausrief. Bevor es jedoch dazu kommen konnte, annektierte das benachbarte Indonesien den östlichen Teil der Insel und machte ihn zu seiner 27. Provinz. Es folgte eine Phase eskalierender Gewalt. Erst im Jahr 1999 einigten sich die Parteien Indonesien, Portugal und die UN auf ein Referendum über die Eigenständigkeit Osttimors, welches zu Gunsten der Befürworter einer Unabhängigkeit ausfiel.

Die UN Übergangsverwaltung

UN Soldaten in Osttimor

UN Soldaten spielten eine wichtige Rolle in Osttimors jüngerer Geschichte

Die Folge waren erneute Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Parteien im Land. Schließlich entsandten die Vereinten Nationen eine internationale Friedenstruppe unter australischer Führung, um die bürgerkriegsähnlichen Zustände zu beenden. Das Land kam anschließend unter eine Übergangsverwaltung der UN, bis es im Jahr 2002 endgültig seine Unabhängigkeit erlangte. Nur wenige Monate später wurde Osttimor als Mitglied rin die Vereinten Nationen aufgenommen. Trotz der vermeintlich positiven Entwicklung kam es 2006 zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und schweren Unruhen, die erst durch das Eingreifen der ISF beendet werden konnten. Ende 2012 wurden die letzten Soldaten der ISF abgezogen, nachdem der Führer der Rebellen bei einem Schusswechsel ums Leben gekommen war und die restliche Bewegung endgültig zusammenbrach.

Visum

Reisenden wird bei der Ankunft auf dem internationalen Flughafen in Dili einen Einreisevermerk ausgestellt. Die Kosten hierfür belaufen sich auf dreißig US Dollar und der Vermerk berechtigt Touristen zu einem Aufenthalt von 30 Tagen. Für weitere dreißig US Dollar kann diese Frist nach Ablauf für vier Wochen verlängert werden. Da East Timor noch ein sehr junger Staat ist, kommt es vor, dass sich die Einreisebestimmungen auch kurzfristig ändern können. Insbesondere bei einer Einreise auf dem Überlandweg sollten Interessierte rechtsverbindliche Informationen beim Honorarkonsulat in Berlin einholen.

Timor Leste Honorarkonsulat Berlin
Steinstraße 8
10119 Berlin
Tel.: 030/ 20 23 74 48
Fax: 030/ 609 80 97 19

Neben dem Einreisevermerk benötigen deutsche Staatsangehörige zudem einen Reisepass oder vorläufigen Reisepass, der ab dem Zeitpunkt der Einreise mindestens weitere sechs Monate gültig sein muss.
Vor der Ausreise aus Osttimor ist eine Ausreisesteuer von 10 US Dollar zu entrichten.

Wetter und Klima

Timor-Leste lässt sich der tropischen Klimazone zurechnen. Das Jahr unterteilt sich in eine ausgeprägte Trocken- und Regenzeit. Während der Monate zwischen Mai und November bestimmt der Ostmonsun das Klima. Regen fällt zu dieser Zeit kaum und die niedrig gelegenen Regionen im Land beginnen auszutrocknen. Lediglich in den höher gelegenen Gebirgsbereichen kommt es von Zeit zu Zeit zu geringen Niederschlägen.

Ein umgekehrtes Bild zeigt sich im Zeitraum zwischen November und April. Die Regenzeit bewässert die Felder und befüllt die ausgetrockneten Flussläufe. Gelegentlich kann es zu Überschwemmungen kommen, Überlandreisen sind zu dieser Zeit meist höchst problematisch, da viele Straße unpassierbar werden. Die größten Niederschlagsmengen fallen von Dezember bis März, wobei die Südküste des Landes am stärksten betroffen ist, mit Jahresniederschlagsmengen von bis zu 2000 mm.

Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei ca. 26,5° C, mit Tageshöchstwerten zwischen 28 und 30 Grad. Die Temperatur ist das ganze Jahr über äußerst stabil und schwankt im Jahresverlauf lediglich um max. 2 Grad.

Die Luftfeuchtigkeit schwankt zwischen 65 % und 76 %. Die geringste Luftfeuchtigkeit findet man in den Monaten zwischen Juni und November, mit maximal 68%, während die Werte von Dezember bis April auf über 75% klettern können.

Als beste Reisezeit gelten die Monate zwischen Mai und Anfang Oktober. Bei angenehmen Temperaturen und einer moderaten Luftfeuchtigkeit, lässt dich das Land während der Trockenzeit optimal bereisen. Lediglich den Oktober sollten Urlauber meiden. Das Land wirkt zu dieser Zeit bereits stark ausgedürrt und wenig einladend.

Währung und Geld

50 Centavos aus Timor Leste

50 Centavos aus Timor Leste

Die nationale Währung im Land ist der US Dollar. Neben Cent werden in Timor-Leste zudem Centavo Münzen verwendet, welche in ihrem Wert den gängigeren Cent-Münzen entsprechen. Die Einführung des US-Dollars war eine rein politische Entscheidung, die aufgrund der erhöhten Erdölvorkommen im Land getroffen wurde.

Für Touristen und Urlauber hat die Übernahme des US-Dollars durchaus seine Vorzüge. In der Regel ist es kein Problem schon im Heimatland die eigene Währung gegen USD einzutauschen. Zudem gibt es keine Einfuhrbeschränkungen, was die Mitnahme von Bargeld betrifft, lediglich Summen ab 5000 USD müssen deklariert werden.

Geldautomaten, Kreditkarten und Reisechecks

Weniger erfreulich ist hingegen die Tatsache, dass es außerhalb der Hauptstadt Dili keine Geldautomaten gibt. Traveller-Checks bzw. Reisechecks, werden im Land erst gar nicht eingelöst. Kreditkarten können nur in wenigen, teuren Hotels genutzt werden. Reisende, die ohne ausreichend Bargeld nach Osttimor eingereist sind, kommen also an einem Besuch der Hauptstadt nicht vorbei.

Lebenshaltungskosten und Preise

Entgegen der Erwartungen finden Urlauber in Timor-Leste ein überraschend hohes Preisniveau vor. Das Frühstück in einem Restaurant, etwa in der Hotelanlagen, kann durchaus bis zu 10 US Dollar kosten. Die Preise für ein Mittag- oder Abendessen schwanken zwischen zehn und dreißig Dollar. Günstiger kann man in den kleineren einheimischen lokalen dinieren. Ein Hauptgericht erhält man hier ab etwa 7,00 USD. Ähnliche Verhältnisse findet man bei den Unterkünften vor. Selbst für ein Einzelzimmer muss man in der Hauptstadt mit Kosten von mindestens 40,00 € rechnen. Ausgestattet sind die Zimmer meist nur mit dem Nötigsten. Reisende, die sich mehr Komfort wünschen, müssen mit entsprechend höheren Preisen rechnen.
Das horrende Preisniveau geht übrigens auf die ehemals stationierten Truppen zurück. Da es meist nicht viel zu tun gab, saß das Geld bei vielen Soldaten relativ locker.

1 € = 1,335 USD ( US Dollar)
5 € = 6,675 USD (Stand: September 2013)

Unterkunft

Betrachtet man die jüngere Geschichte des Staates, verwundert es kaum, dass die touristische Infrastruktur noch weitestgehend in den Kinderschuhen steckt. Hotels findet man vorwiegend in der Hauptstadt. In den ländlichen Regionen gibt es meistens nur sehr einfache Unterkünfte, die privat vermietet werden. Urlauber, die Wert auf ein Mindestmaß an Komfort legen, sollte sich eines der Hotels in Dili suchen. Ab etwa 50 Euro ist hier ein Einzelzimmer zu haben. Zur Austattung zählen neben einem Ferneseher, einer Klimaanlage und eigenen Sanitäranlagen in vielen Unterkünften auch kostenloses W-LAN. In den letzten Jahre sind sogar einige Sterne- bzw. Luxushotels in der Hauptststadt entstanden. Die meisten Hotels in der Hauptstadt können über die gängigen Internatanbieter gebucht werden. In den touristisch unerschlossenen Regionen ist es meistens nur direkt vor Ort möglich eine Unterkunft zu finden.

Anreise

Die Anreise nach Osttimor ist nicht ganz unproblematisch. Direktflüge aus Deutschland gibt es nicht. In den meisten Fällen werden mehrere Umsteigeflughäfen angesteuert. Reisende, die bereits in der Region unterwegs sind, können auf dem Landweg einreisen oder mit dem Flugzeug aus den benachbarten Ländern den Presidente Nicolau Lobato International Airport anfliegen.

Anreise mit dem Flugzeug

Timor Leste: Der Airport in Dili.

Der Airport in Dili.

Die Anreise mit dem Flugzeug aus Deutschland ist recht strapaziös. Alle Verbindungen laufen über mehrere Zwischenstopps, häufig in Australien oder Singapur, und Dauern meistens 30 – 40 Std. (inkl. Wartezeiten). Reisende wechseln hier nicht nur das Flugzeug, sondern den Anbieter. Die Anreise nach Dili ist letzten Endes eine Aneinanderreihung mehrerer Flüge, woraus hohe Kosten von mehr als tausend Euro resultieren. Neben Frankfurt am Main gibt es Verbindungen von München oder Berlin Tegel.

Weniger problematisch ist die Anreise aus den umliegenden Ländern, insbesondere aus Singapur oder Australien. Mittlerweile besteht zudem eine regelmäßige Verbindung von Bali aus. Bei der Ausreise mit dem Flugzeug wird eine Gebühr von 10 US Dollar erhoben.

Vom internationalen Flughafen aus bestehen zwei Busverbindungen. Die Linien A und B bringen Touristen für einen Preis von knapp 30 Cent vom Flughafengebäude in das Zentrum der Hauptstadt. Die Bushaltestelle liegt rund 300 Meter vom Flughafen entfernt.

Reisende, die zuvor Urlaub auf der indonesischen Westseite der Insel gemacht haben, können mit dem Bus über den Landweg einreisen.

Anreise mit dem Bus

Es besteht die Möglichkeit auf dem Überlandweg von Indonesien aus nach Osttimor einzureisen. Der Grenzübergang bei Batugade kann mit dem Bus überquert werden. Die Verbindungen sind allerdings alles andere als regelmäßig.

Fortbewegung im Land

Die permanente Gewalt im Land hat den Ausbau einer umfassenden Infrastruktur bis zum heutigen Tage weitestgehend verhindert.
Im Stadtverkehr sind hauptsächlich Minibusse und (normale) Busse unterwegs. Die Fahrtkosten sind sehr günstig, allerdings entsprechen die Vehikel keinesfalls den westlichen Sicherheitsstandards und sind meistens gnadenlos überfüllt. Etwas bequemer können sich Urlauber im Taxi fortbewegen, allerdings kann auch hier die Verkehrstüchtigkeit vieler Fahrzeuge durchaus bemängelt werden.

Da es im Land kein Schienennetz gibt, müssen Urlauber auf die Langstreckenbusse zurückgreifen. In der Hauptstadt finden sich zwei Busbahnhöfe. Während vom Bahnhof Tasitolo Busse in Richtung Süden und Westen unterwegs sind, steuern Bussen vom Bahnhof Becora den Osten des Landes an. Auch hier sind die Preise recht günstig. Aufgrund der miserablen Straßenverhältnisse benötigen die Busse auf einigen Strecken sehr viel Zeit. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass eine 50 km entfernte Stadt erst nach 2 – 3 Std. erreicht wird.

Mietwagen

Neben den Fernbussen ist es zudem möglich sich in der Hauptstadt Dili ein Pkw zu mieten. Aufgrund des schlechten Straßennetzes und der Mängel vieler Fahrzeuge, sollten Urlauber, die sich vor Ort nicht auskennen, von der Nutzung eines Mietwagens absehen.

Handy, Smartphone, Internet

Der größte (und bis 2010 auch der einzige) Mobilfunkanbieter im Land ist die Timor Telecom. Das Telefonnetz wurde während der gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Vergangenheit des Landes schwer beschädigt und befindet sich noch immer im Ausbau. Viele Einheimische greifen daher auf Handys zurück. Eine Prepaid-Karte von Timor Telecom kostet 2 USD, anschließend können verschiedene Pakete hinzugewählt werden. Der angebotene VIVA Plan der Timor Telecom beinhaltet neben einer Sim-Karte bereits 5 Freiminuten und 10 Frei-SMS. Die Kosten sind gering und belaufen sich pro Minute auf unter 10 Cent. Abgerechnet wird nur die tatsächliche Gesprächszeit.

Mobiles Internet

Weiterhin können Kunden mobiles Internet hinzubuchen. Die Preise liegen zwischen 12,50 USD/ 500 MB und 70 Dollar/ 5120MB. Urlauber sollten berücksichtigen, dass die Netzabdeckung nicht im ganzen Land stabil ist.

Touristen haben zudem die Möglichkeit, eines der Internetcafes in der Hauptstadt Dili zu nutzen. Momentan gibt es im Land keine frei zugänglichen Wi-Fi Hitspots. Allerdings können Kunden in den größeren Hotels dort das (meist kostenlose) W-LAN nutzen.

Essen

Die Küche Timor-Lestes ist stark den Einflüssen seiner Geschichte unterworfen. Trotz seiner geographischen Lage beinhaltet die Cuisine neben Gewürzen und Rezepten aus China und Indonesien auch zahlreiche portugiesische Einflüsse. Im Gegensatz zu den meisten Regionen Südostasiens findet man auf den Speisekarten in Osttimor deutlich seltener Reis. Vielmehr dominieren hier Süßkartoffeln, Yams, Sago oder Taro. Aber auch Brot findet man Dank der portugiesischen Einflüsse überall im Land.

Hühner- und Schweinefleisch, aber auch Büffelfleisch und Ziegenfleisch werden verarbeitet. Eine der Besonderheiten der einheimischen Küche liegt darin, dass auch die Innereien verarbeitet und gegessen werden. Fisch spielt nur direkt an der Küste eine übergeordnete Rolle.

Calceidra

Calceidra

Die Geschmacksrichtungen im Land reicht von mild gewürzt bis scharf. Ein typisches Landesgericht mit portugiesischen Wurzeln ist Caldeirada, eine Art Eintopf aus mehreren Fischsorten, Kartoffeln und verschiedenen Gewürzen.

Zum Nachtisch werden in erster Linie Früchte gereicht. Das beliebteste Getränk im Land ist Kaffee. Dieser ist meist von hoher Qualität und auch als Geschenk bzw. Mitbringsel durchaus geeignet.

Die Preise für ein Hauptgericht sind abhängig vom Restaurant. In den kleinen einheimischen Lokalen kann man noch recht günstig (für etwa 6 – 7 USD) eine Mahlzeit erhalten, wohingegen in den großen Restaurants, vor allem in den touristischen Regionen, die Preise für ein Gericht eher zwischen 15 und 30 US Dollar liegen.
Nachtschwärmer müssen zudem mit horrenden Kosten für Alkohol rechnen. Ein Bier etwa kostet um die 3,50 US Dollar oder mehr.

Verhaltensregeln

Osttimor ist ein stark religiös geprägtes Land. Staatsreligion ist das Christentum. Über 96% der Einheimischen sind katholisch. Es sollten einige grundsätzliche Regeln beachtet werden.

Jedes anstößige Verhalten in der Öffentlichkeit sollte vermieden werden. Dazu zählen insbesondere offensichtliche Liebesbekundungen. Auch homosexuelle Handlungen sind in der Öffentlichkeit zu unterlassen. Zwar ist Homosexualität nicht illegal, aufsehenerregendes Verhalten kann jedoch zu unangenehmen Situationen führen.

Weiterhin sollten Touristen stets auf ihre Kleidung achten. Oben ohne baden oder kurze Kleidung und Badelatschen abseits des Strandes sind arg verpönt. Wie überall in Asien sind lautstarkes Verhalten und Wutausbrüche in der Öffentlichkeit alles andere als gern gesehen. Ebenso sollte man sich mit öffentlich geäußerter Kritik stets zurückhalten.

Sprache und Verständigung

Die offiziellen Amtssprachen im Land sind Portugiesisch und Tetum. Daneben existieren weitere 15 Nationalsprachen, welche von den einheimischen Völkern und Stammesverbänden gesprochen werden.
Unter der Bevölkerung Timor-Lestes ist Tetum die am weitesten verbreitete Sprache. Rund 55% der Bevölkerung können Tetum sprechen, lesen und schreiben. Portugiesisch hingegen wird nur von einem Viertel der Bevölkerung genutzt.

Weiterhin kommen Englisch und Bahasa Indonesia als Arbeitssprachen zum Einsatz. Allerdings ist auch hier die Gewichtung ungleich verteilt. Während knapp 40% der Bevölkerung Bahasa Indonesia sprechen, beschränkt sich der Anteil an Englisch sprechenden Timoresen auf weniger als 10%. In der Hauptstadt Dili ist es möglich sich in weiten Teilen des Alltags mit Englisch verständlich zu machen. Insbesondere Angestellte und Dienstleister, die häufiger Kontakt zu Touristen haben, verfügen in der Regel über einen passablen Grundwortschatz. In den ländlichen und den touristisch unerschlossenen Regionen des Landes nimmt die Anzahl der englischsprachigen Bevölkerung drastisch ab. Während viele ältere Menschen noch Portugiesisch sprechen, verständigt sich mittlerweile ein Großteil der Jugend auf Bahasa Indonesia. Reisende, die über einen längeren Zeitraum im Land verweilen möchten und sich abseits der Touristikzentren bewegen, sollten in Betracht ziehen, ein Tetum-Wörterbuch oder Sprachführer für die Reise einzupacken.

Nachtleben und Party

Eine Partyszene, wie man sie in anderen Staaten Südostasiens findet, gibt es in Osttimor nicht. Außerhalb der Hauptstadt Dili ist ein Nachtleben praktisch nicht existent.
Besonders auffällig im Land war die Vielzahl an UN-Soldaten, die man in den meisten Bars und Kneipen antraf. Die anhaltende Präsenz der UN war auch einer der Gründe warum die Lebenshaltungskosten im Land verhältnismäßig hoch sind. Am 31. Dezember 2012 endete die Mission der UN, woraufhin, bis auf wenige Ausnahmen, die meisten Blauhelmsoldaten aus Timor-Leste abgezogen wurden. In der Regel wird man freundlicher bedient, sobald die Einheimischen feststellen, dass man als Tourist im Land ist. Clubs oder Diskotheken findet man in Timor-Leste nicht. Stattdessen spielt sich das Nachtleben vor allem in den Kneipen der Großstadt ab. Eine Ausnahme bildet Dili Beach und. Hier treffen sich an den Wochenenden häufig junge Leute.
Das Nachtleben in Dili ist nicht immer ganz ungefährlich. Neben der üblichen Kleinkriminalität gibt es Jugendbanden, die auch vor körperlicher Gewalt nicht zurückschrecken.

Reise- und Sicherheitshinweise

Es gibt zahlreiche Hinweise, die durch das Auswärtige Amt im Fall eine Reise nach Osttimor/ Timor-Leste zur Verfügung gestellt werden.

Allgemeine Sicherheitslage

Nachdem das Land über mehrere Jahrzehnte gewalttätigen Konflikten im Inneren und Äußeren ausgesetzt war, scheint sich die Lage seit dem Abzug der UN-Truppen zunehmend zu stabilisieren. Dennoch bleiben einige Krisenherde, die auch weiterhin ein gewisses Konfliktpotential in sich bergen. Das Auswärtige Amt warnt daher vor kurzfristigen Veränderungen der Sicherheitslage und weist darauf hin, dass Demonstrationen, politische Versammlungen und größere Menschenansammlungen stets gemieden werden sollten. Vor der Einreise wird gebeten sich bei der portugiesischen Botschaft in Dili nach der aktuellen Sicherheitslage zu erkundigen. Da die Bundesrepublik nicht mit einer eigenen Botschaft im Land vertreten ist, müssen sich Urlauber in Notfällen ebenfalls an die portugiesische Botschaft wenden.

Kriminalität

Besonders in der Hauptstadt Dili ist Vorsicht geboten. Diebstahl, Überfälle, Raub oder Einbruch werden des öfteren gemeldet. Vor allem nach Einbruch der Dunkelheit sollten Touristen wachsam sein. Reisende, die sich in einer entsprechende Situation wiederfinden, sollten ihre Wertsachen abzulegen ohne Widerstand zu leisten.
Darüber hinaus besteht im Land eine gewisse Gefahr durch rivalisierende Gangs, die auch vor Gewalt gegenüber Urlaubern nicht zurückschrecken.

Besondere strafrechtliche Bestimmungen

Reisende, bei denen Drogen gefunden werden, müssen mit empfindlichen Strafen rechnen. Der Handel, Besitz, Erwerb sowie die Ein- und Ausfuhr sind strengstens verboten. Bereits bei einem Besitz geringer Mengen illegaler Substanz kann eine lange Freiheitsstrafe die Folge sein. Auch der Transport von Gegenständen für Dritte ohne eigene Kenntnis des Inhalts kann fatale Konsequenzen haben.

Sexuelle Akte mit Minderjährigen stehen unter Strafe, unabhängig davon, ob in beidseitigem Einverständnis gehandelt wurde. Derartige Fälle werden sowohl von den lokalen Behörden, wie auch von der deutschen Justiz untersucht. Sonstige lokale Gesetze sind strikt einzuhalten, da die Haftbedingungen nicht mit denen in Europa zu vergleichen sind. Die Untersuchungshaft kann sich über Monate hinweg erstrecken, zudem sind Gerichtsverfahren sehr teuer. Auch die Verteidigung durch einen Anwalt ist häufig unzureichend.

Es sollte zudem berücksichtigt werden, dass Deutschland nicht mit einer eigenen Botschaft im Land vertreten ist, und somit keinen weiteren Einfluss auf ein eventuelles Verfahren nehmen kann.

Gesundheit

Das Auswärtige Amt empfiehlt Impfungen gemäß dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Institus.
Neben Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten sowie Hepatitis A und Hepatitis B kann auch eine Impfung gegen Japanische Enzephalitis (tritt insbesondere in ländlichen Gebieten auf) sinnvoll sein.

Malaria und Dengue-Fieber

In Timor-Leste treten saisonal sowohl Malaria wie auch Dengue-Fieber auf, mit einer Häufung während und nach der Regenzeit. Urlauber und Touristen sollten daher besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Neben dem immer notwendigen Schutz vor Mückenstichen kann auch eine Chemoprophylaxe (Einnahme von Tabletten) oder eine Notfallselbstbehandlung sinnvoll sein. Für die Malariaprophylaxe und die Selbstbehandlung sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente wie Malarone oder Riamet auf dem deutschen Markt erhältlich. Da die Malariaprophylaxe durchaus mit Risiken und Nebenwirkungen einhergehen kann, sollte diese unbedingt vor der Abreise mit einem kundigen Mediziner oder Arzt abgesprochen werden.
Die Beschwerden gleichen meist den gängigen Grippesymptomen und können auch noch mehrere Wochen nach dem eigentlichen Stich auftreten. Eine Erkrankung lässt sich daher nicht immer nicht direkt diagnostizieren, kann jedoch bei rechtzeitiger Behandlung zuverlässig und ohne bleibende Schäden geheilt werden.

Da sowohl Malaria, wie auch das Denguefieber durch Mücken übertragen werden, wird Urlaubern grundsätzlich empfohlen körperbedeckende, helle Kleidung zu tragen und gegebenenfalls (in den Grenzregionen und in den ländlichen Gegenden) unter einem Moskitonetz zu schlafen. Vor allem aber sollte stets darauf geachtet werden Insektenschutzmittel aufzutragen. Das gilt sowohl für den Tag, wie auch für die Abendstunden und die Nacht.

Wie in vielen anderen südostasiatischen Ländern treten auch in Brunei gelegentlich Durchfallerkrankungen auf. In diesem Zusammenhang wird insbesondere davon abgeraten rohes Fleisch zu essen sowie unbehandeltes Leitungswasser zu trinken.
Das Risiko von Durchfallerkrankungen und Cholera lässt sich jedoch durch das Befolgen einiger einfacher Grundregeln drastisch minimieren:

  • Niemals Leitungswasser trinken, sondern ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs
  • Zum Geschirrspülen und Zähneputzen sollten Urlauber stets Trinkwasser aus der Flasche nutzen
  • Nahrungsmittel sollten immer abgekocht oder selber geschält werden
  • Regelmäßig sollten die Hände mit Seife gewaschen und Einmalhandtücher verwendet werden. Auch der Gebrauch von Handdesinfektionsmittel kann situationsbedingt sinnvoll sein.

 

Japanischen Enzephalitis wird ähnlich wie das Dengue-Fieber durch nachtaktive Mücken übertragen und kann mitunter zum Tode führen. Da es keine wirksamen Medikamente gibt, sollten neben einem sorgfältigen Mückenschutz auch eine vorbeugende Schutzimpfung in Betracht gezogen werden.

Medizinische Versorgung

Eine ausreichende medizinische Versorgung ist im Land nicht gegeben. Das staatliche Krankenhaus in der Hauptstadt Dili verfügt nur über unzureichende Mittel und ist weit davon entfernt westlichen Standards zu genügen. Lediglich die portugiesische und die australische Botschaft verfügen über einen Arzt mit privatem Behandlungszimmer, in welchem ambulante Notfälle behandelt werden können.

Neben der medizinischen Versorgung ist auch die Versorgung mit Medikamenten im Land unzureichend. Eine individuell zusammengestellte Reiseapotheke sollte immer mitgenommen und den Temperaturen entsprechend gelagert werden. Für Touristen ist es darüber hinaus grundsätzlich ratsam über einen weltweit gültigen Krankenversicherungsschutz sowie eine zuverlässige Reiserückholversicherung zu verfügen, die im Notfall Rettungsmöglichkeiten nach Australien oder Singapur vorsieht.