Kambodscha Reiseführer, Reisetipps, Tourismus


HauptstadtPhnom Penh
SprachenKhmer (Amtssprache)
StaatsformMonarchie
Fläche181.040 km²
Einwohner14,1 Millionen (~76 Einwohner pro km²)
WährungRiel (KHR) und US Dollar
Telefon-Vorwahl +855
ZeitzoneUTC+7
NationalflaggeKambodscha Flagge

Kambodscha Flagge

Denkt man an einen Urlaub in Südostasien, ist Kambodscha sicherlich nicht das erste Urlaubsziel, das einem in den Sinn kommt. Zu dunkel sind die Schatten, die seit der Herrschaft der Roten Khmer und den Massenmorden durch Pol Pot, die Wahrnehmung vieler Reisender trügen. Auch heute noch steht Kambodscha vor dem Problem, von einer quasi-diktatorischen Regierung geführt und ausgebeutet zu werden. Hinter diesem Schleier aus Korruption und Gewalt können neugierige Besucher jedoch ein Land voll einzigartiger Geschichte und natürlicher Schönheit entdecken.

Seit sich Kambodscha vor einigen Jahren dem Tourismus geöffnet hat, wächst nicht nur die Zahl der Urlauber, auch die Infrastruktur wird zunehmend ausgebaut und gestärkt. Zwar mag es für manche bedenklich sein, einen Staat (durch Besuch und Ausgaben) zu unterstützen, der laut Transparency International zu den 20 korruptesten Ländern der Welt gehört, dafür spricht allerdings, dass die Regierung seit der touristischen Öffnung des Landes nur deutlich schwieriger verhindern kann, dass neue Gedanken und Informationen ihren Weg in die Köpfe der Menschen finden. Ein Urlaub in Kambodscha kann also nicht nur wunderschöne Erinnerungen schaffen , sondern auch Raum für neue Ideen im Land der Gastgeber mit sich bringen.

Kambodscha Tempel

Kambodscha Tempel: Der beeindruckende Dschungeltempel Ta Prohm in Angkor.

Mit knapp 15 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 181.035 qkm ist Kambodscha im südostasiatischen Vergleich eher durchschnittlich bevölkert. Die größte Stadt im Land ist Phnom Penh, mit rund zwei Millionen Einwohnern. Die Hauptbevölkerungsgruppe in Kambodscha sind mit etwa 90% die Khmer.

Städte und Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Städte, Provinzen, Regionen und Sehenswürdigkeiten in Kambodscha:

Angkor Wat

Angkor Wat Cambodia

Angkor Wat Cambodia

Die beeindruckende gigantische Tempelanlage des alten Khmer Reichs ist der größte Touristenmagnet im Land und für viele Reisende der ausschlaggebende Grund für einen Besuch Kambodschas. Es empfiehlt sich, mindestens einen ganzen Tag oder besser gleich mehrere Tage für den Besuch des riesigen Areals einzuplanen.

Battambang

Battambang ist die zweitgrößte Stadt des Landes und ein beliebtes Touristenziel. Die Architektur der Kolonialzeit und die zahlreichen Attraktionen der Umgebung locken jedes Jahr viele Besucher in die Stadt.

Kampot

Eine alte Hafenstadt, die als Ausgangspunkt für verschiedene touristische Unternehmungen dient und mit prächtiger Kolonialarchitektur zu beeindrucken weiß. Zudem ist die Stadt der ideale Ausgangspunkt für eine Reise in den Bokor Nationalpark.

Kep

Eine idyllische Küstenstadt, die einige Attraktionen zu bieten hat, vor allem aber durch die vom Kolonialstil geprägte Architektur und ihren ursprünglichen Charme bezaubert.

Koh Kong

Koh Kong Insel Kambodscha

Koh Kong

Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Südwesten hat sich in den vergangenen Jahren, vor allem durch den zunehmenden Ökotourismus, bei vielen Urlaubern ins Blickfeld geschoben.

Koh Tonsay

Die Insel liegt etwa fünf Kilometer südwestlich von Kep und wird von Touristen, vor allem aufgrund der weiten Sandstrände und den zahlreichen Korallenriffen, geschätzt, die zum Schwimmen und Schnorcheln einladen.

Kratie

Die Stadt am Mekong dient vor allem als Zwischenstopp auf dem Landweg von Phnom Penh in das laotische Champasak und erfreut sich bei Touristen einer zunehmenden Beliebtheit.

Phnom Penh

Phnom Penh

Phnom Penh: Blick auf den zentralen Markt

Die Hauptstadt Kambodschas ist zugleich das kulturelle Zentrum und bietet Urlaubern neben zahlreichen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten ein turbulentes Nachtleben.

Mehr zu Phnom Penh auf unserer Detailseite.

Preah Vihear

Die Provinz ist ein guter Ausgangspunkt für den Besucher der Tempelanlagen von Preah Vihear, die seit 2008 zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Aufgrund von Streitigkeiten mit Thailand warnt das Auswärtige Amt zur Zeit jedoch ausdrücklich vor einem Besuch der Region.

Siem Reap

Siem Reap ist der ideale Ausgangspunkt für einen Besuch der Tempelanlagen von Angkor Wat und zugleich die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Neben gehobene Hotels und edlen Restaurants findet hier auch einen Großteil des Nachtlebens in Kambodscha statt. In der Pub Street feiern jeden Nacht Backpacker und Touristen aus aller Welt.

Sihanoukville

Eine idyllische Küstenstadt, die als Ausgangspunkt für verschiedene Sehenswürdigkeiten und touristische Unternehmungen wie Tauchen oder Trekking dient. Sihanoukville hat sich auch zu einem beliebten Partyort für Backpacker entwickelt.

Tonle Sap

Tonle Sap

Tonle Sap See im Sonnenuntergang

Der Tonle Sap ist der größte See in ganz Südostasien und ist vor allem durch seinen Fischreichtum bekannt, der stark die kambodschanische Küche beeinflusst. Einen Ausflug mit einer der verschiedenen Fähren sollte sich kein Tourist entgehen lassen.

Geschichte

Nach einer Reihe dauerhafter kriegerischer Auseinandersetzungen im 17. und 18. Jahrhundert, in denen die benachbarten Länder Thailand und Vietnam große Teile des Landes eroberten, wandte sich die kambodschanische Führung an Frankreich, um eine endgültige Übernahme durch die beiden Nachbarstaaten zu unterbinden.
Bereits 1863 wurde das Land auf diese Weise zu einem französischen Protektorat. Ab dem Jahr 1884 setzte Frankreich eigene Beamte ein um die Staatsgeschäfte zu leiten und degradierte Kambodscha damit de facto zu einer Kolonie. Zwar blieb die Monarchie in Kambodscha offiziell bestehen, das Geschick des Landes leiteten jedoch ab jetzt die Franzosen.

Das Schicksal Kambodschas schien im Laufe des zweiten Weltkriegs allerdings erneut eine Wendung zu nehmen. Nach der Besatzung durch japanischen Truppen kündigte Kambodscha im Jahr 1945 einseitig alle Verträge mit Frankreich. Nach der offiziellen Niederlage Japans besetzten allerdings die Briten den südostasiatischen Staat und setzten erneut die Franzosen als Schutzmacht ein. Dies führte zu einem beinahe zehn Jahre anhaltenden Guerillakrieg, der erst 1954 durch die Anerkennung der Unabhängigkeit Kambodschas seitens Frankreich sein Ende fand.

Während des Vietnamkriegs bemühte sich Kambodscha um eine neutrale Haltung. Nachschublager im Osten des Landes sowie die Versorgung der nordvietnamesischen Truppen über de Ho Chi Minh Pfad, zogen das Land jedoch in den Strudel der Auseinandersetzungen. Nachdem amerikanischen Truppen begonnen hatten das Land gezielt zu bombardieren, stürzten einige Offiziere die kambodschanische Regierung in einem blutigen Staatsstreich. Später wurde General Lohn Nol, der den Putsch anführte, zum Präsidenten des Landes, woraufhin dieser die Republik Khmer ausrief und sich aktiv an der Bekämpfung der nordvietnamesischen Truppen beteiligte. Die Einigkeit im Lande hielt jedoch nicht lange an. Rasch entwickelte sich eine Bürgerkriegsbewegung gegen die neue Regierung, welche es den Roten Khmer erlaubte im Jahre 1975 Phnom Penh zu erobern und Pol Pot als neuen Ministerpräsidenten einzusetzen. Es folgte ein jahrelanges Terrorregime, welches erst 1979 mit der Hilfe vietnamesischer Truppen beendet werden konnte.

Aber auch das brachte dem Land keine Ruhe. Es folgte eine Zeit heftiger Auseinandersetzungen mit dem Nachbarland, welches versuchte seinen Einfluss auf Kambodscha zu verstärken. Erst nachdem Vietnam im Jahre 1989 seine Truppen endgültig abzog, schlossen die verschiedenen Bürgerkriegsparteien 1991 einen Waffenstillstand.

Dennoch gab es weiterhin Auseinandersetzungen. Vor allem die Roten Khmer boykottierten die beschlossenen Neuwahlen, woraufhin die UN mit Sanktionen antwortete, die wiederum Gegenmaßnahmen der Roten Khmer zur Folge hatten. Erst 1998 ergaben sich schließlich die letzten Truppen der gefürchteten Bürgerkriegspartei. Die Unruhen zwischen den verschiedenen Gruppierungen bestimmten dennoch weiterhin das politische Klima in Kambodscha. Seit 2004 leitet nun ein neuer König die Geschicke der konstitutionellen Monarchie. Faktisch bestimmt allerdings der kambodschanische Premierminister Hu Sen seit nunmehr 28 Jahren das Geschehen im Land.

Visum

Wer als deutscher Staatsangehöriger nach Kambodscha einreisen möchte, benötigt in jedem Fall ein Visum. Es bestehen verschiedene Möglichkeiten eines solches Visum einzuholen. In jedem Fall sollte sich der Urlauber (sofern er nicht beabsichtigt, ein Visa on Arrival zu beantragen) frühzeitig um diese Angelegenheit kümmern, da die fehlende Genehmigung neben dem Verbot der Einreise noch weitere Probleme mit sich bringen kann.

Der erste Weg führt über die kambodschanische Botschaft in Berlin. Die Gültigkeit eines dort beantragten Touristenvisums beträgt drei Monate. Die Gültigkeitsdauer besagt allerdings nur, dass der Urlauber in diesen drei Monaten einreisen muss. Die eigentliche Aufenthaltsdauer beträgt maximal einen Monat und berechtigt zum einmaligen Besuch des Landes. Die Bearbeitungszeit liegt in der Regel bei etwa fünf Geschäftstagen und die Kosten belaufen sich auf 30,00 €.

Doppelvisum Kambodscha und Thailand

Darüber hinaus stellt die kambodschanische Botschaft ein Doppelvisum für Kambodscha und Thailand aus. Dieses Visum berechtigt zur einmaligen Einreise in beide Länder, verursacht jedoch beim Besuch des zweite Landes zusätzliche Kosten. Die Gebühr für ein solches Doppelvisum beläuft sich ebenfalls auf 30,00 €. Zudem sollte das Dokument mindestens dreieinhalb Monate vor Reiseantritt beantragt werden.
Als weiterführenden Service bietet die kambodschanische Botschaft weiterhin die Beantragung eines sogenannten Sofort-Visums für einen Preis von 45 Euro an.
Antragsformulare für die verschiedenen Visa finden sie hier: http://emb-cambodia.active-city.net/ .

E-Visum beantragen

Eine weitere Möglichkeit zur Einreise besteht durch die Beantragung des sogenannten E-Visums. Diese vorerst virtuelle Genehmigung berechtigt jeden Urlauber zu einer einmaligen Einreise in das Land mit einer Aufenthaltsdauer von maximal 30 Tagen. Der Elektronische Antrag sollte mindestens zwei bis drei Wochen vor Reiseantritt gestellt werden und beläuft sich auf Kosten von rund 25,00 €, welche nur online mit einer Kreditkarte beglichen werden können. Die Bearbeitungszeit beträgt lediglich drei Werktage.

Nachdem sie ein Formular ausgefüllt haben und die Kosten via Kreditkarte beglichen haben, erhalten sie das Visum per E Mail. Dieses kann nun einfach ausgedruckt und bei der Einreise nach Kambodscha vorgezeigt werden. Es ist allerdings ratsam zwei Exemplare mit sich zu führen, da eine der Kopien an den Grenzübergängen einbehalten wird.

Es gilt jedoch zu beachten, dass nicht alle Grenzübergänge die Einreise mit einem solchen E-Visum erlauben. Zwar ist der Besuch des Landes mit dem Flugzeug unproblematisch, auf dem Landweg hingegen akzeptieren nicht alle Grenzen das elektronische Visum. Eine ausführliche Liste an welchem der Übergänge die Einreise mit dem E-Visum möglich ist, finden Sie unter http://www.mfaic.gov.kh/evisa/?lang=Deu .

Visa on Arrival

In manchen Grenzübergängen ergibt sich für den Reisenden zudem die Möglichkeit ein sogenanntes Visa-on-Arrival einzuholen. Auch ein solches Visum berechtigt den Urlauber zur einmaligen Einreise in das Land und einem Aufenthalt von maximal 30 Tagen. Die Kosten belaufen sich ebenfalls auf rund 30,00 €.
Während die Einreise über einen der Internationalen Flughäfen in Phnom Penh oder Siem Reap i.d.R. reibungslos verläuft, muss beachtet werden, dass die Einholung eines solchen Visums auf dem Landweg nicht an jedem Grenzübergang möglich ist. Eine ausführliche Liste finden Sie auf der Seite der kambodschanischen Einwanderungsbehörde unter http://www.immigration.gov.kh/ .

Weiterhin benötigt jeder Urlauber, der das Land bereisen möchte einen Reisepass oder vorläufigen Reisepass , welcher ab dem Tag der Einreise noch mindestens weitere sechs Monate Gültigkeit besitzen muss. Eine Einreise ohne die oben genannten Dokumente ist nicht möglich.

Nach der Einreise sollten Urlauber den Stempel in ihrem Pass, welcher die zulässige Länge des Aufenthalts angibt, kontrollieren, um eventuelle Fehler direkt vor Ort korrigieren lassen zu können. Falls notwendig, ist es möglich das Visum einmalig für einen Monat bei der Einwanderungsbehörde in Phnom Penh, welche gegenüber dem Flughafen liegt, verlängern zu lassen. Touristen, die sich nicht um eine solche Vorgehensweise halten, müssen bei der Ausreise eine Strafgebühr von 5 US Dollar pro Tag zahlen. Die Gebühr steigt auf 6 US Dollar am Tag, sollte das Visum bereits länger als einen Monat abgelaufen sollen.

Wetter und Klima

Kambodscha lässt sich der tropischen Klimazone zurechnen. Wie in anderen südostasiatischen Staaten auch, wird das Wetter im Land hauptsächlich durch die Monsune geprägt. Als beste Reisezeit gelten allgemeinhin die Monaten von November bis Februar. Bei Höchsttemperaturen zwischen 30 und 32°C und einer verhältnismäßig geringen Luftfeuchtigkeit, bietet dieser Zeitraum die besten Reisemöglichkeiten.

Die Regenzeit von Mai bis Oktober hingegen ist eher ungeeignet für eine Reise in die Region. Neben den enormen Niederschlagsmengen kann die Luftfeuchtigkeit in diesen Monaten auf bis zu 85% klettern und somit ein Klima hervorbringen, welches für die meisten Europäer schlicht ungeeignet ist.

Währung und Geld

Kambodscha Geld: Riel Geldschein

Kambodscha Geld Riel

Die nationale Währung ist der kambodschanische Riel. Neben der landeseigenen Währung ist es in Kambodscha jedoch üblich mit US Dollar oder thailändischen Baht zu bezahlen. Tatsächlich ist in einigen Regionen (etwa in Touristenhochburgen in Siem Reap oder Phnom Penh) das begleichen von Kosten mit US Dollar weitaus gewöhnlicher als eine Bezahlung in Riel.

Vor allem bei größeren Summen bevorzugen viele Geschäfte und Restaurants die amerikanische Währung. Dass der Riel gegenüber dem Dollar eine untergeordnete Rolle spielt, sieht man bereits daran, dass viele der Geldautomaten in den größeren Städten ihre Banknoten in USD ausgeben. Wer sich also für eine Reise nach Kambodscha entschließt, ist gut damit beraten, bereits im Vorfeld einige Euro in US Dollar zu wechseln. Ansonsten besteht die Möglichkeit in den Wechselstuben des Landes Euro gegen Riel einzutauschen.

Kreditkarten und Bankautomaten

Viele der größeren Hotels akzeptieren mittlerweile auch Kreditkarten. Vor allem die Visakarte erfreut sich in Kambodscha einer großen Beliebtheit und wird weitaus häufiger angenommen als Konkurrenzprodukte. ATMs (Geldautomaten), die Dollarnoten ausgeben, gibt es mittlerweile in den größeren Städten und auch in einigen Banken des Landes ist es möglich via Kreditkarte Geld abzuheben, was in einigen Fällen jedoch eine zusätzliche Gebühr mit sich bringen kann.

Kostenlos Geld am ATM abheben

Mit einigen gratis verfügbaren Visa Karten kann man kostenlos Geld in Kambodscha abheben.

Lebenshaltungskosten und Preise für Alltägliches

Die Lebenshaltungskosten in Kambodscha sind verhältnismäßig gering. Für eine Nacht in einer schlichten und sauberen Unterkunft zahlt man zwischen 5 und 6 US Dollar. In den zahlreichen Straßenrestaurants kann man bereits ab 1,00 $ verschiedene Delikatessen zu sich nehmen und für weitere 50 Cent einen alkoholfreies Getränk ordern. Urlauber die abends gerne ein Bier trinken, müssen mit einem Preis zwischen 0,50 $ und 2,50 $ (abhängig von der bevorzugten Sorte) rechnen.

Auch der Transport im Land ist bezahlbar. So kostet eine Bustour von Phnom Penh nach Sihanoukville etwa 3,50$, für ungefähr vier Stunden Fahrtzeit. Die Flugpreise hängen hingegen von der Saison ab und ziehen ab November stark an.

Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass einige der Sehenswürdigkeiten im Land für Touristen kostenpflichtig sind. Während Einheimische die Ruinenstadt Angkor Wat gratis besichtigen können, wird für Urlauber einen Preis von 20 US Dollar veranschlagt.

Der Wechselkurs beträgt zurzeit:
1 € = 5258,61 KHR
5 € = 26293,0 KHR (Stand: Juli 2013)

An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass ein vorheriger Wechseln Euro= USD für einen Besuch in Kambodscha weit mehr Sinn macht und daher dringend empfohlen wird.

Unterkunft

Zwar hat sich Kambodscha schon vor mehreren Jahren dem Tourismus geöffnet, im direkten Vergleich mit anderen südostasiatischen Staaten wird jedoch schnell klar, dass das Land noch weit davon entfernt ist eine ausgeprägte touristische Infrastruktur präsentieren zu können, wie das etwa in Thailand oder Vietnam der Fall ist. Dieser Umstand macht sich auch bei den touristischen Unterkünften bemerkbar. Zwar entstehen in den großen Touristikzentren wie Phnom Penh oder Siem Reap mittlerweile Luxushotels, hauptsächlich wird das Bild jedoch durch schlichte Gästehäuser geprägt.

Wer weniger Wert auf Komfort legt, kann sich bereits für drei US Dollar einen Schlafplatz in einem der verschiedenen Schlafsaale sichern. Schon für 2,00 $ mehr bekommt man eine saubere Unterkunft in einem der zahlreichen Gästehäuser. Die Kosten in den größeren Hotels können sich bis auf 50,00 $ pro Nacht belaufen und in den wenigen neu erbauten Luxusanlagen sind die Preise nach oben hin offen.

Die Ausstattung in den gewöhnlichen Gästehäusern ist meistens recht spartanisch. Die Zimmer sind in der Regel klein und verfügen über wenig Komfort , sind dafür aber, ebenso wie die sanitären Anlagen, durchaus gepflegt und sauber. In den touristisch erschlossenen Gebieten sind Unterkünfte das ganze Jahr über verfügbar. Zu bestimmten Feiertagen kann es jedoch in den populären Ausflugsgebieten hin und wieder zu Engpässen kommen.

Anreise

Die Einreise nach Kambodscha ist für deutsche Touristen in den vergangenen Jahren um einiges komfortabler geworden. Neben der Möglichkeit mit einem leicht zu beschaffenden E-Visum einzureisen besteht seit einiger Zeit die Möglichkeit auch per Direktflug einen der internationalen Flughäfen in Kambodscha zu erreichen. Selbst die Einreise aus den Nachbarstaaten Vietnam, Thailand oder Laos lässt sich mittlerweile per Flugzeug oder Bus recht problemlos bewältigen.

Flugzeug

Seit Ende 2012 fliegt die deutsche Fluggesellschaft Condor wöchentlich den internationalen Flughafen in Siem Reap an und ist damit die bisher einzige deutsche Airline, welche Direktflüge nach Kambodscha anbietet. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, den kleinen Staat in Südostasiens über einen der zahlreichen Umsteigeflughäfen zu erreichen. Am häufigsten frequentiert werden dabei die Flughäfen in Bangkok, Ho Chi Minh Stadt/ Saigon, Singapur und Kuala Lumpur. Aber auch eine Reihe weiterer Airlines fliegt das Land aus dem asiatischen Umfeld an. Darunter auch bekannte Billigflieger wie Air Asia.

Von Laos aus kann man über alle internationalen Flughäfen des Landes Flüge nach Siem Reap buchen. Die Fluggesellschaften Lao Airlines bietet hier regelmäßig Verbindungen an.

Von Vietnam aus besteht die Möglichkeit mit der Fluggesellschaft Angkor Air von Ho Chi Minh Stadt/ Saigon aus mehrmals in der Woche nach Phnom Penh zu fliegen.

Auch von Thailand aus gibt es mehrere Flugrouten nach Kambodscha. Die Zielflughäfen Phnom Penh und Siem Reap werden von Bangkok Airways, Thai Airways und Cambodia Angkor Air von Bangkok aus angeflogen.
Reist man über einen der internationalen Flughäfen in Phnom Penh oder Siem Reap nach Kambodscha ein, bringt das zudem den Vorteil mit sich, dass sowohl ein E-Visum akzeptiert wird, wie auch ein Visa-on-Arrival direkt eingeholt werden kann.

Bus und Auto

Neben der Anreise mit dem Flugzeug, ist das ebenfalls möglich mit dem Bus oder dem Auto von einem der Nachbarstaaten aus nach Kambodscha einzureisen. Auf diesem Weg kommen mehrere Grenzübergänge in Frage.

Grenzübergänge für die Einreise mit Bus oder Auto

Vietnam teilt sich auf einer Länge von 1228 km den umfangreichsten Grenzabschnitt mit Kambodscha.
Viele Touristen überqueren die Grenze von Vietnam nach Kambodscha am Grenzübergang Moc Bai/ Bavet (kann mit einem E-Visum überquert werden). Auf der Hauptverkehrsstraße zwischen Phnom Penh und Ho Chi Minh Stadt verkehren täglich Busse, die vom Grenzposten in beide Richtungen starten und die beiden Städte miteinander verbinden. Zudem ist es gelegentlich möglich von Vietnam aus mit dem Schiff den Mekong entlang nach Kambodscha zu reisen.

Die Grenze zu Thailand erstreckt sich über eine Distanz von 803 km. Auch hier gibt es verschiedene Grenzübergänge, auf welchen die Einreise nach Kambodscha möglich ist.
So lässt sich Kambodscha von Thailand aus mit dem Bus über die Grenzstadt Aranyaprathet/ Poipet erreichen. Dieser Grenzübergang kann mit einem E-Visum überquert werden.
Es besteht zudem eine neue Verbindung seit Anfang des Jahres 2013. Eine Busroute führt jetzt vom thailändische Bangkok ins kambodschanische Phnom Penh. Die Fahrt kostet umgerechnet etwa 22 Euro und dauert bis zu 11 Stunden. Somit ist dieser Weg der Einreise etwas kostenintensiver, birgt allerdings kaum Probleme und ist deutlich komfortabler.

Eine Einreise über Land von Laos aus bietet weit weniger Möglichkeiten, da nur ein einziger Grenzübergang die beiden Staaten miteinander verbindet. Dabei besteht für Reisende die Möglichkeit vom laotischen Voenh Kham aus in das kambodschanische Dong Kralor zu gelangen. Es gibt eine Busverbindung zum Grenzübergang Dong Kralor, von wo aus Urlauber, die den Landweg nutzen, direkt nach Stung Treng weiterreisen sollten.

Fortbewegung im Land

Kambodscha Karte

Kambodscha Karte mir Route über Angkor Wat, Sihanoukville etc.

Die schnellste und einfachste Möglichkeit sich in Kambodscha fortzubewegen bietet der Flugverkehr. Neben den internationalen Flughäfen in Phnom Penh und Siem Reap gibt es eine Reihe von kleineren Flughäfen, die zum Teil noch aus der Kolonialzeit stammen und für den innerländischen Reiseverkehr nicht genutzt werden. Daher gibt es momentan nur eine beständige Route, die regelmäßig von verschiedenen Fluggesellschaften bedient wird. Zwischen Phnom Penh und Siem Reap werden täglich mehrere Flüge angeboten, die durch PMT Air oder Cambodia Angkor Air ausgeführt werden.

Weitere Informationen zum Phnom Penh Airport.

Bus fahren

Um sonstige Destinationen im Land zu erkunden, müssen Reisende auf den Busverkehr ausweichen. Zahlreiche Busunternehmen verbinden mittlerweile alle touristisch erschlossenen Regionen und bieten zudem mit ihren Deluxe-Bussen einen gewissen Komfort. Eine Fahrt in diesen „Luxusbussen“ ist allerdings ein wenig kostspieliger, als die Reise in einem der Standardbusse.

Zu den Städten, die regelmäßig angefahren werden zählen neben Siem Reap und Phnom Penh außerdem die Städte Sihanoukville, Kampong Cham sowie Kratie und Battambang. Auch abgelegenere Orte wie Kep oder Kampot können mittlerweile mit dem Bus erreicht werden. Tickets können Urlauber für gewöhnlich über ihr Hotel beziehen oder direkt vor Ort kaufen. Die teureren Busse verlangen allerdings eine Reservierung, so dass Touristen in diesem Fall die Karten bereits im Vorfeld lösen müssen.

Mietwagen und Motorrad

Wer das Land auf eigene Faust erkunden möchte, hat die Möglichkeit ein Auto, ein Motorrad oder ein Moped zu leihen. Autos werden dabei grundsätzlich mit einem Fahrer gemietet. Auch die Mopeds funktionieren im Prinzip wie Taxis, da der Fahrer den Urlauber lediglich mitnimmt. Solche Fahrten sind dann auch eher für kürzere Distanzen geeignet, bieten allerdings eine sehr sparsame Variante um von einem Ort zum nächsten zu gelangen.

Die alleinige Kontrolle über sein Vehikel hat man lediglich, wenn man ein Motorrad leiht. Die Straßen sind mittlerweile gut ausgebaut und können bedenkenlos genutzt werden. Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man von einer Spritztour allerdings Abstand nehmen, da zum einen der Verkehr sehr unübersichtlich ist und zum anderen Überfälle auf Motorradfahrer keine Seltenheit sind. Der Preis für einen Tag Motorradvergnügen beläuft sich auf etwa 15 USD.

Handy, Smartphone, Internet

Wer auch im Urlaub nicht auf sein Handy oder Smartphone verzichten möchte, hat in Kambodscha die Möglichkeit zwischen knapp einem Dutzend Mobilfunkanbietern zu wählen, die neben einem passabel ausgebauten Mobilfunknetz ebenfalls mobiles Internet bieten. Da Roaming in Kambodscha noch immer ziemlich intensive Kosten mit sich bringt, ist es ratsam, sich nach der Einreise eine der einheimischen Sim-Karten zu besorgen. Die Preise können je nach Anbieter heftig schwanken. Nach spätestens drei Monaten verfällt die Gültigkeit der Prepaidkarte.

Provider in Kambodscha: Beeline, Smart Mobile, Hello, Mobitel und Cellcard

Bekannte Anbieter sind Beeline, Smart Mobile, Hello oder Mobitel. Eines der populärsten Unternehmen, vor allem in den Ballungsgebieten, ist Cellcard. Für eine Simcard wird eine Gebühr von 5 USD erhoben. Für die mobile Internetnutzung (bis zu einem Volumen von 200 MB am Tag) werden dem Nutzer zusätzlich 50 Cent am Tag berechnet. Für ein Volumen von 600 MB zahlt man 2 USD die Woche, für 2000 MB fünf Dollar im Monat.

Bei Überlandfahrten bietet sich außerdem der Mobilfunkbetreiber Metfone an. Der Preis für die Sim-Karte liegt auch hier bei 5 US Dollar. Für die Internetnutzung werden zusätzliche Kosten fällig. In der Regel wird beim Kauf einer Sim-Karte die Vorlage des Reisepasses verlangt, von welchem anschließend eine Kopie einbehalten wird. Ausnahmen bestätigen allerdings auch hier die Regel, so dass eine Vorlage nicht immer nötig scheint.

Unabhängig von Smartphone oder Tablet steht jedem Urlauber zudem die Möglichkeit frei, eines der zahlreichen Internetcafes zu besuchen, die allerdings in den Großstädten weitaus häufiger vertreten sind als in den touristisch unerschlossenen Regionen.

Essen

Kambodscha Essen

Kambodscha Essen

Im Vergleich zu seinem nördlichen Nachbarn Thailand ist Kambodscha weit weniger für sein Essen bekannt. Vor allem Kuriositäten, angefangen von gerösteten Insekten bis hin zu frittierten Skorpionen, mögen einen durch den Kopf schießen, wenn man an die kambodschanischen Küchen denkt. Tatsächlich findet man auch immer wieder auf verschiedenen Märkten kleine Gerichte und Snacks, die beim westlichen Besucher eher für Übelkeit sorgen. Aber es geht auch anders. Abseits dieser gewöhnungsbedürftigen Schlemmereien, ist die kambodschanische Küche Staat durch die Cuisine der Nachbarländer beeinflusst.

Nudelsuppe zum Frühstück

Zum Frühstück wird in Kambodscha für gewöhnlich einen Nudeluppe serviert. Meistens handelte sich dabei um Kuy Teaw, welche mit Rindfleisch serviert wird. Aber auch Nom Banh Chock, eine Zubereitung aus Reisnudeln Fischsauce und verschiedenem Gemüse, gehört für viele Kambodschaner zu einem gelungenen Start in den Tag. Urlauber, die ein westliches Frühstück bevorzugen, müssen sich dennoch keine Sorgen machen. Vielerorts findet man, als Hinterlassenschaft der Kolonialzeit, französische Baguettes in Kombination mit Marmelade, Brotaufstrich oder Käse, häufig serviert mit einem exquisiten Kaffee.

Curry, Fisch und Fleisch

Kambodschanische Küche: Curry

Kambodschanische Küche: Curry (von giuseppefratelli.com)

Wie auch in den Nachbarländern findet man Kambodscha verschiedene Varianten des Curry. Zudem spielt Fisch eine wichtige Rolle in der kambodschanischen Küche, ist er doch die Hauptzutat für das Nationalgericht Amok. Gewürze wie Zitronengras, Koriander, Minze, Thai-Basilikum oder auch Galgant und vor allem Kokosmilch findet man in jeder Küche. Aber auch Fleischfreunde kommen nicht zu kurz. Beinahe in allen Garküchen und Restaurants findet man Gerichte mit Rindfleisch oder Schweinefleisch auf der Karte, die würzig mariniert und frisch zubereitet mit Reis serviert werden.

Die Kosten für eine Mahlzeit sind recht gering und bereits ab 1,00 $ kann man diverse genießbare Gerichte an einer der zahlreichen Garküchen zu sich nehmen. Wer am Abend gerne ein Bier trinkt, kann das ebenfalls tun. Besonders populär ist das einheimische Angkor Beer, aber auch Biersorten aus den Nachbarländern finden ihren Weg auf den kambodschanischen Esstisch.

Urlauber die auf Alkohol verzichten möchten, sollten in jedem Falle einen Tukalok probieren. Dabei handelte sich um einen Milchshake aus verschiedenen Früchten, angerührt mit Zucker und süßer Kondentsmilch. Wer weniger experimentierfreudig ist findet aber auch in den großen Städten jederzeit populäre westliche Softdrinks.

Verhaltensregeln

Wie seine unmittelbaren Nachbarn auch, ist Kambodscha ein buddhistisch geprägtes Land. Die Verhaltensregeln gleichen denen in Thailand, Vietnam oder Laos und sollten aus Respekt vor den Gastgeberland so weit wie möglich eingehalten werden.
Äußerst verpönt sind lautstarkes Verhalten und öffentliche Wutausbrüche. In den Augen der Einheimischen verliert man durch ein solches Verhalten sein Gesicht. Aber auch das zur Schau stellen von Gefühlen und der Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sind in Kambodscha stark verpönt.

Religion respektieren

Kambodscha Strand

Kambodscha Strand (Sihanoukville)

Jeder Tourist ist zudem gut damit beraten es zu unterlassen mit dem Finger auf fremde Personen oder heilige Gegenstände zu zeigen, stattdessen sollte man eher mit dem Kopf in die entsprechende Richtung nicken. Der Kopf gilt im Buddhismus übrigens als das „höchste“ Körperteil und darf daher niemals von fremden berührt werden. Selbst kleinen Kindern über den Kopf zu streichen gilt bereits als bewusste Beleidigung. Im Gegensatz zum Kopf, sind die Füße der „niedrigste“ Teil des Menschen und gelten daher als unrein. Niemals sollten diese im sitzen auf eine andere Person oder gar eine Buddha-Statue zielen. Vor betreten eines Tempels oder auch Hauses müssen außerdem die Schuhe ausgezogen werden, da diese, in kausaler Konsequenz, ebenfalls als unrein gelten.

Es gilt als respektvoll Tempel nicht in Strand-oder kurzer Kleidung zu betreten und auch das klettern auf einer Buddha-Statue ist tunlichst zu vermieden. Das gilt vor allem für einen Besuch der Tempelanlage in Angkor Wat, die bei den einheimischen Khmer einen äußerst hohen Stellenwert genießt.

Sprache und Verständigung

Die Nationalsprache in Kambodscha ist Khmer und wird von etwa 95% der einheimischen Bevölkerung gesprochen. Neben Khmer werden im Land zudem Vietnamesisch, Chinesisch und Cham sowie weitere Minderheitssprachen zur Kommunikation genutzt.

Sehr zum Wohlwollen der meisten Touristen wird jedoch auch in zahlreichen Regionen des Landes ein Minimum an Englisch gesprochen. Vor allem in den Touristenhochburgen wie Phnom Penh, Siem Reap oder Sihanoukville beherrschen viele Kambodschaner einen passablen Grundwortschatz der englischen Sprache. Dies trifft besonders auf diejenigen zu, die aufgrund ihrer Tätigkeit in stetigem Kontakt mit Touristen stehen.

Wie in anderen ehemaligen Kolonialländern auch, trifft man in Kambodscha immer wieder auf Einheimische, die solides Französisch sprechen. Diese Überbleibsel der ehemaligen Besatzung durch Frankreich nehmen jedoch langsam zu Gunsten der englische Sprache ab. Grundsätzlich ist es gern gesehen, wenn Reisende einige Grundsatzvokabeln (Begrüßung, Verabschiedung, bedanken etc.) Khmer sprechen, was von Einheimischen immer mit Wohlwollen und Sympathie belohnt wird.

Nachtleben und Party

Kambodscha Nachtleben, Nightlife, Party, Girls

Kambodscha Nachtleben: Girls aus der Shanghai Bar in Phnom Penh

Das Nachtleben in Kambodscha spielt sich vor allem in den großen Städten Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville ab. Während man im Rest des Landes für gewöhnlich relativ früh die Rollläden hinab lässt, findet man hier unzählige Bars und Nachtclubs, welche die ganze Nacht hindurch Getränke servieren. Die Preise für Alkohol sind in Kambodscha unschlagbar günstig, so dass man in einigen ausgewählten Locations einen halben Liter Bier bereits für 50 Cent erstehen kann.

Wie in Thailand auch gibt es in Kambodscha eine sehr lebendige, wenn auch inoffizielle, „Bargirl“-Szene, die neben dem gemischten Publikum regelmäßig auch ältere Urlauber in die unzähligen Clubs und Bars der Stadt lockt. In solchen Etablissements sollte jeder Besucher grundsätzlich seine Wertsachen im Auge haben, da der Alkohol- und (teilweise auch) Drogenmissbrauch vieler Partywilliger zunehmend Taschendiebe und andere Kleinkriminelle anlockt.

Einen besonderen Platz in der kambodschanischen Kultur nimmt der Konsum von Cannabis ein. Viele Jahre lang konnte man in den großen Städten des Landes problemlos Marihuana an den zahlreichen Marktständen kaufen und auch heute ist es in den ländlichen Gebieten immer noch möglich auf den verschiedenen Märkten des Landes auch größere Mengen Cannabis zu kaufen.

Touristen sollten sich jedoch nur mit geringen Mengen erwischen lassen, da in solchen Fällen lediglich eine kleine Geldstrafe zu erwarten ist. Der Erwerb großer Mengen sowie der Konsum härterer Drogen, kann in Kambodscha hingegen mit drakonischen Strafen, bis hin zu einer langjährigen Freiheitsstrafe, geahndet werden.

Reise- und Sicherheitshinweise

Das Auswärtige Amt hat im Fall von Kambodscha einige Informationen veröffentlicht, die vor Reiseantritt berücksichtigt werden sollten.

Kriminalität

Eine Reise nach Kambodscha kann mitunter einige Gefahren mit sich bringen. Vor allem in den Touristikzentren kommt es immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen auf Touristen. Raubüberfällen und Diebstählen häufen sich vor allem in Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville. Es wird dringendst davon abgeraten in einer solchen Situationen Widerstand zu leisten.

Ebenfalls zur Vorsicht geraten, wird bei Fahrten in Motorrataxis und Tuk-Tuks. Hier kommt es immer wieder vor, dasd Taschen und Gepäck von vorbeifahrenden Motorradfahrern weggerissen werden. Unfälle und Verletzungen werden dabei Seitens der Kriminellen billigend in Kauf genommen.

Auch in Kambodscha passiert es gehäuft, dass ausländische Touristen unter verschiedenen Vorwänden in Privathäuser eingeladen werden, nur um die Urlauber nach der Schaffung einer gastfreundlichen Atmosphäre unter Druck zu setzen und so Geld und Wertgegenstände zu erpressen. Weiterhin kann es vorkommen das Speisen oder Getränke mit Drogen versetzt sind. Diese Art der räuberischen Erpressung, welche man auch in vielen anderen südostasiatischen Staaten findet, erfreut sich in Kambodscha in den vergangenen Jahren einer zunehmenden Beliebtheit unter den Kriminellen. Besondere Vorsicht ist in Phnom Penh geboten.

Ebenfalls aus anderen südostasiatischen Staaten kennt man die Vorgehensweise einiger Motorradverleiher, die nach der Rückgabe des Geräts versuchen (aufgrund angeblicher Schäden) Geld zu erpressen. Einige dieser Vermieter verlangen als Sicherheit den Reisepass. Auf solche Forderung sollte man niemals eingehen, da das Dokument anschließend meist als Druckmittel eingesetzt wird.

Besondere Gefahren

Aktuell warnt das Auswärtige Amt vor Reisen nach Preah Vihear. In dieser Region herrscht seit einiger Zeit ein territorialer Konflikt betreffend den Tempel von Preah Vihear und das umliegende Gebiet. Dieser Konflikt mit dem Nachbarn Thailand könnte, anlässlich der Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes, seinen vorläufigen Höhepunkt im Oktober/November 2013 finden.

Der in dieser Region befindliche Grenzübergang Suay Chrom ist aufgrund der angespannten Lage momentan geschlossen (Stand, August 2013). In der gesamten Region, insbesondere in Grenznähe zu Thailand, besteht Minengefahr. Es wird empfohlen sich nur in den touristischen Ballungszentren aufzuhalten, da diese von Minen geräumt sind.

Als besonders heikel gilt in Kambodscha der Grad der Verkehrssicherheit. Die Infrastruktur ist grundsätzlich unzureichend ausgebaut und die meisten Busse, Boote sowie der Flugverkehr entsprechen keinesfalls westlichen Sicherheitsstandards. Auch von Fahrten mit dem Fahrrad und Motorrad wird aufgrund des erhöhten Unfallrisikos abgeraten. Wer sich dennoch für eine Reise auf dem Landweg entscheidet, sollte in seine Planung miteinbeziehen, das angestrebte Ziel vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen.

Kritisch zu beurteilen sind zudem diverse Verstöße gegen die Flugsicherheit bei den nationalen Fluggesellschaften. So gestattet etwa die deutsche Botschaft ihren Mitarbeitern lediglich die Nutzung der Cambodia Angkor Airways von und nach Siem Reap.

Besondere Zollvorschriften

Für Touristen, die Kambodscha von einem der Nachbarländer aus mit einem Motorrad oder PKW bereisen möchten, gilt es zu beachten, dass vor Antritt der Reise eine schriftliche Genehmigung beim General Department of Customs and Excise in Phnom Penh einzuholen ist. Informationen finden Sie unter www.customs.gov.kh.
Obwohl es eigentlich keine Ein- und Ausfuhrbeschränkungen für Alkohol und Zigaretten gibt, wird in der Regel (zumindest bei der Einreise) darauf geachtet, dass kein Urlauber mehr als 1,5 Liter Alkohol oder zehn Päckchen Zigaretten in das Land einführt.

Drogen

Wie in anderen südostasiatische Länder auch hat Kambodscha mit einem zunehmenden Drogenproblem zu kämpfen. Es verwundert daher wenig, dass die nationalen Gesetze bei einem Besitz größerer Mengen Rauschgift eine hohe Freiheitsstrafe vorsehen. Urlauber die mit Canabis angehalten werden erhalten zwar oftmals nur eine geringe Geldstrafe, der Erwerb und die Verteilung sowie die Ein- und Ausfuhr anderer Rauschmittel werden jedoch drakonisch geahndet. Auch der Transport von Gegenständen für Dritte ohne eigene Kenntnis des Inhalts kann fatale Folgen haben.

Besondere strafrechtliche Bestimmungen

Neben dem Erwerb und Besitz von Drogen, stehen besonders hohe Strafen auf die Entwendung von Kulturgütern. Neben offensichtlichen Stücken zählen dazu auch Teile von beschädigten Tempeln oder Statuen. Von der Mitnahme solcher “ Mitbringsel“ ist dringend abzuraten, da sie mit einer drastischen Geld- oder sogar Haftstrafen belegt werden können.

Sexuelle Kontakte mit Minderjährigen werden in Kambodscha ebenfalls hart bestraft. Im Zweifel sollte man sich vergewissern, dass der Partner bereits die Grenze zur Volljährigkeit überschritten hat. Die vorhandenen Ausweise sind allerdings oftmals gefälscht und daher wenig aussagekräftig. Darüber hinaus werden derartige Fälle auch in Deutschland zusätzlich strafrechtlich verfolgt.
Da die Strafverfahren häufig nicht den deutschen Standards entsprechen, muss bereits vor einer Verurteilung mit einer langwierigen Untersuchungshaft gerechnet werden.

Gesundheit

Das Auswärtige Amt empfiehlt Impfungen gemäß dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Institus.
Neben Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio, können auch Impfungen gegen Tollwut und Japanische Enzephalitis sinnvoll sein.

Wie auch in anderen ostasiatischen Staaten besteht in Kambodscha eine akute Ansteckungsgefahr mit Dengue-Fieber und Malaria. Beide Krankheiten werden von einer Mücke übertragen, wobei Dengue-Fieber tagsüber, Malaria hingegen in den Abendstunden und nachts übertragen wird.
Dengue häuft sich in Kambodscha und tritt zunehmend während der Regenzeit auf. Es besteht ein landesweites Übertragungsrisiko, wobei die Stadtgebiete oftmals stärker betroffen sind als ländliche Regionen.

Auch Malaria kann abhängig von der bereisten Region ganzjährig auftreten, mit einem zunehmenden Risiko einer Infektion während der Regenzeit.
In ganz Kambodscha besteht durchgehend ein mittleres Malariarisiko. Vor allem im Regenwald der Grenzgebiete zu Thailand und Laos sollten Reisende in jedem Fall die unten genannten Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigen.

In der Umgebung von Phnom Penh und der Stadt Siem Reap ist das Malariarisiko hingegen deutlich geringer. Angkor Wat sowie das Zentrum von Phnom Penh gelten sogar als malariafrei.

Malaria Tropica

Kambodscha Malaria Map, Karte

Kambodscha Malaria Map

Besondere Vorsicht ist vor der Malaria Tropica geboten. Diese kann bei Europäern durchaus tödlich enden und tritt in Kambodscha besonders gehäuft auf. Da es sich bei bis zu 75 % der Malariainfektionen um die gefährliche Malaria Tropica handelt, sollten Urlauber und Touristen besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Neben dem immer notwendigen Schutz vor Mückenstichen kann auch eine Chemoprophylaxe, (Einnahme von Tabletten) oder eine Notfallselbstbehandlung sinnvoll sein. Für die Malariaprophylaxe und die Selbstbehandlung sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente wie Malarone oder Riamet auf dem deutschen Markt erhältlich. Da die Malariaprophylaxe durchaus mit Risiken und Nebenwirkungen einhergehen kann, sollte diese unbedingt vor der Abreise mit einem kundigen Mediziner oder Arzt abgesprochen werden.

Die Beschwerden gleichen meist den gängigen Grippesymptomen und können auch noch mehrere Wochen nach dem eigentlichen Stich auftreten. Eine Erkrankung lässt sich daher nicht immer nicht direkt diagnostizieren, kann jedoch bei rechtzeitiger Behandlung zuverlässig und ohne bleibende Schäden geheilt werden.

Chikungya-Fieber

Eine weitere durch Mücken übertragene Erkrankung ist das Chikungya-Fieber, das sich durch hohe Temperatur und zum Teil langanhaltende Gliederschmerzen auszeichnet. Auch diese Infektion kann in Kambodscha immer wieder auftreten. Ähnlich verhält es sich mit der Japanischen Enzephalitis. Diese Infektionskrankheit wird wie das Dengue-Fieber durch nachtaktive Mücken übertragen und kann tödlich enden. Da es keine wirksamen Medikamente gibt, sollten neben einem sorgfältigen Mückenschutz auch eine vorbeugende Schutzimpfung in Betracht gezogen werden. Im Gegensatz zu Dengue-Fieber und Malaria sind Erkrankungen mit der Japanischen Enzephalitis allerdings eher selten.

Da sowohl Malaria, wie auch das Dengue-und das Chikungya-Fieber durch Mücken übertragen werden, wird Urlaubern grundsätzlich empfohlen körperbedeckende helle Kleidung zu tragen und gegebenenfalls unter einem Moskitonetz zu schlafen. Vor allem aber sollte stets darauf geachtet werden Insektenschutzmittel aufzutragen. Das gilt sowohl für den Tag, wie auch für die Abendstunden und die Nacht.

Wie in vielen anderen ostasiatischen Ländern treten auch in Vietnam gehäuft Durchfallerkrankungen und sogar Cholera auf. In diesem Zusammenhang wird insbesondere davon abgeraten rohen Salat und Gemüse zu verzehren sowie unbehandeltes Leitungswasser zu trinken.
Das Risiko von Durchfallerkrankungen und Cholera lässt sich jedoch durch das Befolgen einiger einfacher Grundregeln drastisch minimieren:

  • Niemals Leitungswasser trinken, sondern ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs
  • Zum Geschirrspülen und Zähneputzen sollten Urlauber stets Trinkwasser aus der Flasche nutzen
  • Nahrungsmittel sollten immer abgekocht oder selber geschält werden
  • Regelmäßig sollten die Hände mit Seife gewaschen und Einmalhandtücher verwendet werden. Auch der Gebrauch von Handdesinfektionsmittel kann situationsbedingt sinnvoll sein.

Tollwut

Tollwut kann in Kambodscha eine ernstzunehmende Gefahr darstellen. Die Krankheit wird durch Vieren im Speichel infizierter Tiere auf den Menschen übertragen. Eine Infektion verläuft in der Regel tödlich. In ganz Kambodscha besteht ein Risiko von einem der zahlreichen streunenden Hunde gebissen zu werden. Zwar ist keineswegs jeder Streuner infiziert, im Notfall kann die benötigte medizinische Behandlung nach einer solchen Verletzung aber nicht immer zeitnah vorgenommen werden. Daher empfiehlt es sich vor Reiseantritt ein Tollwutimpfung durchführen zu lassen.

Medizinische Versorgung und Krankenhäuser

Die medizinische Versorgung im Land entspricht keinesfalls westlichen Standards. Häufig werden Probleme mit der Technik und der Hygiene, aber auch fehlende Kompetenz seitens des Personals bemängelt. Ärzte mit ausreichenden Fremdsprachenkenntnissen sind nicht immer vor Ort und teilweise hört man Geschichten über korrupte Mediziner, die wohlhabenden Patienten den Vorzug geben, selbst wenn ein Notfallpatient auf unmittelbare Hilfe angewiesen ist.

In Phnom Penh und Siem Reap gibt es zwar mehrere Krankenhäuser, die zuverlässig die meisten Verletzungen und Krankheiten behandeln können und zudem über die passenden Malariamedikamente verfügen , bei ernsteren Beschwerden kann es jedoch sinnvoll sein, für einen Krankenhausaufenthalt nach Bangkok zu reisen oder ggf. den Urlaub zu Gunsten einer Rückkehr in die Heimat komplett abzubrechen. Grundsätzlich ist es bei einer Reise in diese Region daher ratsam über einen weltweit gültigen Krankenversicherungsschutz sowie eine zuverlässige Reiserückholversicherung zu verfügen. Auch eine individuell zusammengestellte Reiseapotheke sollte mitgenommen und den Temperaturen entsprechend gelagert werden.