Nordkorea Reisen, Reiseführer, Tourismus


HauptstadtPjöngjang
SprachenKoreanisch (Amtssprache)
StaatsformVolksrepublik
Fläche120.538 km²
Einwohner24 Millionen (~199 Einwohner pro km²)
WährungNordkoreanischer Won (KPW)
Telefon-Vorwahl+850
ZeitzoneUTC+9
NationalflaggeNordkorea Flagge

Nordkorea Flagge

Diktatur, Atombombentests, der Koreakrieg, Hungersnöte; denkt man an Nordkorea gehen einem sicherlich viele Dinge durch den Kopf, an einen Besuch des Landes im Norden der Koreanischen Halbinsel dürften dabei allerdings die Wenigsten denken.
Sicherlich verwundert es den einen oder anderen Urlauber, dass Nordkorea ausländischen Touristen überhaupt Zugang gewährt. Schließlich gibt es kaum ein Land auf unserer Erde, welches sich derart vom Rest der Welt abschirmt und isoliert.

Tatsächlich lässt sich eine Reise nach Nordkorea nicht mit einem Urlaub in irgendeinem anderen asiatischen Land vergleichen. Die Probleme beginnen bereits mit der Beschaffung eines Visums. Dieses kann ausschließlich beantragt werden kann, sofern man zuvor eine organisierte Reise von einem zugelassenen Reiseanbieter gebucht hat.

Nordkorea Armee

Die Nordkoreanische Armee, Stolz des Landes.

Im Land selber hat man keine Möglichkeiten unabhängig von der Gruppe bzw. der Reiseleitung zu agieren. Selbst sogenannte Angebote für Individualreisende sehen die permanente Begleitung durch zwei „Reiseleiter“ vor.

Vieles spricht gegen eine Reise nach Nordkorea. Die permanente Überwachung, die stark eingeschränkte Bewegungsfreiheit oder auch das ständige Verbeugen vor den Statuen und Monumenten der Führer des Landes; wer seinen Urlaub in Nordkorea verbringen möchte, der sollte sich bereits im Vorfeld damit auseinandersetzen was ihn erwartet.

Nur wenn Sie tatsächlich daran interessiert sind ein Land kennenzulernen, welches man ausschließlich aus den Nachrichten kennt und welches sich vom Rest der Welt isoliert hat, nur wenn Sie wissen möchten was es für ein Gefühl ist, zumindest als passiver Betrachter, ein derart totalitäres Regime zu erleben und nur wenn Sie sich mit den zahlreichen Einschränkungen und der permanenten Propaganda arrangieren können, dann mag eine Reise in den nördliche Teil der koreanischen Halbinsel das Richtige sein. In jeden Fall wird dieser Urlaub ein für Sie unvergessliches Erlebnis bleiben.

Kritik am Regime hat bei einer Reise nach Nordkorea übrigens keinen Platz. Wer glaubt als Tourist im Land etwas verändern zu können irrt sich und bringt sowohl sich selbst, wie auch die Reiseleitung (und unter Umständen auch die Gruppe) in Gefahr.

Mit einer Fläche von rund 120 000 km² ist das Land nur etwa ein Drittel so groß wie die Bundesrepublik und entsprechend geringer bevölkert. Die Hauptstadt Pjöngjang liegt rund 160 Kilometer nördlich der Grenze zu Südkorea und ist mit etwa 2,6 Millionen Einwohner die größte Stadt im Land. Als aktueller Regierungschefs hat Kim Jong-un, der Sohn des ehemaligen Präsidenten Kim Yong-il, momentan die Herrschaft über die Volksrepublik inne.

Städte und Sehenswürdigkeiten

Pjöngjang

Pjöngjang

Blick auf Pjöngjang und das Ryugyong Hotel.

Die Hauptstadt Nordkoreas ist mit ihren rund 3,2 Millionen Einwohnern Ausgangspunkt jeder Koreareise. In der Stadt gibt es eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten und Museen, deren Besuch für gewöhnlich von der Reiseleitung in den Ablauf mit eingebunden wird. Darunter finden sich zahlreiche Propagandastätten wie etwa das Mansudae Großmonument oder der 60 m hoher Triumphbogen, der 1982 zum 70. Geburtstag von Kim Il-Sung eingeweiht wurde. Ein wahrer Augenöffner ist das Ryogyong Hotel, das nach mehr als 26 Jahren Bauzeit noch immer nicht komplett vollendet wurde. Aktivitäts- und Einkaufsmöglichkeiten gibt es nur an den von der Reiseleitung vorgesehenen Standorten.

Myohyang Gebirge

Myohyang Gebirge

Myohyang Gebirge

Die meisten Ablaufpläne sehen eine Reise in das etwa 170 km von Pjöngjang entfernten Myohyang Gebirge vor. In der Regel sieht ein Ausflug in das Gebirge eine kleine Wanderung durch die landschaftlich beeindruckende Region vor, häufig gefolgt von einem Besuch der internationalen Freundschaftsausstellung. Tief in den Berg gehauen finden sich hier Ausstellungshallen in denen Geschenke von ausländischen Staatsmännern präsentiert werden. Vor dem Betreten der Ausstellungen müssen Kameras und Fotoapparate abgegeben werden.
Meistens folgt danach die Besichtigung des buddhistischen Pohyon Tempels und die anschließende Rückreise nach Pjöngjang.

Hamhung

In der zweitgrößten Stadtnordkoreas leben knapp 560 000 Menschen. Während des Koreakrieges wurde Hamhung komplett zerstört, später allerdings wieder aufgebaut. Eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Grand Theatre, welches für gewöhnlich bei einer gebuchten Reise angesteuert wird. Weiterer Ausflugsziele sind die alte Stadtmauer und der Tonghung-Hügel. Touristen übernachten für gewöhnlich im Majon Beach Resort. Der angrenzende Strand ist als Erholungszone eingeteilt und bietet die Möglichkeit schwimmen zu gehen.

Kaesong

Kaesong Industrial Complex

Kaesong Industrial Complex

Die Stadt mit knapp 340 000 Einwohnern liegt im Südwesten des Landes, nicht weit entfernt vom 38. Breitengrad. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts war Kaesong die Hauptstadt des ehemaligen Königreichs Goryeo. Die Stadt bietet eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, dazu zählt das Grabmal des Königs Wang Geon sowie verschiedene historische Tempel und Museen. Einer der ersten Anlaufpunkte ist für gewöhnlich der Berg Chanam, den eine enorme bronzene Statue des ehemaligen Herrschers Kim Il-Sung schmückt. Für gewöhnlich wird von hier aus die Reise fortgesetzt in das 12 km südlich gelegene Panmunjeon.

Nahe der Stadt befindet sich auch die Industrieregion Kaesong.

Panmunjeon

Panmunjeon

Panmunjeon in der DMZ

Panmunjeon ist eine Siedlung in der demilitarisierten Zone, der DMZ am 38. Breitengrad. Für gewöhnlich gibt es einen Spaziergang entlang der etwa 8 Meter hohen und 15 Meter breiten Mauer sowie ein Besuch der alten Königsgräber und des historischen Museums.
Außer von den üblichen Reiseleitern wird die Gruppe bei einem Besuch der DMZ von zusätzlichem Militärpersonal begleitet. Ein Ausflug nach Panmunjeon ist die einzige Möglichkeit die demilitarisierte Zone zu besichtigen.

Nampo

Die Hafenstadt ist mit ihren rund 450.000 Einwohner die drittgrößte Stadt in Nordkorea. Bedeutendste Sehenswürdigkeit der Stadt ist der Westmeerstaudamm, eine rund 15 km lange Mauer mit drei großen Schleusen. In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem ein Badestrand. Einige Reiseagenturen bieten auch einen Ausflug zum in der Nähe gelegenen Taesong See an. Zudem befinden sich in der Stadt einige Mausoleen und Grabstätten, deren Besuch des Öfteren in das Programm mit eingebunden wird.

Mount Kuwol

Mount Kuwol

Mount Kuwol

Der Berg Kuwol ist ein beliebtes Ausflugsziel im Südwesten des Landes. Während des Besuchs werden für gewöhnlich auch der Woljong Tempel sowie einige historische Grabstätten besucht. Umgeben ist der Berg von einer wunderschönen Naturkulisse und zahlreichen natürlichen Attraktionen wie Wasserfällen, beeindruckenden Felsformationen und heißen Quellen.

Wonsan

Wonsan North Korea

Wonsan

Die Hafenstadt an der Ostküste des Landes ist mit ihren knapp 330.000 Einwohner einer der zentralen Verkehrsknoten des Landes sowie ein wichtiges Kulturzentrum. Bekannt ist die Stadt an der Ostküste jedoch vor allem für seinen Badestrand, der bei Einheimischen wie auch bei Touristen recht beliebt ist. Zudem besteht die Möglichkeit in der Stadt Freizeitaktivitäten wahrzunehmen oder den botanischen Garten zu besuchen. Knapp 40 km von der Stadt entfernt befindet sich der Tonjong-See, der ebenfalls als Badesee genutzt wird.

Region Kumgangsan

Kumgangsan

Kumgangsan

Die Bergregion innerhalb des Taebaek-Gebirges ist seit 2002 das beliebteste Touristengebiet im Land und verfügt über eine dementsprechend ausgebaute Infrastruktur. Kumgangsan zählt zu den landschaftlich schönsten Gebieten in Nordkorea und verfügt über zahlreiche Attraktionen. Neben vielen Restaurants und einem riesiges Badehaus gibt es eine enorme Veranstaltungshalle, in welcher der Staatszirkus in gewohnter Routine imposante Auftritte für Touristen und die Elite aufführt.

Wo so viel touristisches Leben stattfindet, dürfen die berühmten Souverniershops natürlich nicht fehlen.
Wer von dem künstlich geschaffenen Ambiente ein wenig Abstand nehmen möchte, der sollte, soweit die Reiseleitung dies eingeplant hat oder gestattet, die natürliche Schönheit der Region genießen.

Sariwon

Südlich von Pjöngjang liegt Sariwon. Die Stadt ist eine Vorzeigestätte für den ehemals feudalen Lebensstil und bietet zahlreiche kulturhistorisch bedeutende Sehenswürdigkeiten und Attraktionen. Einige Reiseveranstalter haben die Stadt mittlerweile in ihr Programm aufgenommen.

Geschichte

Bereits 1910 annektierte Japan die Halbinsel Korea. Unter dem Namen Chosen wurde das Land zu einer japanischen Provinz. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Korea von den Siegermächten in zwei Besatzungszonen entlang des 38. Breitengrades aufgeteilt. Während der südliche Teil der Halbinsel von den US Streitkräften besetzt wurde, fiel der Norden des Landes unter die Kontrolle der Roten Armee bzw. der Sowjetunion, welche ein gehobenes Interesse daran hegte, in Korea eine ihr wohlgesonnene Regierung einzusetzen, da die Führung in Moskau ausartende Spannungen zwischen Russland und Japan befürchtete.

Die Demokratische Volksrepublik Korea entsteht

Die zunächst angestrebte Vereinigung der beiden Besatzungszonen unter einer vereinten koreanischen Regierung konnte nicht erreicht werden. Zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wollte die Generalversammlung der Vereinten Nationen in dem getrennten Land freie Wahlen durchführen lassen, was allerdings von der Sowjetunion abgelehnt wurde. Bereits Ende 1945 wurde im Norden der Halbinsel eine Sektion der gesamtkoreanischen Kommunistischen Partie etabliert. Im Frühjahr des Jahres 1946 ging aus der nordkoreanische Sektion der KP die Kommunistische Partie Nordkoreas hervor, welche sich nur kurze Zeit später mit der Neuen Volkspartei zur Partei der Arbeit Nordkoreas zusammenschloss. Im selben Jahr begann die Verstaatlichung der Industrie. Ein Jahr später wurde in einer (auf Nordkorea begrenzten) Wahl die erste Regierung unter der Führung Kim Il-sungs eingeführt. Nach der Absegnung der Verfassung durch Stalin, wurde im August 1948 die Demokratische Volksrepublik Korea ausgerufen. Nur wenige Tage zuvor hatte auch der Süden des Landes einen eigenständigen Staat ausgerufen, dessen Regierung sich, ähnlich wie der kommunistische Norden des Landes, als rechtmäßige Führung der Halbinsel sah.

Koreakrieg

Koreakrieg

Koreakrieg

Die Lage zwischen Nord- und Südkorea verschärfte sich in den folgenden Monaten zusehends. Die Spannungen entluden sich am 25. Juni 1950, als Truppen der Nordkoreanischen Volksarmee die Grenze überschritten und damit den Koreakrieg einleiteten. Die wenigen verbliebenen US Truppen wurden von der Armee des Nordens, welche sich Dank der Unterstützung Chinas und der Sowjetunion besser und schneller entwickelte als die Armee im Süden des Landes, innerhalb weniger Monate beinahe vollständig aufgerieben. Erst Mitte September konnte die Südarmee durch die Unterstützung von UN Truppen, insbesondere durch die Hilfe amerikanischer Soldaten, die Volksarmee Nordkoreas bis an die chinesische Grenze zurückdrängen. Jetzt griff auch China in den Konflikt ein. Gemeinsam mit den Truppen des Nordens drängte das Reich der Mitte die UN Truppen bis südlich des 38. Breitengrades zurück, wo die Front erstarrte. Der anschließend vereinbarte Waffenstillstand wurde von allen Konfliktparteien mit Ausnahme Südkoreas unterzeichnet. Stattdessen richtete das Land entlang des 38. Grad eine entmilitarisierte Zone ein, die noch heute Bestand hat und zugleich die Grenze zwischen den beiden Staaten bildet.

Isolation

In den Folgejahren schottete Nordkorea sich zunehmend vom Süden, aber auch von China und Russland ab. Kim Il-Sung hatte mittlerweile die alleinige Herrschaft im Land inne. Ansätze einer Opposition wurden im Keim erstickt. In den 1960er Jahren war Kim Il-Sung bereits als großer Führer bekannt. Zudem begann sich das Land mehr und mehr in die Isolation zu bewegen. Die neue Verfassung des Landes aus dem Jahr 1972, erlaubte es schließlich Kim Il-Sung zum Präsidenten zu erheben. Der Kult um den großen Führer und seine Familie wuchs unterdessen beständig an. 1994 starb der große Führer und sein Sohn Kim Jong-Il übernahm die Leitung des Staates.

Kim Jong-un

Kim Jong-un

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion behielt das Land seine Linie weiterhin bei. Der Außenhandel kam indes größtenteils zum Erliegen. Die bereits knappe Nahrungsmittelproduktion brach weiter ein. In der Folge kam es zu schlimmen Hungersnöten. Bis heute hat die Bevölkerung im Land unter der permanenten Nahrungsmittelknappeit zu leiden. Nach dem Tod Kim Jong-Ils übernahm dessen Sohn Kim Jong-Un die Führung. Im Frühjahr 2013 verstärkten sich erneut die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea. Momentan gilt die Lage wieder als stabil.

Individualtourismus

Individualreisen, wie man sie in andern Ländern Asiens vornehmen kann, sind in Nordkorea nicht möglich. Man kann ausschließlich organisierte Reisen durch einen Anbieter wahrnehmen, die grundsätzlich mit einer Reisebegleitung angeboten werden. In der Regel handelt es sich hierbei um Gruppenreisen mit einem vorgefertigten Programm, von dem nicht individuell abgewichen werden kann.

Zwar werben einige Unternehmen mit Individualreisen, dies bedeutet allerdings keinesfalls, dass man sich frei im Land bewegen kann. Ebenso wie die Gruppenangebote sind diese Reisemöglichkeiten von den Anbietern strikt durchgeplant. Grundsätzlich wird man auch hier von zwei Reiseleitern begleitet, welche eigenständige Unternehmungen unterbinden. Ohne eine vorher gebuchte Reise, ist es nicht möglich überhaupt ein Visum zu beantragen.

Visum

Spielt man mit dem Gedanken, das Land im Norden der Koreanischen Halbinseln zu besuchen, müssen bereits im Vorfeld einige entscheidende Dinge geklärt werden. Nordkorea ist kein gewöhnliches Reiseland. Bereits bei der Beantragung eines Visums zeichnet sich ab warum das so ist. Anders als in vielen der übrigen Länder Asiens ist es nicht ohne weiteres möglich bei der entsprechenden Botschaft ein Visum zu beantragen.

Um überhaupt den Antrag stellen zu können, muss zunächst die Buchung einer touristischen Reise nachgewiesen werden, zu der auch immer eine Reiseleitung bzw. Reisebegleiter gehören, welche eine überwachende Funktion einnehmen. Sofern eine Solche Reise gebucht wurde, übernimmt in der Regel das jeweilige Reisebüro, die Beantragung des Visums. Für gewöhnlich beträgt die Bearbeitungsdauer mindestens 4 Wochen. Neben dem eigentlichen Visaformular, wird ihr Reiseveranstalter vermutlich ein aktuelles Passbild (nicht älter als 6 Monaten) sowie eine Kopie des Reisepasses und evtl. eine Arbeits- bzw. Renten- oder Studienbescheinigung von Ihnen verlangen. Die Kosten für ein Visum werden normalerweise vom Reiseveranstalter übernommen. Unter Umständen erhält man vor der Vergabe des Visum eine Einladung der nordkoreanischen Botschaft zu einem Gespräch. Trotz der etwas komplizierten Einreisebestimmungen erhalten in der Regel die meisten Antragsteller ihr Visum. Ausnahmen bestehen für Journalisten und Soldaten.

Visafreiheit für China auf der Durchreise

Die Beschaffung des Visums für die Demokratische Volksrepublik Korea ist jedoch nur die erste Hürde bei der Einreise ins Land. Da die Einreise nach Nordkorea ausschließlich über China möglich ist (mehr dazu unter dem Punkt „Anreise“), benötigen Urlauber in einigen Fällen (abhängig von der Verweildauer in China) ebenfalls ein Visum. Im Gegensatz zum Visum für Nordkorea, müssen sich Touristen um diese Einreisegenehmigung allerdings eigenständig bemühen.

Bei einem Flughafentransit von bis zu 24 Stunden benötigen Urlauber keine Genehmigung, allerdings darf der Flughafen dann nicht verlassen werden. Zudem können sich deutsche Staatsangehörige seit Anfang 2013 bis zu 72 Stunden visafrei in Peking, Shanghai, Guangzhou oder Chengdu aufhalten, sofern der Urlauber im Besitz eines Weiterflugtickets (Weiterflug innerhalb der nächsten 72 Stunden) für ein Drittland ist und, falls für das entsprechende Land eine Visumspflicht besteht, ein derartiges Visum nachweisen kann.

Außerdem gilt der visafreie Aufenthaltin China nur bei einer Einreise über einen der Internationalen Flughäfen in den jeweiligen Verwaltungsgebieten. Die entsprechenden Verwaltungsgebiete dürfen darüber hinaus nicht verlassen werden. Sollten Sie aufgrund höherer Gewalt dennoch dazu gezwungen werden das entsprechende Gebiet zu verlassen, sind Sie verpflichtet beim Amt für Öffentliche Sicherheit ein Visum zu beantragen.
Reisende, die sich länger als 24 Stunden in einem der Verwaltungsgebiete aufhalten sind trotz der 72-stündigen Visafreiheit dazu verpflichtet, sich bei der nächstgelegenen Polizeistation registrieren zu lassen. Sofern Sie sich für die Zeit in einem Hotel einmieten, übernimmt dieses in der Regel die Registrierung.

Viele Veranstalter starten ihre Reise von Peking aus. Sollten Sie nicht an einem der Flughäfen eintreffen, die Ihnen die 72-stündige Visafreiheit einräumen, benötigen Sie ein Visum, welches für gewöhnlich direkt bei einer Vertretung der Volksrepublik in Deutschland bzw. bei einem „Chinese Visa Application Service Center“ in Berlin, Frankfurt, Hamburg oder München beantragt werden kann. Gleiches gilt sofern Sie länger als 24 Stunden in einem Flughafen verweilen, der keine 72-stündige Genehmigung erteilt bzw. diesen Flughafen verlassen müssen.
Das „Chinese Visa Application Service Center“ bietet u.a. die Möglichkeit den Antrag für das Visum per Post zu übermitteln. In der Chinesischen Botschaft in Berlin muss der Antrag hingegen persönlich abgegeben werden. Zudem wird ein Passfoto und der Reisepass benötigt. Da es eine Reihe verschiedener Visa gibt, sollten Urlauber darauf achten, dass sie ein Touristenvisum beantragen. Zudem benötigen Reisende, die von China aus nach Nordkorea weiterfliegen, eine Visum zur zweimaligen Einreise, für den Hin- und Rückweg. Die Kosten für ein Visum, welches zur zweimaligen Einreise berechtigt, belaufen sich auf 45 Euro.

  • Die Botschaft der Volksrepublik China in Berlin ist allerdings nur für die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin zuständig.
  • Für Reisende aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist das Chinesische Generalkonsulat in Frankfurt verantwortlich.
  • Urlauber aus den Bundesländern Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Hamburg wenden sich bitte an das Chinesische Generalkonsulat in Hamburg.
  • Reisende aus Bayern können ein Visum beim Chinesische Generalkonsulat in München beantragen.

Sowohl für die Reise in die Volksrepublik China wie auch für die anschließende Weiterreise nach Nordkorea benötigen Urlauber neben dem Visum ebenfalls einen Reisepass. Bei der Einreise nach China reicht auch ein vorläufiger Reisepass.

Wetter und Klima

Das Wetter in Nordkorea erinnert stark an die Verhältnisse in Europa. Durch das Kontinentalklima gibt es im Land vier ausgeprägte Jahreszeiten, unterteilt in Sommer, Winter, Frühjahr und Herbst. In den späten Frühlingsmonaten kommt es häufig zu Dürren, wohingegen die Monate von Juni und August in der Regel feucht und heiß sind, mit erheblichen Niederschlägen. Im Zeitraum von Dezember bis Februar herrscht dann eine trockene und kalte Luft vor. Der Frühling ist normalerweise recht mild und beginnt meistens Ende März.

Die Temperaturen steigen im Verlauf des Jahres an, ebenso wie die Niederschläge. Der Sommeranfang ist zugleich auch der Beginn der Regenzeit. In den Monaten von Juni bis August findet man daher nicht nur die höchsten Temperaturen (mit Spitzenwerten von knapp 30° C im Juli und August), sondern auch die ausgiebigsten Niederschlagsmengen (vor allem im Juli und August) . Zudem können, wie in Südkorea auch, bis in den Spätsommer hinein tropische Wirbelstürme für Unruhe sorgen.

Im November beginnt in Nordkorea die kalte Jahreszeit. Die Temperaturen fallen dann erstmalig seit März auf unter 10°C. Während der Wintermonate, insbesondere zwischen Dezember und Februar, kann die Temperatur in Pjöngjang tagsüber auf bis zu -5° C absinken, nachts sogar auf bis zu -13°C. Das Klima ist zu dieser Zeit vorwiegend kalt und trocken. Die Temperaturunterschiede nehmen von Süden nach Norden zu. Ab März steigen die Temperaturen schließlich wieder auf eine Temperatur von durchschnittlich 8°C.

Die beste Reisezeit für einen Besuch in Nordkorea sind die Wochen zwischen Anfang September und Ende Oktober. Zu dieser Zeit herrscht ein angenehmes Klima, das auch für westliche Touristen sehr verträglich ist. Die geringere Luftfeuchtigkeit und die angenehmen Temperaturen sowie das in den späteren Monaten stark gefärbte Herbstlaub, welches gemeinhin als Touristenattraktion gilt, locken jedes Jahr zahlreiche Besucher ins Land. Ähnlich populär sind die Frühlingsmonate von Ende März bis Ende Mai. Neben dem angenehmen Klima, beschert auch in Nordkorea die Kirschblüte dem Land in dieser Zeit viele Touristen.

Währung und Geld

Die nationale Währung ist der nordkoreanische Won. Urlauber werden diese einheimischen Geldscheine allerdings nie in den eigenen Händen halten. Alle Ausgaben, die Urlauber vornehmen, müssen in Euro, US Dollar, dem chinesischen Yuan oder dem japanischen Yen bar bezahlt werden.

Es besteht keine Möglichkeit im Land Bargeld abzuheben oder mit der Kreditkarte zu zahlen. Geldautomaten bzw. ATMs gibt es im Land nicht. Es muss also bereits im Vorfeld für die gesamte Reise der passende Betrag an Bargeld mit eingeführt werden. Häufigste Währungsmittel ist noch vor dem US Dollar der Euro.

Einkaufen in Nordkorea

Touristen im Land werden allerdings kaum die Möglichkeit finden einkaufen zu gehen. Große Kaufhäuser, Boutiquen oder riesige Elektronikgeschäfte wie im Süden der Koreanischen Halbinseln gibt es so im Land nicht. Normale Geschäfte, in denen auch die einheimische Bevölkerung einkauft, sind für Touristen in der Regel nicht zugänglich. Stattdessen werden die Reiseleiter Sie bzw. Ihre Gruppe in spezielle Touristenshops führen, welche wiederum für die einheimische Bevölkerung nicht zugänglich sind. Auf diese Weise stellt die Regierung in Pjöngjang sicher, dass ausländische Reisende nicht zu viel von der eigentlichen Lebensart der Bevölkerung, welche immer wieder von Nahrungsmittelknappheit und Hungersnöten geplagt ist, mitbekommen.

Die Touristenshops dienen in erster Linie dem Zweck kleine Mitbringsel oder Souvenirs zu kaufen. Andere Möglichkeiten Gegenstände käuflich zu erwerben gibt es im Land kaum. Eigentlich wird alles (jeder Besuch eines Geschäfts, jeder Eintritt zu einer Sehenswürdigkeit und auch jeder Besuchen in einem Restaurant) bereits im Vorfeld von der Reiseleitung organisiert.

Unterkunft

Yanggakdo International Hotel

Yanggakdo International Hotel in Pjöngjang.

Auch in Bezug auf Hotel und Unterkünfte haben Touristen nur ein sehr geringes Mitspracherecht. In der Regel werden die Übernachtungen durch die Reiseagentur bzw. die Reiseleitung organisiert. Einen Großteil der Nächte verbringen Urlauber in der Hauptstadt Pjöngjang. Hier sind es insbesondere das Yanggakdo International Hotel oder das Pyongyang Koryo Hotel, in dem Touristen bevorzugt untergebracht werden. Bei beiden Unterkünften handelt es sich um Vier-Sterne-Hotels, mit einer gehobenen Ausstattung. Das Yanggakdo International Hotel hat 47 Etagen und über 1000 Zimmer sowie vier verschiedene Restaurants und einen Tee-Shop. Zu den Freizeitangeboten zählt ein Golfplatz, eine Bowlingbahn, ein Schönheits- und Massagesalon, ein Casino, Karaoke, Billard sowie ein Hallenbad und eine Sauna. Außerdem gibt es im Hotel eine Buchhandlung, ein Postamt und mehrere Konferenzräume sowie einen Frisörsalon.

Das Pyongyang Koryo Hotel hat eine ähnliche Ausstattungen allerdings gibt es keinen Golfplatzes, dafür jedoch ein Kino. Weiterhin hat das Hotel fünf Restaurants sowie eine Mini-Bar und einen Fernseher auf jedem Zimmer. Gleiches gilt auch für das Yanggakdo International Hotel. Zudem bieten beide Unterkünfte den Service an, vom Zimmer aus internationale Telefongespräche zu führen. Urlauber müssen sich jedoch darauf einstellen, dass diese Gespräche mitgehört werden. Auch in anderen Städten wird man grundsätzlich in Drei- oder Vier-Sterne-Hotels untergebracht. Teilweise ist es möglich sich auf dem Gelände des Hotels eigenständig, d.h. ohne weitere Begleitung durch einen Reiseleiter, zu bewegen.

Anreise

Die Anreise nach Nordkorea bzw. Pjöngjang ist nicht ganz unkompliziert. Da die meisten Reiseanbieter ihren Startpunkt für gewöhnlich in Peking setzen, müssen Urlauber zunächst einmal in die chinesische Hauptstadt reisen.

Anreise mit dem Flugzeug

Die Anreise nach Peking gestaltet sich für gewöhnlich problemlos. Mehrere Fluggesellschaften bieten Direktflüge von Deutschland in die chinesische Hauptstadt an. Air China und Lufthansa bieten zwei bis dreimal pro Woche Direktflüge von Frankfurt und München aus an. Die Fluggesellschaft Hainan fliegt dreimal pro Woche von Berlin nach Peking. Tickets für einen Direktflug sind erhältlich ab etwa 550 Euro, die Flugzeit beträgt knapp zehn Stunden. Bitte denken Sie daran bei der Einreise nach China die dortigen Einreisebestimmungen und Zollvorschriften zu beachten.

Nach ihrer Ankunft in Peking übernimmt für gewöhnlich die Reiseagentur die weitere Organisation. Ein Großteil der Anbieter fliegt anschließend mit der staatlichen nordkoreanischen Fluggesellschaft Air Koryo von Peking nach Pjöngjang. Neben Air Koryo bietet auch die chinesische Fluggesellschaft Air China regelmäßig Flüge nach Pjöngjang an. Sofern Sie mit Air Koryo fliegen kann es passieren, dass sie ein Exemplar der Pyongyang Times erhalten, welche außerhalb Nordkoreas nur sehr schwer zu beschaffen ist. Das Besondere daran ist allerdings eher die Aufforderung, die Zeitung nicht zu knicken oder sonstwie zu beschädigen, da andernfalls eventuell erhaltene Bilder der großen Führer Kim Jong -Il, Kim Jong-Sung oder Kim Jong-Un beschädigt werden könnten.

Da die durch eine Agentur organisierten Reisen immer einen sehr rigiden Ablaufplan haben, müssen sich Urlauber für gewöhnlich um nichts weiter kümmern. Am Flughafen in der nordkoreanischen Hauptstadt wird in der Regel ein Minibus für die Besucher bereit stehen, der diese ins Hotel bringt. Eine eigenständige Organisation der Reise ist ab hier nicht nur unnötig sondern unmöglich.

Anreise mit dem Zug

Neben der Möglichkeit mit dem Flugzeug von Peking nach Pjöngjang zu gelangen, besteht außerdem die Option die Strecke mit dem Zug zurückzulegen. Obwohl diese Variante sehr viel zeitaufwendiger ist, greifen einige Reiseanbieter darauf zurück, da somit die Möglichkeit besteht einen genaueren Blick auf die Landschaft der Region werfen zu können. Allerdings beträgt die Reisedauer für die 800 km lange Strecke in der Regel rund 24 Stunden, da auf jeder Seite der Grenze ein Aufenthalt von drei Stunden mit eingeplant ist.

Fortbewegung im Land

Nordkorea Karte

Nordkorea Karte

Zwar verfügt Nordkorea über ein Netz öffentlicher Verkehrsmittel, Reisende werden im Land jedoch nicht die Möglichkeit haben diese zu nutzen. Sämtliche Fahrten und Ausflüge werden durch die Reiseleitung organisiert. Selbstständiges reisen ohne eine Begleitung ist in Nordkorea nicht möglich.

Zwar verfügt das Land über einen Schienennetz, Urlauber werden sich jedoch in der Regel mit Minibussen fortbewegen, die der Reisegruppe vorbehalten sind. Die Busse bewegen sich meist auf den riesigen Autobahnen, die vor allem auf die Bedürfnisse des Militärs ausgerichtet sind. Da es im Land nur eine sehr geringe Verbreitung von PKWs gibt, sind die Straßen in der Regel sehr Leer. Die meisten Autobahnen sind in einem passablen Zustand, in einigen Regionen bewegen sich die Busse allerdings auch auf unbefestigten Landstraßen.

Handy, Smartphone, Internet

Die Nutzung des Internets ist in Nordkorea stark beschränkt. Es gibt nur wenige Seiten, die besucht werden können und die meistens Behörden und Ministerien miteinander verbinden sowie angepasste Nachrichten verbreiten. Dieses abgeschlossene Intranet ist für Touristen allerdings nicht zugänglich.

Im März 2013 gab es eine kurze Phase, die es Urlaubern ermöglichte mit ihren Smartphone via UMTS das mobile Internet zu nutzen. Diese Rechte wurden allerdings nach nur wenigen Wochen wieder eingeschränkt. Es besteht allerdings die Möglichkeit weiterhin eine Sim-Karte des nationalen Anbieters Koryolink zu erwerben und für Telefonate ins Ausland zu nutzen. Noch bis zu Beginn des Jahres 2013 waren Touristen verpflichtet ihr mitgebrachtes Mobiltelefon bei der Einreise abzugeben.

Ansonsten haben Reisende die Möglichkeit vom Hotel aus Telefonate ins Ausland zu führen. Die Kosten hierfür sind allerdings erheblich und belaufen sich auf rund 2,00 € pro Minute. Zudem muss man damit rechnen, dass die Telefonate überwacht und mitgehört werden.

Essen und Ernährung

Vor allem nach dem Zusammenbruch des Ostblocks kam es im Land zu einer verknappten Ernährungslage. Während der 1990er Jahre starben mehrere tausend Menschen an einer schweren Hungersnot. Während es keine offiziellen Angaben zu den Todesopfern gibt, gehen Studien davon aus dass zwischen 600 000 und einer Million Nordkoreaner ihr Leben lassen mussten. Bis heute ist die Ernährungslage im Land kritisch. Noch immer leidet einen Großteil der Bevölkerung Hunger, da die Landwirtschaft im Gegensatz zur militärischen Schwerindustrie erheblich benachteiligt wird. Touristen sollen von dieser Situation natürlich nichts bemerken. Die Entscheidung wie und wo gegessen wird fällt der Reiseleitung zu.

Trotz ihrer gegenseitigen Ablehnung verbindet in Nord- und Südkorea zumindest ihre Cuisine, welche sich in vielen Teilen stark ähnelt. Die koreanische Küche wird zwar im allgemeinen durch die umliegenden Länder beeinflusst, hat jedoch gegenüber Japan oder China prägnante Alleinstellungsmerkmale. Vor allem Suppen spielen in Nordkorea, wie auch im Süden, eine weitaus größere Rolle als in anderen ostasiatischen Ländern. Der wichtigste Bestandteil einer normalen Mahlzeit ist jedoch auch hier Reis.

Zutaten in nordkoreanischen Mahlzeiten

Nordkoreanische Küche

Nordkoreanische Küche

Typische Zutaten der koreanischen Küche sind neben Knoblauch, Peperoni, Ingwer, Reiswein u.a. Fischsauce, Sojasauce, Sesamöl und Seetang.
Häufig verwendet werden ausserdem Meeresfrüchte jeglicher Art, aber auch Fleisch kommt in der modernen koreanischen Küche immer öfter zum Einsatz. Insbesondere Rind- und Schweinefleisch erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Für den westlichen Geschmack sind viele der koreanischen Gerichte sehr scharf. Insbesonders das Nationalgericht Kimchi, meistens scharf eingelegter Chinakohl, der mit Chili, Knoblauch und Fischsauce verfeinert, und sowohl in Südkorea wie auch in Nordkorea serviert wird, sorgt bei europäischen Besuchern des Öfteren für rote Köpfe und Atemnot.

Weitere traditionelle Gerichte neben Kimchi sind Bulgogi, marinierte Rindfleischstreifen, die schonend in der Pfanne gegart werden sowie Samgyeopsal, geschnittene Schweinebauchscheiben, die in der Pfanne gegrillt werden oder aber Haemultang, ein Eintopf aus Meeresfrüchten und Fisch in Kombination mit verschiedenen Gemüsesorten. Zu den Mahlzeiten wird in Südkorea traditionell neben Wasser auch Tee getrunken.

Verhaltensregeln

Nordkorea Personenkult

Personenkult in Nordkorea

Wer sich für eine Reise nach Nordkorea entscheidet, sollte sich bereits im Vorfeld mit einigen Verhaltensregeln vertraut machen, die insbesondere den herrschenden Personenkult betreffen.

Auf gar keinen Fall sollten Sie Kritik am Regime oder allgemeine Kritik am Land üben. Dies sollten Sie auch in abgeschlossen Hotelzimmer vermeiden, da durchaus die Möglichkeit besteht, dass Ihre Gespräche mitgehört werden.

Besuch von Dekmälern und Statuen in Nordkorea

Bei einem Besuch einer der zahlreichen Statuen oder Denkmäler der Herrscherfamilie, wird man Ihnen anbieten Blumen niederzulegen, selbst wenn sie darauf verzichten, ist es ein absolutes Muss, sich vor den Statuen der großen Führer zu verbeugen. Ebenso wird es nicht gern gesehen, wenn Gäste vor einer der monumentalen Statuen ihre Hände in den Hosentaschen haben.

Beim Besuch einer Gedenkstätte wird von allen Teilnehmern ein gepflegtes Auftreten erwartet. Für Männer bedeutet das langen Hosen, Hemd und in besonderen Fällen auch eine Krawatte. Frauen sollten nicht zu offenherzig sein. Eventuell kann es passieren, dass vor dem Besuch der Gedenkstätte die Reiseleiter Sie auf ihren Kleidung hinweisen, sofern diese nicht als passend empfunden wird. Ebenso sollten Besucher in den verschiedenen Kultstätten nicht trinken oder essen sowie Kaugummi kauen oder gar rauchen. Wie überall auf der Welt gilt auch in Nordkorea, das lautstarkes und aggressives Verhalten äußerst verpönt sind, und nicht nur Sie, sondern auch ihre Reiseleiter in Verlegenheit und Bedrängnis bringen kann.

Fotografieren in Nordkorea

Ein weiteres relevantes und ebenso heikles Thema ist das Fotografieren. Die Aufnahme von Bildern mit einem Fotoapparat ist im Land zunächst einmal grundsätzlich erlaubt. Allerdings gibt es diverse Regeln und Einschränkungen die Touristen beachten müssen.

Fotografieren mit einer professionellen Ausrüstung, die auch zur Berichterstattung genutzt werden könnte, ist nicht erlaubt. Die maximal gestattete Brennweite beträgt 150 mm. Baustellen, baufällige Häuser sowie schwer arbeitende Menschen dürfen nicht fotografiert werden. Gleiches gilt in der Regel für das Aufnehmen von Bildern während der Busfahrt.

Ebenfalls streng verboten ist das Fotografieren von sicherheitsrelevanten Gebieten, wie etwa militärischen Anlagen, Bahnhöfen oder auch Flughäfen. Auch Aufnahmen vom Sicherheitspersonal und Soldaten sind in der Regel untersagt. Sollten Sie sich einmal nicht sicher sein, ob das Aufnehmen von Fotos gestattet ist oder nicht, wende Sie sich am besten an einen Ihrer Reiseleiter.

Nordkorea Militär

Nordkorea Militär: Soldatinnen bei einer Parade.

Geradezu erwünscht hingegen sind Fotos während der pompösen Militärparaden, feiernden Menschen und natürlich von Statuen, Denkmälern oder Wandbildern der großen Führer Kim Il-Sung, Kim Yong-Il und Kim Jong-Un. Dabei müssen Touristen darauf achten, die Statuen oder Gemälde ganz abzulichten. Kleine Ausschnitte sind nicht erlaubt, da dies das nationale Ansehen beeinträchtigen würde. Es kann durchaus vorkommen, dass die von Ihnen geschossenen Fotos kontrolliert und eventuell auch gelöscht werden, sofern den Kontrolleuren das abgebildete Motiv unpassend erscheint. Weiterhin sollten Reisende berücksichtigen, dass Fotos der großen Führer nicht geknickt werden dürften. Dies gilt auch für Abbildungen in einer Zeitung, welche Ihnen eventuelle während des Fluges ausgehändigt wird.

Urlauber haben in Nordkorea in der Regel keine Gelegenheit alleine die Landschaft zu erkunden. Dies gilt in den meisten Fällen selbst für die Hotelanlage, die häufig nur verlassen werden darf, sofern ein durch die Reiseleitung koordinierter Ausflug dies vorsieht.

Sprache und Verständigung

Die offizielle Amtssprache im Land ist Koreanisch. Weitere anerkannte Minderheitssprachen gibt es nicht. Zudem bestehen einige sprachliche Unterschiede zwischen Nord- und Südkorea. Nach dem Ende der japanischen Besatzung begann man in Nordkorea damit das Schriftbild von chinesischen Schriftzeichen zu befreien und Fremdwörter aus dem Sprachgebrauch zu entfernen. Insbesondere Wörter, die mit dem Feudalismus oder ethischen und religiösen Konzepten in Verbindung standen, wurden durch die Regierung in Pjöngjang teilweise verboten. Zudem besteht ein Unterschied im Dialekt zwischen dem nördlichen und südlichen Teil der Koreanischen Halbinsel.

Urlauber werden permanent von Reiseleitern begleitet, die immer auch als Dolmetscher fungieren. Persönlichen Gespräche mit Einheimischen kommen in der Regel nicht zustande. Selbst Reisende, welche die koreanische Sprache beherrschen, sollten darauf verzichten Menschen aus der Bevölkerung ungeplant anzusprechen, da dies nicht nur für Sie sondern auch für die Einheimischen zum Problem werden kann. Kommunikation außerhalb der Reisegruppe, also nicht mit den andern Teilnehmern oder den Reisebegleitern, findet für gewöhnlich nicht statt.

Die Bevölkerung spricht in der Regel ausschließlich Koreanisch. Fremdsprachen wie Englisch werden nicht gelehrt. Zudem hat das Land eine verhältnismäßig hohe Quote an Analphabeten.

Nachtleben

Ein Nachtleben, wie man es in den anderen Staaten Asiens findet, ist in Nordkorea nicht existent. Wenn sich in Pjöngjang der Abend nähert, wird es in der Hauptstadt dunkel. Nur die Monumente der ehemaligen Herrscher sowie die vielen Propagandatafeln werden jetzt noch beleuchtet. Ein Großteil der einheimischen Bevölkerung versucht indes Strom zu sparen, aufgrund der knappe Versorgungslage, die nicht nur die Lebensmittelsituation betrifft.

Selbst in den wenigen großen Touristenhotels kann es durchaus vorkommen, das hin und wieder der Strom ausfällt.
Die einzige Möglichkeit für ein wenig Abendunterhaltung bieten die Hotelbars oder die sonstigen Unterhaltungseinrichtungen in den Hotelanlagen, wie etwa Billard oder Bowling. Das Yanggado Hotel in Pjöngjang verfügt zudem über ein Casino, das in den Abendstunden aufgesucht werden kann. All diese Aktivitätsmöglichkeiten sind jedoch Touristen oder Parteifunktionären vorbehalten.

Reise-und Sicherheitshinweise

Das Auswärtige Amt hat einige Informationen veröffentlicht, mit denen sich Urlauber vor einer Reise nach Nordkorea auseinandersetzen sollten.

Allgemeine Sicherheitshinweise

Zu Beginn des Jahres 2013 hat Nordkorea einen Atomwaffentest durchgeführt und das bestehende Waffenstillstandsabkommen gekündigt. Weiterhin gab es zahlreiche verbale Drohungen gegenüber dem südlichen Nachbarn und den USA. Mittlerweile hat sich die Lage allerdings wieder entspannt und gilt als stabil. Dennoch rät das Auswärtige Amt dazu Vorsicht walten zu lassen und die Berichterstattung der Medien zu verfolgen.

Kriminalität

Kriminalität gegenüber Touristen, wie sie in anderen Ländern vorkommt, gibt es in Nordkorea nicht. Durch die permanente Überwachung der Reisegruppen gibt es in der Regel niemals Übergriffe.
Es sind allerdings Fälle bekannt geworden, in denen es zu Übergriffen durch die Bevölkerung auf fotografierende Reisende gekommen ist, die ohne Begleitung unterwegs waren. Alleiniges reisen, ja selbst ohne Aussicht spazieren zu gehen, ist von den Reiseveranstaltern nicht vorgesehen. Für gewöhnlich kommt es in solch einem Fall zur Festnahme durch die Polizei.

Besondere Zollvorschriften

Gegenstände, die zum Verbreiten von Informationen geeignet wären, sind bei der Reise zu deklarieren. Darunter fallen zum Beispielfoto Kameras, Radios, Mobiltelefone oder ausländische Publikationen. Laptops oder andere mobile Geräte werden auf Ihre Dateien hin untersucht. Devisen müssen bei der Einreise ebenfalls deklariert werden.
Zudem ist es untersagt Waffen einzuführen, mit der Ausnahme von Jagdwaffen, welche bei der Einreise gemeldet werden müssen. Aktuelle und rechtsverbindliche Informationen erhalten Sie bei der Botschaft Nordkoreas.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Touristen im Land ist es untersagt sich ohne Begleitung zu bewegen. Weiterhin wird das Fotografieren militärischer Anlagen oder sonstiger sicherheitsrelevante Bereiche mit Strafen geahndet. In keinem Fall sollten Reisende sich regimekritisch äußern oder auf irgendeine Art und Weise versuchen Informationen, die der Regierung schaden könnten, öffentlich zu machen. Ein solches Verhalten hat mindestens die Festnahme und die anschließende Ausweisung zur Folge, kann allerdings auch mit härteren Strafen geahndet werden. Weiterhin sollten Sie es vermeiden spontane Unterhaltungen mit den Einheimischen zu führen, ohne dies vorher abzuklären. Andernfalls drohen nicht nur Ihnen sondern auch dem Angesprochenen Probleme.
Ebenso wie in anderen asiatischen Ländern ist die Einfuhr sowie der Besitz von Drogen strengstens untersagt und wird mit einer erheblichen Strafen belegt.

Gesundheit

Für die Einreise nach Nordkorea besteht derzeit keine Impfpflicht, es sein den man reist aus einem Gelbfiebergebiet ein. Das Auswärtige Amt empfiehlt dennoch Impfungen gemäß dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Institus.
Neben Tuberkulose,Tetanus, Diphtherie sowie Influenza und Polio, können auch Impfungen gegen Hepatitis A/ B, Japanische Enzephalitis sowie Tollwut und Typhus sinnvoll sein.

Malaria in Nordkorea

Im Gegensatz zu anderen ostasiatischen Staaten besteht in Nordkorea nur eine geringe Ansteckungsgefahr mit Malaria. Die Krankheit wird von einer nachtaktiven Mücke übertragen und tritt nur gelegentlich in Gebieten an der Grenze zu Südkorea auf. Urlauber und Touristen sollten in diesen Regionen grundsätzlich besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Als Prophylaxe sollten Reisende sich daher stets vor Mückenstichen schützen. Die Beschwerden bei Malaria ähneln meist den gängigen Grippesymptomen und können auch noch mehrere Wochen nach dem eigentlichen Stich auftreten. Eine Erkrankung lässt sich daher nicht immer nicht direkt diagnostizieren, kann jedoch bei rechtzeitiger Behandlung zuverlässig und ohne bleibende Schäden geheilt werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten Asiens ist ebenso wie in Südkorea auch im Norden der Halbinsel vor allem die Tertiana Malaria verbreitet, deren Verlauf sich deutlich von der gefährlichen Malaria Tropica unterscheidet und nur selten lebensbedrohlich ist.

Japanischen Enzephalitis

Häufiger als beim südlichen Nachbarn kommt es in Nordkorea zu Erkrankungen durch Japanischen Enzephalitis. Diese Virusinfektion des Gehirns wird ebenfalls durch eine nachtaktiv Mücke übertragen und kann tödlich enden. Da es keine wirksamen Medikamente gibt, sollten neben einem sorgfältigen Mückenschutz auch eine Impfung vor Reisebeginn in Betracht gezogen werden. Offizielle Zahlen zur Erkrankungshäufigkeit gibt es nicht, allerdings leben knapp 40% der Bevölkerung in einem Gebiet mit Übertragungsrisiko.

Trotz der eher geringen Gefahr durch Malaria und der gegebenen Möglichkeit sich vor Japanischer Enzephalitis mit einer Impfung zu schützen, wird Urlaubern in den entsprechenden Regionen empfohlen körperbedeckende, helle Kleidung zu tragen und gegebenenfalls unter einem Moskitonetz zu schlafen. Zudem sollte man in den kritischen Gebieten stets darauf achten Insektenschutzmittel aufzutragen. Das gilt sowohl für den Tag, wie auch für die Abendstunden und die Nacht. In der Hauptstadt Pjöngjang müssen sich Urlauber in der Regel keine Sorgen machen.

In Nordkorea können Durchfallerkrankungen und Cholera auftreten. In diesem Zusammenhang wird insbesondere davon abgeraten rohes Fleisch zu verzehren oder unbehandeltes Leitungswasser zu trinken.
Das Risiko von Durchfallerkrankungen lässt sich durch das Befolgen einiger einfacher Grundregeln drastisch minimieren:

  • Niemals Leitungswasser trinken, sondern ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs (das gilt auch für Eiswürfel).
  • Nahrungsmittel sollten immer abgekocht oder selber geschält werden.
  • Regelmäßig sollten die Hände mit Seife gewaschen und Einmalhandtücher verwendet werden. Auch der Gebrauch von Handdesinfektionsmittel kann situationsbedingt sinnvoll sein.
  • Ggf. sollten Urlauber zum Geschirrspülen und Zähneputzen Trinkwasser aus der Flasche nutzen.

Tuberkulose in Nordkorea

Eine der häufigsten Infektionskrankheiten im Land ist Tuberkulose. Bei Tuberkulose handelt es sich um eine von Mensch zu Mensch übertragbare Infektionskrankheit, die zunächst die Lungen befällt und tödlich enden kann. Nach Angaben der WHO sind in Nordkorea 2013 rund 91.000 der 24 Millionen Einwohner an TBC erkrankt. Eine vorherige Schutzimpfung sollte daher in Betracht gezogen werden

Medizinische Versorgung

Eine ausreichende medizinische Versorgung ist im Land nicht gegeben. Selbst die für Ausländer vorgesehenen Krankenhäuser in der Hauptstadt Pjöngjang verfügen nur über unzureichende Mittel und sind weit davon entfernt westlichen Standards zu genügen. Auf dem Land ist Versorgung noch unzureichender als in den Städten. Selbst bei einem Unfall kann es hier zu mehrstündigen Wartezeiten kommen.

Neben der medizinischen Versorgung, ist auch die Versorgung mit Medikamenten im Land absolut unzureichend. Eine individuell zusammengestellte Reiseapotheke sollte immer mitgenommen und den Temperaturen entsprechend gelagert werden. Für Touristen ist es darüber hinaus grundsätzlich ratsam über einen weltweit gültigen Krankenversicherungsschutz sowie eine zuverlässige Reiserückholversicherung zu verfügen, so dass ernstere Erkrankungen in den Nachbarländern oder in Deutschland behandelt werden können.

Jemand September 17, 2014 um 23:15

Ein sehr ausführlicher Text über dieses WUNDERVOLLE land-
ich werde es auf alle Fälle eines Tages bereisen und mir hier auf dieser Seite die nötigen infos holen.
Danke danke