China Reise, Reiseführer, Reisetipps


Inhalt

HauptstadtPeking
SprachenHochchinesisch / Mandarin (Amtssprache),
sehr viele lokale Dialekte
StaatsformVolksrepublik
Fläche9.571.302 km²
Einwohner1,35 Milliarden (~140 Einwohner pro km²)
Währung Renminbi (RMB, CNY) / Yuan (¥)
Telefon-Vorwahl+880
ZeitzoneUTC+8
NationalflaggeChina Flagge

China Flagge

Bekannt als das „Reich der Mitte“ bietet die Volksrepublik China ihren Besuchern inzwischen in zahlreichen Bereichen deutlich mehr als andere Länder innerhalb Asien oder dem Rest der Welt. Das gigantische Land mit der größten Bevölkerungsanzahl der Welt lässt sich besser mit einem gesamten Kontinent vergleichen als mit einem anderen einzelnen Land dieser Erde. Eine jahrtausendealte Geschichte als Hochkultur trifft in unserer Zeit auf eine modernisierungshungrige Regierung, welche aufwändige Riesenprojekte mit einer Geschwindigkeit und Leichtigkeit auf die Beine stellt, bei der dem Rest der Welt schwindelig wird. Gigantische Wolkenkratzer, riesige Schienennetze, anspruchsvolle Raumfahrtunternehmungen und modernste Fabriken für praktisch sämtliche Produkte, die man weltweit kaufen kann, entstehen in China quasi über Nacht.

Chinesische Mauer

Chinesische Mauer

Weltbekannt sind die Chinesische Mauer, die Verbotene Stadt, die unterirdische Terrakotta-Armee und weitere spektakuläre Sehenswürdigkeiten, welche im Folgenden näher beschrieben werden. Neben historischen Highlights und modernster Maschinerie befinden sich jedoch auch überwältigende Naturlandschaften, die zu den spektakulärsten Anblicken natürlicher Schönheit zählen, welche sich auf der Erde finden lassen.

Kulinarisch bietet China darüber hinaus einen Hochgenuss der Sinne, wobei Kenner der Spezialitäten des Landes die Vielfalt, Exotik und Raffinesse seiner Küche seit langem überaus schätzen. International beliebt und geschätzt sind Peking-Ente, kantonesische Schlemmermahlzeiten und scharfe Gerichte aus der Provinz Sichuan, allerdings erst nach einem Besuch vor Ort können Besucher dem wahren Reiz chinesischer Speisen etwas näher kommen.

Im Land voller Superlative kommen Reisende schnell auf ihre Kosten. Der Mix aus pulsierenden Metropolen und historischen Bauten sowie authentischen Artefakten als Zeugen, welche die Jahrtausende alte Geschichte des Landes als Hochkultur überdauerten, zusammen mit atemberaubenden Naturlandschafen, exzellenter Küche und einer bis heute absolut eigenen Kultur und Schrift lässt China seit Jahren als faszinierendes Reiseziel auftreten, welches weltweit kein zweites Mal zu finden ist. Im folgenden werden wertvolle Tipps und Infos bereitgestellt, welche einen Aufenthalt in China, dem Land in dem Urlauber auch heute noch Exotik pur finden, weiter aufwerten werden und noch besser planen lassen.

Städte, Reiseziele und Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Städte, Regionen und Sehenswürdigkeiten in China.

Peking

Peking Sehenswürdigkeiten

Eine der Top Sehenswürdigkeiten in Peking: Der Kaiserpalast in der Verbotenen Stadt.

Als Stadt mit über 3000 Jahren Hochkultur und gleichzeitig modernsten Anlagen, welche kontinuierlich in hohem Tempo neu entstehen, bietet Peking ihren Besuchern etwas Einmaliges. Die Stadt der Superlative, Hauptstadt des bevölkerungsreichsten Landes der Welt, dient als kultureller, wissenschaftlicher und politischer Dreh- und Angelpunkt von China und überzeugt durch gewaltige Bauwerke, die über Jahrhunderte hinweg den vielen Veränderungen des Landes trotzten, und weitere eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten, welche hier aus nächster Nähe betrachtet werden können.

Peking Sehenswürdigkeiten

Die imposanten Tempel und Paläste, Parks und Gärten sowie bedeutsame Beerdigungsstätten sind nur ein paar Gründe, weshalb Peking (englisch: Beijing) zu den am meisten bereisten Städten der Welt zählt. Ein Besuch in der geheimnisvollen Verbotenen Stadt, eine Fahrt zur beeindruckenden Chinesischen Mauer oder ein Besuch der Anlagen, welche im Zuge der Olympischen Spiele im Jahr 2008 errichtet wurden, gehört für viele Besucher der Stadt zu den Highlights ihres Aufenthalts in China.

Shanghai

Shanghai Tower

Die Skyline von Shanghai mit dem Shanghai Tower

Die größte Stadt Chinas, Shanghai, gilt als wirtschaftliches Zentrum des Landes. Die Expo in Shanghai im Jahre 2010 verstärkte das internationale Interesse, welches sich ohnehin schon im Aufwind befand, noch weiter und führte dazu, dass die größte Besucherzahl erschien, die weltweit jemals in der Geschichte der Expo gezählt wurde. Das Erbe der Veranstaltung prägt das Stadtbild von Shanghai bis heute.

Die landesweit vielleicht westlichste Stadt neben Hong Kong bietet für Besucher aus anderen Ländern ein internationales Flair, wie man es in China selten findet, und für Einheimische die Chance auf ein neues Leben mit mehr Wohlstand, Kultur und kultureller Inspiration. Die Zusammensetzung der Stadt, bereichert durch viele Einwanderer aus allen Teilen Chinas und anderen Ländern Asiens, bewirkt, dass die Stadt eine Restaurantauswahl mit einer Vielfalt bietet, welche die vielen unterschiedlichen Küchen innerhalb Chinas sowie viele andere asiatische Spezialitäten auf angenehme Weise vereint.

Shanghai Sehenswürdigkeiten

Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten gehören weiterhin der Bund (Waitan), welcher mit seinen beeindruckenden Wolkenkratzern besonders auffällt und bekannt ist als die vielleicht imposanteste Uferpromenade im Fernen Osten. Zahlreiche Tempel, Gärten und Museen, wie beispielsweise das Shanghai Museum und der Blick auf den Shanghai Tower, das zweithöchste Gebäude der Welt (Stand 2014), können einen erlebnisreichen Aufenthalt in Shanghai würdevoll abrunden.

Guangzhou (Kanton)

Canton Tower Guangzhou

Canton Tower

Die Stadt Guangzhou (früher Kanton), die Hauptstadt von Guangdong, der größten Provinz des Landes, zählt zu den chinesischen Orten mit langer Tradition und bedeutsamer Geschichte. Als Dreh- und Angelpunkt von Industrie und Handel innerhalb der Region gehört ein lebendiges Treiben wie selbstverständlich zum Stadtbild Guangzhous. Zweimal jährlich treffen sich hier chinesische Anbieter und internationale Interessenten auf der größten Import-/Exportmesse des Landes.

Guangzhou Sehenswürdigkeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt Guangzhou zählt der gigantische Canton Tower, welcher im Jahre 2010 als höchster Fernsehturm der Welt eröffnet wurde (über 600m). Die achteckige Sun Yat Sen Gedächtnishalle mit ihrer bronzenen Statue des ersten Präsidenten der Republik China wirkt ebenso als Publikumsmagnet wie der Guangxiao Temple, welcher unter anderen eine besondere Bedeutung besitzt als Wallfahrtsort für Zen-Buddhisten.

Guilin

Guilin China

Guilin

Die Stadt im Nordosten der Provinz Guangxi besticht durch ihre atemberaubende Umgebung, die vielleicht schönste und malerischste Naturlandschaft innerhalb Chinas, welche zu den beliebtesten Urlaubszielen der gesamten Volksrepublik gehört. Die Szenerie gilt als so eindrucksvoll, dass sie auf vielen Gemälden, Postern, Kunstwerken und auch auf der 20-Yuan-Banknote zu sehen ist. Am Ort, an welchem das Foto erstellt wurde, befindet sich eine Aussichtsplattform, von der aus Besucher die Landschaft genießen und dabei erkennen können, wie detailgetreu die Berge und selbst die Bäume auf dem Geldschein abgebildet wurden.

Schönes Wetter und wundervolle Sehenswürdigkeiten in der Natur

Aufgrund des subtropischen Klimas kann Guilin das gesamte Jahr lang bereist werden. Im Herbst überzeugen besonders die Duftblüten verschiedener Osmanthus-Arten, welche der Landschaft einen ganz besonderen Reiz verleihen. Sie sind der Namensgeber von Guilin, was wörtlich übersetzt in etwa so viel wie „Wald der süßen Duftblüten“ bedeutet. Besonders beliebt sind hier Fahrten auf dem Fluss, welcher sich durch die Region um Guilin schlängelt, von wo aus Besucher auch die beeindrucken steilen Berggipfel (Guilin Peaks) in der Nähe der Ufer sehen können. Im nicht zu weit gelegenen Yangshuo kann die Reise durch eine beeindruckende Landschaft fortgesetzt werden.

Xi’an

Terrakotta Armee

Mausoleum von Qin Shihuangdi, hier befindet sich die berühmte Terrakotta Armee

Bereits im elften Jahrhundert vor Christus besaß Xi’an eine besondere Rolle in der Geschichte Chinas als kulturelles und politisches Zentrum des Landes. Als Hauptstadt unter einigen der wichtigsten Dynastien Chinas, auch bekannt als „Chang An“ oder „Sianfu“, besitzt Xi’an heute ein reichhaltiges historisches Erbe und wird von Besuchern als besser erhalten und original angesehen als andere Metropolen Chinas. Wer interessiert ist an authentischer chinesischer Kultur, Geschichte, Lebensart und Kunst ist in Xi’an an der richtigen Stelle.

Die Stadt gilt als besonders bekannt in aller Welt aufgrund der beeindruckenden Terrakotta-Armee, welche der erste Herrscher der Landes, Qin Shihuangdi, als Teil seines Mausoleums unmittelbar nach der Machtübernahme in der Umgebung der Stadt errichten ließ. Sie gilt bis heute als die größte Fundstätte einer unterirdischen Grabbeigabe weltweit.

Chengdu

Chengdu Panda

Chengdu Pandas

Als Hauptstadt der berühmten Provinz Sichuan nimmt Chengdu innerhalb Chinas eine ganz besondere Position ein. Die Stadt gilt neben Chongqing als wirtschaftliches Zentrum Westchinas und als eine der Städte mit der höchsten Lebenqualität des ganzen Landes. Zu den 14 Millionen Einwohnern von Chengdu zählen nicht nur Han-Chinesen, sondern auch Tibeter, Mongolen, Koreaner und chinesische Minderheiten wie Hui, Miao und Zhuang. Zu den besonderen Ereignissen in der Geschichte Chengdus zählt unter anderem auch die weltweit erstmalige Einführung von Banknoten aus Papier, welche um das Jahr 960 geschah.

Scharfes Essen, mildes Klima und süße Pandas

Heutzutage gilt Chengdu als die Panda-Hauptstadt der Welt, da die seltenen Tiere weltweit einzigartig nur in der Umgebung von Chengdu gefunden werden können. Dementsprechend gibt es Zuchtstationen für die Tiere, welche mit dem Zweck angelegt wurden, den Bestand zu erhalten.

Als beliebtes Reiseziel gilt die Stadt darüber hinaus aufgrund ihres relativ milden Klimas, welches etwas wärmer ausfällt als andere Orte innerhalb ihres Breitengrads.

Darüber hinaus gilt die Sichuan-Küche mit ihren teilweise überaus scharfen Gerichten, welche hier an ihrem Ursprungsort probiert werden können, als international bekannt und beliebt, besonders unter Freunden sehr pikanter Mahlzeiten. Für Besucher, die mildere Gerichte bevorzugen bietet die Sezuan-Küche allerdings auch hervorragende Speisen. Aufgrund des reichhaltigen Angebots wertvoller Gerichte vor Ort wurde Chengdu durch die UNESCO im Jahre 2011 als besondere Gastronomiestadt ausgezeichnet.

Qingdao (Tsingtao)

Tsingtao

Tsingtao Bier

Die idyllische Stadt Qingdao mit ihrer üppigen Vegetation gilt als besonders interessantes Ziel für Reisende, da sie sich in bedeutsamen Punkten als einmaliger Ort innerhalb Chinas auszeichnet. Zunächst einmal gab es einen jahrelangen deutschen Einfluss, während Qingdao von 1898 bis 1914 zum Deutschen Kaiserreich gehörte. Aus dieser Zeit stammen Gebäude wie die deutsche Polizeistation, die Grundschule, das Konsulatsgebäude und die Residenz des deutschen Bischofs.

Als der Kolonialzeit stammt auch die Brauereikultur der Stadt, welche bis heute als einflussreichste Bierproduktionsstätte des Landes China gilt, wobei das lokale Bier Tsingtao inzwischen das am zweitmeisten verkaufte Bier weltweit ist. Jährlich findet in der Qingdao International Beer City das größte Bierfestival Asiens statt.

Neben dem deutschen Einfluss spielte auch die Nähe zur koreanischen Halbinsel eine besondere Rolle. In keiner anderen Stadt in China leben mehr Koreaner und nirgendwo sonst in China gibt es derartig viele wirtschaftliche Investitionen aus Korea wie in Qingdao. Aus diesem Grund existieren zahlreiche koreanische Restaurants in der Stadt.

Die Segelwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele von Peking aus dem Jahre 2008, welche vor Qingdao stattfanden, sorgten dafür, dass die wohlhabende Stadt, welche manchmal auch als die Schweiz des Ostens bezeichnet wird, international noch bekannter wurde. Als besonders beliebt gilt darüber hinaus der Strand der Stadt, welcher einen besonderen Ruf als größter Badestrand Asiens genießt.

Hangzhou

Hangzhou China - West Lake

Hangzhou – West Lake

Nicht nur aufgrund der malerischen Landschaften in ihrer Umgebung, welche durch die Werke zahlreicher Poeten und Künstler unzählige Male verewigt wurden, zählt Hangzhou zu den beliebtesten Reisezielen für internationale Besucher in China. Die Stadt zeichnet sich auch durch ihr reichhaltiges kulturhistorisches Erbe aus und schimmert mittlerweile in einem modernen Glanz ohne jedoch ihre bewegte Geschichte zu vergessen. Führende Mittelalterforscher schätzen, dass im 13. Jahrhundert bereits über eine Million Menschen in der Stadt lebten, wodurch sie als die größte Stadt der Welt während des Mittelalters angesehen wird. Marco Polo soll die Stadt gar als die „schönste und großartigste Stadt der Welt“ bezeichnet haben. Heutzutage gilt Hangzhou als das kulturelle, politische und ökonomische Zentrum der Provinz Zhejiang und profitiert von einer schnellen Anbindung an die Weltstadt Shanghai.

Hangzhou Sehenswürdigkeiten: Der West Lake

Als besonderes Highlight der Region zählt die Szenerie um den Westsee (West Lake), in welchem drei Dämme das Gebiet, welches von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft wurde, auf insgesamt fünf Bereiche einteilen. Unzählige Gärten, Tempel, Pagoden, und kleine Inseln lassen die idyllische Umgebung auf geheimnisvolle Weise wie eine Märchenlandschaft aus einer anderen Zeit erstrahlen. In ganz China sind die sogenannten „Zehn Szenerien des Westsees“ bekannt, welche besonders hinreißende Naturschauspiele an diesem Ort beschreiben. Besonders beliebt unter diesen sind die „Frühlingsdämmerung auf dem Su-Damm“, das „Abendläuten am Nanping-Hügel“, der „Herbstmond über dem ruhigen See“, die „Leifeng-Pagode im Abendglühen“, die „Doppelgipfel, die die Wolken durchbohren” und ein Motiv, welches sogar auf dem 1-Yuan-Schein zu finden ist, die „Drei Tiefen spiegeln den Mond“. Wer Hangzhou und den Westsee besucht, muss jedoch nicht unbedingt speziell nach dieses Szenen Ausschau halten, sondern kann ganz individuell die natürliche Schönheit dieses einmaligen Ortes auf sich wirken lassen und den besonderen Moment genießen.

Hainan (Sanya und Haikou)

Hainan Beach China

Hainan Beach

Auf der Insel Hainan, welche sich als das Hawaii Chinas einen Namen gemacht hat, können Besucher das wärmste Klima der Volksrepublik China antreffen. Auf der tropischen Insel im äußersten Süden Chinas scheint das gesamte Jahr über viel Sonne, und beim Anblick der weißen Schaumkronen im türkisblauen Wasser mag eine verträumt schöne Urlaubsstimmung aufkommen. Nach traditioneller chinesischer Überlieferung galt die Insel als das Ende der Welt. Heute jedoch tummeln sich viele Besucher an diesem Ort, welcher viele idyllische Stellen bietet, die sich hervorragend für das Cover eines Reisekatalogs eignen würden. Saubere Luft, klares Wasser und naturbelassene Landschaften laden ein zum Seele baumeln lassen und genießen.

Hainan Sehenswürdigkeiten

In den Nationalparks, Naturschutzgebieten, Regenwäldern und Tempelanlagen zwischen der Hauptstadt der Insel (Haikou) und der im Südosten der Insel gelegenen Stadt Sanya gibt es genug zu entdecken für mehrere Wochen Urlaub.

Unweit von Sanya liegt die Yalongwan-Bucht mit einem langen Strand voller weißem Sand, so sauber wie man ihn selten in Asien findet. Westliche und chinesische Hotel stehen inzwischen in ausreichender Anzahl und für jeden Geldbeutel bereit.

Hainan Urlaub ohne Visum

Hainan gilt darüber hinaus in Bezug auf die Einreisebestimmungen als attraktiv im Vergleich zu den meisten anderen Regionen innerhalb Chinas. Besucher aus insgesamt 21 Ländern, darunter Deutschland, Österreich und Schweiz, benötigen kein Visum, wenn sie Hainan Island im Rahmen einer Pauschalreise über eine Reiseagentur besuchen.

Xinjiang

Xinjiang China

Der Heavenly Lake in Xinjiang

Die Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas, zu der auch das historische Uiguristan gehört, unterscheidet sich vom stärker besiedelten Ostteil des Landes in vielen Bereichen, darunter in Religionspraxis, Küche, Ethnizität und Sprache. Neben anderen Volksstämmen zählen vor allem die Uiguren als eine international bekannte Minderheitsgruppe in China. Im Nordteil der Provinz, welcher südlich der Grenze zu Russland zwischen Kasachstan und der Mongolei liegt, leben überwiegend Kasachen. Xinjiang grenzt insgesamt an acht UN-Mitgliedsstaaten und an Tibet und besitzt dementsprechend eine Vielfalt an internationalen Einflüssen, welche sich in Kultur und Lebensart sowie Küche und Veranstaltungen zeigen.

Chongqing

Chongqing China

Chongqing

Zu den weiteren sehenswerten Orten innerhalb Chinas gehört auch die Stadt Chongqing, welche neben Beijing, Shanghai und Tianjin zu den vier direkt verwalteten Gemeinden gehören. Chongqing ist die einzige dieser Art im Inneren des Landes.

In der Stadt Chongching, dessen Ballungsraum von etwa 35 Millionen Menschen bewohnt wird, befindet sich mit dem Chongqing Museum das erste Unterwassermuseum Chinas. Die beeindruckenden Felsskulpturen von Dazu in der Nähe von Chongqing, welche aus dem 7. Jahrhundert stammen, zeigen eine Reihe von religiösen Motiven, welche die buddhistische, konfuzianische und daoistische Leere beeinflusste. Seit 1999 zählen sie zum UNESCO-Welterbe.

Sonderwirtschaftszonen

Shenzhen China

Shenzhen

Weitere Orte mit besonderer Bedeutung innerhalb Chinas sind die Sonderwirtschaftszonen, in denen seit Jahrzehnten besondere Regeln gelten. Mit der Eröffnung von Shenzhen als erster besonderer Wirtschaftszone im Jahre 1979 öffnete sich das Land erneut dem Rest der Welt. Heute zeigt sich Shenzhen als moderne Weltstadt und zählt inzwischen deutliche mehr Einwohner als das angrenzende Hongkong.

Als weitere Sonderwirtschaftszonen folgten die Städte Zhuhai und Shantou in Guangdong, Xiamen in Fujian und Kashgar in Xinjiang, welche ebenfalls besondere Rechte besitzen. Darüber hinaus zählt die Provinz Hainan (als einzige Provinz) vollständig als Sonderwirtschaftszone und verfügt ähnlich wie Shenzhen und Zhuhai über besondere Einreisebestimmungen, die im Vergleich zum Rest Chinas für Europäer gelockert wurden.

Tibet (Lhasa)

Tibet

Tibet: Der Potala Palace

Das Bergplateau Tibet, welches mit einer durchschnittlichen Höhe von 4900 Metern das höchstgelegene besiedelte Gebiet der Erde darstellt, wird auch als das Dach der Welt bezeichnet. Tibet gilt seit vielen Jahren als mysteriöser Ort, welcher seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine Vielzahl interessierter Reisender magisch anzieht. Inzwischen lässt sich die Hauptstadt Lhasa mit dem Zug erreichen (von Peking etwa 48 Stunden, von Xi’an etwa 33,5 Stunden).

Tibet Sehenswürdigkeiten

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region zählt der Potala-Palast, welcher auf der 50-Yuan-Banknote zu sehen ist, dem zweithöchsten Geldschein von China. In diesem historisch bedeutsamen Wahrzeichen der Stadt Lhasa lebte einst der Dalai Lama. Weitere eindrucksvolle Tempel, die Schönheit der naturbelassenen Landschaften sowie der Zugang zum Mount Everest, dem höchsten Berg der Erde, verleihen Tibet seinen ganz besonderen Reiz.

Taiwan

Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan als Teil ihres Landes. Taiwan unterscheidet sich jedoch politisch, wirtschaftlich, kulturell und in vielen weiteren Bereichen vom China des Festlandes. Die Insel wird international als eigenständiges Land angesehen, besitzt eine eigene Währung und kontrolliert ihre Einreisepolitik selbst.

-> Mehr zu Taiwan in unserem Taiwan Reiseführer.

Hong Kong

Die Sonderverwaltungszone Hongkong gilt seit Jahrzehnten als Weltstadt und bietet ihren Besuchern eine pulsierende Metropole voller moderner Gebäude und Attraktionen sowie auch attraktiven Bergen und Grünflächen.

-> Mehr zu Hong Kong in unserem Hong Kong Reiseführer.

Macao

Die Stadt Macao (international auch Macau), neben Hongkong die zweite der beiden Sonderverwaltungszonen Chinas, existierte bis 1999 als ein portugiesisches Überseegebiet und war somit sowohl die erste als auch die letzte europäische Kolonie auf chinesischem Boden. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten aus der Kolonialzeit lassen die saubere, gepflegte und wohlhabende Stadt als lebhaftes und interessantes Reiseziel auftreten.

Aufgrund der liberalen Politik im Bezug auf das Glücksspiel gibt es zahlreiche Casinos in Macao, von denen einige direkt innerhalb der beeindruckenden und gigantischen Hotels der Stadt eingerichtet wurden. Im Jahre 2007 wurde The Venetian Macao als das flächenmäßig größte Hotel der Welt eingeweiht. Aufgrund der vielen Glücksspielmöglichkeiten wird Macao auch als das Las Vegas von Asien bezeichnet und zieht Besucher aus dem benachbarten Hong Kong, dem übrigen Festlandschina und dem Rest der Welt an.

-> Mehr zu Macau in unserem Macau Reiseführer

Weitere Städte und Sehenswürdigkeiten

Die Liste der interessanten Städte mit besonderen Sehenswürdigkeiten voller exotischem Flair ist lang und es gibt durchaus bedeutsame Unterschiede innerhalb des riesigen Gebietes der Volksrepublik China. An dieser Stelle seien noch die folgenden erwähnt.

Nanjing

Als die Hauptstadt mehrerer chinesischer Dynastien besitzt Nanjing ein reichhaltiges kulturelles Erbe. Der Begriff „Nan“ bedeutet Süden, während „Bei“ für Norden steht. Es gab also lange vor der „Nordhauptstadt“ Beijing (Peking) eine „Südhauptstadt“, bekannt als Nanjing. Beeindruckende Tempel, Gebäude aus anderen Kapiteln der Weltgeschichte und ansehnliche Museen verleihen der Stadt heute ein besonderes Charisma.

Shenyang

Die größte Stadt in Nordostchina, Shenyang, gilt als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum innerhalb dieser größeren Region. Sie ist der Geburtsort der Qing-Dynastie-Herrscherfamilie, welche das Land bis zum Ende des Kaiserreiches im Jahr 1911 regierte. In der Stadt befindet sich eine der beiden am besten erhaltenen königlichen Palastanlagen in ganz China.

Dalian

Als eine der wohlhabendsten Städte des Landes bietet Dalian ihren Besuchern ein schönes Reiseziel, welches häufig innerhalb der beliebtesten Städte unter Reisenden in China genannt wird. Schöne Strände, ein relativ mildes Klima im Vergleich zum restlichen Teil der größeren Umgebung und die günstige Lage am Meer unweit von Korea werten Dalian weiter auf und lassen die Stadt als attraktiver Ort mit einer hohen Lebensqualität auftreten.

Ningbo

In Ningbo können Besucher die älteste Bibliothek Chinas, welche bis heute in Benutzung ist, aus nächster Nähe sehen. Sie wurde im Jahr 1516 errichtet und verfügt über Werke, welche bis ins 11. Jahrhundert zurückgehen. Der idyllischen Garten, welcher sie umgibt, kann für sich selbst bereits als Sehenswürdigkeit angesehen werden.

Wenzhou

Die reizvolle Hafenstadt Wenzhou befindet sich in einer landschaftlich sehr ansprechenden Umgebung voller schöner Berge, verträumter Flüsse und idyllischer Küstenlandschaften, wobei gleich drei der attraktiven Landschaften im näheren Umkreis der Stadt als offizielle national bedeutsame Gegenden deklariert wurden. Zusätzlich liegen zwei nationale Naturreservate im näheren Einzugsgebiet.

Tianjin

Die Stadt Tianjin, welche sich unweit von Peking am Meer befindet, gehört ebenfalls zu den vier Städten, welche direkt der Regierung unterstellt sind und somit ähnlich einflussreich wie ganze Provinzen sind. Sie ist bekannt als Industriestandort, Verkehrsknotenpunkt und kulturelles Zentrum der Region. Wichtige Universitäten, Museen und Baudenkmäler verleihen Tianjin ihr sympathisches Stadtbild.

Fuzhou

Die Hauptstadt der Küstenprovinz Fujian besitzt eine moderne Infrastruktur und gilt als international besonders bekannt aufgrund der Vielzahl natürlicher heißer Quellen in der Umgebung, welche zum Baden und Genießen einladen.

Geschichte

Qin Shihuangdi

Qin Shihuangdi

Das antike China, welches zu den ältesten Zivilisation auf Erden gehört, zeichnet sich bis heute durch Spuren von Kulturen aus den Jahrhunderten um 7000 v. Chr. aus. Schon damals gab es in China Reisanbau, Töpferei und Werkzeugbau. Während bis 221 v. Chr. mehrere Königreiche auf chinesischem Boden existierten, entstand nach einigen erfolgreichen Feldzügen des späteren Kaisers Qin Shihuangdi gegen die anderen Reiche schließlich ein vereintes China unter der Qin-Dynastie. Das Verwaltungssystem, die Maße, Gewichte und die Schrift wurden vereinheitlicht und das Land entwickelte sich technologisch und kulturell. Zu den Grabbeigaben des Kaisers zählt die berühmte Terrakotta-Armee, welche bis heute in aller Welt einen hohen Bekanntheitsgrad besitzt. Es folgte die Han-Dynastie und weitere Herrscher, wobei die Einheit Chinas im Laufe der Jahrhunderte nicht bewahrt werden konnte.

Die Zeit der Dynastien endete im Jahr 1911 und es kam zur Ausrufung der Republik, zum Bürgerkrieg und 1949 zur Entstehung der noch heute bestehenden Volksrepublik China.

China im Mitelalter

Im Mittelalter, etwa von 500 bis 1500 n. Chr. war China der westlichen Welt auf den Gebieten der Kultur, Technologie, Wissenschaft, Gesellschaft und Medizin in fast allen Bereichen deutlich überlegen. Im Bereich der Landwirtschaft wurden in China Kanalsystemen eingesetzt, welche es ermöglichten höhere Ernten zu erwirtschaften, als es Europäer zu dieser Zeit vermochten. Basierend auf dem Wohlstand im Bereich der Versorgung mit Nahrung konnten sie sich anderen Themen zuwenden. So kam es, dass Erfindungen, die in Europa erst später ihren Einzug fanden, im Reich der Mitte bereits in großem Stil verwendet wurden. Zu den wertvollen chinesischen Erfindungen zählen die Gusseisenherstellung, der Kompass, das Papier, Porzellan, der Buchdruck und das Schwarzpulver.

China in den Weltkriegen

In der Zeit des ersten Weltkriegs befand sich China selbst noch im Bürgerkrieg. Das Land befürchtete eine großangelegte Invasion Japans und hoffte auf Unterstützung aus Europa und Amerika, welche später auch eintreffen sollte. Zunächst eroberten die Japaner jedoch weite Teile im Nordosten Chinas und kontrollierten sie bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. China hatte mehr Opferzahlen im Zweiten Weltkrieg zu beklagen als jedes andere Land der Welt mit Ausnahme der Sowjetunion.

Nach der Kapitulation Japans ging der Bürgerkrieg in China weiter, woraus Mao Zedong letztendlich siegreich hervorging. Seine Armeen bezwangen die Nationalisten um Chiang Kai-shek und er konnte im Jahre 1949 die Volksrepublik China ausrufen. Chiang Kai-shek ließ sich in Taiwan nieder, wo bis heute die Republik China (nicht die Volksrepublik China) fortbesteht.

Visum

In den meisten Fällen wird für die Einreise nach China ein Visum benötigt, welches zuvor in einem Visazentrum beantragt werden muss, üblicherweise im Land der eigenen Nationalität (alternativ im Land des dauerhaften und nachweisbaren Aufenthalts). Während bis Oktober 2012 die Beantragung in Deutschland üblicherweise direkt über die Botschaft stattfand, gibt es heutzutage sogenannte „Chinese Visa Application Service Center“, in denen Anträge gestellt werden können. Unter gewissen Voraussetzungen können Anträge auch per Post gestellt werden, was allerdings üblicherweise länger dauert. In Deutschland gibt es derzeit vier Zentren dieser Art (in Hamburg, Berlin, Frankfurt und München), während in Österreich und der Schweiz die Bearbeitung nach wie vor direkt durch die chinesische Botschaft in der Hauptstadt der jeweiligen Landes stattfindet.

Bei Gruppenreisen übernimmt der Veranstalter üblicherweise die meisten Formalitäten bezüglich des Visums, es sollten jedoch die erforderlichen Dokumente bereitgestellt werden (in fast jedem Fall ein gültiger Reisepass). Wer aus einem Gelbfiebergebiet (in Afrika oder Südamerika) nach China reist benötigt den Nachweis einer Gelbfieberimpfung!

Es existieren verschiedene Kategorien von Visa (Touristenvisum, Geschäftsvisum, Studentenvisum und weitere), wobei für einen primär touristischen Aufenthalt das Visum „L“ gewählt werden sollte. Weiterhin sollte beachtet werden, dass eine Überziehung des Visums hohe Bußgelder nach sich ziehen kann, welche bei Zahlungsverweigerung in Gefängnisstrafen umgewandelt werden könnten.

Die internationale Nachfrage nach Visas für China ist in den letzten Jahren stark angestiegen und die Visapolitik Chinas unterliegt einem ständigen Wandel mit Regelungen, welche sich kurzfristig ändern können. Beispielsweise können seit Herbst 2013 keine Expressvisa mehr für Europäer in Hong Kong beantragt werden. Die Beantragung für das chinesische Festland muss im Vorfeld auf deutschem Boden stattfinden (in Ausnahmefällen im Land des permanenten und nachweisbaren Aufenthalts).

Visum für China – Beantragung in Berlin

Invalidenstraße 116, Berlin, Germany
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag (an chinesischen oder deutschen Feiertagen und am Wochenende geschlossen)
Antragsentgegennahme: 9.00 bis 15.00 Uhr
Bezahlung und Abholung: 9.00 bis 16.00 Uhr
Telefon: 030-979920000 (9:00 bis 15.00 Uhr)
Telefax: 030-979920001
Email: berlincenter@visaforchina.org

Visum für China – Beantragung in Hamburg

Willy-Brandt-Straße 57, 5.OG, 20457 Hamburg
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag (an chinesischen oder deutschen Feiertagen und am Wochenende geschlossen)
Antragsentgegennahme: 9.00 bis 15.00 Uhr
Bezahlung und Abholung: 9.00 bis 16.00 Uhr
Telefon: 040-323106000
Telefax: 040-323106001
Email: hamburgcenter@visaforchina.org

Visum für China – Beantragung in Frankfurt

Bockenheimer Landstraße 51-53, 60325 Frankfurt am Main
Mit der U6 oder U7 bis Westend, dort Ausgang Feuerbachstraße. Am Rhein-Main-Center durch den Haupteingang und zum Fahrstuhl.
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag (an chinesischen oder deutschen Feiertagen und am Wochenende geschlossen)
Antragsentgegennahme: 9.00 bis 15.00 Uhr
Bezahlung und Abholung: 9.00 bis 16.00 Uhr
Telefon: 069-26919130
Telefax: 069-269191350
Email: frankfurtcenter@visaforchina.org

Visum für China – Beantragung in München

Lutzstr. 2, 80687 München
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag (an chinesischen oder deutschen Feiertagen und am Wochenende geschlossen)
Antragsentgegennahme: 9.00 bis 15.00 Uhr
Bezahlung und Abholung: 9.00 bis 16.00 Uhr
Telefon: 089-589274 60
Telefax: 089-589274 628
E-Mail: munichcenter@cvsc.de

Visum für China – Beantragung in Wien, Österreich

In Österreich werden Visumsanträge von der chinesischen Botschaft in Wien bearbeitet.

Neulinggasse 29/1/11, 1030 Wien, 10179
Öffnungszeiten:
Montag und Mittwoch von 8.30 bis 11.00 Uhr und 14.00 bis 16.00 Uhr
Freitag von 8.30 bis 11.00 Uhr
Telefon: 01-7103648
Telefax: 01-7103770
Telefonische Auskünfte
Telefon: 01-710364816; Dienstag und Donnerstag von 9.00 bis 11. 00 Uhr

Visum für China – Beantragung in Bern, Schweiz

In der Schweiz werden Visumsanträge von der chinesischen Botschaft in Bern bearbeitet.

Lombachweg 23, 3006 Bern (Bus Nr. 19, Haltestelle Petruskirche)
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag, 9.00 bis 12.00 Uhr (an chinesischen oder deutschen Feiertagen und am Wochenende geschlossen)

Visum für Hongkong und Macao

Obwohl Hongkong seit 1997 offiziell zur Volksrepublik China gehört, gelten unterschiedliche Einreisebestimmungen, welche weitestgehend auch in Macao praktiziert werden. Deutsche können sich bis zu 90 Tage ohne Visum in Hongkong aufhalten und dies nach einer kurzfristigen Ausreise jederzeit wiederholen. Wer aus dem übrigen China nach Hongkong, Macao oder Taiwan reist, sollte beachten, dass dies technisch eine Ausreise darstellt, also ein neues Visum zur Einreise bei einer Rückkehr benötigt wird (oder ein Visum zur mehrmaligen Einreise).

Mehr: Hong Kong Visum und Macau Visum.

Visum für Taiwan

Die Bestimmungen für Hongkong und Macao gelten in den meisten Fällen auch für Taiwan.

Mehr hier: Taiwan Visum

Wetter und Klima

Das riesige Land China vereint mehrere Klimazonen, wobei sich Temperatur und Witterung je nach Region deutlich unterscheiden können. Die Bandbreite reicht von subarktischen Gebieten in der Provinz Heilongjiang im äußersten Norden des Landes bis hin zu tropischem Klima auf der Insel Hainan, einem der südlichsten Punkte Chinas. Die tiefste offiziell gemessene Temperatur in China trat in der Gemeinde Mohe (Heilongjiang) auf und lag bei -52,3°C, während am See Ayding in der Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas heiße 50,2°C gemessen wurden. Der Großteil des besiedelten Teils des Landes bewegt sich jedoch außerhalb dieser Extremtemperaturen in eher gemäßigten Breiten.

Kaltgemäßigtes Klima im Nordosten (Harbin)

Vor allem im Norden der Provinz Heilongjiang und im Nordosten der Inneren Mongolei treten üblicherweise kalte Winter mit Temperaturen unter -20°C auf. Im Sommer dagegen steigt das Thermometer meist auf Werte über 30°C. Die übrigen Bereiche der nordöstlichen Provinzen fallen etwas milder aus.

Der meiste Niederschlag fällt in den Sommermonaten Juli und August.

Die größte Stadt im kaltgemäßigten Teil Chinas im Nordosten ist Harbin, die Hauptstadt der Provinz Heilongjiang.

Gemäßigtes Klima im Norden und Zentrum (Peking)

Ein gemäßigtes Klima mit ähnlichen Werten oder leicht kälteren Werten im Vergleich zu Mitteleuropa existiert in weiten Teilen des Nordens von China sowie in einigen Gebieten im Zentrum. Im Winter von Dezember bis Februar sinken die Temperaturen nachts unter den Gefrierpunkt bis zu -10°C, während die Sommermonate von Juni bis August etwa 30°C warm werden können.

Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten Juli und August.

Es werden im allgemeinen die Provinz Jilin, nördliche Gebiete in Xinjiang sowie Teile von Heilongjiang, Liaoning, und der Inneren Mongolei zu den gemäßigten Breiten des Landes gezählt. Repräsentative Städte des gemäßigten Klimas sind Peking, Shenyang, Dalian, Ürümqi (Hauptstadt der Provinz Xinjiang), Hohhot, Dunhuang und Lanzhou.

Warmgemäßigtes Klima im Osten und Zentrum (Xi’an)

Das gemäßigte und warmgemäßigte Klima in China gehen direkt ineinander über, wobei die Regionen mit warmgemäßigtem Klima generell direkt südlich der gemäßigten Bereiche liegen. Warmgemäßigt bedeutet, dass das Temperaturmittel des wärmsten Monats 20°C übersteigt. Das Temperaturmittel liegt im Jahresdurchschnitt jedoch im Gegensatz zu den subtropischen und tropischen Klimazonen bei unter 20°C.

Generell gelten die mittleren und unteren Gebiete im Einzugsbereich des Gelben Flusses als warmgemäßigt sowie der überwiegende Teil der Provinzen Shandong, Shanxi, Shaanxi und Hebei. Zu den größeren Städten im warmgemäßigten Klima gehören Xi’an, Taiyuan, Luoyang, Jinan, Qingdao und Zhengzhou.

Subtropisches Klima im Südosten (Hong Kong)

In den subtropischen Breiten gibt es heiße und regenreiche Sommer sowie milde Winter. Die Temperatur liegt im Jahresmittel bei über 20°C, allerdings im kältesten Monat des Jahres unter 20°C. Der überwiegende Teil im Südosten Chinas genießt subtropisches Klima. Von April bis September gibt es vergleichsweise viel Niederschlag.

Der Großteil der Chinesen, die in westlichen Ländern leben, stammen aus dieser Klimazone, zu der die Provinzen Guangdong, Fujian, Hunan, Guangxi und weitere gehören. Größere Städte in diesem Bereich sind Hongkong, Macao, Guangzhou, Shenzhen, Guilin und Chengdu, wobei je nach Definition auch Städte bis zu Shanghai dazu gezählt werden können.

Tropisches Klima im äußersten Süden (Sanya)

Ein kleiner Teil an den südlichsten Zipfeln Chinas genießt tropisches Klima, insbesondere die Provinz Hainan sowie kleine Streifen von Guangdong und Yunnan. Hier sinken die Tiefstwerte selbst im Winter von Dezember bis Februar nur selten unter 20°C. Von April bis Oktober liegen die Höchstwerte üblicherweise über 30°C. Am meisten Niederschlag fällt zwischen August und Oktober.

Die größten Städte mit tropischem Klima innerhalb Chinas sind Haikou, die Hauptstadt der Insel Hainan, sowie die im Süden der Insel gelegene und äußerst beliebte Badeurlaubsstadt Sanya.

Plateau-Klima in Tibet (Lhasa)

Die chinesische Provinz Xizang, auch bekannt als Tibet, liegt im Südwesten Chinas, allerdings liegen die Temperaturen hier aufgrund der Höhenlage häufig etwas niedriger als in nördlicheren Bereichen des Landes. Es gibt kalte Winter mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und milde Sommer, in denen das Temperaturmittel über 15°C liegt.

Innerhalb des Tals um die Hauptstadt Lhasa treten dabei keine extrem kalten oder heißen Temperaturen auf und die Winde wehen weniger stark als in anderen Bereichen der Region. Die Regenzeit von Juni bis September gilt als eine sehr angenehme Zeit um die Region zu besuchen, da der Niederschlag meist nachts fällt, tagsüber also bei angenehm warmen Temperaturen Aktivitäten unter freiem Himmel unternommen werden können.

Währung, Geld und Kosten

Yuan Renminbi

Chinesisches Geld: Yuan Geldscheine

Einheiten

In China wird mit der Währung Yuan bezahlt, welche im Volksmund auch als „Kwai“ und offiziell als „Renminbi“ bezeichnet wird. Als Untereinheit existieren Jiao (0,1 Yuan) welche umgangssprachlich die Bezeichnung „Mao“ besitzen. Als weitere Untereinheit gibt es Fen, welche 0,01 Yuan wert sind. Die offizielle Abkürzung für die Währung von China, dem chinesischen Yuan, gilt das Kürzel „CNY“, jedoch sieht man in vielen Fällen die Abkürzung „RMB“ (Renminbi).

Zahlungsmethoden

Während Bargeldzahlungen auch bei hochpreisigeren Produkten verwendet wird, müssen oft große Mengen an Geldscheinen ausgetauscht werden, da der wertvollste Schein (100 Yuan) einen Wert von weniger als 15 Euro besitzt. Auch bei kleineren Werten sind Geldscheine eher üblich als Münzen. Während Scheine an den meisten Orten das übliche Zahlungsmittel sind, werden an Automaten, beispielsweise für die Ubahn, üblicherweise Münzen benötigt.

Kreditkarte und EC Karte

Hotels, westliche Restaurants und größere Einkaufszentren akzeptieren westliche Kreditkarten. Mit EC-Karte kann man nicht direkt bezahlen, allerdings eignen sie sich zum Abheben von Bargeld an bestimmten Automaten. Zahlungen mit Dollar oder Euro werden üblicherweise nicht akzeptiert.

Bargeldversorgung

Es wird empfohlen spätestens nach Betreten der Volksrepublik China Bargeld zu tauschen. Der Wechselkurs von Euro zu Yuan ist innerhalb Chinas häufig besser als im Ausland. An Flughäfen, Häfen, nach Überschreiten der Landgrenzen und generell in größeren Städten gibt es zahlreiche Orte zum Geld Wechseln. Staatliche Wechselstuben, an denen man seinen Reisepass vorzeigen muss, bieten manchmal einen leicht besseren Kurs als private.

Mittlerweile existieren in China darüber hinaus immer mehr Automaten, an denen per EC-Karte abgehoben werden kann. Dazu zählt beispielsweise die Bank of China, welche (wie andere Banken auch) einen Betrag in Höhe von etwa 5 Euro kassiert, dafür jedoch üblicherweise einen besseren Kurs bietet, als diejenigen Banken, welche kostenlose Bargeldabhebungen ermöglichen. Gebührenfrei Geld abheben kann man in China mit der DKB Visa Card.

Yuan Scheine

Geldscheine von vollen Yuan gibt es in der Stückelung 1, 2, 5, 10, 20, 50 und 100, wobei der 2-Yuan-Schein eher selten zu finden ist. Die Untereinheit Jiao (0,1Yuan) existiert in den Werten 1, 2 und 5 Jiao als Scheine, wobei die 2-Jiao-Note (0,2Yuan) nicht mehr besonders häufig verwendet wird.

Yuan Münzen

Gängige Münzen im Umlauf sind 1Yuan, 5Jiao (0,5Yuan) und 1Jiao (0,1Yuan). Die Münzen der Einheit Fen (0,01Yuan) wird man, wenn überhaupt, nur sehr selten antreffen. Sie existieren jedoch noch, wobei sie in der Stückelung 1, 2 und 5 Fen hergestellt wurden.

Sprachgebrauch unrunder Werte

Bei der mündlichen Erwähnung von Beträgen fällt auf, dass die Nachkommastellen beim Nennen eines Betrages einzeln namentlich erwähnt werden, nicht wie in Deutschland und vielen anderen westlichen Ländern als zweistellige Dezimalzahl der beiden Stellen unmittelbar hinter dem Komma. Beispielsweise wird der Wert 7,50 Yuan ausgesprochen als „Qi Kwai Wu“ („Sieben Yuan Fünf“, also nicht „Sieben Yuan Fünfzig“!). Der Wert 7,75Yuan lautet demzufolge „Qi Kwai Qi Mao Wu“ (Sieben Yuan Sieben Jiao Fünf), wobei die Einheit Fen weniger häufig verwendet wird.

Chinesische Geld-Symbole

Als Symbol gilt ¥ oder 元, wobei für vielfaches der Währung, beispielsweise für 10 Yuan, 100 Yuan, 1000 Yuan und sogar 10000 Yuan eigene Schriftzeichen existieren. Hierdurch kann es gelegentlich zu Missverständnissen für Besucher der Landes kommen, wenn neben dem Symbol nur eine einstellige Zahl steht, allerdings tatsächlich ein vielfaches dieser Zahl in Yuan gemeint ist.

Konto in China eröffnen

Wer in China über einen längeren Zeitraum leben möchte kann üblicherweise schnell und problemlos ein Konto bei einer Bank in China eröffnen. Man benötigt lediglich seinen Reisepass und in größeren Banken hinreichende Englischkenntnisse (in kleineren Banken Chinesischkenntnisse) und binnen weniger Minuten kann ein Konto eröffnet werden. Mit der Funktion „Union Pay“ kann innerhalb Chinas bezahlt werden und bei Bedarf sogar im Ausland vom chinesischen Konto Geld abgehoben werden, wenn man einen Automation mit Union Pay Logo findet.

Unterkunft

China bietet ein breit gefächertes Angebot an Hotels in allen Niveaus und Preisklassen. Die Preise können dabei sehr variieren, selbst innerhalb ein und desselben Hotels. Es ist nicht unüblich, dass über Hotelpreise verhandelt wird, wobei Personen, die als Europäer oder Nordamerikaner erkannt werden, üblicherweise einen höheren Preis angeboten bekommen. Darüber können die Preise unter Umständen enorm klettern, wenn in einer bestimmten Stadt gerade eine Großveranstaltung stattfindet sowie an besonderen Feiertagen. Besonders während des chinesischen Neujahrsfestes und zum Zeitpunkt der Nationalfeiertage sind viele Hotels bereits im Vorfeld komplett ausgebucht. Verbleibende Unterkünfte werden an Bekannte oder zu Fantasiepreisen vergeben.

Hotel Preise und Ausstattung

Günstige Hotels mit westlichem Standard und moderner Ausstattung können bereits für 200 bis 300 Yuan pro Doppelzimmer pro Nacht gebucht werden. Schnäppchenpreise von 25 bis 100 Yuan für sehr einfache Unterkünfte sind ebenfalls möglich, allerdings muss hier mit teilweise deutlichen Abstrichen gerechnet werden. Dazu gehört ein sehr geringer Wasserdruck in der (geteilten) Dusche, mangelnde Hygiene und unzureichende Beheizung. Darüber hinaus ist von sehr geringen bis schlichtweg nicht vorhandenen Englischkenntnissen des Personals auszugehen.

Anreise

Die meisten Besucher aus Mitteleuropa werden China mit dem Flugzeug bereisen. Es existieren jedoch auch Bahnverbindungen und zahlreiche Landwege, die benutzt werden können, wenn man China von einem seiner Nachbarländer aus bereisen möchte. Kein anderes Land der Welt grenzt an mehr Länder als China. Dementsprechend existieren zahlreiche Bahn-, Straßen- und Bootsverbindungen als Möglichkeit zur Einreise.

Einreise per Flugzeug

Mehrere direkte Flugrouten verbinden Deutschland und China, wobei die gängigsten Flüge nach Peking, Shanghai oder Hong Kong gehen. Lufthansa bietet darüber hinaus Direktflüge von Frankfurt nach Nanjing, Qingdao und Shenyang an. Zahlreiche neue Verbindungen kamen in den letzten Jahren hinzu und es sind weitere zu erwarten.

Air Berlin fliegt von Berlin direkt nach Peking, Chengdu und Shanghai. Von Amsterdam aus kann mit KLM direkt nach Chengdu, Hangzhou oder Xiamen geflogen werden. Zu den chinesischen Airlines, welche Europa und China verbinden, zählen in erster Linie China Southern (von Amsterdam, Paris, Moskau und London) und Air China (Frankfurt – Peking/Chengdu/Shanghai, Düsseldorf-Peking und München-Peking).

Bahnverbindungen nach China

Von den zahlreichen Ländern, welche an China grenzen, verfügen die folgenden über eine Schienenverbindung.

Von Russland mit der Bahn nach China

Transsibirische Eisenbahn

Transsibirische Eisenbahn

Eine ganz besondere Reise stellt die Verbindung zwischen Europa und China mit der transsibirischen Eisenbahn dar. Es gibt eine Vielzahl Optionen, um zunächst nach Moskau zu kommen und von dort aus weiter nach China, sowohl über die Mongolei als auch mit Halt in Wladiwostok. Je nach gewünschtem Komfort, Timing und Route gibt es eine weite preisliche Spannbreite.

Von Kasachstan mit der Bahn nach China

Eine weitere besondere Reise lässt sich für Reiseinteressierte realisieren, welche mit der Bahn über Chinas Westen einreisen möchten. Auf der Bahnstrecke zwischen Almaty in Kasachstan und Ürümqi, der Hauptstadt der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang, ist die Einreise auch für Bewohner westlicher Länder möglich, wenn entsprechende Visa im Vorfeld organisiert werden. Bei der Grenzüberquerung kann es aufgrund von Zollkontrollen und Radwechseln zu längeren Wartezeiten kommen, die Verbindung kann jedoch mit einem für Europäer besonderen exotischen Flair aufwarten.

Von Vietnam mit der Bahn nach China

Wer aus Südostasien anreist kann die Zugverbindung von Hanoi (Vietnam) nach Nanning wählen.

Von Nordkorea mit der Bahn nach China

Möglich, aber sehr selten, ist die Einreise nach China über Nordkorea. Es gibt verschiedene Flugverbindungen nach Nordkorea von Bangkok, Kuala Lumpur, Moskau, Wladiwostok und Kuwait. Die Bahnverbindung zwischen Russland und Nordkorea kann von westlichen Touristen nicht genutzt werden. Von Pjöngjang aus gibt es wöchentlich vier Verbindungen nach Peking. Wer diese Route wählt sollte sich im Vorfeld sehr genau über die Bedeutung eines Aufenthaltes in Nordkorea erkundigen!

Straßen

Mit Ausnahme von Afghanistan und Bhutan gibt es in fast allen angrenzenden Ländern die Möglichkeit mit einem Straßenfahrzeug in das Land einzureisen. Bei einigen Ländern gestaltet sich die Einreise etwas schwieriger, da die Straßenverhältnisse und das Terrain nicht leicht zu überwinden sind. Dafür werden Reisende jedoch mitunter mit einmaligen landschaftlichen Highlights belohnt. Wie auch bei Bahnverbindungen sollte darauf geachtet werden, im Vorfeld entsprechende Visa zu organisieren, da andernfalls die Einreise verweigert werden kann (üblicherweise kein Visum am Grenzübergang erhältlich).

Informationen zur Einreise nach China mit dem Auto, Motorrad oder Bus für angrenzende Länder:

Vietnam

Von Hanoi aus können verschiedene Überlandbusse nach China gebucht werden.

Laos

Es gibt Busse von Luang Namtha (gegen 8 Uhr morgens) nach China. Von Luang Prabang fährt ein Bus mit Schlafgelegenheiten nach Kunming.

Myanmar

Für die Einreise nach China von Myanmar aus, über die Ruili-Lashio Grenzstation, wird eine besondere Erlaubnis der Regierung aus Myanmar benötigt, welcher in der Regel an Touristen nur im Rahmen einer Pauschalreise vergeben wird.

Indien

Von Sikkim im Nordosten Indiens gibt es einen Weg, den Nathu La Pass, welcher ins südliche Tibet führt. Dieser ist jedoch in erster Linie für den Handel geöffnet und kein offizieller Grenzübergang für Reisende.

Nepal

Eine weitere landschaftlich beeindruckende Straße ist der Weg zwischen Nepal und Tibet, welcher in der Nähe des Mount Everest liegt. Die Straße kann von Touristen jedoch ausschließlich im Rahmen einer Pauschalreise befahren werden.

Pakistan, Karakoram Highway

Eine der außergewöhnlichsten Straßen der Welt, der Karakoram Highway, führt vom Norden Pakistans nach China. Sie wird für Touristen in den Wintermonaten für etwa 18 Wochen geschlossen, kann aber im Rest des Jahres genutzt werden. Die Grenzüberquerung geschieht üblicherweise recht schnell, da es nur wenige Reisende an diesem Ort gibt und gute Beziehungen zwischen den Regierungen in Pakistan und China bestehen. Von Sust in Pakistan gibt es einen regelmäßigen Verkehr nach Kashgar in China, welcher über den Kunerjab-Pass führt.

Tadschikistan

Ein offizieller Grenzübergang verbindet Tadschikistan und China, ist jedoch lediglich für Menschen mit einem tadschikischen oder chinesischen Pass nutzbar. Er liegt bei Kulma und ist an Werktagen von Mai bis November geöffnet, wobei die meisten Passagiere von Khorog in Tadschikistan nach Kashgar fahren (Xinjiang).

Kirgistan

Der Torugart-Pass, welcher lediglich von Juni bis September geöffnet ist, verbindet Kirgistan und China auf einer Straße, deren Zustand wohl selbst von hartgesottenen Reiseenthusiasten als recht abenteuerlich beschrieben wird, allerdings eine phänomenale Aussicht auf die umliegende Gebirgslandschaft bietet. Eine landschaftlich weniger beeindruckende allerdings besser ausgebaute Straße liegt bei Irkeshtam südlich des Torugart-Passes. Von Kashgar können Reisende in 24 Stunden von Osh (Kirgistan) mit einem Bus voller Betten, welcher etwa dreimal pro Woche fährt, nach Kashgar (Xinjiang) reisen.

Kasachstan

Tägliche Busse verbinden Kasachstan und China über den einen offiziellen Grenzübergang zwischendurch den beiden Ländern. Von Almaty führt die Busreise nach Ürümqi.

Russland

Entlang der langen Grenze zwischen Russland und China wird der Übergang bei Manzhouli (Innere Mongolei) am meisten genutzt. Busse fahren von Zabaikalsk (Russland) nach Manzhouli in China. Weitere Übergänge, die auch von Bussen genutzt werden, sind bei Hunchun, Dongning und Suifenhe.

Mongolei

Zwei offizielle Grenzübergänge zwischen der Mongolei und China können befahren werden. Der eine liegt bei Erenhot (Innere Mongolei, China) und Zamin Uud (Mongolei), der andere bei Takashiken(Xinjiang) und Bulgan (Mongolei). Busse und Geländewagen fahren von Zamin Uud nach Erlian (Erenhot) in China, von wo aus Bahnverbindung in alle Teile Chinas abgehen.

Nordkorea

Als Teil einer Nordkoreareise kann die Ausreise über eine Straßenverbindung organisiert werden, üblicherweise über den Dandong-Sinuiju-Grenzübergang. Reisende sollten sich im Vorfeld sehr genau über die Bedeutung eines Aufenthalts in Nordkorea informieren.

Bootsverbindungen

Die Einreise nach China mit dem Boot, Schiff oder Fähre ist von folgenden Ländern aus möglich:

Fähre von Japan nach China

Ein- bis zweimal pro Woche (je nach Saison) fährt eine Fähre von Osaka nach Shanghai und Tianjing (Reisezeit 48 Stunden). Von Shimonoseki können Reisende zweimal wöchentlich nach Qingdao fahren und einmal wöchentlich von Nagasaki nach Shanghai.

Fähre von Südkorea nach China

Von Incheon (nahe Seoul) gibt es Fährverbindungen nach Shanghai, Tianjin, Qingdao, Dalian und Weihai.

Mit dem Schiff auf dem Mekong von Thailand nach China

Eine interessante Einreiseroute wird von Golden Peacock Shipping angeboten. Sie beginnt in Chiang Saen in Thailand und führt den Mekong entlant nach Jinghong (Provinz Yunnan).

Fähre von Taiwan nach China

Täglich gibt es stündliche Abfahrten zwischen Kinmen (Taiwan) und Xiaman (Reisezeit 30 bis 60 Minuten). Darüber hinaus fahren drei Fähren täglich von Kinmen nach Quanzhou, zwei von Matsu nach Fuzhou und weitere von Taichung und Keelung (Taiwan) nach Xiamen.

Fortbewegung im Land

Verkehrsmittel zum reisen innerhalb Chinas:

Flugzeug

Im riesigen Land China bietet es sich an, Flugverbindungen zu nehmen, falls man nicht längere Zeit für die Reise aufbringen und etwas komfortabler reisen möchte. Die überwiegende Mehrheit der größeren Städte und Sehenswürdigkeiten kann mit dem Flugzeug erreicht werden.

Neben den großen internationalen Fluglinien (Air China, China Southern, China Eastern und Hainan Airlines) gibt es weitere regionale Airlines wie Shenzhen Airlines, Sichuan Airlines und Shanghai Airlines sowie neuere kleinere Airlines, darunter Chengdu Airlines, Chongqing Airlines, Hebei Airlines, Henan Airlines, Lucky Air, Okay Airways, Shandong Airlines, Tibet Airlines und Xiamen Airlines. Besonders zu erwähnen sei der Anbieter Spring Airlines, eine von Chinas zwei Billig Airlines, welcher über seinen Hub in Shanghai weite Teile des Landes miteinander verbindet.

Bahn fahren

Das Netzwerk von Bahnverbindungen zieht sich durch ganz China und stellen das Haupttransportmittel für die meisten Chinesen dar. Es wurde in den letzten Jahren stark ausgebaut und entwickelt sich weiterhin in hohem Tempo. Mehr als ein Viertel des gesamten Bahnverkehrs der Welt befindet sich in China.

Es wird unterschieden zwischen Hochgeschwindigkeitszügen (CRH), welche auf offiziellen Tafeln durch die Buchstaben G, C oder D ausgewiesen werden, den direkt darunter gelegenen Zügen der Typklassen Z, T und K sowie weiteren Bahnen, die nur regional verkehren, langsamer fahren, nur saisonal unterwegs sind oder sonstige Besonderheiten tragen (z.B. Y für Touristenzüge).

Klassen in chinesischen Zügen

Innerhalb der Züge wird nach folgenden Klassen unterschieden:

  • Soft sleepers (bequemste Form der Zugreise in China)
  • Hard sleepers (Betten, die zum Gang hin offen ist)
  • Soft seats (Sitze mit zurückklappbarer Lehne, eher selten)
  • Hard seats (inzwischen oft weich gepolstert)
  • Standing (die günstigste Klasse)

Busse

Oftmals kann man Busverbindungen finden, die günstiger angeboten werden als Züge. Für kürzere Verbindungen zwischen Städten, die nicht zu weit auseinanderliegen, eignen sie sich darüber hinaus häufig gut, wenn man von einem Ort abfahren kann, welcher näher gelegen ist als der nächste Bahnhof. Als Kurzstreckenbusse innerhalb von Städten und Regionen stellen sie oftmals das Haupttransportmittel dar.

Busfahrer in China können meist kein Englisch, man sollte also genau wissen, wo die Fahrt hingehen soll und dies idealerweise auf chinesisch äußern können. Häufig wird kein Wechselgeld ausgegeben, man sollte also für diese Fälle den genauen Betrag bei sich führen. Die Fahrt kann recht holprig werden, es wird also empfohlen, sich – je nach Region – gut festhalten.

Ubahn/Metro

In größeren Städten wie Peking, Shanghai, Guangzhou und Shenzhen existiert ein modernes Ubahnnetz. Ebenfalls Tianjin, Wuhan, Shenyang, Xian, Chengdu and Nanjing verfügen über entsprechende Verbindungen. Fahrkarten bekommt man meist bequem am Automaten, welcher auch über ein englisches Menü verfügt.

Taxi

Taxis gehören inzwischen zum Stadtbild in vielen chinesischen Städten. Preise liegen meist für einfache Fahrten innerhalb von Städten bei 10 bis 50 Yuan (Trinkgeld unüblich). Taxifahrer können in den seltensten Fällen Englisch, Reisende sollten daher die gewünschte Adresse auf chinesisch bei sich tragen, auf einer Karte markieren oder ein gedrucktes Bild oder eine digitale Version auf seinem Smartphone/Tablet bei sich tragen.

Viele Taxifahrer kennen sich leider nicht gut aus in der Stadt, in der sie fahren. Daher werden viele im Vorfeld entweder die Fahrt nicht annehmen, da sich nicht wissen, wie sie zum Ziel kommen, häufig fragen, wo sie abbiegen müssen oder sich unterwegs bei Passanten nach dem Weg erkundigen. Neben PKWs gibt es häufig auch Motorräder als Taxi, welche in der Regel günstiger zu haben sind.

Handy, Smartphone Internet

Roaming Gebühren in China

Mit Handys der gängigen Anbieter aus Deutschland und anderen europäischen Ländern funktioniert Roaming auch in China, allerdings zu sehr teuren Verbindungspreisen führen. Es wird daher empfohlen, vor Ort eine SIM-Karte eines chinesischen Anbieters zu erwerben.

Handytarif Anbieter in China

Der mit Abstand größte Mobilfunkanbieter in China ist China Mobile, gefolgt von China Unicom und China Telecom. SIM-Karten der verschiedenen Anbietern können meist problemlos an Flughäfen, Grenzübergängen, Kiosks und kleinen Shops überall im Land für wenig Geld erworben werden. In manchen Fällen ist eine Registrierung über das Wählen einer bestimmten Nummer notwendig, es kann jedoch üblicherweise auf die englische Sprache umgestellt werden, um fortfahren zu können. Wer auf Nummer sicher gehen möchte kann die Prozedur meistens problemlos gemeinsam mit dem Verkäufer durchführen.

Roaming Gebühren innerhalb verschiedener Provinzen

SIM-Karten gelten für die entsprechenden Tarife nur in der Region, in der man sie erworben hat. Wer in eine andere Provinz reist, muss meistens Roaming-Gebühren bezahlen, da er sich in einer anderen Region Chinas befindet!

Netz

Netzabdeckung und Sprachqualität sind gut und Gespräche innerhalb Chinas recht günstig. Wer ins Ausland telefonieren möchte benötigt eine Calling Card, die für etwa 25 bis 100 Yuan zu haben ist und Gespräche für etwa 20 Minuten oder mehr in die meisten westlichen Länder erlaubt. Verbindungen nach Hongkong, Macao oder Taiwan gelten als Auslandsgespräche und können teuer werden! Es bietet sich an, bei Bedarf im Vorfeld die genauen Preise beim Anbieter zu erfragen.

Handys und Smartphones kaufen

Einfache Mobilfunktelefone sind für umgerechnet wenige Euros erhältlich. Wer ein Smartphone mit westlichem Standard möchte, wird dies in den meisten Fällen ebenfalls problemlos finden, wobei darauf geachtet werden sollte, dass das Gerät über ein englisches Menü verfügt, sofern man kein Chinesisch versteht.

Im Gegensatz zu Geräten in westlichen Ländern wird in China auf die lästige SIM-Lock (Sperre) verzichtet, so dass das erworbene Gerät auch mit einem anderen chinesischen Anbieter und nach dem Aufenthalt in China bei Bedarf auch im Ausland genutzt werden kann.

Zugang zum Internet in China, Zensur

Zugang zum Internet gibt es in China problemlos, allerdings sorgt die aufwändige Zensur dafür, dass zahlreiche Webseiten nicht erreichbar sind. In Hongkong, Macao und Taiwan gibt es keine Beschränkungen dieser Art. Zu den bekanntesten gesperrten Internetauftritten in der Volksrepublik China gehören Facebook, Youtube, zahlreiche Google-Projekte (z.B. Google Docs, Google Drive und Google+), Twitter, Soundcloud, Wikileaks, Blogspot, Flickr, Amnesty International sowie zahlreiche Seiten zu politischen Themen, insbesondere über Tibet, Taiwan und andere Konfliktthemen und Seiten mit pornografischen Inhalten.

Zugang zu sonstigen Seiten ist in zahlreichen Hotels, Jugendherbergen, Internetcafes und sogar Friseursalons und ähnlichen Einrichtungen problemlos möglich und meist sehr günstig im Vergleich zu westlichen Ländern. Offiziell müssen Nichtchinesen ihren Pass vorzeigen, wenn sie in Internetcafés online gehen möchten, allerdings wird vielerorts auf die Kontrolle verzichtet. Darüber hinaus gibt es kostenloses Internet in vielen westlichen Cafés und Restaurants, beispielsweise bei Starbucks.

Überwachung

Während das Netz in China ohnehin schon zensiert ist, wird es darüber hinaus noch an öffentlichen Stellen etwas genauer überwacht. Hochsensible Daten sollten demzufolge idealerweise nicht an einem öffentlichen Ort genutzt werden. Zudem empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass man sich vor dem Ende der Nutzungszeit aus allen Onlinekonten wieder ausloggt. Andernfalls kann es sein, dass der nächste User oder Besitzer des Internetcafés mit den privaten Anmeldungen Schaden anrichten kann. Wi-Fi-Verbindungen gelten generell als eine der unsichersten Varianten.

Mobiles Internet

Eine etwas sichererer Weg stellt demzufolge der Zugang über das eigene Endgerät dar. Datenkarten für diesen Zweck lassen sich an zahlreichen Orten erwerben, wobei die Preise je nach Angebot bei etwa 400 Yuan pro Karte liegen und relativ günstige Datentarife erhältlich sind.

Essen

Mit ihrer Vielfalt im Bereich der Zutaten, Zubereitungsformen und Geschmacksrichtungen hat sich die chinesische Küche weltweit einen Namen gemacht. Innerhalb der vielen Varianten der unterschiedlichen chinesischen Küchen gibt es zahlreiche Gerichte, welche in aller Welt geschätzt, geliebt und gefragt sind. Direkt in China essen zu gehen kann darüber hinaus als eine ganz andere Erfahrung gewertet werden im Vergleich zum Einnehmen einer Mahlzeit bei einem chinesischen Restaurant um die Ecke in Mitteleuropa.

Grundsätzlich gibt es acht verschiedene große traditionelle Küchen innerhalb des riesigen Landes sowie einige besondere Alternativen und Unterarten.

Essen mit Stäbchen und Löffel

Bekannt ist, dass Messer und Gabel innerhalb der chinesischen Esskultur keine Verwendung finden. Löffel, traditionell aus Keramik, heutzutage oft aus Kunststoff oder Metall, finden jedoch nicht nur bei Suppen Verwendung, sondern auch bei Reisgerichten und anderen Speisen. An Orten, wo internationale Besucher verkehren, gibt es zwar häufig auf Wunsch auch westliches Besteck, wer jedoch ein wenig übt wird schnell dahinterkommen, auf welche Weise die Stäbchen am besten eingesetzt werden, um das schmackhafte Essen zu genießen.

Statt Pfeffer und Salz stehen häufig Chilis, Essig und Sojasauce auf dem Tisch, wobei darauf geachtet werden sollte, die häufig fast gleich aussehenden Flaschen von Essig und Sojasoße nicht zu verwechseln.

Es mag auffallen, dass das Konzept von Vorspeise, Hauptgang und Nachspeise in China nicht wirklich Verwendung findet. Es kann so oft nachbestellt werden wie gewünscht.

Die acht traditionellen Küchen Chinas:

Kantonesische Küche (Yue) (1)

Kantonesische Küche, Essen

Kantonesische Küche: Char siu / Pork Barbecue

Ein Großteil dessen, was innerhalb westlicher Länder unter chinesischer Küche verstanden wird, fällt in die Kategorie kantonesisches Essen. Kantonesisch bezieht sich auf die Provinz Guangdong, die im Süden Chinas gelegene größte Provinz, dessen Hauptstadt (heute Guangzhou) früher auch als Kanton bezeichnet wurde. Der Großteil chinesischer Einwanderer in Amerika und Europa stammt aus dieser Provinz, daher gibt es in den meisten chinesischen Restaurants außerhalb Chinas kantonesische Gerichte.

Auch innerhalb Chinas gilt die kantonesische Küche als sehr gefragt. Köche aus Guangdong finden daher leicht Beschäftigung in anderen Provinzen. Durch die Lage am Meer gibt es zum einen recht viele Meeresfrüchte innerhalb der Provinz Guangdong, zum anderen gelangten über den regen Bootsverkehr, nicht zuletzt durch den Hafen von Hongkong, und zuletzt auch durch den Flugverkehr auch weitere Einflüsse in die kantonesische Küche, welche über das Portfolio der Nahrungsmittel anderer Regionen hinausgehen.

Zutaten und Zubereitung in der Kantonesischen Yue Cuisine

Traditionell gibt es innerhalb der kantonesischen Küche neben Schweinefleisch, Rindfleisch, Hühnerfleisch und Ente auch zahlreiche andere Tiere und Bestandteile wie beispielsweise Innereien, Hühnerfüße, Zungen (auch von Enten), Schlangen, Schnecken und Hunde. Etwas weniger vertreten sind Lamm und Ziege, welche in nördlichen und westlichen Provinzen häufiger zubereitet werden.

Zu den üblichen Zubereitungsmethoden gehört das Garen im Wasserdampf sowie das kurze Anbraten von Speisen, die gleichzeitig schnell bewegt werden. Wenn etwas mehr Zeit zur Verfügung steht, werden bestimmte Speisen doppelt gedämpft, geschmort oder frittiert.

Gewürze, Beilagen und weitere Zutaten

Zum Verfeinern des Geschmacks werden mitunter große Mengen von Zwiebeln und Frühlingszwiebeln verwendet, Sojasoße, Maisstärke, Essig, Frühlingszwiebelöl und Sesamöl. Im Vergleich zu anderen Chinesischen Küchen werden weniger scharfe Gewürze benutzt, man findet jedoch teilweise Chili-Schoten, Knoblauch und schwarzen Pfeffer.

Zu den häufig verwendeten Zutaten gehören weiterhin Muscheln, Tofu (manchmal als dünne Haut), chinesische Würstchen, Bohnen, Hühner-, Wachtel- und Enteneier, Kohl und Krabben. Wie auch in anderen Teilen Chinas gibt es so gut wie keine Salate. Gemüse wird grundsätzlich gekocht. Eine Ausnahme bilden Salatgurken, welche in geschnittener Form auf Wunsch mit Sojasoße oder Chili-Öl serviert werden.

Beliebte Gerichte

Zu den beliebtesten Hauptgerichten der Küche zählt der kantonesische gebratene Reis mit Ei, Meeresfrüchten, Schwein oder Rind. Zusammen mit gebratene Nudeln verschiedener Farben und Formen, welche ebenfalls mit unterschiedlichsten Zutaten serviert werden, bilden sie einen wichtigen Grundbestandteil der kantonesischen Küche.

Gekochte Nudeln oder Reis mit vergleichbaren Zutaten werden häufig als Suppe serviert. Es bietet sich an, die Begriffe „trocken“ und „Suppe“ auf chinesisch zu lernen, um auswählen zu können für den Fall, dass man gefragt wird.

Zu den etwas exotischeren Gerichten der kantonesischen Küche zählt die Spezialität Froschschenkel auf Lotusblättern. Weiterhin gilt gedämpftes Schweinemett mit gesalzenen Enteneiern als lokale Spezialität, ähnlich wie Schweinefleisch süß-sauer und Hundertjährige Eier (durch Fermentation konservierte Eier).

Sichuan-Küche (Chuan) (2)

Sichuan Hotpot

Sichuan Hotpot

Während die Sichuan-Küche aus Südwestchina einen besonderen Bekanntheitsgrad durch ihre außerordentlich scharfen Gerichte erlangte, gibt es auch für Gäste, die etwas mildere Mahlzeiten bevorzugen, eine hinreichende Anzahl schmackhafter Gerichten aus der Region. Bei den schärferen Speisen überraschen vor allem die großzügige Verwendung von Chili-Schoten, Knoblauch, Ingwer, Anis und Chinesischer Pfeffer (Szechuanpfeffer) zu Fleisch, Gemüse und sonstigen Bestandteilen der Speisen.

Zutaten in der Sichuan Cuisine

Während in vielen anderen Teilen Chinas verstärkt Schweinefleisch gegessen wird, gibt es in Sichuan neben Schwein auch vermehrt Rindfleisch, wahrscheinlich da die Region traditionell dünner besiedelt war und bis heute mehr Rinder pro Einwohner vor Ort leben als in anderen Teilen Chinas. Prinzipiell werden in der Sichuan-Küche auch Zutaten verwendet, die in der westlichen Welt eher weniger Verwendung finden, darunter Zunge, Kopf, Leber, Darm, Blutgefäße und Haut.

Zu den verschiedenen lokalen Ausprägungen der Sichuan-Küche zählen auch die verschiedenen Bereiche der Gemeinde Chongqing, welche bis 1997 noch zu Sichuan gehörte.

Insgesamt spricht man von vier Unterarten der Sichuan-Küche:

  • Chongqing
  • Chengdu
  • Zigong
  • buddhistische vegetarische Gerichte

Sichuan-Hotpot

Also besonders populär gilt das Gericht Sichuan-Hotpot (auch Feuertopf, chinesisches Fondue oder auf englisch „Steamboat“ genannt), wobei sich ein Topf mit heißem Wasser am oder auf dem Esstisch befindet. Im heißen Wasser gibt es häufig zwei oder mehrere verschieden gewürzte Bereiche (beispielsweise mild, scharf und sehr scharf). Es wird aus einer Auswahl an Gemüse, Fleisch und manchmal Fisch oder Teigtaschen bestellt, wobei das Fleisch in kleingeschnittenen Stückchen serviert wird und durch die Speisenden ähnlich wie beim europäischen Fondue selbst erhitzt werden. Chinesen aus der Sichuan-Provinz mögen das Gericht besonders im Winter, da sie über einen längeren Zeitraum essen können und dabei gemütlich sitzen können und warm bleiben.

Weitere beliebte Sichuan Gerichte

Weitere überregional bekannte Spezialitäten sind Kungpao-Hühnchen (gebratenes Hühnchen mit Erdnüssen, Gemüse und Chilis), Zhangcha-Ente (über Teeblättern geräucherte Ente, sehr mild), doppelt gekochtes Schwein, Mapo-Tofu (Tofu in Chilisoße, manchmal mit Schwein oder Rind), Lazi-Hühnchen (scharfes frittiertes Hühnchen) und Dandan-Nudeln (lange dünne Nudeln in scharfer Soße, manchmal mit Pilzen).

Anhui-Küche (Hui) (3)

Hongzhang Hodge-Podge, Anhui Küche, Cuisine

Anhui Küche: Hongzhang Hodge-Podge

Im bergigen Osten Chinas, rund um die Anhui-Provinz wird nach einem kulinarischen Stil zubereitet, der sowohl etwas mehr Salz als auch besondere Schärfe zulässt. Die Küche gilt grundsätzlich als ziemlich gesund, unter anderem dadurch, dass ausschließlich Zutaten aus der Region verwendet werden und diese unverarbeitet und frisch in den Zubereitungsprozess gelangen.

Gewürze und Zutaten in der Anhui Cuisine

Zu den beliebten Gewürzen der Anhui-Küche zählen neben scharfen Chili auch milder Koriander, Datteln und Pilze, Lauch (Porree) sowie verschiedene Teeblätter und Kräuter, denen besondere heilende und belebende Wirkungen nachgesagt werden. Wie auch in anderen Teilen Chinas werden vielen Gerichte gerne mit Sojasoße verfeinert.

Gerichte

Gefüllter Tofu und Bambussprossen vom Berg Wenzheng gehören zu den traditionellen Speisen der Region. Zu den exotischeren Gerichten der Anhui-Küche zählen Weichschildkröten, manchmal in Brühe mit etwas Schinken serviert, gedämpfter Frosch und das chinesische Schuppentier.

Li Hongzhang Hodge-Podge

Zu den besonders bekannten Gerichten der Anhui-Küche zählt der Li Hongzhang Hodge-Podge, eine Suppe, welche benannt wurde nach Li Hongzhang, einem berühmten Staatsmann aus der Qing-Dynastie, welcher aus der Provinz Anhui kam. Die komplexe Zusammenstellung der Zutaten für die Suppe lässt sie leicht salzig schmecken mit einem Hauch von Süße. Je nach Zubereitungsform befinden sich verschiedene Bestandteile in der Suppe, darunter Meeresfrüchte, Seegurken, Bambussprossen, Tofu, Hühnchen, Schinken und Gemüsesorten der Region.

Luzhou-Ente

Nicht ganz so bekannt wie die Peking-Ente, allerdings innerhalb Chinas ebenfalls vielfach der Gewinner von kulinarischen Wettbewerben ist die gebratene Luzhou-Ente, ein Gericht, welches ursprünglich lediglich für die Monarchen des Landes serviert wurde. Es handelt sich um eine wohlduftende Kreation mit knuspriger Haut und sehr zartem Fleisch, welche besonders frisch und mit in einer komplexen und einzigartigen Gewürzmischung serviert wird.

Fujian-Küche (Min) (4)

Buddha Jumps Over the Wall, Fujijan Cuisine

Buddha Jumps Over the Wall, Fujijan Cuisine

Die Fujian-Küche zählt als relativ leicht, jedoch aromatisch. Die Gerichte sind üblicherweise recht weich und zart und von einem vollmundigen Geschmack (Umami), wobei der Grundgeschmack des jeweiligen Gerichtes eher betont, herausgestellt und verfeinert wird als überdeckt.

Suppen und Brühen werden gerne zubereitet, wobei viele Meeresfrüchte verwendet werden, schließlich liegt die Provinz Fujian direkt am chinesischen Meer. Schmackhafte Zutaten aus den Waldgebieten der Provinz gehören ebenfalls zu den Eigenschaften der Fujian-Küche.

Besonders bekannt ist, dass die Köche der Region über ein besonderes Geschick im Umgang mit dem Messer verfügen, welches nicht nur bei der Zubereitung von Fleisch zum Einsatz kommt, sondern auch wenn es um Krustentiere, Fische, Schildkröten, Krebse, Krabben, Langusten und Austern geht.

Beliebte Gerichte der Fujijan Cuisine

Eine fermentierte Fischsoße, welche als „Shrimp Oil“ bezeichnet wird, findet Einsatz bei diversen Gerichten. Es gibt Erdnüsse in zahlreichen Zubereitungsformen zu herzhaften wie auch zu süßen Speisen. Zu den bekanntesten Gerichten der Region, welche auch häufig in Taiwan, Malaysia, und Singapur gefunden werden können, gehören das Austernomelett, Popiah (eine Art Crèpe mit herzhafter Füllung), Ban Mian (Suppe mit Eiern und flachen Nudeln) und ganz besonders die Spezialität „Buddha Jumps Over the Wall“ („Buddha springt über die Mauer“), welches aus mehr als 30 Zutaten besteht, zu denen Haifischflossen gehören sowie Abalonen, Muscheln und weitere Meeresfrüchte, aber auch Ente, Hühnerbrust, Schweinefüße, Taubeneier und mehr. Die Legende besagt, dass der Duft des Gerichtes derartig appetitanregend wirkt, dass ein berühmter buddhistischer Mönche nach Bemerken des Wohlgeruchs einst seinen Schwur, vegetarisch zu leben, vergaß und über eine Mauer sprang um diese außergewöhnliche Mahlzeit zu kosten.

Jiangsu-Küche (Su) (5)

Jiangsu Cuisine

Jiangsu Cuisine

Die Jiangsu Cuisine, welche häufig zu den vier einflussreichsten Kochkünsten Chinas gezählt wird, lässt sich in verschiedene Unterarten einteilen,

  • darunter die Nanjing-Küche,
  • die Suzhou-Küche,
  • die Wuxi-Küche
  • und die Huaiyang-Küche (kurz Yang-Küche), welche ihrerseits so bekannt ist, dass sie manchmal synonym mit der Jiangsu-Küche verwendet wird.

Alle Stile der Jiangsu-Küche zeichnen sich dadurch aus, dass eher zartere Gerichte kreiert werden, die jedoch noch fest genug sind, um nicht auseinanderzufallen. Das Fleisch wird erhitzt, bis es eine recht weiche Struktur besitzt, allerdings nicht vom Knochen rutscht, wenn es seitlich bewegt oder hochgehoben wird.

Auswahl der Zutaten in der Jiangsu Cuisine

Zu den weiteren Eigenschaften der Jiangsu-Küche zählt, dass die Zutaten strikt so ausgewählt werden, dass sie die jeweilige Jahreszeit widerspiegeln. Darüber hinaus wird sehr genau darauf geachtet, dass die zu servierenden Speisen im Hinblick auf Farbe und Form gut zueinander passen.

Besonders beliebte Gerichte

Innerhalb der Nanjing-Küche zählt das Gericht „Nanjing Style Dried Salty Duck“, welches seit über 1000 Jahren serviert wird, zu den bekanntesten und beliebtesten. Die Ente wird mit knuspriger Haut verzehrt und schmeckt frisch und herzhaft. Zur Wuxi-Küche gehören die „Wuxi Sweet and Salty Spare Ribs“, welche in Reiswein und Sojasoße gegart werden, mit Ingwer, Nelken, Anis und schwarzem Pfeffer veredelt und mit einer einzigartigen roten, leicht süßlichen Soße serviert.

Shandong-Küche (Lu) (6)

Shandong Cuisine

Shandong Cuisine

Die Shandong Cuisine aus dem östlichen Teil Chinas zählt zu den ursprünglichsten Küchen innerhalb Chinas und wird als eine Art Urkeimzelle angesehen, aus der die Mehrheit der lokalen kulinarischen Variationen des Landes entstanden sind. In modernen Kochschulen in Peking, Tianjin und den nordöstlichen Provinzen Chinas wird die Kochkunst aus Shandong gelehrt und die meisten nordchinesischen Familien bereiten ihre Mahlzeiten in vereinfachter Weise in Anlehnung an diese Lehre des Kochens zu.

Zwei leicht abweichende Stile innerhalb der Shandong-Küche können dabei unterschieden werden: der Jiaodong Style aus Fushan, Qingdao und Yantai, welcher sich auszeichnet durch viele Gerichte mit Meeresfrüchten und leichtem Geschmack sowie der Jinan Style aus Jinan, Dezhou und Tai’an, welcher sich besonders auf Suppen konzentriert.

Zutaten

Zu den Zutaten zählen verschiedene Muscheln, Krabben, Garnelen, Sehgurken und Tintenfische. Ein besonderer Unterschied zu anderen chinesischen Küchen ist die Verwendung des lokal angebauten besonderen Mais‘, würziger Erdnüsse und Getreide. Zu den üblichen Gemüsesorten zählen Kartoffeln, Tomaten, Kohl, Pilze, Zwiebeln, Knoblauch und Auberginen. Darüber hinaus gilt Shandong als Region mit großer Expertise im Essiganbau und wird von vielen Chinesen als die Region mit dem besten Essig des Landes angesehen.

Hunan-Küche (Xiang) (7)

Hunan Xiang Cuisine

Hunan Cuisine

Seit über 2000 Jahren zählt die traditionelle Hunan-Küche als überaus schmackhaft und überregional bekannt. Die südchinesische Provinz Hunan, im Einflussbereich des Flusses Xiang gelegen (daher auch Xiang-Küche), grenzt direkt an die Provinz Guangdong, unterscheidet sich in einigen Punkten jedoch sehr deutlich von kantonesischen Geschmacksrichtungen, Zutaten und Zubereitungsformen. Dazu gehört beispielsweise die großzügigere Verwendung scharfer sowie manchmal leicht säuerlicher Gewürze (ähnlich der Sichuan-Küche), das frische Aroma, welches bewahrt wird, und die tiefe Farbe der einzelnen zubereiteten Gerichte.

Die Provinz Hunan zeichnet sich durch eine gewaltige Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus, wobei sowohl in Menge als auch in Vielfalt beachtliche Werte erreichen. Aus diesem Grund kann man eine sehr breit gefächerte Auswahl an Zutaten entdecken, welche sich in den mehr als 4000 Gerichten der Hunan-Küche wiederfinden (etwa 300 gelten als besonders beliebt).

Mit großer Hingabe wird über verschiedene Kochtechniken das beste aus den Grundzutaten wie Fleisch, Fisch, Krabben, Krebs oder Schildkröte herausgeholt. Viele Mahlzeiten zeichnen sich durch einen scharfen und manchmal leicht säuerlichen Geschmack aus, wobei ein frisches Aroma gerne bewahrt wird. Menschen aus der Provinz Hunan essen gerne scharfe Gerichte, da diese die Atemwege befreien und innerhalb des häufig schwülen Wetters gegen zu starke Feuchtigkeit helfen.

Bekannte Gerichte der Hunan Cuisine

Zu den besonders bekannten Gerichten der Hunan Cuisine zählt die Bier-Ente (in Bier erhitzt), die Xiaoxiang-Schildkröte, Schlangensuppe, Krabbenpaste in Lotusblättern, Hundefleisch-Fondue und frittiertes Hühnchen mit scharfer Soße.

Zhejiang-Küche (Zhe) (8)

Zhejiang Cuisine

Zhejiang Cuisine

Die Zhejiang Cuisine, welche aus der Provinz Zhejiang unmittelbar im Süden von Shanghai stammt, überzeugt durch einen eher milden Geschmack und lässt sich in drei Hauptrichtungen untergliedern, wobei der Hangzhou-Stil aus der frühreren chinesischen Hauptstadt den höchsten Bekanntheits- und Verbreitungsgrad besitzt, gefolgt vom Ningbo-Stil sowie dem Shaoxing-Stil.

Die Hangzhou-Küche zeichnet sich aus durch ein sanftes Aroma und ein optisch ansprechendes Aussehen. Neben Meeresfrüchten und Süßwasserfischen finden Bambussprossen verstärkt Einsatz in den Gerichten der Hangzhou-Küche. Man kann sie in fast jedem zweiten Gericht der Region antreffen.

Die Provinz Zhejiang gilt als das Land, in dem Milch und Honig fließen, folglich gibt es eine große Bandbreite an schmackhaften Zutaten. Auch hier wird großer Wert gelegt auf die Verwendung einer großen Menge verschiedener Zutaten, welche gemäß der aktuellen Jahreszeit ausgewählt werden. Nicht zuletzt aus diesem Grund gilt die Zhejiang-Küche als gesund.

Weitere regionale chinesische Küchen

Zu den traditionellen Küchen der chinesischen Minderheiten zählt die Xinjiang-Küche, welche in der flächenmäßig größten Region im äußersten Westen Chinas Anwendung findet. Besonders die Gerichte der Uiguren seien an dieser Stelle erwähnt, beispielsweise gebratener Hammel, Kebap und gebratener Fisch mit Reis. Während die Xinjiang-Küche ursprünglich aus dem Westen des Landes stammt, gibt es heutzutage in fast jeder Stadt ein Restaurant, welches Mahlzeiten der Xinjiang-Küche serviert.

Darüber hinaus spielen mongolische, tibetische und kasachische Kochkünste eine bedeutende Rolle innerhalb der breit gefächerten kulinarischen Landschaft des modernen China.

Verhaltensregeln

Wer sich in China aufhält wird zweifelsohne in Kontakt treten mit einer anderen Kultur und einer besonderen Mentalität, welche sich durch Verhaltensweisen auszeichnen, die sich sehr von den gewohnten Regeln und Normen innerhalb Mitteleuropas unterscheiden können. Bei den ersten Begegnungen mit Chinesen mögen Besuchern aus dem Westen einige Verhaltenszüge der Menschen aus dem Reich der Mitte etwas sonderbar vorkommen. Ähnlich mögen einige Züge des Benehmens von Westlern, die in Mitteleuropa gang und gäbe sind, auf Chinesen etwas befremdlich, teilweise einschüchternd oder unpassend wirken.

Wer ein paar Grundregeln befolgt kann jedoch sehr positive Erfahrungen mit den generell sehr gastfreundlichen Bewohnern der verschiedenen Regionen in China machen. Im Zuge einer positiven Grundeinstellung bei der Kontaktaufnahme erleben Besucher in der Regel eine angenehme Zeit mit Chinesen. Wer sich darüber hinaus noch etwas näher mit der chinesischen Kultur beschäftigt wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die Umgangsformen der Bewohner von China zunächst verstehen und letztendlich auch schätzen und lieben lernen. Im Land mit der größten Bevölkerung der Welt gibt es natürlich auch regionale Unterschiede innerhalb der Verhaltensnormen. Ein paar grundsätzliche Regeln, die im überwiegenden Teil Chinas gelten, seien hier im folgenden jedoch etwas näher erläutert.

Begrüßung

Traditionell findet keine Berührung beim ersten Kennenlernen statt, sondern lediglich eine kurze Verbeugung. Durch den Einfluss westlicher Länder gilt ein kurzer Handschlag inzwischen jedoch als immer mehr etabliert, sofern ein Europäer auf einen Chinesen trifft. Dabei sollte jedoch nicht zu viel Kraft ausgeübt werden. Ein kurzes leichtes Händeschütteln reicht vollkommen aus.

Dabei gilt es, eine bestimmte Rangordnung einzuhalten. Der Chef/Geschäftsführer/Leiter oder ranghöchste Vertreter zuerst, danach die anderen. Ältere werden vor Jüngeren begrüßt und Männer vor Frauen (kein „Ladies first“).

Kleidung

Chinesen achten tendenziell etwas weniger auf die aktuelle Mode oder die feinen Unterschiede zwischen verschiedenen Kleidungsstücken. Die Bandbreite an getragenen Kleidungsstücken in der Bevölkerung erstreckt sich über ein gewaltiges Spektrum. In einigen Städten sieht man sogar Bewohner, die mit Schlafanzügen durch die Fußgängerzone laufen.

Ein paar Grundregeln sollten Besucher des Landes jedoch beachtet werden. Wer formelle Treffen besucht sollte sich vorsichtshalber etwas feiner kleiden. Dabei gilt, dass nicht zu viel Haut gezeigt werden sollte, besonders bei Damen, auch wenn die Temperaturen im Sommer sehr heiß ausfallen können. Auch beim Schuhwerk sollte darauf geachtet werden, dass innerhalb eines offiziellen Rahmens stets geschlossene Schuhe getragen werden. Die Farbe Weiß, welche als Farbe der Trauer gilt, wird vorsichtshalber nicht zu großflächig getragen.

Tischmanieren

Grundsätzlich werden weniger Regeln während der Mahlzeiten praktiziert als in westlichen Ländern. Chinesen sprechen mit vollem Mund, schmatzen, schlürfen und rauchen während des Essens.

Ein paar Regeln sollten jedoch beachtet werden. Dazu zählt, dass die Essstäbchen nicht in den Reis gesteckt werden sollen, so dass sie aufrecht stehenbleiben. Dies gleicht den Räucherstäbchen innerhalb einer Totenkammer, symbolisiert also das Ableben und sollte tunlichst vermieden werden, da es ein böses Omen darstellt. Stattdessen werden die Stäbchen mit der Griffseite neben dem Teller und mit der Spitze auf dem Teller oder einem Bänkchen abgelegt.

Wer als Westler einigermaßen mit Stäbchen umgehen kann wird viel Lob bekommen. Besucher sollten sich am Tisch jedoch nicht zu offensichtlich die Nase schnäuzen, sondern dafür bei Bedarf auf die Toilette gehen. Wer rauchen möchte, kann dies in den meisten Restaurants und vielen privaten Häusern tun, sollte jedoch anderen am Tisch auch eine Zigarette anbieten. Wer eingeladen wurde sollte nicht versuchen, alle Speisen komplett zu verzehren. Als Zeichen des Wohlstands hinterlassen Chinesen üblicherweise ein gewisses Maß an Überbleibseln.

Alkohol trinken

Obwohl die Mehrheit der Menschen in China Alkohol schlecht abbauen können, da ihnen das dafür notwendige Enzym fehlt, wird in der Volksrepublik gerne häufig und viel Alkohol konsumiert, besonders im Norden des Landes.

Bier

Dabei schenkt meistens der Gastgeber selbst die ersten Getränke ein. Beim Konsum von Bier fällt auf, dass häufig größere Flaschen (mehr als 600ml) serviert werden, während aus eher kleineren Gläsern (etwa 100ml) getrunken wird. Die Gläser werden dabei meist nicht zum Eichstrich gefüllt, sondern als Zeichen der Höflichkeit bis zum Rand. Dabei wird gerne nachgeschenkt, wenn noch Platz im Glas ist. Dieses muss also nicht erst komplett geleert worden sein, damit der Gastgeber als freundliches Zeichen den Füllhöhenstand wieder erhöhen wird. Wer sich selbst etwas nachschenkt sollte zunächst anderen einschenken.

Prost!

Gerne stoßen Chinesen untereinander und auch mit westlichen Besuchern an. Beim Zuprosten mit einer Respektperson wird das Glas in beide Hände genommen und etwas weiter unten gehalten als das des Gegenüber. Beim häufig angewendeten Trinkspruch „Ganbei“ sollte das Glas nach dem Zuprosten komplett geleert werden. Wer gerne etwas trinken möchte wird häufig eingeladen werden. Wer jedoch den Konsum vermeiden will, sollte eine höfliche Begründung parat haben, um nicht als unhöflich zu gelten, beispielsweise die Einnahme von Medikamenten.

Rechnung im Restaurant

Bei einem gemeinsamen Essen gibt es stets eine einzige Rechnung, auf der alle verzehrten Speisen und Getränke auftauchen. Diese wird in der Regel komplett vom chinesischen Gastgeber übernommen. Im Gegenzug kann man natürlich den Gegenüber beim nächsten Mal einladen. Alternativ kann auch vor Ort das Geld zusammengelegt werden, wobei allerdings nur ein einzelner Bezahlvorgang pro Tisch bei der Bedienung stattfinden wird (keine getrennte Rechnung).

Trinkgeld

In China wird üblicherweise kein Trinkgeld gegeben. Im falschen Kontext kann der Versuch Trinkgeld zu geben als Beleidigung interpretiert werden, sollte also im Zweifelsfall nicht praktiziert werden.

Geschenke mitbringen

Chinesen freuen sich über kleine Geschenke, besonders über Dinge aus fremden Ländern, die es in China kaum zu sehen gibt. Es sollte jedoch im Vorfeld ein wenig darauf geachtet werden, was verschenkt wird. Die Farben Rot, Gelb oder Rosa sind als Geschenkpapier zu empfehlen, da sie Freude und Frohsinn ausdrücken. Es darf im allgemeinen so kitschig aussehen wie möglich. Weiß und Silber hingegen stehen eher für den Tod und das Trauern, sollten also vermieden werden.

Uhren und Blumen Vermeiden

Eine Uhr gilt in Europa als nettes Mitbringsel, in China jedoch können dadurch unter Umständen negative Assoziationen geweckt werden, beispielsweise, dass die Zeit des Beschenkten bald abgelaufen ist. Ebenfalls Blumen sollten ebenfalls vermieden werden. Sie werden lediglich bei Todesfällen verschenkt, sind also als freundliche Gabe ungeeignet.

Gerne: Alkohol und Süßigkeiten

Auf der anderen Seite werden Süßigkeiten gern gesehen. Es kann dabei kaum zu süß sein. Alkoholische Spezialitäten sind ebenfalls gern gesehen, wobei Wein als Luxusgut gilt und daher generell gesehen gut ankommt. Wer selbst ein Geschenk bekommt sollte dies mit Geduld entgegennehmen und zunächst beiseite legen, um es dann mit Bedacht zu einem späteren Zeitpunkt zu öffnen. Ähnlich werden es auch Chinesen selbst tun.

Gespräche führen

Während im Westen viele Menschen häufig klar ihre Meinung sagen, auch wenn dies zu Streit und Konfrontation führen kann, halten sich Chinesen eher bedeckt und bevorzugen es, ein harmonisches Umfeld beizubehalten. Sie sprechen mitunter sehr gerne über eine Vielzahl von Themen (üblicherweise keine Konfliktthemen), es gilt jedoch als höflich, am Ende der gleichen Meinung zu sein. Prinzipiell sind Chinesen darüber hinaus sehr auf die gängige Meinung innerhalb Chinas fokussiert und lassen sich nur schwer von bestimmten Konzepten aus dem Westen überzeugen. Funktionsweisen und Technologien aus dem Ausland werden gerne unverändert übernommen, ideologische Konzepte bleiben jedoch üblicherweise sehr chinesisch geprägt.

Als gute Gesprächsthemen gelten Dinge aus Bereichen, die wenig Potential für weiterführende Auseinandersetzungen in sich tragen. Die in Deutschland übliche Stammtischdiskussion über korrupte Politiker käme in China ganz schlecht an, egal ob es um westliche oder chinesische Machthaber geht. Prinzipiell wird es von Chinesen positiv aufgenommen, wenn lobende Dinge über China erwähnt werden, allerdings gleichzeitig sein eigenes Land in einem negativen Licht darzustellen kann beim chinesischen Gegenüber zu Verwirrung führen. Während mehr Themen vermieden werden sollten, die in westlichen Ländern diskutiert werden können, gibt es auch den Fall, dass Tabuthemen westlicher Länder in China offen und direkt angesprochen werden. Es stellt keine Seltenheit dar, dass Chinesen bereits beim Kennenlernen direkt nach dem Gehalt ihres Gesprächspartners fragen.

Straßenverkehr

Wie in anderen Ländern in Asien sieht der Verkehr in China an vielen Orten für europäische Betrachter aus wie das pure Chaos. Ampeln, Zebrastreifen und Fahrbahnmarkierungen werden missachtet, zahlreiche Fahrzeuge verschiedener Art von Fahrrädern über Mofas und Motorrädern bis hin zu schweren LKWs drängen sich dicht an dicht und es entsteht der Eindruck, chinesische Fahrer benutzen immer dann ihre Hupe, wenn sie sich anderen Fahrzeugen oder Fußgängern nähern (also fast immer).

In modernen Innenstädten herrscht inzwischen allerdings Hupverbot und der Verkehr läuft gesitteter ab. Besucher des Landes sollten vor dem Überqueren einer Straße jedoch genau hinsehen, wer gerade von wo aus und wie schnell Kurs auf den Bereich der Straße nehmen könnte, den sie überqueren möchten, ganz gleich ob sie sich an einem unmarkierten Bereich der Fahrbahn befinden, einem Fußgängerüberweg oder einem Zebrastreifen.

Übergänge (abrupte Änderungen und Verabschiedungen)

Oft erleben wir es innerhalb Europas, dass bestimmte Übergänge wie beispielsweise das Begrüßen oder Verabschieden geradezu zelebriert werden oder in Form einer kleinen Unterhaltung eine beträchtliche Zeit andauern können. Wenn wir uns nach einem Treffen mit Freunden verabschieden, wünschen wir alles gute auch für den jeweiligen Partner und finden mitunter noch das ein oder andere Thema für einen kurzen Smalltalk oder schließen tatsächlich die Diskussion über ein größeres wichtigeres Thema noch nach der ersten Verabschiedung ab. Selbst am Telefon sind Verabschiedungen, die aus mehreren Standardsätzen, die sich noch über Minuten hinziehen können keine Seltenheit.

In China gibt es diese Kultur nicht. Selbst innerhalb eines tiefgründigen Gesprächs, bei dem beide Parteien gefühltermaßen mit Herz und Seele bei der Sache sind, kann es passieren, dass sich der chinesische Gesprächspartner mit einem kurzen „OK, good-bye“ an der nächsten Straßenecke verabschiedet und verschwindet, wenn er in eine andere Richtung gehen muss.

Ähnlich verhält es sich bei der Beendigung einer Mahlzeit. An einem für Gäste kaum vorhersehbaren Punkt stehen alle Chinesen auf und gehen, auch wenn kurz vorher gerade neue Speisen serviert wurden, Gäste noch Tee im Glas haben und noch viel zu essen auf dem Tisch steht. Chinesen sind an schnelle und abrupte Änderungen gewöhnt, die sowohl im wirtschaftlichen oder politischen Bereich schnell geschehen können, als auch im zwischenmenschlichen Miteinander.

Pünktlichkeit

Im Reich der Mitte gilt bei Terminen und Verabredungen aller Art, dass Pünktlichkeit als sehr wichtig angesehen wird. Das „akademische Viertel“ (15 Minuten Verspätung zu erlauben) wird nicht praktiziert.

Gesicht wahren

Sehr wichtig innerhalb Chinas, ähnlich wie in weiten Teilen Asiens, ist das Konzept des Gesicht Wahrens (Saving Face). Es gilt als wichtiger, die allgemeine Harmonie im aktuellen Umfeld beizubehalten, als Lösungen für vorhandene Probleme zu finden, ganz gleich wie wichtig diese sein mögen. Bei Gesprächen mit Chinesen sollte daher verstärkt darauf geachtet werden, niemanden bloßzustellen. Unangenehme Themen aus den Bereichen Politik, Gesellschaft und dem persönlichen Umfeld eines Gesprächspartners sollten daher so weit wie möglich vermieden werden. Dazu zählen insbesondere Themen wie Tibet, Taiwan, Konflikte mit Japan, Indien oder anderen Ländern, Religion, Menschenrechte und die chinesische Staatsform. Bei Themen dieser Art und vielen anderen heiklen Punkten verhalten sich Chinesen üblicherweise sehr vorsichtig und sprechen nicht unbedingt direkt aus, was sie vielleicht denken. Innerhalb bestimmter Andeutungen können geübte Europäer jedoch erkennen, was ihre chinesischen Gegenüber tatsächlich meinen.

Herbeiwinken

Es ist nicht verboten, jemanden in Form einer Handgeste durch das Bewegen der vier Finger zu sich zu winken. Dabei sollte allerdings die Handfläche nicht nach oben, sondern nach unten zeigen, auch wenn dies für ungeübte westliche Augen so aussehen mag wie ein Zeichen, die andere Person sollte gehen und nicht kommen.

Körperkontakt

Im internationalen Vergleich verhalten sich Chinesen eher zurückhaltend beim Kontakt mit Unbekannten. Deutliche Liebesbekundungen von Pärchen in der Öffentlichkeit zählen als rücksichtslos und sollten vermieden werden. Chinesen sind im Bereich der Kenntnis des anderen Geschlechts üblicherweise nicht unbedingt sehr erfahren. Das Erreichen des 20. Lebensjahres ohne sexuelle Kontakte ist eher die Regel als die Ausnahme, vor allem in ländlicheren Regionen.

Liebesbeziehungen während der Schulzeit werden verpönt. Beginnt jedoch ein chinesisches Pärchen offen eine Beziehung, so wird schnell die Frage gestellt, wann sie heiraten werden. Selbst in der Ehe werden sie sich in der Öffentlichkeit mit körperlichen Annäherungen zurückhalten. Selten sieht man eine Chinesin und einen Chinesen Arm in Arm durch einen Park spazieren. Auf der anderen Seite ist das Händchen halten zwischen Mädchen eher üblich. Dies heißt nicht, dass sie lesbisch sind, sondern, dass sie als gute Freundinnen zusammen unterwegs sind. Ähnlich verhält es sich zwischen zwei guten männlichen Freunden.

Gefühltes schlechtes Benehmen von Chinesen

Im täglichen Leben wird man als Europäer unter Umständen Situationen erleben, in denen sich Chinesen auf eine Weise verhalten, welche innerhalb eines westlichen Umfeldes als ungehobelt, roh, oder schlecht erzogen erscheinen mögen. Innerhalb der Volksrepublik galt jedoch lange die Devise, sich in einer Form zu verhalten, welche am wenigsten Aufsehen erregt, sich also so sehr wie möglich wie ein einfacher Bürger und nicht wie ein adliger Großgrundbesitzer zu verhalten.

Dazu gehören Geräusche beim Essen wie Schmatzen, Schlürfen und Rülpsen, das Spucken auf den Boden, lautes Geschrei und dreistes Vordrängeln, um nur einige zu nennen. Generell werden Besucher in China oftmals Opfer ungewollten Lärms an jeder Ecke. In China gehört Lärm, der in Deutschland undenkbar wäre, zum normalen Alltag. Ein Chinese, der im Bus oder an anderen öffentlichen Plätzen sein Handy herausholt und laut und lange kommuniziert gilt nicht als Besonderheit. Während ältere und weniger gebildete meist männliche Chinesen diese Verhaltensweisen häufig unüberlegt praktizieren entwickelt sich innerhalb der jüngeren Bevölkerung jedoch nach und nach ein Standard, der eher der westlichen Kultur folgt.

Sprache und Verständigung

Am Flughafen, in westlichen Hotels und an bestimmten Orten in größeren Städten können Reisende in China üblicherweise jemanden finden, der ausreichend Englisch versteht, um einfache Dinge zu besprechen.

Die große Mehrheit der Chinesen verfügt jedoch über keine oder nur minimale Englischkenntnisse. Wer also kein Chinesisch kann wird demzufolge bei der Kommunikation mit Taxifahrern, Bedienungen und Verkäufern möglicherweise das ein oder andere kleine Abenteuer erleben. Selbst unter Einheimischen, die aus verschiedenen Provinzen kommen, sind die Unterschiede im Bereich Aussprache mitunter so gravierend, dass sie sich untereinander sehr schlecht oder gar nicht verstehen, wenn beide kein hochchinesisch (Mandarin) sprechen. Lediglich geschriebene Ausdrücke werden von Chinesen, die des Lesens mächtig sind, im ganzen Land verstanden.

Verständigung vereinfachen

Mit einem Begleiter, der sowohl Hochchinesisch als auch Englisch (und idealerweise den lokalen Dialekt) sprechen kann, stehen Besuchern deutlich mehr Optionen offen. Andernfalls erfolgt die Kommunikation häufig mit Händen, Füßen oder Zeichnungen, allerdings nicht immer erfolgreich. In der chinesischen Sprache spielt in der gesprochenen Sprache die Tonhöhe eine entscheidende Rolle. Wer also ein Büchlein mit einer Sammlung von chinesischen Ausdrücken und Redewendungen bei sich trägt, im Vorfeld allerdings keine Tonhöhenaussprache gelernt hat, läuft Gefahr, Dinge auf eine Weise auszusprechen, so dass sie gar nicht oder falsch verstanden werden.

Verständigung mit Taxifahrern

Um zum Hotel zurückzugelangen bietet es sich an, eine Visitenkarte der Unterkunft mitzunehmen, welche man dem Taxifahrer zeigt. Auch dies reicht jedoch nicht unbedingt aus, da die Ortskenntnis von Taxifahrern grundsätzlich sehr beschränkt ausfallen kann. Mehrmaliges Probieren mit anderen Fahrern führt jedoch in der Regel zum Ziel.

Wer sich die Reise mit dem Taxi erleichtern möchte, sollte grundsätzlich von allen gewünschten Fahrzielen die Adresse auf chinesisch und/oder ein Bild in gedruckter Form oder auf einem digitalen Medium (Smartphone oder Tablet PC) zur Verfügung haben, um dem jeweiligen Fahrer verdeutlichen zu können, wo es hingehen soll.

Verständigung im Restaurant

Ähnlich wie bei der Kommunikation mit Taxifahrern verhält es sich auch im Restaurant. Hier hat man jedoch mitunter den Vorteil, dass mehrere Personen am gleichen Ort arbeiten und möglicherweise eine davon zumindest begrenzte Kenntnisse der englischen Sprache besitzt. Falls dies nicht der Fall ist, verhält es sich bei Besuchen im Restaurant ähnlich wie bei der Kommunikation mit Taxifahrern (also eher schwierig).

Beliebte Hilfsmittel sind hier digitale Übersetzer oder Kartensets mit Bildern, welche bei der Auswahl des Gerichts helfen, beispielsweise Nudeln, Reis, Huhn, Schwein, Rind, Fisch oder vegetarisch. Einige Restaurants bieten auch Speisekarten mit Bildern oder Fotos der Gerichte an der Wand. Trotzdem bietet es sich an, im Vorfeld die wichtigsten chinesischen Schriftzeichen aus dem kulinarischen Bereich zu erlernen. Dazu zählen die Zeichen für Reis, Nudeln, Schwein, Rind, Hund, Huhn, Ente, gebraten, Suppe und verschiedene Gemüsesorten sowie sonstige persönliche Vorlieben.

Zahlen und Gesten

Die chinesischen Schriftzeichen für Zahlen lassen sich schnell erlernen. Es werden jedoch häufig die gleichen Zahlen verwendet wie in Europa. Bei Händlern auf dem Markt stehen meist Taschenrechner bereit, welche beim Feilschen als beliebtes Hilfsmittel dienen. Bei kleineren Händlern, die beispielsweise frische zubereitete Lebensmittel verkaufen, bietet es sich an, im Vorfeld zu lernen, die gesprochenen Zahlen verstehen zu können (recht schnell erlernbar) oder zumindest zu wissen, was bestimmte Handgesten bedeuten.

Grundsätzlich gibt es für jede Zahl von 1 bis 10 (mindestens) eine Handgeste. Die ersten fünf sind dabei ähnlich der europäischen Zeichen, die weiteren jedoch eher typisch chinesisch. Während in einigen Provinzen die Zehn durch zwei gekreuzte Finger dargestellt werden, Benutzen Chinesen anderer Provinzen die geballte Faust als Zeichen für die Zahl.

Nachtleben, Nightlife, Party

Während sich China in vielen kulturellen Bereichen von westlichen Ländern unterscheidet gibt es auch in puncto Ausgehen eine besondere Welt. Clubs in China öffneten im Zuge des rasanten Wirtschaftsaufschwungs der letzten Jahre an jeder Ecke. Vor allem in den größeren und westlich geprägteren Städten des Landes füllen dichtgedrängte Bars, Clubs und Shows ganze Straßenzüge. In vielen Clubs fällt dabei auf, dass die Größe der Tanzfläche im Verhältnis zum Rest des Clubs eher klein ausfällt. Andererseits gibt es üblicherweise kleine separate Räume oder bequemere Bereiche, welche für eine kleine Gruppe gemietet werden können.

Preise

Preislich gibt es enorme Unterschiede innerhalb der Ausgehmöglichkeiten in China. Es existieren kleine Restaurants, an denen Gäste auf Plastikstühlen sitzen können, wo auch Bier und anderen Alkohol verkauft wird. Hier lässt sich ein entspannter Abend in vergnüglicher Runde verbringen, während der Preis für Bier bei unter einem Euro für 600ml oder einer größeren Menge liegt.

Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Clubs, in denen die Preise das Niveau westlicher Großstadtclubs erreichen und teilweise sogar übersteigen. Dafür kann man dort mitunter Shows genießen sowie ein hübsches eigenes Eckchen für die Nacht mit modernem gemütlichen Designermobiliar. In Clubs dieser Art treffen Reisende aus westlichen Ländern nicht selten auf wohlhabende Chinesen, die ihre helle Freude daran haben, westliche Besucher auf teure alkoholische Getränke einzuladen und ein wenig Konversation zu pflegen und Networking zu betreiben.

KTV (K-TV)

Während in westlichen Ländern mittlerweile auch Karaoke-Bars an vielen Orten zu finden sind, gibt es in China eine ganz eigene Version dieser Unterhaltungsform. Chinesen mieten meist in Gruppen von etwa vier bis zwanzig Personen einen separaten Raum in einem KTV, in welchem mehrere Mikrofonen und mindestens ein großer Fernseher zu finden sind. Es wird üblicherweise Essen dazu bestellt und alkoholische Getränke. Häufig finden die Besuche abends statt, wobei die KTVs ihre ersten Gäste nicht selten schon vormittags empfangen.

Kleine KTVs gibt es oftmals als Nebenraum in einem Restaurant, größere ziehen sich in Hochhäusern über mehrere Etagen und Dutzende von Räumen verschiedener Größen und Ausstattungen, während teilweise auch Tanzsäle zu finden sind, die eher dem Stil westlicher Diskotheken gleichen.

Es gibt mittlerweile auch Clubs, die insgesamt eher westlich geprägt sind, die überwiegende Mehrheit der Chinesen besucht jedoch am häufigsten ein KTV. Sowohl Studenten als auch Geschäftsleute und mitunter Arbeiter begeben sich zum essen, trinken und singen in diese Tempel der Unterhaltung und werden nicht müde, über Stunden im kleinen Kreis bei wechselndem Mikrofon Lieder von chinesischen und westlichen Popstars zu singen.

Reise- und Sicherheitshinweise

In Bezug auf Kriminalität gilt China als eher recht sicheres Reiseland. An touristischen Orten, unter anderem in größeren Städten können jedoch vereinzelt Fälle von Diebstahl und Kleinkriminalität auftreten. Die international üblichen Vorsichtsmaßnahmen sollten grundsätzlich befolgt werden, wozu das Vermeiden der übermäßigen Präsentation von Geld, Schmuck und anderen Wertgegenständen zählt.

Erdbeben

Besonders im Südwesten Chinas (primär in der Provinz Sichuan) gab es in den letzten Jahren mehrere stärkere Erdbeben. Zusätzlich können Erdrutsche aufgrund der heftigen Regenfälle während der Monsunzeit die persönliche Sicherheit von Bewohnern und Reisenden gefährden. Regelmäßig gibt es zahlreiche Todesopfer unter den Einheimischen, beispielsweise über 200 Menschen im Sommer des Jahres 2013. Bei Besuchen der Region sollte demzufolge die Wetterlage regelmäßig beachtet werden.

Dokumente

Erwachsene Ausländer müssen sich in China jederzeit ausweisen können, wobei Kontrollen regelmäßig innerhalb gut besuchter Orte stattfinden. Es wird empfohlen, Passkopien und Kopien von wichtigen Dokumenten im Hotel zu hinterlegen und die Originale bei sich zu tragen.

Meldepflicht

Innerhalb der ersten 24 Stunden nach Erreichen des Landes müssen Reisende sich bei der nächstgelegenen Polizeistelle melden. Dies wird üblicherweise durch das Personal im Hotel erledigt, wo man übernachtet. Wer bei Freunden, Verwandten oder Bekannten übernachtet sollte sehr darauf achten, dieser Meldepflicht nachzukommen, da sonst Probleme bei der Ausreise entstehen können.

Straßenverkehr

Größer als die Gefahr, welche von beabsichtigter Kriminalität ausgeht, entpuppt sich für Reisende in China das Risiko, im Straßenverkehr Opfer eines Unfalls zu werden. Scheinbar rücksichtslos rasende Verkehrsteilnehmer auf Fahrzeugen aller Art produzieren regelmäßig Unfälle, die zu Verletzungen und nicht selten auch Tod führen können. Reisenden sei geraten, stets höchst aufmerksam den Verkehr um sie herum beobachten. Dabei sollten sie vom schlimmsten ausgehen (Missachtung der Fahrtrichtung, Ampel, Verkehrsführung).

Gesundheit

In China wird prinzipiell weniger auf gesundheitliche Aspekte geachtet als in westlichen Ländern und vielen anderen Ländern Asiens. Für den Bereich Gesundheit wird im Land prozentual beispielsweise deutlich weniger ausgegeben (5,2% des Bruttosozialproduktes) als in Deutschland (11,1%), Österreich (10,6%) oder der Schweiz (10,9%) sowie Japan, Südkorea und selbst ärmeren Ländern Südostasiens.

Die Lebenserwartung in China liegt mit durchschnittlich 74 Jahren für Männer und 77 für Frauen deutlich niedriger als in Mitteleuropa. Dabei unterscheiden sich die gesundheitlichen Risiken in China teilweise stark zwischen den verschiedenen Regionen des Landes. Chinas riesige Fläche erstreckt sich über verschiedene Klimazonen und Landschaftstypen, welche jeweils bestimmte Einflüsse auf die Art, Menge und Verteilung der lokal vorkommenden Krankheitserreger ausüben.

Medizinische Versorgung

Ein System mit Arztpraxen von niedergelassenen Ärzten wie in Mitteleuropa gibt es in China nicht. Fast alle medizinischen Operationen finden in Krankenhäusern statt. Diese weisen in größeren Städten mitunter einen hervorragenden Standard auf, während in ländlicheren Regionen häufig noch ein nicht sehr entwickeltes Niveau der Versorgung vorherrscht. Hier sollten Besucher keinen Hygienestandard von westlichem Niveau erwarten. Zusätzlich mag eine Sprachbarriere die Kommunikation für Besucher erschweren, die kein Chinesisch sprechen.

Es wird empfohlen, eine kleine Reiseapotheke mit den gängigen westlichen Medikamenten sowie Mittel gegen Mücken, Durchfall und Kopfschmerzen mit sich zu tragen. Darüber hinaus gilt eine Auslandskrankenversicherung für China als sehr sinnvoll, wobei auch eine Option der Reiserückholversicherung abgeschlossen werden sollte.

Hygiene

Schlechtere Hygienestandards im Vergleich zu den meisten westlichen Ländern tragen an vielen Orten zu einem insgesamt höheren Gesundheitsrisiko bei. Dies gilt für Nahrungsmittel, Leitungswasser und Getränke, den Zustand von Wohnungen, Gebäuden und Toiletten sowie für die Atemluft.

Luftverschmutzung

Besondere Risiken innerhalb Chinas sind die teilweise extrem hohen Werte der Luftverschmutzung, besonders in Städten im Norden des Landes. Besonders für Menschen, die bereits unter Atemwegserkrankungen leiden, könnten die zusätzlichen Belastungen zu stärkeren gesundheitlichen Problemen führen.

Impfschutz

Es wird empfohlen, die auch in Deutschland üblichen Standardimpfungen vor einer Reise durchgeführt zu haben. Dazu zählen in erster Linie Tetanus, Diphtherie, und Kinderlähmung (Polio), allerdings auch Keuchhusten, Influenza und MMR (Mumps, Masern, Röteln). Zusätzlich sei Reisenden eine Impfung gegen Hepatitis A nahegelegt, bei längeren Aufenthalten auch gegen Hepatitis B, Typhus, Japanische Enzephalitis und Tollwut. Für Kinder im ersten Lebensjahr wird darüber hinaus eine Rotavirusimpfung empfohlen.

HIV/AIDS

In China liegt die Häufigkeit des Auftretens von HIV innerhalb der Bevölkerung mit unter 0,1% auf einem im internationalen Vergleich sehr geringen Wert. Trotzdem kann es wie auch in anderen Ländern zur Übertragung des HIV-Virus und langfristig zur tödlichen Krankheit AIDS kommen, wenn sich Reisende fahrlässig verhalten und es zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit Prostituierten oder anderen Unbekannten kommt.

Dengue-Fieber

Das Dengue-Fieber tritt in den südlichen Provinzen Yunnan, Guangxi, Hainan, Guangdong und Fujian in Meeresnähe auf, wo sich Menschen durch tagaktive Mücken infizieren können. Schwerwiegende gesundheitliche Probleme durch den Erreger oder sogar Todesfälle sind extrem selten, allerdings kann mit Hautausschlag, Fieber und Gliederschmerzen gerechnet werden. Das Tragen von langer heller Kleidung und die Verwendung von Anti-Mücken-Substanzen kann das Risiko einer Ansteckung verringern.

Malaria Map

China Malaria Map

China Malaria Map

Die Mehrheit der Provinzen sowie die Großstädte in China gelten als frei von der für Europäer häufig tödlichen Krankheit Malaria. Ein geringes Malaria-Risiko besteht in ländlichen Gebieten des Südens, vor allem in den Provinzen Tibet, Sichuan, Yunnan, Fujian, Guizhou, Guangxi, Hainan, Guangdong, Fujian und Jiangsu. Ähnlich wie beim Degue-Fieber gilt, dass lange helle Kleidung und die Verwendung von Anti-Mücken-Substanzen das Übertragungsrisiko von Malaria verringern kann.

Verdauungsprobleme

Aufgrund der teilweise mangelhaften hygienischen Standards können Besucher in bestimmten Regionen unter Verdauungsproblemen und Durchfallerkrankungen leiden. Es wird empfohlen, lediglich Wasser aus Flaschen zu trinken, die im verschlossenen Zustand gekauft wurden (kein Wasser aus der Leitung). Es sollte darauf geachtet werden, dass Insekten von noch zu verzehrenden Lebensmitteln fernbleiben. Regelmäßiges Händewaschen vor dem Essen und auch zwischendurch verringert weiter das Risiko. Medikamente gegen Durchfall sollten bei einem Urlaub in China stets in ausreichender Zahl in der Reiseapotheke vorhanden sein.

Japanische Enzephalitis

Nachtaktive Moskitos sind die häufigste Ursache für die Infizierung mit der Japanischen Enzephalitis, welche meist während warmer Nächte von April bis Oktober übertragen wird. In den meisten ländlichen Gebieten des Landes können Besucher in Kontakt mit dem gefährlichen Virus kommen. Lediglich die westlichen Provinzen des Landes, Xinjiang, Qinghai und Tibet gelten als sicher. Die gleichen Vorkehrungsmaßnahmen, welche auch gegen Malaria helfen, können auch das Risiko der Japanischen Enzephalitis senken.

Hand-, Fuß- und Mundkrankheit (HFMD)

Die Hand-, Fuß- und Mundkrankheit (HFMD) mit zahlreichen Fällen in ländlichen Regionen des Landes trifft vor allem Kleinkinder und ärmere Bewohner, gilt allerdings als hochansteckend und kann sich schnell verbreiten. Während es in seltenen Fällen im Zusammenhang mit anderen gesundheitlichen Problemen zu Todesfällen kommen kann, wird die Krankheit von sonst gesunden Menschen üblicherweise innerhalb von wenigen Tagen mit Fieber und Hautirritationen folgenlos überstanden.