Bangladesch Reisen, Reiseführer, Tourismus


Inhalt

HauptstadtDhaka
SprachenBengalisch (Amtssprache)
StaatsformParlamentarische Republik
Fläche147.570 km²
Einwohner161 Millionen (~1.084 Einwohner pro km²)
WährungTaka (BDT)
Telefon-Vorwahl+880
ZeitzoneUTC+6
NationalflaggeBangladesch Flagge

Bangladesch Flagge

Ähnlich wie sein großer Bruder Indien hat das kleine Land am Golf von Bengalen in den vergangenen Jahren erheblich mit seinem Image zu kämpfen. Vor allem die Situation der Textilarbeiter und die politische Instabilität des Landes haben von touristischer Seite zu einer gewissen Skepsis gegenüber Bangladesch als Reiseziel geführt.

Abseits der sozialen und politischen Probleme des kleinen Staates können Touristen in dem von Indien umgebenden Landstrich zahlreiche Sehenswürdigkeiten entdecken und ein äußerst vielfältiges Land kennenlernen, welches auch heute noch vom Massentourismus weitestgehend umgangen wird.

Neben einer reichen Kultur und den vielen historischen Attraktionen kann Bangladesch darüber hinaus mit einigen atemberaubenden Naturschauspielen begeistern. Außerdem eignet sich das Land als idealer Zwischenstopp bei einer Reise von Südasien in den südostasiatischen Raum oder als Ausgangspunkt für Touren in die umliegenden Staaten. Die annehmbar ausgebaute Infrastruktur erlaubt es Urlaubern zudem auch die entlegenen Gebiete Bangladeschs zu erkunden.

Bangladesh Sehenswürdigkeiten

Bangladesh Sehenswürdigkeiten: Der Baliati Palace

Da der große internationale Tourismus im Land bisher ausgeblieben ist, ist es nötig sich bereits im Vorfeld mit einigen grundsätzlichen Bräuchen und einer Reihe von Informationen zu befassen, damit die geplante Reise auch ohne Hürden gemeistert werden kann und in positiver Erinnerung bleibt.

Das Land ist mit einer Größe von knapp 148.000 km² nur etwa halb so groß wie Deutschland, hat mit einer Bevölkerungszahl von rund 161 Millionen allerdings doppelt so viele Einwohner wie die Bundesrepublik. Die Hauptstadt – und zugleich der touristische Mittelpunkt des Landes – ist die Sechs-Millionen-Stadt Dhaka.

Städte und Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Städte, Regionen und Sehenswürdigkeiten in Bangladesch.

Dhaka

Dhaka Bangladesh

Dhaka

Die zentral gelegen Hauptstadt des Landes ist mit rund sechs Millionen Einwohnern zugleich auch die größte Metropole im Land. Neben verschiedenen Unterhaltungsmöglichkeiten und Freizeitaktivitäten gibt es in der Stadt und im Umfeld auch diverse historische Sehenswürdigkeiten zu entdecken.

Dhakeshwari Tempel

Trotz seiner Schlichtheit zählt der Dhakeshwari Tempel zu den bedeutendsten Attraktionen der Stadt. Das berühmte Gotteshaus gilt als der älteste Hindu-Tempel Dhakas und ist der zehnarmigen Göttin Dhakeshwari gewidmet.

Nationalparlament

Ebenfalls als Touristenmagnet fungiert das Nationalparlament von Bangladesch, das von dem amerikanischen Architekten Louis I. Kahn und dem Betonexperten August E. Komendant entworfen wurde.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Dhaka

Weitere kulturelle Sehenswürdigkeiten sind das Fort Lalbag, der Ahsan Manzi Palast oder das Bangladesch Nationalmuseum sowie die Tara Moschee oder die Sixty Dome Moschee.

Entspannt Flanieren können Besucher im Ramna Park oder rund um den Dhanmondi See.

Wer hingegen auf der Suche nach Schnäppchen, sonstigen Gegenständen oder Zutaten jeglicher Art ist, der besucht am besten den „New Market“ im Stadtteil Azimpur im Norden Dhakas. Rund 50 Kilometer nördlich der Stadt liegt zudem der Rajendrapur-Nationalpark.

Sonargaon

Sonargaon Bangladesh

Sonargaon

Etwa 30 Kilometer südöstlich von Dhaka liegt die historische Stadt Sonargaon. Die Stadt war eine der ersten Hauptstädte des Landes und beeindruckt Besucher mit ihren antiken Bauten und einer ganz besonderen Atmosphäre.

Touristische Anlaufpunkte sind neben der Stadt selbst insbesondere die Goaldia Moschee und das Volkskundemuseum. Für Reisende, die sich in Dhaka aufhalten, sollte ein Besuch der historischen Stadt zum absoluten Pflichtprogramm gehören.

Sylhet

Sylhet Bangladesh

Wasserfälle in Sylhet

Die Stadt im Nordosten des Landes ist vor allem für ihre beeindruckenden Teeplantagen bekannt sowie für die natürliche Schönheit ihrer Umgebung. Als Zentrum des Teeanbaus gilt der Ort Srimangal, der rund 80 Kilometer südlich von Sylhet liegt. In der Stadt findet man zudem verschiedene Mausoleen und Moscheen, die jedes Jahr eine Vielzahl von Pilgern anlocken.
Knapp 40 Kilometer von Sylhet entfernt liegt zudem die alte Königsstadt Jaintiapur, deren Ruinen als beliebtes Ausflugsziel gelten.

Chittagong

Chittagong Ship Breaking

Chittagong Ship Breaking (Bild (c) jimbojack.com)

Die Stadt im Süden des Landes verfügt über verschiedene Attraktionen und Sehenswürdigkeiten. Neben zahlreichen Moscheen und Minaretten gibt es hier eine Reihe von Museen sowie verschiedene Freizeitangebote. Von touristischer Bedeutung sind vor allem die Shai-Jama-e-Masjid-Moschee, die Qadam-Mubarek-Moschee sowie der Shah-Amanat-Dragah-Schrein.

Weiterhin befindet sich in Chittagong der längste Strand der Welt.

International bekannt ist die Stadt neben ihren Sehenswürdigkeiten aber in erster Linie für ihre Abwrackwerften (Chittagong Ship Breaking). Tanker und andere Schiffe werden hier von Arbeitern Stück für Stück zerlegt, häufig unter Gefährdung des eigenen Lebens.

Die Sundarbans

Sundarbans Tiger

Sundarbans Tiger

Die Sundarbans sind die größten Mangrovenwälder der Erde. In den Sümpfen des rund 10.000 km² großen Naturschutzgebietes (davon liegen etwa 6.000 km² in Bangladesch und 4.000 km² in Indien) leben zahlreiche bedrohte Arten. Unter anderem findet man hier noch einige freilebende Tiger. Teile der Wälder werden zum UNESCO Weltkulturerbe gezählt. Ein idealer Ausgangspunkt um die Mangrovenwälder zu besuchen ist die Stadt Khulna, die rund 100 Kilometer nördlich der Sundarbans liegt.

Ruinenstadt Paharpur

Paharpur

Paharpur

Einst war die Stadt ein bedeutendes intellektuelles Zentrum für Buddhisten, Hindus und Jainas. Bemerkenswert sind insbesondere die Ruinen des alten buddhistischen Kloster und der dazugehörigen Anlage sowie der Stupa, die im Zentrum des ehemaligen Klosters steht.

Außerdem findet man auf dem Gelände eine Vielzahl weiterer Stupas und Schreinen in verschiedenen Größen und Formen. Zu den Funden der Ausgrabungen zählen weiterhin diverse Terrakotta-Tafeln und Steinskulpturen, Inschriften, Münzen sowie verschiedene Keramiken. Seit 1985 gehören die historischen Ruinen zum UNESCO Weltkulturerbe.

Bagerhat

Bagerhat Bangladesh

Bagerhat

Die Moscheenstadt Bagerhat wurde im 15. Jahrhundert vom türkischen General Khan Jahan Ali unter dem Sultan Nasiruddin Mahmud Shah gegründet und gehört ebenfalls seit 1985 zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Hauptattraktion der Stadt ist Sechzig-Säulen Moschee.

Außerdem ist Bagerhat mittlerweile ein beliebter Anlaufpunkt für Touristen muslimischen Glaubens, für die das Grabmal des Generals Khan Jahan Ali als eine Art Pilgerstätte fungiert. Die historische Stadt liegt knapp 25 Kilometer südwestlich von der Großstadt Khulna entfernt.

Khulna

Khulna

Khulna

Obwohl die Stadt mit ihren knapp 1,3 Millionen Einwohnern aus touristischer Hinsicht eher uninteressant ist, können Reisende auch hier einige unterhaltsame Tage verbringen. Neben den gängigen Freizeitangeboten, die man von einer Stadt dieser Größenordnung erwartet, findet man in Khulna einige kleinere Sehenswürdigkeiten von historischem Interesse.

Vor allem aber ist die Stadt ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die bedeutende Moscheenstadt Bagerhat und in Mangrovenwälder der Sundarbans.

Dhamrai

Dhamrai

Dhamrai Festival

Dhamrai ist ein Teil des Dakha-Distrikts und liegt rund 40 Kilometer südlich der Hauptstadt. Hier gibt es unzählige Hindutempel sowie einige Moscheen. Populärstes Bauwerk ist der Dhamrai Jagannath Roth, ein hinduistsischer Tempel, der dem Gott Jagannatha zu Ehren erbaut wurde. Einmal im Jahr findet hier das Ratha Yatra statt. Ein Festival, ebenfalls zu Ehren des Gottes Jagannatha, das regelmäßig hunderte von Gläubigen anzieht.

Geschichte

In der Mitte des 17. Jahrhunderts stand der Norden des indischen Subkontinents unter der Herrschaft der Monguln. Die Jahre unter dem damaligen Machthaber Aurangzeb waren gekennzeichnet von Unruhen und Konflikten zwischen Muslimen und Hindus, welche schließlich das Zerbrechen des Mongulreiches einläuteten.

Britische Herrschaft

Vom Nordwesten drang Afghanistan nach Indien ein, während auf dem restlichen Subkontinent französische, britische und portugiesische Kräfte um die Vormachtstellung im gesamten indischen Raum fochten und verschiedene Seiten in den Kämpfen um die Nachfolge unterstützten. Bald wurde klar, dass der britische Vormarsch auf Indien nicht mehr zu stoppen sein würde. Das Schicksal des Landes wurde endgültig besiegelt, nachdem britische Truppen in der Schlacht von Plassey im Jahr 1757 die Bengalen besiegten und damit den Grundstein der britischen Herrschaft im Land legten. In den kommenden Jahren wuchs dementsprechend der Einfluss der britischen Ostindien-Kompanie auf das gesamte Reich.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts fielen schließlich auch Südindien und die Ganges-Ebene unter die britische Herrschaft, gefolgt von Zentral- und Nordostindien sowie der Provinz Punjab im Jahr 1849. Lediglich der heutige Bundesstaat Goa ging an die Portugiesen.
Die Herrschaft der britischen Krone, bzw. der Ostindienkompanie, brachte einige tiefgreifende Veränderungen mit sich, auf welche die bäuerliche Bevölkerung und viele indische Söldner schließlich im Jahr 1857 mit einer gewalttätigen Rebellion gegen die britische Krone antworteten. Die Aufständischen hatten den gut ausgebildeten Truppen der Briten allerdings wenig entgegenzusetzen, so dass die sich ausbreitende Rebellion bereits im nächsten Jahr eingedämmt werden konnte. Im selben Jahr wurde Britisch-Indien dann zu einer formellen Kronkolonie. Königin Viktoria wurde einige Jahre später (1877) schließlich zur Kaiserin des Landes ernannt. Die Herrschaft im Land übernahm jedoch ein von der Königin eingesetzter Vizekönig.

Hindus und Muslime in Bengalen begehren auf

In den folgenden Jahren begannen Hindus wie auch Muslime sich zu organisieren, um gestärkt für ihre Rechte kämpfen zu können. Der Beginn des neuen Jahrhunderts stand zunächst unter keinem guten Stern. Nach der Teilung der Provinz Bengalen brachen Unruhen aus und es kam zu Protesten und erheblichen Ausschreitungen. Das Verlangen nach stärkeren Mitspracherechten und sogar einer eigenen Regierung nahm indes zu, so dass die britische Krone die Forderungen schon bald nicht mehr überhören konnte. Als Lösung wurde eine Verfassungsreform durchgeführt, welche der einfachen Bevölkerung erweiterte Mitspracherecht zusicherte.

Die Jahre des Ersten Weltkrieges waren geprägt durch weitere Auseinandersetzungen der verschiedenen Lager, die zum Teil blutig niedergeschlagen wurden. Dennoch schafften es der indische Kongress und die Muslimliga sich gemeinsam zu organisieren und der britischen Krone deutliche Zugeständnisse abzuringen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beschloss die britische Regierung ihren Rückzug aus Indien. Darüber hinaus sollte ein muslimischer Staat aus dem indischen Territorium hervorgehen.

Teilung Indiens

Am 14./15. August 1947 wurde Britisch-Indien schließlich in Indien und den neu entstandenen Staat Pakistan aufgeteilt. Pakistan wiederum setzte sich zusammen aus Westpakistan (dem heutigen Pakistan) und Ostpakistan, das heute als Bangladesch bekannt ist. Die Folgejahre wurden bestimmt durch Spannungen und Konflikte zwischen West- und Ostpakistan, die sich schließlich im Jahr 1971 im Bangladesch-Krieg entluden. Westpakistan war bemüht den Separationsbemühungen des Ostens militärisch Einhalt zu gebieten, konnte sich jedoch aufgrund des Eingreifens Indiens, welches Ostpakistan unterstütze, nicht durchsetzen.

Bangladesh wird geboren

Im Dezember 1971 erlangte Ostpakistan schließlich völkerrechtliche Unabhängigkeit. Der Staat wurde in Bangladesch umbenannt und in den kommenden Monaten von einer Vielzahl anderer Staaten akzeptiert, bis schließlich auch Pakistan das Land im Februar 1974 juristisch anerkannte.

Die ersten zwei Jahrzehnt des neu entstandenen Staates waren geprägt durch politische Spannungen und Umbrüche sowie einer Reihe von Putschen und Gegenputschen, bis das Land schließlich nach einem Volksaufstand im Jahr 1990 zu einer parlamentarischen Demokratie zurückkehrte, die allerdings auf wackeligen Beinen stand. Immer wieder gibt es im Land Unruhen zwischen den verschiedenen politischen Lagern. 2007 kam es erneut zu Ausschreitungen, die im Dezember 2008 zu Neuwahlen führten, welche die Awami-Liga für sich entscheiden konnte.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Bangladesch ein Visum. Beantragt werden kann ein solches Visum bei der entsprechenden Auslandsvertretung. Abhängig vom Zweck der Reise gibt es verschiedene Visa für Touristen, Geschäftsreisende, Langzeitaufenthalt oder Arbeitsaufenthalt.

Landing Permit bei Einreise

Unter bestimmten Voraussetzungen können deutsche Staatsangehörige bei der Einreise über den internationalen Flughafen in Dhaka ein „landing permit“ für einen Aufenthalt von 15 Tagen erhalten. Privatreisende benötigen für dieses spezielle Visum eine Einladung eines bengalischen Staatsangehörigen, welches vorgelegt werden muss. Geschäftsreisende müssen entsprechend eine Einladung des Geschäftspartners vorweisen.

Route Changes Permission für Ausreise auf dem Landweg

Reisende, die im Anschluss an ihren Aufenthalt in Bangladesch über den Landweg ausreisen möchten, benötigen eine „Route Changes Permission“, die durch das Department of Passports and Immigration in Dhaka ausgestellt wird.

Ausstellung des Visums für Bangladesch in Deutschland

Abhängig vom Bundesland sind verschiedene Vertretungen für die Bearbeitung des Visums zuständig.
An die Botschaft der Volksrepublik Bangladesch kann sich jeder Interessierte auch unabhängig vom Bundesland wenden.

Botschaft der Volksrepublik Bangladesch
Dovestraße 1 (5. Etage)
10587 Berlin
Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 09.00 – 13.00 und 14.00 – 17.00 Uhr

  • Wer in Bremen oder Niedersachsen lebt, kann sich an den Honorarkonsul der Volksrepublik Bangladesch in Bremen in der Martinistraße 58 wenden.
  • Für Baden Württemberg und Bayern ist der Honorargeneralkonsul der Volksrepublik Bangladesch in München, Wittelsbacherplatz 1 zuständig.
  • Interessierte aus Hamburg und Schleswig Holstein können sich zudem an den Honorargeneralkonsul der Volksrepublik Bangladesch in Hamburg in der Billhorner Kanalstraße 69 wenden.
  • Für das Bundesland Hessen ist der Honorarkonsul der Volksrepublik Bangladesch in Frankfurt am Main, Schnappbornweg 75 zuständig.
  • Interessierte aus Brandenburg oder Sachsen können sich an den Honorarkonsul der Volksrepublik Bangladesch in Potsdam in der Eisenhartstraße 2 wenden.

Für die Einreise nach Bangladesch benötigen Reisende neben dem entsprechenden Visum entweder einen Reisepass oder zumindest einen vorläufigen Reisepass. Der Pass muss noch wenigsten 6 weitere Monate nach der Ausreise aus Bangladesch gültig sein. Kinder benötigen für die Einreise einen eigenen Reisepass.

Wetter und Klima

Bangladesch lässt sich der tropischen Klimazone zurechnen und liegt im Einflussbereich des Südwestmonsun mit zunehmenden Niederschlagsmengen von West nach Ost. In der zentral gelegenen Hauptstadt Dhaka erreichen die Temperaturen ihre Spitzenwerte in den Monaten zwischen März und Juni mit Höchstwerten von ca. 35°C im April.

Erhebliche Niederschläge fallen zwischen April und Oktober. In den Monaten Juni, Juli und August steigen diese sogar auf über 300 mm an. Von Juni bis Oktober kann es dadurch zu Überschwemmungen kommen. Zudem kann in diesen Monaten die Luftfeuchtigkeit auf bis zu 85% ansteigen. Im Süden des Landes muss darüber hinaus von Oktober bis November und von April bis Mai mit Wirbelstürmen gerechnet werden.

Die beste Reisezeit für Bangladesch ist in der Regel der Zeitraum zwischen Ende November und Anfang März. Viele Sonnenstunden und dennoch moderate Temperaturen bei geringen Niederschlägen und einer durchschnittlichen Luftfeuchtigkeit sind besonders für Westeuropäer eine angenehme Mischung für eine Reise in die Region.

Geld und Währung

Bangladesh Geld, Taka Banknote

Bangladesh Geld: Eine 10 Taka Geldnote.

Die nationale Währung in Bangladesch ist der bengalische Taka.

Geld umtauschen

Reisende, die Bargeld einführen, haben die Möglichkeit das Geld direkt am internationalen Flughafen sowie bei einigen Banken, Wechselstuben oder in wenigen der größeren Hotels in Taka umzutauschen. Allerdings wechseln am ehesten die Bankhäuser in den großen Städten wie Dhaka, Khulnet oder Chittagong Euro oder US Dollar in die einheimische Währung.

Wechselstuben bieten oft einen etwas besseren Wechselkurs, sind allerdings nicht immer ganz zuverlässig. Vorteilhaft ist hingegen, dass man hier auch Taka zurück in US Dollar wechseln kann, bevor man das Land verlässt. Als ideale Währung zum Umtauschen sollten Reisende US Dollar mit sich führen. Zwar akzeptieren einige Banken auch den Euro, US Dollar werden jedoch häufiger angenommen. Gleiches gilt übrigens auch für den Umtausch von Reisechecks.

Bezahlen mit Kreditkarte

Die Nutzung von Kreditkarten ist in Bangladesch ebenfalls nur sehr eingeschränkt möglich. Vor allem in den Großstädten Dhaka, Khulnet und Chittagong oder auch Sylhet haben Urlauber in einigen Restaurants, den großen Hotels und in manchen Geschäften die Möglichkeit mit der Credit Card zu zahlen. Am weitesten verbreitet ist die Zahlung mit der Visa- oder Mastercard. Einige Hotels und Geschäfte akzeptieren auch American Express.

Geld abheben mit Kreditkarte

Ein wenig problematischer ist das Abheben von Bargeld via Kreditkarte. Zwar gibt es in den größeren Städten durchaus Geldautomaten bzw. ATMs, diese akzeptieren jedoch häufig keine ausländischen Kreditkarten. Am ehesten wird die Visacard akzeptiert. An den Automaten der Standard Chartered Bank, HSBC und der der Dutch-Bangla Bank stehen die Chancen am besten, erfolgreich Geld abzuheben.

Im Idealfall wechselt man unmittelbar nach der Einreise den Betrag, den man voraussichtlich für die Reise benötigt. Da Wechselstuben die Möglichkeit bieten, die einheimische Währung zumindest in US Dollar zurückzutauschen, kann man nach der Einreise auch ruhigen Gewissens großzügig eintauschen. Banken haben übrigens anders als in Deutschland in der Regel nur bis 15 Uhr geöffnet.
Fremdwährungen können ohne Deklarierung bis zu einer Höhe von 5000 USD (bzw. dem entsprechenden Gegenwert) eingeführt werden.

Der Wechselkurs beträgt zurzeit:
1 € = 106,9 Taka (BDT)
5 € = 533,9 BDT (Stand: Januar 2014)

Unterkunft

Zwar ist die Anzahl an Hotels in Bangladesch überschaubar, eine Unterkunft zu finden stellt in der Regel dennoch kein Problem dar. Von diversen günstigen „Absteigen“ (häufig leider auch mit der entsprechenden Hygiene) über eine Vielzahl von Mittelklasse-Hotels bis hin zu den wenigen Luxushotels des Landes kann in Bangladesch jeder Reisende seinem Budget entsprechend die passende Unterkunft finden. Wer bereit ist einen etwas höheren Preis zu zahlen, kann auch während seines Aufenthalts in Bangladesch äußerst komfortabel nächtigen.

Schon für unter 2 Euro kann man im Land eine Unterkunft finden. Hierbei handelt es sich jedoch in der Regel um Mehrbettzimmer oder Schlafsäle mit lediglich einer Matratze auf dem Boden. Die Sanitäranlage sind für jeden zugänglich und auf Hygiene, Komfort und leider auch auf die Sicherheit wird nicht sonderlich viel Wert gelegt.

Schlichte aber saubere Einzelzimmer gibt es bereits für unter 10 Euro. Allerdings sollte man auch hier nicht zu viel Komfort erwarten, zumal nicht jedes dieser Zimmer auch über ein eigenes Bad verfügt.

Wirklich gute Einzelzimmer findet man in der Hauptstadt Dhaka ab 25 Euro. Bequeme Betten, saubere Zimmer sowie eigene Sanitäranlagen, TV und oft auch W-Lan gehören hier zur Standardausstattung. Ab 50 Euro kann man bereits ein gehobenes Niveau erwarten. Für 90 Euro und mehr kommt man in Bangladesch dann endgültig in den Genuss eines 4- oder 5-Sterne Hotels, die in der Regel über eine ähnliche Ausstattung verfügen wie im Westen auch.

Hotels buchen

Viele der größeren Hotels kann man ohne Probleme über einen der gängigen Onlineanbieter buchen. Alternativ findet man auf der Internetseite des „Bangladesh Tourism Board“ eine gute Übersicht zum Thema Unterkünfte. Von hier aus kann man sich auch zur Homepage der „Bangladesh Parjatan Corporation“ (BPC), der staatlichen Touristikgesellschaft weiterleiten lassen, die eigentlich in jeder größeren Stadt ein Hotel oder Motel betreibt. Zudem bietet die Internetseite der BPC einen guten Überblick über alle staatlichen und nichtstaatlichen Unterkünfte sowie über die verschiedenen Ferienressorts im Land. Während die Hotels der BPC direkt auf der Seite gebucht werden können, sind die privaten Unterkünfte, Hotels und Ferienressorts lediglich mit ihren Daten aufgelistet. Abhilfe bietet hier wiederum das „Hotel Bangladesh – First Bangladesh Hotel Directory“ über dessen Internetseite auch die übrigen Unterkünfte gebucht werden können.
Da auf der Website der BPC auch die Kontaktadressen der Unterkünfte angegeben sind, steht es natürlich auch jedem Interessierten frei, sich persönlich an das gewünschte Hotel zu wenden.

Anreise

Die Anreise nach Bangladesch lässt sich in der Regel mit dem Flugzeug aus Deutschland oder mit dem Flugzeug bzw. dem Bus oder Bahn aus Indien bewältigen.

Anreise mit dem Flugzeug

Dhaka Airport

Dhaka Airport – Hazrat Shahjalal International Airport

Urlauber aus Deutschland haben keine Möglichkeit via Direktflug nach Bangladesch zu reisen. Es gibt jedoch verschiedene Flüge mit einem oder zwei Zwischenstopps, die von verschiedenen deutschen Flughäfen aus den Internationalen Flughafen nahe der Hauptstadt Dhaka anfliegen. Dazu zählen u.a. Emirates, Qatar Airways, Singapore Airlines, Thai Airways oder Turkish Airlines. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit aus verschiedenen anderen asiatischen Ländern nach Bangladesch einzureisen. Hier kann auch auf Billigflieger wie United Airways (die einzige Billig Airline aus Bangladesh), Malindo Air aus Malaysia oder auch Mihin Lanka aus Sri Lanka zurückgegriffen werden.

Dhaka Airport

Der Hazrat Shahjalal International Airport liegt rund 17 Kilometer nördlich der Hauptstadt. Von den drei Terminals dienen zwei dem internationalen Flugverkehr. Der Flughafen ist über die Airport Road mit Dhaka verbunden. Unmittelbar am Flughafen gibt es eine Autovermietung. Weiterhin haben Reisende die Möglichkeit mit dem Taxi oder dem Bus nach Dhaka zu gelangen.

Direkt gegenüber des Flughafens liegt zudem die Airport Railway Station, welche über die Airport Road zugänglich ist. Von hier aus fahren Züge nicht nur zur Kamalapur Railway Station, dem Hauptbahnhof von Bangladesch, sondern auch in verschiedene andere Großstädte wie Chittagong und Sylhet. Tickets für die Züge können direkt am Bahnhof erstanden werden.

Anreise mit der Bahn

Neben einer Anreise aus Indien mit dem Flugzeug können Touristen auch mit der Bahn von Indien nach Bangladesch einreisen. Die Route des Maitree Express verläuft von der bengalischen Hauptstadt Dhaka bis ins indische Kalkutta. Der Zug hält an der Grenze zu Indien in Darchana (wo auch der Zug und das Personal gewechselt wird) und auf indischer Seite in Gede.

Da der bengalische Streckenabschnitt nicht elektrifiziert ist, fahren auf dieser Strecke noch immer Diesellokomotiven, welche für die 375 Kilometer lange Strecke in der Regel einen Zeitraum von rund 11 Stunden benötigen. Die Strecke wird zweimal wöchentlich befahren. Karten können nicht im Vorfeld bestellt werden, sondern müssen an den Bahnhöfen an den entsprechenden Verkaufsschaltern erstanden werden, wozu wiederum der Reisepass und ein Visum für Indien vorgelegt werden muss.

Fortbewegung im Land

Bangladesch Karte

Bangladesch Karte

Zwar hat Bangladesch nicht unbedingt die fortschrittlichste Verkehrsinfrastruktur, dennoch lassen sich mit Hilfe von Bus, Bahn, Pkw, dem Flugzeug und insbesondere dem Boot bzw. der Fähre alle interessanten Destinationen im Land erreichen.

Flugzeug, Inlandsflüge

Das Land verfügt über drei internationale Flughäfen, von denen allerdings nur der Hazrat Shahjalal International Airport in der Nähe von Dhaka auch wirklich weltweite Flüge annimmt. Die beiden internationalen Flughäfen in Chittagong und Sylhet konzentrieren sich hingegen eher auf Flüge aus dem asiatischen Raum.

Neben den drei großen Flughäfen gibt es noch fünf weitere Flugfelder, die für den nationalen Flugverkehr genutzt werden:

  • Barisal im Süden,
  • Cox’s Bazar im Südosten,
  • Jessore im Westen,
  • der Shah Makhdum Airport nahe der Stadt Rajshahi
  • und Saidpur hoch im Norden.

Es gibt derzeit vier Fluglinien, die regelmäßig den nationalen Flugverkehr bedienen.

  • Biman Bangladesh Airline ist die älteste Fluggesellschaft im Land,
  • gefolgt von United Airways,
  • Regent Airways
  • und seit 2013 bietet auch der neuen Anbieter NovoAir Inlandsflüge an.

Die Kosten für einen Flug sind recht moderat, so dass es sich für längere Strecken durchaus lohnen kann auf eine der einheimischen Fluggesellschaften zurückzugreifen. Aufgrund der nicht immer optimalen Straßenverhältnisse und der veralteten Züge kann man auf diesem Weg zudem durchaus Zeit einsparen.

Bahn fahren

Eine gute und auch vergleichsweise bequeme Möglichkeit das Land zu erkunden bietet die Bangladesh Railway. Das etwas veraltete Schienennetz verbindet die meisten größeren Städte miteinander und ist zudem eine günstige Alternative zum Flugverkehr.

Wer sich für eine Reise mit der Bahn entscheidet sollte allerdings Zeit mitbringen. Aufgrund der nicht immer idealen Schienenführung sowie den verschiedenen Spurbreiten, aber auch aufgrund der Tatsache, dass über viele der zahlreichen Flüsse keine Eisenbahnbrücken hinwegführen, kann eine Bahnfahrt auf manchen Strecken schon mal doppelt soviel Zeit in Anspruch nehmen, wie eine Reise mit dem Bus.
Wie üblich gibt es auch in Bangladesch verschiedene Komfortklassen. Für Ausländer empfiehlt es sich eher auf die Wagons der ersten und zweiten Klasse zurückzugreifen.

Intercity

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Intercity-Züge (IC) recht zuverlässig und sauber sind.

Erste Klasse

Die erste Klasse bietet insbesondere bei langen Reisen einen passablen Komfort. Die Wagons sind mit gegenüberliegenden Sitzen bestückt, die durch einen Tisch voneinander getrennt werden. Darüber hinaus findet man in der ersten Klassen recht komfortable Liegesitze, natürlich nur zu entsprechenden Preisen. Reisende sollten jedoch beachten, dass nicht jeder IC über eine Klimaanlage verfügt. Sofern der Zug über klimatisierte Wagons verfügt, sollten diese auch reserviert werden, da es bei längeren Fahrten schon mal unangenehm heiß werden kann. Außerdem gilt es zu beachten, dass insbesondere die Wagons der ersten Klasse relativ schnell ausgebucht sind. Eine Reservierung sollte man daher bereits mehrere Tage im Vorfeld durchführen.

Für einen Liegesitz in der ersten Klasse in einem klimatisierten Wagon zahlen Reisende umgerechnet etwa 6,50 Euro. Ein normaler Sitzplatz in einem Wagon mit Klimaanlage kostet rund 4,50 Euro und ein einfacher Sitzplatz in einem Wagon der ersten Klasse ohne Klimaanlage verursacht Kosten von knapp 3,00 Euro.

Zweite Klasse

In der zweiten Klasse liegen sich die Sitzreihen ebenfalls gegenüber, allerdings ohne einen Tisch voneinander getrennt zu werden. Die zweite Klasse lässt sich zudem in Wagons unterteilen, die für Reservierungen frei gegeben sind und solche, die auch spontan genutzt werden können. Sofern man im Vorfeld keine Reservierung getätigt hat, sollte man sich allerdings auf die enorme Fülle der Wagons einstellen. Für einen Platz in einem der reservierungspflichtigen Abteile zahlen Reisende ca. 1,60 Euro.

Speisewagen gibt es eigentlich nicht, allerdings findet man in den meisten Zügen Personal, das kleine Snacks verkauft oder Tee serviert.

Schlafabteile für längere Strecken gibt es ausschließlich in den Nachtzügen. Die Preise liegen allerdings rund 40% über den Kosten für ein Ticket der ersten Klasse.

Regionalbahn

Neben den Intercity Zügen gibt es noch Regionalbahnen. Diese sind meistens atark überfüllt und wenig komfortabel, die Preise sind hingegen unschlagbar günstig. Dennoch dürften Fahrten, die länger als 30 Minuten dauern, für die meisten Touristen recht unangenehm werden.

Für die Planung der Reise ist es von enormen Vorteil, dass Tickets für den Zug mittlerweile auch im Vorfeld über das Internet geordert werden können. Es ist möglich über die offizielle Seite der Bangladesch Railway unter dem Menüpunkt „purchase e-ticket“ eine Fahrkarte online zu erwerben. Um das zu bewerkstelligen, muss man sich jedoch zunächst eine kostenlosen Account anlegen.

Natürlich können Fahrkarten auch an den entsprechenden Schaltern in den Bahnhöfen gekauft werden. Bei Regionalbahnen sollten Reisende allerdings wissen, dass die Ticketschalter nicht öffnen, bevor die Bahn eingetroffen ist. Zudem sind die aushängenden Fahrpläne nicht immer korrekt oder fehlen völlig. Bei Fragen sollte man sich an das Personal wenden. Zumindest auf den größeren Bahnhöfen findet man meistens Angestellte, die auch Englisch sprechen.

Bus fahren

Busfahren in Bangladesch gleicht einem echten Abenteuer, ist jedoch in vielen Fällen die schnellere Alternative zur Bahn. Dennoch ist der Bus nicht zwangsläufig die erste Wahl, wenn es um Langstrecken geht. Zumindest die gewöhnlichen Busse sind häufig überfüllt und verfügen nicht über eine Klimaanlage, was bei längeren Fahrten extrem unangenehm werden kann. Allerdings gibt es auch bei Bussen verschiedene Komfortklassen, von denen die größeren Reisebusse am komfortabelsten sind.

Straßen in Bangladesh

Das Land verfügt über ein annehmbares Straßennetz. Asphaltierte Straßen verbinden alle größeren Städte, allerdings findet man in den ländlichen Regionen auch häufig nichtbefestigte Straßen, wodurch sich das Reisen in den touristische wenig erschlossenen Regionen bei Zeiten recht unkomfortabel gestaltet. An Flussübergängen setzen die Busse für gewöhnlich mit einer Fähre über, da es häufig keine verkehrstauglichen Straßen gibt. Gelegentlich kommt es hier auch zu längeren Wartezeiten, wodurch sich die Reise meist unnötig in die Länge zieht. Gelegentlich verlässt man für die Überfahrt den Bus und steigt auf der anderen Seite des Flusses in ein Fahrzeug des gleichen Unternehmens ein.

Reisebusse und Überlandbusse

Die Haltestellen der gängigen Überlandbusse liegen für gewöhnlich etwas außerhalb der Stadt, wohingegen die Zentralen der größeren Privatunternehmen mit ihren teureren, klimatisierten Bussen in der Regel Nahe dem Zentrum liegen. Die Tickets für diese Reisebusse müssen in eben diesen Hauptzentralen gebucht werden.

Im Gegensatz zu den gängigen Überlandbussen verfügen die großen Reisebusse über komfortable Sitze mit ausreichend Beinfreiheit. Zudem gibt es feste Abfahrtszeiten, die in der Regel auch eingehalten werden. Die reine Fahrtgeschwindigkeit unterscheidet sich allerdings kaum von der eines herkömmlichen Busses, tatsächlich fahren die normalen Überlandbusse häufig schneller und auch risikoreicher, was hin und wieder auch zu dramatischen Unfällen führen kann.

Unterschieden wird außerdem zwischen klimatisierten und nichtklimatisierten Busse, wobei die Kosten für ein Ticket bei den ersteren etwa doppelt so hoch sind. Einige Busunternehmen bieten während der Fahrt zudem Getränke und kleinere Snacks an. Bei Langstrecken verkehren viele Reisebusse von der Hauptstadt Dhaka aus während der Nacht, was auf der einen Seite Zeit spart, auf der anderen Seite allerdings auch zu gefährlichen Verkehrssituationen führen kann, aufgrund der nicht immer optimalen Straßenverhältnisse.

Die normalen Überlandbusse sind meist wesentlich spartanischer ausgestattet als die großen Reisebusse, was sich vor allem bei der Beinfreiheit bemerkbar macht. Frauen, die alleine Reisenden sitzen im vorderen Bereich, während Frauen in männlicher Begleitung für gewöhnlich in der hinteren Bushälfte Platz nehmen. Für einige Sehenswürdigkeiten ist es notwendig, auf die lokalen Busunternehmen zurückzugreifen. Diese sind meist sehr günstig, bieten aber ebenfalls kaum Komfort. Darüber hinaus ist es nicht immer ganz unproblematisch tatsächlich den richtigen Bus zu erwischen, da es häufig an Fahrplänen mangelt oder diese schlichtweg nicht eingehalten werden.

Auto fahren, Mietwagen

Wer das Land auf eigene Faust erkunden möchte, ohne dabei von den öffentlichen Transportmittel abhängig zu sein, kann sich ein Auto samt Fahrer mieten oder mit dem eigenen Auto (in Bangladesch können ausschließlich Fahrzeuge mit Fahrer gemietet werden) fahren.

Für ein klimatisiertes Fahrzeug müssen Kosten von rund 30 Euro am Tag eingeplant werden. Hinzu kommt allerdings noch Benzingeld und eine Pauschale für den Fahrer. Autovermietungen findet man in den größeren Städten wie Dhaka, Chittagong, Khulna oder Sylhet. In den kleineren Städten kann es hingegen problematisch sein eine Vermietung zu finden, insbesondere wenn Sie Wert auf einen klimatisierten Wagen legen.

Wer tatsächlich sein eigenes Auto nach Bangladesch einführt, sollte dies im Vorfeld mit seiner Versicherung abklären und unter Umständen eine zusätzliche Versicherung im Land abschließen. Grundsätzlich wird jedoch vom eigenständigen Fahren abgeraten. Dies liegt zum einen am Linksverkehr, zum anderen aber auch an den Straßenverhältnissen und dem erhöhten Verkehrsaufkommen, welches vor allem in den Ballungsgebieten häufig zu enormen Staus führen kann. Darüber hinaus geht es im Straßenverkehr meist sehr chaotisch zu, was vor allem daran liegt, dass etwaige Verkehrsregeln kaum beachtet werden. Im Falle eines Unfalls kann es außerdem zu Problemen mit der nicht immer ganz vertrauenswürdigen Justiz des Landes kommen, was in der Regel enorme finanzielle Einbußen oder sogar ernstere Strafen mit sich bringt.

Schiff und Fähren

Bangladesch verfügt über zahlreiche Flüsse und Gewässer. Mit mehr als 8000 Kilometer an befahrbaren Wasserstraßen ist die Reise mit dem Schiff eine gängige Art der Fortbewegung im Land.

Bangladesh Rocket Boat

Bangladesh Rocket Steamer Boat

Rocket Boat Raddampfer

Die „Rocket“ Raddampfer verkehren auf einer Route zwischen der Hauptstadt Dhaka und Khulna (und umgekehrt) im Süden des Landes mit Zwischenstopps in Chandpur, Barisal und Mongla sowie in weiteren kleineren Häfen. Die gesamte Fahrt dauert knapp 30 Stunden und bietet eine abwechslungsreiche Alternative zur Reise mit dem Bus oder der Bahn. Außer Freitags verlässt jeden Tag eine der Fähren in Dhaka um 18:00 Uhr das Terminal. Ausländische Touristen, die eine Reise buchen werden meist automatisch in die erste Klasse gebucht, da grundsätzlich davon ausgegangen wird, das westlicher Besucher über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügen.

Es gibt Einzel- und Doppelkabinen sowie einen Speisesaal, in dem die Mahlzeiten serviert werden (welche allerdings nicht im Fahrtpreis enthalten ist). Eigene Sanitäranlagen stehen indes nicht zur Verfügung, allerdings gibt es auf allen Zimmern ein Waschbecken. Die zweite Klasse ist wesentlich schlichter gestaltet. Die Zimmer verfügen weder über Waschbecken noch über richtige Betten. Wie bereits erwähnt, werden sie als Tourist jedoch in der Regel in der ersten Klasse untergebracht, häufig unabhängig davon, ob Sie das wünschen oder nicht.

Tickets kaufen

Tickets können in Dhaka im Büro der BIWTC (Bangladesh Inland Waterway Transport Corporation) im Stadtteil Motijheel gekauft werden. Die Tickets müssen im Voraus gebucht werden. Ausgangspunkt für die Reise ist das Sadarghat Terminal auf dem Fluss Buriganga oder in einigen Fällen auch das Badam Tole Terminal, das etwa einen Kilometer Fluss aufwärts liegt.

Weitere Fähren in Bangladesch

Neben den „Rocket“ Booten gibt es noch weitere Fähren, welche die zahlreichen Flüsse im Land befahren. Problematisch für Besucher, welche die kleineren Nebenflüsse befahren wollen, ist allerdings die Tatsache, dass man ohne kundige Bekanntschaft vor Ort kaum herausfinden kann, wann und wo die verschiedenen Fähren anhalten und wohin sie weiterfahren. Es gibt weder richtige Fahrpläne, noch konkrete Haltestellen.

Neben der Nutzung von Fähren um Langstrecken zu überbrücken, werden Sie aber auch häufig auf Boote zur Überwindung von Flüssen angewiesen sein, da es in vielen Fällen keine befahrbaren Brücken gibt. Problematisch wird dies allerdings während der niederschlagsreichen Monate zwischen April und Oktober.

Taxis und Rikschas

In allen größeren Städten gibt es eine Armee von Taxis und vor allem Rikschas für den lokalen Transport. Fahrten innerhalb der Stadt sind sehr erschwinglich und meist deutlich komfortabler als mit den öffentlichen Bussen. Für weitere Distanzen lohnen sich die bemannten Vehikel allerdings nicht, da sie ausschließlich für den Nahverkehr konzipiert sind.

Handy, Smartphone, Internet

Europäische Handys und Smartphones funktionieren auch in Bangladesch. Wer die hohen Roaming-Gebühren umgehen möchte, der sollte sich ein einheimische Sim-Karte zulegen. Es gibt eine Reihe von Mobilfunkanbietern im Land von denen Grameenphone (ebenfalls Roamingpartner für T-Mobil, E-Plus und O2) Marktführer ist. Eine Sim-Karte kostet zwischen 2 und 3 Euro. Bei vielen Anbietern (Teletalk, Gremaphone, Bangalink, TM International) ist es darüber hinaus möglich, das mobile Internet zu nutzen. Die zusätzlichen kosten betragen ungefähr 5 Euro pro Monat bei einem maximalen Datenvolumen von 5 GB. Neben Teletalk bietet mittlerweile auch der Marktführer Grameenphone 3G an.

Sim Card in Bangladesh kaufen

Sim-Karten vom Marktführer können in vielen Supermärkten gekauft werden. Außerdem findet man in allen größeren Städten auch Mobilfunkgeschäfte, welche die Prepaid-Karten verkaufen. Offiziell benötigt man für den Kauf einer einheimischen Karte den Reisepass, allerdings bestehen nicht alle Verkäufer auf dieses Vorgehen.

Wi-Fi Hotspots und Internetcafés

Neben der Möglichkeit das eigene Handy oder Smartphone zu benutzen, findet man in den meisten Städten Internetcafes, wo man zu günstigen Konditionen durch das World Wide Web surfen kann. Hinzu kommen die sogenannten Call-Shops, die man auch in den kleineren Städten des Landes findet und von wo aus man zu recht günstigen Preisen internationale Telefongespräche führen kann. Mittlerweile verfügen auch einige der größeren Hotels über kostenloses W-Lan auf den Zimmern oder zumindest in den öffentlichen Bereichen der Anlage.
Wer hingegen lieber auf traditionellem Wege kommuniziert nutzt am besten die bengalische Post. Filialen findet man in jeder Stadt.

Essen

Bangladesh Essen

Essen in Bangladesh: Gemüsecurry ist beliebt.

Das gemeinsame Essen ist in Bangladesch ein wichtiger Teil der Kultur. Aufgrund seiner geographischen Lagen wird das Essen im Land stark von der Küche Indiens beeinflusst, allerdings wird in Bangladesch weitaus häufiger Fleisch gegessen als dies im Nachbarstaat der Fall ist.

Typische Gerichte und Zutaten in Bangladesh

Typisch für das Land sind Reisgerichte, die mit Huhn, Lamm oder Fisch zubereitet werden. Aufgrund der zahlreichen Gewässer und der Lage am Golf von Bengalen spielen zudem Fisch und Meeresfrüchte eine entschiedene Rollen in der bengalischen Küche, häufig findet man dazu auch Gemüse als Beilage. Ebenfalls sehr beliebt ist die Verwendung von Hülsenfrüchten. Alle Speisen werden in der Regel scharf gewürzt. Am häufigsten findet man Knoblauch, Ingwer, Kreuzkümmel, Koriander, Kurkuma oder Chili in den verschiedenen Gerichten. Für Süßspeisen hingegen werden häufig Zimt oder Kardamom verwendet.

Südliche Küche

Wie in vielen asiatischen Ländern wird auch die bengalische Cuisine in ihrer Gesamtheit von verschiedenen Regionalküchen bestimmt. Die Südküste des Landes grenzt an den Golf von Bengalen. Aufgrund der Nähe zum Meer kommen hier gehäuft Meeresfrüchte bei der Zubereitung von Speisen zum Einsatz. Als besonders beliebt gilt der Trockenfisch Shutki.

Nordöstliche Küche

Im Nordosten des Landes wird aufgrund der zahlreichen Gewässer häufig mit Süßwasserfisch gearbeitet. Außerdem findet man hier aufgrund der unmittelbaren Nähe zum indischen Bundesstaat Assam häufig frisches oder eingelegtes Gemüse und eine Reihe an verschiedenen Früchten.

Küche in Zentral Bangladesch

Im Zentrum des Landes bestimmt die Küche rund um die Hauptstadt Dhaka das kulinarische Klima der Region. Im Gegensatz zu den meisten anderen Provinzen Bangladeschs findet man hier verstärkt Einflüsse aus dem persischen und arabischen Raum.

Traditionelle Gerichte

Die traditionelle bengalische Küche findet man in erster Linie im Norden und Nordwesten des Landes. Häufig steht in dieser Region Gemüse-Curry auf dem Speiseplan, welches meist stark gewürzt ist und zudem einen deutlich höheren Schärfegrad aufweist als es in der anderen Regionalküchen der Fall ist. Neben Fleisch spielt auch im Nordwesten die Zubereitung von Süßwasserfischen eine Rolle.

Sehr beliebt sind in Bangladesch zudem die zahlreichen Süßspeisen, die gerne als Dessert gereicht werden. Insbesondere süße Konfektähnliche Schlemmereien wie Sandesh oder aber die mittlerweile auch in Deutschland beliebten Getränkejoghurts Lassi stehen auf dem täglichen Speiseplan.

Als Nationalgetränk des Landes gilt Tee. Alkohol wird im Land hingegen aufgrund der vorherrschenden islamischen Gesetze so gut wie gar nicht getrunken.

Preise für Essen

Die Preise in Bangladesch sind sehr moderat. Eine vollwertige Mahlzeit bekommt man bereits für unter zwei Euro. In den gehobeneren Restaurants muss man, abhängig vom Gericht, etwa fünf Euro für eine Gericht einplanen. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass die Lebenshaltungskosten in der Hauptstadt Dhaka ein wenig höher sind als im Rest des Landes.

Verhaltensregeln

Knapp 90% der Einwohner Bangladeschs gehören dem Islam an, gefolgt von etwa 9 % Hindus und einem minimalen Anteil an Buddhisten und Christen. Aufgrund der starken gesellschaftlichen Prägung durch den Islam, sollte auf entsprechende Verhaltensregeln Acht gegeben werden.

Wie überall auf der Welt sollte man davon absehen, sich auffällig und respektlos gegenüber den Einheimischen zu Verhalten. Dazu gehört neben den grundsätzlichen Regeln der Höflichkeit auch das Vermeiden von lautstarker öffentlicher Kritik, sei es aufgrund einer bestimmten Begebenheit oder auch aufgrund von grundsätzlichen Dingen wie Politik oder sozialer Zustände.

Kleiderordnung

Stein des öffentlichen Anstoßes ist häufig auch die Kleidung oder vielmehr die fehlende Kleidung. Grundsätzlich zeigt man sich im Land eher bedeckt. Dies gilt insbesondere für Frauen, die eigentlich immer lange Hosen oder lange Röcke tragen sollten und entsprechende Oberteile. Shirts mit Spaghettiträger gelten als Tabu. Auch beim Baden sollte man diese Regeln beherzigen. Das Tragen von Tangas oder gar Oben-ohne-Baden sind überhaupt nicht gern gesehen und können schnell zu unangenehmen, manchmal sogar gefährlichen Situationen führen.

Bekleidung im Tempel und in der Moschee

Besondere Vorschriften gelten auch für den Besuch von Tempeln. Hier sollten sowohl Männer wie auch Frauen lange Kleidung tragen. Vor dem Besuch einer Moschee müssen darüber hinaus die Schuhe ausgezogen werden. Da auch in Bangladesch die Füße als unwürdiger Körperteil gelten, sollten auch vor dem Besuch eines Privathauses die Schuhe abgelegt werden.

Verhalten bei einer Einladung zum Essen

Beim Essen sitzt man häufig im Schneidersitz. Wichtig ist hierbei, dass die Fußsohlen nicht auf den Gastgeber oder auf einen der anderen Gäste oder auf eine Abbild von Heiligen oder Göttern zeigen. Sofern man eingeladen wurde empfiehlt es sich, dem Gastgeber ein kleines Geschenk zu bringen. Die Vergabe von Geld gilt allerdings als sehr unhöflich. Gegessen wird im Land übrigens mit den Händen.

In den ländlichen Regionen reagieren die Einheimischen auf Touristen häufig mit Distanz und manchmal auch mit Ablehnung. Es versteht sich von selbst, das man vor der Aufnahme eines Fotos die entsprechende Person fragt, ob diese damit einverstanden ist.
Das Zurschaustellen öffentlicher Zuneigung im Land ist verpönt, sexuelle Handlungen zwischen Männern sogar strafbar.

Sprache und Verständigung

Die Amtssprache im Land ist Bengali und wird von rund 98% der Einheimischen gesprochen. Unter der Oberschicht und Teilen der Mittelschicht ist zudem Englisch als Geschäftssprache relative weit verbreitet, was allerdings keineswegs bedeutet, dass die Verständigung in Bangladesch problemlos verläuft. Während man sich in den großen Städten mit Englisch noch relativ häufig verständlich machen kann, findet man in den touristisch unerschlossenen Regionen kaum Einheimische mit Fremdsprachenkenntnissen.

Noch problematischer ist die Tatsache, dass insbesondere in den kleineren Städten die Hotels und Geschäfte, aber auch die Behörden oder andere offizielle Einrichtungen nicht in lateinischer Schrift betitelt sind, so dass es in vielen Fällen nicht klar ersichtlich ist, um was für ein Gebäude es sich eigentlich handelt vor dem man gerade steht. Gleiches gilt übrigens auch für Straßen- und Verkehrsschilder.

Nicht alle Taxi- und Rikschafahrer sprechen oder verstehen Englisch. Vorm Einsteigen sollten Sie sich daher vergewissern, ob Ihr Fahrer auch tatsächlich verstanden hat wo Sie hin möchten. An den Rezeptionen der größeren Hotels spricht das Personal häufig Englisch und kann Ihnen bei vielen Fragen weiterhelfen. Grundsätzlich ist es eine gute Idee, sich mit Hilfe des Personals eine Liste mit den wichtigsten Adressen in Bengali zu erstellen, um diese bei unüberwindbaren Sprachproblemen dem Fahrer zu zeigen. Auch eine Karte kann in solchen Fällen hilfreich sein.

Nachtleben, Party

Das Nachtleben in Bangladesch lässt sich in keinerlei Hinsicht mit dem in Deutschland vergleichen. Eine Clubszene oder Diskotheken gibt es im Land eigentlich nicht. Lediglich einige Bars und Restaurants haben noch in den späteren Abendstunden geöffnet. Allerdings muss auch hier beachtet werden, dass nur wenige Kneipen im Land auch tatsächlich Alkohol ausschenken und das in der Regel auch nur an Ausländer. Es gibt einige wenige, spezielle Geschäfte, in denen Alkohol gekauft werden kann, das jedoch nur nach der Vorlage des Reisepasses und häufig unter merkwürdig anmutenden Umständen.

Die beste Chance einen feuchtfröhlichen Abend zu verbringen hat man in den großen westlich geprägten Hotels, die häufig über eine Hotelbar verfügen und Alkohol an Gäste ausschenken. In einigen Universitätsstädten findet man manchmal rund um den Campus einige Bars. Zwar wird hier häufig ebenfalls kein Alkohol ausgeschenkt, in der Regel herrscht dort aber eine recht ausgelassene Stimmung. Eine weitere Möglichkeit in den Abendstunden für ein wenig Unterhaltung zu sorgen bietet ein Besuch auf den Nachtmärkten, wo nach dem Sonnenuntergang zahlreiche Garküchen ihre Leckereien anbieten.

Reise-und Sicherheitshinweise

Das Auswärtige Amt hat einige Informationen veröffentlicht, mit denen sich Urlauber vor einer Reise nach Bangladesch beschäftigen sollten.

Allgemeine Sicherheitshinweise

Die Sicherheitslage in Bangladesch, vor allem in der Hauptstadt Dhaka, kann aufgrund politischer und religiöser Unruhen angespannt sein. Reisende sollten daher in jedem Fall vor der Abreise die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts verfolgen sowie die Medienberichterstattung über die Lage im Land verfolgen.
Grundsätzlich gemieden werden sollten große Menschenansammlungen. Dies gilt sowohl für politische und religiös motivierte Streiks und Demonstrationen, als auch für die Zeit nach den wöchentlichen Freitagsgebeten zwischen 13:00 Uhr und dem Sonnenuntergang.

Kriminalität

Bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (Bahn, Bus, Fähre, Rikscha) wird zu erhöhter Vorsicht gemahnt, da es in der Vergangenheit in solchen Situationen immer wieder zu Diebstahl und Überfällen gekommen ist. Besondere Vorsicht ist nach Einbruch der Dunkelheit angebracht. 2013 kam es gehäuft zu Überfällen auf Rikschas. Oftmals wurden hierbei Frauen die Opfer von Raub und Diebstahl. Auch wer nach Einbruch der Nacht zu Fuß unterwegs ist, setzt sich einem gewissen Risiko aus. Darüber hinaus kommt es ähnlich wie in Indien auch in Bangladesch immer wieder zu sexuellen Übergriffen auf Frauen. Auch Ausländerinnen sind hiervon nicht ausgenommen.

Die Kriminalität im Land hat zugenommen. Das gilt auch für die von Ausländern bewohnten Bezirke Gulschan, Baridhara und Banani in Dhaka. Zunächst angekündigte Sicherheitsmaßnahmen um dies zu unterbinden wurden bisher nicht umgesetzt.

Bettler und Händler an den größeren Kreuzungen können ein Problem darstellen, insbesondere wenn sie in Gruppen auftreten. Häufig wird versucht Wertgegenstände durch die offenen Fenster oder die nicht abgeschlossenen Türen zu stehlen. Zudem sind Fälle von Vergiftung von Lebensmitteln bekannt geworden, bei denen die betäubten Opfer bestohlen wurden. Dies gilt nicht nur für Speisen sondern auch für Wasserflaschen. Straßenständen und Garküchen sollte dementsprechend mit einer gewissen Vorsicht begegnet werden.

Naturkatastrophen, Erdbeben

Aufgrund seiner Nähe zu Indien ist auch Bangladesch erdbebengefährdet. Sofern man sich während des Bebens in einem Gebäude befindet, wird dazu geraten, unter einen stabilen Möbelstück Schutz zu suchen. Da eine gewisse Gefahr besteht durch herabfallende Objekte verletzt zu werden, sollten Betroffene während des gesamten Zeitraums ihren entsprechende Schutzplatz nicht verlassen.

Betroffene, die sich hingegen im Freien befinden, wird geraten, schnellstmöglich einen freien Platz entfernt von Gebäuden sowie Stromleitungen oder sonstigen Objekten aufzusuchen. Obwohl die meisten schweren Beben ihren Ursprung in Indien haben, sind auch in Bangladesch die Auswirkungen solcher Naturkatastrophen häufig deutlich zu spüren.

Darüber hinaus kann es von Juni bis Oktober zu Überschwemmungen kommen. Im Süden des Landes muss zudem von Oktober bis November und von Mitte April bis Mitte Mai mit Wirbelstürmen gerechnet werden.

Besondere Zollvorschriften

Brennbare Flüssigkeiten, Chemikalien, Waffen jeder Art sowie Munition dürfen nur mit einer entsprechenden Importgenehmigung des bengalischen Innenministeriums eingeführt werden.

Kraftfahrzeuge, die nach ihrem Erstzulassungsdatum älter als vier Jahre sind, dürfen nicht nach Bangladesch eingeführt werden. Fahrzeuge jüngeren Datums dürfen ausschließlich aus dem Herstellerland eingeführt werden. Die Staatsangehörigkeit des Halters sowie der Ort der Erstzulassung spielen dabei keine Rolle.

Nichtmuslime dürfen zwei Flaschen Alkohol einführen sowie zwei Stangen Zigaretten. Für Muslime herrscht Alkoholverbot. Das betrifft sowohl den Konsum wie auch die Einfuhr. Ebenfalls verboten ist die Einfuhr sowie der Besitz jeglicher Art von Pornographie.

Die Einfuhr von Edelmetallen, Edelsteinen und Schmuck ist zollpflichtig und bis zu einem Gewicht von maximal 10 Kilogramm erlaubt. Verstöße werden mit Haftstrafen geahndet. Fremdwährungen können hingegen ohne Deklarierung bis zu einer Höhe von 5000 USD (bzw. dem entsprechenden Gegenwert) eingeführt werden.

Für weiterführende Informationen und spezielle Fragen setzen Sie sich bitte mit der Botschaft Bangladeschs in Verbindung.

Drogen

Reisende, bei denen Drogen gefunden werden, erwarten drakonische Strafen. Der Handel, der Besitz sowie die Ein- und Ausfuhr sind strengstens verboten. Bereits bei einem Besitz geringster Mengen einer illegalen Substanz erfolgt eine mindestens zweijährige Haftstrafe. Ab 25 Gramm Heroin oder Kokain bzw. 2 Kilogramm Marihuana kann sogar die Todesstrafe verhängt werden. Auch der Transport von Gegenständen für Dritte ohne eigene Kenntnis des Inhalts kann fatale Konsequenzen haben. Schmuggel jeder Art kann ebenfalls mit der Todesstrafe geahndet werden.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Das Fotografieren militärischer Anlagen oder sonstiger sicherheitsrelevante Bereiche ist untersagt. Ebenso kann das Ablichten von Flughäfen, Gebäuden öffentlicher Institutionen, Ministerien und Behörden sowie Angehörigen der Sicherheitskräfte oder der Polizei mit Inhaftierung geahndet werden.

Homosexuelle Handlungen zwischen Männern sind strafbar. Gleiches gilt für den Besitz von Drogen sowie für die Missachtung der Zollvorschriften bezüglich der Einfuhr von Edelmetallen, Edelsteinen und Schmuck.

Gesundheit

Bei einer direkten Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften. Allerdings empfiehlt das Auswärtige Amt die Standardimpfungen gemäß dem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes.

Neben Tetanus, Diphtherie, Mumps, Masern, Röteln, Keuchhusten sowie Influenza, Pneumokokken und Polio, können auch Impfungen gegen Hepatitis A/ B und bei längeren Aufenthalten gegen Tollwut sowie japanische Enzephalitis sinnvoll sein.

Dengue-Fieber und Malaria

Wie in den meisten asiatischen Staaten besteht auch in Bangladesch eine akute Ansteckungsgefahr mit Dengue-Fieber und Malaria. Die Krankheiten kann bei Blutkontakt von Mensch zu Mensch übertragen werden, höher ist allerdings die Wahrscheinlichkeit von einer infizierten Mücke gestochen zu werden. Während das Dengue-Fieber von tagaktiven Mücken übertragen wird, besteht die Gefahr an Malaria zu erkranken eher in den Abendstunden und Nacht.

Die Beschwerden bei beiden Infektionskrankheiten ähneln häufig den gängigen Grippesymptomen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder auch Durchfall sind dabei typische Symptome. Besonders tückisch an beiden Krankheiten ist die Inkubationszeit, so dass es manchmal erst zwei bis drei Wochen nach dem Stich zu ersten Anzeichen kommt, die jedoch zunächst häufig ignoriert werden. Die Krankheit tritt in Bangladesch landesweit und vorwiegend während der Regenzeit auf. Ab Höhenlagen von rund 1500 m sinkt das Risiko das Risiko einer Infektion.

Malaria gefährdete Regionen in Bangladesch

Bangladesh Malaria Map

Bangladesh Malaria Map

Malaria kann in Bangladesch ganzjährig auftreten, mit einer Häufung der Fälle während und nach der Regenzeit. Ein mittleres Malariarisiko tritt in den östlichen Landesteilen auf mit einer regionalen Häufung im Grenzgebiet zu Myanmar und zu Indien. Betroffen sind insbesondere die Chittagong Division im Südosten und die Grenze zum indischen Bundesstaat Meghalaya im Nordosten. Ein geringes Risiko besteht in den westlichen Landesteilen mit dem Ganges-Delta. Das Risiko einer Infektion ist während der Regenzeit höher als in der Trockenzeit und auch in den größeren Städten besteht während und nach der Regenzeit ein Übertragungsrisiko. Lediglich die Hauptstadt Dhaka gilt als malariafrei. Auch hier nimmt das Risiko einer Erkrankung ab einer Höhe von etwa 1500 m ab. Auf in Bangladesch tritt besonders gehäuft die Malaria Tropica auf, welche bei Ausländern einen tödlichen Verlauf nehmen kann.

Japanischen Enzephalitis

Den beiden Infektionskrankheiten nicht unähnlich ist die Japanischen Enzephalitis. Auch diese wird wie Malaria und Dengue durch eine Mücken übertragen und kann tödlich enden. Bei der Krankheit handelt es sich um eine durch Viren verursachte Entzündung des Gehirns. Wasservögel oder Schweine können als Überträger auftreten, ohne dass an ihnen Symptome wahrzunehmen sind. Eine Gefährdung besteht in den ländlichen und vorstädtischen Regionen. Ein geringes Übertragungsrisiko gibt allerdings im ganzen Land.

Die Gefahr einer Infektion ist zwischen Juli und Dezember am höchsten. Da es keine wirksamen Medikamente gibt, sollten neben einem sorgfältigen Mückenschutz auch eine vorbeugende Schutzimpfung in Betracht gezogen werden. Die Gefahr an Japanischer Enzephalitis zu erkranken ist jedoch weitaus geringer als die Gefahr sich mit Malaria oder Dengue-Fieber zu infizieren.

Schutz gegen Malaria und Dengue-Fieber

Da es weder gegen Malaria noch gegen Dengue-Fieber wirksame Medikamente gibt, sollten einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Grundsätzlich sollten Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche ergriffen werden. Ebenfalls sinnvoll sein kann eine Chemoprophylaxe oder eine Notfallselbstbehandlung unter der Zuhilfenahme von Medikamenten. Für die Malariaprophylaxe und die Selbstbehandlung gibt es eine Reihe verschreibungspflichtige Arzneien. Für Risiken und Nebenwirkungen empfiehlt es sich für Reisende vor der Abreise mit einem kundigen Mediziner oder Arzt die entsprechende Situation zu erörtern. Medikamente für die Behandlung sollten Reisende allerdings aus Deutschland einführen, da es auch in Bangladesch vorkommt, das gefälschte indische Waren auf den Markt gelangen.

Da sowohl Malaria, wie auch das Dengue-Fieber durch Mücken übertragen werden, wird Urlaubern grundsätzlich empfohlen körperbedeckende und imprägnierte helle Kleidung zu tragen und in den gefährdeten Gebieten unter einem Moskitonetz zu schlafen sowie zu allen Tageszeiten Insektenschutzmittel aufzutragen.

Kala-Azar / Leishmaniasis

Kala-Azar bzw. Leishmaniasis kan durch die Sandmücke von Tier zu Mensch oder von Mensch zu Mensch – durch den Kontakt mit infiziertem Blut – übertragen werden. Besonders gefährlich ist Kala-Azar in Form der viszeralen Leishmaniasis. Bei dieser Variante der Krankheit werden das Knochenmark und die Organe befallen, was, sofern es unbehandelt bleibt, in der Regel tödlich endet. Da es keine wirksame Impfung gegen Leishmaniasis gibt und die Krankheit ebenfalls durch eine Mücke übertragen werden kann, sollten Urlauber die erwähnten Sicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung von Malaria und Dengue-Fieber berücksichtigen. Kala-Azar kann in Bangladesch das ganze Jahr über auftreten.

Würmer

Ein weiteres Problem sind Wurmerkrankungen, die ebenfalls durch Mücken übertragen werden. Auch hier gilt es die Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche einzuhalten (siehe Malria und Dengue-Fieber).

Durchfall

In Bangladesch treten gehäuft Durchfallerkrankungen oder sogar Cholera auf. Es kommt im ganzen Land immer wieder zu Epidemien, die teils tödlich enden. Das Risiko einer Infektion kann allerdings durch das Befolgen einiger einfacher Grundregeln drastisch minimieren:

  • Urlauber sollten ausschließlich Wasser bekannten Ursprungs trinken. Wasser aus versiegelten Flaschen ist sicherste Variante. Unter keinen Umständen sollten Sie Leitungswasser trinken. Auch bei Eiswürfeln im Restaurant kann es bereits kritisch werden.
  • Aufgrund der Qualität des Leitungswassers, sollten Sie auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen immer nur Trinkwasser aus der Flasche verwenden.
  • Sofern Sie eigenständig kochen, sollten die Nahrungsmittel immer bei entsprechender Hitze abgekocht oder zumindest selber geschält werden. Zudem sollten Sie niemals rohes Fleisch verzehren. Besondere Vorsicht ist hier bei den Garküchen und kleinen Essensständen angebracht.
  • Regelmäßige Hygienemaßnahmen sollten unbedingt eingehalten werden. Die Verwendung von Seife und Einmalhandtüchern ist unbedingt ratsam. Gleiches gilt für den Gebrauch von Handdesinfektionsmittel.

Tollwut

 

Weiterhin gibt es in Bangladesch Probleme mit an Tollwut erkrankten Tieren. Durch Vieren im Speichel der Tiere kann die Infektion auf andere Menschen übertragen. Gleiches gilt auch für die Übertragung von Mensch zu Mensch. Sofern eine entsprechende Wunde nicht zeitnah und mit den richtigen Medikamenten behandelt wird, endet Tollwut beim Menschen in der Regel tödlich. Ein gewisses Risiko von einem infizierten Tier gebissen zu werden besteht in ganz Bangladesch. Vor dem Beginn der Reise sollten Touristen, insbesondere sofern sie sich außerhalb der großen Städte bewegen, unbedingt eine Tollwutimpfung durchführen zu lassen.

Tuberkulose

Tuberkulose tritt in Bangladesch mit zunehmender Häufigkeit auf und ist aufgrund der Existenz von resistenten Tuberkuloseerregern mittlerweile zu einer realen Bedrohung geworden. Während die Anzahl der Erkrankungen in Indien abgenommen hat, haben sich die Fälle in Bangladesch seit 1995 verdoppelt. Tuberkulose kommt in Bangladesch daher heutzutage beinahe ebenso oft vor wie in Indien. Die Übertragung erfolgt in der Regel von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion wie Husten oder Niesen oder aber über sexuellen Kontakt.

HIV, AIDS

Besondere Vorsicht bei sexuellen Handlungen sollten Urlauber auch aufgrund der steigenden Zahl von HIV Infektionen sowie von Hepatitis B walten lassen. Auch Bluttransfusionen können so unter Umständen zum Problem werden.

Vogelgrippe

Fälle von Vogelgrippe gab es zuletzt im Jahr 2012. Es wurden drei Infektionen bei Menschen beobachtet. Es wird grundsätzlich dazu geraten, den Kontakt mit Vögeln bzw. Geflügel zu vermeiden.
Hygienemaßnahmen und Schutzimpfungen können als wichtige Maßnahmen zur Verhütung einer Infektion angesehen werden.

Luftverschmutzung

Die Luftverschmutzung hat in den vergangenen Jahren auch in Bangladesch zugenommen und kann bei Reisenden mit chronischen Atemwegserkrankungen zu ernstzunehmenden Problem führen. Bekannt ist dieses Problem, welches durch Abgase und Brandrodungen vor allem in Indien entsteht, als „Asien Brown Cloud“. Die Belastung steigt im Zeitraum zwischen November und März, da in diesen Monaten nur sehr geringe Niederschläge zu erwarten sind. Anfällige Personen sollten die zunehmende Luftverschmutzung in ihre Reiseplanung mit einbeziehen.

Medizinische Versorgung

Im ganzen Land fehlt es meistens an, auf europäischem Niveau ausgebildeten, Ärzten mit Fremdsprachenkenntnis. Zudem gibt es hier häufig Mängel im Bereich der Hygiene, der Technik und der Organisation. Bei ernsthaften Erkrankungen sollte eine Evakuierung über die Grenze in eine der großen Kliniken in den indischen Ballungszentren wie Dehli und Kalkutta vorgenommen werden. Für Touristen ist es daher grundsätzlich ratsam über einen weltweit gültigen Krankenversicherungsschutz sowie eine zuverlässige Reiserückholversicherung zu verfügen. Auch eine individuell zusammengestellte Reiseapotheke sollte mitgenommen und den Temperaturen entsprechend gelagert werden. Dies ist besonders wichtig, da es immer wieder vorkommt, dass kleinere Apotheken gefälschte Waren aus Indien anbieten.

Deutsche Vertretungen in Bangladesch

Bei außerordentlichen Problemen können sich deutsche Staatsangehörige an die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland wenden.

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland