Bhutan Reisen, Reiseführer, Tourismus


HauptstadtThimphu
SprachenDzongkha (Amtssprache)
StaatsformErbmonarchie
Fläche38.394 km²
Einwohner717.000 (~17,81 Einwohner pro km²)
WährungNgultrum (BTN)
Telefon-Vorwahl+975
ZeitzoneUTC+6
NationalflaggeBhutan Flagge

Bhutan Flagge

Bhutan ist einzigartig. Von vielen Bewunderern als das „letzte Shangri-La“ gepriesen, hat sich das kleine Königreich im Himalaya bis heute seine Ursprünglichkeit und seine faszinierende Kultur bewahrt. Während in Nepal der Massentourismus immer weiter um sich greift, bemüht sich die bhutanische Regierung die internationalen Besucherströme gezielt zu regulieren. Touristen dürfen nur einreisen, sofern sie im Vorfeld bei einem lizenzierten Reiseveranstalter auch eine Tour gebucht haben. In der Regel werden hier Gruppenreisen angeboten, hin und wieder gibt es jedoch auch Ausnahmen. Dennoch ist eine Reise nach Bhutan nichts für Individualisten. Selbst Besucher, die eine Einzelreise buchen, werden während ihres gesamten Aufenthalts von einem Reiseführer und meistens auch einem Fahrer begleitet. Dies geschieht aber nicht aus Gründen der Überwachung wie etwa in Nordkorea, sondern dient dem Erhalt der Natur. Tatsächlich sind in Bhutan der Umwelt- und Naturschutz von enormer Bedeutung und stehen allen anderen Interessen voran. Dies mag zunächst recht ungewöhnlich klingen, aber was ist in einem Land, welches den Erfolg seiner eigenen Wirtschaftspolitik im „Bruttonationalglück“ seiner Einwohner misst schon ungewöhnlich?

Die Idee des Bruttonationalglücks (ehemals Bruttosozialglück) geht zurück auf den früheren König des Landes, der sich einer Wirtschaftsentwicklung verpflichtet fühlte, welche der einzigartigen Kultur und den buddhistischen Werte des Landes gerecht wurde. Neben dem Schutz der Umwelt ist der wichtigste Faktor des BNG die Förderung einer sozial gerechten Gesellschafts- und Wirtschaftsentwicklung sowie die Bewahrung und die Förderung spezieller kultureller Werte. Nachhaltigkeit spielt für die Regierung im Königreich eine entscheidende Rolle.

Trotz dieser euphemistischen Betrachtungsweise sollten Urlauber aber nicht vergessen, dass rund 20% der Bevölkerung des Landes unterhalb der Armutsgrenze leben.
Für die meisten Besucher allerdings dürfte Bhutan ein Höhepunkt ihres Reiselebens werden. Dies liegt neben den imposanten buddhistischen Klostern, der interessanten Kultur des Landes sowie dessen Ursprünglichkeit wohl insbesondere an der herausragenden Landschaft des kleinen Königreiches. Der Anblick einiger der höchsten Gipfel der Welt hat schon manchen Skeptiker zum Schweigen gebracht. Andere hingegen geloben voller Begeisterung die baldige Rückkehr in das erstaunliche Königreich.

Übersetzt bedeutet Bhutan soviel wie „das Land des Donnerdrachens“. Geographisch teilt sich das Königreich in drei Regionen, die von Süden nach Norden hin ansteigen. Das Hauptsiedlungsgebiet sind die Berge des Vorderhimalaya, die im Zentrum des Landes auf einer Höhe von 2000 bis 3000 m von Westen nach Osten verlaufen. Mit einer Fläche von rund 39.000 km² ist Bhutan lediglich ein wenig größer als Baden-Württemberg und mit einer Einwohnerzahl von nur etwa 720.000 Menschen nicht einmal 1/10 so stark besiedelt wie das deutsche Bundesland.

Städte und Sehenswürdigkeiten

Thimphu

Thimphu

Eine Stupa in Thimphu

Die Hauptstadt im Westen des Landes liegt auf einer Höhe von rund 2300 m. Mit knapp 80.000 Einwohnern ist Thimphu nicht nur die größte Stadt Bhutans, sondern auch das politische Entscheidungszentrum des Landes. Darüber hinaus liegt etwa sieben Kilometer nördlich des Zentrums der Denchencholing-Palast, der Hauptpalast des Königs von Bhutan.

In unmittelbarer Nähe der Stadt findet man zudem zahlreiche Kloster und Tempel. Ebenfalls im Norden der Stadt, direkt am Fluss Wang Chu, können Reisende den Tashichho Dzong bewundern. Das buddhistische Kloster ist seit 1952 der Sitz der bhutanischen Regierung und beeindruckt durch seine Architektur und die malerische Kulisse. Ebenfalls bemerkenswert sind der Simtokha Dzong, eine Festung rund 3 Kilometer südlich der Stadt, sowie das Dechen Phodrang Kloster, das Tango Kloster und das Chagri Dorjeden Kloster.

In unmittelbarer Nähe zur Stadt liegt zudem das Motithang Takin Reservat. Ein Wildpark, der zum Schutz des Lebensraums der Takins (ein in Asien lebendes Säugetier und das Nationaltier Bhutans) geschaffen wurde und der für Reisende zugänglich ist.

Neben diesen klassischen Sehenswürdigkeiten ist Thimphu eine der wenigen Städte im Land, in denen ein aktives Nachtleben existiert. Natürlich lässt sich die Szene nicht mit der anderer asiatischer Hauptstädte vergleichen, aber immerhin gibt es einige Clubs und Diskotheken sowie mehrere Poolhallen und verschiedene Bars, in denen vor allem junge Leute ihre Abende verbringen.

Aus touristischer Hinsicht besonders wichtig für die Stadt ist das Tsechu Festival, welches jährlich im September oder Oktober stattfindet und immer wieder auch zahlreiche ausländische Touristen ins die Stadt lockt.

Paro

Paro Airport

Paro Airport

Paro liegt knapp 40 Kilometer westlich von Thimphu. In unmittelbarer Nähe der Stadt liegt der Paro Airport, der einzige internationale Flughafen in ganz Bhutan.

Mit etwa 15.000 Einwohner gehört Paro zu den kleineren Städten im Land, hat aber dennoch einige Attraktionen und Sehenswürdigkeiten zu bieten. Der Rinpung Dzong ist ein enormes buddhistisches Kloster und eine Verteidigungsanlage, die heute unter anderem einige Regierungsbüros beherbergt. Im Inneren des Klosters finden sich zudem 14 Schreine und Kapellen. Oberhalb des Klosters liegt ein siebenstöckiger Wachturm, der mittlerweile als das Nationalmuseum Bhutans fungiert. Im Frühjahr (März oder April) findet hier jährlich ein traditionelles Festival statt, das sich eine allgemeinen Beliebtheit erfreut. Rund 18 Kilometer südlich der Stadt findet man die buddhistische Klosterfestung Drukyel Dzong. Nach einem Brand im Jahr 1951 wurde die Anlage nicht mehr restauriert. Die noch immer beeindruckenden Ruinen können allerdings besichtigt werden.

Das wahre Glanzstück der Stadt, und zugleich eines der imposantesten Bauten Südasiens, ist allerdings das Taktshang, welches auch das Tigernest-Kloster genannt wird. Dabei ist es nicht nur die Architektur, welche Urlauber aus der ganzen Welt begeistert, sondern vor allem die Lage des Bauwerks, die einem schon beim ersten Anblick den Atem stocken lässt. Auf einer Höhe von 3120 m über dem Meeresspiegel liegt das Kloster an einem Felsen rund 700 m über dem Paro-Tal. Erste Teile des Klosters wurden 1692 rund um eine heilige Höhle gebaut, in welcher der Guru Padamasambhava, der zweite Buddha im achten Jahrhundert für 3 Jahre, 3 Wochen, 3 Tage und 3 Stunden meditiert haben soll. Heute umschließt das Kloster neun heilige Höhlen. Das eindrucksvolle Bauwerk liegt etwa 10 Kilometer nördlich von Paro und ist ausschließlich zu Fuß erreichen. Auf dem Weg dorthin können Reisende noch einige weitere Sehenswürdigkeiten bewundern. Der Aufstieg lohnt sich also in jedem Fall und ist eine absolutes Muss jeder Bhutanreise.

Phuentsholing

Phuentsholing Bhutan

Phuentsholing: Grenzübergang zu Indien

Die Stadt mit ihren rund 30.000 Einwohnern liegt im Süden des Landes direkt neben der indischen Stadt Jaigaon und ist in erster Linie als Grenzübergang zwischen den beiden Staaten bekannt. Von Phuentsholing führt eine Straße in die etwa 170 Kilometer nördlich gelegen Hauptstadt Thimphu.

Die Bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Karbandi-Kloster, welches ein wenig oberhalb Phuentsholings liegt und einen bemerkenswert Ausblick auf die Region erlaubt. Ebenfalls erwähnenswert ist der Zangtho Pelri Lhakhang Tempel im Zentrum der Stadt.

Neben einigen Einkaufsmöglichkeiten hat Phuentsholing auch verschiedene Bars und Nachtclubs zu bieten. Schnell wird man allerdings feststellen, dass einige dieser Etablissements eher zweifelhafter Natur sind. Mittlerweile bemüht sich die Regierung daher verstärkt gegen die aufkommende Prostitution und den Drogenhandel in der Grenzstadt vorzugehen.

Darüber hinaus ist Phuentsholing aus touristischer Sicht zwar eher uninteressant, kann aber durch die natürliche Schönheit ihres landschaftlichen Umfelds punkten.

Gelephu

Gelephu Bhutan

Gelephu

Mit nur 10.000 Einwohnern ist die Grenzstadt im Süden des Landes die drittgrößte Stadt des Königreiches Bhutan. Interessant ist Gelephu vor allem als Handelsplatz. Es gibt eine große Parkanlage, die das urbane Leben erleichtern und Raum für Entspannung und Sport bieten soll.

In Zukunft könnte die Stadt allerdings für den Staat Bhutan an Bedeutung gewinnen, da es aktuell Bemühungen gibt das Flugfeld auszubauen. Pläne in Gelephu einen weiteren internationalen Flughafen einzurichten, wurden jedoch vorerst auf Eis gelegt.

Punakha

Punakha Dzong

Punakha Dzong

Auf einer Höhe von rund 1400 m liegt die mit ca. 7000 Einwohnern die Kleinstadt Punakha, die insbesondere für die Klosterfestung Punakha Dzong bekannt ist. Anders als die übrigen Verteidigungsanlagen im Land liegt der Punakha Dzong nicht auf einer Anhöhe, sondern am Zusammenfluss des Mochu und des Pochu. Einst als Bollwerk gegen die einfallenden Tibeter erbaut, gilt der Gebäudekomplex heute als Paradebeispiel für die bhutanische Klosterarchitektur. Nachdem der Punkha Dzong 1987 und 1994 zu Teilen durch ein Feuer/Hochwasser zerstört wurde, bemühte sich die Regierung um einen schnellen Wiederaufbau und die Restauration des Anlage. Im Jahr 2011 diente die Klosterfestung als Kulisse für die Hochzeit des Königs.

Wer von der Hauptstadt Thimphu aus nach Punakha reist, passiert in der Regel den Dochula-Pass. Die Route ist bei Einheimischen wie auch bei Touristen gleichermaßen beliebt, aufgrund des phänomenalen 360°-Blicks, den man von dort auf das umliegende Himalayagebirge hat. Darüber hinaus findet man auf dem höchsten Punkt des Passes den Druk Wangyal Lhakhang Tempel, welcher zu Ehren des vierten Königs des Landes errichtet wurde. An den Wochenenden und während der Ferien ist der Dochula-Pass ein beliebtes Ausflugsziel von Familien aus der gesamten Region.

Trongsa Dzong

Trongsa Dzong

Trongsa Dzong

Mitten im Herzen Bhutans liegt die größte Tempelfestung des Landes. Dieses gewaltige Bauwerk in der Stadt Trongsa wurde einst erbaut, um die Schlucht des Mangde-Flusses überwachen zu können. Ein erster Tempel wurde hier 1543 errichtet und anschließend, knapp 100 Jahre später im Jahr 1647, zu einer Festung ausgebaut. Neben zahlreichen Innenhöfen und unzähligen Korridoren beherbergt die Festung heute 25 verschiedene Tempel.

Die Architektur der Festungsanlage ist ebenso beeindruckend wie die Landschaft, welche sie umgibt. Bereits von Weitem ist das monumentale Bauwerk gut sichtbar und im ersten Moment könnte man die Trongsa Dzong tatsächlich für eine Kulisse aus einem Fantasy-Film halten.

Heute wird die Klosterfestung unter anderem als Regierungssitz für den Trongsa-Distrikt verwendet. In den Sommermonaten leben zudem rund 200 Mönche in dem riesigen Komplex. Einer besonderen Beliebtheit bei Besuchern erfreut sich die Anlage insbesondere im Dezember oder Januar, wenn im nördlichen Innenhof die Ankunft des Guru Padmasambhava (manchmal auch Rinpoche) zelebriert wird.

Jakar Dzong

Jakar Dzong

Jakar Dzong

Die Klosterfestung liegt oberhalb der kleinen Stadt Jakar. Erbaut wurde die Anlage bereits 1549 von dem Tibeter Lam Nagi Wangchuck und diente in der Vergangenheit als Sitz für den ersten König Bhutans. Das Schloss des weißen Vogels, wie die Festung auch genannt wird, spielte eine wichtige Rolle für die Verteidigung der gesamten Region. Besonders bemerkenswert ist der etwa 50 m hohe Wachturm der Anlage, von dem aus das Tal überwacht werden konnte.

Eine weitere Besonderheit der Klosterfestung ist die interne Wasserversorgung, die der Bevölkerung im Fall einer Belagerung das Überleben sichern sollte und die noch heute intakt ist.

Samdrup Jongkhar

Samdrup Jongkhar Dzong

Samdrup Jongkhar Dzong

Samdrup Jongkhar ist eine der ältesten Städte im östlichen Bhutan und ein bedeutender Handelsplatz im Süden des Landes. Die Grenzstadt zu Indien verfügt über mehrere Hotels sowie diverse Restaurants, die sich sowohl an der bhutanischen wie auch der indischen Küche orientieren. Bedeutendstes Bauwerk der Stadt ist der Samdrup Jongkhar Dzong. In unmittelbarer Nähe zum Dzong befindet sich ein Kloster.

Im Zentrum der Stadt liegt zudem ein dreistöckiger Tempel, der das spirituelle Zentrum der Region bildet. Nicht weit entfernt von Samdrup Jongkhar befindet sich die einzige Mithun-Aufzuchtstation (vergleichbar mit einem Bison) im östlichen Bhutan.

Khoma Village

Khoma Village Bhutan, Kishuthara

Kishuthara Herstellung im Khoma Village

Der Kleine Ort, der sich nur zu Fuß erreichen lässt, ist landesweit bekannt für die Herstellung von Kishuthara. Der komplex gemusterten Seidenstoff wird von den einheimischen Frauen in speziellen Hütten an riesigen Webmaschinen erstellt und später in das ganze Land verkauft. Die Produktion des Stoffes ist mittlerweile das wirtschaftliche Rückgrat der Region. Die fertigen Stoffe können in Khoma zu wesentlich günstigeren Preisen erstanden werden als etwa in der Hauptstadt.

Darüber hinaus ist der Ort aber auch ein wahres Aushängeschild für die Schönheit und die Unberührtheit der bhutanischen Landschaft und ihrer Kultur.

Kurjey Lhakhang

Kurjey Lhakhang Monastery

Kurjey Lhakhang Monastery

Kurjey Lhakhang ist ein populärer Tempel im Bumthang Distrikt, nicht weit entfernt von der Stadt Jakar. Das Gotteshaus wurde um eine Höhle herum gebaut, in dem der zweite Bhudda, der Guru Rinpoche (Padmasambhava), bei seinem ersten Besuch in Bhutan meditiert haben soll. Hinter dem Bauwerk steht ein großer Baum ,dem nachgesagt wird, er sei ein Terma, eine Reliquie des tibetanischen Buddhismus.

Darüber hinaus dient das Kloster als letzte Ruhestätte für die ersten drei Könige des Landes und hat daher bei den Einwohnern des Königreiches einen gewissen Stellenwert.

Trashigang

Trashigang Dzong

Trashigang Dzong

Die kleine Stadt im Osten des Landes beherbergt lediglich knapp 2400 Einwohner und ist dennoch bei Rundreisen durch Bhutan ein beliebtes Ausflugsziel. Gründe für Popularität Trashigangs sind neben den kleinen idyllischen Straßen der Stadt auch ihre Lage oberhalb des Drangme Chu, der sich durch das gesamte östliche Bhutan schlängelt und schließlich in Indien in den Fluss Brahamaputra läuft.

Die Hauptattraktion der Stadt ist allerdings der Trashigang Dzong. 1659 erbaut, stand die Klosterfestung lange Zeit am Rande des Zerfalls, bis sich die Regierung im Jahr 2007 dazu entschied, das Bauwerk zu renovieren. Aufgrund der absinkenden Grundmauern gestalten sich die Arbeiten jedoch als äußerst problematisch, so dass bin heute noch keine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Anlage getroffen wurde. Trotz der Ungewissheit über die Zukunft des Trashigang Dzong, gilt die imposante Klosterfestung als eine der bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Region.

Geschichte

Die Wurzeln Bhutans gehen zurück bis etwa 2000 v. Chr.. Die Spuren der früheren Geschichte des Landes sind bisher allerdings nur schwer zu deuten. Historiker profitieren jedoch davon, dass mit der Einführung des Buddhismus im 9. Jahrhundert durch aus Tibet geflohene Mönche auch die nationale Geschichtsschreibung gesichert wurde.

Shabdrung Ngawang Namgyal

Shabdrung Ngawang Namgyal

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte gingen indische und hinduistische Einflüsse im Land zurück, so dass der Buddhismus im 12. Jahrhundert zur Staatsreligion erklärt wurde. Die bisher unabhängigen Fürstentümer wurden jedoch erst einige Jahrhunderte später geeint, als zu Beginn des 17. Jahrhunderts Shabdrung Ngawang Namgyal die weitgehend autonomen Regionen des Landes unter seine Herrschaft brachte und seitdem als Gründer Bhutans verehrt wird. Der Tod Ngawang Namgyals wurde über 50 Jahre vor der Öffentlichkeit geheimgehalten aufgrund der Furcht, der Staat könnte erneut auseinanderbrechen. In dieser Zeit wurden diverse Würdenträger in seinem Name ernannt, welche die Führung des Landes übernehmen sollten.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts zwischen 1710 und 1730 war das Land mehrfach Angriffen von tibetisch-monglischen Truppen ausgeliefert, die jedoch immer wieder niedergerungen werden konnten. Trotz der offiziellen Trennung der geistlichen und weltlichen Staatsgewalt, lag die die Macht de facto in den Händen der Lamas (buddhistische Priester/Lehrer), welche die Statthalter ernannten, die wiederum die Steuern eintrieben und zudem als Judikative fungierten. Während dieser Phase kam es auch immer wieder zu Machtkämpfen zwischen verschiedenen feudalen Gruppierungen.

Das 18. Jahrhundert war geprägt durch die Kolonialbemühungen Großbritannien. Nachdem die britische Krone 1826 den indischen Bundesstaat Assam unterworfen hatten, bemühte man sich auch die Gebiete im Norden unter die eigene Kontrolle zu bringen. In den folgenden Jahren wurden einige Gebiete Bhutans durch die britische Ostindien-Kompanie besetzt und der Stadthalter Ugyen Wangchuck übernahm (mit britischer Unterstützung) die Macht im Land. In den Jahren seiner Herrschaft stieß er gemäßigte Reformen an und wurde 12 Jahre nach seiner Machtergreifung im Jahr 1907 zum König gewählt. Nur drei Jahre später erkannte Großbritannien formell die Unabhängigkeit des kleinen Himalayastaates an.

Jigme Khesar Namgyel Wangchuck

Jigme Khesar Namgyel Wangchuck, König von Bhutan

1964 übernahm der König des Landes die gesamte Staatsgewalt, gab jedoch im Jahr 1968 Kompetenzen im Bereich der Gesetzgebung an das bereits 1953 geschaffene Parlament ab. In den kommenden Jahren wurden die Rechte der Lamas eingeschränkt und die verbliebenen feudalen Barrieren abgebaut. 1971 wurde Bhutan in die Uno aufgenommen. Ende der 1990er Jahre beschränkte der damalige König Jigme Singye Wangchuck seine eigene Macht und unterstellte sich der Autorität des Parlaments.

2006 wurde der Sohn des Königs zu dessen offiziellem Nachfolger erklärt. Ein Jahr später beerbte Jigme Khesar Mangyel Wangchuck den Thron seines Vaters. Noch im selben Jahr wurde eine Verfassung eingeführt, welche die Gründung politischer Parteien erlaubt und das Land auf den Status einer demokratisch-konstitutionellen Monarchie erhebt. Am 24. März 2008 fanden erstmals Wahlen zum Unterhaus statt bei denen 253.012 Menschen (79,4% der Wahlberechtigten) ihre Stimme abgaben.

Reiseplanung und Individualtourismus

Wer sich für eine Reise nach Bhutan entschieden hat, wird schnell feststellen, dass im Land des Bruttosozialglücks alles etwa anders läuft als in den übrigen Staaten Südasiens. Ein wenig erinnern die Einreisebestimmungen Bhutans an die Vorgaben Nordkoreas. Beide Staaten können nur bereist werden, sofern man im Vorfeld eine Tour über eine lizenzierte Reiseagentur bucht. In beiden Staaten ist Individualtourismus nicht erwünscht und in beiden Staaten werden Urlauber bzw. die Reisegruppe von Reiseleitern begleitet.

Allerdings ist der grundsätzliche Reiseablauf in Bhutan wesentlich weniger stringent als im totalitären Norden der koreanischen Halbinsel und auch die Gründe für die strengen Regelungen sind in beiden Staaten grundverschieden. Während in Nordkorea die gesamte Reise eine einzige große, politisch motivierte Inszenierung ist, kontrolliert Bhutan den Tourismus im Interesse des Umwelt- und Naturschutzes.

Überhaupt spielt der Umweltschutz im Land eine entscheidende Rolle, wodurch man in Bhutan einen Naturreichtum findet wie kaum anderswo in Asien. Abhängig vom gewählten Reiseveranstalter haben Urlauber Einfluss auf die Route und auch auf die Unterkünfte, in denen sie untergebracht werden. Geschäfte und Restaurants sind frei zugänglich und auch der Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung wird unterstützt.

Die Planung der Reise läuft in der Regel wie folgt ab:

  1. Sie entscheiden sich für eine Reiseagentur (im Idealfall für eine, die auch beim Toursim Council of Bhutan registriert ist).
  2. Sie verständigen sich mit ihrem Reiseveranstalter über die Reiseroute und die gewünschten Unterkünfte. Basierend auf diesen Vereinbarungen berechnet die Reiseagentur die Kosten ihrer Reise.
  3. Aber Achtung: Die Kosten für eine Reise nach Bhutan belaufen sich auf mindestens 250 US-Dollar pro Tag. Allerdings sind hiermit bereits die Kosten für die Unterkunft, die Verpflegung sowie für den Reiseführer und den Fahrer gedeckt. Natürlich können die individuellen Kosten weiter steigen.
  4. Anschließend muss der berechnete Betrag sowie zusätzliche 40 USD (für das Visum) durch den Reiseveranstalter überwiesen werden. Nach Angaben des Toursim Council of Bhutan kam es hier in der Vergangenheit bei nicht lizenzierten Reiseanbietern wiederholt zu Problemen.
  5. Nachdem Sie eine Kopie ihres Reisepasses an die Reiseagentur geschickt haben, kümmert diese sich um das ausstehende Visum und benachrichtigt Sie, sobald der Vorgang abgeschlossen ist.
  6. Die Reise kann beginnen.

Bhutan Travel Agencys

Es gibt eine ganze Reihe deutscher Veranstalter, die sich auf Reisen nach Bhutan spezialisiert haben. Als potentieller Kunde sollte man aber darauf achten, dass die ausgewählte Reiseagentur auch zu den von der Regierung lizenzierten „Tour Operators“ gehört. Zwar verläuft eine Reise auch über die sonstigen Anbieter in der Regel ohne Hindernisse, allerdings warnt die bhutanische Touristikbehörde, dass es gelegentlich zu Unstimmigkeiten kommt, die Probleme nach sich ziehen können. Eine Übersicht der lizenzierten Anbieter findet sich auf der Internetseite der Tourism Council of Bhutan. Sofern der Anbieter nicht aufgeführt ist, haben Urlauber darüber hinaus die Möglichkeit sich direkt an die Tourismusbehörde zu wenden, um sich über den Stand des ausgewählten Reiseveranstalters zu informieren.

Hat man erst einmal den Anbieter seines Vertrauens ausfindig gemacht, verläuft die restliche Organisation der Reise in der Regel ohne weitere Probleme. Ausführliche Informationen zu dem Thema finden Sie auch auf der Internetseite des Tourism Council of Bhutan (Die Seite ist auch auf Englisch verfügbar).

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Bhutan ein Visum. Diese werden ausschließlich von lizenzierten Touristikpartnern der bhutanischen Regierung vergeben, so dass Reisende nur über eine entsprechende Reiseagentur ein Visum beantragen können, über welche dann auch die gesamte Reise gebucht werden muss.

Der Reiseveranstalter benötigt eine Kopie des Reisepasses sowie eine zusätzliche Gebühr von 40 US Dollar. Das 14-Tage-Visum zu einmaligen Einreise wird ausgestellt, nachdem die Agentur das Geld an das Tourism Council of Bhutan überwiesen hat. Die Bearbeitungsdauer beträgt in der Regel 72 Std. und verläuft für gewöhnlich reibungslos.

Wetter und Klima

Die Klima Bhutans in den verschiedenen Regionen des Landes sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die geographische Diversität beschert dem kleinen Staat im Süden zur Grenze Indiens ein subtropisches bis tropisches Klima mit hohen Temperaturen und erheblichen Niederschlägen während der Sommermonaten. In den Gebirgsregionen im Norden hingegen ist es stets kühl und im Winter sinken die Temperaturen in den Minusbereich. In den Tälern Zentralbhutans herrscht während dessen ein gemäßigtes Klima.

An der südlichen Grenze in der kleinen Stadt Phuentsholing, die lediglich auf einer Höhe von 300 m liegt, werden die Sommer sehr heiß. Die Temperaturen können im Mai bis auf 30°C ansteigen, brechen jedoch im Juli und August etwas ein, nur im bis Oktober erneut anzusteigen. Zwischen Juli und August fallen in der Region erhebliche Regenfälle und es herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit vor. In den Monate zwischen November und April liegen die Durchschnittstemperatur bei knapp 20°C. Allerdings kommt es nach einem trockenen September und Oktober im November erneut zu kräftigen Niederschlägen.

In Zentralbhutan sind die Temperaturen im Winter moderat und die Sommer angenehm warm. Die Höchsttemperaturen in der Hauptstadt Thimphu (2300 m) liegen in den Monaten von Mai bis September zwischen 22°C und 24°C. Allerdings fallen während dieser Zeit auch die stärksten Niederschläge, die im Juli sogar über 450 mm liegen können. Die wenigen Sonnenstunden während dieser Monate werden ergänzt durch eine hohe Luftfeuchtigkeit, vor allem zwischen Mai und September. Im Dezember und Januar können die Temperaturen in den Minusbereich sinken.
In den Nördlichen Gebirgsregionen wird es im Spätherbst und in den Wintermonaten noch wesentlich kälter und auch während der Sommermonate bleibt es in den höheren Region des Norden recht kühl.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für Bhutan ist unter anderem abhängig von der besuchten Region. Die touristische Hauptsaison liegt für gewöhnlich zwischen Januar und März. Immer mehr Urlauber entscheiden sich aber auch für einen Trip zwischen März und Anfang Mai oder zwischen Ende September und Anfang November.

Wer sich ausschließlich im Süden des Landes aufhält kann aufgrund des wärmeren Klimas eigentlich von Ende November bis Anfang Mai die Region besuchen. Wahrscheinlicher aber ist es, dass Reisende auch die Zentralregionen des Landes zu bereisen, da hier unter anderem die Hauptstadt Thimphu liegt. Die ideale Reisezeit für diesen Landesabschnitt liegt zwischen Ende Februar und Anfang Mai.

In die höher gelegenen Nordregionen dringt man eigentlich nur im Rahmen einer Trekkingtour vor. Weniger vorteilhaft ist hier ein Besuch während der Sommermonate, da es dann durch die Schneeschmelze zu Überschwemmungen und Erdrutschen kommen kann.

Währung und Geld

Ngultrum Bhutan Geld, Banknote

Geld in Bhutan: Ein 10 Ngultrum Geldschein

Die nationale Währung ist der Ngultrum, der 1974 die bhutanische Rupie abgelöst hat. Der Ngultrum ist fix im 1:1-Verhältnis an die indische Rupie (INR) gekoppelt, die im Land übrigens auch als Zahlungsmittel anerkannt wird. Ausgenommen von dieser Regelung sind allerdings 500 und 1000 INR-Scheine. Urlauber, die aus Indien einreisen, sollten jedoch stets drauf achten, dass die Aus- und Einfuhr indischer Rupien durch ausländische Touristen von der indischen Regierung verboten wurde.

Geld wechseln, Euro in Ngultrum tauschen

Bargeld kann in den meisten Banken und vielen größeren Hotels und am Flughafen umgetauscht werden. Als optimal gilt die Mitnahme von US Dollar, da die amerikanische Währung sowohl einfach umgetauscht werden kann (bewahren Sie den Beleg für den Umtausch sicher auf!), als auch von den meisten Geschäften und Hotels als adäquates Zahlungsmittel akzeptiert wird. Reisende, die zuvor eingewechseltes Geld vor der Abreise aus Bhutan zurücktauschen möchten, benötigen die entsprechenden Belege, da ohne diese der Rücktausch nicht möglich ist.

Reisechecks

Ebenfalls weit verbreitet ist der Gebrauch von Travellercheques. Wie Bargeld auch, können Reisechecks nach der Einreise direkt am Flughafen, in den größeren Hotels oder bei diversen Banken eingetauscht werden. Vor allem Reisechecks von American Express, Visa, Thomas Cook und Citibank werden in der Regel problemlos angenommen. Urlauber müssen jedoch berücksichtigen, dass mit dem Umtausch der Schecks eine Gebühr von 1% fällig wird.

Kreditkarten

Auf Kreditkarten sollte man sich im Land des Donnerdrachen eher nicht verlassen. Zwar gibt es einige staatliche Geschäfte sowie einige wenige Hotels in der Hauptstadt Thimphu, welche die bekannteren Plastikkarten akzeptieren, allerdings fallen hier neben den zusätzlichen Kosten des heimischen Kreditinstituts noch erhebliche Gebühren durch die Bhutan National Bank an.

In Thimphu und einigen anderen Städten gibt es mittlerweile ATMs, die internationale Kreditkarten akzeptieren. Allerdings funktionieren die Bankautomaten nicht immer einwandfrei, so dass man sich nicht auf das Abheben mit einer Kreditkarte verlassen sollte.
Die beste Option bleibt die Mitnahme von USD und Reisechecks.

Reisekosten

Ein Großteil der Reisekosten wird bereits durch die tägliche Gebühr von 250 US-Dollar abgedeckt. Das Hotel, die Hauptmahlzeiten sowie die Gebühren für den Reiseführer und den Fahrer sind somit bereits getilgt. Zusätzliche Ausgaben für Souvenirs, alkoholische Getränke o.ä. müssen aber selbst getragen werden.

Darüber hinaus hat sich im Land mittlerweile in einigen Bereichen die Gabe von Trinkgeld etabliert. Während es in der Gastronomie noch recht unüblich ist einen zusätzlichen Obolus zu verteilen, erwarten Reiseführer und Fahrer am Ende Ihres Aufenthalts ein Trinkgeld (obwohl dies im Gegensatz zu den Regel des Department of Transportation steht). Gleiches gilt übrigens auch für die Leiter und Träger bei Trekkingtouren. Unter diesen Umständen ist es grundsätzlich sinnvoll einen gewissen Betrag an Bargeld mit sich zu führen.

Unterkunft

Die Wahl der Unterkunft liegt im Ermessen des gewählten Reiseveranstalters. Abhängig vom Anbieter haben Kunden aber ein gewisses Mitspracherecht, was ihre Übernachtungsmöglichkeiten betrifft. Grundsätzlich lassen sich die bhutanischen Unterkünfte in vier verschiedene Kategorien aufgliedern.

Bhutan Hotels

Bhutan Hotels

Bhutan Hotels: Das Taj Tashi Hotel in Zhimphu

Zunächst gibt es im Land zahlreiche Hotels, die nach einem eigenen, nationalem Ranking mit 1-5 Sternen bewertet werden. In der Regel werden Urlauber von den Reiseagenturen wenigstens in 3-Sterne-Hotels untergebracht, um einen gewissen Grad an Komfort zu garantieren. Für gewöhnlich verfügen diese Unterkünfte über einen Fernseher, W-Lan, Zimmerservice sowie ein Fitnesscenter oder ein Spa. Natürlich kann die Ausstattung variieren. Der Umfang der Unterkünfte reicht von kleinen, sauberen Zimmern mit Grundausstattung bis hin zu luxuriösen Resorts, die jeden erdenklichen Luxus bieten. Details können in der Regel mit der Reiseagentur geklärt werden. Die täglichen Kosten können, abhängig vom Rating des Hotels, entsprechend ansteigen.

Guesthouses

Eine weitere Kategorie sind Gästehäuser. Ebenso wie Hotels werden diese nach einem nationalen 5-Sterne-Rating bewertet. Auch hier werden Gäste in der Regel in 3-Sterne-Hotels (oder höher) untergebracht. Die Ausstattung kann variieren.

Farmstay

Ein Erlebnis der besonderen Art bietet ein „Farmstay“. Hierbei handelt es sich um die bhutanische Variante von „Ferien auf dem Bauernhof“. Die Landwirtschaft spielt in Bhutan nach wie vor eine herausragende Rolle und ein Farm Stay ist die ideale Möglichkeit in das Leben und den Alltag der Bevölkerung einzutauchen. Besucher haben die Möglichkeit einen Einblick in den typischen Tagesablauf zu erhalten und genießen die Gastfreundschaft und die Kochkünste ihrer Gastgeberfamilie. Reisende müssen jedoch mit der Ursprünglichkeit solcher Unterkünfte umgehen können. Da sich die Höfe abseits der großen Städten in eher ländlichen Regionen befinden, gibt es hier in der Regel keine Elektrizität und auch kein fließendes Wasser. Allerdings gewährleisten diese Einschränkungen auch die Authentizität des Aufenthalt. Warmwasser wird hingegen von den Gastgeberfamilien zur Verfügung gestellt.

Homestay

Ein „Homestay“ unterscheidet sich kaum von einem Farm Stay. Auch hier liegen die Unterkünfte meist in ländlichen Regionen. Versorgt wird man durch seine Gastgeberfamilie und auch hier gibt es für gewöhnlich keine Elektrizität oder fließendes Wasser. Einziger Unterschied bleibt letztendlich, dass es sich beim Home Stay eben nicht um eine Farm handelt.

Viele Reiseagenturen bieten ihren Kunden bei der Wahl der Unterkunft ein gewisses Mitspracherecht. Urlauber müssen allerdings beachten, dass nicht jede Agentur auch alle Möglichkeiten anbietet.

Anreise

Das Bhutan kein gewöhnliches Reiseland ist, wird spätestens dann klar, wenn man feststellt, dass die Organisation eines Urlaubs im Land des Donnerdrachen nicht eigenständig vorgenommen werden kann. Dementsprechend ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass es für die Einreise in den kleinen Himalayastaat ganz spezielle Vorschriften gibt.

Bhutan Flüge

Drukair

Drukair Flugzeug über den Wäldern Bhutans.

Derzeit gibt es nur zwei Möglichkeiten um in das Königreich im Himalaya einzureisen. Die am weitesten verbreitete Variante ist die Einreise mit dem Flugzeug über den internationalen Flughafen in Paro, der rund 6 Kilometer von der Stadt Paro und knapp 40 Kilometer von der Hauptstadt Thimphu entfernt liegt. Der Anflug an den Flughafen ist allerdings nichts für schwache Nerven, da Piloten gezwungen sind, aufgrund der Lage des Geländes, geradezu haarsträubende Kurven zu fliegen.

Der Paro International Airport wird lediglich von der staatlichen Fluggesellschaft Drukair von

  • Thailand (Bangkok)
  • Indien (Delhi, Kalkutta, Mumbai, Bodhgaya, Guwahati)
  • Nepal (Kathmandu)
  • Bangladesch (Dhaka)
  • Singapur

aus angeflogen. Mit anderen Worten: Wer mit dem Flugzeug einreisen möchte, kann dies ausschließlich über einen der genannten Flughäfen und ausschließlich mit der staatlichen Airline Druk Air. Als besonders eindrucksvoll gilt der Flug von Dehli nach Paro sowie der Flug von Kathmandu und Paro. Auf beiden Routen können Fluggäste einen Blick auf die atemberaubenden Gipfel des Mt. Everest, des Lhotse, des Makalu und des Kangchendzönga werfen.

Die meisten Reiseagenturen übernehmen die Organisation des Fluges (meistens aber erst ab Delhi, Kathmandu oder Bangkok). Touristen sollten unbedingt darauf achten, ob sie für die Weiterreise über eine der oben genannten Städte ein Transitvisum für den Flughafen benötigen (was oftmals aber nur der Fall ist wenn man länger als 48 oder 72 Std. in dem jeweiligen Land verweilt).

Weitere Pläne für den Bau eines zweiten internationalen Flughafens in Gelephu im Süden des Landes wurden auf Eis gelegt.
Da Drukair ein Monopol auf den Flugverkehr hat, sind die Tickets alles andere als günstig. Der Flug von Delhi nach Paro kostet rund 300 Euro und das für eine Strecke von lediglich 1200 Kilometer bei einer Flugdauer von weniger als 2 Std.

Anreise mit dem Auto aus Indien

Auch auf dem Überlandweg gibt es mehrere Möglichkeiten Bhutan zu erreichen. An der Grenze zu Indien gibt es drei verschiedene Grenzübergänge, die von Touristen überquert werden können.

  • Pheuntsholing liegt im Westen Bhutans an der Grenze zu Indien und ist rund 170 Kilometer von der Hauptstadt Thimphu entfernt. Die Reise von Phuentsholing nach Thimphu dauert aufgrund des schwierigen Terrains ungefähr 6 Stunden. Phuentsholing lässt sich neben dem Auto auch mit dem Bus aus dem indischen Kalkutta oder Shiliguri erreichen.
  • Ein weiterer Grenzübergang liegt etwa in der Mitte Bhutans an der indischen Grenze. Die Reise von Gelephu nach Thimphu dauert rund 10 Stunden bei einer Strecke von etwa 250 Kilometer.
  • Im Osten des Landes liegt Samdrup Jongkhar. Der Grenzübergang verbindet den indischen Bundesstaat Assam und den Trashigang Distrikt in Bhutan. Die Reise von Samdrup Jongkhar bis in die Hauptstadt Thimphu kann bis zu drei Tage in Anspruch nehmen. Die Grenzübergänge in Samdrup Jongkhar und in Gelephu sind jedoch nur für indischen Touristen vorgesehen.

Reisende die Überland nach Bhutan einreisen benötigen ebenso ein Visum, wie Flugreisende. Ob die Einreise über Land organisatorisch möglich ist, muss mit dem entsprechenden Reiseveranstalter geklärt werden.

Vor der Einreise nach Bhutan benötigen Urlauber einen Abreisestempel vom indischen Immigration Office. Anschließend müssen die Reisedokumente, also das Visum und der Reisepass, am Grenzübergang von den bhutanischen Wachen kontrolliert werden. Darüber hinaus ist die Vorlage eines Passfotos und einer zusätzlichen Gebühr notwendig, um die Grenze überqueren zu dürfen.

Wer mit dem eigenen Auto einreist muss dringendst einige Formalitäten berücksichtigen. Wenden Sie sich vor der Abreise daher unbedingt an die Botschaft des Königreichs Bhutan in Brüssel hinsichtlich der Grenzüberführung eines PKWs. Für das eigenständige Fahren im Land benötigen Touristen neben ihrem eigentlichen Führerschein auch eine internationale Fahrerlaubnis, ebenso wie einen internationalen Fahrzeugschein. In Bhutan herrscht Linksverkehr.

Fortbewegung im Land

Die Verkehrsinfrastruktur in Bhutan ist im Vergleich zu Indien oder Bangladesch nur unzureichend ausgebaut. Es gibt weder einen inländischen Flugverkehr, noch ein Schienennetz und ebenso wenig eine Autobahn. Die längste Straße im Land ist die etwa 3,5 m breite Lateral Road, die Phuentsholing im Westen mit Trashigang im Osten verbindet. Aufgrund von starken Regenfällen, Erdrutschen oder heftigem Schneefall ist die Straße häufig nicht passierbar.

In der Regel werden alle Überlandfahrten und Ausflüge von der Reiseagentur organisiert, so dass sich der Urlauber nicht weiter um die Fortbewegung im Land kümmern muss. Andernfalls können Touristen ausschließlich auf Busse oder Taxen zurückgreifen. Vom eigenständigen Fahren wird aufgrund der schwierigen Straßenverhältnisse abgeraten.

Handy, Smartphone, Internet

1999 änderte sich für die Bevölkerung Bhutans einiges. In diesem Jahr bekam das kleine Königreich als letztes Land der Erde Fernsehen und Internet. Vier Jahre später folgte dann das Mobilfunknetz.

Die Auswahl an Mobilfunkunternehmen in Bhutan ist sehr gering. Bedeutendster Anbieter ist B-Mobile. Reisende aus Deutschland haben das Problem, dass sie nicht einfach auf die Möglichkeit des Roaming zurückgreifen können. Zwar hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren einige Verträge mit internationalen Anbietern geschlossen, Partner aus Deutschland, der Schweiz oder Österreich sind allerdings nicht mit dabei.

Bhutan Prepaid Sim

Urlaubern aus diesen Ländern bleibt daher nur die Möglichkeit auf eine einheimische Sim-Karte zurückzugreifen. Ursprünglich war es mit diesen Prepaid-Karten nur möglich Telefongespräche innerhalb der Landesgrenzen zu führen sowie SMS zu verschicken, seit einiger Zeit gibt es jedoch auch für Prepaid-Kunden (über „Pay per Use“) die Möglichkeit das mobile Internet zu nutzen. Die entsprechenden SIM Karten können in allen größeren Städten in den dazugehörigen Shops gekauft werden.

Darüber hinaus haben Touristen die Möglichkeit in den meisten Hotels das oftmals kostenlose W-LAN zu nutzen. Größere Häuser bieten mittlerweile auch Verbindungen auf dem Zimmern an, während in den kleineren Hotels der Service häufig nur rund um die Lobby zur Verfügung steht. Darüber hinaus ist in den letzten Jahren die Zahl der Internetcafes im Land rapide angestiegen. Insbesondere in der Hauptstadt Thimphu findet man an mehreren Ecken mit PCs ausgestattete Cafes, deren Verbindungsgeschwindigkeit allerdings häufig zu wünschen übrig lässt.

Mit der Post oder DHL können Reisende Pakete und Urlaubsgrüße auf traditionellem Wege verschicken. Urlauber sollten allerdings berücksichtigen, dass die bhutanische Post häufig sehr langsam ist und eine Zustellung mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann.

Essen

Bhutan Essen Ema Datshi

Bhutans Nationalgericht: Ema Datshi (Bild: hsaba.com)

Die bhutanische Küche ist einzigartig. Der Lage des Landes zum Trotz wird die Cuisine des Königreiches nur geringfügig durch die angrenzenden Nachbarstaaten beeinflusst, so dass sich im Laufe der Jahrhunderte eine sehr eigenständige kulinarische Richtung entwickelt hat. Von besonderer Bedeutung sind im Alltag der Bhutanesen roter Reis, Weizen und zunehmend auch Mais.

Der rote Reis erinnert von seiner Struktur her stark an braunen Reis, hat allerdings einen stärkeren, nussigen Geschmack. Als Beilage wird er zu einem Großteil der Gerichte serviert. Das Nationalgericht Ema Datshi ohne Reis zu essen, ist für einen Einheimischen schlichtweg undenkbar. Ema Datshi wird übrigens aus Chilischoten und Yakkäse sowie verschiedenen Gemüsesorten zubereitet und erinnert von seiner Konsistenz her am ehesten an einen Eintopf.

Weitere beliebte Gerichte sind neben Ema Datshi etwa Jasha Maru, ebenfalls ein Eintopf aus Hühnerfleisch, Minze und Tomaten sowie Gemüse oder auch Jasha Tschoem, eine spezielle Art des Hühnchencurry.

Grundsätzlich findet man in der bhutanischen Küche in sehr vielen Gerichten Chilischoten. Darüber hinaus wird aber auch anderes Gemüse wie Farn, Bambus, Linsen sowie verschiedene getrocknete Sorten gerne mit Schweinefleisch, Hühnerfleisch oder auch Yakfleisch zubereitet. Ebenfalls weit verbreitet sind Molkereiprodukte wie Milch, Butter oder Käse, meistens vom Yak, häufig aber auch von der Kuh. Klassische Gewürze sind neben Chilli auch Knoblauch, Ingwer, Kardamom sowie Kümmel und Kurkuma.

Populärstes Getränk im Land ist Tee, der in Bhutan häufig mit Butter und Salz hergestellt wird und als Delikatesse gilt. Ebenfalls weit verbreitet ist der Genuss von Kaffee oder zu den Mahlzeiten auch Bier. Gerne gereicht wird zudem Ara, eine Art Reisschnaps, der in heimischer Produktion hergestellt wird, jedoch im Land nicht offiziell verkauft werden darf.

Verhaltensregeln

Die Staatsreligion im unabhängigen Königreich Bhutan ist der Buddhismus, dem knapp drei Viertel der Bevölkerung angehören. Reisende sollten sich dementsprechend mit den hiesigen Gepflogenheiten und Verhaltensregeln vertraut machen.

Grundsätzlich sollte man respektvoll gegenüber anderen Personen auftreten. Öffentliche Wutausbrüche sowie lautstarkes Verhalten in der Öffentlichkeit sind verpönt und für beide Seiten unangenehm. Dies gilt ganz besonders für den Umgang mit älteren Menschen und Mönchen.

Wenn Sie ihren Begleiter auf etwas Spezielles aufmerksam machen wollen, zeigen sie nicht mit dem Finger darauf. Ein Nicken mit dem Kopf in die entsprechende Richtung erfüllt denselben Zweck. Darüber hinaus sollten Sie es vermeiden, aus welchen Gründen auch immer, andere Menschen am Kopf zu berühren. Dies gilt in buddhistisch geprägten Ländern grundsätzlich als Beleidigung, da der Kopf als das höchste Körperteil wahrgenommen wird. Genau andersherum verhält es sich mit den Füßen (gemeint sind die Fußsohlen). Diese gelten als niedrigstes Körperteil des Menschen und sollten daher im Sitzen niemals auf fremde Personen zeigen ebenso wenig wie auf das Abbild Buddhas oder auf andere religiöse Symbole.

Beim Betreten eines Tempels werden Schuhe und Kopfbedeckungen abgelegt. Das Aufnehmen von Fotos ist in der Regel ebenfalls untersagt. Stupas oder Manisteine werden immer so umgangen, dass sie zur rechten Schulter des Besuchers liegen und Gebetsrollen werden immer im Uhrzeigersinn gedreht. Darüber hinaus wird in den Tempeln und Klostern des Landes erwartet, dass sie dort, wo es möglich ist, den Mönchen eine Spende offerieren.

Falls Sie mit Stäbchen essen, unterlassen Sie es damit im Essen zu stochern oder die Stäbchen aufrecht in den Reis zu stecken. Möchten Sie bei Ihrem Urlaub Einheimische fotografieren, gebietet es die Höflichkeit im Vorfeld nachzufragen. Besonders schwer trifft es in Bhutan die Raucher, da im ganzen Land ein striktes Rauchverbot herrscht.

Abschließend lässt sich jedoch festhalten, dass Bhutan ein sehr offenes Land ist und über kleine Verfehlungen (Rauchen gehört nicht dazu!) von Gästen gerne hinweg gesehen wird. Reisende sollten allerdings immer daran denken, dass der König und die Königsfamilie im Land sehr hoch geschätzt werden und sich daher in der Öffentlichkeit niemals abfällig über diese äußern. Dies wäre ein Vertrauensbruch, der nicht so schnell wieder gut zu machen ist und darüber hinaus sogar mit Straße geahndet werden kann.

Sprache und Verständigung

Dzongkha Language Alphabet

Dzongkha Schriftzeichen (Quelle: National Library of Bhutan)

Die offizielle Amtssprache in Bhutan ist Dzongkha. Insgesamt werden im Land allerdings weitere achtzehn Regionalsprachen gesprochen. Die Amtssprache wird an allen Schulen unterrichtet und es werden zusehends Bemühungen unternommen, die Sprache noch stärker im Alltag zu verankern.

Andere Dialekte und Sprachen verteilen sich über das gesamte Land.

Englisch zählt mittlerweile weitestgehend zu den Unterrichtssprachen, wird jedoch noch immer von einem großen Teil der Bevölkerung, insbesondere in den ländlichen Regionen, nicht verstanden oder gesprochen. Einer der Gründe hierfür ist die Zahl der Analphabeten über 14 Jahren, die bei knapp 50% liegt. Mittlerweile herrscht im Land des Bruttosozialglücks allerdings Schulpflicht, so dass immer mehr junge Leute auch englische Fremdsprachenkenntnisse erwerben. Vor allem in den größeren Städten kann man sich häufig mit jüngeren Menschen gut Verständigen und auch die Mitarbeiter der Tourismusbranche sprechen in der Regel ein passables Englisch. Etwas problematischer ist die Verständigung jedoch in den touristisch unerschlossenen Regionen.

Nachtleben, Nightlife

Reisende die auf der Suche nach einem glitzernden und aufregende Nachtleben nach Südasien kommen sind in Bhutan sicherlich falsch. In den kleineren Städten und Orten ist ein Nachtleben schlichtweg nicht existent. Abseits einiger Restaurants gibt es hier in den Abendstunden keine (oder nur sehr eingeschränkte) Möglichkeiten sich unterhalten zu lassen. Etwas anders läuft es allerdings in den größeren Städten des Landes.

In der Hauptstadt Thimphu gibt es neben einigen Bars sogar mehrere Clubs und Diskotheken und auch in Paro und Phuntsholing gibt es einige Locations, die bis in die Nacht Alkohol ausschenken. Dennoch unterscheidet sich das Nachtleben in Bhutan sehr von der europäischen Partyszene. Bars und Kneipen schließen ihre Türen für gewöhnlich gegen 11 Uhr abends, wohingegen die Clubs und Diskotheken eine Stunde länger geöffnet haben bzw. bis 2 Uhr morgens an den Wochenenden. Darüber hinaus herrscht hier eine andere Atmosphäre, die weniger überdreht und abgehoben ist als in den deutschen Großstädten.

Alternativ findet man in einigen Städten des Landes die sogenannten „Liquor Shops„. In diesen Läden findet man ausschließlich alkoholische Getränke jeder Art. Es gilt allerdings zu berücksichtigen, dass diese Geschäfte während der gesetzlichen Feiertage geschlossen haben.

Eine andere Möglichkeit den Abend ausklingen zu lassen bietet der Besuch der Hotelbar. Die meisten hotelinternen Restaurants schenken Wein und Bier sowie verschiedene Spirituosen aus. Die Preise für Alkohol im Land sind übrigens nicht so billig wie man meinen könnte und liegen somit nur geringfügig unter dem europäischen Niveau.

Besonders populär in Bhutan ist der Genuss von Ara, einem Reisschnaps, der warm serviert wird, dessen Verkauf im Land allerdings aufgrund der fehlenden Qualitätskontrolle verboten ist. Dennoch wird in weiten Teilen Bhutans dieser Schnaps im privaten Bereich selbstständig hergestellt und bei Familienfeiern und zu den meisten Mahlzeiten als eine Art Apparativ angeboten.

Trekking

Bhutan Trekking

Bhutan Trekking (Bild: trektibet.com)

Da das Bergsteigen über einer Höhe von 6000 m im Land verboten ist, hat sich die bhutanische Regierung um alternative Möglichkeiten bemüht, den Tourismus im Land anzukurbeln. Mittlerweile gibt es weit mehr als ein Dutzend anerkannter Trekkingrouten, die vor allem in Zentralbhutan und im Norden des Landes gelegen sind. Wie üblich wird für die Wanderungen, welche erheblich im Schwierigkeitsgrad variieren, ein Reiseleiter benötigt.

Das Angebot ist äußerst vielfältig und reicht von simplen 2-Tage Wanderungen bis hin zu schweißtreibenden Touren im bergigen Norden des Landes, die bis zu 25 Tagen dauern können. Die Organisation dieser Touren wird bereits im Vorfeld durch den Veranstalter abgeklärt. Bei Unternehmungen, die mehr als 14 Tage in Anspruch nehmen, gilt es auf die Einreisebestimmungen zu achten, da das übliche Visum lediglich einen zweiwöchigen Aufenthalt vorsieht. Derartige Fragen müssen unbedingt vor der Abreise mit der Reiseagentur abgesprochen werden.

Reise-und Sicherheitshinweise

Bhutan ist ein sehr spezielles Reiseland. Das Auswärtige Amt hat daher eine Reihe von Informationen veröffentlicht, die Urlauber vor ihrem Reiseantritt berücksichtigen sollten, um einen möglichst reibungslosen Ablauf ihres Urlaubs zu ermöglichen.

Kriminalität

Bhutan gilt als ein sehr sicheres Reiseland. Zwar sollten Urlauber nicht die alltägliche Vorsicht vernachlässigen, abseits von kleinen Diebstählen, insbesondere in den Großstädten, kommt es im Land aber nur selten zu kriminellen Handlungen.

Anders als Indien oder Bangladesch ist Bhutan auch für allein reisende Frauen eine sehr sichere Destination.

Besondere Zollvorschriften

Hochwertige Objekte (gemeint sind damit elektronische Geräte wie Tablets, Smartphones, Videokameras etc.) müssen vor der Einreise in der Zollerklärung gelistet werden.

Gegenstände, die vor Ort verkauft oder verschenkt werden, müssen deklariert werden. Nach dem Ankauf alter, benutzter Gegenstände wird ein Zertifikat zur Ausfuhr der Objekte benötigt, welches bestätigt, dass es sich bei den erworbenen Stücken nicht um Antiquitäten handelt. Geschäfte, die entsprechende Waren verkaufen, versehen ihre Produkte für gewöhnlich bereits im Vorfeld mit einem Siegel. Falls dies nicht der Fall sein sollte, müssen sich Reisenden selbstständig um eine Zertifikat bemühen, welches durch das Department of Culture des Ministry of Home and Culture Affairs in Thimphu ausgestellt wird. Antiquitäten sowie Pflanzen und Tiere, die unter das Washingtoner Artenschutzübereinkommen fallen, dürfen nicht ausgeführt werden.

In Bhutan herrscht ein öffentliches Rauchverbot. Der Ankauf und der Verkauf von Tabakwaren im Land ist strengstens verboten. Touristen haben allerdings die Möglichkeit bis zu 200 Zigaretten einzuführen, die allerdings zu 200% verzollt werden müssen. Die Einfuhr höherer Mengen wird mit einer Geldstrafen geahndet.

1 Liter Alkohol, sowie 20 Filme, persönlicher Schmuck und Dinge des Täglichen Lebens dürfen zollfrei eingeführt werden. Die Einfuhr und Ausfuhr von Waffen und Munition sowie Drogen und Tierprodukten ist hingegen strikt verboten und führt zur Festnahme.

Besondere strafrechtliche Bestimmungen

Der Besitz und Handel mit illegalen Substanzen, die gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen, wird grundsätzlich mit harte Strafen geahndet. Bereits der Besitz geringer Mengen an weichen Drogen reicht aus, um zu einer langen Haftstrafe verurteilt zu werden. Die nicht wissentliche Mitnahme illegaler Betäubungsmittel für Dritte wird ebenso bestraft.

Bei Verstößen gegen die Zollvorschriften oder die Einreisebestimmungen droht die Festnahme bei der Ausreise.

Naturkatastrophen

Immer wieder kommt es in Bhutan zu Naturkatastrophen. Verschiedene Risiken können das Leben der Bewohner und auch das der Urlauber negativ beeinträchtigen. Durch das Abschmelzen der Gletscher kommt es im Land immer wieder zu Überschwemmungen, die zum Teil ganze Landstriche betreffen und kostbares Agrar- und Weideland zerstören. Durch erhebliche Regenfälle während des Monsun kann es zudem zu Erdrutschen kommen. In den trockenen Wintermonaten hingegen sind Waldbrände keine Seltenheit.

Erdbeben

Eine besondere Gefahr geht jedoch von Erdbeben aus. Zwar haben diese ihr Epizentrum meist in Indien, können aber dennoch auch in Bhutan erheblichen Schaden anrichten. Zuletzt kam es 2009 zu einem Beben mit mindestens zehn Todesopfern in Bhutan. 2011 bebte die Erde im indischen Bundesstaat Sikkim, wobei auch in Bhutan ein Mensch sein Leben verlor und mehrere verletzt wurden. 2012 und 2013 kam es zu weiteren kleinen Erschütterungen in der Region.

Im Fall eines Bebens wird dringend dazu geraten, unter einem massiven Möbelstück Schutz zu suchen, um sich vor herabfallenden Objekten zu schützen. Für den Fall, dass man sich außerhalb eines Gebäudes befindet, gilt es sich möglichst rasch an einen freien Platz abseits von Strommasten und hohen Gebäuden zu begeben und das Beben dort auszuharren.

Nach einer eingetretenen Katastrophe sollten Sie sich so schnell wie möglich mit Ihren Verwandten oder, falls dies nicht möglich ist, mit der Deutschen Botschaft im indischen Neu Delhi (die ebenfalls für Bhutan zuständig ist) in Verbindung setzten.

Sicherheitshinweise Bergsteigen

Die unmittelbare Nähe zum Himalaya lockt jährlich zahlreiche Touristen in das kleine Land nördlich von Indien. Das Bergsteigen wurde in Bhutan übrigens im Jahr 1994 verboten. Nachdem bereits zahlreiche Expeditionen scheiterten und tödlich endeten, brach in diesem Jahr der natürliche Damm eines Gletschersees, woraufhin ein bedeutendes Kloster der ehemaligen Hauptstadt weitgehend zerstört wurde. Im Land hält sich der Glaube, dass in den Bergen die Götter wohnen und jede Ruhestörung eine Katastrophe mit sich bringt. Angeboten werden allerdings Trekkingtouren bis zu einer Höhe von 6000 m.

Höhenkrankheit

Ein klassisches Problem solcher geführten Touren ist jedoch der rigide Zeitplan, den es einzuhalten gilt. Teilnehmern wird meist nicht die ausreichende Zeit zur Akklimatisation geboten, was häufig zu Fällen von Höhenkrankheit führt. Frauen sind hiervon häufiger betroffen als Männer, junge Menschen häufiger als ältere. Die körperliche Fitness und Kondition haben hingegen keine Auswirkungen auf den Ausbruch der Krankheit. Besonders gefährdet sind darüber hinaus Menschen mit Migräne sowie Herz- oder Lungenleiden. Leitsymptome sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Appetitverlust, Übelkeit sowie Benommenheit und Schwindelgefühl und in kritischen Fällen auch Sehstörungen, Erbrechen und Atemnot. Sofern diese Symptome ab einer Höhe von 2500 m über einen längeren Zeitraum auftreten, empfiehlt sich der Abstieg.

Lebensgefahr besteht, sobald die Höhenkrankheit in ein Höhenhirnödem oder ein Höhenlungenödem übergeht. Soweit möglich, sollten Wanderer einige Tage zwischen 2000 und 3000 m Höhe verbringen, bevor sie weiter aufsteigen. Falls diese Möglichkeit nicht besteht können zur Prophylaxe Medikamente eingenommen werden, deren Wirkung und Nebenwirkungen allerdings dringend mit einem kundigen Arzt besprochen werden sollten. Eine zuverlässige Rettung aus der Bergnot ist in Bhutan nicht gewährleistet.

Gesundheit

Bei einer direkten Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften. Allerdings empfiehlt das Auswärtige Amt die Standardimpfungen gemäß dem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes.

Neben Tetanus, Diphtherie, Mumps, Masern, Röteln, Keuchhusten sowie Influenza und Pneumokokken, können auch Impfungen gegen Hepatitis A/ B und bei längeren Aufenthalten gegen Tollwut, Typhus sowie japanische Enzephalitis sinnvoll sein.

Malaria

Bhutan Malaria Map

Bhutan Malaria karte

Grundsätzlich besteht in Bhutan ein Risiko an Malaria zu erkranken. Die Infektion wird durch eine nachtaktive Mücke übertragen und kann, sofern sie unbehandelt bleibt, durchaus tödlich enden. Besonders kritisch ist die Erkrankung mit der sogenannten Malaria Tropica, die in Buthan in über 50% der Fälle auftritt.. Symptome können manchmal erst Wochen nach dem eigentlichen Stich auftreten und werden daher häufig falsch diagnostiziert. Weisen Sie beim Arztbesuch daher unbedingt auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.

Malaria Risiko verringern

Da es keine Impfung gegen die Krankheit gibt, sollten Reisende in den gefährdeten Gebieten grundsätzlich einige Regeln beachten. Wichtig ist das Tragen langer, heller und imprägnierter Kleidung sowie die Verwendung eines geeigneten Mückenschutzes für die freien Körperstellen. Nachts empfiehlt es sich unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen und auch eine vorsorgende Chemoprophylaxe kann unter bestimmten Umständen hilfreich sein. Medikamentöse Maßnahmen sollten aber in jedem Fall im Vorfeld mit einem Arzt abgesprochen werden und sind nur in Ausnahmefällen zu empfehlen.

In Bhutan besteht ganzjährig ein geringes bis mittleres Übertragungsrisiko. Im Süden ist die Gefahr einer Erkrankung an höchsten, während sie nach Norden hin, aufgrund der zunehmenden Höhe, langsam sinkt. In den Sommermonaten von Mai bis Oktober steigt das Risiko einer Erkrankung. Ausgenommen hiervon sind Höhenlagen von über 2000 m, da diese für gewöhnlich als malariafrei gelten.

Dengue Fieber

Dengue Fieber kann ähnlich wie Malaria durch eine Mücke übertragen werden. Klassische Symptome sind neben Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auch Hautausschlag. Da die Symptome denen der Grippe oder Malaria gleichen, kann es hier bei der Diagnose gelegentlich zu Problemen kommen. Auch bei Denguefieber können erste Anzeichen manchmal erst nach ein oder zwei Wochen auftreten. Wirksame Medikamente oder eine prophylaktische Impfung gibt es nicht. Um eine Erkrankung zu vermeiden, sollten die oben aufgeführten Maßnahmen zur Malariavorbeugung eingehalten werden. Denguefieber tritt vor allem im Südwesten des Landes auf, mit einer Häufung während und nach der Regenzeit. Auch die mittleren Landesteile können zu dieser Zeit betroffen sein. Ab einer Höhe von 2000 m sinkt das Risiko einer Erkrankung rapide.

Japanische Enzephalitis

Wie die beiden vorherigen Infektionen, kann auch die Japanische Enzephalitis durch eine Mücke (nachtaktiv) übertragen werden. Diese durch Viren verursachte Entzündung des Gehirns kommt in erster Linie bei Schweinen und Wasservögeln vor, ohne das diese die gängigen Symptome zeigen. Wer auf die empfohlenen Schutzimpfung gegen Japanische Enzephalitis verzichten möchte, der sollte unbedingt die oben erwähnten Maßnahmen zur Malariaprophylaxe einhalten. Das Übertragungsrisiko ist in den südlichen Landesteile am höchsten, Erkrankungen bei Menschen kommen allerdings weitaus seltener vor als bei Malaria oder Denguefieber.

Durchfallerkrankungen

Durchfallerkrankungen sind in Bhutan leider keine Seltenheit. Landesweit besteht ein Infektionsrisiko für Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Amöben, Lamblien und Wurmerkrankungen, Hepatitis A und E. Dies liegt zum Einen an der Qualität mancher Oberflächengewässer, die durch Fäkalkeime kontaminiert sein können und zum Anderen an der Qualität des Trinkwassers. Darüber hinaus gibt es weitere Ursachen, denen Urlauber allerdings durch das Befolgen einiger Grundregeln entgegenwirken können:

  • Reisende sollten ausschließlich auf original verpackte Getränke in Dosen oder Flaschen zurückgreifen. Bei Kohlensäurehaltigen Getränken ist die Wahrscheinlichkeit zudem geringer, das die Flüssigkeit verunreinigt ist. Sollten Sie dennoch einmal auf Leitungswasser angewiesen sein, kochen Sie es zuvor unbedingt ab.
  • Abgepacktes Wasser sollte nicht nur zum Verzehr genutzt werden. Auch zum Putzen der Zähne oder zum Waschen von Obst und Gemüse empfiehlt es sich Leitungswasser zu meiden. Wer einen empfindlichen Magen hat sollte darüber hinaus in Restaurants auf die Eiswürfel verzichten.
  • Der Verzehr von rohem Fleisch sollte ebenfalls stets vermieden werden. Andere Nahrungsmittel müssen abgekocht oder zumindest abgeschält werden. Zudem ist es wichtig, Fliegen von den Lebensmitteln fernzuhalten.
  • Von grundsätzlicher Bedeutung sind die allgemeinen Hygienemaßnahmen. Regelmäßiges Händewaschen sowie die Verwendung von Desinfektionsmitteln, nach der Benutzung der Sanitäranlagen, sind zur Vorbeugung Pflicht. Auch die Benutzung von Einweghandtüchern kann sinnvoll sein.

 

Tollwut

In Bhutan besteht eine reale Gefahr an Tollwut zu erkranken. Diese tödlich verlaufende Infektionskrankheit wird durch Viren im Speichel von Tieren oder Menschen übertragen. Häufig reicht schon das Ablecken einer Wunde durch ein infiziertes Tier, um an Tollwut zu erkranken und auch von Mensch zu Mensch können die Erreger einfach durch eine Tröpfcheninfektion übertragen werden. Im ganzen Land besteht ein gewisses Risiko von einem infizierten Tier gebissen zu werden. Zuverlässige Medikamente gibt es nicht, daher kommt der vorsorglichen Impfung eine besondere Bedeutung zu. Nach einem Biss muss diese dringend aufgefrischt werden. Dies ist in Bhutan in einer Klinik in Thimphu oder in den großen Krankenhäusern im Nachbarland Indien möglich.

Tuberkulose

Auch Tuberkulose tritt in Bhutan häufiger auf als in Mitteleuropa. Die Erreger können über eine Tröpfcheninfektion oder engen körperlichen Kontakt übertragen werden. Das Auswärtige Amt warnt zudem vor resistenten Tuberkuloseerregern in Bhutan. Nach einer Diagnose muss die Krankheit in ausreichender Länge behandelt werden, da es andernfalls zu Rückfällen kommen kann.

Influenza

In den Wintermonaten grassiert im Land die saisonale Influenza inklusive der Influenza A/H1N1, der sogenannten Schweinegrippe. Risikogruppen sollten eine entsprechende Impfung vor der Abreise in Betracht ziehen.
Seit 2012 ist es in Bhutan zudem immer wieder zu Fällen von Geflügelpest gekommen. Vogelgrippe (Influenza A/H5N1) beim Menschen wurde bisher allerdings nicht registriert. Obwohl das Risiko einer Erkrankung als gering eingestuft wird, sollte der Kontakt mit Vögeln und Geflügel, insbesondere auf Märkten, vermieden werden.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Land entspricht keinesfalls westlichen Standards. Häufig werden Probleme mit der Technik und der Hygiene, aber auch fehlende Kompetenz seitens des Personals bemängelt. Ärzte mit ausreichenden Fremdsprachenkenntnissen sind selten vor Ort. Ein ausreichende Versorgung findet man eigentlich nur in der Hauptstadt Thimphu. Bei ernsteren Erkrankungen sollte eine Evakuierung in eine der großen Kliniken im Nachbarland vorgenommen werden. Insbesondere eine Versorgung in Kalkutta bietet sich aufgrund der geographischen Nähe an. Alternativ können aber auch Kliniken in Neu-Delhi oder auch Bangkok in Betracht gezogen werden.

Für derartige Fälle ist es für Reisende daher grundsätzlich wichtig über einen weltweit gültigen Krankenversicherungsschutz sowie eine zuverlässige Reiserückholversicherung zu verfügen. Eine individuell zusammengestellte Reiseapotheke sowie die entsprechende Lagerung der Medikamente ist ebenfalls ein absolutes Muss. Dies gilt in Bhutan ganz besonders, da eine zuverlässige Versorgung mit Medikamenten sowie eine ununterbrochene Kühlkette nicht immer gewährleistet werden können. Benötigte Medikamente müssen dementsprechend eingeführt werden. Lassen Sie sich im Vorfeld der Reise die Notwendigkeit der Medikation von ihrem Arzt in englischer Sprache bestätigen, damit es bei der Einreise nicht zu Problemen kommt. Insbesondere chronisch kranke Menschen müssen sich über das gesundheitliche Risiko einer Reise nach Bhutan bewusst sein.

Deutsche Vertretungen für Bhutan

Bei außerordentlichen Problemen können sich deutsche Staatsangehörige an die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Neu Delhi, Indien wenden, die ebenfalls für Bhutan zuständig ist.

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Neu-Delhi Nr. 6/50G,
Shanti Path, Chanakyapuri,
Neu-Delhi 110021
Tel.: 091 1144 1991 99
Fax: 091 1126 8731 17
E-Mail: info@new-delhi.diplo.de
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