Georgien Reisen, Reiseführer, Urlaub, Tourismus


HauptstadtTiflis (georgisch: Tbilissi)
SprachenGeorgisch (Amtssprache)
StaatsformRepublik
Fläche69.700 km²
Einwohner4,5 Millionen (~66 Einwohner pro km²) (Ohne Abchasien und Südossetien)
WährungLari (GEL)
Telefon-Vorwahl+995
ZeitzoneUTC+4
NationalflaggeGeorgien Flagge

Georgien Flagge

An der Schwelle zwischen Europa und Asien, in den Bergen des Kaukasus, liegt ein besonderes Land, welches eine eigene Kultur und Sprache besitzt und die Einflüsse von so unterschiedlichen Regionen wie Armenien, Aserbaidschan und Anrainern des Schwarzen Meeres wie Russland, der Türkei und der Ukraine vereint. Das Land, welches nur wenige Kilometer von Sotschi, dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele des Jahres 2014, entfernt liegt, gilt als beliebtes Ziel für Skienthusiasten, Snowboarder und andere Wintersportler. Auch Bergwanderer besuchen Georgien sehr gerne, nicht zuletzt um während der wärmeren Monate des Jahres die frische Luft und die Aussicht über die idyllischen Weiten des Kaukasus erleben zu können.

Georgien Karte, politisch

Politische Georgien Karte (Quelle: bpb.de)

Inmitten einer atemberaubenden Landschaft voller Höhenzüge und bezaubernder Täler tummeln sich altertümliche Kirchen, mittelalterliche Wachtürme und Schlösser, welche die bewegte Geschichte des Landes Georgien und seiner Bewohner überdauerten. Fast alle Bauwerke in diesem Teil der Welt erwecken den Anschein, sie seien mit viel Geduld und Geschick von Hand gebaut (mit Ausnahme der Bauten aus sowjetischer Zeit). Das Kunsthandwerk spielt eine besondere Rolle in Georgien und die Bewohner lieben es, ihre Besucher mit geschmackvollen Mahlzeiten und reichlich Wein willkommen zu heißen.

Georgien zählt als das am ehesten westlich und europäisch geprägte Land innerhalb der Länder und Regionen um den Kaukasus. Fahnen der Europäischen Union sind vielerorts zu sehen und Europäer werden häufig gerne und herzlich als Gäste empfangen. Aufgrund verschiedener militärischer Auseinandersetzungen der Vergangenen Jahre konnte sich die touristische Infrastruktur kaum entwickeln. Dies könnte sich jedoch sehr schnell ändern. Reisende haben demzufolge derzeit noch die Chance, zu den wenigen in Westeuropa zu gehören, die von der natürlichen Schönheit dieses urtümlichen Landes aus eigener Erfahrung berichten können.

Städte, Reiseziele und Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Städte, Regionen, Provinzen und Sehenswürdigkeiten in Georgien.

Tiflis

Tiflis Georgien

Tiflis

In der Millionenstadt Tiflis (Tbilisi), der Hauptstadt Georgiens am Ufer des Flusses Mtkwari (Kura), können Besucher das Vermächtnis zahlreicher Einflüsse von georgischen Stämmen sowie Kulturen aus aller Herren Länder erleben.

Die Stadt wurde von unterschiedlichen Kräften viele Male erobert und zu großen Teilen zerstört, allerdings immer wieder aufgebaut, so dass sie heute wieder an Glanz und Gloria aus ihrer Zeit als wichtiger Knotenpunkt zwischen Europa und Asien anknüpfen kann. Ihren Namen verdankt sie den heißen Schwefelquellen, welche nicht weit des Stadtzentrums aus der Erde treten, wobei der Begriff Tbilissi wörtlich übersetzt „warme Stadt“ heißt.

Tiflis Sehenswürdigkeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören der Freiheitsplatz, Friedensbrücke, zahlreiche Festungen, viele Kirchen und Kathedralen, ein Opernhaus sowie verschiedene Szeneviertel mit ihrem eigenen Charme.

Mzcheta

Mzcheta Georgien

Mzcheta

Nicht weit von Tiflis liegt die kleine Stadt Mzcheta, ein Ort von ungeheurer Bedeutung, welcher bereits seit der Antike existiert und jahrhundertelang als Hauptstadt des östlichen georgischen Königreichs Iberien diente.

In dieser Stadt wurde im vierten Jahrhundert die Konvertierung des Landes zum Christentum dingfest gemacht, woran heute noch beeindruckende Sakralbauten und Denkmäler erinnern, welche mittlerweile durch die UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurden. Die Stadt operiert noch immer als Zentrum der georgisch orthodoxen Kirche.

Batumi

Batumi Georgien

Batumi

Die Hafenstadt Batumi am Schwarzen Meer überzeugt durch ihre besondere Atmosphäre, die landschaftliche Umgebung sowie ihre mildes sonniges Klima.

Hier gibt es zahlreiche Hotels, viele Restaurants mit kulinarischen Raffinessen aus Georgien und dem Rest der Welt sowie ein pulsierendes Nachtleben. Auch als Wissenschaftsstandort mit verschiedenen Hochschulen hat sich die Stadt weit über ihre Region hinaus einen Namen gemacht.

Gori / Stalin

Gori Stalin Denkmal Statue

Stalin Denkmal in Gori

In der Stadt Gori, der Geburtsstadt von Joseph Vissarionovich Jughashvili, besser bekannt als Stalin, gibt es ein Stalin-Museum, zahlreiche Stalin-Statuen und sein Geburtshaus kann besucht werden.

Stepanzminda (Qasbegi)

Stepanzminda (Qasbegi)

Stepanzminda (Qasbegi)

Das kleine Dorf Stepanzminda im Norden Georgien, welches auf der Georgischen Heerstraße liegt, die das Land mit Russland verbindet, gilt als beliebtes Ziel für Bergwanderer. Es liegt auf etwa 1700m Höhe und bietet seinen Besuchern einen phänomenalen Ausblick.

Bis in die 1920er Jahre hieß der Ort Stepanzminda (Sankt Stephan), in Anlehnung an den christlichen Märtyrer Stephanus, er wurde dann jedoch in Qasbegi umbenannt, zu Ehren des dort geborenen Schriftstellers Aleksandre Qasbegi, dessen Geburtshaus heute als Museum dient. Seit dem Jahr 2006 trägt der Ort wieder die Bezeichnung Stepanzminda.

Kutaissi

Kutaissi Georgien

Das Parlament in Kutaissi.

In Kutaissi, der größten Stadt des Landes mit Ausnahme von Tiflis, können Besucher Einblicke in eine antike Zeit erlangen, in welcher der Ort noch die stolze Hauptstadt des Königreichs Kolchis war.

Auch heute gilt die Stadt als wirtschaftliches, politisches und kulturelles Zentrum des Westens von Georgien. Seitdem das georgische Parlament in Kutaissi tagt (Mai 2012) erlebte die Stadt einen neuen Aufschwung, welcher zu Ausbesserungsarbeiten an den Straßen führte, schöneren Parks und einer gesunkenen Kriminalitätsrate. Die Bagrati-Kathedrale und die Klosteranlage Gelati zählen um UNESCO-Welterbe und sind einen Besuch wert.

Rustawi

Rustawi Georgien Tanz

Tänzer in Rustawi

Die viertgrößte Stadt Georgiens, Rustawi (auch: Rustavi), liegt etwa 25km südöstlich von Tiflis und ebenfalls an beiden Seiten des Flusses Kura (Mtkwari). Es handelt sich um eine der ältesten Städte des Landes und ebenfalls um eine antike Hauptstadt.

Sie gilt als kulturhistorisch wertvoll und als Hochburg von Tanzaufführungen, wobei häufig sorgfältig und mühevoll ausgearbeitete Kleidungen und Kostüme keine Seltenheit sind. Zu besonderem Wohlstand kam Rustawi aufgrund der Eisenverarbeitung, welche während des Zweiten Weltkriegs begann und bis heute fortgesetzt wurde.

Oni

Oni Georgien

Oni

Das Bergdorf Oni (3000 Einwohner) erfreut sich besonderer Beliebtheit unter einheimischen Touristen, wird allerdings auch in den letzten Jahren verstärkt von internationalen Reisenden aufgesucht. Es liegt etwa 30km südlich der Grenze zu Russland.

Hier können Reisende ein idyllisches Bergpanorama erblicken und das Vermächtnis eines bedeutsamen Zentrums georgischer Juden besser kennen lernen. Nach Tiflis und Kutaissi ist dieser Ort die drittgrößte jüdische Gemeinde des Landes.

Gudauri

Gudauri Ski

Gudauri

Das auf etwa 2200m Höhe gelegene Skigebiet Gudauri, etwa 120km nördlich von Tiflis, erfreut sich seit Jahren schnell wachsender Beliebtheit sowohl unter Georgien als auch unter internationalen Besuchern.

Ski fahren

Von Dezember bis April können Skibegeisterte hier nach Herzenslust auf Schneebedeckten Pisten die Bergwelt näher kennenlernen. Auch im November und Mai können einige Strecken befahren werden. Lawinengefahr besteht kaum, so dass auch abseits der Hauptpisten gefahren werden kann.

Mestia (Swanetien)

Mestia Ski Georgien

Mestia

Im Winter zieht es viele Besucher nach Mestia, einem Zentrum für Skifahrer und Rodler. Zahlreiche Skilifts und Langlaufloipen machen diesen Ort zu einem beliebten Ziel für Wintersportler und solche, die es werden wollen. Im Sommer bietet Mestia viel frische Bergluft sowie Wellnessmöglichkeiten für die ganze Familie und ein Museum mit religiöser Kunst aus dem 12. Jahrhundert.

Bergwanderer lieben die grüne Natur sowie die klare Aussicht. Von Mestia aus lässt sich eine Wanderung nach Ushguli unternehmen, dem höchsten bewohnten Punkt Europas.

Bakuriani

Bakuriani Ski Georgien

Bakuriani

Der malerische Ferienort Bakuriani, nur etwa zwei Stunden von Tiflis entfernt gelegen, gilt als ein weiterer beliebter Wintersportort in Georgien.

Dutzende von Skipisten lassen keine Wünsche für begeisterte Skisportler und Snowboarder offen. Ausflüge zu Pferde durch die idyllische Landschaft der Umgebung sind ebenfalls sehr beliebt.

Sighnaghi

Sighnaghi Georgia

Sighnaghi

Der kleine Ort Sighnaghi beeindruckt vor allem durch seine riesige Stadtmauern, welche schon von weitem gut gesehen werden kann.

In Sighnaghi ruht die heilige Nino, die „Erleuchterin Georgiens“. Reisende können einen faszinierenden Blick auf das Alazani Tal und den dahinter liegenden großen Kaukasus genießen.

Bordschomi

Bordschomi-Charagauli Nationalpark

Bordschomi-Charagauli Nationalpark

Die Stadt Bordschomi, welche in einem malerischen Tal am Fluss Kura liegt, gilt als besonders bekannt aufgrund der speziellen Heilwässer, welche vor Ort zu finden sind. Reisende, die auf der Suche nach einem stillen, idyllischen und beruhigenden Stückchen Erde sind, finden hier eine hervorragende Umgebung.

Zu den Sehenswürdigkeiten zählt die mittelalterliche Festung Zichisdschwari, welche im 13. Jahrhundert einer Belagerung durch die Mongolen standhielt sowie jahrhundertealter Klöster und Kirchen.

Gagra

Gagra Abchasien

Gagra

Die Stadt Gagra in Abchasien ist derzeit durch die Folgen des Georgienkrieges vom Rest Georgiens abgeschnitten. Wer es dennoch schafft einzureisen, wird mit dem Anblick grüner Landschaften belohnt sowie mit der Möglichkeit, einen der schönsten Kurparks an der Küste des schwarzen Meeres aus nächster Nähe zu sehen.

Hier befinden sich Palmen von den Kanarischen Inseln und aus Ostasien, Zedern aus dem Himalaya sowie Magnolien und andere Pflanzen aus den USA. Pfauen leben hier, australische Schwäne und chinesische Goldfische.

Sochumi

Sochumi Georgien

Sochumi

Die Hauptstadt Abchasiens, Sochumi, welche derzeit ebenso wenig wie Gagra direkt von Georgien aus bereist werden kann, gilt als besonderes Reiseziel, als ein Ort, der wenigen Europäern bekannt ist, jedoch auf eine lange Kulturgeschichte zurückblicken kann.

In der Machadschirenuferstraße, einer Straße, welche nach den in die Türkei verschleppten Abchasen, den Machadschiren, benannt wurde, liegt die Festung Sochumi, welche von den Römern im 2. Jahrhundert n. Chr. erbaut wurde. Im 1840 eröffneten botanischen Garten von Sochumi können Besucher auf etwa 30 Hektar zahlreiche Pflanzenarten bestaunen.

Geschichte

Erste Siedlungen im heutigen Georgien, welche in der Nähe der Küste entdeckt wurden, stammen aus der mittleren Altsteinzeit. Ab 40000 v.Chr. siedelten Neandertaler in der Kaukasusregion, hauptsächlich in der Nähe des Schwarzen Meeres, jedoch auch in fast allen anderen Teilen des Landes.

Antike

Ab dem vierten Jahrhundert v. Chr. bildeten sich die Länder Kolchis und Iberien auf dem Boden des heutigen Georgiens, welche mit Griechenland und anderen Staaten der Region regen Handel betrieben. Gold, Silber, Kupfer und Eisen halfen der Kaukasusregion, ein gewisses Maß an Reichtum zu erlangen. Im Jahre 66 v. Chr. eroberte der römische Feldherr Pompeius Iberien und Kolchis, wodurch sie zu römischen Vasallenstaaten wurden. Kolchis zerfiel im ersten Jahrhundert. Iberien wurde im dritten Jahrhundert n. Chr. zunächst ein persischer Vasallenstaat, wechselte danach jedoch häufig die Seiten, um überhaupt als Land bestehen bleiben zu können. 337 konvertierte Georgien als eins der ersten Länder der Welt zum Christentum. Das Land wurde unter anderem auch von Arabern erobert, welche südliche Teile des Lande bis ins 8. Jahrhundert kontrollieren konnten, jedoch erfolglos versuchten, das Land zu islamisieren. Stattdessen stärkte es den Zusammenhalt aller Bevölkerungsschichten als christliche Einheit.

Mittelalter

Nach vielen Kriegen konnte Georgien unter König David im Jahre 1125 seine Selbständigkeit erlangen und weitere Teile der Region erobern. Im 13. Jahrhundert fielen Mongolen in Georgien ein und nutzten Tiflis zeitweilig als Basis für ihre Raubzüge und eroberten bald das gesamte georgische Reich. Im 14. Jahrhundert gelang es Giorgi V. das Land von der Fremdherrschaft zu befreien und selbst zu kontrollieren. Durch die Pest und andere externe und interne Einflüsse zerfiel das Land wieder und wurde auf lokaler Ebene von kleinen Fürstentümern regiert.

Russisches Reich und Erste Republik

Im Januar 1801 verfügte der russische Zar Paul I., dass Georgien annektiert wurde. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Land in vielen sozialen und kulturellen Bereichen trotz lokaler Widerstände in ähnlicher Form wie in Russland ausgerichtet. Während die Februarrevolution 1917 in Russland das Zarensystem zu Fall brachten, gab es auch in Georgien bald eine andere Herrschaftsstruktur. Nach Kooperation mit dem Deutschen Reich, was eine Einwanderung osmanischer Kräfte verhinderte, erklärte sich Georgien 1918 als Demokratische Republik Georgien für unabhängig. Deutschland erkannte die Republik als erster Staat an.

20. Jahrhundert

Nach dem Einmarsch der Roten Armee im Jahre 1921 wurde die Georgische Sozialistische Sowjetrepublik ausgerufen. Privater Grundbesitz wurde enteignet und verstaatlicht. Abchasien trennte sich zunächst als sozialistische Sowjetrepublik wieder von Georgien, wurde allerdings auf Befehl Stalins im Jahre 1936 wieder an die Georgische Sozialistische Sowjetrepublik angeschlossen. Im Zweiten Weltkrieg kämpften Georgier auf beiden Seiten der Front, davon mindestens 30000 für die Wehrmacht, die Mehrheit jedoch für die Rote Armee. Nach Ende des Krieges blieb das Land unter dem Einfluss der Sowjetunion. Nach mehreren militärischen und politischen Konflikten wurde Georgien nach dem Zerfall der Sowjetunion im Jahre 1991 wieder unabhängig.

21. Jahrhundert

Während der Rosenrevolution von 2003 wurde Georgiens Präsident, der frühere sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse von jungen Reformpolitikern aus dem Amt gedrängt. Es folgte Micheil Saakaschwili, welcher demokratische Reformen einleitete, jedoch kaum wirtschaftliche Verbesserungen erzielen konnte und häufig der Korruption und Wahlfälschung beschuldigt wurde. Er hielt sich jedoch bis zum Ende seiner zwei Amtszeiten im 2013 an der Macht. Im Jahr 2008 kam es zum offenen Krieg mit Russland, hauptsächlich aufgrund der Situation in Südossetien. Als Folge der Kampfhandlungen erkannte Russland die Unabhängigkeit von Abchasiens und Südossetiens an. Es folgten Nicaragua, Venezuela und die Pazifikstaaten Nauru und Tuvalu. Seit November 2013 heißt der Präsident von Georgien Giorgi Margwelaschwili, ein Mann, der sich zum einen dem Westen annähern möchte, sich allerdings auch für ein gutes Verhältnis zu Russland einsetzt.

Visum

Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen für einen Aufenthalt von bis zu 360 Tagen kein Visum für die Einreise nach Georgien. Spezielle Impfungen sind für die Einreise nicht vorgeschrieben. Bei einem längeren Aufenthalt wird empfohlen, im Vorfeld ein Visum zu beantragen. Für Menschen mit Wohnsitz in Deutschland gilt die folgende Adresse. Visa können auch ohne persönliche Vorsprache auf dem Postwege beantragt werden.

Georgien Botschaft Berlin

Georgische Botschaft Berlin
Rauchstraße 11
10787 Berlin
Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 09.00 – 18.00 Uhr,
Konsularabteilung Besuchszeiten: Mo. – Do. 09.30 – 15.00 Uhr
Telefonische Auskunft: Di., Mi., u. Fr. von 09.30 – 13.00 Uhr
Tel. +49 30 48490719.

Einreise mit Personalausweis

Bei der Einreise mit dem Flugzeug wird neben dem Reisepass auch der Personalausweis als Ausweisdokument anerkannt. Reisende, die im Zuge des Aufenthalts in Georgien auch andere Länder der Region auf dem Landwege besuchen möchten, sollten jedoch den Pass vorzeigen, um Wartezeiten an der Grenze zu verkürzen. Auch bei der Einreise über Drittstaaten außerhalb der EU, beispielsweise die Türkei, wird empfohlen, stets den Reisepass anstatt des Personalausweises zu verwenden.

Wetter und Klima

Georgien kann klimatechnisch als mediterran beschrieben werden. Das gebirgige Land ist jedoch geprägt von verschiedenen klimatischen Bedingungen je nach Höhenlage und Umgebung. Grundsätzlich gibt es im Westteil des Landes mehr Niederschlag als im Osten. Die Region profitiert insgesamt davon, dass kalte Stürme aus dem Norden (Russland) und Hitzewellen aus dem Süden (Iran) durch entsprechende Gebirgsketten aufgehalten werden, so dass ein relativ mildes Klima vorherrscht. Zusätzlich dienen das Schwarze Meer im Westen und das Kaspische Meer im Osten als klimatische Puffer.

Sioni-Becken

Im Sioni-Becken erwartet Reisende ein subtropisches Klima. Niederschläge sorgen für 1200 bis 2500mm pro Jahr, wobei im Süden etwas mehr Regen fällt. Die Winter verlaufen üblicherweise ohne Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, während die Sommer warm und feucht ausfallen, so dass sich eine reichhaltige subtropische Vegetation mit Palmen und Zitrusfrüchten bilden konnte.

Surami-Gebirge

Das Klima im Surami-Gebirge sowie dem Hügelland der oberen Mtkwari ist deutlich trockener. Heiße Sommer und kalte Winter prägen die Region, welche durch Grassteppen und Trockenwälder gekennzeichnet ist.

Großer Kaukasus

Im Großen Kaukasus kann von alpinem Klima gesprochen werden.

Währung, Geld und Kosten

Georgien Geld Lari Banknote

Georgisches Geld: 50 Lari Geldschein (GEL).

Die Währung in Georgien ist der Lari, welcher seit Dezember 1995 im Umlauf ist. Das Wort Lari bedeutet im Georgischen soviel wie Schatz oder Eigentum. Die Untereinheit trägt die Bezeichnung Tetri, wobei 100 Tetri einem Lari entsprechen. Banknoten gibt es in den Werten 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Lari. Münzen haben die Werte 1, 2, 5, 10, 20, 50 Tetri sowie 1 und 2 Lari. Ein Euro entspricht etwa 2,40 Lari (Stand: Januar 2014).

Die internationale Abkürzung der Währung ist GEL. Lari sind frei konvertierbar, dürfen jedoch nicht außer Landes gebracht werden. Es wird empfohlen, stets viele kleine Scheine bei sich zu tragen, da es häufig für Noten ab 50 Lari nicht genügend Wechselgeld gibt, beispielsweise im Taxi.

Geldwechsel

Erst in Georgien selbst können Reisende die Währung des Landes bekommen. In Banken muss zum Geldwechsel ein Ausweisdokument vorgelegt werden. Es kann jedoch vielerorts in ganz Georgien in kleineren Wechselstuben getauscht werden, wo dies nicht notwendig ist und manchmal auch ein besserer Kurs für Reisende erzielt werden kann.

In ländlicheren Regionen nimmt der Kurs zu Ungunsten von Reisenden ab, daher sollte möglichst im Vorfeld in Tiflis oder Batumi getauscht werden, wenn geplant ist, längere Zeit in ländlicheren Gebieten des Landes unterwegs zu sein.

Bargeldversorgung

Die meisten deutschen EC-Karten funktionieren ohne größere Probleme in Georgien, jedoch nicht alle an jedem Automaten. Reisenden wird empfohlen, im Vorfeld bei ihrer Bank nachzufragen, um ihre Geldversorgung sicherzustellen. Zur Sicherheit sollte sowohl genügend Bargeld (Euro ist in Ordnung) als auch eine zusätzliche Kreditkarte mit sich geführt werden.

Lebenshaltungskosten

Mit etwa 500 Euro kann man in Georgien eine Woche lang hervorragend Urlaub machen. Dazu gehört ein gehobenes Hotel, organisierte Besichtigungstouren durch die Region und schmackhafte Mahlzeiten und Getränke in guten Restaurants. Sparsamere Reisende kommen mit 150 bis 200 Euro zurecht.

Unterkunft

Traditionell gibt es seit vielen Jahren westliche Hotels in Georgien, hauptsächlich in Tiflis. Seit der Jahrtausendwende nahm die Anzahl deutlich zu, so dass heute für Besucher der Landes eine größere Palette mit teilweise sehr komfortablen Unterkünften zur Verfügung steht. Auch in Batumi und anderen georgischen Städten und Skiresorts kann in Hotels mit westlichem Standard Urlaub gemacht werden. In vielen Teilen des Landes werden jedoch Zimmer in privaten Pensionen angeboten, die häufig in einem sympathischen Umfeld für wenig Geld zu haben sind.

Anreise

Flugzeug

Verschiedene Flugrouten verbinden Georgien über den Flughafen von Tiflis mit dem Rest der Welt. Derzeit fliegt Lufthansa von München aus täglich nach Tiflis, während Georgian Airways viermal wöchentlich eine Verbindung von Wien aus anbietet. Umsteigeverbindungen aus deutschsprachigen Ländern gibt es mit Turkish Airlines über Istanbul, Czech Airlines über Prag, LOT über Warschau und mit Air Baltic von Berlin, Düsseldorf, Amsterdam, Wien oder Budapest aus über Riga.
Während sich die touristische Infrastruktur in Georgien schnell und stark entwickelt, gibt es ein immer stärker wachsendes Besucherinteresse bezüglich Georgien und dementsprechend auch einen größeren internationalen Flugverkehr. Zu den interenationalen Flughäfen des Landes gehören neben dem Hauptstadtflughafen von Tiflis auch der Batumi International Airport, welcher über Istanbul aus erreicht werden kann, der Kutaisi International Airport (Verbindungen über Moskau, Warschau und Vilnius) und der neu eröffnete Flughafen im Skigebiet Mestia.

Bus

Mit dem Überlandbus, dem gängigen Verkehrsmittel in Georgien kann von quasi allen Nachbarländern aus eingereist werden. Reisende können auch längere Verbindungen buchen, beispielsweise von Istanbul oder sogar Moskau aus.

Bahn

Während über eine lange Zeit mit der Bahn über Kiew (Ukraine) und Sotschi (Russland) nach Georgien eingereist werden konnte, gibt es diese Verbindung seit dem militärischen Konflikt zwischen Russland und Georgien nicht mehr. Aus der Türkei soll demnächst eine Bahnverbindung nach Georgien für Touristen nutzbar werden, sie existiert jedoch noch nicht. Es können jedoch Reisen aus Mitteleuropa nach Georgien durchgeführt werden, bei denen Bahn und Bus kombiniert werden (entweder über Russland oder über die Türkei). Darüber hinaus kann von von Baku (Aserbaidschan) oder Jerewan (Armenien) mit der Bahn eingereist werden.

Auto

Grundsätzlich können Mitteleuropäer mit einem eigenen Kraftfahrzeug nach Georgien einreisen. Sowohl über die Türkei (Grenzübergang bei Batumi) als auch über die Darialschlucht an der Grenze zu Russland kann Georgien mit dem eigenen PKW besucht werden. Falls der Besitzer nicht anwesend ist, sollte eine Vollmacht mitgeführt werden. Besucher müssen jedoch das Land nach 20 Tagen wieder verlassen (Transitreisende bereits nach 10). Reisende sollten sich jedoch gut überlegen, ob sie sich und ihrem Fahrzeug die schlechten Straßenverhältnisse zumuten möchten.

Schiff

Verschiedene Fährverbindungen über das Schwarze Meer nach Georgien werden von der Türkei (Istanbul und Trabzon) und der Ukraine (Odessa) angeboten.

Fortbewegung im Land

Unterwegs in Georgien, Übersicht der zur Verfügung stehenden Verkehrsmittel.

Straßenverkehr allgemein

In Georgien treffen schlecht gewartete Fahrzeuge auf kaum gepflegte Straßen, wodurch jede Fahrt ein gewisses Sicherheitsrisiko birgt. Besonders außerhalb der Hauptstrecken im Landesinneren gibt es teilweise katastrophale Straßenverhältnisse. Unfälle, Motorausfälle und Verspätungen sind keine Seltenheit. Zu abgelegenen Regionen kann häufig nur mit entsprechenden Geländefahrzeugen vorgedrungen werden. Zusätzlich sorgt die vom mitteleuropäischen Standard abweichende, teilweise sehr aggressive Fahrweise für ein weiteres Sicherheitsrisiko. Von längeren Nachtfahrten wird grundsätzlich abgeraten.

Taxi

Für relativ günstige Preise mit können sich Reisende innerhalb Georgiens bequem mit dem Taxi fortbewegen. Innerhalb von Tiflis fallen – je nach Entfernung – meist nicht mehr als 5 bis 15 Lari pro Strecke an, allerdings versuchen viele Fahrer beim Anblick von Auswärtigen oder wohlhabend aussehenden Personen den Preis zu erhöhen. Aus diesem Grund sollte im Vorfeld vereinbart werden, wie viel zu zahlen ist.

Alle Fahrer in offiziellen Taxis müssen die installierten Taxameter benutzen, was zu günstigen Preisen für die Kunden führt, allerdings benutzen sie diese meist nicht oder nur widerwillig auf Anfrage oder sie geben vor, das Gerät sei funktionsunfähig. Abgesehen davon ist die große Mehrheit der Taxis in Georgien inoffiziell, sie werden also betrieben von beliebigen Bewohnern des Landes, die über ein Fahrzeug verfügen und damit Geld verdienen möchten.

Minibusse

Auf bestimmten Strecken innerhalb Georgiens verkehren Minibusse, auch „Marschrutkas“ genannt. Es gibt sie sowohl im Nahverkehr als auch auf längeren Überlandstrecken zwischen verschiedenen Städten. Es gilt zunächst die Route auszuwählen, auf welcher man fahren möchte, und dann nach Sichtung des Fahrzeuges per Handsignal mitzuteilen, dass man mitfahren möchte. Start- und Endpunkt dieser Routen sind meist Busbahnhöfe und Märkte.

Wer von Anfang an mitfährt bekommt üblicherweise einen besseren Sitzplatz. Viele Fahrzeuge werden so gebaut, dass möglichst viele Sitzplätze vorhanden sind. Dadurch können mehr Menschen mitfahren und die Preisen sind dadurch etwas günstiger, auf der anderen Seite ist die Beinfreiheit manchmal jedoch enorm klein bemessen. Prinzipiell empfiehlt es sich zu wissen, wie das gewünschte Fahrtziel auf georgisch geschrieben wird, da dies meist im Fenster des entsprechenden Busses zu sehen ist (meist Name in lateinischer Schrift). Die Fahrer der Busse können mitunter weiterhelfen, das richtige Fahrzeug für die gewünschte Route zu finden.

Bahn

Zahlreiche Gebiete Georgiens können mit dem Zug bereist werden. Die Züge fahren normalerweise nicht besonders schnell, kosten dafür jedoch auch nicht besonders viel. Nähere Informationen zu den Verbindungen können auf der Webseite www.railway.ge eingesehen werden. Gerade für längere Strecken oder für Nachtfahrten gelten Züge als das bequemere Transportmittel im Vergleich zu den Marschrutkas.

Fahrrad

Wer gerne mit dem Fahrrad unterwegs ist sollte berücksichtigen, dass Georgien ein sehr bergiges Land ist und viele Wege nicht asphaltiert sind. Demzufolge mag ein Mountainbike oder Trekking-Rad mit entsprechenden kleinen Gängen für starke Steigungen die bessere Wahl sein. Das Fahrrad kann eine gewisse Unabhängigkeit ermöglichen, so dass Reisende auch in etwas entlegenere Gebiete vordringen können.

Radvermietungen gibt es in vielen größeren Städten, beispielsweise im Jomardi Club, in Irina’s Hostel oder Rover’s Hostel in Tiflis.

Stadtbusse

Ein paar Stadtbusse operieren in Tiflis. Sie sind sehr günstig, jedoch ziemlich alt und sehr langsam.

Reiseveranstalter

Eine Vielzahl Reisender in Georgien nimmt teil an Touren, die von lokalen oder internationalen Reiseveranstaltern angeboten werden. Auf diese Weise kann man auch in weniger besiedelte Gebiete Georgiens vordringen und leicht andere Besucher aus den verschiedensten Ländern kennen lernen.

Autovermietung

Es gibt ein paar Autovermietungen in Georgien, die Preise pro Mietwagen sind jedoch recht hoch. Des weiteren sollte berücksichtigt werden, dass in entlegeneren Gebieten die Preise für Kraftstoff üblicherweise höher sind.

Handy, Smartphone, Internet

Die Landesvorwahl Georgiens ist „+995“. Während es keine ausreichende Versorgung mit Telefonzellen gibt und Roaming-Gebühren mit SIM-Karten mitteleuropäischer Anbieter teuer sind, wird Reisenden empfohlen, sich eine lokale SIM-Karte zu besorgen. Es gibt insgesamt drei Mobilfunkanbieter in Georgien: MagtiCom, Geocell und Mobitel Georgia Beeline. Es wird der GSM 900/1800 Standard sowie UMTS 2100 verwendet.

Georgische SIM-Karte

Eine georgische SIM-Karte gibt es in Tiflis vielerorts und für wenig Geld (manchmal sogar kostenlos). Der Reisepass sollte jedoch mitgeführt werden, da es vorgezeigt werden muss.

Besonderheiten

Einige Handys können vom georgischen Netz aus durch direktes Wählen der meist neunstelligen Nummer erreicht werden. Funktioniert dies jedoch nicht, so sollte der Landescode „+995“ vorweggewählt werden.

Essen

Essen in Georgien: Mzwadi

Beliebtes Essen in Georgien: Mzwadi (Schaschlik)

Gemeinsame Mahlzeiten spielen in Georgien traditionell eine wichtige Rolle. An großen Tafeln treffen sich viele Menschen zu einem üppigen Mahl, welches Supra oder Keipi genannt wird. Es gibt einen Tischmeister, den Tamada, der das Geschehen am Tisch durch Trinksprüche und sonstige Aktionen leitet, sowie einen Stellvertreter, welcher ihm dabei hilft, die oft ausgelassene Gesellschaft unter Kontrolle zu behalten.

Die Trinksprüche haben dabei teilweise durchaus einen ernsthaften Charakter, wenn beispielsweise auf besondere Ehrengäste, deren Kinder, Verwandte und auch Verstorbene sowie das Vaterland getrunken wird. Grundsätzlich gilt, je wichtiger der Anlass ist, umso traditioneller sind die Speisen. Es wird häufig mehr serviert, als verzehrt werden kann, um die besondere Großzügigkeit des Gastgebers zu demonstrieren.

Georgische Küche: Regionale Unterschiede

Die Kochkunst Georgiens galt innerhalb der Sowjetunion als besonders edel, nicht zuletzt, da sie sowohl qualitativ hochwertig, als auch sehr abwechslungsreich ist. Fleisch spielt prinzipiell eine wichtige Rolle in der georgischen Küche, wobei jede Region ihre eigene Sorte bevorzugt. Schwein, Rind und Hammel zählen zu den am häufigsten verwendeten Fleischarten, es gibt jedoch auch Hirsch, Ziege, Hase, Kaninchen und sogar Wachtel oder Fasan. Dabei gibt es im Westen vermehrt Schwein, während im Osten traditionell eher Rind und Hammel gereicht werden. Weitere geschmackliche Unterschiede gehen auf den Anbau verschiedener Getreidesorten pro Region zurück. Im Westen gibt es mehr Mais, während im Osten stärker Weizen angebaut und verzehrt wird. Darüber hinaus werden im Westen eher schärfere Speisen serviert und im Osten jedoch eher mildere.

Vorspeisen

Zu den typischen georgischen Vorspeisen zählen Mujiji, ein kaltes Gericht mit Schweinefleisch, Karotten, Zwiebeln und Zimt, Basturma (luftgetrocknetes Rindfleisch) sowie Badridschani (gefüllte Auberginen mit Walnusspaste).

Hauptspeisen

In ganz Georgien wird gerne Mzwadi (Schaschlik) serviert sowie Tschachochbili (Hähncheneintopf mit Tomaten-Zwiebelsoße), Tschanachi (Hammeleintopf mit Auberginen) und Chakapuli (Lammeintopf mit Zwiebeln, Weißwein, Pflaumensoße und Knoblauch)

Nachspeisen

Eine beliebte Nachspeise in Georgien ist Tschurtschchela, welche aus Haselnuss- oder Walnusskernen besteht, die mit Traubensaft, Mais- und Weizenmehl ummantelt sind. Dazu gibt es meist Pelamuschi, einen Pudding aus Traubensaft und Maismehl, der aus dem Westteil des Landes stammt. Darüber hinaus sind Teigtaschen mit Hackfleischfüllung (Chinkali) weit verbreitet sowie gebackenes Käsebrot (Chatschapuri) und Suguni (Käse).

Verhaltensregeln

Georgien liegt weniger weit entfernt des mitteleuropäischen Kulturraums als Länder in Ostasien, Südasien oder Südostasien, einige unterschiedliche Verhaltensregeln sollten von Reisenden jedoch beachtet werden.

Begrüßung

Ein Handschlag wie in Mitteleuropa gilt als übliche Begrüßung zwischen zwei Personen beim ersten Kennenlernen, wobei der Druck etwas stärker ausfallen kann. Statt „Hallo“ wird „Gamardshoba“ gesagt, bei mehreren Personen „Gamardshobat“.

Nicht selten wird beim wiederholten Begrüßen von Menschen, die in einer freundschaftlichen Beziehung stehen, ein Kuss auf die Wange gegeben. Dies kann bereits nach kurzer Zeit des Kennenlernens geschehen und auch unter Männern. Ähnlich wie in Mitteleuropa werden Vornamen nur für Freunde und Verwandte benutzt oder alternativ höflich gefolgt vom Begriff „Batono“ für Herren oder „Kalbatono“ für Damen. Wenn (noch) kein freundschaftliches Verhältnis besteht, werden die meisten Personen mit ihrem entsprechenden Titel und ihrem Nachnamen angesprochen.

Geschenke

Bei einer Einladung ins Haus einer georgischen Familie oder einer ähnlichen Situation wird das Mitbringen kleiner Geschenke empfohlen. Dabei müssen keine teuren Waren erworben werden und eine einfache Verpackung genügt. Vielmehr zählt der Gedanke, wobei sich Blumen sowie aus Mitteleuropa mitgebrachte Süßigkeiten sowie kleine Dinge, von denen man weiß, dass sie dem Gastgeber gefallen werden, stets gut eignen.

Besonders bei überschaubaren Anzahlen von Blumen sollte idealerweise darauf geachtet werden, dass es sich um eine ungerade Anzahl handelt, da gerade Anzahlen von Blumen bei Beerdigungen verwendet werden. Auch kleine Mitbringsel für Kinder werden gern gesehen. Die Geschenke werden nicht zwangsläufig sofort geöffnet, sondern mitunter für eine Weile beiseite gestellt und später ausgepackt. Neben Anlässen wie Geburtstag und Weihnachten werden in Georgien auch die Namenstage der Personen gefeiert, welche auf die Geburtstage von Heiligen fallen, nach denen sie benannt sind.

Tischmanieren

Es gibt im Vergleich zu Mitteleuropa weniger besondere Regeln, die zu Tisch in Georgien praktiziert werden sollten. Die üblichen Verhaltens- und Höflichkeitsregeln, die international gelten, sollten jedoch grundsätzlich auch in diesem Land befolgt werden (kein Rülpsen, keine Ellenbogen auf die Tischkante).

Der älteste oder am meisten geehrte Gast bekommt seine Speisen üblicherweise zuerst. Prinzipiell geht es darum, gemeinsam eine angenehme Zeit zu verbringen, der georgische Gastgeber wird also oft einiges dafür tun, dass sich seine Gäste wohlfühlen. Wenn dies geschieht, sollten sich Reisende auch dementsprechend erkenntlich zeigen.

Grundsätzlich verlaufen Mahlzeiten mit befreundeten oder verwandten Personen jedoch sehr beherzt, lebhaft und manchmal auch etwas ausgelassen ab. Idealerweise sollte von allem, was angeboten wird, auch probiert werden, auch wenn man Bedenken hat. Dazu zählen auch alkoholische Getränke, die in Georgien gerne und oft konsumiert werden. Als Notlösung bei Nichtgefallen kann man Vorgeben, etwas bestimmtes nicht vertragen zu können. Zu Beginn wird empfohlen kleinere Mengen zu nehmen, um das sehr wahrscheinliche Angebot einer zusätzlichen Portion annehmen zu können und den Gastgeber auf diese weise zu erfreuen und zu bestätigen, dass das Essen schmeckt. Zum Schluss sollte alles verzehrt worden sein, so dass ein leerer Teller übrigbleibt.

Sprache und Verständigung

Georgisch, Alphabet

Georgisches Alphabet

Die offizielle Sprache des Landes ist Georgisch, eine Sprache, die mit ihren eigenen Buchstaben geschrieben wird. Sie gilt als eine der schwierigen Sprachen für Mitteleuropäer, unter anderem dadurch, dass sie kaum Worte beinhaltet, die in irgend einer Form in europäischen Sprachen auftreten, über sehr viele Konsonanten verfügt, die hintereinander gesprochen werden, und schon die Schrift eine besondere Hürde darstellt.

Neben Georgisch gibt es größere Minderheiten, die Russisch, Armenisch, Aserbaidschanisch, Ossetisch und Abchasisch sprechen. Wer Russisch sprechen kann sollte es einsetzen, besonders bei Konversationen mit älteren Menschen, die während der Zeit der Sowjetunion aufwuchsen, als Russisch Pflichtsprache war. Es gibt Berichte, in denen darauf hingewiesen wird, dass Russisch unter Georgiern eher unbeliebt ist, allerdings bleibt in vielen Fällen keine weitere gemeinsame Sprache als Medium der Verständigung. Während einige Georgier der Regierung Russlands nicht positiv gegenüberstehen, zählen persönliche Beziehungen zu freundlichen russisch sprechenden Menschen mehr, so dass auf die Anwendung der Sprache Russisch entgegen vereinzelter Berichte nicht verzichtet werden sollte. Besonders in Gebieten, in denen Menschen mit einem nicht-georgischen Hintergrund leben, wird Russisch als Verständigungssprache eingesetzt. Es bietet sich an, das Land mit einer Person zu bereisen, welche des Georgischen oder Russischen mächtig ist. Alternativ helfen kleine Übersetzungscomputer.

Englisch

Immer mehr Einwohner Georgiens sprechen mittlerweile gutes Englisch, besonders Vertreter der Oberschicht, moderne gebildete Einwohner und jüngere Menschen. Im Zweifel bietet es sich daher an, bei Fragen sich eher an junge Personen zu wenden, da hier die Wahrscheinlichkeit von Englischkenntnissen deutlich größer ist.

Nachtleben, Nightlife, Party

 Tbilisi Tiflis Nightlife, Party

Party in Tiflis

In Tiflis‘ Altstadt gibt es zahlreiche Restaurants, Bars, Cafés und Lokalitäten mit Live-Musik. In der Straße Lagidse in der Nähe des Opernhauses konzentrieren sich zahlreiche Bars dicht an dicht. Zu den beliebten Diskotheken der Stadt zählt der Zen-Club, welcher sich über zwei Etagen erstreckt und Musik bis in die frühen Morgenstunden erschallen lässt. Das nicht weit entfernte Night Office sieht ebenfalls regelmäßig eine große Partycrowd, die sich nach Sonnenuntergang dort versammelt. Es folgte eines Liste der Adressen von Clubs in Tiflis.

Tiflis Nightlife

Apriori Lounge
Lounge/Club
5 Jiqia Str., Tiflis

Cafe Gallery
Café, Diskothek
48 Rustaveli Str., Tiflis

City Club
Restaurant mit Musik
22 Metekhi Str., Tiflis

DejaVu Celebration
Club
36 Kostava Str., Tiflis

Famous Rooms
Karaoke bar
12a Al. Khazbegi Ave., Tiflis

Studio 5
Karaoke Bar
9 Shalva Dadiani Str., Tiflis

Reise-und Sicherheitshinweise

Abchasien und Südossetien

Abchasien Flagge

Abchasien Flagge

Die Gebiete Abchasien und Südossetien, die besonders vom Krieg mit Russland beeinflusst wurden, werden nicht mehr von georgischer Seite kontrolliert. Russische Truppen sind vielerorts zu sehen. Die Einreise in eins dieser Gebiete von russischer Seite wird von georgischer Seite als illegaler Grenzübertritt betrachtet, Reisende sollte also davon absehen. Insgesamt ist darüber hinaus zu beachten, dass sich die Situation in den Gebieten jederzeit ändern kann und auch anliegende Regionen auf georgischer Seite betroffen sein könnten. Besucher Georgiens sollten die Nachrichten bezüglich des Landes und der Konfliktregionen ständig verfolgen, um mögliche Gefahren rechtzeitig erkennen zu können. Die meisten Aktivitäten in den Gebieten Abchasien und Südossetien, darunter auch Reiseverkehr sind komplett untersagt und können Haftstrafen von bis zu fünf Jahren bedeuten.

Südossetien Flagge

Südossetien Flagge

Weitere Gefahren in den Gebieten gehen von vereinzelten bewaffneten Konflikten aus, die auch nach Ende des Krieges weiterhin auftreten. Darüber hinaus gibt es zahlreiche kriminelle Zwischenfällen, da kein funktionierendes Rechtssystem existiert. Kriegsrückstände wie nicht explodierte Munition und Minen sorgen für zusätzliche ernstzunehmende Bedrohungen.

Sonstige Gebiete

Im Hauptteil des Landes, abgesehen von Abchasien und Südossetien, kann die politische Lage als eher ruhig beschrieben werden. Auch die Hauptverkehrsstraßen, welche im georgischen Gebiet außerhalb der Grenzen von Südossetien entlangführen, können derzeit ohne größere Gefahren genutzt werden. Grundsätzlich wird Reisenden empfohlen, größere Menschenansammlungen, Demonstrationen und Kundgebungen mit vielen Teilnehmern in der Öffentlichkeit zu meiden.

Erdbeben

In Georgien können jederzeit Erdbeben auftreten. Im Jahr 2002 gab es in Tiflis ein Beben mit Todesopfern. 2009 wurde bei einem Erdbeben, welches etwa 150km von Tiflis entfernt auftrat, der Wert 6,2 auf der Richter-Skala gemessen.

Kriminalität

Wie in anderen größeren Städten der Welt kann es auch in Georgien zu Fällen kommen, bei denen Reisende Opfer krimineller Handlungen werden. Raubüberfälle und Taschendiebstähle kommen gelegentlich vor. Es wird daher empfohlen, die international üblichen Sicherheitsvorkehrungen zu befolgen. Reisende sollten Geld und Wertsachen nicht zu deutlich präsentieren und sich nicht nach Anbruch der Dunkelheit an schlecht beleuchteten Orten aufhalten. Im Falle eines Überfalls sollte kein Widerstand geleistet werden, da in einigen Fällen mit hoher Gewaltbereitschaft zu rechnen ist.

Homosexualität

In Georgien ist Homosexualität grundsätzlich legal, jedoch gesellschaftlich weniger präsent als in Mitteleuropa. Die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung ist nicht sehr weit ausgeprägt und es gibt gelegentlich gewalttätige Übergriffe auf gleichgeschlechtliche Paare, die Zuneigung zu deutlich öffentlich zur Schau stellen.

Gesundheit

Versicherung

Es wird dringend empfohlen, vor Antritt einer Reise nach Georgien eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, welche sicherheitshalber auch eine Reiserückholversicherung beinhaltet.

Medizinische Versorgung

Reisende ohne Kenntnisse der Landessprache werden in den meisten Fällen Probleme bekommen, wenn es darum geht, fachkundige ärztliche Hilfe anzufordern. In Tiflis gibt es die beste Versorgung innerhalb Georgiens sowie Ärzte mit guten Englischkenntnissen, während außerhalb der Hauptstadt die Verfügbarkeit von kompetenten Ärzten, Medikamenten und medizinischen Einrichtungen etwas unter dem Niveau in Mitteleuropa ausfällt. In den meisten Fällen deckt sie jedoch den Bedarf, welcher Reisenden entsteht, wobei in abgelegenen Gebieten des Landes ärztliche Hilfe nur mit viel Zeitaufwand zu bekommen ist. Behandlungen, die aufgeschoben werden können, sollten jedoch lieber in Deutschland, Österreich oder der Schweiz durchgeführt werden. Bei tatsächlichem Bedarf von medizinischen Spezialisten mit sehr guter Ausstattung helfen verschiedene private Einrichtungen in Tiflis und Batumi.

Zu den englischsprachigen Spezialisten vor Ort, welche empfohlen werden können, zählt die folgende Klinik.

MediClub Georgia
22a Tashkenti Street
0160 Tbilisi
Tel.: +995 32 225 1991

Reiseapotheke

Bei einem Aufenthalt in Georgien sollten Reisende alle auf im Alltag zu Hause notwendigen Medikamente bei sich führen sowie Präparate für die gängigen Reisekrankheiten des Landes. Für welche Krankheiten je nach Region eine erhöhte Gefahr besteht sowie aktuelle Trends und Entwicklungen können mit einem Reisemediziner vor dem Verlassen der Heimat besprochen werden.

Impfungen

Reisende sollten vor einem Aufenthalt in Georgien die notwendigen Impfungen durchgeführt haben, welche auch in Europa empfohlen werden. Dazu zählt der Schutz gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie, Pertussis, MMR (Mumps, Masern und Röteln) und Influenza. Zusätzlich wird Reisenden der Impfschutz gegen Hepatitis A nahegelegt. Für längere Aufenthalten ab einem Monat oder Reisen in besondere Gefahrengebiete sei auch der Schutz gegen Hepatitis B und Tollwut empfohlen.

HIV und AIDS

Bei Menschen im Alter von 15 bis 49 Jahren kommt HIV im Schnitt bei etwa 0,1 bis 0,4% vor, liegt somit also auf einem niedrigen Niveau ähnlich wie in Mitteleuropa. Trotzdem sollten Reisende besondere Vorsicht walten lassen und stetes bei sexuellen Kontakten Kondome verwenden.

Durchfallerkrankungen

Leistungswasser in Georgien sollte in den meisten Fällen nicht getrunken werden. Reisenden wird empfohlen, ausschließlich Wasser aus verschlossen gekauften Behältern zu konsumieren. Alternativ kann Leitungswasser vor dem Trinken abgekocht werden. Auf diese Weise können Durchfallerkrankungen und andere Beschwerden vermieden werden.

Tuberkulose

In Georgien gibt es deutlich mehr Fälle von Tuberkulose als in Mitteleuropa, daher besteht ein erhöhtes Risiko.

Tollwut

Regelmäßig treten in Georgien Fälle von Tollwut auf, auch in Städten.