Yangon (Rangun), Myanmar – Reisen, Reiseführer


Fläche576 km²
Einwohner4,5 Millionen (ca. 7773 EInwohner pro km²)
Postleitzahl11000
Telefon-Vorwahl1
Vorwahl von Deutschland nach Yangon: +95 - 1
FlughafenYangon International Airport (RGN)
KlimaTropisches Klima. Hauptregenzeit ist zwischen Mai und Oktober.

Yangon (früher auch unter dem Namen Rangun bekannt), konnte sich dank einer geringeren Anzahl internationaler Besucher im Vergleich zu anderen südostasiatischen Städten ihre Kultur und ihren Character seit langer Zeit weitestgehend erhalten. In keiner anderen größeren Stadt des Subkontinents findet man derartig viele Kolonialbauten wie in der mit 4,5 Millionen Einwohnern größten Stadt Myanmars. Im Zuge der kontinuierlichen Öffnung des Landes mag sich dies jedoch in naher Zukunft durch den Einfluss ausländischer Immobilieninvestoren ändern. Es bleibt wahrscheinlich nicht mehr viel Zeit, den derzeitigen Mix aus birmanischen, chinesischen, indischen und britischen Elementen und Bewohnern so zu erleben wie er heute existiert.

Yangon Myanmar

Yangon, Myanmar: Die Shwedagon Pagode.

Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören die zahlreichen Pagoden, Tempel und weitere religiöse Stätten, Museen, Chinatown sowie die Eisenbahn, welcher unter britischer Kolonialzeit errichtet wurde und bis heute für viele Bewohner als Haupttransportmittel fungiert.

Im Gegensatz zu anderen südostasiatischen Städten gibt es auf den Straßen von Yangon seit dem offiziellen Verbot aus dem Jahre 2009 so gut wie keine Motorräder oder Mopeds mehr. Hauptsächlich wohl aus diesem Grund liegen Lärmpegel und Unfallzahlen hier niedriger als in anderen Städten der Region.

Das Monsunklima im Raum Yangon sorgt für verschiedene Wetterunterschiede im Verlauf des Jahres. Die wärmsten Monate sind üblicherweise März und April, wo Höchstwerte um die 40°C keine Seltenheit sind. Die geringsten Tageshöchstwerte liegen bei etwas unter 30°C im Juli und August (hauptsächlich aufgrund des Monsuns). Nächtliche Tiefstwerte steigen von etwa 18°C im Januar auf 25°C im May, um dann langsam wieder auf 19°C im Dezember zu fallen. Regen fällt von November bis April kaum, von Juni bis September jedoch fast täglich.

Yangon Sehenswürdigkeiten

Hier finden Sie die Top 10 der schönsten und interessantesten Sehenswürdigkeiten in Yangon.

Shwedagon-Pagode (Shwedagon Zedi Daw)

Shwedagon Pagoda

Die Shwedagon Pagoda bei Nacht.

Das religiöse Zentrum und Wahrzeichen des Landes Myanmar, der Shwedagon, erhebt sich den Aufzeichnungen buddhistischer Mönche zufolge seit mehr als 2,5 Jahrtausenden dem Himmel entgegen. Er überragt auf prachtvolle Art und Weise die Millionenstadt Yangon und gilt als wichtigster Sakralbau des Landes sowie als eine der berühmtesten Stupas der Welt. Die etwa 100m hohe Pagode wurde im Laufe der Jahrhunderte kontinuierlich mit Gold und Edelsteinen verziert und mit Glocken behängt, bis sie zu ihrer heutigen Pracht, Bedeutung und Aussdrucksstärke gelangte.

Der Einfluss des Shwedagon geht jedoch über religiöse, visuelle und kulturelle Werte hinaus, schließlich nahm er auch für die historische Entwicklung des Landes eine aktive, bedeutungsvolle und weichenstellende Funktion ein, beispielsweise für die nationale Freiheitsbewegung, für die er als Mittelpunkt der Studentenrevolte gegen die britische Kolonialherrschaft im Jahre 1920 Geschichte schrieb. Darüber hinaus hielt Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hier ihre bahnbrechende erste öffentliche Rede.

Opening Hours und Dress Code: Die Shwedagon-Pagode öffnet sich ihren Gästen von 4 (vier!) bis 22 Uhr (Eintritt 5 USD). Der Zutritt erfolgt ausschließlich barfuß und respektvolle Kleidung am übrigen Körper wird erwartet, wobei Shorts, die zumindest knielang sind, akzeptiert werden sowie T-Shirts, welche die Schultern bedecken.

Nationalmuseum (National Museum of Myanmar)

Yangon Nationalmuseum

Yangon Nationalmuseum

An keinem anderen Ort der Welt können Besucher tiefer eintauchen in die spannende Welt der Kunst, Geschichte und Kultur von Myanmar als im Nationalmuseum. Das fünfstöckige Gebäude zeigt eine großzügige Sammlung von antiken Artefakten, Ornamenten, Kunstwerken, Inschriften und weiteren Ausstellungsstücken, die interessierten Museumsgästen die Gesellschaft und Zivilisation des myanmarischen Volkes und seine Entwicklung im Verlauf der Jahrhunderte näher bringen.

Sieben der insgesamt vierzehn Galerien des Museums widmen sich der myanmarischen Kultur und zeigen Kalligrafie, traditionelles Kunsthandwerk sowie zahlreiche Gemälde, die sich über stolze drei Kunstgalerien verteilen. In sieben weiteren Galerien geht es um die historischen Zeitalter des Volkes von Myanmar und man sieht interessante Exponate aus den Bereichen Naturgeschichte, prähistorisches Zeitalter, antike Ornamente und Elemente im Zusammenhang mit dem Königshaus, darunter ein 8m hoher Thron, welcher zu den Besitztümern von König Thibaw Min gehörte, dem letzten König von Myanmar.

Das National Museum of Myanmar ist täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet (Eintritt 6 USD).

Sule-Pagode (Sule Paya)

Sule Pagode

Sule Pagode

Kaum zu übersehen ist die 46m hohe Sule-Pagode, welche sich inmitten der Innenstadt von Yangon in glanzvoller Pracht präsentiert. Das Gebäude wurde Legenden zufolge vor mehr als 2000 Jahren die Heimstätte für ein Haar von Buddha, welches sich auch heute noch dort befinden soll.

Einlass in das imposante Gebäude gewähren vier Eingänge, welche ihrerseits an jeweils einem formvollendeten Treppenaufgang liegen. Die Galerien der Pagode strahlen auf sanfte Art und Weise eine besinnliche Ruhe aus und dienen somit als willkommene Oase der Stille und Gegenstück zum chaotischen Verkehr auf Yangons Straßen und Gassen.

Ähnlich wie der Shwedagon war auch die Sule-Pagode Schauplatz von Freiheits- und Protestbewegungen. Während des 8888-Aufstandes (um den 08.08.1988) wurde sie ein bewusst von den Wiederstandskämpfern ausgewählter Ort der Massendemonstrationen für soziale Gerechtigkeit und demokratische Reformen. Leider sollte sie auch der erste Schauplatz der brutalen Reaktionen der Militärregierung werden, durch die tausende der Protestierenden umkamen.

Zum Preis von 5 USD bekommen Besucher von 4 (vier!) bis 22 Uhr täglich die Chance einen historischen Ort und ein echtes myanmarisches Heiligtum kennenzulernen. Als weitere sehenswerte religiöse Gebäude des Stadt können die Botataung-Pagode sowie die Nga-Htat-Gyi-Pagode empfohlen werden.

Aung-San-Museum (Bogyoke Aung San Museum)

Aung San Museum

Aung San Museum

Zu Ehren des Nationalhelden und Gründungsvaters des heutigen Myanmar zeigt das Aung-San-Museum seit 1962 auf zwei Stockwerken innerhalb seines letzten Wohnsitzes zahlreiche Erinnerungsstücke mit hohem Nostalgiewert, darunter Kleidung, Bücher, Möbel, Fotos und seinen letzten PKW. Im Garten des Hauses sieht man eine bronzene Statue, welche Aung San bei der Gartenarbeit zeigt. Weiterhin können Besucher den Pool sehen, in welchem sein mittlerer Sohn tragischerweise ertrank.

Die Militärregierung von Myanmar verfolgt seit Jahren eine Politik, welche die öffentliche Erwähnung von Aung San in den Medien stark einschränkt, um zu verhindern, dass seine Tochter Aung San Suu Kyi, welche lange Zeit unter Hausarrest gesetzt wurde, eine größere politische Bedeutung bekommen könnte. Dazu gehört auch die jahrelange Beschränkung des Zugangs zum Museum für nur drei Stunden pro Jahr. Das Museum wurde jedoch offiziell am 24. März 2012 neueröffnet und erlaubt inzwischen regelmäßig Besucher (von Dienstag bis Sonntag zwischen 9 und 17 Uhr).

Für 2 USD bekommen Besucher die Chance, etwas über das Leben eines Mannes zu erfahren, welcher von der Militärregierung aus der Öffentlichkeit verdrängt wurde, jedoch im Vorfeld eine entscheidende Rolle für die Geschichte des Landes gespielt hat.

National Races Village

National Races Village Yangon

National Races Village

Im Ostteil von Yangon, etwa 10km vom Zentrum, neben der Brücke nach Thanlyin, befindet sich ein Ort, an dem Besucher etwas mehr über die einzelnen Volksstämme von Myanmar erfahren können. Innerhalb eines weitläufigen Geländes befinden sich komplette Häuser und Gegenständes, welche die Eigenheiten bestimmter Stämme des Landes wiederspiegeln, darunter die Volksgruppen Kachin, Kayah, Kayin, Chin, Bamar, Mon, Rakhine und Shan.

Innerhalb des großzügig angelegten Geländes befinden sich Türme, Pagoden, Pavillons und ganze Dörfer im authentischen Stil des jeweiligen Stammes. Ein paar Ruhe ausstrahlende Seen, ein Kinderspielplatz und ein Orchideengarten runden das Erlebnis auf harmonische Weise ab.

Besucher haben die Möglichkeit, traditionelle Stammeskleidung anzulegen, um ein paar interessante Urlaubsfotos mit nach Hause zu nehmen. An einem sonnigen Tag bietet es sich an, genügend Sonnencreme mitzunehmen sowie Getränke zur Erfrischung.

Das Gelände öffnet sich Besuchern täglich von 10 bis 17 Uhr (außer an den myanmarischen Neujahrsfeiertagen, Thingyan Festival, im April). Der Eintrittspreis beträgt 5 USD pro Person.

Chinatown

Yangon Chinatown

Yangon Chinatown

Ähnlich wie in anderen Teilen der Welt, gibt es auch in Yangon eine zahlenmäßig recht stark vertretene chinesische Minderheit. Geschäftiges Treiben zieht sich durch die Straßen und Gassen dieses besonderen Teils der Stadt. Unzählige Restaurants, Juweliere und Goldläden, Bekleidungsgeschäfte, Mini-Märkte und neuerdings auch Internetcafés, Elektronikläden und Game Stores erblickt das Auge weit und breit in Yangons Chinatown. Der Stadtteil ist bei Einheimischen und Reisenden gleichermaßen beliebt aufgrund seiner Frucht- und Blumenläden sowie den Freiluftküchen, wo in kurzer Zeit schmackhafte Gerichte gezaubert werden.

Zu den Gebäuden, die hier besonders die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, gehört der Guang Dong Kwan Yin Temple, welcher ursprünglich im Jahre 1823 errichtet wurde und nach einem Brand im Jahre 1855 wieder neu aufgebaut wurde.

Mitten in Yangon können Besucher somit ein kleines Stück China und eine einzigartige Atmosphäre erleben. Während des chinesischen Neujahrsfestes im Januar oder Februar kommt das Viertel dank aufwendiger Dekorationen und einer Vielzahl an Teilnehmen und Gästen während der Feierlichkeiten erst richtig zum Leben.

Eisenbahn-Rundfahrt (Yangon Circular Railway)

Yangon Circular Train Railway

Yangon Circular Train

Auf eine recht bequeme und authentische Art und Weise können Besucher in Yangon bei einer Fahrt mit der ortsansässigen Eisenbahn die Stadt und ihre nähere Umgebung besser kennen lernen. Wer an keiner der 39 Haltestellen innerhalb der Stadt und ihrer vorgelagerten Wohngebiete unterwegs aussteigt, fährt die 28,5 Meilen (etwa 45km) lange Strecke in ca. drei Stunden und kann dabei ein paar Blicke auf die Beschaffenheit der Dörfer und Satellitenstädte in der näheren Umgebung von Yangon werfen.

Unter den bis zu 150.000 Passagieren des Yangon Circular Train innerhalb der 20 täglichen Fahrten finden sich viele der weniger wohlhabenden Arbeiter der Umgebung, welche den Zug benutzen, um zur Arbeit zu kommen, da er – hauptsächlich aufgrund staatlicher Subventionen – das günstigste Transportmittel der Region darstellt. Für Einheimische kostet eine Strecke von bis zu 15 Meilen 10 Kyat (ca. 0,08Euro) und längere Strecken 20 Kyats (ca. 0,15Euro). Alle anderen zahlen 1 USD für die Fahrt (Kyat werden von Ausländern nicht akzeptiert).

Ähnlich wie die zahlreichen Bauten der Stadt zählt auch die Eisenbahn zu den Relikten der Kolonialzeit, welche in Yangon noch immer stärker präsent sind als in anderen Städten Südostasiens. Folglich haben Besucher die Chance, hier ein Stück reale Geschichte zu erleben (solange es noch möglich ist).

Kandawgyi Garden (Kandawgyi Nature Park) und Karaweik Hall

Kandawgyi Gardens

Kandawgyi Gardens

Etwa 500m östlich des Shwedagon liegt ein Ort voller grüner Natur und besinnlicher Entspannung. Am Ufer des Kandawgyi Lakes haben Besucher die Möglichkeit, es sich bei einen unbeschwerten Spaziergang gut gehen zu lassen, zahlreiche hübsche Blumen zu betrachten (ein ganzer Orchideengarten wurde angelegt), bei den Souvenirshops nach Mitbringseln zu suchen, in einem der zahlreichen ortsansässigen Restaurants eine exotische Mahlzeit zu probieren oder einfach nur die natürliche Schönheit dieses Ortes zu genießen.

Ein kleiner Zoo mit Straußen und anderen Tieren kann besucht werden und es gibt Spielplätze für Kinder sowie Grünflächen für ein Picknick. Besonders ins Auge fällt der schwimmende Karaweik-Palast (Karaweik Hall), ein von außen komplett vergoldenes Bauwerk! Im nicht zu teuren Restaurant im Innern des Palastes werden Gerichte von myanmarischer über chinesische bis hin zu westlicher Küche serviert. Ein Besuch auf dem Gelände de Kandawgyi Nature Park, welcher täglich von 4 (vier!) bis 22 Uhr geöffnet ist, kostet 300 Kyats.

Kyauktan (Markt und Tempelinsel)

Kyauktan Myanmar

Kyauktan

Etwa 35km südwestlich der Innenstadt wartet ein weiterer besonderer Ort auf interessierte Reisende. In der malerischen kleinen Siedlung namens Kyauktan haben Besucher von Yangon die Chance, einmal den Großstadttrubel hinter sich zu lassen und etwas mehr von einem Randbezirk der Region kennen zu lernen.

Die Reise geht vom Zentrum Yangons in Richtung National Races Village, dort über die Brücke nach Thanlyin, dann weiter südlich, bis man schließlich Kyauktan erreicht. Hier ticken die Uhren etwas anders als in den nahe liegenden dicht besiedelten Gebieten innerhalb Zentral-Yangons.

Am Ufer dieser Siedlung befindet sich ihre Hauptstraße mit einem Markt, wo allerhand ortsübliche Waren gehandelt werden. Von dort aus lässt sich bereits die außergewöhnlich und eigentümlich gestaltete kleine Tempelinsel erkennen, der Standort der „Ye Le Phaya“ („Pagode in der Mitte des Flusses“).

Reisenden werden für die Überfahrt üblicherweise größere Motorboote angeboten. Wer sparen möchte, kommt jedoch auch mit einem der kleineren einfachen Boote ans Ziel. Wenige Minuten später kann man die Insel betreten und die beeindruckende Pagode aus nächster Nähe betrachten (Eintritt 2 USD).

Shwethalyaung-Buddha

Shwethalyaung Buddha

Shwethalyaung Buddha

Lange Zeit war der einstige Stolz der Stadt Pago (ca 90km nordöstlich von Yangons Zentrum), eine gigantische Buddha-Statue aus dem Jahre 994, nach der Zerstörung der Stadt im Jahre 1757 verloren gegangen. Durch Zufall wurde sie jedoch bei Arbeiten zum Bau einer Eisenbahn zwischen Yangon und Pago zur Zeit der britischen Kolonialherrschaft, 1880, wiedergefunden und seitdem mehrfach restauriert.

Mit einer Länge von 55m und einer Höhe von 16m präsentiert sie sich ihren Besuchern heute innerhalb einer geräumigen Halle in vollem Glanz als die zweitgrößte Statue eines liegenden Buddha weltweit (nach dem liegenden Buddha in Bangkok). Sie wird in ihrer Größe (schon ihr kleiner Finger misst mehr als drei Meter) lediglich übertroffen von der ebenfalls in Myanmar befindlichen Statue in Dawei, allerdings trägt zu ihrer Popularität bei, dass sie von Experten als eine der lebensechtesten Darstellungen Buddhas bezeichnet wird. An der Rückseite des Kunstwerkes können Besucher Bilder aus Buddhas Leben betrachten. Der Eintritt zum liegenden Buddha kostet 10USD.