Mongolei Reisen, Urlaub, Reiseführer


Inhalt

HauptstadtUlan Bator
SprachenMongolisch (Amtssprache)
StaatsformParlamentarische Republik
Fläche1.564.116 km²
Einwohner3,18 Millionen (~2 Einwohner pro km²)
WährungTögrög (MNT)
Telefon-Vorwahl+976
ZeitzoneUTC+7 bis UTC+8
NationalflaggeMongolei Flagge

Mongolei Flagge

Die Mongolei, eine der letzten natürlichen und unberührten Regionen Asiens, bietet ihren Besuchern die besondere Chance, grenzenlose Weiten beeindruckender Naturlandschaften kennen zu lernen. Die längste zusammenhängende Steppe der Welt überzeugt durch ihre einzigartige Landschaftsform und die Umgebung der weltweit höchsten Wanderdünen sorgt für ein einmaliges Flair, welches so nur in der Mongolei erlebt werden kann.

Im Norden des Landes liegen große Flüsse, an denen zahlreiche Großtiere ihren Durst stillen und im Osten liegt eine riesige Grassteppe, welche als Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen dient. Besonders für Reisende, die an Outdoor-Aktivitäten, Abenteuer und einem alternativen Leben fernab von überbevölkerten Städten interessiert sind, bietet die Mongolei eine faszinierende Szenerie. Sportliche Urlauber lieben es, das Altai-Gebirge im Westen der Mongolei zu erkunden, dessen markante Berge über 4000m gen Himmel ragen.

Im Süden wiederum liegt die Wüste Gobi, in welcher einige Nomaden seit Jahrtausenden ein traditionelles Leben führen. Bei einem Ausflug in diese Landschaft können Reisende für eine Weile wie ein Nomade leben, im traditionellen Zelt übernachten, bei einem Ritt auf einem Kamel oder Pferd die Gegend erkunden, nomadische Mahlzeiten probieren und die besonderen Fähigkeiten dieser Menschen, welche beim Überleben in dieser Landschaft ungemein hilfreich sind, aus erster Hand kennen lernen.

Mongolei Karte

Mongolei Karte

Mongolen gelten in allen Teilen des Landes als überaus gastfreundlich. Sie lieben das Leben in Gemeinschaft und Harmonie. Selten sieht man einen Einheimischen, der für längere Zeit alleine unterwegs ist. In keinem anderen Land der Welt leben weniger Menschen pro Flächeneinheit, also besteht eine große Chance, dass man alleine bleibt, wenn man einmal alleine ist. Das teilweise karge Land und die schwierigen Bedingungen fördern ein funktionierendes Gemeinschaftsleben. Bei Temperaturen um -40°C und verschiedenen anderen Bedrohungen, die traditionell auftreten, möchte niemand ohne eine helfende Hand an seiner Seite sein. Reisende haben in der Mongolei die Chance, einen Einblick in eine Lebensweise zu erhalten, welche fernab der hochtechnisierten Zivilisation westlicher Großstädte existiert.

Tradition und Moderne: Im Land von Dschinghis Khan stehen noch heute mysteriöse Ruinen, die einer fernen Zeit entstammen. Hier lebten einst Männer, die aus dem Nichts ein riesiges Reich aufbauen und Weltgeschichte schreiben sollten. Die Zeit in der Mongolei ist nicht an jedem Ort stehen geblieben. Ulan Bator entwickelt sich rasch und fast täglich schießen neue Angebote einer modernen Infrastruktur wie Pilze aus dem Boden, darunter exquisite Hotels mit bis zu fünf Sternen, Internetcafés an jeder Ecke, Cocktail Bars mit exotischen Drinks aus allen Teilen der Welt, westliche, asiatische und sonstige internationale Restaurants, moderne Jeeps oder Wüsten-Buggys und Menschen aller Berufsgruppen die wild gestikulierend ins Gespräch über ihr Smartphone vertieft sind oder über das mobile Internet in Social Media kommunizieren. Tatsächlich wurde seit dem Ende des Kommunismus einiges unternommen, um das Land zu modernisieren und sich dem Westen anzunähern. Nicht selten kann man inzwischen Einheimische treffen, die über einen Abschluss einer westlichen Universität verfügen. Menschen aus zahlreichen Ländern, darunter Deutschland, Kanada, die USA, Hongkong und Singapur, dürfen die Mongolei ohne Visum bereisen, was den Austausch weiter fördert.

Mongolei Landschaft

Mongolei Landschaft

Zur Modernisierung des Landes gehörte auch die Einführung demokratischer Strukturen. Vielfach wird die Mongolei neben Japan und Südkorea als eine der drei echten Demokratien von Asien bezeichnet, in welcher die Wahlen als frei und fair angesehen werden können. Auf Proteste verschiedener Art wurde von Regierungsseite meist unbürokratisch und zielführend im Sinne der Protestierenden reagiert. Die Mongolei bleibt eines der Länder mit dem geringsten Einkommen in Asien, allerdings berührt dies einige Nomaden kaum, da sie über Jahrtausende gänzlich ohne monetäre Mittel auskamen und vom Tauschhandel oder als Selbstversorger lebten. Die neue demokratische Struktur des Landes schuf eine sichere Basis für Auslandsinvestitionen, so dass sich die Mongolei in zahlreichen Bereichen schnell und nachhaltig entwickeln konnte, ein Prozess, welcher nach wie vor anhält.

Mongolei Steppe, Berge, Landschaft, Pferde

Mongolische Steppe

Fernab der Städte liegt die wahre Schönheit des Landes. Bei lange Wanderungen, Radtouren oder Ausflügen mit dem Jeep durch faszinierende Landschaften können Reisende der Faszination Mongolei ein Stück näher kommen. Eine Trekking-Tour auf dem Kamel oder Pferd, eine Bergwanderung oder die Übernachtung in einem Beduinencamp lassen Besucher des Landes auf entspannte und inspirierende Gedanken kommen. Darüber hinaus können Reisende in allen Teilen des Landes die besondere Gastfreundschaft der Einheimischen kennen und schätzen lernen. Egal ob Naturerlebnis oder Kulturtourismus, es gibt in der Mongolei einiges zu entdecken, das sich sehr vom Leben in Europa unterscheidet und an das Reisende auch nach vielen Jahren noch gerne zurückdenken.

Städte, Reiseziele und Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Städte, Regionen und Sehenswürdigkeiten in der Mongolei. Unterteilt in Zentralmongolei, Norden, Süden, Westen, Osten

Ulan Bator

Ulan Bator Sehenswürdigkeiten

Ulan Bator

Die Hauptstadt Ulan Bator (auch: Ulaanbaatar) bietet ein beeindruckendes Gegenstück zu den kaum enden wollenden Weiten der riesigen Naturlandschaften innerhalb der Mongolei. Die meist als UB abgekürzte Stadt beherbergt etwa 1,3 Millionen Menschen und wächst seit Jahren in einem unglaublichen Tempo.

Sie zählt als das Zentrum der Kultur, Industrie und Finanzwelt der Mongolei, als Verkehrsknotenpunkt für Luft- und Schienenverkehr und als Ort mit einem pulsierendem Nachtleben. Zu den neueren Errungenschaften gehören moderne Modeshops mit Kleidung in europäischem Design, Scharen von Offroad-tauglichen Fahrzeugen und Restaurants mit internationaler Küche.

Geblieben sind die traditionellen Märkte, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind. Historische Stätten und interessante Museen gibt es an zahlreichen Ecken der Stadt und einige gemütliche Kneipen und Biergärten laden zu einem entspannten kühlen Getränk ein. In den Außenbezirken gibt es noch einige Häuser, die einen Eindruck von mongolischer Architektur vor der sowjetischen Zeit vermitteln.

Reisende sollten jedoch nicht ihren gesamten Aufenthalt in der Mongolei ausschließlich in Ulan Bator verbringen. Von hier aus starten allerdings zahlreiche der Erkundungstouren in das weite Land hinaus. Die Auswahl ist groß und bei einer gebuchten Tour hält sich das Risiko und der Aufwand in Grenzen. Auf diese Weise können beeindruckende Orte besucht werden, während Reisende die Chance haben, besondere Stätten und und kulturelle Elemente des Landes mit Hilfe von Einheimischen besser kennen zu lernen.

Zentrale Mongolei

Hustai National Park Pferde Mongolei

Pferde im Hustai National Park (Bild: hustai.mn)

Nach kurzer Fahrt von Ulan Bator können Reisende bereits ein Gefühl der unendlichen Weiten der Mongolei spüren. Kleine Beduinenzelte tauchen vereinzelt auf, während sonst sehr viel Grasland und Sand auf dem Weg zum Horizont zu sehen sind. Einige bewaldete Hügel werten die Landschaft auf und ein paar Flüsse schlängeln sich durch das kaum enden wollende Land.

Hier gibt es noch echte Karawanen und vereinzelt Einheimische, die dem Nationalsport des Landes nachgehen, dem Ringkampf. Die Nationalparks Gorchi-Tereldsch und Hustai gelten als wahre El Dorados für Outdoor-Enthusiasten. Hier leben inzwischen wieder einige ausgewilderte Przewalski-Pferde, Vertreter der letzten Wildpferdart, die es auf Erden gibt. In keinem anderen Land der Welt gibt es mehr Pferde pro Einwohner als in der Mongolei und in keinem anderen Land leben einige noch so frei in ihrer ursprünglichen Umgebung wie hier.

Sanddüne Elsen Tasarkhai

Die große Sanddüne Elsen Tasarkhai, welche sich sich über eine Strecke von mehr als 80 Kilometer schlängelt, kann in der Landschaft zwischen Mongol Els und Khugnu Tarma Els betreten und bestaunt werden.

Ruinen der Stadt Karakorum

Die Überreste der antiken Hauptstadt der Mongolei, Karakorum, können im Tal Orkhon besichtigt werden. Die Stadt, in welcher Dschingis Khan lebte und Pläne schmiedete, wurde im Jahre 1220 an einem historisch bedeutsamen Ort an der Seidenstraße gegründet. Das gewaltige Mongolenreich wurde einst von diesem Ort aus regiert.

Kloster Erdene Dsuu

Aus den Überresten der Stadt Karakorum wurde im 16. Jahrhundert das erste buddhistische Kloster der Mongolei errichtet, Erdene Dsuu. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand es aus stolzen 62 Tempeln, in denen 10000 buddhistische Lamas lebten. Die Nutzung wurde seit den 1930er Jahren durch starke sowjetische Einflüsse unterbrochen. Seit 1990 dient es allerdings wieder als aktiv genutztes Kloster.

Wasserfall Ulaan Tsutgalan

Der Wasserfall des Flusses Ulaan Tsutgalan, welcher in der Nähe des Orchon liegt, dem größten Fluss der Mongolei, gilt als beliebtes Ausflugsziel für Besucher der Mongolei. Er ist 10m breit und stolze 20m hoch.

Weitere interessante Ausflugsziele

Zu den sonstigen Orten der zentralen Mongolei, welche einen Besuch wert sind, zählt das Kloster Töwchön Chiid (UNESCO-Welterbe), welches sich in etwa auf dem Gipfel des Berges Schiret Ulaan Uul befindet (etwa 60km westlich der Stadt Charchorin) befindet. Hier können ingesamt 14 sehenswerte kleine Tempel besichtigt werden.

Ein Gebiet voller Orte mit einem spektakulären Bergpanorama ist der Nationalpark Khorgo Terkhiin Tsagaan Nuur. Zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten haben hier bis heute überlebt. Ein verträumter und romantischer See, der Terkhiin Tsagaan, überzeugt mit seiner außergewöhnlichen natürlichen Schönheit und seinem kristallklaren Wasser in mehr als 2000m Höhe über dem Meeresspiegel.

Der Westen

Falkner in der West Mongolei

Ein Falkner in der westlichen Mongolei.

Eine gebirgige Region mit Gletschern und den höchsten Erhebungen des Landes (über 4000m) wartet auf Reisende mit Interesse an Bergwanderungen. Ansehnliche Wipfel und schnell fließende Bächlein, die für ein wenig Vegetation sorgen, formen eine atemberaubend schöne und abwechslungsreiche Landschaft voller Farben.

Einige raue Wüstengebiete liegen ebenfalls hier sowie schimmernde Salzseen. Hier leben viele Menschen kasachischen Ursprungs und die hier gesprochenen Sprachen und Dialekte unterscheidet sich deutlich vom Rest der Mongolei. Unter den Nomaden, welche hier leben, gibt es einige mit beeindruckenden Fähigkeiten. Als besonders imponierendes Schauspiel gilt es, die Falkner mit ihren Jagdfalken bei der Beutejagd zu beobachten. Viele Falkner bilden ihre Tiere über lange Jahre aus, entlassen sie jedoch irgendwann einmal in die Freiheit. Im romantischen Westen der Mongolei scheint Zeit keine Rolle zu spielen. Die Region lebt vom Austausch mit den angrenzenden Regionen, welche zu Russland, Kasachstan, China und der Mongolei gehören und pro Land jeweils mehreren Völkern und Stämmen als Heimat dienen. Die lebhafte Region des Westens mag zum Highlight auf einer Reise durch die Mongolei werden.

Der Norden

Nord Mongolei

Nördliche Mongolei (Bild: http://tourismmongolia.co.uk)

Im Gegensatz zu den trockenen Wüsten und Steppen in anderen Teilen der Landes verfügt der Norden der Mongolei über ausgeprägte Pinienwälder mit Blockhäusern und wasserreiche Flüsse, in denen gewaltige Fische hinauf- und hinabschwimmen.

Die Provinzen Selenge, Bulgan und Khövsgöl erinnern eher an blühende Berglandschaften der Schweiz als an das karge Land, welches viele Reisende mit der Mongolei assoziieren. Es ist kalt und Schnee mag noch über den April hinaus zu sehen sein, doch die Blütenpracht dieser farbenfrohen Region der Mongolei verleiht ihr einen besonderen Charme. Hier entstehen Flüsse, welche die Seen in Russland mit Wasser füllen. Elche, Rentiere, Bären und andere Großtiere leben in dieser idyllischen Landschaft. Wer die Mongolei von Russland aus mit dem Zug bereist, wird die Chance haben, schon vom Abteil aus ein paar Blicke auf diese besondere Landschaft werfen zu können.

Huvsgul (See)

Der Huvsgul-See, der größte und tiefste See der Mongolei, welcher bekannt ist als einer der wasserreichsten Seen der Welt, wird auch als die dunkle blaue Perle des Landes bezeichnet. Der etwa 135km lange See, welcher mehr als 250m tief ist, gilt als größter Versorgungsstrom für den Baikalsee. Reisende, die sich zu dem etwa 1650m über dem Meeresspiegel befindlichen See aufmachen, haben die Chance, seine wahre Pracht inmitten ansehnlicher Wiesen, Wälder und Höhenzüge zu erleben.

Schamanen

Im Norden der Mongolei wird bis heute der Schamanismus praktiziert, eine Glaubensrichtung mit spirituellen Praktiken, die sich auf die Natur um sie herum beziehen. Schamanen wird die Fähigkeit zugeschrieben, in Bewusstseinszustände vorzudringen, die der normalen Wahrnehmung anderer Menschen nicht zugänglich sind. Sie bezeichnen die Erde als Mutter und den Himmel als Vater. Schamanen gelten für die Einheimische Bevölkerung als Mittler zwischen Menschen und Geistern. Die meisten ihrer Art gibt es im Einzugsgebiet des Huvsgul-Sees.

Kloster Amarbayasgalant

Etwa 350km nördlich von Ulan Bator liegt das größte buddhistische Zentrum der nördlichen Mongolei. Es wurde im frühen 18. Jahrhundert erbaut und galt über Jahrhunderte hinweg als größte Pilgerstätte des Landes. Auch heute gilt das Kloster noch als zweitwichtigste Instanz der Mongolei (nach dem Kloster Erdene Zuu in Karakorum). Insgesamt wurden 27 verschiedene kleinere und größere Tempel errichtet, die der Anlage ein repräsentatives Antlitz verleihen.

Erloschener Vulkan des Bergs Uran Togoo Tulga Uul

Ein Krater, welcher 50m tief mit Wasser gefüllt ist, erstreckt sich in der Nähe des Bergs Uran Togoo Tulga Uul 600m hoch gen Himmel. Um den ansehnlichen Bergkrater liegen grüne Wälder mit Hirschen, Rehen, Rentieren, Wildschweinen und stattlichen Riesenwildschafen. Der Uran Togoo Tulga Uul liegt etwa 80km westlich der Stadt Bulgan.

Der Osten

Khan Khentii, Ost Mongolei

Khan Khentii, Ost Mongolei

Im Osten der Mongolei können Reisende ein immenses Naturbild beobachten, in welchem der blaue Himmel auf ein schier endloses Meer aus gelbem Gras trifft. Ein paar Jurte (traditionelle Nomadenzelte) und gelegentliche Holzhütten erinnern an die menschliche Bevölkerung dieses Teils der Mongolei. Der Großteil der Landes wird jedoch von unberührter Natur geziert. Gazellen, Murmeltiere und kleinere Nager springen frei durch die Landschaften voller frischer Luft und Unbeschwertheit.

Biologen bezeichnen dieses Gebiet als eines der letzten unbeschädigten Grasland-Ökosysteme der Welt. Nach dem Willen einiger Politiker des Landes wird sich dies in Kürze ändern, noch haben Besucher jedoch die Chance dieses letzte Stück wertvoller und unberührter Natur mit den eigenen fünf Sinnen hautnah zu erleben. In den Bergen des Ostens (Khan Khentii) liegt die Heimatregion eines Jungens mit dem Namen Temüdschin, welcher unter dem Namen Dschingis Khan die Weltgeschichte verändern sollte. In Dadal, einem bildhübschen Dorf, in welchem Temüdschin geboren sein soll, können Reisende mehr über die Geschichte des Herrschers erfahren.

Der Süden

Die Wüste Gobi

Wüste Gobi

Wüste Gobi

Etwa 30% des Gebietes der Mongolei nimmt die sagenumwobene Wüste Gobi ein, ein Ort, dessen Temperaturen von -40° im Winter bis +40°C im Sommer schwanken. Die Wüste, welche sich auf etwa 4800km entlang der mongolisch-chinesischen Grenze erstreckt und sich auf chinesischer Seite weit fortsetzt, sollte nicht mit einem simplen Gebiet voller Sand verwechselt werden.

Einst lag auf dem Gebiet der Wüste Gobi ein riesiger See, welcher über die Zeit hinweg austrocknete, jedoch wertvolle Fossilien von Dinosauriern und anderen Vertretern der Tier- und Pflanzenwelt zurückließ. Im Gegensatz zu anderen Wüstengebieten der Erde existieren hier tatsächlich einige Landstriche mit ausgeprägter Flora und Fauna. Zahlreiche Kamelzüchter leben in diesem Gebiet und es gibt wilde Pferde und Esel. Zu den sonstigen Tieren, welche hier angetroffen werden können, zählen Wüstenspringmäuse, Steinböcke, Bergziegen und Wölfe. In den Reservaten der Wüste können auch Leoparden, Bären und andere seltene Vertreter der heimischen Fauna angetroffen werden. Beeindruckende Canyons mit markantem Felsgestein zieren die Wüsten an verschiedenen Orten. Die Vereinten Nationen stuften die Wüste Gobi als viertgrößtes Biosphärenreservat der Welt ein.

Yolyn Am (Tal der Adler)

Der Canyon Yolyn Am am Berg Zuun Saikhan, welcher seit 1965 unter besonderem Schutz steht, wird geziert von seinen charakteristischen Eisformationen, welche bis in den Juli hinein zu sehen sind. Auch hier leben die auffälligen Riesenwildschafe (Argalis) und Steinböcke, welche von Wanderern am besten in den frühen Morgenstunden in ihrer freien Wildbahn beobachtet werden können.

Die Umgebung, welche etwa 62km nordwestlich der Stadt Dalanzadgad liegt, bietet mit ihren hohen Felsformationen ein atemberaubendes Panorama, welches zu den schönsten des gesamten Landes gehört. Am Eingang gibt es ein kleines Museum, welches ebenfalls sehenswert ist.

Riesendüne Khongoryn Els

Die größtes Sanddüne des Landes, Khongoryn Els, erstreckt sich über beeindruckende 180 Kilometer durch den Süden der Mongolei. Diese und andere Dünen der Umgebung erzeugen ein außergewöhnliches Geräusch, welches vom sagenumwobenen „singenden Sand“ erzeugt wird.

Laut der Lehre von Einheimischen gehen die Töne auf die Aktivitäten von mysteriösen „Dünengeistern“ zurück. In der Nähe des Flusses Khonghor am nördlichen Ende der Düne liegt eine blühende Oase voller Leben und einer abwechslungsreichen Vegetation.

Bajandsag

Die Fundstätte zahlreicher überaus wichtigen Fundstücke aus dem Bereich der Paläontologie liegt bei Bajandsag. Hier entdeckte der berühmte Amerikanische Forscher Roy Chapman im Jahr 1923 das erste Nest mit Dinosaurier-Eiern, welches jemals auf Erden gefunden und wissenschaftlich dokumentiert wurde. Bis heute werden an dieser Stelle noch immer neue Objekte gefunden, die für die Wissenschaft der Lebewesen aus vergangenen Erdzeitaltern von besonderer Bedeutung sind.

Geschichte

Frühzeit und Antike

Hunne mit Reiterbogen

Hunne mit Reiterbogen

Zu den Völkern, welche bereits in den Jahrhunderten vor Christus im Gebiet der heutigen Mongolei lebten, zählen die Hunnen und die Xiongnu. Nachdem einige Hunnen von den Xiongnu vertrieben wurden, stürmten sie im 4. Jahrhundert nach Europa und sorgten dadurch für den Beginn der Völkerwanderung. Nach den Xiongnu lebten verschiedene Steppenvölker im Gebiet der Mongolei, von denen einige bis heute in diesem Teil der Welt geblieben sind. Dazu zählen die Xianbi, die Uiguren und die Kirgisen.

Mongolisches Weltreich

Dschingis Khan

Dschingis Khan

Im 13. Jahrhundert gelang es Dschingis Khan, die Stämme der Region zu vereinen und im Folgeschritt große Heerzüge durchzuführen, wodurch ein gigantisches Weltreich aufgebaut werden konnte, welches von China bis Europa reichte.

Ab dem 16. Jahrhundert zerfiel das mongolische Reich in Einzelteile und löste sich letztendlich auf.

Chinesische Vorherrschaft

Nach Auflösung des Mongolenreiches kontrollierten chinesische Mandschu-Kaiser sowohl die Innere Mongolei (heutiges China) als auch die äußere Mongolei und schlugen einige Aufstände der mongolischen Bevölkerung nieder.

Als es im Jahr 1911 zur chinesischen Revolution kam, konnte sich die Mongolei mit Unterstützung Russlands für unabhängig erklären. Es wurde zunächst eine lamaistische Monarchie errichtet.

Sowjetische Vorherrschaft

Im Jahre 1924 wurde die Mongolei nach Russland das zweite kommunistische Land der Welt. Der äußerste Nordwesten (Republik Tuwa) wurde Teil Russlands. Die innere Mongolei fiel in die Hände Chinas, was bis heute anhält.

In den 1960er und 1970er Jahren konnte die Alphabetisierung des Landes stark vorangetrieben werden und die Nahrungsmittelversorgung verbesserte sich.

Unabhängige Mongolei

Im Zuge des Zusammenbruchs der Sowjetunion öffnete sich die Mongolei der freien Marktwirtschaft und wurde in den 1990er Jahren eine der ersten funktionierenden Demokratien Asiens.

Visum

Deutsche Staatsangehörige können in die Mongolei einreisen und sich dort für bis zu 30 Tage aufhalten, ohne dass ein Visum benötigt wird (seit dem 01.09.2013). In jedem Fall wird für die Einreise ein gültiger Reisepass benötigt. Der deutsche vorläufige Reisepass wird akzeptiert, der Personalausweis allerdings nicht. Kinder benötigen ihr eigenes Reisedokument.

Wer sich dazu entscheidet, länger als die visafrei erlaubten 30 Tage im Land zu bleiben, muss sich innerhalb von sieben Tagen nach der Einreise bei der Immigrationsbehörde der Mongolei anmelden. Vor der Ausreise ist in diesem Fall zusätzlich eine Abmeldung vonnöten, um ein Ausreisevisum zu bekommen und das Land problemlos verlassen zu können.

Visum für Schweizer, Österreicher

Österreicher, Schweizer und die meisten anderen Europäer benötigen für die Einreise ein Visum. Dieses muss bei der zuständigen Auslandsvertretung der Mongolei im Land des Reisenden beantragt werden.

Wenn es im entsprechenden Land keine Botschaft der Mongolei gibt, kann nach offiziellen Angaben das Visum direkt vor Ort am Flughafen von Ulan Bator (Visa On Arrival)bezogen werden. Es sollte in diesem Fall durch eine einladende Person mit der Immigrationsbehörde der Mongolei geklärt werden, dass jemand auf diese Weise das Land bereist. Reisende sollten eine schriftliche Bestätigung dieser Behörde bei der Reise bei sich tragen, um an Bord eines Flugzeugs gelassen zu werden, welches in die Mongolei fliegt. Die Konditionen bezüglich der Ausstellung am Flughafen können sich jederzeit ändern und es wird für Reisende aus Ländern, die nicht vom Visum befreit sind, empfohlen, nach Möglichkeit ein Visum im Vorfeld zu beantragen. Für längerfristige Aufenthalte, die nicht touristischer oder geschäftlicher Art sind, wird grundsätzlich für Personen aller Nationalitäten ein Visum benötigt.

Transit

Reisende sollten beachten, dass es am Flughafen von Ulan Bator keinen Transitraum gibt. Aus diesem Grund wird für jeden Aufenthalt ein Visum benötigt für Personen aus Ländern, die nicht vom Visum befreit sind.

Wetter und Klima

Ulan Bator Klima

Ulan Bator kann kann prinzipiell auch im Winter bereist werden, es handelt sich in dieser Zeit jedoch eher um einen Ort für Hartgesottene. Reisende sollten so viel warme Kleidung wie möglich mitnehmen, da die nächtlichen Tiefstwerte von Dezember bis Februar meist zwischen -20 und -30°C liegen, an bestimmten Tagen auch noch kälter. Auch am Tage steigen die Temperaturen meist nicht über -10°C.

Im Frühjahr von März bis April klettern die nächtlichen Tiefstwerte langsam von -20°C auf 0°C, wobei es tagsüber häufig noch Werte unter Null Grad gibt, allerdings auch schon Temperaturen bis +10°C.

Im Sommer von Mai bis September liegen die Tageshöchstwerte in der Regel bei 15 bis 20°C. Auch nachts friert es nur noch selten und um Juli und August bleiben die Werte sogar nachts über 10°C. Zu dieser Zeit kommen die meisten Besucher nach Ulan Bator. Es handelt sich um die schönste Zeit des Jahres, allerdings werden mitunter die Hotelzimmer knapp und/oder die Preise steigen deutlich.

Im kurzen Herbst von Oktober bis November nehmen die Tageshöchstwerte allmählich ab und sinken auf Werte um -10°C, während die nächtlichen Tiefstwerte auf durchschnittlich -15°C absinken (im November). Der meiste Regen fällt in der Mongolei im Juli und im August, gefolgt vom Juni und September, während im Rest des Jahres kaum Niederschlag fällt.

Währung, Geld und Kosten

Tögrög Tugrik Symbol, Zeichen, Sign

Tögrög Symbol

Die Währung der Mongolei trägt den Namen Tögrög, manchmal auch in der Schreibweise Tugrik (oder Tugrig) zu finden. Das internationale Kürzel der Währung ist MNT und das Symbol ist ein T, welches mit zwei horizontalen Linien versehen wurde.

Es existiert die Untereinheit Möngö, welche historisch verwendet wurde, heute jedoch im täglichen Zahlungsverkehr keine Rolle mehr spielt. 100 Möngö entsprechen einem Tögrög. Für einen Euro bekommt man grob 2400 Tögrög (aktuelle Kurse bitte auf entsprechenden Währungsportalen überprüfen, beispielsweise auf www.xe.com).

Geldscheine und Münzen

Tögrög Tugrik Geld Mongolei Banknote

Mongolisches Geld: 500 Tögrög Geldschein

Es existieren Banknoten der Werte 1, 5, 10, 20, 50, 100, 500, 1000, 5000, 10000 und 20000 Tögrög. Noten der Werte 1 und 5 sind allerdings sehr selten zu finden, da ihr Wert inzwischen verschwindend gering ist. Es existieren darüber hinaus Scheine der Werte 10, 20 und 50 Möngö, welche allerdings quasi nicht im Umlauf zu finden sind, sondern hauptsächlich von Sammlern aufbewahrt werden.

Die Münzen, welche in der Vergangenheit geprägt wurden, tragen die Werte 20, 50, 100, 200 und 500 Tögrög. Diese werden allerdings in der Praxis nicht mehr verwendet.

Bargeldeinfuhr und Ausfuhr

Es kann beliebig viel Bargeld in Tögrög und in anderen Währungen in die Mongolei eingeführt werden. Dies muss jedoch bei der Einreise deklariert werden. Es sollte beachtet werden, dass bei der Ausreise maximal die bei der Einreise deklarierten Beträge ausgeführt werden dürfen (abzüglich der Kosten für Geldwechsel).

Geld wecheln

Außerhalb der Mongolei ist es schwierig, sich mit mongolischen Tögrög zu versorgen. Direkt nach der Ankunft jedoch, am Flughafen, am Bahnhof oder an der Grenze gibt es hinreichende Möglichkeiten zum Tausch. Das Umtauschen wird dringend empfohlen, da innerhalb der Mongolei per Gesetz festgelegt ist, dass alle Zahlungen in der Landeswährung erfolgen müssen. Zahlungen in US Dollar oder Euro sind dementsprechend illegal und werden auch bei höchst attraktiven Angeboten von Einheimischen selten akzeptiert. Darüber hinaus wird empfohlen, die Belege für den Umtausch von Bargeld sowie Rechnungen für Hotels und Transport bis zur Ausreise sicherheitshalber aufzubewahren.

In Ulan Bator gibt es Wechselstuben, welche 24 Stunden am Tag geöffnet haben. An vielen Orten werden inzwischen nicht nur US Dollar, sondern auch Euros akzeptiert. Es wird sehr auf die Unversehrtheit von Banknoten geachtet. Beschädigte oder verschmutzte Scheine werden häufig entweder zu einem schlechteren Kurs umgetauscht oder gar nicht angenommen. Weiterhin sollte beachtet werden, dass zahlreiche Falschgeld-Noten im Umlauf sind. Aus diesem Grund sollte nur bei offiziellen Wechselstuben oder Banken getauscht werden.

Bei Reisen in Gebiete außerhalb von Ulan Bator sollte im Vorfeld genügend Bargeld in Landeswährung getauscht werden. Es gibt zwar einige Zentren außerhalb der Hauptstadt, in denen getauscht werden kann. Dies ist jedoch in den meisten Fällen mit mehr Aufwand und weniger guten Wechselkursen verbunden.

Bargeld am Automaten abheben

Es gibt in Ulan Bator mittlerweile zahlreiche Geldautomaten verschiedener Banken, an denen Bargeld in Landeswährung abgehoben werden kann. Dies funktioniert in den meisten Fällen problemlos über die Nutzung von Kreditkarten. Einige Bankkarten (EC/Maestro) funktionieren bei bestimmten Banken ebenfalls, allerdings sollten Reisende dies im Vorfeld des Aufenthalts mit ihrer Hausbank besprechen, da die Akzeptanz auf individuellen Verträgen beruht. Die besten Chancen haben Kunden mit einer Sparkarte der Postbank (Plus-System). Außerhalb von Ulan Bator gibt es kaum die Möglichkeit der Bargeldversorgung über Automaten.

Reisende sollten prinzipiell das Limit ihrer Bank für generelle Abhebungen und im speziellen für Abhebungen aus dem Ausland beachten und diese im Vorfeld des Aufenthalts in der Mongolei bei Bedarf erhöhen. Darüber hinaus sollte beachtet werden, dass die meisten Automaten der Mongolei nur ein bestimmtes Maximum pro Abhebevorgang erlauben. Dieses liegt in den meisten Fällen bei 400.000 Tögrög.

Bargeldlose Zahlungen

In den moderneren Hotels, Restaurants, Autovermietungen und Geschäften, in denen regelmäßig Touristen verkehren, kann mit Kreditkarte bezahlt werden (primär Mastercard und Visa).

Öffnungszeiten der Banken

Die meisten Banken, welche in der Mongolei operieren öffnen von Montag bis Freitag zwischen 9.30 und 12.00 Uhr und von 14.00 bis 15.30 Uhr.

Reiseschecks

In einigen Banken und Wechselstuben in Ulan Bator werden Reiseschecks angenommen. Sie sollten in US Dollar oder Euro ausgestellt sein.

Unterkunft

Günstig: Jurte und Camping

Jurte in der Mongolei

Jurte

Die authentische Behausung in der Mongolei ist die Jurte, ein traditionelles Nomadenzelt. Dementsprechend liegt es nahe, ebenfalls im Zelt zu nächtigen, wenn Geld gespart werden soll. Außer in den Naturschutzgebieten und auf Privatgrund darf überall im ganzen Land kostenlos wild gezeltet werden.

Darüber hinaus stehen Dutzende von Touristencamps an zahlreichen Orten innerhalb der Mongolei zur Verfügung. Die meisten sind von Mai bis Oktober geöffnet. Häufig gibt es Restaurants, Bars, Toiletten, Duschen und andere Elemente einer modernen Infrastruktur im Einzugsgebiet des Touristencamps.

Mittleres Niveau

Zahlreiche kleinere Hotels bieten hinreichenden Komfort zu noch akzeptablen Preisen. Viele Hotels mittleren Niveaus liegen im Einzugsgebiet der UNESCO Road und der Embassy Road in Ulan Bator.

Red Rose Hotel

Das relativ komfortable und ziemlich saubere Red Rose Hotel gilt als einer der führenden Anbieter des Landes. Es liegt im Zentrum von Ulan Bator, so dass interessante Bereiche der Stadt fußläufig erreicht werden können. Insgesamt stehen 34 Zimmer mit zur Verfügung, darunter auch Optionen auf höherem Niveau. Auf jedem Zimmer gibt es einen Fernseher und kabelloses Internet. Die Preise beginnen bei etwa 40 Euro pro Nacht.

Red Rose Hotel, Amarbayasgalant, Embassy Rd, Tel.: +976 11 312 427

Luxushotels in der Mongolei

The Blue Sky Hotel and Tower

The Blue Sky Hotel and Tower

The Blue Sky Hotel and Tower

Im höchsten Gebäude der Stadt Ulan Bator können luxusverwöhnte Reisende eine besonders exquisite Welt voller Komfort, hervorragender Ausstattung und bestem Service erleben. Im Blue Sky Hotel and Tower gibt es modern ausgestattete Zimmer mit Flachbild-Fernseher, Minibar und Badewanne. Für das leibliche Wohl sorgen die verschiedenen Restaurants des Hauses, wobei zwischen chinesischer, japanischer, koreanischer und westlicher Küche gewählt werden kann. Ein gut ausgestattetes Business Center, ein großzügiges Wellness Center, eine Sauna und ein ansehnlicher Pool runden das Angebot des Blue Sky Hotel and Tower ab. Es liegt zentral im Geschäftsviertel von Ulan Bator, fünf Minuten zu Fuß vom Sukhbaatar-Platz und 20 Minuten Fahrt vom Bahnhof. Die Preise pro Zimmer beginnen bei etwa 200 Euro.

The Blue Sky Hotel and Tower, Peace Avenue 17, Sukhbaatar District, 1st Quarter, Ulan Bator, Mongolei, Tel.: +976 7010 0505

Anreise

Die meisten Besucher der Mongolei aus Europa erreichen das Land über den Luftweg. Eine Bahnverbindung steht dank der transsibirischen Eisenbahn ebenfalls zur Verfügung. Einige Abenteuerreisende fahren vereinzelt mit dem eigenen KFZ oder per Anhalter in die Mongolei.

Mongolei Flüge

Chinggis Khaan International Airport, Ulan Bator Flughafen

Chinggis Khaan International Airport

Der internationale Flughafen der Mongolei, Chinggis Khaan International Airport, kann von Deutschland aus per Direktflug mit der staatlichen Fluggesellschaft der Mongolei (MIAT) erreicht werden (Von Berlin-Tegel und saisonal von Frankfurt).

MIAT fliegt ebenfalls ab Russland (Moskau-Sheremetyevo), China (Erenhot, Peking, Hongkong), Korea (Seoul-Incheon) und Japan (Tokio-Narita).

Weitere Gesellschaften, die Flüge nach Ulan Bator anbieten, sind Turkish Airlines (von Istanbul-Atatürk und Bischkek), Korean Air (von Seoul-Incheon), Aeroflot und Air China.

Transsibirischen Eisenbahn

Transsibirischen Eisenbahn

Transsibirischen Eisenbahn

Es gilt für viele Menschen in Europa als Traum, einmal eine weite Strecke mit der transsibirischen Eisenbahn zurückzulegen.

Ein Zweig dieser berühmten Eisenbahn führt in seiner Verlängerung nach Ulan Bator. Eine weitere Zugverbindung existiert von China aus (Abfahrt in Peking).

PKW

Die Einreise in die Mongolei mit einem eigenen PKW über Osteuropa und Russland ist grundsätzlich möglich. Es wird empfohlen einen der folgenden Grenzübergänge zu wählen, da andernfalls Probleme an der Grenze entstehen können.

Die meisten Reisenden nutzen den Übergang von Altanbulag/Khiagt (Selenge Aimag), welcher täglich von 8.00 bis 19.00 Uhr geöffnet ist oder den bei Tsgaan-Nuur/Tashanta (Bayan Ulgii Aimag) (täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet).

Hin und wieder kann es zu Kraftstoffversorgungsproblemen kommen. Es wird empfohlen, Ersatzkanister mitzuführen.

Fortbewegung im Land

Weite Strecken liegen zwischen den einzelnen Teilen der Mongolei, wobei die Entfernung vom Osten des Landes zum Westen länger ist als der Weg von Berlin nach Moskau. Wer am schnellsten vorwärts kommen möchte und es sich leisten kann, fliegt mit dem Flugzeug von einem Ort zum anderen.

Flugverbindungen, Airports

Die Mongolei verfügt neben dem Chinggis Khaan International Airport von Ulan Bator über mehr als 40 weitere Flughäfen. Direkte Verbindungen von Orten außerhalb von Ulan Bator gibt es jedoch nur selten. Reisende sollten wissen, dass bei Inlandsflügen innerhalb der Mongolei mit einem Sicherheitsstandard zu rechnen ist, welcher deutlich unter dem internationalen Niveau liegt.

Buchung, Preise und Flug

Flugtickets werden in der Mongolei meist noch klassisch am Schalter gekauft. Es gibt mittlerweile auch Online-Services (z.B. unter www.flightsmongolia.com), dort bekommt man jedoch nicht die günstigsten Preise. Üblicherweise sollte man sich innerhalb der Mongolei befinden, um einen Inlandsflug zu buchen, oder eine Reiseagentur damit beauftragen, beispielsweise auf www.discovermongolia.mn/flights_domestic.php. Zu den ortsansässigen Reiseagenturen, bei denen Tickets vor Ort gekauft werden können, zählen AirTrans, AirTicket, AirMarket, AirLink, MonAirTour, AirChamber, AirTravel und AviaComMongolia.

Die Preise für Touristen sind üblicherweise deutlich höher als für Einheimische. Wer also einen Mongolen oder eine Mongolin kennt, der/die bereit wäre, Tickets zu kaufen, kann bares Geld sparen! Es sollte allerdings berücksichtigt werden, dass in den meisten Fällen in US Dollar bezahlt werden muss (bar oder per Kreditkarte). Selbst wenn in Tögrög bezahlt werden kann ist die Rate in US Dollar meist besser. Die Preise liegen je nach Strecke, Saison und Nachfrage bei 50 bis 400USD für Inlandsflüge, 5- bis 16-jährige und Studenten (mit Studentenvisum) zahlen den halben Preis und Kinder unter 5 Jahren fliegen kostenlos.

Grundsätzlich sollten Tickets so früh wie möglich gekauft werden, da manche Flüge bereits Monate im Vorfeld ausgebucht sein können, selbst im Winter. Besonders in der Hochsaison von Juli bis August werden Tickets knapp. In Ulan Bator können Hin- und Rücktickets gekauft werden, allerdings muss die Reservierung am Zielflughafen bestätigt werden, da an vielen Orten noch immer kein funktionierendes elektronisches Buchungssystem existiert. Flüge von Ulan Bator können grundsätzlich leichter gebucht werden, als Flüge dorthin. Wer eine Strecke auf dem Landweg zurücklegen möchte, hat es dementsprechend leichter, den Weg von Ulan Bator aus zu fliegen und in die entgegengesetzte Richtung zu fahren.

In der Vergangenheit wurden Flüge häufig erheblich überbucht, sodass viele Reisende trotz gültiger Reservierung nicht an Bord ihres gewünschten Fluges gehen konnten. Es wird daher empfohlen, rechtzeitig am Flughafen zu erscheinen um einzuchecken. Weiterhin sollte berücksichtigt werden, dass die Flughafengebühr von 2000 Tögrög noch immer nicht in den Ticketpreis integriert wurde und vor Ort bezahlt werden muss. Mit dem Kauf des Flugtickets sind üblicherweise keine Sitzplatzreservierungen verbunden, sodass Reisende erst nach Betreten des Flugzeugs sehen können, welcher Sitzplatz frei ist. Stehplätze werden im Flugverkehr der Mongolei nicht vergeben. Aufgrund von Problemen mit verlorenem Gepäck wird empfohlen, falls möglich, nur mit Handgepäck zu reisen.

Fluglinien der Mongolei

MIAT

Die staatliche Airline MIAT flog ursprünglich zu den meisten Orten innerhalb der Mongolei. Mittlerweile mangelt es jedoch an funktionierenden Maschinen und die private Konkurrenz hat weite Teile des Fluggeschäfts übernommen.

Zu den noch unterhaltenen Routen zählen Verbindungen von Ulan Bator nach Mörön, Arvaikheer, Altai, Khovd und Dalanzadgad. Während die Flugzeuge der Gesellschaft teilweise recht betagt sind, verfügt MIAT über die erfahrensten Piloten. Auf den internationalen Routen werden moderne Flugzeuge eingesetzt.

Aero Mongolia

Die Gesellschaft Aero Mongolia, welche seit 2003 operiert, fliegt regelmäßig von Ulan Bator aus zu zahlreichen Zielen innerhalb der Mongolei, darunter Khovd, Tavantolgoi, Ölgii, Ulaangom, Altai, Donoi, Murun, Dalanzadgad, Choibalsan, Ovoot und Oyu Tolgoi. Darüber hinaus gibt es einige Charterflüge.

Es sollte berücksichtigt werden, dass lediglich 15kg Gepäck erlaubt sind (inklusive Handgepäck). Jedes zusätzliche Kilogramm kostet 2500 Tögrög. Die Gesellschaft vergrößerte sich seit ihrer Gründung regelmäßig und erweiterte zuletzt im Jahr 2012 ihr Kontingent um ein weiteres Flugzeug, eine zusätzliche Fokker 50.

EZ Nis

Weitere Inlandsflüge der Mongolei werden von EZ Nis unterhalten, der Fluglinie, welche als sicherste des Landes gilt. Sie fliegt von Ulan Bator nach Khovd, Ölgii, Ovoot, Choibalsan, Tavantolgoi und Ulaangom, wobei weitere Verbindungen geplant sind. Der Name EZ Nis setzt sich zusammen aus EZ im Sinne von „easy“ im amerikanischen Englisch und Nis, was auf deutsch Flug bedeutet. Die bessere Sicherheit muss bei EZ Nis in den meisten Fällen mit höheren Preisen bezahlt werden.

Blue Sky Aviation

Die bequemste Variante, innerhalb der Mongolei zu fliegen, wird von Blue Sky Aviation angeboten. Es handelt sich um eine kleine Maschine mit neun Sitzen, die fast in jeden Winkel des Landes fliegt. Dementsprechend sind die Preise deutlich teurer.

Orientierung und Navigation

Vielerorts gibt es den „Mongolia Road Atlas“, ein Werk, welches die Wege der Mongolei auf über 60 Seiten übersichtlich beschreibt. Es gibt eine Version in lateinischer und eine in kyrillischer Schrift, wobei Reisende aus Europa die lateinischen Buchstaben sicher besser verstehen, allerdings Bewohner der Landes eher die kyrillischen, insbesondere in Gegenden des Landes, in denen man sich aufhält, wenn man nach dem Weg fragen muss.

Die Benutzung eines Systems mit Straßennamen hat sich in der nomadisch geprägten Mongolei noch nicht etabliert. An dem ein oder anderen Ort, besonders in Ulan Bator mag es bereits Straßennamen und Postleitzahlen geben, sie sind jedoch häufig den Einheimischen nicht bekannt. Die Orientierung verläuft stattdessen in Bezug auf besondere Gebäude oder sonstige auffällige Merkmale. Wenn es darum geht, sich bei Einheimischen nach dem rechten Weg zu erkundigen, bringt dementsprechend eine geschriebene Adresse häufig kaum etwas. Stattdessen wird empfohlen, Fotos der gewünschten Destination oder der Umgebung in gedruckter oder digitaler Form bei sich zu führen, da auf diese Weise die Chance größer ist, jemanden zu finden, der aushelfen kann.

KFZ-Verkehr

Reisende sollten nicht zu sehr überrascht sein, wenn ein Transportmittel auf halber Strecke ausfällt. Es gehört zum Alltag, dass Fahrzeuge es nicht schaffen, ihr Ziel zu erreichen, zumindest nicht ohne unterwegs notdürftig repariert zu werden. Falls alle Reparaturversuche missglücken und Hilfe geholt werden muss, kann es nicht selten einen gesamten Tag (oder auch länger) dauern, bis die Reise weitergeht.

Es wird davon abgeraten, Fahrten in der Mongolei ohne Fahrer oder Begleitung eines Einheimischen durchzuführen. Was auf Karten als Hauptstraße eingezeichnet ist, entpuppt sich vor Ort nicht selten als schlammiger, sandiger Pfad, in dem ein paar Reifenspuren zu sehen sind. Ähnlich wie die nomadisch lebende Bevölkerung des Landes ihren Standort wechselt so verschieben sich auch mitunter die Wege, welche genutzt werden. Straßenschilder sind dementsprechend im gesamten Land äußerst selten zu sehen.

Mietwagen

Autovermietungsfirmen vermieten ihre Fahrzeuge üblicherweise mit einem Fahrer, welcher es gewohnt ist, sich am Steuer eines Fahrzeugs durch das unwegige Terrain der Mongolei zu bewegen. Der Anbieter Drive Mongolia (Tel.: 011 312 277 oder 9911 8257, www.drivemongolia.com) erlaubt es internationalen Besuchern des Landes, selbst am Steuer zu sitzen, allerdings muss stets ein Begleitungsfahrzeug mit einem Fahrer des Unternehmens bei der Fahrt dabei sein oder ein Fahrer auf dem Beifahrersitz des gemieteten PKWs. Offiziell genügt ein deutscher Führerschein für das Fahren eines Fahrzeugs in der Mongolei für Reisende.

Taxis

Es gibt offizielle und inoffizielle Taxis in Ulan Bator. Es wird grundsätzlich empfohlen, die offiziellen zu benutzen, da auf diese Weise das Risiko vermindert werden kann, einem Opfer eines Betrugs zu werden.

Falls kein offizielles Taxi zur Verfügung steht, ist besondere Vorsicht geboten. Es kann passieren, dass der Fahrer zunächst einen deutlich überhöhten Fahrpreis verlangt und bei Nichtzahlen zu drastischen Maßnahmen zum Nachteil der Insassen greift. Es sind Fälle bekannt, in denen zusteigende Personen dem Fahrer beim Ausrauben der Insassen helfen (Trickbetrüger). Um diese Probleme zu vermeiden kann ein offizielles Taxi bestellt werden.

Die größte Taxigesellschaft der Mongolei ist Noyon Zuuch Taxi (Tel.: 1950). Die Preise schwanken je nach Benzinpreis und sollten im Vorfeld der Fahrt im Hotel erfragt werden.

Bus fahren

Es gibt einige Fernbusse und Minibusse, welche sowohl zwischen als auch innerhalb von Städten operieren. Die Preise sind meist relativ günstig, allerdings sollten sich Reisende auf lange Fahrten über nicht asphaltierte Straßen einstellen. Weiterhin gibt es keine Sitzplatzgarantie sondern stark überfüllte Fahrzeuge.

Zug, Bahn

Einige Teile der Mongolei können über den nationalen Schienenverkehr bereist werden (www.mtz.mn). Insgesamt sind mehr als 1800km Strecke für den Personenverkehr in Betrieb. Es gibt tägliche Verbindungen von Ulan Bator nach Sühbaatar, Darhan, Saynshand, Dsamyn-Uud, Choir und und Erdenet. Zusätzlich gibt es eine Schienenverbindung im Osten der Mongolei, zwischen Ereenzaw und Bajantumen. Einige Industriegebiete können über Nebenstrecken mit der Bahn erreicht werden. Die Reise mit dem Zug kann relativ lange dauern, bietet jedoch akzeptablen Komfort und kostet allerdings vergleichsweise wenig.

Zu Fuß, Wandern, Trekking

Innerhalb des Zentrums von Ulan Bator können Reisende viele Wege zu Fuß zurücklegen, da zahlreiche Bereiche auf kurzer Strecke zu erreichen ist. Es ist relativ leicht sich zurechtzufinden, da es eine zentrale Hauptstraße gibt, in deren Nähe sich zahlreiche Gebäude der Stadt befinden. In den Stadtteilen außerhalb des Zentrums, wo primär Jurten zu finden sind, wird es jedoch etwas schwieriger, den richtigen Weg zu finden.

In der Ikh Toiruu Street gibt es einen kleinen Laden der mongolischen Regierung, in welchem für wenig Geld sehr nützliche Straßenkarten verkauft werden. Etwas einfacher und zeitsparender verläuft der Kauf der Karte am Flughafen.

Handy, Smartphone, Internet

Vorwahlen, Rufnummern und Top-Level-Domain

Die Landesvorwahl für die Mongolei lautet +976 (oder 00976). Reisende sollten darüber hinaus die Landesvorwahl ihres Heimatlandes kennen, beispielsweise +49 (oder 0049) für Deutschland, +43 (oder 0043) für Österreich oder +41 (oder 0041) für die Schweiz. Die Top-Level-Domain für Internetseiten aus der Mongolei lautet „.mn“.

Mobilfunk, Prepaid SIM

In Ulan Bator gibt es mittlerweile zahlreiche Orte, an denen eine SIM-Card eines lokalen Anbieters erworben werden kann. Roaming ist ebenfalls möglich, wird allerdings wegen der hohen Gebühren nicht empfohlen. Für die Nutzung einer mongolischen SIM-Karte wird ein mobiles Endgerät ohne SIM-Lock benötigt. Wer kein entsprechendes Telefon bei sich führt, kann innerhalb verschiedener kleiner Shops in Ulan Bator fündig werden. Die Spannbreite reicht von einfachen Geräten für wenige Euro bis hin zu modernen Smartphones.

Mobicom Corporation

Mobicom Corporation

Mobicom Corporation

Der größte Mobilfunkanbieter der Mongolei ist die Mobicom Corporation, welche im Jahre 1996 mit japanischer Hilfe als erster Handy-Provider des Landes gegründet wurde. Der Anbieter unterhält zahlreiche Filialen in Ulan Bator und anderen Teilen des Landes. Mobicom bietet Zugang zum Mobilfunknetz über GSM-900 und GSM-1800 Mhz, GPRS, EDGE und seit 2009 auch über 3.5G sowie mobilen Internetzugang über 2100 Mhz HSDPA (und HSUPA).

Unitel

Der Anbieter Unitel, welcher im Jahre 2006 mit koreanischer Hilfe gegründet wurde, gilt als zweitgrößter des Landes (nach Mobicom) und verzeichnet jährlich deutliche Zuwächse an Kunden. Er ermöglicht seinen Kunden den Zugang zum Mobilfunknetz über GSM-900 Mhz, GPRS, EDGE, 2100 MHz HSDPA und HSUPA sowie seit 2009 auch über 3G. Das Netzwerk erreicht mittlerweile etwa 90% der Bevölkerung der Mongolei.

G-Mobile

Das im Jahr 2006 gegründete Unternehmen G-Mobile konzentriert sich auf den Aufbau von Mobilfunkabdeckung in weniger besiedelten Gebieten der Mongolei. Es benutzt die CDMA2000-Technologie (450 Mhz) und bietet auch mobilen Internetzugang.

Skytel

Der vierte Anbieter, dessen Technologie in der Mongolei genutzt werden kann, ist Skytel.

Internet

Der Zugang zum Internet ist während eines Aufenthalts in der Mongolei in verschiedenen Hotels möglich. In vielen Fällen können sowohl Gäste als auch kurzzeitige Besucher den Internetzugang, welcher sich häufig in den Business Centers der Hotels befindet, für ein entsprechendes Entgelt nutzen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Internet-Cafés, die den Zugang zu günstigen Tarifen anbieten.

Zu den Internetprovidern des Landes gehören Bodicomputers (www.mongolnet.mn), MagicNet (www.magicnet.mn) und Micom (www.micom.com). Außerhalb von Ulan Bator und einigen anderen besiedelten Gebieten des Landes gibt es Internet-Zugang primär über mobile Verbindungskanäle.

Internet Cafés

Zahlreiche Internet-Cafés befinden sich mittlerweile an vielen Orten in Ulan Bator. Einige etablierte Anbieter ermöglichen den Zugang schon seit vielen Jahren, während andere regelmäßig neu eröffnen (und auch teilweise schnell wieder schließen). Sie liegen meist in den belebteren Stadtvierteln, und an Orten, wo internationale Besucher oder Studenten verkehren.

Oasis Nightclub Internet Café

Auf einer Terrasse mit gemütlichen Sitzgelegenheiten befindet sich einer der besten Orte des Landes für das Surfen im Internet. Hier gibt es auch Pizza und andere Gerichte.

Das Oasis Nightclub Internet Café liegt in der Seoul Street hinter einem gelben HiFi-Geschäft (Tel.: +976 990 37063, Email: jennie@mongolianresorts.com).

Chris

Eines der größtes Internet Cafés von Ulan Bator, Chris, liegt im größten Kino der Stadt. Die Geschwindigkeit kann überzeugen und der Preis hält sich in Grenzen. Eine weitere Filiale liegt an der Nord-Süd-Hauptstraße auf dem Hügel östlich des Sky Department Store.

Bodicomputer Internet Cafe

Das Bodicomputer Internet Cafe liegt in der Seoul Street neben dem Hangai Hotel.

Internet Center Solongo Restaurant

Im Solongo Restaurant in der Natsagdorj Street können Kunden ebenfalls für günstiges Geld im Internet surfen.

Tel.: +976 11 318485 oder 318436, Email: bodicom@mongolnet.mn. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10.00 bis 19.00 und Samstag 10.00 bis 19.00 Uhr.

Essen

Mongolei Essen, Mongolische Küche

Mongolische Gerichte (Bild: discovermongolia.mn)

In der mongolischen Küche nehmen Fleisch und Milchprodukte eine zentrale Rolle ein, da die nomadisch lebenden Bewohner des Landes primär als Selbstversorger von den Erzeugnissen ihrer Tiere leben.

Die mongolische Ernährung gilt als die fleischreichste der Welt. In erster Linie landet das Fleisch von Ziegen, Schafen, Yaks sowie Pferden, Rindern und Kamelen auf dem Teller.

Suppen sind ziemlich populär, da sie im Winter warm halten und relativ leicht zuzubereiten sind. Besonders beliebt sind weiterhin verschiedene Formen von Teigtaschen, die auch europäischen Gaumen munden mögen. Viele gehaltvolle Getränke, Speisen und Snacks werden aus Milch oder Sahne zubereitet. Beilagen gab es traditionell etwas weniger, inzwischen haben sich Reis, Nudeln und mitunter auch einige Gemüsearten etabliert.

Nationalgericht Boodog

Boodog Mongolei Nationalgericht

Boodog (Bild: gobieducation.org)

Das Nationalgericht der Mongolei, Boodog, wird zu besonderen Anlässen zubereitet. Es handelt sich meist um Murmeltiere oder junge Ziegen, die auf eine einzigartige Weise zubereitet werden:

  • Das Tier wird zunächst geschlachtet, aufgehängt und aufgeschnitten. Das Fell wird zusammen mit der darunter liegenden Haut abgezogen und in einem Stück belassen. Einige der Innereien werden später Teil des Gerichts, darunter die Nieren und die Leber, welche meist mit Zwiebeln und Salz verfeinert werden, andere Teile, die nicht verzehrt werden sollen, werden entfernt.
  • Im nächsten Schritt werden Steine genommen, stark erhitzt und mit dem Fleisch in die Haut des Tieres gegeben. Danach verschnürt der Koch die Haut des Tieres. Das Fell wird mit Feuer versengt und zusammen mit der obersten Hautschicht entfernt. Kleine Löcher werden in die Haut gestochen, so dass kein Überdruck entsteht, welcher den Boodog zum Platzen bringen könnte.
  • Nach etwa ein bis zwei Stunden kann das Fleisch der Haut entnommen und verzehrt werden. Zunächst werden allerdings die Steine entfernt und unter den Anwesenden verteilt. Die mongolische Lehre besagt, dass durch das Halten dieser Steine die Lebensgeister geweckt werden.
  • Danach wird die besondere Speise serviert, wobei zunächst das Fleisch gereicht wird und danach separat die Suppe, welche sich im Inneren des Tieres gebildet hat. Sie gilt ebenfalls als Delikatesse.

Gefüllte Teigtaschen

Zur mongolischen Küche gehören verschiedene Versionen gefüllter Teigtaschen. Am bekanntesten sind die Varianten Buuds, Bansch und Chuuschuur, welche sich nicht sehr durch ihre Zutaten unterscheiden, sondern durch ihre Größe, Form und Zubereitung.

Zur Füllung gehört üblicherweise Yak- oder Hammelfleisch, manchmal auch Rindfleisch, welches mit Zwiebeln, Knoblauch, Salz, Kümmel und je nach Verfügbarkeit und Geschmack auch anderen Gewürzen verfeinert wird. Bei der Zubereitung wird zunächst Mehl mit Wasser vermengt und ein runder Batzen aus dem entstehenden Teig geformt. Danach werden Fleisch und sonstige Zutaten hinzugegeben.

Buuds

Das Wort Buuds stammt vom chinesischen Baozi, welches eine Form der traditionellen chinesischen Teigtaschen beschreibt. Die mongolische Variante enthält häufiger Fleisch vom Yak und manchmal auch Fenchel und andere Kräuter. Als Beilage sind Kartoffelbrei, Kohl oder Reis mitunter recht beliebt. Die Teigtaschen der Buuds umgeben ihren Boden und die Seiten, während sie nach oben hin offen sind.

Im Gegensatz zum Chuuschuur werden sie nicht gebraten oder frittiert, sondern gedünstet, wobei der umgebende Teig die Flüssigkeiten aus der Füllung und somit auch ihren Geschmack aufnimmt. Buuds gelten als besonders beliebt während des mongolischen Neujahrsfestes (Tsagaan Sar) und können in zahlreichen Restaurants und an Ständen und Buden probiert werden.

Bansch

Bansch gelten als die optisch ansprechendste Variante der mongolischen Teigtaschen. Es ist etwas Geschick erforderlich, um sie entsprechend kunstvoll zu formen. Zunächst wird der Teig in 2cm dicke runde Stücke getrennt, die danach ausgerollt werden, bis kreisrunde Stücke mit einem Durchmesser von etwa 7cm entstehen. In der Mitte sollte der Teig etwas dicker sein als an den Rändern. Das Teigscheibchen wird in der flachen Hand gehalten, gefüllt und von Mongolen gekonnt in kleine Schiffchen geformt. Als nächstes werden die Bansch gedämpft und heiß serviert.

Chuuschuur

Bei der Zubereitung von Chuuschuur werden die Teigstücke nach der Befüllung auf die Hälfte gefaltet, bis Teigtaschen in Form eines Halbkreises entstehen. Diese werden geschlossen durch das Aufeinanderpressen des Teigs an der Seite, an welcher die Füllung hinzugegeben wurde. Danach werden die Chuuschuur in Öl gebraten oder frittiert, bis sie leicht gebräunt sind. Sie werden heiß gegessen und dabei in der Hand gehalten, was als gesund für die Durchblutung gilt. Neben der halbkreisförmigen Variante gibt es auch Chuuschuur, die flach und rund sind. Prinzipiell sind Chuuschuur etwas größer als die Varianten Buuds und Bansch.

Süßspeisen

Boortsog

Das Buttergebäck Boortsog wird aus Mehl, Butter, Wasser und Zucker hergestellt und traditionell in Schafsfett frittiert, heute auch in Pflanzenöl. Wer es besonders süß mag, kann sie mit Honig bestreichen. Weniger süße Varianten werden auch mit Butter und/oder Käse gegessen.

Gambir

Die dünnen mongolischen Pfannkuchen, Gambir, basieren auf Mehl, Wasser und Zucker. Sie werden an vielen Ständen in Ulan Bator und anderen Orten des Landes beidseitig in der Pfanne gebraten und zum Verkauf angeboten, manchmal mit Honig oder Marmelade.

Ul Boov (Schuhsohlenkuchen)

Der Ul Boov, welcher wegen seiner auffälligen Form auch als Schuhsohlenkuchen bezeichnet wird, zählt zu den Süßspeisen, welche traditionell zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten oder im Rahmen des mongolischen Neujahrsfestes „Tsagaan Sar“ zubereitet werden. Der Kuchen, welcher auf einem einfachen Teig basiert, wird in großer Anzahl zubereitet oder beschafft und aus den einzelnen Exemplaren wird ein Turm gebaut, der mit weiteren kleinen Küchlein und anderen Süßigkeiten gefüllt wird, bis sich ein beeindruckendes Bild ergibt.

Getränke

Tee

Der Tee, wie er in der Mongolei getrunken wird, unterscheidet sich deutlich vom Tee, wie er in Europa oder anderen Teilen der Welt zubereitet wird. Während in westlichen Ländern gerne mit Zucker gesüßt wird, bereiten Mongolen ihren Tee mit Salz zu. Manchmal werden kleine Snacks hinzugefügt wie beispielsweise Reis, Nudeln oder gefüllte Teigtaschen. Insofern liegen Tee und Suppe in der Mongolei relativ nah beieinander.

Suutei Tsai

Besonders beliebt unter Mongolen ist die Variante Suutei Tsai (gesalzener Tee mit Milch), welche zu fast jeder Mahlzeit getrunken werden kann.

Banschtai Tsai

Beim Banschtai Tsai wird schwarzer Tee gesalzen, mit Bansch versehen und mit Milch serviert.

Milchgetränke

Neben Teegetränken zählen auf Milchprodukten basierende Getränke zu den beliebtesten in der Mongolei.

Airag

Für die Herstellung von Airag werden Stuten gemolken und die erhaltene Milch wird durch ein Tuch gesiebt. Danach wird sie mit einem hölzernen Stampfer mehrmals hintereinander kräftig gerührt. Der fertige Airag schmeckt leicht säuerlich und enthält ein wenig CO2 und bis zu 2% Alkohol.

Isgelen Tarag (Kefir)

Der Isgelen Tarag unterscheidet sich deutlich vom Kefir, wie er in Supermärkten in Europa erhältlich ist. Er wird aus der Milch von Yaks oder Kühen gewonnen (manchmal auch von Ziegen oder Schafen) und enthält Kohlensäure und Alkohol.

Mongol Arkhi

Der Mongol Arkhi ist ein Spirituose, welche in den meisten Fällen auf Isgelen Tarag basiert. Einige Varianten werden auch aus Airag hergestellt.

Mongolischer Wodka (Tsagaan Arkhi)

Der Wodka fand seinen Einzug in die Mongolei durch den Einfluss Russlands. Er wurde von der Bevölkerung wohlwollend angenommen und verbreitete sich sehr schnell im gesamten Land. Bei geselligen Veranstaltungen wird in der Mongolei häufig Wodka gereicht und gemeinsam getrunken. Mittlerweile gibt es verschiedene Wodka-Sorten, welche ausschließlich aus einheimischen Zutaten hergestellt werden.

Verhaltensregeln

Begrüßung

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Mongolische Familie

Wenn sich Männer untereinander begrüßen ist ein einfacher Handschlag in Ordnung, begleitet von einem leichten Nicken mit dem Kopf. Von der Person, welche erscheint, wird üblicherweise die aktivere Rolle bei der Begrüßung erwartet. Unter guten Freunden gibt es eine leichte Umarmung.

Frauen begrüßen sich untereinander etwas zaghafter als in südlicheren Kulturen. Ein Händeschütteln kommt vor, allerdings bleibt es in den meisten Fällen bei einer verbalen Begrüßung ohne Körperkontakt.

Bei Begrüßungen zwischen Männern und Frauen hängt es von verschiedenen Faktoren ab, wie der Prozess abläuft. Ältere Personen können etwas lockerer, direkter und zwangloser miteinander umgehen, während bei jüngeren Mongolen meist die Geschlechter unter sich bleiben. Bei zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts, die miteinander sprechen oder auch nur beieinander sitzen wird schnell angenommen, sie seien ein Paar.

Insgesamt sind die Umgangsformen in der kühlen Mongolei etwas zurückhaltender, distanzierter und formeller. Selbst Familienmitglieder und enge Freunde umarmen sich üblicherweise nicht bei der Begrüßung, es sei denn, sie haben einander über einen langen Zeitraum nicht gesehen.

Gesprächsführung

Während die körperlichen Umgangsformen eher zurückhaltend verlaufen, geht es bei der verbalen Kommunikation umso direkter zu. Mongolen äußern schnell und direkt, wer und was ihnen gefällt oder was ihnen nicht passt.

Dabei spiegelt der Abstand zwischen zwei Personen, die miteinander kommunizieren, meist ihre Nähe zueinander wider. Zwischen Männern und Frauen sollte während des Gesprächs kein Körperkontakt stattfinden, da er suggeriert, sie seien ein Pärchen. Das Berühren der Knie oder Beine einer Frau durch einen Mann, selbst nur für einen kurzen Augenblick, gilt als obszön und sollte vermieden werden.

Zwischen Männern darf hingegen schon ein wenig Kontakt stattfinden. Ebenfalls nicht im Bereich der Knie oder Beine, allerdings auf nette Art die Hand auf die Schulter zu legen gilt als freundschaftliche Geste. Prinzipiell leben Mongolen so gut wie immer zusammen, daher gilt es als äußert unüblich, viel Zeit alleine zu verbringen oder sich zu weit von einer Gruppe zu entfernen.

Zu den üblichen Gesprächsthemen zählen die offensichtlichen Fragen, welche zunächst besprochen werden sollten, beispielsweise wie der Weg des Erscheinenden war, wie es den Tieren der Gastgeber geht, der Familie im allgemeinen und wie das Wetter ist. Erst nach genügend Zeit und engerem Kontakt können persönlichere Dinge angesprochen werden. Prinzipiell sollte es jedoch vermieden werden, über unangenehme Dinge zu sprechen wie beispielsweise Krankheiten oder Gefahren. Es wird als schlechtes Omen angesehen und wird demjenigen, der es anspricht keine Sympathien bescheren. Auf der Reise in einem Flugzeug (oder anderem Transportmittel) sollte nicht über möglich Schäden und oder Unfälle mit Todesfolge gesprochen werden, auch nicht im Scherz.

Geschlechterrollen

Frauen verrichten innerhalb der mongolischen Gesellschaft die Mehrheit der anfallenden Arbeiten. Dafür erhalten sie, wenn überhaupt, nur wenig Lob, da es als selbstverständlich erachtet wird.

Männer kümmern sich um eine geringere Anzahl an Tätigkeiten, darunter das Hüten von Tieren, simple Arbeiten, die Kraft erfordern, wie Polizist oder Fahrer. Natürlich gibt es Ausnahmen, speziell unter wohlhabenden Familien mit Kontakten zu westlichen Ländern, deren männliche Mitglieder beispielsweise als Geschäftsführer, Architekt oder Politiker tätig sind.

Berufe wie Bankmitarbeiter, Buchhalter, Übersetzer und Lehrer bei denen tatsächlich fleißig gearbeitet werden muss, werden zu zwei Dritteln bis drei Vierteln von Frauen durchgeführt, während Männer in Führungspositionen eher einen genügsamen Lebensstil pflegen und viel Zeit mit lockeren Gesprächen unter Freunden und Bekannten verbringen.

Höhere Positionen werden häufig nicht von Frauen erreicht, ganz gleich wie talentiert, erfahren und eifrig sie sind. Talent und Einsatz wird in der mongolischen Gesellschaft für Frauen grundsätzlich kaum belohnt. Es wird von Ihnen erwartet, dass sie Kinder bekommen und ihren Verpflichtungen gegenüber ihrem Mann und ihrem Kindern nachkommen. Vielen Mongolen ist bekannt, dass in westlichen Ländern ein anderer Standard gilt. Von nicht-mongolischen Frauen wird in der Mongolei nicht erwartet, dass sie sich durchgängig verhalten wie Einheimische.

Höflichkeit beim Warten

Wo sich in Städten aus vielen Teilen der westlichen Welt Schlangen von Menschen bilden, entstehen in der Mongolei unförmige Ansammlungen von aggressiv drängelnden Personen, ähnlich wie in vielen anderen Teilen Asiens. Egal ob vor dem Kartenverkaufsschalter, dem Bus oder einem Stand auf dem Markt, nicht selten setzen Mongolen ihren Körper zu ihrem Vorteil ein, um zum Ziel zu gelangen.

Ein Stoß mit dem Ellenbogen hier und ein Tritt mit dem Fuß da sind keine Seltenheit. Wer mit der in westlichen Ländern üblichen Höflichkeit agiert, verliert. Ähnlich wie ein Wolf seine Stärke im Rudel demonstriert und Anerkennung und Vorteile erhält, so bekommt man auch in Mongolei eher zum Erfolg, wenn man sich auf gefühlt dreiste Art nimmt, was man möchte.

Zeitverständnis

Im Land der weiten Steppen kommt es selten auf die Minute an. Wenn nicht gerade eins der beliebten Pferderennen ansteht, sollte man innerhalb der Mongolei nicht damit rechnen, dass etwas besonders schnell erledigt wird. Transportmittel wie Busse, Züge und selbst Flugzeuge fahren/fliegen nicht selten später los und kommen noch später an.

Ähnlich verhält es sich bei Verabredung zwischen Einheimischen. Sie erscheinen üblicherweise dann, wenn sie soweit sind, und nicht, wenn irgendeine Zeit ist, welche eventuell vereinbart wurde. Dieses Prinzip gilt ebenso für die Post, das Geschäftsleben und viele Teile des gesellschaftlichen Geschehens in der Mongolei. Es gilt nicht als unhöflich zu spät zu kommen, besonders wenn man auf dem Weg zufällig jemanden trifft, mit dem man ein paar Worte wechseln kann.

Geschenke

Bei der Einladung zu einer mongolischen Familie wird es gern gesehen, wenn Gäste ein kleines Geschenk mitbringen. Dieses sollte grundsätzlich verpackt sein. Es eignen sich kleine Dinge, welche das Land des Besuchers repräsentieren. Zu wertvolle Gaben sollten vermieden werden, da sie zu Unwohlsein und Schwächegefühl beim Gastgeber/Empfänger führen könnten.

Prinzipiell wird in der Mongolei Wodka sehr geschätzt, daher eignet er sich in den meisten Fällen gut als Mitbringsel bei einer Einladung eines Einheimischen. Noch beliebter sind westliche Spirituosen wie beispielsweise Whiskey oder Wein. Geschenke werden üblicherweise relativ schnell und vor den Augen des Schenkenden geöffnet, es sein denn, es wird darauf hingewiesen, dass es in Ruhe zu einem späteren Zeitpunkt geschehen soll.

„Fettnäpfchen“

Es gilt als unanständig, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Die ganze Hand zu verwenden, wird eher akzeptiert.

Den Daumen zwischen Mittelfinger und Zeigefinger zu legen gilt als obszöne Geste und sollte vermieden werden. Es entspricht dem „Stinkefinger“ in westlichen Ländern.

Niemals sollte man mit seiner Fußsohle auf einen anderen Menschen zeigen, da dies suggeriert, man hält ihn für Dreck.

Sprache und Verständigung

Mongolische Schrift, Alphabet

Mongolische Schrift

Die offizielle Sprache der Mongolei ist Mongolisch, eine Sprache, welche von nahezu allen Bewohnern des Landes gesprochen und verstanden wird. Lediglich im Westen gibt es eine Minderheit, die kein Mongolisch versteht, sondern Kasachisch spricht. Wer ein wenig Mongolisch sprechen kann, hat in der Mongolei deutliche Vorteile. Die Sprache gilt jedoch als äußerst schwierig zu lernen, da sie sich deutlich von europäischen Sprachen unterscheidet.

Es wird eine eigene Schrift verwendet, eine stark abweichende Grammatik und kaum Worte, die in westlichen Sprachen zu finden sind. Darüber hinaus gibt es einige Laute im Mongolischen, welche für Europäer fast gleich klingen, jedoch die Bedeutung eines Wortes signifikant ändern (z.B. das mongolische Wort „Us“, welches je nach Aussprache „Wasser“ oder „Haar“ bedeuten kann). Es gibt etwa zehn verschiedene Dialekte der Sprache, die sich in unterschiedlicher Weise, teilweise recht deutlich, voneinander unterscheiden. Als Amtssprache wird der Khalha-Dialekt genutzt.

Seit 2005 wird an vielen Schulen des Landes Englisch gelehrt, jedoch können sich die meisten Einheimischen nicht auf Englisch verständigen. Ältere Mongolen, die zur Zeit der Sowjetunion in der Mongolei aufwuchsen, können häufig ein wenig bis sehr gut Russisch. Wer also des Russischen mächtig ist, wird es demzufolge in der Mongolei vielerorts leichter haben. Aufgrund zahlreicher Handelsbeziehungen und vieler Menschen chinesischer Herkunft, die in der Mongolei leben, wird an einigen Orten auch Chinesisch verstanden und gesprochen. Schätzungen zufolge sprechen mehr als 30000 Bewohner der Mongolei deutsch, also immerhin einer von hundert. Viele davon leben in Ulan Bator und arbeiten teilweise in der Hotel- und Touristik-Branche.

Nachtleben, Nightlife, Party

Mongolei Ulan Bator Nightlife Party im UB Palace

Ulan Bator Nightlife im UB Palace

Neben den grenzenlosen Weiten der dünnbesiedelten Landstriche bietet die Mongolei auch ein paar Hotspots zum Abfeiern. Besonders in Ulan Bator sammeln sich seit einigen Jahren verstärkt Bars, Clubs und Diskotheken, allerdings auch in den anderen Städten des Landes entsteht langsam aber stetig ein Angebot für feierwillige Reisende, Expats und aufgeschlossene Einheimische.

Grand Khaan

Im Irish Pub „Grand Khaan“, einem der angesagtesten Orte der Mongolei, können Reisende ein Bier oder andere Getränke genießen, während Livebands aus der Mongolei und anderen Länder für die richtige Stimmung sorgen. Der Pub, welcher als einer der modernsten und beliebtesten im gesamten Land gilt, bietet auch kulinarisch eine reichhaltige Auswahl. Gäste können tagsüber aus einem Mix aus westlicher Küche, asiatischen und mongolischen Speisen wählen, welche in einer warmen, herzlichen Atmosphäre verzehrt werden können.

Grand Khaan, 1st Khoroo, Seoul Street, Sukhbaatar District, 976 Ulan Bator, Mongolei, Tel.: +976 11 33 6666, Webseite: www.gk-irishpub.mn

Oasis

Im Oasis treffen sich Reisende aus aller Welt, Expats und weltoffene Mongolen und Mongolinnen. Der moderne und stylische Club, welcher von einem Expat geführt wird, kann sich meist über eine große Besucherzahl freuen. Er bietet die Möglichkeit, in einer besonderen Atmosphäre mit anderen Reisenden oder Einheimischen in Kontakt zu treten. Aus den Boxen dröhnen Bässe von elektronischer Musik, Dance oder Pop. Für Menschen aus der Mongolei ist der Eintritt frei, andere zahlen 2500 Tögrög. Bier kostet 2000 Tögrög (Heineken, Budweiser oder Mongol) und Shots oder Longdrinks etwas mehr. Gemütliche Sofas stehen zum Entspannen zur Verfügung und es gibt eine ansprechende Terrasse sowie eine großzügig dimensionierte Bar mit stilvollen Barhockern.

Oasis, Seoul Street, Ulan Bator, Mongolei, Tel.: 011 311 719

Strings

Im Strings, dem Club, welcher zum White House Hotel gehört, finden etwa 200 Personen Platz. Es handelt sich um das El Dorado für partyhungrige Expats in Ulan Bator. Tagsüber wird westliche Küche serviert, die unter der Leitung eines deutschen Kochs zubereitet wird, und es herrscht eine eher ruhige, aber herzliche Atmosphäre. Abends geht die Post ab, während elektronische Musik von internationalen DJs aufgelegt wird und regelmäßig Livebands auftreten. Ab und zu gibt es die Mongolian Folk Cultural Live Show und Musik von einer Gruppe aus den Philippinen. Der Eintritt beträgt etwa 4 Euro, die Preise für Mahlzeiten liegen bei etwa 8 Euro.

Strings, Amarsanaa Street, P.O Box 772, 210524 Ulan Bator, Mongolei, Tel.: 367845, Email: strings@whitehouse.mn

UB Palace

Der UB Club, welcher sich über weitläufige Räumlichkeiten erstreckt, bietet viel Platz und hostet regelmäßig Veranstaltungen mit zahlreichen Künstlern. Zum gemischten Programm gehören Rockbands, Metal Acts und Hiphop-Auftritte. Teilweise gibt es mehr als zehn verschiedene Acts an einem einzigen Abend. Darüber hinaus stehen Billard-Tische bereit und eine reichhaltige Auswahl an Drinks. Der Eintritt variiert je nach Programm, wobei von 5000 Tögrög als ungefähre Größe ausgegangen werden kann.

UB Palace, Juulchin Gudamj, 976 Ulan Bator, Mongolei

Mojito Cocktail House

Das moderne Mojito Cocktail House bietet eine stilvolle, saubere und moderne Umgebung für Cocktail-Liebhaber, Urlauber, Expats und Locals, die einen schönen Abend erleben möchten. Es gibt fünf verschiedene Mojitos und zahlreiche weitere exotische Cocktails sowie schmackhafte Speisen.

Mojito Cocktail House, 2nd floor, Exquisite Center, Seoul Street, Ulan Bator, Mongolei, Tel.: +976 7710 0808, Email: mojito@bluemon.mn

Reise-und Sicherheitshinweise

Gewaltkriminalität/Diebstahl

Die Gefahr, in der Mongolei Opfer eines gewalttätigen Aktes zu werden, kann als prinzipiell gering eingestuft werden. Es kam jedoch in Ulan Bator in einigen Gebieten, welche verstärkt von Touristen besucht werden, zu vereinzelten Überfällen. Es wird davon abgeraten, nach Anbruch der Dunkelheit zu viel Zeit an unbekannten Orten alleine zu verbringen. An belebten Orten wie Stadtzentren, Einkaufspassagen und Kneipen sollten Reisende wachsam bleiben, da es zu Taschendiebstahl kommen kann.

Politische Situation

Vereinzelt kam es in der jüngeren Vergangenheit der Mongolei zu Unruhen innerhalb der Bevölkerung, in wenigen Fällen auch verbunden mit Gewalt. Im September 2013 gab es eine politische Demonstration in Ulan Bator, bei der auch Schüsse fielen. Reisenden wird empfohlen, sich von potentiell auftretenden Demonstrationen und größeren Menschenansammlungen fern zu halten.

Trunkenheit

Nicht selten können in der Mongolei Personen angetroffen werden, die unter dem Einfluss gewaltiger Mengen von Alkohol stehen. In den meisten Fällen geht von ihnen kaum eine Gefahr aus, in einigen Fällen können sie jedoch zu einem Problem für Reisende werden.

Gesundheit

In der Mongolei, einem Land, welches zum größten Teil von Natur geprägt ist, gibt es wunderschöne Landschaften fernab der modernen westlichen Zivilisation. Diese Abgeschiedenheit birgt jedoch auch Gefahren. Die Körper der Menschen, welche seit Generationen in der Mongolei leben, haben sich den besonders schwierigen Lebensumständen angepasst, während für Europäer zahlreiche Risiken für ihre Gesundheit bestehen. Es wird empfohlen, vor dem Aufenthalt in der Mongolei mit einem Reisemediziner zu sprechen, um potentielle Gefahren zu erkennen und zu minimieren. Insbesondere Personen, welche häufig unter gesundheitlichen Problemen leiden, sollten sich gut auf eine Reise in die Mongolei vorbereiten und die folgenden Hinweise beachten.

Auslandskrankenversicherung

Reisende sollten vor einem Auslandsaufenthalt grundsätzlich eine Reisekrankenversicherung abschließen, um unnötige potentielle Kosten zu vermeiden und Risiken zu senken. Für die Mongolei kann dieser Schutz besonders wichtig sein, da hier viele Gesundheitsgefahren lauern, da es an Ausstattung und medizinischer Versorgung mangelt. Reisende sollte eine Versicherung wählen, die in der Mongolei und möglichen Transitländern gültig ist und eine Reiserückholversicherung beinhaltet.

Impfschutz

Impfungen sind für die Einreise in die Mongolei nicht verpflichtend vorgeschrieben, werden jedoch dringend empfohlen. Die Gefahr, sich mit einer Krankheit zu infizieren, gegen die auch üblicherweise in Deutschland geimpft wird, ist in der Mongolei in vielen Fällen deutlich höher. Zu den Impfungen, welche grundsätzlich auch in Deutschland empfohlen werden, zählen Diphtherie, Influenza, Masern, Mumps, Pertussis, Polio, Röteln, Tetanus und Tollwut. Zu den Reiseimpfungen zählen üblicherweise Hepatitis A und in bestimmten Fällen auch Hepatitis B und Typhus. Genaueres und sonstiger Impfschutz sollte im individuellen Expertengespräch geklärt werden.

Expertengespräch

Die vielfältigen Gesundheitsgefahren der Mongolei im Zusammenspiel mit der individuellen medizinischen Historie des Reisenden sollte rechtzeitig vor der Abreise mit einem Reisemediziner besprochen werden, welcher sich in diesem Teil der Welt auskennt und idealerweise auch über aktuelle Informationen verfügt. Eine Empfehlung kann in den meisten Fällen vom Hausarzt ausgesprochen werden. Zu den Themen des Beratungsgesprächs mit dem Reisemediziner gehören die körperliche Verfassung des Reisenden, konkrete Gesundheitsgefahren in der Mongolei, empfohlener Impfschutz und die Zusammenstellung einer Reiseapotheke.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung in der Mongolei liegt auf einem sehr niedrigen Stand im Vergleich zu Mitteleuropa. Es mangelt häufig an einfachsten Apparaten, notwendigen Medikamenten und Hygienestandards. Es ist schwierig einen Arzt zu finden, der Englisch, Französisch oder Deutsch sprechen kann. In den meisten Fällen wird die Verständigung in Bezug auf medizinische Themen problematisch für Reisende, die sich nicht in der mongolischen Sprache verständigen können. Die Situation hat sich in den letzten Jahren verbessert, birgt allerdings nach wie vor enorme Risiken für Reisende.

Hygiene

Reisende sollten sich regelmäßig die Hände waschen, besonders beim Umgang mit Tieren oder kranken Menschen. Es sollte nur Wasser getrunken werden, welches aus verschlossen gekauften Behältnissen stammt, alternativ auch gefiltertes/abgekochtes Wasser. Auch zum Waschen von Lebensmitteln, zum Geschirrspülen und Zähneputzen sollte lediglich Wasser dieser Art verwendet werden. Eiswürfel sollten vermieden werden. Nahrungsmittel sollten von Insekten fern gehalten werden und gut gekocht oder gebraten sein, nicht lauwarm.

Krankheiten

HIV

In der Mongolei gibt es prozentual weniger Fälle von HIV-Infizierten Menschen als in Mitteleuropa. Reisende sollten jedoch auf die Benutzung von Kondomen nicht verzichten, insbesondere beim Geschlechtsverkehr mit Prostituierten oder wenig bekannten Personen.

Pest

Vereinzelt kann es in der Mongolei noch immer zu Pest-Erkrankungen kommen. Die Krankheit wird in den meisten Fällen von Nagetieren oder Flöhen übertragen. Das Risiko ist jedoch sehr gering.

Tuberkulose (TBC/Schwindsucht)

Die Mongolei gehört zu den Ländern, in denen Tuberkulose noch eine Bedrohung darstellt. Teilweise sind die Erreger der Krankheit gegen traditionelle Medikamente resistent.

HFMD (Hand-, Fuß- und Mundkrankheit)

Zahlreiche Fälle von HFMD traten in der Mongolei zwischen 2008 und 2014 auf, dabei ein Großteil innerhalb von Ulan Bator. Die Krankheit kann bei Komplikationen zum Tod führen. Regelmäßiges Händewaschen verringert das Risiko.

Anthrax (Milzbrand)

Regelmäßig erkranken Menschen in der Mongolei an Anthrax, einer Krankheit, die in schweren Fällen zum Tod führen können. Vermeidung des Kontaktes mit Tieren und konsequente Händehygiene kann das Risiko für Reisende reduzieren.