Malaria: Symptome, Impfung, Behandlung, Schutz


Malaria, häufig auch Sumpffieber oder Wechselfieber genannt, ist wohl eine der gefürchtetsten Tropenkrankheiten mit der sich Reisende im asiatischen Raum auseinandersetzen müssen. Die Ursache einer jeden Malariainfektion sind einzellige Parasiten, die der Gattung der Plasmodien angehören.

Anopheles Mücke

Anopheles Mücke

Übertragen werden die Erreger durch den Stich der weiblichen, nachtaktiven Anopheles-Mücke, wodurch es zu einer Infektion der roten Blutkörperchen, der Erythrozyten, kommt. Durch die anschließende Freisetzung bestimmter Proteine im Körper kommt es zu Fieber und einer Absenkung des Blutzuckerspiegels. Malaria ist nicht ansteckend, eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet, außer bei Blutkontakt, nicht statt.

Besonders gefährlich ist der Erreger Plasmodium falciparum, der maßgeblich für die besonders tückische Malaria tropica verantwortlich ist. Die infizierten Blutkörperchen binden sich an die Blutgefäße, wodurch es nach einiger Zeit zu Mikrozirkulationsstörungen kommt. Folgen der Erkankung sind unter anderem die geminderte Produktion der Erythrozyten, was anschließend zu einer Anämie führt. Im weiteren Verlauf der Infektion kommt es dann zur Verengung der Kapillaren, wodurch die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung gestört wird, was wiederum zu Komplikationen im zentralen Nervensystem führt und tödliche Folgen haben kann.

In den tropischen und subtropischen Klimaregionen dieser Welt ist die Infektionskrankheit weit verbreitet. Insbesondere die Länder Afrikas haben mit dieser Krankheit zu kämpfen. Schätzungen der WHO zu Folge lag die Zahl der an Malaria erkrankten Menschen im Jahr 2010 bei rund 220 Millionen, mit etwa 660.000 Todesfällen. Obwohl knapp 80% der Erkrankten in Afrika leben, stellt Malaria auch in vielen asiatischen Regionen eine ernstzunehmende Gefahr dar.

Malariaformen

Unterschieden wird zwischen der Malaria tropica, der Malaria tertiana, und der Malaria quartana.

Malaria tropica

Verantwortlich für die gefährliche Malaria tropica ist der Erreger Plasmodium falciparum, der in tropischen Regionen weltweit auftritt. Die Malaria tropica kennzeichnet sich durch einen deutlich schwereren Verlauf aus als die übrigen Formen und kann – für den Fall, dass sie nicht rechtzeitig diagnostiziert wird – aufgrund der neurologischen Komplikationen durchaus tödlich enden. Bei einem komplizierten Verlauf der Krankheit wird häufig auch von bösartiger Malaria gesprochen.

Malaria tertiana

Die Malaria tertiana hingegen zeichnet sich durch einen wesentlich harmloseren Verlauf aus, der nur selten ernsthafte Komplikationen mit sich bringt.

Verantwortlich für diese Form der Malaria sind die Erreger Plasmodium vivax oder Plasmodium ovale. Neben Plasmodium falciparum ist Plasmodium vivax der häufigste Erreger. Auftreten kann dieser weltweit zwischen dem 16. nördlichen Breitengrad und dem 20. südlichen Breitengrad, vorwiegend in gemäßigten Klimazonen.

Malaria quartana

Die Malaria quartana findet man vorwiegend in Afrika. Verursacht wird sie durch den Erreger Plasmodium malariae. Ähnlich wie die Malaria tertiana, ist der Verlauf der Malaria quartana in der Regel unkomplizierter als bei der kritischen Malaria tropica. In diesem Zusammenhang spricht man auch häufig von einer gutartigen Form der Malaria.

Malariagebiete

Malaria Karte Asien

Malaria Karte

Malaria ist im asiatischen Raum weit verbreitet. In nahezu in jedem Staat besteht zumindest ein geringes Risiko sich mit dem gefährlichen Erreger zu infizieren. Folgend finden Sie eine Auflistung der betroffenen Staaten in Asien:

  • Ägypten
  • Afghanistan
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Bangladesch
  • Bhutan
  • Brunei
  • China
  • Georgien
  • Hongkong
  • Indien
  • Indonesien
  • Irak
  • Iran
  • Jemen
  • Kambodscha
  • Kasachstan
  • Korea (Norden und Süden)
  • Laos
  • Malaysia
  • Myanmar
  • Nepal
  • Oman
  • Pakistan
  • Philippinen
  • Russland
  • Saudi-Arabien
  • Sri Lanka
  • Syrien
  • Tadschikistan
  • Thailand
  • Timor-Leste
  • Türkei
  • Vietnam
  • Usbekistan

Wie sich unschwer erkennen lässt, sind weite Teile Asiens betroffen. Es gibt allerdings auch einige Ausnahmen wie Japan, Taiwan, Macao, die Mongolei oder auch die Vereinigten Arabischen Emirate. Grundsätzlich gilt, dass die Krankheit in Vorderasien weit weniger verbreitet ist als in Südasien oder Südostasien.

Impfung

Derzeit gibt es keinen wirksamen Impfstoff gegen Malaria. Zwar verkündete das Schweizerische Tropeninstitut bereits 2011 einen Durchbruch bei den Forschungen, wonach ein Stoff entwickelt wurde, der die Erkrankungsrate um bis zu 50% senken kann, mit einer Zulassung kann jedoch frühestens 2019 gerechnet werden.

Malariaprophylaxe und Schutz

Viele Jahre lang war es üblich zum vorbeugenden Schutz vor Malaria regelmäßig Medikamente als Chemoprophylaxe zu schlucken. Diese Praxis verliert allerdings mehr und mehr an Bedeutung, da die Erreger selbst gegenüber neu eingeführten Mitteln im Laufe der Zeit Resistenzen aufbauen.

Dennoch empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation bei Reisen in bestimmte Gebiete eine medikamentöse Vorbehandlung sowie die Mitnahme eines Notfallmedikaments. Ob und welche Medikamente mitgenommen werden, sollte vor der Abreise dringend mit einem Facharzt oder Tropenmediziner besprochen werden. Bei der Reise in ein Land mit einem geringen Risiko wird ein kundiger Arzt aufgrund der Nebenwirkungen und Risiken vermutlich von einer Chemoprophylaxe abraten und statt dessen auf die Expositionsprophylaxe – den vorsorglichen Schutz vor Mückenstichen – hinweisen.

Die Maßnahmen zur Vermeidung von Stichen durch infizierte Mücken gelten heute als das wichtigste Mittel, um eine Malariainfektion zu verhindern und können das Risiko bis zu 90% minimieren.

Da die Anopheles-Müche nachtaktiv ist, erfolgt der Großteil der Infektionen zwischen 22:00 Uhr und 2:00 Uhr. Daher ist in diesem Zeitraum, vor allem bei einem Aufenthalt im Freien, eine erhöhte Vorsicht angebracht.

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Repellent

Nobite Spray Lotion

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Grundsätzlich von enormer Bedeutung ist das Auftragen von Insektenschutzmitteln, sogenannten Repellents, welche Mücken und andere Insekten von der Haut und der Kleidung fernhalten sollen. Auf dem deutschen Markt gibt es verschiedene Mittel auf der Basis von Diethyltoluamid (DEET). Dazu gehört etwa das Mittel Nobite, das als Spray (auch für die Kleidung) und Creme erhältlich ist. Die Konzentration an DEET sollte nicht unter 20% liegen. Bei längerer, intensiver Nutzung kann das Mittel allerdings zu Hautreizungen und Leberwertveränderungen führen. Darüber hinaus verträgt sich die Substanz nicht mit Plastikteilen und führt bei solchen zum Abstumpfen der Oberfläche.

In den 1990er Jahren hat Diethyltoluamid Konkurrenz durch den den Wirkstoff Icaridin bekommen, der u.a. auch von der bekannten Marke Autan verwendet wird. Im Gegensatz zu DEET kommt es bei Icardin nicht zu Wechselwirkungen mit Kunststoff. Auch hier sollte die Konzentration nicht unter 20% liegen.

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Schützende Kleidung

Neben dem Schutz durch Repellents ist vor allem angepasste Kleidung und ein entsprechendes Verhalten wichtig zur Vorbeugung vor Stichen der Anopheles-Mücke. Von besonderer Bedeutung ist das Tragen langer, fester Kleidung (das gilt auch für die Socken) nach Einbruch der Dunkelheit. Helle Stoffe aus Leinen und Baumwolle sind besonders empfehlenswert.

Um die Effektivität zu erhöhen hilft es, die Kleidung mit einem geeigneten Insektenabwehrmittel zu imprägnieren. Freie Körperstellen sowie die Übergänge zu diesen sollten regelmäßig mit Insektenschutzmittel eingerieben werden. Mücken werden außerdem von den Ausdünstungen der Füße angezogen. Der Aufenthalt an stehenden Gewässern und anderen offenen Wasserstellen sollte soweit wie möglich vermeiden werden.

Moskitonetz

Moskitonetz

Moskitonetz Bett

Grundsätzlich ist es ratsam in Malariagebieten immer ein Moskitonetz verwenden. Dies gilt auch für Schlafräume, die bereits mit Fliegengittern gesichert sind. Beim Aufspannen der Bettnetze ist darauf zu achten, dass diese weit genug vom Körper entfernt sind, da bei direktem Kontakt zwischen Haut und Netz Mücken hindurchstechen können. Auch hier kann die Effektivität durch die Imprägnierung mit einem insektenabtötenden Mittel maßgeblich gesteigert werden.

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Notfalltherapie

Zu einer Mitnahme von Notfallmedikamenten wird meist nur geraten, wenn man sich längere Zeit in einem Risikogebiet aufhält. Diese Medikamente dienen zur Selbstbehandlung im Falle einer Erkrankung, um die Infektion möglichst zeitnah behandeln zu können. Vor allem der Verlauf der gefährlichen Malaria tropica kann so verlangsamt werden.

Eine Notfalltherapie, auch Stand-by-Therapie, sollte jedoch nur durchgeführt werden, sofern ein begründeter Malariaverdacht vorliegt und keine medizinische Betreuung durch einen Arzt möglich ist. Anschließend muss sobald wie möglich ein kundiger Mediziner aufgesucht werden.

Symptome

Die Symptome einer Malariainfektion können denen einer Grippe ähneln. Neben allgemeinem Unwohlsein, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen kommt es meistens zu wechselhaftem Fieber, häufig begleitet von Schüttelfrost.

Bei der Malaria tertiana und der Malaria quartana kommt es alle 48 Std. bzw. 72 Std. zu Fieberschüben.

Bei der gefährlichen Malaria tropica hingegen bleiben die typischen Wechselfieberschüben mit Schüttelfrost und Schweißausbrüchen aus, so dass der Fieberverlauf hier für gewöhnlich unregelmäßig bleibt.

Weiterhin können Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfall ein Hinweis auf Malaria sein. In einige Fällen kann Gelbsucht auftreten und bei der Malaria Tropica kommt es nach einer Weile zur Blutarmut.

Inkubationszeit

Gelegentlich führen die nicht immer eindeutigen Symptome zu Fehldiagnosen, was insbesondere daran liegt, dass die Inkubationszeiten mitunter sehr lang sein können.

  • Bei der Malaria quartana liegt diese zwischen 12 und 50 Tagen,
  • während die Malaria tertiana nach 12 bis 18 Tagen auftritt.
  • Die Inkubationszeit für Malaria tropica liegt im Mittel bei 12 Tagen, kann jedoch aufgrund einer Chemoprophylaxe aber auch länger sein.

In vielen Fällen befinden sich die Reisenden bereits wieder in ihrer Heimat, wenn die Krankheit ausbricht. Der Verweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet ist beim Arztbesuch daher dringend erforderlich, um falsche Diagnosen zu vermeiden.

Behandlung

Entscheidend für eine vollständige Genesung bei einer Malariaerkrankung ist der möglichst frühe Behandlungsbeginn. Die Wahl des Medikaments richtet sich nach der Art des Erregers und der bereisten Region.

Bei der besonders gefährlichen Malaria tropica ist die Region, in welcher man sich infiziert hat von entscheidender Bedeutung, da sich abhängig von den betroffenen Gebieten verschiedene Resistenzen bei den Plasmodien entwickelt haben. Auf der Basis dieser Informationen wird das passende Medikament für eine möglichst effektive Behandlung gewählt. Häufig kann bei rechtzeitiger Diagnose auch bei der Malaria tropica eine medikamentöse Behandlung ausreichend sein. In kritischen Fällen müssen die Patienten allerdings intensivmedizinisch überwacht werden, damit auf  Veränderungen umgehend reagiert werden kann. Sofern mehr als 10% der roten Blutkörperchen im Körper von der Infektion betroffen sind, wird in der Regel eine Austauschtransfusion vorgenommen.

Die Behandlungsdauer kann abhängig vom jeweiligen Erreger schwanken, beträgt in der Regel aber wenigstens zwei Wochen.